Fake LEGO Shops: Diese Websites solltest du unbedingt vermeiden!

Fake Shops LEGO

In den letzten Wochen habe ich in diversen Facebook Gruppen wieder öfters eine Frage gelesen: „Ist dieser Shop vertrauenswürdig? Die Preise scheinen zu schön um wahr zu sein!“. Darauf folgte dann ein Link zu einem Shop, der tatsächlich so ähnlich aussah wie der LEGO Shop – nur das die Preise um etwa 70 bis 90% reduziert waren.

Die kurze Antwort ist hier natürlich: Nein, diese Shops sind nicht vertrauenswürdig! Ich möchte aber auch erklären, was es mit diesen Fake LEGO Shops auf sich hat, warum man dort auf gar keinen Fall bestellen sollte und woran ihr die Seiten erkennen könnt.

Wie wird man auf die Shops aufmerksam?

Die meisten Fragesteller bekamen ganze einfach Facebook-Werbung für die Shops angezeigt. Aber auch in anderen sozialen Netzwerken wird teilweise für die Shops geworben, die LEGO zu unfassbaren Preisen anbieten.

Auch mir werden jetzt in der Weihnachtszeit immer wieder solche Werbeanzeigen angezeigt, die vermeintliches LEGO-Shops bewerben. Hier eines der jüngsten Beispiele von der Website childtocoll.com:

Fake LEGO Shop

Klickt man auf diese Werbeanzeige, wird mal zu einer Website weitergeleitet, auf der ein Nachbau des LEGO Online Shops liegt. Sogar das offizielle LEGO Logo wird dort (verbotenerweise) verwendet. Und natürlich werden dort auch Sets (mit Originalbildern) zum vermeintlichen Verkauf angeboten – mit unrealistischen 83% Rabatt:

Fake LEGO Shop Screenshot

Update (10. November 2018):

Mir ist soeben eine weitere Website über den Weg gelaufen, die Fake LEGO anbietet und bei der auch schon Leute aus einer Facebook Gruppe bestellt haben: ubootdeal.com

LEGO Millennium Falcon Fake

Auch dort solltet ihr AUF KEINEN FALL BESTELLEN! Ich hatte auf diesen Artikel schon mehrere Nachfragen, warum ich ihn überhaupt schreibe, denn es könnte ja schließlich niemand wirklich darauf hereinfallen. Zu dem oben gezeigten Fake LEGO Shop weiß ich nun schon von zwei Bestellungen:

LEGO Fake Shop Bestellungen

LEGO Fake Shop Bestellungen

Warum ist es so gefährlich, dort zu bestellen?

Nochmal, ganz klar: Ihr solltet auf keinen Fall in solchen Shops bestellen. Und ich will kurz erklären, warum das so gefährlich ist.

Der Grund ist relativ einfach: Während diverse Online-Portale noch Nachahmer-Marken wie Lepin verkaufen und dabei originale Artworks verwenden, werdet ihr bei Bestellungen auf diesen Seiten nicht mal mehr das bekommen.

Die Shops sind meine Meinung nach einzig und alleine dazu gebaut worden, um Kreditkartendaten zu sammeln bzw. um euer Geld abzugreifen. Denn eine Kreditkarte ist dort immer die einzige Möglichkeit der Bezahlung. Und: Während man Lepin-Sets meist 50 bis 60% günstiger bekommt als die UVP von LEGO, sind die Preise in diesen Shops selbst für gefälschte Produkte zu unrealistisch. Zum Vergleich: Das Hogwarts Schloss von Lepin kostet 188,- US-Dollar, in dem oben gezeigten Shop angeblich nur 68,- Euro.

Woran erkennt man die Seiten?

Ganz einfach: Alles was nicht auf der Domain lego.com liegt, gehört nicht zu LEGO. Das heißt: in der Adressleiste eures Browsers muss irgendwo .lego.com stehen.

Offiziell zu LEGO gehören damit also auch alle Subdomains wie www.lego.com, shop.lego.com oder ideas.lego.com – wenn hingegen nur irgendwo „lego“ im Namen steht, wie bei den folgenden (mittlerweile abgeschalteten) Domains, dann solltet ihr unbedingt die Finger davon lassen:

  • legovipclub.com
  • legoeu.com
  • legoengland.com
  • legoca.com

Weitere Fake Shops:

  • childtocoll.com
  • ubootdeal.com
  • cybermankind.com (Facebook Seite Risneelow10 Sale)
  • anemailfly.com (Facebook Seite Temslink1)

Wenn ihr euch unsicher seid, dann werft einen Blick auf die Zahlungsarten: Jeder seriöse LEGO Händler und auch der LEGO Online Shop bieten noch andere Zahlungsarten als Kreditkarten an. Ein gutes Zeichen ist immer Paypal, Rechnung oder Kauf per Nachnahme.

Wenn ihr euch dann immer noch unsicher seid: Ihr könnt StoneWars auch jederzeit per Facebook oder E-Mail kontaktieren, dann helfe ich euch gerne weiter.

Unterscheiden: Gefälschtes LEGO und gefälschte Shops

Wichtig ist übrigens nochmal zwischen „gefälschtem LEGO“ und „gefälschten Shops“ zu unterscheiden. Ich bin zwar selber kein Freund der verschiedenen Nachahmer-Marken, aber solange wenigstens das was bestellt und erwartet wurde auch geliefert wird, ist das ja erstmal in Ordnung.

Wenn allerdings Shops vortäuschen „LEGO“ zu sein, aber dann nur Lepin oder gar nichts liefern und die Kreditkartendaten missbrauchen, dann dürften selbst die härtesten Verteidiger von Lepin und Co. zugeben: Das geht nun wirklich gar nicht.

Seid ihr schon mal solchen Anzeigen über den Weg gelaufen und eventuell sogar (fast) darauf reingefallen? Schreibt bitte eure Erfahrungen in die Kommentare, ich würde sie gerne in der nächsten Folge des StoneWars LEGO Podcast diskutieren!

Über Lukas Kurth 251 Artikel
LEGO Liebhaber und Star Wars Fan seit der frühen Kindheit. Begeisterungsfähig und immer Kind geblieben. 27 Jahre alt, studierter Maschinenbauingenieur und der Mensch und Gründer hinter StoneWars.de

7 Kommentare

  1. Nicht nur Lego! – Diese Fake-Seiten sind zunehmend ein Problem. Beispiel: Ein angeblich verifizierter Elon Musk macht Werbung auf Twitter, dass er als Dank Bitcoins verschenkt. Weiteres Beispiel: Auf Facebook bekomme ich immer Artikel zu angeblichen Deals aus der Sendung „Die Höhle der Löwen“, wo Frank Thelen und andere Investoren in BitCoins investiert hätten. Und diese Artikel sind dann im Stil von „Zeit Online“ gehalten und fordern dazu auf, auch darein zu investieren. (Alles Fake – es gibt sogar einen Blog-Artikel von Frank Thelen selbst, indem er Stellung dazu bezieht)

    Und das Problem sehe ich nicht bei den Anbietern, sondern bei den Plattformen wie Facebook und Twitter, die diese Werbung überhaupt zulassen. Da muss stärker kontrolliert werden, wer Werbung schalten darf und wer nicht.

    • Ja, auf diese Artikel über Frank Thelen und die anderen Löwen, die angeblich in dieses Tradingtool investert hätten bin ich letztens auch gestoßen. Ist schon echt heftig, was für ein Konstrukt hochgezogen wird um die User zu täuschen und an Geld zu kommen.

  2. Danke für diesen Artikel! Hoffentlich hilft das, Nutzer vor möglichem Schaden zu bewahren. Ist echt traurig, dass versucht wird Geld damit zumachen, andere Leute zu bestehlen…wenn ich mir vorstelle, dass vielleicht Eltern, die lange für Weihnachtsgeschenke ihrer Kinder gespart haben, dort kaufen und betrogen werden und dann vielleicht nichts mehr da ist für Geschenke, dann versetzt mir das echt nen Stich im Herzen.

  3. Hallo, ich bin mal auf eine Fakeseite mit Outdoor Kleidung reingefallen: Ich habe eine vermeintliche Originaljacke zu einem sehr guten Preis erstanden und diese mit Visa bezahlt.
    Geliefert wurde eine übelste Fälschung aus China, ich habe das dann bei dem Originalhersteller reklamiert der mir eine Urkunde ausgestellt hat dass es sich definitiv um eine nicht registrierte Händlerseite handelt. Das habe ich dann der Bank vorgelegt die mir die Visa Zahlung storniert haben und mir sind so keine weiteren Kosten entstanden. Die Jacke war so schlecht, die habe ich dann sogar entsorgt.
    Man sollte immer das Impressum lesen, wenn da keins vorhanden ist oder undurchsichtiger Angaben gemacht sind sollte man unbedingt die Finger von einem Kauf auf der Webseite lassen.

  4. Sorry,hab lange mit mir gerungen ob ich meinen „Senf“ auch dazu gebe.Es wird vielen hier nicht gefallen aber,schaltet doch einfach auch mal das Hirn ein! Hogwarts für 68€ die Slave für 34€ HALLOOOOO!!!!
    Das Problem oftmals ist,das unsere „Geiz-ist-geil-Mentalität“ sämtliche „Alarmsensoren“ in uns abschaltet.

  5. Ich hab mal in einem ähnlichen Shop, „geardog“ oder so hieß der (über FB-Werbung darauf gekommen) Lightsaber bestellt, die angeblich aus der „Black-irgendwas“-Edition von Hasbro waren. Für 70% Rabatt … Bekommen habe ich nach acht Wochen 10€-Lightsaber in zerfetzten Verpackungen (immerhin mit Sound und Licht). Hab hab das Risiko allerdings nur mitgenommen weil Paypal möglich war. Hab mein Geld auch über den Käuferschutz wiederbekommen …

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