Kommentar: Wie gut ist LEGO Overwatch wirklich?

LEGO Overwatch Sets

Ich gehöre mit Sicherheit zur perfekten Zielgruppe der LEGO Overwatch Sets: ich liebe sowohl LEGO als auch Overwatch. Aber reicht das, um jedes Set des Themengebiets zu feiern?

In diesem Kommentar möchte ich meine persönliche Meinung zu dem Thema LEGO Overwatch einmal darlegen, es ist absolut subjektiv und keinesfalls eine Review.

Als Blizzard im Juni 2018 die Kooperation in einer Pressemitteilung angekündigt hat, war ich im absoluten Hype. Meine Vorfreude war wirklich gigantisch. Und Blizzard versteht es auch wirklich gut den Hype ihrer Fans am Kochen zu halten. Immer wieder gab es kleine Teaser in sozialen Netzwerken, die eine kurze Idee der Umsetzung aufblitzen ließen. Da wir nun endlich wissen, was uns in der zweiten Welle bei Overwatch im Oktober erwartet und sowohl Gerüchte über ein Ende als auch eine Fortsetzung im Umlauf sind, möchte ich das mal zum Anlass nehmen meinen Standpunkt zu diesem kontrovers diskutierten Themengebiet und den Sets dazustellen.

Blizzard-Exklusivartikel ab 10. Oktober 2018

LEGO 75987: Omnic Bastion

Den Startschuss machte dann das Set LEGO 75987: Omnic Bastion, das es nach wie vor ausschließlich in Blizzards hauseigenem Gearshop gibt.

LEGO 75987 Omnic Bastion Overwatch

Was ist drin?

Dieses Set sollte ursprünglich nur in einer nicht näher genannten, aber begrenzten Stückzahl erhältlich sein. Bastion trägt hierbei den Skin aus der Omnic-Krise und auch sein freundlichem Vogelgefährte Ganymed ist dem originalen Skin aus dem Spiel farblich korrekt nachgestellt. Dass Bastion auf einer kleinen, gebauten Plattform mit einem kleinen Schild mit der Beschriftung „LEGO Blizzard Exclusive“ steht, macht ihn zu einem schönen Display-Set. Ein großer Wermutstropfen ist sogar für mich allerdings, dass es keinerlei bedruckte Teile in dem Set gibt und alle Besonderheiten als Sticker realisiert wurden. Gut gelungen ist für mich allerdings die Größe, die zu den anderen Minifiguren und Big-Figs passt.

Preisgestaltung

Nachdem das Set bei Blizzard zwischenzeitlich ausverkauft war und man davon ausgehen musste, dass die begrenzte Stückzahl erreicht war, wurden die Bestände trotzdem wieder aufgefüllt und mittlerweile bekommt man dieses Set für 15,- Euro statt der ursprünglichen 25,- Euro. Ich muss gestehen, dass mir der Preis zuzüglich der Versandkosten beim Release von insgesamt rund 30,- Euro eindeutig viel zu teuer für ein LEGO Set mit bloß 182 Teilen war, ich aber als Nerd nicht daran vorbeikam. Was soll man aber als Nerd auch machen, wenn man Blizzard-Exklusivartikel und begrenzte Stückzahl liest? Man kauft dieses Set trotzdem zähneknirschend und redet es sich schöner als es ist.


Erste Overwatch-Welle ab 01. Januar 2019

LEGO 75970: Tracer vs. Widowmaker

LEGO Overwatch 75970 Tracer vs. Widowmaker

Was ist drin?

Ich glaube aus meiner Sicht ist das Set LEGO 75970 Tracer vs. Widowmaker der einzige No-Brainer aus dem gesamten Overwatch-Sortiment. Die Satellitendrohne aus Watchpoint: Gibraltar ist sehr gut getroffen. Dass sie einen Sitz beinhaltet ist für mich etwas verwirrend, aber nicht störend. Zudem passt sie hervorragend zu dem Set Watchpoint: Gibraltar, bei dem die Payload an der Zielrakete der Map angebracht werden kann. Tracer ist vermutlich mit Abstand die bekannteste Figur des Overwatch Universums und so eine Art Maskottchen geworden, da ihre Figur auch so oft thematisiert wurde. Mit Widowmaker hat Tracer die perfekte Gegnerin. Durch den Ständer der Payload kann diese wie auch Bastion hervorragend als Display-Set eingesetzt werden.

Preisgestaltung

In diesem Set bekommt man 129 Teile, zwei Minifiguren, einen bedruckten Standfuss und ein paar Sticker für insgesamt 14,99 Euro. Allerdings ist das Set mittlerweile nicht mehr  nur exklusiv bei LEGO zu bekommen sondern auch im Einzelhandel teils mit wirklich guten Rabatten verfügbar. Also aus meiner Sicht ist das Set für Fans beider Welten ein unbedingtes Must Have.

LEGO 75971: Hanzo vs. Genji

LEGO Overwatch 75971 Hanzoi vs. Genji

Was ist drin?

In meinen Augen ist LEGO 75971: Hanzo vs. Genji mit Abstand das schlechteste Set. Dass die beiden verfeindeten Brüder Hanzo und Genji gemeinsam in einem Set zu finden sind, ist noch absolut nachvollziehbar für mich. Aber alles andere ist für mich nur überflüssige Füllware. Es gibt einen Handlanger des Shimada-Clans, der im Spiel eigentlich gar nicht vorkommt und dementsprechend nicht zu den spielbaren Helden von Overwatch gehört. Man stolpert über solche Charaktere nur in den Geschichten, die online außerhalb des Spiels in Videos oder Comics erzählt werden. Der Dojo in Hanamura ist lediglich eine Kulisse, mit der ich persönlich nichts anfangen kann. Auf diese Teile hätte man meiner Meinung nach getrost verzichten können.

Preisgestaltung

Auch die unverbindliche Preisempfehlung von 24,99 Euro für 197 Teile ist mir viel zu hoch. Wenn man keine Verwendung für die Teile und die überflüssige Minifigur hat, muss man meiner Meinung nach schon eine echte Vorliebe für Hanzo und Genji haben oder die Sammlung der Overwatch Minifiguren wirklich unbedingt vervollständigen wollen. Hier würde ich selbst eher auf einem wirklich guten Rabatt von 40 bis 50% warten oder nur die beiden Figuren einzeln über einen der üblichen Wege kaufen.

LEGO 75972: Dorado Showdown

LEGO Overwatch 75972 Dorado Showdown

Was ist drin?

Zu LEGO 75972: Dorado Showdown habe ich ein ambivalentes Verhältnis. Zum einen gehört Dorado schon rein musikalisch zu meinen Lieblingsmaps in Overwatch, zum anderen ist mein ehemaliger Hauptheld Reaper in diesem eher noch günstigen Set enthalten. Mit Soldier 76 bekommt man außerdem den Helden, mit dem man seine Reise in Overwatch beginnt. Viele Neulinge bleiben auch nach dem ersten Training zumindest für die ersten Matches bei Soldier 76 und bauen so eine enge Bindung bei den ersten Erfolgserlebnissen zu dem Charakter auf. Mit dem äußerst coolen Cowboy McCree hat man ebenfalls eine ikonische Figur, auch wenn ich selbst mich nach wie vor unheimlich schwer damit tue, mit diesem Helden vernünftig zu agieren. Dazu bekommt man den coolen Truck, der wirklich hervorragend umgesetzt ist. Aber auch hier stört mich wieder die Kulisse aus Obststand und Fassade mit der Lichterkette und ist für mich wieder völlig überflüssig.

Preisgestaltung

In diesem Set sind mehr als doppelt so viele Teile wie in dem vorherigen Set und außerdem ein echter Held zusätzlich enthalten, trotzdem verlangt LEGO hierfür nur 5,- Euro mehr als bei LEGO 75971: Hanzo vs. Genji. Das ist für mich eine echte Diskrepanz und macht Dorado Showdown fast automatisch zu einem Schnäppchen. Im Einzelhandel sind 30% Rabatt für dieses Set immer wieder zu finden. Und dafür kann ich auch mit der doofen Kulisse gut leben und sie zur Not anderweitig nutzen.

LEGO 75973: D.Va & Reinhardt

LEGO Overwatch 75973 D.VA und Reinhardt

Was ist drin?

Das Set dieser beide Overwatch Tanks ist in meinen Augen absolut ikonisch! Ich hätte nicht damit gerechnet, dass LEGO diese beiden Helden so gut umsetzen kann. Außerdem hat man sich einzig und allein auf die beiden Charaktere konzentriert und keinen Mumpitz darum herum gebaut. Man braucht einfach nicht mehr.

Preisgestaltung

Einziger Wermutstropfen ist hier für mich wieder die unverbindliche Preisempfehlung seitens LEGO. Wir haben hier gerade mal 36 Teile mehr als in Dorado Showdown und eine Minifigur weniger, trotzdem schlägt LEGO 33% auf und verlangt für dieses Set 39,99 Euro. Und ich versteh nicht warum. Auch LEGO 75973: D.Va & Reinhardt findet man für unter 30,- Euro im Einzelhandel, aber es bleibt grundsätzlich teurer als LEGO 75972: Dorado Showdown. Dennoch macht sich dieses Set sicher meiner Meinung nach hervorragend in der Serie.

LEGO 75974: Bastion

LEGO Overwatch 75974 Bastion

Was ist drin?

Das Set sticht völlig heraus aus der gesamten LEGO Overwatch Serie. Wir haben keine einzige Minifigur in diesem Set, dafür aber einen überdimensionalen Bastion, den man als Aufklärer oder im Geschützmodus aufstellen kann. Dazu besitzt er einen Light-Brick der den Angriffsmodus signalisiert. Tatsächlich glaube ich, dass kaum ein Held öfter gewählt wird. Gefühlt in 95% aller Matches, die ich bislang bestritten habe, war immer auch ein Bastion in die Kampfhandlungen verwickelt. Ich selbst spiele den Charakter auch recht gerne, weshalb mich dieses Set auch reizt. Dennoch passt er eben nicht zu den anderen Sets, weil er in einem völlig anderen Maßstab dargestellt wird, weshalb ich ihn separat aufstellen würde.

Preisgestaltung

Der LEGO 75974: Bastion ist mit 59,99 Euro für ein Set mit 602 Teilen bei einem Lizenzthema auch eigentlich nicht zu teuer. Trotzdem ist es schon eine besondere Hemmschwelle für mich, wenn ein Set über 50,- Euro kostet. Und obwohl das Set teilweise mit bis zu 30% Rabatt im Einzelhandel verfügbar ist, ist mein kleines Budget mir für dieses Set doch ein wenig zu schade. Hier rächt sich die hohe Ausgabe für den kleinen Bastion im Minifigur-Scale, den ich bereits besitze.

LEGO 75975: Watchpoint Gibraltar

LEGO 75975 Watchpoint Gibralltar

Was ist drin?

Wenn das Angriffsteam in Overwatch auf der Map Watchpoint Gibraltar es bis zum Zielpunkt mit der Fracht aus dem Set LEGO 75970: Tracer vs. Widowmaker schafft, endet die finale Schlacht vor Startrampe der Rakete. Beim Sieg der Angreifer fliegt die Rakete mitsamt der Fracht los. Optisch ist das gesamte Set wirklich super umgesetzt. Zudem bietet es ein paar kleine Eastereggs, die auch den Charme von Overwatch echt gut repräsentieren. Trotzdem finde ich das Set insgesamt aus meiner ganz eigenen Sichtweise deutlich zu verspielt für die Overwatch Reihe im Vergleich zu den anderen Sets, auch wenn man natürlich auch mit denen spielen kann. Hier wurde aber mehr auf Spielfunktionen geachtet, die ich persönlich nicht bei so einem Set erwartet und gebraucht hätte. Und dazu gibt es nochmal die orangene 8×8 Radarschüssel mit der Aufschrift DRONE CHARGE STATION, die es schon im Set 75970 als Ständer für die Fracht gab.

Winston ist als Big Fig leider nicht so gut getroffen, wie ich mir das gewünscht hätte, gerade weil der sympathische Gorilla jeden Spielstart mit seiner Begrüßung einleitet. Auch von Mercy sieht man durchweg lauter seltsame Prints des Gesichts. Hier verstehe ich ohnehin nicht, warum es bei der Supporterin ein schwarzer Kopf sein musste, der normale Hautton wie er häufig bei LEGO Star Wars verwendet wird, wäre doch absolut ausreichend und letztlich hübscher gewesen. Bei Pharah gefallen mir ihre Schubflügel nicht so gut. Außerdem gibt es wie im Dorado Showdown nochmal Reaper, diesmal jedoch mit einem zweiten Teil als Beinersatz. Dieses Teil kennt man bereits von den Dementoren aus LEGO Harry Potter Sets und zeigt Reaper so bei der Benutzung einer seiner Fähigkeiten. Ich bin immer noch unentschlossen, was ich davon halten soll, dass man hier nicht einen der vielen anderen Helden verwirklicht hat.

Preisgestaltung

LEGO verlangt stolze 89,99 Euro für 730 Teile inklusive 3 Minifigs und einer 1 Big-Fig. Dieses Set gilt für mich weder für Kinder noch als Erwachsener als Mitbringsel. Hier überlege zumindest ich mir ganz genau, ob ich das Set brauche und ob ich den Platz für das gut 50 cm hohe Modell habe. Es ist wirklich ein toller Hingucker und jeder Overwatch Fan wird das Set sofort richtig zuordnen können. Besonders wenn man das Set mit weiteren Figuren und der Fracht bevölkert, ist Watchpoint Gibraltar definitiv ein echter Overwatch Schrein im Nerd-Regal oder auf dem Sideboard. Auch hier waren schon mal gut 30% Rabatt verfügbar, aber auch das ist noch ein stolzer Preis. Und dafür sind mir die Minifiguren bisher nicht wichtig genug.


Zweite Overwatch-Welle ab 01. Oktober 2019

LEGO 75976: Wrecking Ball

Was ist drin?

Als Overwatch Ende Mai 2016 veröffentlicht wurde, gab es insgesamt 21 Helden in der Charakterauswahl. Seitdem wurden in jedem Mai, Juli und November jeweils ein weiterer Charakter hinzugefügt. Wrecking Ball gehört aber als Held 28 so gar nicht zur alten Riege, er ist gerade mal knapp über ein Jahr im Spiel beim Launch dieses Sets. Wrecking Ball ist mit Sicherheit der knuffigste Held in Overwatch, aber dass ihm so eine immense Rolle zugetraut wird wichtiger als 27 ältere und länger etablierte Figuren zu sein, verwundet mich. Trotzdem ist LEGO 75976: Wrecking Ball in meinen Augen bisher ein ganz tolles Set, auch wenn ich mir die Spinnenbeine der Abrissbirne nicht filigran genug erscheinen und ich noch sehr gespannt bin, wie aus dem Mech eine Kugel wird. Vielleicht hätte man sich auch diese Funktion sparen können.

Preisgestaltung

227 Teile für 19,99 Euro – was ist denn da los? Ich habe zunächst an ein echtes Schnäppchen geglaubt, man muss aber bedenken, dass hier nur ein kleiner Hamster namens Hammond enthalten ist und keine Minifigur vorhanden ist. Spätestens wenn das Set rabattiert im Einzelhandel verfügbar ist, gehört das Set auf jeden Fall in meine Sammlung.

LEGO 75977: Junkrat & Roadhog

Was ist drin?

Okay, ich weiß nicht wie oft ich darüber schon im StoneWars.de Podcast gesprochen habe, aber fast immer, wenn ich über Overwatch rede, erwähne ich auch meinen Lieblingshelden Junkrat. Es gibt keinen Charakter, den ich lustiger finde und mit dem ich lieber spiele in Overwatch. Sein stets grummeliger Partner und Bodyguard Roadhog ist mir auch extrem ans Herz gewachsen. Daher hätte das Set nicht mal so großartig sein müssen, wie es jetzt aussieht, damit ich in blanke Euphorie gerate. Ich glaube, beide Figuren hätte man nicht besser umsetzen können, lediglich Junkrats Frisur ist ein klein wenig zu ordentlich. Überhaupt müsste Junkrat ein wenig verrußter aussehen. Wir haben hier ein wirklich tolles Display Set, das extrem viele Spielereferenzen enthält, das perfekt getroffene Motorrad von Roadhog und einen detaillierten Ständer. Das ist so viel besser als die reinen Kulissen der Sets LEGO 75971: Hanzo vs. Genji und LEGO 75972: Dorado Showdown.

Preisgestaltung

Auch wenn dieses Set ein unumstößliches Must-Have ist, sind 49,99 Euro für 380 Teile mit einer Minifigur mit seltenerem Beinteil und einer Big-Fig echt teuer. Vor allem, wenn man das Set mit den anderen aus dieser Reihe vergleicht, muss man wirklich schon so ein totaler Liebhaber der Figuren sein, um nicht auf ein wirklich gutes Angebot zu warten. Bedruckte Teile und Sticker sind hier schön gleichmäßig verteilt, was aber den Preis auch nicht in ein besseres Licht rückt. Die UVP dieses Sets ist in meinen Augen eindeutig mindestens 10 oder sogar 15,- Euro zu hoch angesetzt.


Besondere LEGO Overwatch Sets

LEGO Overwatch: Ganymede

LEGO Ganymede Polybag

Am 23. Januar 2019 veranstalteten die amerikanischen LEGO Brand Stores ein LEGO Store Overwatch Play Event. Das Event war lediglich Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren vorbehalten und sie mussten eine Aufgabe im Store absolvieren, um ihr kostenloses Ganymede Polybag zu erhalten. Das Set besteht aus 38 Teilen und kann von jedermann rebrickt werden.

LEGO Overwatch Ganymede

LEGO Overwatch Ganymede


Kontroversen

Darf LEGO Sets für einen Ego Shooter wie Overwatch machen?

Die einfache Antwort ist: ja! Auch wenn Overwatch auf dem deutschen Markt seltsamerweise eine Freigabe der USK erst ab 16 Jahren erhalten hat, ist das Spiel überall sonst auf der Welt einem deutlich jüngeren Publikum zugänglich. Außerdem handelt es sich bei der Freigabe der USK nur um eine Richtlinie für den Verkauf. Wer seinem Kind diesen Ego-Shooter auch in einem jüngeren Alter zutraut, darf als Erziehungsberechtigter seinem Kind den Zugang zu dem Spiel problemlos ermöglichen.

Zudem hat Overwatch keinerlei Opfer im Spiel zu beklagen. Wessen Lebenspunkte aufgebraucht sind, kann nach wenigen Sekunden Wartezeit direkt wieder mit derselben oder einem anderen Helden sofort wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Das Spiel ist selbst im größten Tumult immer einfach nur bunt und farbenfroh und keinesfalls gewalttätig in der Darstellung. Auch die Helden sind eher niedlich. Selbst der gesichts- und namenlose Reaper ist so überzeichnet, dass ich mir nicht mal bei dem vorstellen kann, dass ältere Kinder von dem Angst haben könnten.

Es gibt in der LEGO Historie zahlreiche Beispiele für Sets, die einen deutlich höheren Grad an Schusswaffen und Gewalt dargestellt haben. In jedem Indiana Jones Set waren von 2008 bis 2009 leichter erkennbare Waffen enthalten, als in den meisten Overwatch Sets. Im Set LEGO 7781 The Batmobile: Two-Face’s Escape von 2006 mit der Altersempfehlung 8 bis 12 Jahren wird mit Waffen geschossen. Selbst in der ersten Minifiguren-Sammelserie 8683 von 2010 ist bereits ein Cowboy mit zwei Pistolen dabei gewesen und für Kinder ab 5 Jahren gedacht. Serien wie Exo-Force, Star Wars oder die heißbeliebten Piraten von LEGO sind nie ohne Schusswaffen ausgekommen. Und das nicht mal als Junior Sets wie z. B. in LEGO 10679 Pirate Treasure Hunt.

LEGO 7781 The Batmobile: Two-Face's Escape Box Art
LEGO 7781 The Batmobile: Two-Face’s Escape im Schusswechsel

Und hier nenne ich nur Beispiele, die Schusswaffen enthalten. Schwerter, Speere, Lanzen, Armbrüste oder der bekannte Bogen haben es schon deutlich früher in die Auseinandersetzungen von LEGO Figuren geschafft. Selbst die klassischen Spaceman mussten mit einem umgedrehten Megaphon und einem transparenten, runden Stud aufrüsten. Und selbst als Spielzeug für die Kinder gab es neben Schwertern, Wurfsternen, Äxten von Nexoknights oder Ninjago auch Bionicle Blaster und Shooter in Kindergröße mit denen Bälle oder Pfeile verschossen werden konnten.

Man kann einfach nicht die Behauptung aufstellen, LEGO sei immer schon ein ausschließlich friedliches Universum. Natürlich gab und gibt es nach wie vor Aussagen seitens verschiedenen Mitarbeitern von LEGO, die ein solches Bild vermitteln. Auch die Regeln für Entwürfe bei Ideas untermauern den friedlichen Ansatz seitens LEGO. Aber LEGO nimmt sich selbst immer wieder Freiheiten besondere Ausnahmen oder eigene Regeln zu setzen. Und Sets zu einem Ego Shooter zu machen, gehört einfach dazu und ist absolut legitim.

LEGO Overwatch Sets nicht mehr im Einzelhandel?

Zunächst hatten wir die ungenaue Information, LEGO sei dabei, die LEGO Overwatch Sets aus dem freien Handel zurück zu holen. Das wäre eigentlich ein Zeichen dafür, dass ein Verkauf nicht besonders gut läuft. Jedoch handelt es lediglich um einen sechswöchigen Lieferstop. Der Einzelhandel setzt scheinbar teilweise nicht genug der Sets für die Lieferintervalle ab. Das gilt jedoch auch nicht für alle Händler, manche können zum jetzigen Zeitpunkt beispielsweise Artikel nicht ordern, obwohl sie zeitweise ausverkauft sind. Hier bleibt die weitere Entwicklung.

Mehr LEGO Overwatch 2020?

Gleich acht Setnummern für das Jahr 2020 sind in den Händlerlistings zu finden. Von 75978 bis 75985 reichen die Setnummern, die sich somit direkt an die bisher bekannten Setnummern anschließen und fast bis zum exklusiven Omnic-Bastion von Blizzard erstrecken. Aufgrund des vorherigen Punkts ist aber nicht sicher, ob diese Produktplanung auch tatsächlich umgesetzt wird. Selbst angekündigte Serien wurden mitunter nicht fortgeführt, wenn LEGO Festellen musste, dass die Absatzzahlen nicht wie erwartet erfüllt wurden.


Fazit

Kritikpunkte

  • Preise: Als eingefleischter Overwatch-Fan gibt es leider einige Kritikpunkte für mich an der Serie von LEGO. Hierbei ist die Preispolitik für mich das größte Manko. Dazu kommen bei ein paar Sets die für mich überflüssigen Kulissen zum Tragen, obwohl sie optisch hervorragend an die Vorlagen im Spiel angelehnt sind. Eine echte Enttäuschung ist Mercys Kopf mit der schlechten Bedruckung ausgerechnet im teuersten Set.
  • Dark Ages: Außerdem denke ich, dass der Großteil der Overwatch Fans einfach aktuell auch nicht LEGO auf der Agenda haben. Sie werden vorrangig mitten in ihren Dark Ages sein. Außerdem bin ich überzeugt davon, dass jedem Overwatch-Spieler nur die Helden wichtig sind. Und dabei auch nicht alle. Niemand beherrscht die bald 31 Helden gleichermaßen und hat deswegen für alle dieselbe Sympathie.
  • Konkurrenz: Und zu guter Letzt ist die Konkurrenz schon viel zu lange auf dem Markt und deshalb absolut etabliert. Es gibt Figuren der Helden in sämtlichen Größen und Ausprägungen, von absolut detaillierten Reproduktionen bis hin zu putzigen Comic-Stilrichtungen. Einzelne Skulpturen werden für bis zu 450,- Euro verkauft, allein im Blizzard Gear Store gibt es fünf verschiedene Hersteller, die Figuren ab 10,- Euro im Angebot haben. Schlüssel- oder Rucksack-Anhänger einzelner Charaktere gibt es bereits ab 6,- Euro. Wer andere Plattformen nutzt, bekommt seine Lieblingshelden auch in Hülle und Fülle noch günstiger oder von weiteren Herstellern.

Was hätte LEGO besser machen können?

LEGO hatte mal eine kleine unbedeutende Serie von zwei oder drei Sets auf den Markt gebracht, die sich BrickHeadz nannten. Hier hatte man eine lustige und günstige Alternative zu Pop Figuren. Zwar hat LEGO hier meiner Ansicht nach schon zu Beginn den Fehler gemacht, große Figuren nicht als Big Figs wie bei der Konkurrenz anzubieten. Dann wurde der Markt massenhaft mit Figuren unterschiedlichster Themen überschwemmt. Schließlich wurden Serien unterbrochen und bedruckte Schilder eingespart und schließlich wurde das gesamte Thema unheimlich schlagartig ausgedünnt.

Overwatch BrickHeadz

Entgegen ursprünglicher Gerüchte gibt es die BrickHeadz nach wie vor und es kommen zu unterschiedlichen Gelegenheiten neue Figuren raus. Allerdings gibt es aktuell keine Lizenzthemen, die bedient werden. Und die BrickHeadz wären wirklich ideal für die Helden von Overwatch gewesen. Eine kleine Serie von sechs bis acht Helden hätten definitiv gereicht um mal auszuspähen, wie die Serie bei den Leuten ankommt. Als Einschränkung ist natürlich durchaus denkbar, dass solche Lizenzen durch bereits vorhandene Verträge nicht für Einzelfiguren möglich sind.


Während der Preis des exklusiven LEGO Omnic-Bastions bei Blizzard rasant fällt, was mich persönlich mittlerweile wirklich ärgert, scheinen viele Einzelhändler auch nicht die gewünschten Verkäufe generieren zu können. Und selbst ich als AFOL, der Overwatch liebt und der bereits drei Sets von LEGO besitzt und definitiv noch mindestens eines kaufen wird, bin einfach nicht wirklich glücklich mit der Serie.

Was denkt ihr? Seid ihr sowohl Fans von LEGO als auch von Overwatch? Was haltet ihr von den bisherigen LEGO Overwatch Sets? Welche Sets findet ihr richtig gut? Habt ihr andere Kritikpunkte oder findet ihr alles wirklich super bei LEGO Overwatch?

Über Ryk Thiem 106 Artikel
Aloha. Mein Name ist Ryk Thiem. Geek. Methusalem. Spielkind. Catlover. AFOL. Instagramposter. Gelegenheitsblogger. Unzuverlässiger Podcaster. Teilzeit-YouTuber.

25 Kommentare

  1. Mich persönlich spricht die komplette Linie gar nicht an. Ich spiele das Spiel nicht, habe also auch gar keine Ahnung ob die Sets nah an der Vorlage sind oder die Figuren toll sind. Aus meiner Afol Sicht sind ein zwei Sets ganz nett (Watchpoint Gibraltar, Dorado Showdown), aber selbst mit größeren Rabatten kommt bei mir nicht der „jetzt-kaufen-Impuls“. Ich glaube die Serie floppt, genau aus deinem erstgenannten Grund, keine vernünftig große Zielgruppe.

  2. Schöner Artikel. Ich, als Nicht-Fan, denke dennoch, dass eine Zielgruppe vorhanden ist, aber nicht in dem Maße, wie Lego Sets produziert. Da selbst Fans wohl überwiegend bestimmte Charaktere suchen, wäre eine Minifiguren-Serie wohl die bessere Idee gewesen. Oder mal etwas kreatives, wie eine Heftreihe, bei der sich jede Ausgabe einer Figur widmet, Tipps- und Tricks für die Gamer aufzeigt und eben die jeweilige Minifigur. Knall 5,99€ drauf, dann verkauft sich das Ding.

    • Ich finde Overwatch völlig unspannend. Eine kleine Zielgruppe zu bedienen finde ich aber prinzipiell toll.
      Grandios wäre es tatsächlich, wenn es jedes Jahr eine bestimmte Kleinserie gäbe die mit cs. 5 Sets bestückt werden.
      Läuft eine Serie außergewöhlich gut, kann man weiter machen, sonst nicht.
      Komisch finde ich aber, dass immer direkt schon die Nachfolger konstruiert sind, ohne zu wissen ob ein Thema überhaupt den Nerv der Leute trifft.
      Und dann kommen stückenweise die Flops hinterher…

  3. Ich habe noch nie Overwatch gespielt, fand aber einige Sets doch recht ansprechend. Was ich nicht verstehen kann ist, dass die Sets erst im Juni, zeitgleich mit der Konkurrenz Reihe City Space, in den regulären Handel kamen. Aber das hatte bestimmt mit dem gefloppten Lego Movie zu tun. Hoffentlich geht TLG hier nicht den gleichen Weg wie bei den Ultra Agents Sets und veröffentlicht die 2020 Welle nur in den USA.

  4. Also ich bin durch Lego Overwatch wieder zu Lego gekommen. Habe Legos seit 15 Jahre nicht mehr in den Fingern. Leider Merke ich aber auch, dass ich gar nicht so viel Platz habe für Leog zuhause 🙁 Wie macht ihr das? Habt ihr die meisten Sets einfach in Kisten und baut die manchmal auf?

    • Nur das kaufen, was man 100%ig mag und behalten will. Ansonsten kann es schnell in Messi Verhältnisse enden, da Lego einfach zuviel gutes Zeug rausbringt ; )

    • Ich bin kein Sammler und auch kein Investor, habe aber unheimlich viel Spaß am Bauen. Wenn ein Set mir gefällt und ich es zu einem guten Preis bekommen kann, kaufe ich es. Das Platzproblem löse ich dann dadurch, dass ich Sets, an denen ich mich „satt gesehen“ habe, wieder verkaufe. Da LEGO unfassbar wertstabil ist, mache ich dabei kaum Verlust. Zudem refinanziere ich mir so neue Sets. Sets, die mir besonders gut gefallen, dürfen dann entsprechend länger bleiben. Von einigen werde ich mich auch vielleicht nie trennen. So oder so nimmt der Bauspaß dadurch nie ein Ende und der finanzielle Aufwand bleibt damit im Rahmen.

      Für die, denen es rein um den Bauspaß geht, kann ich übrigens auch bauduu.de empfehlen. Hier leiht man Sets für eine geringe Gebühr.

      • Oh die Seite bietet ein cooles konzept. Leider wohn ich in der Schweiz. Ich baue grundsätzlich sehr gerne auf aber hab nicht den Platz dies dann alles auszustellen. Was mir aber auch nicht wichtig ist. Deswegen gehen meine Gedanken aktuell in Richtung entweder ich verkaufe das Zeugs oder ich baue es auseinander und lagere es irgendwo im Keller um es dann irgendwann wieder aufzubauen. Denn vorallem geht es mir am Ende halt wirklich eher ums aufbauen und es dann ein paar Tage anschauen.

  5. Overwatch ist an mir sowas von vorbei gegeangen, sodas ich mit dem Game überhaupt nichts anfangen kann. Hab mir letztens die Sets im Kaufhof angesehen und wollte mal eines kaufen, aber da ist mir einfach zu wenig drin um da mein Geld für zu lassen, auch optisch finde ich daran wenig gefallen.
    Die beiden neueren Sets sind mir da schon ansprechender, sodas ich da bei passendendem Preis, schon zuschlagen würde.
    Ich denke Overwatch hat schon Potenzial, es muß bloß ordentlich vermarktet werden.

  6. Aloha, Ryk,
    first things first:
    ich bin kein Gamer, zu 95% nie gewesen, und wenn ich auch zu den erschreckend wenigen Menschen gehöre, die alle 10 Finger in korrekter Position auf Computer-Tastaturen benutzen (blind), so hat sich meine Finger-Hirn-Kommunikation als zu langsam erwiesen, um überhaupt den Anforderungen der ersten Playstation gerecht zu werden (z.B. Lara Croft). Über den SEGA Megadrive bin ich also nie hinausgekommen. Dass ich in jeglicher Hinsicht kein Gamer bin, zeigt auch, dass ich mir in seltenen nostalgischen Momenten alte Megadrive-Spiele lieber auf Youtube anschaue, als sie nochmals selbst zu spielen. Nicht zuletzt gefiel mir auch der Comicheft-Style der Megadrive-Spiele besser, als die darauf folgenden 3D-Spiele-Graphiken. Einzige bisherige Ausnahme: Sofern es zeitlich bisher machbar war, habe ich mir auch schon mal über 13 Stunden Uncharted 4 auf Youtube reingezogen – ich lasse lieber ‚gamen‘, was ein Luxus 😉
    Nun zu LEGO im Allgemeinen: meine Dark Ages hatte ich gerade hinter mir gelassen, als LEGO selbst mitten hineinrasselte – 1999. Insofern bin ich 20 Jahre lang meist äußerst positiv überrascht worden, was LEGO seither kann. So erwachsen wie in den Dark Ages ist man danach nie mehr, und nachdem sich mein Spieltrieb als ungewöhnlich zäh erwiesen hatte, entschied ich mich des hohen Individualisierungsgrades der Minifiguren wegen für LEGO, naheliegend für den Themenbereich CITY. Viel mehr Auswahl gab es nicht und der LEGO-Retter STAR WARS interessiert mich nach wie vor nur am Rande. Um eine lange Geschichte etwas kürzer zu fassen: mit der Zeit bekam ich wie viele andere Platzprobleme. Auch finde ich reine Modellanlagen auf Dauer langweilig. Zum permanenten, werterhaltenden Staubwischen bin ich nicht engagiert genug – UND noch immer hat der Dark Ager in mir Macht: soll heißen, ich will Zuhause nicht ständig LEGO um mich haben, auch keine noch so großartig umgesetzten ‚Vitrinenmodelle‘. Viele Themenbereich habe ich kommen und gehen sehen… Weshalb mich irgendwann der NINJAGO-Virus packte, lag daran, dass sich einerseits das Thema als sehr entwicklungsfähig erwiesen hat, ebenso als unabsehbar langlebig, andererseits als erfrischend albern (dafür unabdingbar, dass man die TV-Serie kennt!) und nicht zuletzt als kombinierbar im Sinne von upgrade-bar, um das Thema auf erwachsenere Ansprüche zu liften.
    LEGO-OVERWATCH im Speziellen: der Schrein in 75971, Hanzo vs. Genji, kann NINJAGO-Ecken ungemein aufwerten. Die nur in diesem Set enthaltenen limettengrünen Katana-Schwerter dekorieren Ninjas mit limettengrünen Farbanteilen in den Bodyparts stilgerecht. 75972, Dorado Showdown, hatte ich mir gerade der Fassade wegen gekauft. Bei Platzproblemen erweist es sich in einer CITY-Welt als ungemein praktisch, sich auf das Dichtdrängen von Fassaden zu beschränken. 75977, Junkrat & Roadhog: das Seitenwagen-Bike eignet sich (bestimmt) top, um es gegen eines der ‚kindgerechten‘ Motorräder der NINJAGO-Sets zu tauschen…
    Darüber hinaus: zwar kein OVERWATCH, aber im oben genannten Sinne wurde Darth Vader’s Castle als Garmadons Vulkan von mir zweckentfremdet…
    So, als generelles Statement muss das erst mal reichen 😉
    Beste Grüße

  7. Ich denke sie haben den Markt überschätzt. Ein erfolgreiches Computerspiel macht noch lange kein erfolgreiches Lego-Thema – dafür sind die Hauptzielgruppen hier zu unterschiedlich. Wie du richtig sagst, sind die meisten Overwatch-Fans vermutlich gerade in den Dark Ages und finden Lego uninteressant oder Kinderkram. Wenn die überhaupt analoges Spielzeug kaufen, dann sicherlich Actionfiguren von spezialisierten Kultherstellern oder Sportgerät.
    Die Serie wird in der Summe vermutlich als Flop auslaufen und wenn der aktuelle Trend sich fortsetzt, wird es in 5-8 Jahren, wenn die Overwatcher aus den Dark Ages auftauchen, vereinzeltes aber lautes Gemecker geben, dass die Lego-Füchse diese tolle Serie eingestampft haben.

  8. Lieber Ryk, ich habe von Overwatch nicht die geringste Ahnung, verstehe aber deine ambivalente Haltung dazu. Immer wenn LEGO ein Lizenzthema aufgreift, das mich begeistert, denke ich mir: „Hoffentlich wird das gut!“ So zuletzt beim großen Jurassic Park-Set. Wie cool wäre ein Park im Microscale-Format ähnlich dem Hogwarts-Set gewesen? Das Tor mit dem T-Rex hat mich dann irgendwie nicht abgeholt, obwohl ich es doch mögen will. Ein anderes Beispiel ist der DB5. Was für ein cooles Lizenzthema! Trotzdem habe ich mir das Set nicht gekauft. LEGO schafft es immer wieder, die Erwartungen zu steigern. Oft werden sie bei mir auch erfüllt. Manchmal aber eben auch nicht.

  9. Wie an anderer Stelle schon mal gesagt, ich habe wissentlich noch nie Bewegtbilder dieses Spieles gesehen und interessiere mich auch grundsätzlich nicht für den akutell Trendy Arena Shooter krams.
    Bei Lego Overwatch ist für mich das Problem, dass mich diese Sets überhaupt nicht ansprechen. Für mich ist nichts dabei, was mir trotz Vorlagenunkenntnis gefällt. Ist zb beim Stranger Things Haus anders – kenne die Serie auch nicht, aber das Modell sieht einfach schweinegut aus.

    Wenn ich ausnahmsweise mal mich als Maßstab nehme, dann fallen also die Käufer ohne Vorkenntnis raus. Also müssen die Overwatch Fans ran – nur, sind diese dann auch Legoaffin? Oder sind sie nicht gerade jetzt dem Legoalter „endlich“ entwachsen? Glaube, dass hier der Denkfehler liegt. Lego ist entweder für Kinder oder für ERwachsene, aber eher weniger für den „halbstarken“ Bereich, denen das Verlassen der Kindlichkeit erstmal am Wichtigsten ist.

  10. Generelles Problem scheint mir zu sein, dass LEGo einfach eine deutlich zu lange Time to Market hat. Erfahrungsgemäss dauert der Hype Zyklus bei Videospielen 12-18 Monate. Wenn man 6 Monate braucht sich zu entscheiden und dann noch ca 12+ Monate um das Produkt auf den Markt zu bringen ist man, wie in diesem Fall einfach zu spät dran.

    Wenn ich in diesem Feld mitspielen will muss man sich eben auch entschliessen, schneller und leichtgewichtiger zu arbeiten.

    • Das ist ein guter Punkt. Sieht man auch bei anderen Reihen (Frozen z.B.). Lego versucht natürlich auch, selbst Hype zu generieren (Ninjago, Lego Movie), aber das klappt eben auch nur manchmal.
      Darüber hinaus fehlt dann die Weitsicht, einzuschätzen, wann etwas ein Hype ist, den man schnell aber kurz bedient, und wann es das Potential hat, ein Dauerbrenner zu sein. Ich denke man hätte Harry Potter auch schon vor Jahren über den originalen Filmhype hinaus verkaufen können. Hätten ja nicht 20 Sets im Jahr sein müssen.

  11. Puuuuh~ Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll.

    Man erkennt an den Kommentaren, das die Schnittmenge von Overwatchspieler und Afol sehr sehr dünn ist – ich glaube bislang sind nur Ryk und ICH hier Spieler UND Lego Fans, was im Grunde bereits das Problem deutlich etabliert ABER …

    Grundsätzlich kein Totschlagsargument gegen Lego Overwatch sein muss, denn und nun kommen wir zu einem Punkt der oben schon einmal aufgegriffen wurde – wir Erwachsene halten Lego gerne Themen getrennt aber das muss nicht sein, man kann das was man hat mit anderen Themen ideal vermischen und gerade Overwatch bietet da großes Potential, auch wenn Kinder das Spiel nicht kennen und ich mag fast behaupten, würde nicht „Overwatch“ auf der Packung stehen, dann würden sie besser laufen.
    Die Sets kann man wunderbar in einer Superhelden Szenerie einbauen, oder bei Ninjago – wir haben Helden und Bösewichte, wir haben MECHS und all den Kram, den wir aus all den Marvel und DC Sets bereits kennen und oft sehr gemocht wird ABER ….

    Ich glaube die Händler haben keine Ahnung was sie mit Overwatch machen sollen, wie und wo sie es in ihrer Regalen einbauen sollen, wo es hingehört und wie sie es verkaufsfördernd anpreisen, damit die richtige Verbindung zu anderen Themenwelten und somit Kaufanreiz generiert werden kann und da hat auch LEGO selbst in meinen Augen total versagt, da die gesamte Overwatch Serie imo von Anfang an stiefmütterlich beworben und angepriesen wurde – es schlich sich in den Markt und nun wieder raus aber da hat Blizzard auch mit beigesteuert, indem sie nicht viel beigesteuert haben – als Spieler sehe ich täglich den Battle.net Browser Bildschirm auf dem Blizzard all ihre Spiele gelistet hat und hab ich je Lego Overwatch groß beworben gesehen ? NOPE !

    Ich habe nur von Lego Overwatch erfahren, weil ich bereits Afol BIN und auf den entsprechenden Seiten vorbeischaue, aber wie soll ich als reiner Blizzard Gamer Afol werden, wenn ich die Produkte nicht mit dem Holzhammer über den Browserbildschirm ins Gesicht gepfeffert bekomme ?

    Hier haben Lego und Blizzard komplett an den Markt vorbei gearbeitet und scheinbar auch nicht intensiv genug MITEINANDER und eigentlich sind wir solche Dinge zumindest von Blizzard nicht gewohnt , sicher ….die Sets waren mal auf der Blizz Con (glaube ich) ausgestellt und es gab das EINE Video mit Jeff (Chef von Overwatch) und der Tracer Figur aber dannach ist die komplette Thematik in ein schwarzes Loch abgesoffen – Schaaaadeee~

    So, nun aber zum Artikel selbst.

    Ich muss sagen, du (Ryk) gehst mir teilweise zu wenig auf die Sets, bzw. Set Details selbst ein, als zu viel auf das SPIEL und deinen Vorlieben und bzw. Spielinhalten und Historie und gerätst bischen ins „nerd-schwafeln“ (nicht böse gemeint) aber kommst dann zu dem Punkt, bei dem du sagst, das der „Schimada-Scherge“ im Hanamura nicht vorkommt, bzw. im Filmchen von OW zu Genji und Hanzo nicht vorkommt obwohl gerade DIE Figur dort für den tollsten Slapstick Moment sorgt, als diese Wache mit dem Handy Alarm schlagen will, Hanzo ihm das Telefon zerschiesst und er panisch und ängstlich dann gegen die riesige Glocke knallt und sich selbst ausknockt – sogesehen ist diese Figur eines der größten Fan-Service und Easteregg Sachen die Lego in der kompletten Lego Overwatch Serie verbaut hat und zeigt eindeutig EINES ….

    Die Lego Designer haben sich wirklich mit Overwatch beschäftigt und Details hineingebracht die grandios sind, nicht nur den Schimad-Scherge, sondern gerade auch die Kulissen die sie aufbauen – bei 95% aller Superhelden Sets sind die Kulissen und co, die fragmentarisch zu irgendwelchen Fahrzeugen hinzugestellt werden überflüssig wie ein drittes Bein – bei Overwatch aber zeigt sich gerade in ihnen die Detailverliebtheit und „Korrektheit“ die Lego an den Tag legt, der Schimada-Schrein ist das Kernstück des OW Filmchens um Hanzo und Genji und MUSSTE dabei sein, ohne wäre das Set komplett bedeutungslos. Dorado – die Kulisse der Durchfahrt ist eine der Knackpunkte und Nadelöhre auf der Map und ikonisch umgesetzt, gerade auch wegen den Stickern, die Lego verbaut hat und unter anderem „Sprays“ darstellen, die Spieler im Spiel tatsächlich überall hinsprühen können – zudem kann man schöne Szenerien nachstellen mit den Kulissen, ich mag sie sehr und gerade Checkpoint:Gibraltar ist voll mit tollen Teilen und Baulösungen – das Shuttle ist riesig, im Hangarraum kann man eine ARMEE an Figuren hineinbauen und die Abschussrampe ist toll gebaut, mit Rollercoasterschienen die der Rampe einen gewissen „Realismus“ verleit – hier ist allgemein doof, das das Set mit dem City Space rauskam und die Käufer somit eher zu den City Raketen greifen, obgleich das OW Set mit dem Shuttle eine wunderbare Ergänzung darstellen würde und grandios zum spielen ist, weil viele tolle Features eingebaut wurden (Man kann das Shutle in zwei Sektionen teilen, man hat eine verborgene Waffe an Bord und hab ich den riesigen Platz im Hangar erwähnt?)

    Mich stört nicht viel an den Sets, die Preise blende ich aus, weil …wir sind es mittlerweile gewohnt, gerade über Star Wars, das Lego teuer ist, das ist schon normal geworden aber es gibt ein paar Kleinigkeiten :

    Ich liebe den D.va Mech, der ist grandios umgesetzt, aber D.va selbst ins Cockpit zu fummeln ohne das es blöd aussieht ist – määh (aber so wie es gemacht wurde bei dem Minifig-Scale ist es dennoch das beste das ging)
    Schlimmer ist da leider Rheinhardt, dessen Rüstung viel zu groß ist, was grundlegend kein Problem ist aber die Figur ist kaum „beweglich“ oder artikulierbar und der Hammer mit dem dünnen Stil ein Graus – da verstehe ich wenn jeder Overwatch Fan da lieber zu anderen Merch-Figuren greift als sich den Lego Klotz hinzustellen 🙁

    Das Bastion viel zu groß geraten ist, ist eigentlich seine Rettung, denn gerade in dieser riesigen Form konnten sie die Verwandlungsoption wunderbar einbauen und machen den Roboter auch für den Nicht-OW Spieler zu einem Hingucker und für den Fan ist gerade DAS Set ein „Must-Have“ erster Güte – übrigens, sein Scale passt perfekt zur Größe der Star Wars Buildable Figures -> Wer also noch ein Gatling-Standgeschütz für seine Buildable Trooper braucht kann bei Bastionn fündig werden ^^

    Ja der größte Wermutstropfen und Ärgernis innerhalb der Set „Fails“ ist und bleibt leider Mercys Gesichtsprint – ein Problem das sie bereits bei Ninjago hatten und zwar bei Llodys Mutter Misako, die auch ein Gesicht auf schwarzen Kopfteil hatte aber wo Lego das Problem wohl irgendwann gelöst hatte aber wohl nur temporär, da die zu schwachen Prints nun wieder vermehrt auftauchen, nicht nur bei Mercy, sondern auch beim aktuellen Batman oder Körperprints z.b. bei Hanzo wo die Hautfarbenen Töne einfach nicht stark genug sind – hier könnte man fast skandalös spekulieren ob Lego bei der Farbe einspart und somit an der Qualität nachläßt ? :O Die Frage ob Mercy überhaupt einen schwarzen Kopf benötigt hätte ist leider eine Frage „Braucht es orignallgetreue Details ?“ -grundlegend JA und dann muss man das schwarze Halsteil an ihrer Rüstung leider mit berücksichtigen – etwas das Lego so aber nicht printen kann, also haben sie nur die Lösung die sie haben – Gesicht auf schwarzen Kopf …..blööööd aber es ist ein leichtes den Kopf einfach auszuwechseln, wenn man einen fleischfarbenen Frauenkopf aus der Star Wars, Superhelden oder Jurasic World Linie übrig hat sogesehen ist das dann auch nicht sooo das Problem – auch wenn zu schwache Prints auf Figuren leider ein dauerhaftes Ärgernis darstellen und Lego dort unbedingt nachbessern muss !

    So genug geschrieben …..ich wollte heute noch tapezieren >.<

  12. Ahoi zusammen,
    ich denke das dieses Thema zeigt wie LEGO versucht allen gerecht zu werden. D.Va, Reinhardt und Bastion sind tolle Displaysets. Wreckingball und Junkrat/Roadhog werden es auch sein. Watchpoint und Tracer/Widowmaker lassen sich zum spielen kombinieren. Dorado-Showdown soll „irgendwas“ ergänzen und Hanzo/Genji ist gut gemeint und schlecht gemacht.

    Wer außer LEGO kann einen glaubwürdigen Bastion inklusive Aufklärer- und Geschützmodus entwickeln? Ich finde das Modell großartig umgesetzt.

    Doch es fehlt die einheitliche Linie. Warum wurden nicht alle Sets als Displaymodell umgesetzt? Bastion, Wreckingball und Junkrat/Roadhog zeigen doch wie es geht. Eine D.Va mit 100 Teilen mehr. Ein Reinhardt vielleicht als Buildable Figure mit entsprechender Rüstung, Raketenhammer und Schild mit blauen, transparenten Steinen.

    Auf der einen Seite wirbt LEGO mit den Sets auf hippen Lifestyle-Bildern als Displaymodell und baut dann ein Raumschiff mit Abschussbasis, welches man ähnlich in der City-NASA-Reihe wiederfindet.

    Es sieht halt so aus als wissen sie nicht was sie wollen, oder als wollen sie alles. Aus meiner Sicht wirkt das unvollständig. Vielleicht ist das wirtschaftlich notwendig. Erfolgreichere Sets „tragen“ die weniger erfolgreichen und im Mix ist das Thema für LEGO vielleicht ein Erfolg. Das braucht halt viele Kompromisse.

    Ich persönlich wäre auch mit weniger Kompromissen klar gekommen.

    Viele Grüße,
    Feinstein

  13. Ihr Vorredner hab alle irgendwie recht! Ich bin definitiv kein Gamer (besitze als höchstes Gut der, online, Gefühle ein Tablet), aber interessiere mich für Lego. Darum finde ich die Minifiguren von Overwatch cool, tolle Teile Lieferanten für eigene MOC Action Figuren und die Kulissen lassen sich, ohne Probleme, für den Eigenbedarf umgestalten (ist fantasievolles Spiel nicht mal eine Hauptpremisse von Lego gewesen?!)! Nun zum oftmals angesprochenen Platzmangel, ja der ist wirklich ein Problem, viele tolle und gewünschte Sets, bleiben deshalb außenvor! Da muss man abwägen und dann stellt sich die Frage was möchte ich unbedingt? Daß ist der Knackpunkt, wenn ein tolles Expert Set oder ein Overwatch Set zur Wahl stehen, würde Overwatch verlieren! Es gibt zuviele Interessente Sets!!

  14. Warum gibt es eigentlich keine Lego-Erweiterung von Overwatch? Ähnlich wie bei Forza.
    Das würde die Sets in einen ganz anderen Blickwinkel rücken.

  15. Die Figur von Roadhog ist ein absolutes muss, selbst wer nichts mit overwatch zu tun hat braucht diese krasse Figur! Der kommt auf jeeeeden Fall auf den gemütlichen Kaffe ins Pariser Restaurant vorbei!

    Darth Vader und Reinhard (wie das Set in einem Onlineshop gelistet war) hat mir ein paar zu viele Sticker, ist aber genau die richtige Richtung für das Thema.

    Und zu guter letzt gehören da Codes für exclusive Skins und\oder Emotes rein! Wenn man Videospiel machen will dann richtig. Ka wie man das mit Blizzard ausgehandelt hätt aber ich bin sicher beide Firmen hätten davon profitiert.

    Danke für den tollen Artikel!

  16. Ich bin auch LEGO FAN UND ich mag ebenfalls Overwatch.
    Allerdings finde ich nur die wenigsten Sets gut. Auch mit den beiden neuen Sets kann ich nichts anfangen.
    Es sieht so aus als wollte man eine Konkurrenz zu dem USA Pondon von MegaConstrux (die die HALO Serie haben) werden. Doch das scheint nicht so funktioniert zu haben.

    Da die Sets auch aus dem Einzelhandel verschwinden werden nach kurzer Zeit und es „nur“ 2 neue Sets gibt mit der nächsten Welle zeigt auf, dass es wohl nicht so gut läuft mit dieser Geschichte.
    Schade.
    Dabei hat es doch Potenzial!

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