LEGO Ideas: Ist eine Reform notwendig?

Die erste LEGO Ideas Review Phase 2020 hat einen neuen Rekord aufgestellt. Noch nie zuvor schafften es so viele Projekte die magische Grenze von 10.000 Unterstützern zu erreichen. Ich stelle mir deshalb in diesem Artikel die Frage, ob für Ideas eine Regeländerung sinnvoll wäre und welche Änderungen möglich sein könnten.

LEGO Ideas ist eine Ideenschmiede von Fans für Fans. LEGO nutzt diesen Weg gerne, um besser auf die Trends der weltweiten Community eingehen zu können und abseits des etablierten Produktsortiments auch ein bisschen zu experimentieren. Lange Zeit war ein Ideas-Entwurf, der den notwendigen Support von 10.000 Stimmen erhielt, etwas besonderes. Doch seit Anfang 2020 nimmt die Schlagzahl fast schon inflationär zu, denn für das erste Review 2020 sind sage und schreibe 26 Projekte qualifiziert.

Deshalb möchte ich mich mit euch ein bisschen auf Ursachenforschung begeben, einen Blick auf die Ideas-Geschichte (vormals Cuusoo) werfen und dabei auch die bisherigen Regeln sowie deren Überarbeitungen betrachten. Im Anschluss daran versuche ich ein paar Lösungswege zu entwickeln, deren Umsetzungsmöglicheiten einzuschätzen und ziehe zum Schluss ein Fazit.

Aktuelle Entwicklung

Nutzerzahlen und Entwürfe

Ideas ist eine kreative Plattform der LEGO Gruppe, die sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit erfreut. Als die Website im Mai 2014 von „Cuusoo“ in „Ideas“ umbenannt wurde, zählte man fast 580.000 Nutzer. Es brauchte über fünf Jahre, nämlich bis Oktober 2019, um die magische Grenze von 1.000.000 Usern zu erreichen. Seitdem verzeichnet Ideas ein sehr starkes Wachstum, denn es sind schon wieder über 235.000 neue Fans hinzugekommen.

Durch die steigende Zahl der Ideas-Nutzer ist auch seit Anfang 2020 zu bemerken, dass immer mehr Ideen hochgeladen werden. Konnte man zum letzten Jahreswechsel seinen Favoriten aus etwa 1.800 Vorschlägen auswählen, stehen nun über 2.700 Entwürfe zur Wahl.

Diese Entwicklung ist meiner Meinung nach keine große Überraschung, denn immer wieder rückt LEGO die Ideas-Sparte ins Rampenlicht. Die spektakulärste Aktion gab es mit Sicherheit im Januar 2020, als die Fans über eines der kommenden LEGO Star Wars UCS Sets abstimmen konnten. Leider hat das Ideas-Team das Voting-Ergebnis nur in Form einer Reihenfolge veröffentlicht und keine Angaben über die Anzahl der Stimmen oder deren Verteilung gemacht. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass die Resonanz sehr groß war.

Abstimmung auf Ideas über eines der nächsten LEGO Star Wars UCS Sets

Lizenzthemen erhalten mehr Aufmerksamkeit

Von den gut 2.700 aktiven Entwürfen, die um die Unterstützung der Ideas User werben, gibt es ca. 1000 Einträge (37%), die ein Lizenzthema beinhalten. Oft handelt es sich um eine TV-Serie, ein Videospiel oder um einen Film. Diese Inhalte haben meist viele Fans, die auch in Foren oder speziellen Fanseiten aktiv sind. Dort wird natürlich eine neue Idee gerne geteilt und unterstützt. Um euch mal ein Beispiel dafür zu geben, wie umfangreich das sein kann, empfehle ich euch mal in die Updates von „The Legand of Zelda BotW: Hyrule Castle“ zu schauen. Dort hat sich der Fandesigner namentlich bei immerhin elf Adressen bedankt. Das ist natürlich völlig legitim und soll ja auch helfen den Entwurf voranzubringen.

Wenn man mal etwas genauer durch das Internet surft, wird man oft erstaunt feststellen, dass solche Aktionen absolut normal sind. Manchmal ist es auch sehr verwundernd, wer welches Projekt unterstützt. So hat zum Beispiel im letzten Jahr FOX News den Entwurf „Graceland – Home of Elvis“ versucht zu pushen. Die BBC Sendung TOP Gear machte auf ihrer Website für die Idee „BMW M1 (E26)“ aufmerksam.

LEGO Ideas Reform
TOP Gear unterstützt den Entwurf BMW M1

Es gibt also eine Vielzahl von Verweisen auch von sehr prominenter Seite zu den Ideas-Projekten. Darunter werden mit Sicherheit auch Fans sein, die bisher wenig oder gar nichts mit LEGO zu tun hatten und nur ihr Fanthema fördern möchten. Das könnte meiner Meinung nach ein Grund dafür sein, dass sich Ideas in letzter Zeit einer immer größeren Beliebtheit erfreut.

Lizenz vs. Lizenzfrei

Ein lizenzfreier Entwurf hat es da schon schwerer: Der Fandesigner kann nicht auf eine (große) bereits vorhandene Fanbasis hoffen, die bereitwillig nach passenden Produkten Ausschau hält. Der Rückhalt für das Projekt muss härter erarbeitet werden und das zeigt sich auch in der Ideas-Geschichte.

Dazu habe ich mir mal alle auffindbaren Einträge angeguckt, die es nicht in das Review geschafft haben. Mehr als 29.000 Ideen wurde bisher hochgeladen, davon ca. 10.750 (37%) mit den Hinweis auf „Contains Third Party IP“. Ihr seht also, dass das Verhältnis von lizenzfreien zu lizenztragenden Entwürfen über die Jahre nahezu gleich geblieben ist.

Interessant wird es, wenn man mal betrachtet, wie die Verteilung der Projekte aussieht, die es ins Review geschafft haben. Insgesamt lassen sich 144 Datensätze finden, die den Status „Not Approved“ haben. Das bedeutet, das Projekt hat es ins Review geschafft, ist aber abgelehnt worden. Dort sind stolze 75% oder 108 Einträge mit einem Lizenzthema dabei.

Ähnlich sieht es aus, wenn wir mal auswerten wieviel von den bisher realisierten Ideas-Sets eine Lizenz beinhalten: 19 von 30 der bisher erschienen Sets kommen mit einer Lizenz daher. Das sind fast zwei Drittel.

 IP-ContentGesamtAnteil in %
Gesamtentwürfe10.75029.00037%
Aktuelle Entwürfe1.0002.70037%
Ideas Review10814475%
LEGO Ideas Set193063%

Obwohl Lizenzthemen bezogen auf die Einreichung auf Ideas unterrepräsentiert sind, hat man eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit das Review zu erreichen und mit etwas Glück auch als LEGO Ideas Set im Regal zu landen. Die Fanbasis dürfte sowohl bei der Unterstützung hilfreich sein, aber auch die Entscheidung von LEGO positiv beeinflussen, wenn es darum geht, mögliche Absatzchancen zu ermitteln. Wie schon beschrieben, kommt noch eine positive Wechselwirkung zwischen Ideas und der Fanbasis hinzu. Beides erfährt dadurch zusätzliche Aufmerksamkeit.

Geschichte der Regeländerungen

Die heutige Ideas Plattform wurde bereits im Jahr 2008 unter den Namen „Cuusoo“ ins Leben gerufen. Bis Mai 2014 wurde der Ideenaustausch in Form einer Betaversion betrieben, um dann unter den jetzigen Namen „Ideas“ seinen vollwertigen Betrieb aufzunehmen. In der jetzt 12-jährigen Geschichte gab es schon einige Regeländerungen, die immer wieder auf die Veränderungen reagiert haben.

Am Anfang reichten 1.000 Stimmen

Leider war es mir nicht möglich, das vollständige Regelwerk zum Startzeitpunkt von „Cuusoo“ ausfindig zu machen. Das ist meiner Meinung aber auch nicht notwendig, denn hier reicht mir der LEGO Kommentar beim ersten offiziellen Ideas (bzw. Cuusoo)-Set „Shinkai6500“ als Information völlig aus. LEGO gratuliert nämlich am 01. Februar 2010 den Fandesigner zu 1.000 erreichten „Plegdes“ und nimmt das zum Anlass, den Entwurf zu reviewen. Gleiches gilt für das zweite Set der Reihe: Am 08. April 2011 freut sich LEGO, dass die Idee „Hayabusa“ ebenfalls 1.000 „Plegdes“ sammeln konnte und teilt mit, dass die Umsetzung in Billund geprüft werden würde.

LEGO Ideas Reform
Das erste Set aus der heutigen Ideas Reihe brauchte nur 1.000 Stimmen

Nur diese beiden Sets schafften es mit nur 1.000 Stimmen ein offizielles LEGO Sets zu werden. Da „Cuusoo“ exklusiv in Japan gestartet wurde, kamen die beiden Entwürfe auch nur dort auf den Markt. Das könnte auch die Begrenzung auf 1.000 Unterstützer erklären.

Neue Schwelle auf 10.000 festgelegt

Im Herbst 2011 wurde Cuusoo als Betaversion für das internationale Publikum geöffnet. Am 07. Dezember 2011 gelang es „Minecraft“ als ersten Entwurf nach der Öffnung ins Review zu kommen. Bemerkenswert ist, dass hierfür nicht mehr 1.000 Stimmen ausreichten, sondern LEGO im offiziellen Kommentarbereich zum Erreichen von 10.000 Unterstützern gratuliert. Das zeigt ganz klar, dass es offensichtlich mit der neuen internationalen Ausrichtung eine Regeländerung gab. Das Unterstützungslevel muss wohl angehoben worden sein.

Das Zeitlimit wird eingeführt

Gleichzeitig sieht es so aus, dass es zu diesem Zeitpunkt noch kein Zeitlimit für das Erreichen der Reviewschwelle gab. Die Laufzeiten der Beiträge waren teilweise deutlich länger als heute. Erst mit der Umbenennung von „Cuusoo“ zu „Ideas“ zum 01. Mai 2014 wurde ein Zeitlimit für alle Projekte eingeführt. Da einige Projekte extrem lange Laufzeiten aufwiesen, erschien das auch sinnvoll.

Projects that don’t reach 10,000 supporters within 365 days of being posted will automatically expire and no longer accept new supporters

Alle Projekte mussten nun innerhalb eines Jahres die Schwelle erreichen. Bereits bestehenden Projekten wurden die bisherige Unterstützung zwar angerechnet, doch auch für sie galt es nun innerhalb von 365 Tagen 10.000 Stimmen zu erhalten.

Existing projects from LEGO CUUSOO have until May 1st, 2015 to make this deadline

Ein recht prominenter Entwurf wäre dieser Regel beinahe zum Opfer gefallen. Wenige Tage vor dem 01. Mai 2015 schaffte es „Small YELLOW“ nach fast drei Jahren Laufzeit ganz knapp ins Review.

LEGO Ideas Reform
Small YELLOW schaffte es nur mit großer Mühe ins Review

Doch recht bald stellte sich heraus, dass das Zeitlimit zu restriktiv war, also änderte Ideas zum ersten Geburtstag im Mai 2015 die Bedingungen erneut und führte das auch heute noch gültige Meilensteinkonzept ein. Um den ersten Meilenstein von 1.000 Stimmen zu erlangen, wurde nun ein Jahr Zeit zugestanden. Danach gab es eine Zeitgutschrift von einem halben Jahr um die Marke von 5.000 zu knacken und eine letzte Zeitgutschrift von einem weiteren halben Jahr um 10.000 Fans von dem Entwurf zu überzeugen.

Die letzte Anpassung des Zeitlimits wurde im September 2016 eingeführt, denn Ideas bemerkte, dass die meisten Projekte kaum Beachtung fanden. Deshalb wurde noch ein zusätzlicher Meilenstein von 100 Stimmen eingeführt, der innerhalb von 60 Tagen erreicht werden muss. Nach Schätzungen des Ideas-Teams würden damit 58% der Projekte schon nach zwei Monaten wieder aussortiert und die Plattform deutlich entlastet.

Meilensteinkonzept seit Mai 2015 und die Neuerung ab Sep 2016

Teilelimit und Lizenzrestriktionen

Zeitgleich gab es noch ein weiteres Problem: Die Entwürfe wurden mit der Zeit immer größer und erreichten Teileanzahlen, die selbst im heutigen Sortiment rekordverdächtig wären. Der größte jemals hochgeladene Entwurf war der „Avengers Helicarrier“ mit schlappen 22.694 Teilen und hätte dreimal so viele Teile wie der LEGO Star Wars 75192 UCS Millennium Falcon gehabt. Zwar wurde durch mehrere Updates die Steinzahl deutlich zusammengestrichen, aber zum Zeitpunkt des Reviews waren immer noch 6.700 Bricks vorgesehen. Weitere Riesenmodellen, die es ins Review schafften, waren zum Beispiel das „Adams Family Mansion“ (7.200 Teile), der „UCS AT-AT“ (6.000 Teile) und das „Acclamator Class Assault Ship“ (4.000+ Teile).

Lego Ideas Reform
Der Avenger Helicarrier wäre doppelt so groß gewesen wie der LEGO Star Wars 75252 Imperial Stardestroyer

Gleichzeitig mit der zunehmenden Größe der Projekte kam es auch immer häufiger zu thematischen Überschneidungen mit dem LEGO Sortiment. Neben den schon erwähnten UCS AT-AT gab es weitere Star Wars Ideen im UCS-Format, aber auch Entwürfe zu anderen aktiven Lizenzthemen. LEGO reagierte auf diesen Trend: Im Juni 2016 wurde per Ideas-Blogpost ein Teilelimit von 3.000 Steinen und Restriktionen in Zusammenhang mit Lizenzen eingeführt.

Die Restriktionen wurden mit Ankündigung im April 2017 auf alle aktiven Lizenzen im LEGO Sortiment mit Wirkung zum Mai 2017 ausgeweitet. LEGO führt seitdem eine Liste mit Lizenzthemen, die für das Hochladen auf Ideas gesperrt sind.

Ihr seht also, dass es in der kurzen Geschichte von „Ideas“ schon einige Regeländerungen gab. Nun möchte ich einige Ideen vorstellen, wie Ideas reagieren könnte, wenn die Anzahl der Projektideen im Review nicht nachlässt.

Mögliche Reformideen

Verkürzte Laufzeiten

Ideas startete ursprünglich ja mal mit einer Frist von einem Jahr, daher könnte man diesen Gedanken wieder aufnehmen und mit den bisherigen Meilensteinkonzept kombinieren. Denkbar wäre zum Beispiel folgende Struktur:

  • 60 Tage für die ersten 100 Stimmen
  • weitere 182 Tage um 5.000 Stimmen zu erhalten und
  • nochmals 182 Tage um es ins Review mit 10.000 Stimmen zu schaffen.

Fragt sich nur was für Auswirkungen dann hat? – Nun, hätte diese Regel seit Start von Ideas gegolten, würde es acht offizielle Ideas-Sets nicht geben, da sie einfach zu langsam unterwegs waren. Die wunderbare 21309 Saturn IV, das 21319 Central Perk und die 21320 Dinosaurier wären nicht in die Regale gekommen. Gleiches gilt für die kommenden Ideas-Sets „Sesamstraße“ oder die mittelalterliche Schmiede.

Eine mögliche Laufzeitverkürzung hätte immerhin zehn Sets der ersten Reviewrunde 2020 aussortiert. Zu meiner Überraschung wären acht Lizenzideen von dem Zeitablauf betroffen gewesen.

LEGO Ideas Reform
Diese offiziellen Ideas-Sets hätte es mit dem ersten, strengen Ideas-Zeitlimit nicht ins Regal geschafft

Erhöhung der Schwelle und Verkürzung der Zeit

Eine weitere Idee, um die Flut im Review etwas einzudämmen, wäre die Review-Schwelle  auf 15.000 oder 20.000 hoch zu setzen. Das könnte eine sinnvolle Lösung sein, denn zum Start von Ideas wurde die Schwelle von 10.000 Stimmen bei etwa 580.000 Nutzern festgelegt. Da sich nun die Userzahl verdoppelt hat, könnte nun einfach die Messlatte entsprechend höher gelegt werden.

Die Konsequenzen dieser Entscheidung lassen sich meiner Meinung nach nur schwer einschätzen, aber einige „lahme Enten“, die es wirklich nur Tage vor Ablauf der Frist ins Review geschafft haben, hätten sehr wahrscheinlich die hochgesetzte Schwelle nicht mehr erreicht. Immerhin haben sich sieben Projekte im ersten Review 2020 schon mit 10.000 Stimmen schwer getan.

Ein Lösung könnte so aussehen:

  • 60 Tage für die ersten 100 Stimmen
  • weitere 182 Tage um 5.000 Stimmen zu erhalten
  • weitere 182 Tage um 10.000 Stimmen zu gewinnen
  • nochmals 182 Tage bis zur neuen Reviewschwelle von 15.000 oder 20.000 Stimmen

Unterscheidung von Lizenzideen und lizenzfreien Entwürfen

Meine dritte Idee wäre etwas aufwendiger, dennoch möchte ich den Gedanken kurz mit euch teilen: Die Lizenzthemen haben durch die bereits vorhandene Fanbasis einen Vorteil, der sich deutlich bei den Review-Projekten widerspiegelt. Dieses Ungleichgewicht könnte etwas ausgeglichen werden, wenn eine Unterscheidung zwischen Lizenzthemen und eigenständigen Ideen vorgenommen wird.

Ideas kann schon heute Projekte nach Lizenzthemen und eigenen Ideen unterscheiden. Das könnte genutzt werden, um eine Differenzierung einzuführen. So wäre es zum Beispiel denkbar, dass die Schwelle für eigene Ideen bei 10.000 belassen wird und für IP-Content auf 15.000 oder 20.000 angehoben wird. Damit Ideas nicht komplett unübersichtlich wird, könnten dann die Kategorien „Ideas-IP“ und „Ideas-Pure“ eingeführt werden.

LEGO Ideas Reform
Ideas kann Lizenzen und „freie“ Entwürfe unterscheiden

Die größte Schwierigkeit bei dieser Variante wäre mit Sicherheit, dass sich der Charakter von Ideas durch die Teilung verändern und die Übersichtlichkeit leiden könnte. Trotzdem finde ich den Gedanken nicht völlig abwegig, denn seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass LEGO auch Wert auf „Non-IP-Content“ legt. Seit dem LEGO Ideas 21310 „Alter Angelladen“ schafften es auch eigene Ideen häufiger den Weg in die LEGO Regale. Bis dahin lag der Anteil der lizenzfreien Produkte bei nur 17%. Demnächst wird der Anteil bei fast 40% liegen.

Eine Lösung könnte die Beibehaltung der bisherigen Meilensteinlösung sein, aber mit doppelt so großen Schwellenwerten für Lizenzthemen.

Kostenpflichtige Stimmabgabe?

Zum Schluss möchte ich noch eine etwas abwegige Idee ins Spiel bringen, die ich gerne mal zur Diskussion stellen möchte: Die gesamte Ideas-Platform und sämtliche Leistungen sind bisher für die Nutzer absolut kostenfrei. Dazu gehört selbstverständlich auch die Stimmabgabe, um ein Projekt zu unterstützen. Das könnte natürlich dazu führen, dass wahllos Entwürfe supportet werden, weil keine Hemmschwelle vorhanden ist.

Doch wie wäre es, wenn die Stimmabgabe Geld kosten würde? Wären die Fans immer noch bereit alles zu unterstützen? Versteht mich nicht falsch, es geht mir nicht darum „Ideas“ zu einer Gelddruckmaschine zu verwandeln. Mir geht es nur darum eine gewissen Verbindlichkeit mit der Stimmabgabe zu verbinden. Daher könnte eine Stimme einen eher symbolischen Betrag von 0,10 oder 0,50 Euro kosten. Vielleicht wäre auch eine Verknüpfung mit dem VIP-Konto möglich, um die Unterstützung eines Projektes durch VIP-Punkte zu ermöglichen.

Mir dreht es sich einzig darum, ein Element einzufügen, das zum Nachdenken anregen soll, ob der Entwurf mir die Unterstützung wert ist. Ich denke dabei an den Unterschied zwischen Ideas und den Bricklink AFOL Designer Programm (ADP). Während bei Ideas eher der Gedanke „Finde ich gut“ gilt, musste beim ADP das Set verbindlich vorbestellt werden, was eher „Würde ich kaufen“ entspricht.

LEGO Ideas Paywall
Würdet Ihr fürs Voting auf Ideas bezahlen?

Mein Fazit

LEGO Ideas hat in der Vergangenheit schon oft bewiesen, dass das Regelwerk schnell an Veränderungen angepasst wird. Auch vor drastischen Einschnitten schreckte Ideas dabei nicht zurück. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das Ideas-Team bald reagieren wird, wenn die Masse an Entwürfen, die es ins Review schaffen, nicht wieder abnehmen wird. Für das Ideas-Team bedeuten die vielen Projekte einen erheblichen Mehraufwand, da ja jedes Projekt auf Realisierung geprüft werden muss. Weiterhin wird eine Flut an Designerinterviews (10K-Club-Interview) auf uns zukommen, die jeden Fandesigner und sein Projekt umfassend vorstellen und einen Spannungsbogen für die bevorstehende Ergebnisverkündung aufbauen soll.

Ich glaube nicht, dass der große Zuspruch der ersten Reviewrunde 2020 nur mit den „Corona-Effekt“ erklärt werden kann. Die konstante positive Entwicklung der Nutzerzahlen und die schon seit dem Jahreswechsel deutlich zunehmende Zahl an eingereichten Entwürfen unterstreicht diese These. Daher nehme ich an, dass es bald zu einer Überarbeitung kommen wird.

Ich finde es jedoch schwierig zu entscheiden, welches die beste Maßnahme ist, um den Geist von „Ideas“ zu bewahren und gleichzeitig die Reviewflut einzudämmen. Ich kann mir jedoch definitiv nicht vorstellen, die Entwürfe hinter ein „Paywall“ wiederzufinden und habe sehr große Zweifel, dass diese Idee von den Nutzern akzeptiert werden würde. Ebenfalls glaube ich nicht, dass eine Unterteilung nach Lizenzthemen und eigenen Projektideen vorgenommen wird, da dadurch die Plattform erheblich unübersichtlicher und benutzerunfreundlicher wird.

Deshalb glaube ich, dass es im Falle einer Regelüberarbeitung zu einer Neugestaltung der Zeitlimts und/oder der Schwellenwerte kommen wird. Da eine Laufzeitverkürzung trotzdem zu einer Rekordzahl in der aktuellen Reviewphase geführt hätte, kann ich mir am ehesten vorstellen, dass die Schwelle auf 15.000 oder 20.000 Stimmen hochgesetzt wird. Bleibt nur zu hoffen, dass die lizenzfreien Ideen dabei nicht unter die Räder kommen.

Was meint ihr? Sind die vielen Projekte im letzten Review nur Zufall gewesen oder glaubt ihr, dass es ein Trend werden wird? Freut ihr euch über die große Auswahl oder sind es zu viele Sets? Habt ihr euch auch schon Gedanken gemacht, was Ideas ändern könnte, um zu viele Projekte im Review entgegenzuwirken? Was habt ihr für Vorschläge? Diskutiert gerne mit und schreibt eure Meinung in die Kommentare.

Oliver
Über Oliver 356 Artikel
Fan des Classic Space, Technik-Begeisterter und Freund von Creator 3-in-1. Ständig auf der Suche nach den kleinen Besonderheiten im LEGO Sortiment und interessiert an den Hintergründen im Spielwarenmarkt.
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