Ein Eldorado zum Plündern: Baubericht eines Blauröcke-MOCs

Was ist ein Pirat ohne einen vergrabenen Schatz, von dem er träumen kann, ohne eine Galleone voller Gold, die er verfolgen kann – und ohne eine reiche Festung, über deren rauchenden Überresten man sich ein Hühnchen rösten kann? Doch wehe, wenn man statt unermesslicher Schätze die kalten Katakomben und den hölzernen Galgen aus der Nähe betrachten muss… Heute möchte ich mir mit euch eine moderne Interpretation der berühmten 6276 Eldorado Fortress genauer anschauen, Fallstricke beim MOC-Nachbau aufzeigen – und das Ganze am Ende auch beleuchten.

Als im April 2020 die 21322 Piraten der Barracuda-Bucht herauskamen (lest hier gern noch einmal Jens‘ fantastisches Review nach), schlug als Kind der 90er mein Herz höher – und nicht nur meines, wie es scheint. Die zahlreichen Stunden, die ich in das Modden dieses Ideas-Sets gesteckt habe, sollen Thema eines späteren Artikels sein. Doch da wir weiterhin auf ergänzende Sets warten, mit denen unsere Piraten gegen mehr als nur vertrocknete Knochen kämpfen können, ist mir schnell klar geworden, dass ein Gegengewicht zur Bucht nur in Form eines MOCs Einzug finden kann.

Hinweis: Für alle kommenden Bilder muss ich darauf hinweisen, dass ich trotz mehrerer Feudel-Einsätze nicht für Staubfreiheit garantieren kann und durch die Beleuchtung sowie die Bespielung durch im Haushalt freilaufende Kinder möglicherweise nicht jeder Stein perfekt angedrückt ist.

Liebe auf den ersten Blick

Als ich dann im Sommer 2020 auf Instagram über eine Neuinterpretation des Sets 6276 Eldorado Fortress stolperte, das ursprünglich im Jahr 1989 erschien und im Deutschen „Gouverneurkastell“ genannt wurde, war ich hin und weg. Ich, das Ost-Kind, habe einige Sets dieser sagenumwobenen ersten Piratenwelle bekommen, als die LEGO Sets über die gerade gefallene Mauer hüpften,  und besitze sie noch heute – auch wenn es die großen Sets, sei es die alte Barracuda oder die Festung, nie in mein Kinderzimmer geschafft haben. Urheber dieses schönen MOCs ist übrigens ZeRadman, einem amerikanischen LEGO Bauer, über den es wenig zu erfahren gibt und der auf den üblichen Plattformen (Rebrickable, Flickr, Instagram) eine eher überschaubare Präsenz pflegt.

Eldorado AltEldorado Neu

Ich bin ohnehin ein großer Fan von neu interpretierten alten Modellen, die mit moderner Detailverliebtheit, elaborierteren Bautechniken und neuen Teilen die Ideen von damals in eine Ästhetik (und leider auch Preisstruktur) von heute überführen. Denn trotz aller Nostalgie finde ich die alten Modelle mit ihren dreidimensionalen Grundplatten und wenigen Teilen dann doch nicht mehr so attraktiv, dass ich sie mir heute noch als Diorama hinstellen würde. Aber ich mag auch einige Sets der 2015er Piratenwelle, insofern: Was weiß ich schon …

Also kaufte ich kurzentschlossen die Anleitung auf Rebrickable für 10 €. Die MOC-Werbung versprach mir immerhin, dass ich mit einigen wenigen Teilen aus der Barracuda Bay, dem günstig zu schießenden 70435 Hidden Side Newburys verlassenes Gefängnis und schlappen 4000 weiteren Teilen diese Festung zusammenbauen könnte:

Eldorado 02

Mir gefiel schon auf den ersten Blick die dem Original nachempfundene Gesamtarchitektur – der Pfad den Hügel hinauf bis zum Tor, die mehrstöckigen Gebäude, die Schiffsanleger, die Kanone(n) hinter den Wehrmauern, der Lastenzug zum einfachen Löschen der Schiffsladung und das unterirdische Gefängnis – und das alles in einem Maßstab, der in meinen Augen gut zur Piratenbucht passt, auch wenn beim genauen Hinschauen klar wird, dass ein gekentertes Schiff nicht so groß wie eine ganze Festungsanlage sein kann. Aber gerade diese Form von spielerischer Minifig-Scale, die einerseits zur Größe der Figuren passt und doch keine gänzlich realistische Raumaufteilung erzeugt, mag ich sehr gern. (Freilich muss ich zugeben, dass von realistischeren Maßstäben, wie sie beispielsweise RogueBricks bei der Bricking Bavaria 2018 gezeigt hat, nicht weniger aus dem Sessel geschleudert werde.) Auch die im MOC verbauten Sandbänke und (nicht unumstrittenen) azurblauen Eckplatten orientieren sich stark am Ideas-Piratenset.

Schauen wir uns kurz die Daten zum MOC an:

  • Rebrickable-MOC-Nummer: 49155
  • Name des MOCs: Eldorado Fortress – Pirates of Barracuda Bay
  • Anzahl Teile: 4982 (laut Anleitung; in der hier gezeigten Variante wahrscheinlich ca. 6500)
  • Preis (Anleitung): 10,00 US-Dollar
  • Preis (Teile): ca. 700,00 € laut Rebrickable
  • Preis/Teil: 14 Cent
  • Maße (H x B x T): 40 cm x 50 cm x 51 cm

Teilemäßig machte ich mir zudem Hoffnungen, dass ich meinen angefangenen Nachbau des (mittlerweile leider gescheiterten) Ideas-Entwurfs „Soldier Imperial Golden Fort“ gut als Teilespender für meine neue Liebe nutzen könnte. Zeitweise wollte ich diese Idee auch mit einer erweiterten Achterbahn kombinieren – aber all diese Träumereien waren mit der Entdeckung dieses MOCs Makulatur.

Also Anleitung auf und losbauen, oder? Oder?!

Vorsicht vor der Anleitung

Leider stieß ich in der PDF-Anleitung auf ein Problem, das bei MOCs aus dem Netz regelmäßig eine Gefahr darstellt – die Anleitungen unterliegen (natürlich) nicht der rigorosen Qualitätskontrolle von LEGO, und selbst dort schleichen sich ja noch Fehler ein. Wenn Modelle nur digital gebaut werden, entstehen selbst bei den besseren MOCer:innen teilweise Fehler, was Verbindungen, Stabilität oder schlicht Einsehbarkeit der Bauschritte angeht – davon kann ich selbst ein Lied singen.

Zum Zeitpunkt meines Kaufs allerdings war die Anleitung zur Festung gelinde gesagt eine Katastrophe – die über 400 Schritte zeigten offenbar zufällig irgendwelche Teile, die wild in der Gegend herumflogen und irgendwann ein Ganzes bildeten; keine Chance, hiernach zu bauen wie bei einem offiziellen LEGO Set.

Eldorado 20
Beispielseite der Original-Anleitung

Allerdings hatte ZeRadman neben der PDF-Anleitung auch eine Stud.io-Datei mitgeliefert, und so fing ich an, mich von unten durch diese Datei zu arbeiten. Da ich sonst gern auch mal MOCs von Fotos her nachbaue, war das Herumfliegen durchs Modell und schichtweise Bauen eine nahezu leichte Übung.

Hinweis: Kurz nach meinem Aufbau und als Reaktion auf einige enttäuschte Kommentaren von Käuferinnen und Käufern hat der MOC-Bauer übrigens auch nachgelegt und sowohl eine funktionierende Anleitung herausgebracht als auch die meisten strukturellen Schwierigkeiten behoben.

Selbst beim Bauen aus der Stud.io-Datei heraus zeigte sich aber, dass es in der Felsenlandschaft Stabilitätsprobleme gab, weil gerade der unterirdische Teil, der von großen BURPs umrahmt wird, viel zu wenig abgestützt wurde, als dass die großen Platten des Marktplatzes und die Gebäude darauf hätten halten können. Also tat ich das, was wir als brave LEGO Bauende von den Besten gelernt haben: Ich öffnete meine Kiste mit klassischen 2×2 und 2×4 Steinen und verbaute die schönste Farbexplosion dort, wo man sie später nicht sehen konnte.

Weil ich schon ahnte, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt wieder an die Eingeweide herankommen wollte, verbaute ich auf diesen Steinen und BURPS dort, wo die großen Platten aufliegen würden, teilweise Fliesen, um klare Sollbruchstellen zum Abnehmen zu definieren, ohne dass die Konstruktion selbst wackelig würde.

Lieblingsecken

Schauen wir uns doch das MOC, wie es am Ende bei mir geworden ist, einmal genauer an. Wenn ihr die obigen Original-Renderings mit den Fotos vergleicht, werdet ihr sehen, dass ich mir gerade bei der Innenausstattung ein paar Freiheiten genommen habe.

Hinweis: Ich habe meine Blauröcke-Armee, meine Händlerinnen und Zivilisten, meine eingesperrten Piraten usw. auf den Fotos noch nicht platziert, weil ich mich in diesem Artikel eher auf die Architektur konzentrieren und auf Wimmelbilder und „Wo ist Rotbart?“-Rätsel für den Moment verzichten wollte.

Die Festungsinsel erreicht man über zwei von Möwen bewachte Stege – wahrscheinlich weniger, indem man die Galeonen direkt dort ankert, sondern durch das Übersetzen mit einem Ruderboot. Über den kleineren Steg kommt man auf eine mit Holz beplankte Steintreppe, die zum großen Eingangstor der Festung führt.

Hier gelangt man in eine kleine Prunkhalle, wo vier sandfarbene Statuen an berühmte historische Blauröcke erinnern.

Darüber findet sich ein musikalisch oder religiös angehauchtes Zimmer mit einer Orgel, die die Blauröcke wahrscheinlich aus dem 10273 Haunted House in die Neue Welt verschifft haben. Dieser Raum ist einer von mehreren, aus denen man durch bunte Bleiglasfenster hinausblicken kann; die durchsichtigen 1×1 Rundplatten sind hierbei in dem unteren Teil eines 2×2 Drehtellers befestigt, der überzeugend die Glasfassungen andeutet. (Treppen gibt es in diesem Eldorado übrigens nicht, die Minifiguren müssen in guter LEGO Tradition von Ort zu Ort fliegen.)

Von der Prunkhalle kommt man auf den Marktplatz, der von einem tiefen Brunnen und einem prominent platzierten Galgen dominiert wird. Hier ist eine Spielfunktion eingebaut, die AFOL-Kinder weniger verstört als strangulierte Freibeuter und eine schöne Hommage an die Action-Features aus Spielsets darstellt: Statt ins Jenseits werden die Delinquenten nämlich eine Etage nach unten befördert, aber dazu später mehr.

Der Marktplatz ist von einer etwa brusthohen Mauer mit zinnenartigen Erhöhungen eingefasst und wird von zwei Kanonen bewacht, von denen eine etwas höher gesetzt ist und in direkter Nachbarschaft zu einigen gestapelten Kanonenkugeln steht; diese werden durch Technic-Kugelgelenke dargestellt, sind unten durch Jumper-Platten etwas versetzt angeordnet und anschließend mit ruhiger Hand gestapelt worden.

Vom Marktplatz gelangt man zum mittleren Gebäude, das im unteren Teil bis auf einige Fliesen und Hocker recht schmucklos ist; es ist wohl ein Wachraum, in dem sich die Soldaten die Zeit vertreiben, die die Katakomben bewachen.

Eine Etage weiter oben findet man ein kleines Schlafzimmer mit zwei Betten im zeitlosen Blaurock-Stil sowie ein opulentes, wenn auch etwas beengtes Esszimmer mit reich gedecktem Tisch und anständig gefüllter Hausbar.

Direkt angrenzend findet man einen Stall, der eine Kuh, zwei Pferde, Schweine und Hühner beherbergt – direkter Zugang zur Eier- und Fleisch-Selbstbedienung plus ressourcenschonende (wenn auch etwas müffelnde) Heizung, wenn es mal etwas kälter in der Karibik wird.

Ohne weitere Tür, nur mit einem Gatter abgetrennt, schließt sich hier das letzte Gebäude an, das unten eine kleine Schmiede und oben einen Löschkran beherbergt, mit dem (wie beim originalen Kastell) Boote oder Barken rasch entladen werden können.

Dem Kran habe ich eine Zahnradkonstruktion spendiert, die wenig Wirkung hat, mir aber optisch gut gefällt – denn was ist schon cooler als ein paar sich gegeneinander drehende Zahnräder in Bewegung?

Zwei der drei oberen Etagen – das Orgelzimmer und das Schlaf/Ess-Appartment – lassen sich im Stile der Modularhäuser abheben, weil sie nur mit wenigen Noppen befestigt sind und sonst auf Fliesen liegen, und lassen so Umbauaktionen für erwachsene Wurstfinger oder Reparaturen problemlos zu.

Und dann gibt es noch die Ebene der Katakomben unter der Stadt: Von dem längeren der beiden Stege kommt man per Boot durch einen geheimen Tunnel (versteckt hinter ein paar Spinnenweben) zum Gefängnistrakt, in den vermeintlich nur die Stufen aus dem Wachraum führen – und natürlich die Falltür des Galgens, denn wird diese ausgelöst, geht es über eine vor allem aus Friends-Sets bekannte Rutsche und ein paar glatte Steine direkt ins Verlies.

Glücklicherweise ist der Zellenschlüssel ausbruchsfreundlich angebracht, und falls die Retter dicke Finger haben, lässt sich die Gefängnistür nicht nur öffnen, sondern sogar mitsamt Rahmen zur Seite schieben. Dann steht einer nächtlichen Flucht nichts mehr im Wege – oder sogar einem Überraschungsangriff durch den Tunnel direkt ins Herz der Festung!

Besondere Bautechniken

Die Festung ist in meinen Augen mit konventionellen Bautechniken erdacht worden – es gibt wenig exzentrische und dadurch vielleicht wackelige Konstruktionsweisen. Höchstens die Lampenkonstruktionen in der Statuenhalle, die nur an einer seitlichen Noppe hängen, löst sich bei ungeschicktem Hantieren manchmal.

Auf zwei Aspekte will ich hier aber noch eingehen: Zum einen gefiel mir die ursprüngliche Dachkonstruktion mit den 1×1 Rundsteinen nicht so gut; in meiner Fantasie sehe ich da weniger Schindeln, sondern eher Maiskolben… Deshalb habe ich mich für Käseecken entschieden, die auf einer simplen (wenn auch etwas auftragenden) Plattenunterkonstruktion sitzen, und dann durch Hinge Bricks etwas gekippt werden. Das klappt erstaunlich gut.

Zum anderen will ich hier noch die Konstruktion der Bleiglasfenster zeigen, die wie beschrieben maßgeblich durch einen Teil der 2×2 Turntables gewuppt werden. Mit Brackets an den Fenstern halten sie erstaunlich sicher.

Ein Ozean aus Fliesen

Ich bin nicht der größte Fan der azurblauen Dreiecksplatten der Ideas-Piratenbucht, obwohl ich auch kein Baseplate-Jünger bin und die etwas organischere Form dieser Grundkonstruktion insgesamt sogar mag. Für meine Piratenbucht hatte ich mich aber bereits für eine Konstruktion aus den transparenten blauen Fliesen entschieden, die es regelmäßig in der „Pick-a-Brick“-Wand der LEGO Stores und damit recht kostengünstig in größeren Mengen gibt (zu meinen Veränderungen an der Bucht folgt noch ein separater Artikel), und so stand für mich fest, dass ich auch das Eldorado-MOC auf eine Grundplatte umsetzen würde. Die unterschiedliche Wassertiefe habe ich dafür mit einer Zwischenebene aus weißen, sandfarbenen, hellgrauen und schließlich blauen Platten erzeugt, ein zum Beispiel auch in der Ninjago City und den Folgesets (mit andersfarbigen Wasserfliesen) gern eingesetzter Kniff. Die darüberlaufenden transparenten Fliesen erzeugen dann auch hier einen ganz schönen organischen Tiefeneffekt.

Bei den Baseplates habe ich übrigens zwei 50 x 42 Noppen große, sandfarbene Grundplatten von einem Mitbewerber namens „Strictly Briks“ verbaut. So ist auch noch genügend Wasserfläche für eventuelle kleine Boote übrig – und die Festung nimmt damit fast exakt fünfzig Prozent eines horizontal gelegten Ikea KALLAX-Regals mit 2 x 4 Fächern ein. Nachteil der knackig mit Platten belegten Baseplates ist allerdings der bekannte Effekt, dass diese durch die Spannung der Bauteile in eine leichte Krümmung kommen.

Den Umbau auf die Baseplates mit den zwei Ebenen Wasserplatten und -fliesen habe ich allerdings erst begonnen, als das MOC schon großenteils stand, was zu einem nervenreibenden Umsetzen der Gesamtkonstruktion in einzelnen Teilabschnitten, Wiederaufbauten und Reparaturen geführt hat. Wenn ihr die MOC-Rendering mit meinen Fotos vergleicht, werdet ihr sehen, dass ich bei der Gelegenheit die ganze Festung auf Sandbänke gesetzt habe, wie sie bei den Piraten der Barracuda Bay verwendet werden. Das gefiel mir einfach viel besser als die ursprünglich vom MOC-Bauer erdachten, etwas eckigen Platten, die irgendwann ins Meer laufen. Allerdings führen die Rundungen des Strandes zu einigen baulichen Herausforderungen, wenn mehrere Sandbänke ineinanderlaufen oder Achitektur darauf stehen soll.

Mehr Licht!

Als dann die letzten BrickLink-Bestellungen angekommen waren, das Wasser sich friedlich gegen die Insel kräuselte und endlich wieder alle Steine übereinandersteckten, stand der nächste logische Schritt an: Wieder großflächig das Modell auseinandernehmen … Denn ich wollte mich an einer Beleuchtung versuchen.

Dafür hatte ich mich bei einer guten Rabattaktion bei dem chinesischen Anbieter Lightailing mit zwei Beleuchtungssets von BRIKSMAX für die Barracuda Bay eingedeckt (Vorsicht, es gibt dort und auch beim deutschen Amazon Beleuchtungskits der Eigenmarke von Lightailing, mir wurden aber aus dem Umfeld der StoneWarane damals die BRIKSMAX-Sets ans Herz gelegt). Diese bieten eine gute Auswahl verschiedener kleiner Punktlichter, Fernbedienung, RGB-Streifen usw., greift aber für meinen Geschmack dann doch zu tief in die Farbkiste. Eine tolle Ergänzung kann es daher sein, z.B. das BRICKSMAX-Beleuchtungsset für den Volkswagen T1 mehrfach zu kaufen und auszuschlachten, hier gibt es regelmäßig starke Rabatte bei Amazon.

Darüber hinaus habe ich mir beim deutschen Importeur Illuminate your bricks einige spezielle Teile vom australischen Anbieter Light my bricks geholt, u.a. ein Flicker-Effektboard (das drei Anschlüsse für zeitlich versetztes, wenn auch nicht hyperrealistisches Kerzenflackern bietet) und Verbindungskontakte zur Etagentrennung (aktuell nicht mehr im Sortiment), sodass an einzelnen Stellen der Strom auch ohne Kabel zu den verschiedenen Gebäudeteilen gelangt und diese wie gezeigt abgenommen werden können.

Ich empfinde es als gar nicht so leicht, LEGO Modelle ansprechend zu beleuchten, ohne unabsichtlich die bekannte Festbeleuchtungsszene aus dem Film „Schöne Bescherung“ nachzustellen. Ob es mir gelungen ist und euren Geschmack trifft, müsst ihr entscheiden – ich habe jedenfalls außen nur die Laternen mit Punktlichtern ausgestattet und im Inneren entweder Kerzen ebenfalls mit kleinen LEDs hinterleuchtet oder mit etwas breiteren Leuchtstreifen von der Decke die Innenräume erhellt. Das Licht, das dann durch die bunten Bleiglasfenster in die Nacht fällt, finde ich ausgesprochen heimelig. Etwas verspielter bin ich dann in der unteren Ebene geworden; hier leuchtet eine Laterne blau und auch der restliche Teil der Katakomben ist durch drei RGB-Streifen in dunkles Blau getaucht, ebenso scheint ein weißes Punktlicht (kaum sichtbar) durch die blauen Fliesen, die ganz unten im Brunnen den Grundwasser-Abschluss bilden.

Das Flackermodul habe ich am Ende ausschließlich beim Feuer in der Esse eingesetzt, denn bei diesem Effekt ist ein weiteres Mal weniger mehr – und ja, ich habe es ausprobiert, alle Laternen an dieses Modul zu hängen, und bin knapp einem epileptischen Anfall entgangen …

Die verbauten LED-Kabel sind dünn genug, um zwischen Noppen und Platten entlanggeführt zu werden, und überleben trotzdem auch Menschen mit Hang zur Grobmotorik – allerdings lässt sich, wie auf meinen Fotos zu sehen, nicht immer vermeiden, dass gewisse Spalte bleiben. Ich zumindest habe irgendwann für mich an einem Punkt entschieden, dass ich weder Steine anbohren noch den vollen Perfektionismus fahren will. Wer das technische Know-how hat, kann sich natürlich auch von Tobias an die Hand nehmen lassen und sich selber eine Beleuchtung mit feinsten Drähten zusammenlöten.

Ich habe zumindest versucht, ein sinnvolles Verteilungssystem zu etablieren; jedes Gebäude ist an einen separaten Mini-Stromverteiler angeschlossen, von dem aus die einzelnen Kabel in die Lichtquellen führen, manchmal sind in einzelnen Räume  zusätzliche Verteiler unter einem Bett oder in einer Kiste versteckt. Jeder dieser Verteiler führt dann unterirdisch zum Marktplatz, der auf viel umbauter Luft steht und insofern reichlich Platz für überlange Kabel bietet. Hier führt alles in eine Steuerungseinheit, die per Fernbedienung angefunkt werden kann und nicht nur die gewünschte Farbe an die RGB-Panels weitergibt, sondern auch die LED-Punktlichter dimmen kann; meistens reguliere ich diese sogar auf den niedrigsten, in der Menge aber immer noch wirkungsvollen Wert.

In einem Loch im Gestein, das genau zwei Steine breit ist, liegt der weibliche Anschluss des USB-Kabels, das den gesamten Aufbau mit Strom versorgt. Das von der Steckdose kommende männliche Ende des USB-Kabels ist vom Beobachter abgewandt; weil ich dazwischen noch einen kleinen, preiswerten Schalter geklemmt habe, muss das Kabel nicht regelmäßig abgezogen werden, stattdessen schalte ich den gesamten Stromfluss mit einem satten analogen „Klick“.

Fazit

Für mich persönlich verbindet das Nachbauen von MOCs viele Dinge, die ich beim LEGO Bauen besonders mag: Ich werde beim Bauen ein wenig an die kreative Hand genommen, und doch sind die Anleitungen (wenn sie nicht gerade chaotisch sind) nicht auf dem manchmal für bauerfahrene Erwachsene etwas zu leichtem Niveau originaler Sets; ich baue dadurch auch länger an den Modellen, sodass ich pro Baustunde weniger Volumen erzeuge, das ich in meinen begrenzten Ausstellungsplatz quetschen oder bald wieder abbauen muss; ich nehme zudem die MOC-Anleitungen mehr als Serviervorschlag und baue hier lieber weiter und um als in offiziellen Sets, bastle Beleuchtung dazu usw.

Aber natürlich hat das MOC-Bauen auch seine Tücken. Man braucht manchmal eine gewisse Frustrationstoleranz, wenn die Anleitung nicht so verständlich oder die Bautechniken nicht so stabil sind, wie man es vielleicht von LEGO Sets gewohnt ist. Außerdem sollte man je nachdem, wie groß der eigene Baustein-Vorrat ist, den finanziellen Aspekt nicht unterschätzen: Bei einem MOC kommt man selten an die berühmten 10 Cent pro Stein heran, an denen wir gern offizielle Bausätze messen – einfach mal eine Bricklink-Bestellung für 4.000 Steine auszulösen, kann da schnell ins Geld gehen. (An dieser Stelle kann ich sehr die Hinweise der Kollegen Timo und Nando empfehlen, die das Steinesammeln für MOCs anhand von Brickative-Gebäuden detailliert zeigen.) Ich konnte durch meine vorherigen MOCs ähnlicher Ästhetik und dem langsamen Teilesammeln über fast ein Jahr hinweg diese Ausgaben etwas strecken. Auch das Bestellen von dazugehörigen Minifiguren und vorkonfektionierter Beleuchtung kann einen nicht zu verachtenden Kostenpunkt darstellen.

Trotzdem bereue ich keinen Schritt dieser Reise. Ich freue mich, dass mein KALLAX-Regal nun eine Blauröcke-Festung und die Barracuda-Bucht zusammenbringt – auch wenn Piratinnen und Soldaten jetzt nur einen Bausteinwurf voneinander entfernt sind und ich mir einen zusätzlichen Bereich offenen Meeres mit zugehörigem Schiff noch vorstellen könnte. Wenn abends dann ein fahles Licht aus den Gebäuden scheint und die neuinterpretierten und doch nostalgischen Plastikkulissen auf dem trans-dark blue Wasser glitzern, aber auch wenn meine Tochter die Festung attackiert, weihnachtlich schmückt oder mit ihren Freundinnen die Etagen erkundet und Freibeuter ins Gefängnis wirft – dann bin ich stolz auf das Gebaute und froh, dass diese Plastiksteine meine Kindheit und die unseres Nachwuchses zusammenzubringen vermögen.

Nun interessiert mich eure Meinung: Baut ihr nur offizielle Sets, kauft ihr manchmal MOC-Anleitungen oder baut ihr lieber allein kreativ? Habt ihr selbst positive oder negative Erfahrungen mit MOC-Anleitungen gemacht? Wie steht ihr zur Beleuchtung von LEGO Kreationen? Schreibt uns gern in die Kommentare!

Über David 2 Artikel
Mitte 30, arbeitet in einer bayerischen Kulturinstitution und erkundet mit zwei Kindern die Welt. Hat 2016 durch DUPLO zurück zu LEGO gefunden und 2019 StoneWars entdeckt. Nun baut er die Blauröcke-Festungen und Piraten-Schlupfwinkel, von denen er als Kind geträumt hat.

61 Kommentare

    • Ah, vielen Dank für den Real-Life-Check! Das wäre mir auf einen Schlag auch zu viel gewesen. Wie gesagt, ich hatte einen recht großen Vorrat passender Steine, aber zum Glück habe ich auch nicht das Abakus mitlaufen lassen … 🙂

  1. Absolut genial. Hätte ich auch gern aber der Preis schreckt mich doch erstmal ab.
    Das man mal ein bisschen länger überlegen muss als bei den LEGO Anleitungen kann ja auch seinen Reiz haben, natürlich nur bis zu einem Gewissen Punkt.

    Danke für den tollen Artikel

    • Danke für die Rückmeldung. Es ist auf jeden Fall eine ganze andere Art zu bauen und Steine zu sammeln – ich fand es mal einen ganz spannenden Einblick in das Leben derer, die ganze LEGO Städte bauen und damit, was ich hier gemacht habe, ganze Zimmer füllen. Dafür hätte ich auch nicht den Platz und die finanziellen Mittel, aber mal als das Ausstellungsstück im Wohnzimmer hat es sich für mich gelohnt.

  2. Die Festung ist echt beeindruckend, ich habe die „Vorlage“ als die 6276 noch zuhause stehen.

    Das einzige was mich noch immer und immer wieder stört, ist der ganze Kabelsalat wenn man ein Modell beleuchten möchte, man kann die Atmosphäre einer Burg oder Gebäude im allgemeinen garnicht so genießen, wenn in den Innenräumen die Kabel wild herumhängen.
    Zumindest für eine Sache gibt es nun eine Lösung und finde ich begrüßenswert – die 1×2 Kontaktplatte um eine Modularität weiterhin zu gewährleisten, wenn es jetzt noch Bricks mit hohler Noppe gäbe, wo man die Kabel einfach IN bzw. DURCH die Wände fädeln könnte wäre ich auch endlich ein Freund der Beleuchtungssets ^^

    • Das einzige was mich noch immer und immer wieder stört, ist der ganze Kabelsalat wenn man ein Modell beleuchten möchte, man kann die Atmosphäre einer Burg oder Gebäude im allgemeinen garnicht so genießen, wenn in den Innenräumen die Kabel wild herumhängen.

      Das kann ich absolut nachvollziehen, und gerade hier in der Festung gibt es einige sehr offene Stellen, bei denen es mir nicht besser gelungen ist, die Kabel noch geschickter zu verstecken. Andererseits habe ich beim Beleuchten der modifizierten Pirate Bay bemerkt, dass man schon beim zweiten, dritten Mal viel besser wird und die Kabelwege noch klüger plant. Wenn die Gebäude dann noch abgeschlossener sind, sieht es noch überzeugender aus.

      Es steht und fällt natürlich auch mit der Kabelei: Wenn ich bei Tobias lese (oder bei den StoneWaranen höre), was für feine Kabel man legen kann, wenn man selber lötet, wird das Umwickeln von Noppen und Auflegen von Platten und Fliesen natürlich noch attraktiver. An ein paar Stellen habe ich tatsächlich gesagt: „Okay, das muss jetzt so reichen.“ Und würde es bei einem neuen Versuch anders machen. Wahrscheinlich ist es auch schlau, gleich beim Aufbauen die Beleuchtung noch mehr mitzudenken und parallel zu ziehen, hier habe ich ja buchstäblich „nachgerüstet“ und die Kabel teilweise mit langen Bars durchfädeln müssen.

      • Ich habe irgendwann für mich beschlossen, dass mich bei meinen Beleuchtungen die „Aufputzverkabelung“ mehr stört, als das schlechte Gewissen, Löcher in Steine zu bohren. Da mag der Purist die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber der muss ja auch schon damit leben, das die Beleuchtung selbst nicht „original“ ist 😉

  3. Vielen Dank für den sehr ausführlichen und interessanten Bericht. Tolles Endergebnis, schöner MOC gut erweitert und die Beleuchtung tut ihr übriges. Das mit der Anleitung ist bei 10€ natürlich schon eine kleine Frechheit. Rebrickable hat ja nicht umsonst Premium-MOCs auf PDF-Zwang umgestellt. Wenn man Geld dafür zahlt, dann sollte das auch funktionieren. Dass man nicht jede Instabilität prüft wäre vielleicht noch verständlich (allerdings hülfe auch da, das Ding halt einfach mal zu bauen), aber einfach irgendeinen Blödsinn reinpfeffern für eine Alibi-PDF, naja. Aber sei’s drum, will mich gar nicht so sehr ereifern. 😉

    Ich finde es auch interessant, dass das ganze Teilesammeln ein Jahr gedauert hat und es schadet auch nicht, sich bei sowas Zeit zu lassen (es sein denn natürlich man hat Termindruck ;-)). Gerade das langsame Befüllen der Wanted List nach und nach und vielleicht schonmal das vorsichtige Anbauen haben einen gewissen Reiz und so setzt man sich intensiver mit dem MOC auseinander.

    MOC-Anleitungen zum nachbauen kaufen würde ich aber wohl nie. Das ist für mich irgendwie so eine Hemmschwelle, wenn man damit anfängt, kann man ja quasi ALLES kaufen und sammeln. 😉 Den doch recht höheren Preis bin ich dann nur bereit, für eigene MOCs zu zahlen und bei denen weiß ich ja dann schon irgendwann nicht mehr wohin damit. Aber wer das nicht scheut, dem bieten sich dank des Internets in der Tat großartige Welten.

    • Ich denke auch, dass sich erfahrende MOC-Bauende manchmal schwer vorstellen können, wie manche Leute Originalsets oder MOCs nach Anleitung bauen. Wahrscheinlich ist das auch eine natürliche Entwicklung – sich erst von Anleitungen an die Hand nehmen zu lassen und irgendwann mit eigenen Modellen freizuschwimmen. Ich fühle mich da ein wenig in der Mitte, habe Spaß am vorsichtigen Verändern oder Weiterdenken von Sets, genieße es aber auch, wenn mir jemand genau sagt, was ich wie bauen soll (und habe großen Respekt vor dem weißen Blatt und dem kompletten Selber-Entwickeln). Das war für mich zum Ende meiner Dark Ages auch ein Grund, zu LEGO zurückzukommen: Dass ich als Ausgleich zum Job mal klare Ansagen bekomme und nicht selber machen muss. 😉

      • Oh, ich bin ein großer Freund des Sets-nach-Anleitung-bauens, hat mir auch als Kind immer am meisten Spaß gemacht. 😉 Ich bin ja selbst als MOCer recht unerfahren und kann nur schwer ohne Vorlage und intensive digitale Planung einfach so drauf los bauen. Aber irgendwie hat ein offizielles LEGO-Set für mich einfach einen größeren Stellenwert als jemand anderes MOC, ist vielleicht mehr so eine Einstellungssache. Obwohl ich auch verstehen kann, dass gerade wenn man Sachen selbst etwas erweitern möchte, ein MOC vielleicht noch besser geeignet ist als ein Set, bzw. man sich da vielleicht eher dazu ermutigt fühlt.

  4. Toller Erfahrungsbericht, David! Und ein traumhaftes Modell!
    Irgendwie bin ich da sofort in „Uncharted“ – Stimmung 😀

    Tatsächlich taste ich mich auch immer mehr an MOCs ran. Vor allem die Kombi aus bestehenden LEGO Sets mehr raus zu holen reizt mich. Bspw der Sit-Complex MOC steht da oben auf der Liste.
    Und vor kurzem bin ich noch über Legomocloc gestolpert, der absolut wahnsinnige Lord of the Ring MOCs baut und die Anleitungen verkauft. Da muss ich wohl unbedingt mal eines bauen.

  5. Wow, beeinduckendes Ergebnis. Das würde ich mir persönlich nicht zutrauen.
    Zur Zeit bin ich damit beschäftigt, die Strassen meiner Stadt durch Gehwege, einen Fluss, Grünflächen usw. zu ersetzen, bzw. Fassaden und Dächer zu begrünen.
    Welche Kosten das in Summe verursacht, will ich eher nicht wissen, bei den vielen Einzelbestellungen und teilweise langen Lieferzeiten, lässt sich das aber ganz gut verdrängen.
    Über Beleuchtung hab ich auch schon nachgedacht, aber leidet da die Bespielbarkeit nicht extrem darunter?

    • Gute Frage mit der Bespielbarkeit. Ich habe schon versucht, die Kabel so zu ziehen, dass man nicht ständig etwas abrupft, und meine Sechsjährige hat sich bei mehreren Spielaktionen nicht davon stören lassen (und andersherum). Aber klar ist es jetzt auch kein Set, das man tagelang auf dem Fußboden stehen lässt, um ein hartes Bombardement mit Belagerung durchzuspielen, sondern eher ein Diorama.

    • Es ist eine Stud.io-Datei dabei, die du einfach als Wanted List bei BrickLink hochladen kannst. Allerdings sind die benötigten Teile des Sets auch schon bei Rebrickable gelistet, dafür müsstest du nicht bezahlen – die Magie liegt in der Anleitung. Im Register „Inventory“ findest du gleich zu Beginn „Export“, da empfehle ich dann die BrickLink-XML!

  6. Das MOC fliegt bei mir immer wieder über den Bildschirm wenn ich auf Rebrickable unterwegs bin 😀

    Was ich eingangs aber nicht zweifelsfrei verstanden habe, hattest du die Teile bereits oder hast du dir diese speziell für das MOC gekauft. Den der Preis, wie bei eigentlich allen größeren MOCs ist schon extrem.

    Ist auch der Grund, warum ich mich auf MOCs beschränke die ich direkt aus einem Set bauen kann. Gerade im Technicbereich bekommt man auch so genug „Futter“ 😀

    • „Was ich eingangs aber nicht zweifelsfrei verstanden habe, hattest du die Teile bereits oder hast du dir diese speziell für das MOC gekauft.“

      Ich hatte einen guten Grundstock an weißen Steinen, Bögen, Mauersteinen, Sandbänken usw. aufgrund des anderen Blauröcke-MOCs, an dem ich gebaut hatte, siehe die Bilder, die ich am Ende vom ersten Textabschnitt gezeigt habe, zum Beispiel dieses hier.

      Da ist aber auch ein gutes Stück Selbstbetrug dabei – ja, ich hatte schon einige Steine, die ich verbauen konnte, aber im Laufe der Zeit habe ich dann trotzdem zahlreiche BrickLink-Bestellungen aufgegeben. Ich habe also weder ganz von null angefangen, noch die Teile auf einen Schlag gekauft. Mir geht es mittlerweile in meiner Teilesammlung auch so, dass ich da einen gewissen Schwerpunkt in diesen „erwachsenen“ Blauröcke-Farben habe, also viel Weiß, Mauersteine, gedeckte Farben. Ich kann mir vorstellen, dass man bei einer gewissen Bauspezialisierung in dieser Richtung auch landet und alle weiteren MOCs mehr Grundstock haben – große Technic-Konstruktionen oder die mannigfaltigen MOCs von Jonas Kramm kann ich damit dann weniger bauen…

  7. Die Festung sieht echt klasse aus und das ausführliche Review ist erneut vorzüglich. Danke David 🙂

    Bei den Bildern der Anleitung musste ich schon grinsen, ich weiß warum ich keine Anleitungen für MOCs kaufe. Natürlich kann man von den wirklich guten Anleitungen von LEGO einige Abstriche machen, aber so mancher ist sehr optimistisch, wenn es darum geht, MOCs nach ein paar Bildern von schwacher Qualität nachzubauen.
    Manche veröffentlichen ja nicht einmal die Teilelisten kostenlos, reines Glück ob die Preisabschätzungen nur annähernd realistisch sind.

    Ich baue am liebsten direkt selbst, da kann man die seltenen Teile direkt reduzieren und spätestens bei Erstellung der Anleitung fallen einem die meisten unmöglichen Verbindungen sofort auf. Für Stabilität bei digitalen MOCs muss man aber schon sehr erfahren sein, um die Klemmkraft der verschiedenen Teile richtig einzuschätzen.

  8. Toller Bericht. Danke für die ausführliche Darstellung des Baus. Das „Kabellegen“ war bestimmt echt ne Fummelei. Hat sich aber gelohnt wie ich finde!

  9. Timecodes erstellen kann er, der David, Online-Plattformen zusammenführen kann er, Modden, Kinder frei herum laufenlassen, Selbst-Ironie – und mich von den ‚Piraten in Batavia‘ träumen lassen kann er auch, der David. Zusammengefasst: rundum gelungen (Mod & David 😉 ).
    Die Gesamtzahl an Lieblingsmodellen wächst mit den Jahren – und auch die Ansprüche an die. Mein Ninjago-Gemodde kommt der Umsetzung deines Piratenthemas recht nahe. Ob ich allerdings jemals fertig werde?

  10. Hallo und guten Tag
    Habe das Modell auch gebaut liegt schon etwa 2 Monate zurück
    das mit der Bauanleitung ist schon eine Herausforderung, aber spass macht es troztdem wenn man es sieht was man dann als Ergebnis vollbracht hat.
    Alle Hochachtung an alle MOC er die so was gestalten.

    mfg Thomas

    • Wenn du ein Bild (oder mehr) hast, lass uns gern daran teilhaben – würde mich interessieren! Wie stellst du es aus? Hast du Platz für eine Dauerausstellung oder muss es bald zurück in die Teilekiste? Baust du öfter MOCs, und eher querbeet oder hast du bestimmte Themen?

  11. Danke für diesen tollen Bericht. Das alte Original habe ich vor ein paar Monaten auch für meine Piratensammlung gekauft. Das hier ist eine grandiose Neuinterpretation, die mich dazu angespornt hat, selbst mein erstes MOC in Studio zu erstellen: einen Imperialen Handelshafen mit kleiner Lagune. Da bin ich noch voll dabei und nehme hier für mich mit, die einzelnen Bauabschnitte noch viel mehr zu unterteilen um es überhaupt nachbauen zu können. Das kommt ne Menge Arbeit auf mich zu bei knapp 5.000 Teilen.

  12. Mit dem MOC liebäugle ich schon langw, lange! Das Teil ist echt eine Augenweide und ich habe mich damals komplett verliebt! Danke für den interessanten Bericht dazu!

    Bin aktuell dabei, mir auf Bricklink die Teile dazu zusammenzustellen. Aber da liege ich momentan bei 500 Euro und habe erst ca. 2/3 beisammen. Insofern weiss ich nicht, ob ich diese Investition schlussendlich wirklich tätige.

    Von der haarstreubenden Anleitung hatte ich schon gelesen. Ist die neue denn nun wirklich zu was tauglich? Weil frustrierendes Aufbauen will ich mir bei dem Teilepreis ja doch auch nicht mwhr antun 🙂

    • Ich habe im Artikel gerade mal drei Beispiel-Seiten aus der neuen Anleitung abgebildet (Abschnitt „Vorsicht vor der Anleitung“ im orangefarbenen Kasten). Man bekommt insgesamt 5 PDFs als Anleitung mit teilweise bis zu 350 Seiten, d.h. die Schritte sind recht feingliedrig (teils werden nur einzelne Steine gesetzt), aber alles, was ich jetzt gesehen habe, ist großenteils fehlerfrei, baubar und übersichtlich. Es ist keine LEGO Anleitung mit zahlreichen schlauen Bau-Unterabschnitten, aber das ist ja klar.

  13. @David: Richtig guter Bau-Bericht! Das Fort ist der Hammer! Da soll sich nochmal einer über die Preise von LEGO beschweren! 😉 Ja, Rebricken ist halt nicht günstig, aber …. welches Hobby ist das auch schon?! 🙂

    Liebe Grüße aus dem schönen Baden!

  14. Ein echt beeindruckendes MOC, aber der Preis ist schon heftig.
    Ich habe schon einige MOC Bauanleitungen von Brickvault gekauft, da mein Hauptsammelgebiet Star Wars ist.
    Bis jetzt habe ich nur den Trexler Marauder gebaut, der war zwar mit 120€ an Gesamtkosten recht teuer, kam aber bei seinen über 1100 Teilen auf ein recht passables Preis pro Stein Verhältnis.
    Dadurch wird meine Lego Sammlung sowohl ausgewählter als auch detailerter.
    Klar bei Lego kann man für den gleichen Preis 4 Marauder plus Figuren bekommen, dafür sieht das MOC auch unfassbar gut aus

  15. Ich möchte unbedingt ein Set zu den Imperal Soldier haben.
    Als Kind der späten 80iger bzw. frühen 90iger ist das ein absolutes MUSS.
    An MOCs dieser Größe habe ich mich bisher nicht getraut.
    Es besteht aktuell auch noch die Hoffnung das über Ideas etwas passendes kommt.
    Falls nicht, werde ich mich wohl mit entsprechenden MOCs auseinander setzen.
    Erfahrungen habe ich bisher keine gesammelt.

  16. Schöner Bericht zu einem interessanten und beeindruckenden MOC. Danke dafür!

    Der Preis ist allerdings nicht ohne, wobei ich meine die Steine zusammengestellt vom Drittanbieter für etwa 260€ letzten gesehen habe. Mal schauen vielleicht wird es ja noch ein überraschender Spontankauf vor Weihnachten. Ein ‚haben will‘ hat der Bericht und Bilder schon ausgelöst…

    • Ja, es gibt da Alternativanbieter, die das Set anbieten – der Designer hat sich dazu aber ganz klar positioniert, dass es sich hier wieder um einen Design-Diebstahl handelt, und das ist für mich persönlich ein absolutes No-Go.

      Hello there!
      I’m the original designer for this MOC, and I’m aware of Vonado having this on their site. Vonado is improperly selling this design as per the terms of sale, and I’ve have never given my permission to them for posting it on their site. I’ve tried contacting the company several times, but have only been blocked. They are selling many MOCs from designers from rebrickable.com, all of which have been stolen.
      There is not much designers or rebrickable.com are able to do, the best way to navigate a situation like this one is to contact the original designer. Like Alazon posted, I do appreciate that they link directly to this page (and other rebrickable pages for other designers) for people to purchase the instructions from the original designer. If you have any questions please let me know!

      (Quelle)

  17. „Nachteil der knackig mit Platten belegten Baseplates ist allerdings der bekannte Effekt, dass diese durch die Spannung der Bauteile in eine leichte Krümmung kommen.“

    Passend zum Modell: imitiert den Wellengang der Karibik ^^

    Der nicht ganz so ernst geschriebene Baubericht und das Vorstellen des MOCs und von dir gemoddeten Bauwerks hat Spaß gemacht zu lesen. 👍

    P.S. wer sich nicht nur für die Piratenthematik aus Klemmbausteinen interessiert, dem empfehle ich den Comic/Graphic Novel „Raven“ von Mathieu Lauffray (Carlsen Verlag) – bisher erst nur ein Band erschienen. Und wer generell auf windjammernde Segelschiffe steht (und ein Faible für Klamauk hat) dem kann ich „Pit Pistol“ von R. Goscinny/A. Uderzo (wer kennt sie nicht 😉 ) nahelegen.

    • Vielleicht imitiert es sogar die Erdkrümmung… 😛

      Danke für die Tipps, kannte ich beides noch nicht. Ich kann für die Ohren übrigens „The Pirate History Podcast“ empfehlen, den haben die LEGO Designer von der Pirate Bay ebenfalls beim Entwickeln des Modells gehört, und natürlich die Serie „Black Sails“, die (wenn man über die ersten paar Folgen, die noch ihren Ton suchen, hinauskommt) sehr geschickt die historische Goldene Zeit der Piraterie in der Karibik mit der fiktiven Vorgeschichte zur „Schatzinsel“ kombiniert.

  18. Wow David, ein super umgebautes MOC das du zu deinem eigenen Eldorado gemacht hast.
    Als ich den Artikel überflog und die Bilder sah, musste ich mich beherrschen, denn für diesen Beitrag wollte ich mir Zeit nehmen und ihn genießen.
    Ich muss zugeben, dass die vielen verschiedenen Bricks und Farben in der Fassade auf mich erst ein wenig unruhig wirkten aber sobald ich mich daran gewöhnt hatte, gefiel mir diese aufgelockerte Bauweise doch sehr gut. Zumal sie ja auch durchaus realistisch ist, denn die Fassade bei einem Gebäude mitten im Meer wird, durch das umgebene Salzwasser, Stürme und starke Sonneneinstrahlung, bestimmt alles andere als geschont.
    Das ursprüngliche Dach gefällt mir zwar auch ganz gut aber ich tue mich auch schwer damit, aus den 1×1 round bricks nur halbe Ziegel zu sehen. (o; So finde ich die 1×1 Käseecken-Lösung sehr gelungen.
    Auf den vielen tollen Bildern habe ich ja auch entdeckt wo du die Orgel gelassen hast (die ich ja auch nachgebaut habe ;o). Du hast unheimlich viele kleine Details mit einfließen lassen und die vielen Tiere erst. Ich würde mich auch auf Bilder mit Figuren freuen (ich liebe Wimmelbilder) und könnte mir gut vorstellen, dass jemand auf dem Steg sitzt und angelt. Die transparenten blauen 1×2 Fliesen geben auch diesen schönen Wasserspiegelungseffekt.
    Dein großartiger Baubericht inspiriert mich endlich auch einen Gegenpol zu den Piraten zu moccen/modden. Figuren habe ich noch einige und evtl. kann ich für die Felsen und die Katakomben mal meine Kiste mit alten dunkel-und hellgrauen Steinen, Slops und Felsteilen verwenden.
    Ich würde sagen deine Mühe und Geduld haben sich wirklich gelohnt! Es ist ein wunderschönes Modell geworden das von der Vorderseite ein erstklassiges Displaymodell darstellt und sich von hinten super bespielen lässt. Und das absolute „Highlight“ ist natürlich noch die Beleuchtung!
    Vielen Dank David, für diesen tollen Einblick in deine Welt der Imperialen und ich freue mich schon sehr auf deinen Artikel zum Umbau der Piratenbucht (die abgerissenen Segel sind schon mal Top).😉

    • Ganz herzlichen Dank für dieses lange Feedback zum Artikel. Das ist einfach herrlich für uns Schreibende, wenn die längere Arbeit an so einem Text honoriert wird und sich jemand Zeit nimmt zum Lesen und Bilder-Anschauen. Und du hast Recht, die eher unruhige Fassade ist schon etwas weniger klar und streng als moderne (und erst recht ältere) LEGO Sets. Ich versuche auf jeden Fall mal ein Wimmelbild zu schießen, kann ich vielleicht mit dem Bay-Artikel nachreichen – ich musste die Festung aus der buchstäblichen Schussbahn nehmen, als wir kürzlich Besuch von Freunden und vor allem deren Kindern hatten. 😀

      • Sehr gern, war mir ein großes Vergnügen!
        Die Rettungsaktion kann ich sehr gut nachvollziehen.😂
        Ein Wimmelbild im Bay-Artikel wäre super.😉

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