Bricklink feiert den 20. Geburtstag: Infos zur Feier und Geschichte

Bricklink 20 Years

Am 19. Juni 2020 ist Bricklink 20 Jahre alt geworden und eigentlich sollte der runde Geburtstag ordentlich gefeiert werden. Leider hat die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Seit Montag wird das Jubiläum nun stattdessen mit einer virtuellen Zeitreise gewürdigt.

Bricklink ist in der LEGO Welt die erste Adresse, wenn es um die Beschaffung von Einzelteilen, Minifiguren oder um LEGO Sets geht. Der Katalog bietet für jedes Interessengebiet weltweit ein umfangreiches Angebot. Doch der Weg zum 20. Firmenjubiläum war nicht einfach, denn Bricklink hat einen sehr bewegende Vergangenheit durchlebt.

Am 19. Juni 2000 wurde das Unternehmen von Daniel Jezek gegründet und hat sich seitdem zu einer Institution für Händler und Fans rund um den Globus entwickelt. Doch mit den frühen Tod des Gründers im Jahr 2010 stand Bricklink vor existenziellen Herausforderungen, die aber zusammen mit der Hilfe der Nutzer gemeistert wurden. 2013 wechselte zum ersten Mal der Eigentümer und mit der Übernahme durch LEGO im November 2019 wurde das nächste Kapitel der Unternehmensgeschichte aufgeschlagen.

Wir stellen für euch den Zeitplan der virtuellen Feierlichkeiten vor und fassen die Bricklink-Geschichte in Kurzform zusammen.

Virtuelles Programm der 20-Jahresfeier

Die ursprüngliche Feier musste aufgrund der Corona-Pandemie verworfen werden und findet nun virtuell statt. Bricklink lässt sich zum Geburtstag nicht lumpen und hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Das Jubiläum wird immerhin über stolze 20 Tage gefeiert. Dabei wird in jeder Woche ein Abschnitt von der Gründung bis zur Zukunft thematisiert. Der Start war bereits am Montag, den 22. Juni. Die täglichen Posts könnt ihr hier finden. Diese Themen sind geplant:

  • Erste Woche: Rückblick auf die ersten 10 Jahre
  • Zweite Woche: Die Jahre 11-15
  • Dritte Woche: Die Gegenwart
  • Vierte Woche: Die Zukunft

Bricklink möchte den jeweiligen Zeitabschnitt aus allen Perspektive betrachten und deswegen haben sich die Verantwortlichen einen Wochenplan ausgedacht, der erst ins Wochenthema einführt und dann sowohl Mitarbeiter und Mitglieder berichten lässt. Zum Ende der Woche soll es ein kleines Quiz geben. Dieser Wochenplan ist angedacht:

  • Montags: Einführung in das Wochenthema
  • Dienstags: Spotlight
  • Mittwochs: Geschichten der Mitglieder
  • Donnerstags: Erlebnisse der Belegschaft
  • Freitags: Quiz mit Multiple-Choice oder offenen Fragen zur Woche

Zum 20. Geburtstag hat Eliska Jezkova, die Mutter des Bricklink-Gründers Daniel Jezek, ein bewegendes Video aufgenommen, in dem sie sich an die ersten Tage erinnert.

Kurzform der Bricklink-Geschichte

Die Gründung

Bricklink wurde am 19. Juni 2000 unter den Namen „BrickBay“ von Daniel Jezek, gegründet. „Dan“ wurde von der Auktionsplattform Ebay dazu inspiriert. Er merkte, dass sich LEGO gut über das Vorbild verkaufen ließ und wollte eine eigene, spezielle Website erschaffen, die LEGO Produkte im Fokus hat. Er startete das Projekt mit LEGO Auktionen und einer Handvoll von Shops. Dan merkte schnell, dass das Interesse an der Website sehr groß war.

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Bricklink startete als „BrickBay“

Schon im ersten halben Jahr erreichte „BrickBay“ einen Umsatz von gut USD 170.000 und ein Jahr später standen fast USD 900.000 Umsatz in den Büchern. Die Website war so erfolgreich, dass sich schon im Jahr 2002 Ebay mit der nachdrücklichen Bitte einer Namensänderung meldete. Also entschloss man sich möglichen Streitigkeiten aus den Weg zu gehen und änderte den Namen in Bricklink.

Bricklink Historie
Früheres Design der Bricklink Website

In den Folgejahren wuchs Bricklink immer stärker und lebte dabei von den vielen Rückmeldungen der Nutzer. Es gelang den Service zu erweitern, die Produktpalette stark auszubauen und viele neue Funktionen anzubieten.

Im Jahr 2010 gelang Dan ein weiterer wichtiger Schritt, um die erwachsenen LEGO Fans rund um den Globus näher zusammen zu bringen. Er implementierte eine internationale Währungsumrechnung, die es jeden Nutzer ermöglichte, die Preise in der jeweiligen Heimatwährung zu sehen. Der Besucherzähler registrierte zu diesem Zeitpunkt etwa 50 Millionen Seitenaufrufe.

Dan Jezek starb überraschend

Der 24. September 2010 schockte alle Bricklink-Fans. Der Gründer, Dan Jezek, verstarb durch einen tragischen Unfall und hinterließ ein Unternehmen, das ganz auf ihn zugeschnitten war. Um viele Dinge kümmerte er sich in langen und hingebungsvollen Arbeitstagen selbst, so dass es für seine Familie und Partner eine sehr große Anstrengung bedeutete, Bricklink nach seinen Tod am Leben zu erhalten. Erst einen Monat nach seinen Tod informierte die Familie über das Ableben des großartigen Gründers.

Bricklink 20 Years Dan Missing You

Die Hilfsbereitschaft der Community war überwältigend. Es meldeten sich viele Nutzer, um freiwillig Aufgaben zu übernehmen, wie zum Beispiel als Chatmoderator oder als Administrator auszuhelfen. Durch den beherzten Einsatz der Community gelang es Bricklink wieder in eine normale Geschäftstätigkeit zu überführen, die von Dans Mutter geführt wurde.

Die Eigentümerwechsel

Doch in 2013 wurde Bricklink Opfer des rasanten Wachstums. In den drei Jahren nach Dans Tod zählte Bricklink über 125 Millionen Seitenaufrufe. Die Systeme kamen mit der zunehmenden Last immer schwerer zurecht. Als Folge davon wurde die Website immer langsamer und die Ausfallzeiten nahmen zu, was wiederum zu einer schwierigen finanziellen Lage führte. Die logische Konsequenz war der Verkauf von Bricklink an die koreanische Gesellschaft NXMH, die Bricklink im Sinne der Gründerfamilie fortführte.

Nach einigen Investments in Börsen für Kryptowährungen (z.B. Bitcoin) wollten die Koreaner sich auf das Kerngeschäft konzentrieren und beschlossen Randaktivitäten zu verkaufen. Im November 2019 verkaufte dann NXMH Bricklink an LEGO. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Im LEGO Geschäftsbericht 2019 lassen sich jedoch einige Hinweise finden, die darauf hindeuten, dass der Kaufpreis wahrscheinlich 50 Mio. Euro oder sogar noch mehr betragen hat. Obwohl LEGO damals ankündigte Bricklink eigenständig zu lassen, wurden schon ein Woche später die Nutzerbedingungen umfassend geändert. Es bleibt also spannend, die Zukunft von Bricklink weiter zu verfolgen.

Die ganze Geschichte mit allen Details könnt ihr euch auf der Website danjezek.com durchlesen. Zusätzlich möchten wir euch auch das Interview von Beyond the Brick mit Dans Mutter ans Herz legen.

Fazit

Dan Jezek hat sich mit Bricklink selbst ein Denkmal in der LEGO Welt gesetzt. Mit unglaublich viel Leidenschaft für LEGO, einen enormen Arbeitspensum und den Willen sich gegen große Widerstände durchzusetzen, schaffte er es, Bricklink zu der wundervollen Plattform zu machen, wie wir sie heute kennen.

Der tragische Tod versetzte Bricklink für Wochen in eine Schockstarre, die nur durch sehr große Anstrengungen und mit hingebungsvoller und selbstloser Unterstützung der Community bewältigt werden konnte. Letztendlich gelang es aber nicht die größer werdenden Probleme in den Griff zu kriegen, so dass Bricklink 2013 die Unabhängigkeit verlor. Ob durch den Weiterverkauf an LEGO in 2019 der ursprüngliche Geist von Bricklink erhalten bleibt, kann nur die Zukunft zeigen. Ich würde es mir sehr wünschen.

Ich bin gespannt auf die virtuelle Reise durch die Bricklink-Historie und finde es eine sehr gute Idee, um in Zeiten der Pandemie trotzdem den 20. Geburtstag würdig zu feiern. Ich werde mir mit Sicherheit die Berichte durchlesen. Besonders neugierig bin ich schon auf das Kapitel „Zukunft“.

Kennt und nutzt ihr Bricklink? Wie lange begleitet ihr schon die Teilebörse? Glaubt ihr der Geist vom Gründer wird durch die Übernahme von LEGO weiterleben? Werdet ihr euch die virtuelle Zeitreise ansehen? Schreibt uns eure Gedanken in die Kommentare.

Über Oliver 27 Artikel
Fan des Classic Space, Technik-Begeisterter und Freund von Creator 3-in-1. Ständig auf der Suche nach den kleinen Besonderheiten im LEGO Sortiment und interessiert an den Hintergründen im Spielwarenmarkt.

9 Kommentare

    • Ich glaube es gab sogar einen Artikel dazu hier. Viele Fans hatten aber befürchtet das lego zu viele Anpassungen an der Website durchführen und die Qualität mindern könnte.

  1. Großartige Website. Ich benutze die Stud.io App fast täglich um kleine und große Projekte umzusetzen und Steine bequem über die wanted list zu bestellen, ohne Stunden damit zu verbringen die Shops einzeln zu durchsuchen. Ich war wirklich froh die Webseite entdeckt zu haben.
    Danke für die tolle Arbeit.

  2. Bricklink ist nicht nur ein toller Marktplatz, sondern auch eine ganz fantastische Datenbank. Wenn ich einen bestimmten Stein suche oder wissen will, in welcher Farbe dieser grundsätzlich verfügbar ist, führt für mich kein Weg an Bricklink vorbei.
    Der Einstieg im Bricklink ist nicht ganz leicht. Wenn man aber einmal die Grundzüge verstanden hat, kommt man mit der anfänglich etwas krude erscheinenden Bedienung gut zurecht. Nein, man merkt es darf gar nicht anders sein. Ich hoffe man widersteht Versuchen der Verschlimmbesserung.

    Ich danke allen, die Bricklink zu dem gemacht haben was es jetzt ist. Und ich wünsche uns, dass dieses auch noch lange so bleibt.

  3. Seit BrickLink von Lego übernommen wurde, scheint einiger Sand ins Getriebe geraten zu sein.

    Ich warte seit mehr als 6 Wochen auf eine Antwort auf eine Anfrage beim Kundenservice. Außer einer Ticket Nummer habe von denen aber nichts gehört – auch nicht auf mehrmaliges Nachfragen unter Angabe der Ticket Nummer.

  4. Ich bin wenige Wochen nach Auftauchen aus den Dark Ages auf BL gestoßen, weil ich ven Anfang an mehr MOCcer als Set-Käufer war. Inzwischen bin ich täglich bei BL am Stöbern, bei lego.com max 1x/Monat.
    Danke für den Bericht!

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