LEGO erzielt Trademark-Sieg gegen LEPIN in UK

LEGO gewinnt gegen Lepin

Ein weiterer Sieg gegen den chinesischen Hersteller etlicher Klemmbaustein-Plagiate konnte LEGO kürzlich im United Kingdom erzielen. Das Amt für geistiges Eigentum des Vereinigten Königreichs (UKIPO) hat dem dänischen Spielzeughersteller LEGO einen Sieg beschert, nachdem es die Marke „LEPIN“ eines chinesischen Rivalen für ungültig erklärt hat.

Unter dem Namen „LEPIN“ vertreibt ein chinesischer Spielwarenproduzent viele Kopien bekannter Sets von LEGO.

Am 8. Juni 2017 hatte die Shantou Chenghai District Longjun Toys Factory Co., Ltd die Markenanmeldung für die Marke LEPIN eingereicht. Die Marke wurde am 1. September 2017 registriert. Am 6. Februar 2018 beantragte LEGO Juris A/S die Zulassung nach dem gültigen Markengesetz von 1994 für ungültig zu erklären.

LEGO musste unter anderem stichhaltig beweisen, dass die eingetragene Marke im betroffenen Zeitraum auch genutzt wurde und legte hierfür Umsatzzahlen in unterschiedlichen europäischen Staaten vor. Außerdem wurde anhand von Bildern und Beschreibungen der britischen Amazon-Seite verdeutlicht, dass nicht nur das Logo ähnlich ist, sondern die geistigen Ideen an Themen, Sets, Grafiken und Lizenzen komplett kopiert wurden, so dass es zu Verwechslungen kommt.

Zudem wurde anhand von Kundenkommentaren aufgezeigt, dass manche Kunden davon ausgingen, dass es sich bei LEPIN um originale Sets des dänischen Plastiksteinherstellers handeln würde, die lediglich für den Export nach Asien bestimmt seien. Damit widersprach man der Angabe des chinesischen Anmelders, dass Kunden grundsätzlich nur auf den Wortlaut achten und so die Marken LEPIN und LEGO sofort unterscheiden könnten.

Obwohl das Logo von LEPIN bei Markeneintragung ohne spezifische Farbkennzeichnung eingereicht worden war, wurde neben der farblosen Marke auch auf die Nutzung möglicher Farben eingegangen. Lustig gerade in diesem Abschnitt war für mich beim Durchlesen des Urteils, dass manche Kommentare besonders viel Einfluss hatten und tatsächlich zeigten, wie irritiert manche Kunden von dem chinesischen Logo tatsächlich sind. Da wurde LEGO beispielsweise vorgeworfen, dass statt Star Wars STAR WNRS auf der Packung neben ihrem Logo steht. Es handelte sich aber um eine Kopie von LEPIN.

LEPIN Fälschung

Letztlich erklärte die UKIPO den Antrag auf Nichtigerklärung in vollem Umfang als erfolgreich und die Registrierung gilt als nie als erfolgt. Die Gesamtkosten für die Verhandlung wurden auf 3.100,- Pfund festgelegt und die Übernahme der Summe wurde Shantou Chenghai District Longjun Toys Factory Co., Ltd vollständig zugewiesen. Das Urteil wurde von Judi Pike am 19. März 2019 gefällt. Die Zahlung der Kosten muss innerhalb von 14 Tagen an LEGO erfolgen oder Rechtsmittel müssen ergriffen werden, um das Urteil anzufechten.

Wer sich das gesamte, sehr interessante Urteil einmal komplett durchlesen möchte, kann sich die Urteilsverkündung auf der Webseite der UKIPO als PDF herunterladen und sämtliche Details mal ausführlich begutachten. Mir persönlich wurde tatsächlich nochmal bewusst, wieso es für mich einfach moralisch nicht vertretbar ist, die Machenschaften von LEPIN durch einen Kauf zu unterstützen.

Wenn LEGO sich Lizenzen sichert, Anleitungen erstellt, Sets entwirft, Packungen gestaltet und jemand anders kopiert das unter einem anderen Logo, ist das für mich definitiv keine Kleinigkeit, mit der man etwas Geld sparen kann. Es gibt ja durchaus auch legale Wege alternative Noppensteine zu vertreiben, mit eigenen oder legal gekauften Ideen und sogar großen Lizenzen, wie einige andere Firmen des Klemmbausteinmarktes eindrucksvoll beweisen. Da muss man meiner Meinung nach keinem anderen Unternehmen Ideen und Designs stehlen.

Wie seht ihr den Kampf von LEGO gegen die so genannten Copycats? Ist es ein Kampf gegen Windmühlen? Habt ihr euch schon mal Sets von solchen Imitaten gekauft? Oder habt ihr mal eine legale Alternative ausprobiert? Und ward ihr damit zufrieden?

 

Über Ryk Thiem 90 Artikel
Aloha. Mein Name ist Ryk Thiem. Geek. Methusalem. Spielkind. Catlover. AFOL. Instagramposter. Gelegenheitsblogger. Unzuverlässiger Podcaster. Teilzeit-YouTuber.

45 Kommentare

  1. Es sind schlicht Raubkopien, geistiger Diebstahl. Fertig.
    Frech ist, der Versuch „Lepin“ als Marke rechtskräftig eintragen zu lassen. Legos Rechtsabteilung ist ja geübt mit solchen Fällen 🙂

  2. Persönlich finde ich den Punkt.
    „LEGO musste unter anderem stichhaltig beweisen, dass die eingetragene Marke im betroffenen Zeitraum auch genutzt wurde…“

    Hier kommt die Frage auf, wieso ist dies nur für eine Marke so und nicht etwa Designs?
    Ich finde nicht gut was Lepin macht, jedoch wäre es aus Sicht eines normalen Lego Kunden interessant, wenn das Recht auf ein Design, ähnlich zu einer Marke, bei Nichtbenutzung verfällt.

    Ein fairer Zeitraum wäre hier finde ich hier 5 Jahre. Wenn Lego ein Design (in diesem Fall ein Modell) 5 Jahre nicht mehr vertrieben hat müssen sie es entweder Neu auflegen, gern mit kleinen Verbesserungen oder jeder andere Klemmbausteinhersteller darf sie anschließend als Steinsammlung verkaufen.

    Dies wäre schlecht für Sammler, weil es dann keine Wertsteigerung mehr gäbe, weil Lego dann ständig alle Modelle anbieten müsste, für Neueinsteiger und MOCs wäre das aber sehr schön.

    • Sehe ich persönlich anders. Einen gewissen Teil des Reizes bei diesem Hobby ist ja auch das Sammeln begehrter Sets. Wenn es diese ständig gäbe wäre der Wert tatsächlich sehr gering.
      Bei Patenten wird es ja tatsächlich so gemacht, dass diese nicht beliebig verlängert werden können. Dabei geht es aber eher um Sachen für die Allgemeinheit wie z. B. Arzneimittel. Überleg mal jedes Markenmuster wäre nach 5 Jahren frei verfügbar. Zumal dann auch nicht gewährleistet ist, dass die Qualität gleich bleibt.
      Für mich sind und bleiben LEPIN Sets Raubkopien. Daher finde ich das Urteil auch gut. In wie weit das Auswirkungen hat wird sich noch zeigen müssen.

      • …und bei Arzneimitteln beträgt die maximale Schutzfrist 20 Jahre.

        @ronny:
        Warum ist es so schwer, die geistige Leistung und die damit verbundenen Schutzrechte anzuerkennen?

      • Ich gebe absolut Recht, was LEPIN macht ist nicht in Ordnung! Aus diesem Grund finde ich dieses Urlaub auch absolut richtig! Jedoch finde ich das es bei Lego weniger um das Sammeln geht sondern vielmehr darum seine eigene Welt zu erschaffen.

        Selbst geht es mir so, das ich sehr gern eine Eisenbahnwelt erbauen würde, was mir jedoch verwehrt bleibt, da es diese schönen alten Zugsets in der Art nicht mehr gibt.
        Aus diesem Grund wäre ich persönlich daran interessiert wenn es eine Möglichkeit gäbe druck Auszuüben, das ältere Sets weiterhin (mit maximal 5 Jahren Pause) verfügbar sein müssen, weil sonst die Rechte daran verloren gehen.

        Ich weis es gibt Bricklink und die ganzen alternativen Wege, jedoch treibt dieser künstliche Mangel den Preis stellenweise so stark, das es keinen Spass macht.

        Nehmen wir die großen gelben Federn wie aus dem 4×4 Crawler. Durch so eine Regelung müsste Lego nun langsam dieses Modell (gern abgeändert) wieder auf dem Markt bringen, was sofort dafür Sorgt das die Teile wieder verfügbar wären.

        Ich meine damit explizit nicht zwangsweise 1 zu 1 wieder auf den Markt bringen, sondern eben gern entsprechend angepasst durch neue Teile oder Farben, das Grunddesign muss ähnlich genug sein. Auch geht es mir nicht darum das Kopieren zu erlauben, sondern schlichtweg druck aufzubauen, das sie lieber das selbe Modell ohne Veränderungen noch einmal veröffentlichen als den anderen zu Erlauben es zu kopieren.

          • Ich habe mir bei Steingemachtes ein XiagBao Set gekauft. Und ich bin sehr begeistert von Preis/Leistung und Design. Ich kann nur empfehlen mal andere Wege zu gehen. Und ab Sommer kommt wohl ein riesiges Castle Grayskull von MegaConstrux. Das kann mir Lego eben nicht bieten. Dei Qualität ist bei Lego allerdings noch am Besten. Die Preispolitik allerdings treibt mich zu guten Alternativherstellern.

        • @ronny:
          Ich kann mich daran erinnern, als Lego seine aktuellen Technic-Modelle angekündigt hat. Mit dabei ist die kleine Hubarbeitsbühne (42088). Das Set ist ein 1:1 Remake der 42031 aus dem Jahr 2015. Das Fanecho war sehr verhalten. Ich stelle mir jetzt vor, dass Lego durch die Idee gezwungen wäre, alle fünf Jahre das Sortiment zu wiederholen….

          Das größte Problem bei den alten Sets sind die hohen Einzelteilpreise. Ohne ganz tief in dem Thema drin zu sein, gehe ich davon aus, dass es Möglichkeiten gibt, andere Legosteine zu finden als im „Altset“ verbaut sind, bei nahezu gleicher Wirkung. Beispiel: Beim R2-D2 (10225) kosten die kleinen Schläuche (x131c) locker €25 das Stück. Das Teil vernünftig anders gebaut und schon ist das Set schlappe €100 preiswerter.

          Über Konkurrenz der Klemmbausteinanbieter kann gerne geredet werden. Zwingende Voraussetzung: Legal!

        • Wie schön wäre es, wenn Lego einfach zum größten Bricklink Einzelteile Produzenten selber würde, bei dem man seine Einzelteile direkt bestellen kann? Indem schlichtweg massiv einzelne Steine produziert und verkauft werden, zu einem festen Einzelteilepreis, der in etwa dem der Sets entspricht bzw. dem angepasste Preise für größere Teile. Ohne künstliche Verknappung für besonders seltene Schläuche, Hauben und sonstige Teile.

          Mit Printteilen ist das etwas anderes und diese könnten gerne die Exklusivität der jeweiligen Sets darstellen aber auch bei allen Uniformierten (Star Wars Soldaten etc.) habe ich mir stets gewünscht, dass man einfach Truppen en-masse kaufen könnte, ohne die ganzen Steine noch dazu, für die man zahlt und die man eigentlich nicht braucht.

          • @Retro dies wäre die Alternative zu meinem Vorschlag, die mir am liebsten wäre. Ich stimmte zu 100% zu. Fehlende Printteile sind egal.

          • Sehr gerne.
            Als Folge würden die Resellerpreise nicht so weit steigen. Die Sets wären nachbaubar.

      • Geht es bei Lego um das Spielen oder um das Sammeln??
        Ich glauge ich habe da was falsch verstanden!#
        Ist es verwerflich ein Set zu kopieren oder ist es verwerflich auf geringe Auflagen zu setzen und kurze Marktverfügbarkeit, damit die Preise möglichst hoch angesetzt werden können!
        Ich würde sagen beides, sowol LPIN die Kopieren wie auch LEGO die Spekulieren, gehören an den Pranger!!!

        • Naja, während LEGO sich legal den Regeln der Marktwirtschaft unterwirft, stiehlt LEPIN geistiges Eigentum. LEGO ist per Definition sogar als Unternehmen wie jeder Betrieb egal welcher Größe zur Gewinnmaximierung verpflichtet.

          Wie der Käufer mit einem Produkt verfährt ist zudem jedem selbst überlassen. Ob jemand Sammler, Wiederverkäufer, Investor oder Spielkind ist, spielt weder rechtlich noch moralisch eine Rolle. Und von Preisen auf dem Zweitmarkt profitiert LEGO ohnehin nicht.

    • Ich finde ein Verfallsdatum von 5 Jahren für geistiges Eigentum ganz schön ungerecht. Wenn du ein Buch schreibst und da richtig Arbeit und Zeit reinsteckst und dann bringst du es stolz auf den Markt und dann wird es ein-zweimal aufgelegt und danach ein begehrtes Sammlerstück, fändest du es dann auch fair, dass bereits 5 Jahre nach der letzten Auflage irgendjemand kommen und dein Buch erneut herausbringen kann und dir nichts dafür zahlen muss?

      • Ich verstehe die Argumentation und gebe ihr recht.

        Nur wenn man mit dem Buch noch so viel Geld einnehmen kann, das es sich für einen dritten lohnt es erneut zu veröffentlichen, warum veröffentlicht man es dann nicht stattdessen selbst erneut um eben die Veröffentlichung durch dritte zu verhindern?

        Meine Argumentation geht es um den Zwang geistiges Eigentum nutzen zu müssen, so wie man eine Marke nutzen muss. Wenn man denkt, dass das die Nutzung geisten Eigentums die Kosten nicht mehr deckt, dann entsteht auch kein Schaden, wenn jemand anders es weiter nutzt.

        • Andernfalls ist die Praxis eine Marke nutzen zu müssen unfair.

          Mir geht es also um die Diskrepanz das der Gesetzgeber findet, das man eine Marke nutzen muss, jedoch nicht das geistige Eigentum.

        • Also, wenn du dieses Buch schreibst und dann fällt die Zahl der Verkäufe unter 100.000 und man entscheidet sich, das Buch nicht noch einmal neu aufzulegen, sondern vielleicht 10 Jahre zu warten, dann fändest du es ok, wenn nach 5 Jahren jemand dein Buch rausbringt und dir nichts dafür zahlt. War ja nicht genug Nachfrage dafür da, also kann auch jemand anders gern versuchen, eine Nachfrage zu generieren, und weil er dann dein Buch mit Fehlern und auf billigem Papier rausbringt, generiert er damit Geld, und du kriegst keinen Cent dafür. Das wär dann ok für dich. Aha.

  3. Ich fand es erschreckend, dass es nahezu zeitgleich einen nahezu identischen Mustang von Lepin gab. Hier muss es ja eigentlich bei Lego eine undichte Stelle geben. Wie soll man das sonst erklären?

  4. Wenn Lego die Preise nicht ins astronomische heben würde, wäre es mit Lepin schnell erledigt.
    Aktueller Tiefpunkt meiner Meinung nach das Steamboat Willie Set. Ich finde Lego quetscht die Kunden teilweise sehr aus.

    • Wir reden hier aber nur über Lizenzprodukte oder..?

      Könnte es sein, dass bei der Preisgestaltung die Lizenzgeber – hier Disney – ein gehöriges Wort mitzureden haben?
      Über 10% aller Kosten (ca. 360 Mio EUR) entfallen auf Lizenzgebühren – bei einzelnen Sets mit Sicherheit mehr. Darüber hinaus entwickelt und produziert in Dänemark – ein Hochpreisland hinsichtlich der Lohnkosten.

      Nach der Logik ist Schwarzarbeit gerechtfertigt, da ja die regulären Handwerkerleistungen so teuer sind. Da sind nunmal Lohnnebenkosten und Umsatzsteuer enthalten.

      Wenn ich ein Set zu teuer finden, warte ich entweder auf gute Angebote oder es wird nicht gekauft.

        • Eine kurze Stichprobe, der letzen von mir gekauften Sets hat ergeben, dass die Sets in Tschechien produziert wurden (Buchstabe „S“ auf Siegel o. Verpackung). Im Vergleich zu China mit Sicherheit kein Niedriglohnland.

          Bleibt noch die Frage, wo Lego die Sets entwickelt. Sicher nicht in China.

  5. Lepin hat ja auch schon vor einem chinesischen Gericht gegen Lego verloren, ihre Geschäftsgebaren aber keinesfalls verändert. Mich würde es eher interessieren, woher Lepin Bilder des fertigen Sets, Teileauswahl und Anleitung herbekommt. Kann nur von Lego kommen. Und zwar von einer oder mehreren Personen, die Zugang zu allen Bereichen hat, also nicht nur zum Verpackungsdesign! Ich finde, da ist Lego uns eine Erklärung schuldig.

  6. Meines Erachtens sollte Lego mal versuchen Firmen wie Lepin auf hohen Schadenersatz zu verklagen. Dieser Aufwand der hier leider vom Gericht eingefordert wird ist für mich nur schwer nachzuvollziehen. Immer und immer wieder alles belegen. Das Lepin allein vom Logo, den verwendeteten Farben und dann auch noch den nahezu iedentischen Verpackungsdesigns alles kopiert ist doch offensichtlich. Die nächste Frage ist, ob Disney ebenfalls gegen Lepin vorgeht, oder dieses nicht kann, weil im Logo ein Buchstabe getauscht wurde und es somit aussichtlos wäre.

    • Das Problem ist in vielen Branchen noch viel größer aber man müsste die Firmen in China verklagen und dieser Staat schützt seine auf Diebstahl basierte Plagiats Industrie. Dort werden ganze Züge 1zu1 nachgebaut von staatlichen Firmen.

  7. Hallo

    Ich bin der Meinung,dass es nicht ok Ist was Lepin macht.
    Aber Lepin hat nicht nur Kopien sondern auch eigene Sachen wie den Königsegg oder ander Wagen die Lego nicht Betreibt.
    Zumal finde ich dass Lego immer teurer wird kuggt euch doch nur mal das Verhältniss von bugatti an . Hier kostet der über 200€ bei Lepin bekommt man den für knapp 100€ .
    Wie de Youtuber Held der Stein sagt immer teurer für weniger Qualität.

    Ich finde Lego sollte mit seine Preisse runter gehn .

    Mit freundlichen Grüßen
    Mecky

    • Letztlich hat aber LEGO auch die Zeit, das Personal und deren Kreativität investiert, den Entwurf für die Umsetzung zu realisieren, Lizenzen erworben, das Marketing bezahlt, die Gestaltung der Bauanleitungen und Packung übernommen. Das sind nur einige Beispiele für finanzielle Investitionen, die bei einer Kopie wegfallen.

    • Eine Sache, das Wort Lepin und denn Held der Steine in einem Kommentar, wo nicht ausdrücklich steht, das der Held niemals ein Plagiat von Lepin kaufen würde, finde ich eine falsch herübergebrachte Argumentation. Der Helden sagt zwar das Lego teuer ist, aber niemals würde er ein Lepin Plagiat kaufen! NIEMALS!

  8. Ich beglückwünsche Lego zu diesem Urteil. In 95% aller Fälle würde ich nie zu Lepin greifen und habe es bisher auch noch nicht – aber ich sehe eben doch auch Ausnahmen, in denen es für mich moralisch legitimiert wird.

    Lego ist teuer; sehr teuer. Den Marktpreis zu diktieren ist ihr gutes Recht allerdings nehmen die Preise für EOL oder exklusive Sets, die schon im normalen Verkauf eigentlich überteuert waren, schlichtweg absurde Preise an. Hier wurde ein riesiger Markt an Resellern und Spekulanten geschaffen, bei dem Sets rein gekauft wurden um sie später wieder maximal gewinnbringend zu veräußern.

    Ich kann das nachvollziehen, solange es nicht bei limitierten Sets (siehe Target) durchgeführt wird, habe selbst bereits darüber nachgedacht z.B. den Millenium Falken rein zum Weiterveräußern in 10 Jahren zu kaufen und finde es nicht verwerflich von Seiten der Reseller, für ihr Risiko und die Lagerung einen Gewinn sich zu erhoffen.

    Aber muss dass dennn so sein? Wenn ein Set EOL ist, dann macht Lego absolut keinen Verlust, wenn jemand anderes die Sets nahezu identisch nachproduziert. Echte Sammler bekommen doch sowieso Bauchschmerzen, wenn sie nur darüber nachdenken, dass ihre Lieblingsmodelle eigentlich von einer reinen Plagiatskompanie sind. Und wenn ich heutzutage gerne die Ghostbusters Station zusammen mit Ecto-1 und der Monsterhunter Villa gerne hätte und dann daran denke, was ich im Second Hand Verkauf dafür zahlen darf, dann erscheint mir Lepin tatsächlich wie ein Verbrechen ohne Opfer. Auch bei den chinensischen Neujahrssets habe ich angefangen, darüber nachzudenken. Ich kann jedoch verstehen, wenn Leute, die um den Werterhalt ihrer Lego Objekte bangen, hier anderer Meinung sind.

    • haben sie den artikel überhaupt gelesen?
      es gibt anscheinend genug menschen da draußen, die denken lepin = lego! wenn diese jetzt bestellen, ein lego set erwarten und nur billigen lepin schrott bekommen. was glauben sie, wer hat den schaden…?

      und die Argumentation: „alte sets werden ja nicht mehr produziert und vertrieben, also ist es ok wenn drittanbieter diese kopiert und unter ihren namen verkauft.“ ist sowas von schwach.

      • Wenn sie derart schwach ist würde ich mich sehr für ein griffiges Gegenargument interessieren, natürlich habe ich den Artikel gelesen und woran machst du fest, dass „da draußen anscheinend mehr als genug Menschen denken Lepin = Lego“ und das nicht einfach nur eine Schein-Argumentation Legos ist, sich eines lästigen Konkurrenten zu entledigen?

        Das Argument der Verwechslungsgefahr wirkt etwas herbeigezogen. Ich wage die Behauptung, dass wer Lepin kauft, dies absolut bewusst macht. Das liegt schon darin begründet, dass man abgesehen von Ali Express nicht wirklich es beziehen kann und trotz aller Versuche seitens Lepin, die Optik der Legoverpackungen zu kopieren, nie innerhalb der westlichen Welt in die Verlegenheit kommen wird, Lepin in irgendwelchen Regalen zu finden und bei kompletter Legasthenie mit Lego zu verwechseln. Wer denkt, dass Lepin = Lego ist, dem ist – pardon – nicht zu helfen.

        Und den Schaden hat zumindest bei allen aktuellen Sets Lego. Aber das habe ich ja nie bezweifelt. Nüchtern betrachtet liefert Lepin ein weitaus besseres Preis-Leistungs Verhältnis. Die Frage ist also eine rein moralisch-ethische, um die es mir auch ging, da jeder hier bestimmt seine Grenzen und Maximen individuell zieht was vertretbar ist, was nicht und warum.

  9. Was bedeutet das Urteil jetzt eigentlich? Darf Lepin, z.B. bei Amazon.co.uk, nicht mehr im UK verkauft werden, da es jetzt keine eingetragene Marke mehr darstellt oder werden sogar Pakete die aus dem Ausland kommen und Lepin beinhalten einbehalten?

    • Im Zweifelsfall verkaufen die sowieso in China an Zwischenhändler die es weitervertreiben. Amazon ist leider völlig egal ob Plagiate gehandelt werden und weist jegliche Verantwortung für den Marketplace von dich.

  10. als ich zum ersten Mal was von lepin gesehen habe, bin ich auch davon ausgegangen, daß Lego seine Produkte in Asien unter diesem Namen vertreibt. Der Millenium falcon ist bis auf einige Farbabweichungen eine 1:1 Kopie. Wirklich alles geklaut von Lego. Ich finde so einen dreisten Diebstahl geistigen Eigentums verachtenswert. Niemals würde ich solche Kopien kaufen, egal wie billig sie zu haben sind. ob das irgendwas ändert ist fraglich. Entweder die kopieren einfach unter einem anderen Firmennamen, oder die Kopien werden nur noch in China direkt vertrieben. der chinesische Markt ist so groß, daß andere Länder unwichtig sind. so wurde es auch bei Airbus gemacht. Chinesen kauften ein paar Flugzeuge eines Modells, haben die umgehend zerlegt und kopiert. Diese Kopien dürfen zwar nur in China fliegen, bringen aber trotzdem einen enormen Gewinn an Geld.

  11. Naja Lepin ist eben wesentlich günstiger, der Qualitätsunterschied ist auch nur noch kaum zu merken. Lego muss mit den Preisen runter. Wer käuft sich denn Staubfänger für 360Euro?? Ja gut gibt den ja jetzt Teilweise schon für 220Euro. Für 73 Euro konnte man den Bugatti, 40 Euro den neuen Porsche und schließlich 40Euro den neuen Mustang die Tage mit Gutscheinen erhalten. Die könnte man sich schön hinstellen und hatte auch den Aufbauspass. Richtig ist das nicht. Original Legosteine riechen und fühlen sich wesentlich hochwertiger an. Von den Farben sind die echt glänzender. Passen auch wesentlich besser. Gerade bei den kleinen spezial Teilen braucht man schon Modellbauerqualitäten 😉. Teilweise merkt man es aber nur kaum. Anstatt Millionen in solche Rechtsstreitigkeiten zu investieren, sollten die von Lego die Preise mal anpassen. Die kopieren die Sets doch sowieso weiter. Lego muss mal wieder alles richtig ordnen VERTRIEB, LOGISTIK und die Setauswahl. Wir als Kunde bezahlen im Endeffekt für Ihre Fehler mit. Alles mal optimieren dann bekommen die gute Preise.

    • Du meinst also ernsthaft, Lego sollen nicht gegen Produktfälscher vorgehen? – Wow!
      Gleichzeitig forderst Du Lego solle mit den Preisen runter. Am besten höchstens die Hälfte oder so. Gut dann schauen wir mal was passiert:

      Der Legoumsatz wird sich in etwas halbieren. Vielleicht kommt etwas mehr Nachfrage bei den reduzierten Preisen dazu. Also wird der Umsatz „nur“ um 35% fallen. Der Kostenblock für Löhne, Design, Entwicklung, Lizenzen und Vertrieb kann allerdings nur unwesentlich sinken. Wir wollen doch keine Legomitarbeiter vor die Tür setzen oder…?

      Dann rechnen ich mal:
      Umsatz lt. Jahresbericht 2018 war ca. 36,5 Mrd DKK. Davon bleiben über 23,7 Mrd DKK.
      Der Kostenblock bleibt in etwa in der gleichen Höhe erhalten. Gut man kann natürlich Personal entlassen und Leiharbeiter einstellen – kommt aber nicht so gut an. Nehmen wir an, die Kosten könnten um 10% gesenkt werden.
      Von den 26,6 Mrd DKK verbleiben noch fast 24,0 Mrd DKK über.

      Dann bleibt Lego unter dem Strich – Moment ich rechne:

      Umsatz 23,7 Mrd. DKK
      Kosten 24,0 Mrd. DKK

      ein Gewinn von -0,3 Mrd. DKK übrig. Jetzt müssen wir noch ein paar Steuern abziehen, was nicht ubedingt positiv für das Ergebnis ist und fertig.
      Der jährliche Verlust wird bestimmt mehr als 500 Mio. DKK betragen. Dabei hat ist das unternhemerische Risiko mit keiner Krone bezahlt worden. Sieht nach einen tollen Plan aus.

      Man könnte natürlich aus die teueren Lizenzen einfach nicht mehr Nutzen. Damit werden ungefähr 2,5 Mrd DKK gespart. Allerdings muss man dann auch die Umsätze mit Star Wars, Minecraft, Marvel, Batman, Lego Movie etc. abziehen. Ich vermute damit werden sicherlich mehr als 10% des aktuellen Umsatzes betroffen sein. Ich schätze wohlwollend 25% – eher mehr.

      Also nachmal rechnen:
      Umsatz vor Lizenzen 23,7 Mrd. DKK; nun 17,8 Mrd. DKK
      Losten vor Lizenzen 24,0 Mrd. DKK; nun 21,5 Mrd. DKK
      Verbleibt ein Gewinn von – 3,7 Mrd. DKK
      Hmmm, es ist nicht besser geworden.

      Bei dieser Berechnung sind die Preise „nur um 50% gesenkt worden und damit nicht mal in der Nähe der Raubkopierer.
      Die Forderung, Lego muss mit den Preisen runter, mag für ein einzelnes Set durchaus sinnvoll sein, aber in Summe wäre Lego innerhalb weniger Jahre insolvent.

      1. Lizenzen sind in der Spielwarenindustrie überlebenswichtig. Es gibt sogar große Adresse, die über 50% des Umsatzes mit Lizenzprodukten machen.

      2. Über die Preise kann man im einzelen streiten. Unter dem Strich ist es für Lego wichitg, dass vernünftige Margen erzielt werden. Wie in meiner Rechnung gezeigt, würde ein Umsatzrückgang von 35% durch gesenkte Preise Lego in sehr ernste Schwierigkeiten bringen.

      3. Die Verteidigung der Marke ist ein zentrales Anliegen von Unternehmen. Schau mal in den Mobilfunksektor. Dort sind Patentstreitigkeiten und Markenrechtsverahren an der Tagesordnung. Komisch, dass sich in dem Indutriezweig keiner daran stört….

  12. Vorab: Dass das, was Lepin aktuell macht illegal ist, steht außer Frage und kommt mir persönlich daher auch vorerst nicht ins eigene Haus.

    Qualität: Wer hier noch von „Schrott“ schreibt, hatte wohl noch nie ein aktuelles Lepin Set in der Hand. Der Unterschied zum Original ist mittlerweile tatsächlich sehr gering. Das fertige Modell ist sogar auf den zweiten Blick nur schwer vom Original zu unterscheiden.

    Moral: Aktuelle Sets zu kopieren finde ich nicht in Ordnung und hier kann Lego auch durchaus ein Schaden entstehen, indem der ein oder andere Kunde am Ende das günstigere Produkt wählt. Bei End of Life Sets sehe ich das anders. Wenn Lego nicht bereit ist, die offensichtlich vorhandene Nachfrage zu bedienen, dann machen es halt andere. Hier entsteht Lego auch kein Schaden. Von den absurden Sammlerpreisen haben sie ja ohnehin nichts. Argumente wie Kosten für Entwicklung, Design und Marketing sprechen eigentlich gegen Lego. Wenn ein Set ausläuft, sind diese Kosten demnach abgeschrieben. Eigentlich müsste es Lego jetzt also möglich sein, das identische Set zu einem deutlich geringeren Preis erneut auf den Markt zu bringen. In der Realität bekommen wir jedoch eine Neuauflage nach der nächsten zu immer teureren Preisen…

    Lösung: Lego macht leider einiges unglücklich bis falsch, da bin ich über jeden Denkzettel froh, der sie zurück auf den rechten Weg bringen könnte. Ein unlimitierter Einzelsteinverkauf (ohne Prints) wäre da ein sehr guter Anfang. Bei einem groben Preismodell von 0,08€/Stein in normalen Sets, 0,10€/Stein in Lizenz-sets und 0,11€/Stein für den Einzelsteinverkauf sollte der Verkauf von Sets nicht sonderlich beeinträchtigt werden… dass Lego damit nichts verdienen würde ist absurd. Und es würde den Baukasten Gedanken wieder etwas mehr in den Vordergrund rücken.

  13. „Wie seht ihr den Kampf von LEGO gegen die so genannten Copycats? Ist es ein Kampf gegen Windmühlen?“

    Was ich eigentlich auf die Frage von Ryk sagen wollte:
    Die chinesische Justiz trägt nicht dazu bei, dass Lego die Copycats schnell besiegen kann.
    Lepin ist eine Tochter der MZ SMART, zu denen auch XingBao gehört. Das Urteil zur Zahlung von Sschadensersatz in Höhe von 4,5 Mio. Yuan wurden schnell ausgehebelt. MZ SMART hat einfach eine neue Tochtergesellschaft gegründet, die auch mit den Namen Lepin auftreten kann. Diese neue Tochtergesellschaft soll im März eine nagelneue Fabrik mit einen Investionsvolumen von 50 Mio. Yuan eröffnen (Frech, aber wahr). Es geht also weiter….
    Solange Lego nicht in der Lage ist, sein Recht schnell und effizient durchzusetzen, wird die asiatische Kopiermaschine nicht abzuschalten sein.

    Einen legalen Ausweg sehe ich aktuell nicht, es sei denn der Weg, den der japanische Hersteller „Bandai“ ausprobiert hat, wäre für Lego auch möglich.

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