Frauenpower im Ideas-Review – 10.000 Fans stimmen für die „Women of Computing“

LEGO Ideas Woman Of Computing (1)

Ganz ohne technische Hilfen oder Algorithmen erhielt heute die Idee „Women of Computing“ den notwendigen Support der Ideas-Fans. Die Würdigung der Forschungsleistung qualifiziert sich als 11. Vorschlag des zweiten Review 2021 zur Begutachtung durch die LEGO Designer. In Billund wird man die Idee ab Mai auf Her(t)z und Nieren prüfen und über die weitere Zukunft entscheiden. Wir nehmen euch jetzt schon mit auf eine Reise in die Welt der IT-Basis und stellen das Projekt im Detail vor.

Nach einer langen Pause können wir heute die nächste Kreation von 20tauri aka Maia Weinstock bewundern. Die in den USA lebende Autorin, die auch am MIT (Massachusetts Institute of Technology) arbeitet, eröffnete bereits vor sieben Jahren ihr Ideas-Konto. Mit ihrem dritten Entwurf sorgte sie vor fünf Jahren für Aufsehen, als ihr Entwurf „Women of NASA“ in nur zweieinhalb Wochen das 2. Review 2016 erreichte. Die Idee wurde vom Ideas-Team ausgewählt und war die Vorlage für das offizielle LEGO Ideas 21312 Women of NASA. Nach einer langen Schaffenspause stimmten die Fans das neuste Projekt erneut innerhalb kurzer Zeit ins Review. Also richten wir unseren Blick auf ihren Entwurf.

Die Idee besteht aus fünf Einzelszenen, die die Arbeitswelt von sechs bedeutenden Frauen aus der Welt der Technologie darstellen, deren Leistungen wir euch noch im Laufe des Artikels vorstellen werden. In den Szenen wird natürlich jede Dame durch eine Figur repräsentiert, so dass wir 6 Minifiguren zählen. Da Maia im Beschreibungstext auf eine Angabe der Teilezahl verzichtet, schätzen wir anhand der Bilder, dass etwa 800 Teile zum Einsatz kommen sollten. Damit wir die Vignetten richtig verstehen, werden wir euch die Szenen mit dem entsprechenden Hintergrund einzeln vorstellen.

LEGO Ideas Woman Of Computing (2)

Auf dem ersten Bild ist Ada Lovelace (1815-1852) mit ihrer Katze Mrs. Puff vor der „Analytical Engine“ zu sehen, die sie zusammen mit dem Mathematiker Charles Babbage  entscheidend weiterentwickelte. Das Gerät gilt heute als eine der ersten Rechenmaschinen, die gleichzeitig auch Grundlage der heutigen Computer war. Erstmals kam eine Art Programmierlogik zum Einsatz, die ebenfalls weiterentwickelt wurde und heutige Programmiersprachen beeinflusste. Die „Analytic Engine“ wurde jedoch nie richtig fertiggestellt, da die englische Regierung die Fördermittel 1837 nicht bewilligen wollte.

Aufgrund der umfangreichen englischen Übersetzung von Ada Lovelace, wird sie auch „erste Programmiererin“ in der Geschichte genannt. Die Analytical Engine könnt ihr euch auch heute noch  im Londoner Wissenschaft-Museum ansehen. Falls euch die genaue Funktionsweise näher interessiert, empfehlen wir euch die ausführliche Beschreibung der Freien Universität Berlin nachzulesen.

LEGO Ideas Woman Of Computing (5)

Die zweite Abbildung zeigt uns Grace Hopper (1906-1992), die für die US-Marine tätig war und während ihrer Schaffensphase federführend an Weiterentwicklungen der Computertechnologie mitgewirkt hat. Besonders hervorzuheben ist zum einen das Projekt „Mark I“, das von der US-Marine für ballistische Berechnungen genutzt wurde und als eines der ersten turingmächtigen System gilt. Darüber hinaus entwickelte sie 1952 den ersten Complier (A-O) und leistete mit der Programmiersprache FLOW-MATIC (1957) einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung der Programmiersprache COBOL.

Ihr Schreibtisch zeigt uns viele Anspielungen an ihre Tätigkeit bei der Marine. So sehen wir zum Beispiel eine Piratenflagge, die US-Flagge und weitere maritime Elemente. Viele bringen auch heute noch das Wort „Bug“ mit ihr in Verbindung.

LEGO Ideas Woman Of Computing (4)

Die dritte Vignette stellt uns Betty Holberton (1917-2001) und Jean Jennings Bartik (1924-2011) bei ihrer Forschungsarbeit am Electronic Numerical Integrator and Computer (ENIAC) vor. Der ENIAC war der erste elektronische Universalrechner und wurde von der University of Pennsylvania ins Leben gerufen. Das System diente dem US-Militär ebenfalls bei der Berechnung von ballistischen Kurven. Beide Frauen gehörten einem 6-köpfigen Programmteam an. 

Während sich Bartik Ende der Vierziger Jahre ins Familienleben zurückzog, arbeitete Holberton weiter in der aufkommenden IT-Branche. Sie erarbeitete das statistische Analyse-Verfahren der US-Volkszählung von 1950 und war 1959 als Chefin der Programmierforschungsabteilung für die Schiffsversuchsanstalt und David W. Taylor Model Basin tätig. Darüber hinas wirkte sie erheblich an den Revisionen der Programmiersprache Fortran 77 und Fortran 90 mit. 1997 wurde sie mit den IEEE Computer Pioneer Award ausgezeichnet und wurde in die Women Technology International Hall of Fame aufgenommen.

LEGO Ideas Woman Of Computing (7)

In der vierten Szene können wir den Arbeitsbereich von Annie Easley (1933-2011) miterleben. Ihr Karriere begann 1955 bei der NACA, einem Vorgänger der NASA. In über 30 Arbeitsjahren für die amerikanische Raumfahrtorganisation war sie unter anderem ein führendes Teammitglied zur Entwicklung der Raketenoberstufe Centaur. Ihre Arbeit im Centaurprojekt legte die technologische Grundlage für die spätere Entwicklung von Space Shuttles und Satelliten. Wir sehen Easley hier bei ihrer Arbeit im zentralen Kontrollraum des Lewis Engine Research Building der NASA. Passend zu ihren herausragenden Leistungen ist im Hintergrund ein Modell einer Titan-Rakete mit Centaur-Oberstufe positioniert.

LEGO Ideas Woman Of Computing (6)

Auf dem fünften Bild sehen wir Gladys Mae West (1930-) bei der Arbeit. Sie begann ebenso wie ihren Kolleginnen ihre berufliche Laufbahn beim US-Militär. Sie ging schnell dazu über, Computer zu programmieren und lieferte dabei wichtige Ergebnisse für die Berechnung von Umlaufbahnen. Später nutzte sie komplexe Algorithmen, um Berechnungen für ein präzises Modell der Erde zu programmieren, das die Schwerkraft, die Gezeiten und andere Kräfte berücksichtigt. 

Diese Arbeit war die Grundlage für das, was schließlich die Umlaufbahn für das Global Positioning System (GPS) wurde. Das GPS-Programm wurde mit der Gründung des Joint Program Office im Jahre 1973 gestartet offiziell mit einem militärischen Fokus gestartet. Im September 1983 kündigte der US-Präsident an, das System auch vollständig für die zivile Nutzung freigegeben. Gladys West wurde 2018 außerdem in die Hall of Fame der United States Air Force aufgenommen, eine der höchsten Auszeichnungen des Air Force Space Command. Die Vignette zeigt sie folgerichtig vor ihren Berechnungen der Umlaufbahnen und mit einer Weltkugel, die von Satelliten umspannt ist.

Ähnlich wie der Entwurf „Women of NASA“ traf auch diese Bauidee den Nerv der Zeit. Auf Ideas brauchte der Entwurf 70 Tage um in die Umlaufbahn des zweiten Review zu gelangen. Ob die Berechnungen im Billunder Kontrollzentrum auch einen Weiterflug in die Verkaufsregalen vorsehen, werden wir voraussichtlich Mitte Oktober erfahren.

LEGO Ideas Woman Of Computing (8)

Alle Ideen des 2. Reviews 2021 in der Übersicht:

Nr.BildEntwurfFan-DesignerTage bis 10.000Lizenz
1LEGO Ideas Imperial Island Fort (1)Imperial Island Fortess
Brick Hammer
349Nein
2LEGO Ideas Movie Set (1)Movie Set
Castor-Troy
63Nein
3LEGO Idea Lifeguard Shack (1)Lifeguard´s Shack
adwind
724Nein
4LEGO Ideas A Frame Cabin (7)A-Frame CabinNorton7441Nein
5LEGO Ideas Spaceballs (1)Spaceballs
Bricktory Lab
270Ja
6LEGO Ideas Costume Store (1)Costume Shop
Bricky_Brick
165Nein
7LEGO Ideas Bts Dynamite (1)BTS DynamiteJBBrickFanatic
30Ja
8LEGO Ideas Spot 1 To 4 Scale TitelBoston Dynamics Spot WalkCrawlRun
127Ja
9LEGO Ideas Medieval Tavern (1)Medieval TavernLEt.sGO64Nein
10LEGO Ideas Tavern Under Snow (1)Tavern Under SnowLego_Is_Art166
Nein
11LEGO Ideas Woman Of Computing (1)Women of Computing20tauri70Nein
12LEGO Ideas Working Minigolf Course (1)Working Minigolf Course
LEGO Paradise42Nein
13LEGO Ideas Brick Walk (1)Brick Walkleprapego416Nein
14LEGO Ideas Medieval Harbor (1)Medieval HarborNamirob747Nein

Mir persönlich Gefallen Bauideen, die ein bisschen zum Nachdenken anregen und neugierig auf die Geschichte hinter dem Entwurf machen. Bei der Recherche zu diesem Artikel bin auch auf manche Erkenntnis gestoßen, die mir bisher unbekannt war. Rein optisch sind die Vignetten ebenfalls gut umgesetzt und zeigen die starken und meist medial unsichtbaren Frauen in ihrer Arbeitsumgebung. Insbesondere die „Analytic Maschine“ finde ich gut getroffen.

Kommen wir zu der Frage, wie LEGO diese Idee einordnen könnte. Dafür richten wir zuerst den Blick auf die Ideas-Vergangenheit und stellen dabei fest, dass die Vigenetten-Idee natürlich schon einmal mit den LEGO Ideas 21312 Women of NASA umgesetzt wurde. Darüber hinaus setzte LEGO auch schon mit den LEGO Ideas 21301 Birds und den LEGO Ideas 21320 Dinosaurier-Fossilien weitere Vignetten-Konzepte um. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die grundlegende Idee willkommen ist.

Weiterhin merken wir an einigen Stellen, dass LEGO auch großen Wert auf die Gleichstellung der Frauen legt. Im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht wird zum Beispiel über den Fortschritt der Gleichstellung im Unternehmen berichtet und zum Frauentag 2021 gab es sogar eine Pressemitteilung, die auf die Stellung der Frauen aufmerksam machte. Darüber hinaus scheint sich dieser Gedanke auch in den Produkten widerzuspiegeln. Ich verweise dabei nur auf das LEGO 40450 Amelia Earhardt GWP.

Vor diesem Hintergrund könnte der Entwurf gut zur Firmenpolitik passen, aber auch die Historie von Ideas fortführen. Bei geschätzten 800 Teilen wäre die Idee ein Kandidat für das gemäßigte Preissegment und ebenfalls von dieser Überlegung in die Produktpalette passend. Daher komme ich zu dem Schluss, dass der Entwurf realistische Chancen hat und glaube, dass eine Umsetzung möglich ist.

Was denkt ihr? Sagen euch die Vignetten zu oder findet ihr sie nicht ansprechend? Sagten euch die Namen der vorgestellten Frauen etwas oder waren sie euch unbekannt? Wie gefallen euch die Motive? Sind die Arbeitsbereich gut getroffen oder würdet ihr etwas anders gestalten? Glaubt ihr, dass ein Vignetten-Konzept noch mal ein Chance hat? Wie schätzt ihr die Umsetzung ein? Schreibt uns eure Gedanken gerne in die Kommentare.

Über Oliver 170 Artikel
Fan des Classic Space, Technik-Begeisterter und Freund von Creator 3-in-1. Ständig auf der Suche nach den kleinen Besonderheiten im LEGO Sortiment und interessiert an den Hintergründen im Spielwarenmarkt.

39 Kommentare

  1. Finde es generell gut, bei aller Gleichberechtigung hätte ich aber gern was gemischtes oder jeweils das alternativ set mit Männern …

    • Ja das ist die Krux. Aber es ist ja gerade die Idee, diese eher unbekannteren Damen zu würdigen. Wobei jetzt die Informatik eh nicht gerade reich an Promis ist. Wer erkannt schon einen Herrn Hollerith oder so. Spannend wird ja auch, ob die Personen bzw die Erben es wollen. Bei Nasa war ja mindestens auch noch eine weitere Dame in der Idee, wo aber abgewunken wurde. Generell ist der Entwurf sehr amerikanisch, wahrscheinlich aber aus Gründen der Vorlagen.

      Für mich wäre es sowieso überhaupt nichts.

      • Es gibt durchaus berühmte Pädagogen, deren Ansätze zur Erziehung heute noch Lehrplan oder Diskussionsgrundlage bei den entsprechenden Berufen sind. Aber die Männer wurde ja alle von Frauen aus ihrem Beruf gedrängt! Oder wurdest Du noch von einem Herrn Oberrat an der höheren Jungenschule unterrichtet? 😉

    • Ich finde die Idee richtig toll, würde ich als ITler sofort kaufen.
      Mit der Gleichberechtigung sehe ich es aber auch so wie du, meinetwegen könnte es auch ein „Persons of Computing“ Set werden, da es ja auch auf männlicher Seite dahingehend überhaupt noch nichts gibt.
      Ich denke aber der Entwurf hat keine Chance, schon allein weil die Damen alle extrem unbekannt sind. Ich weiß, genau das soll der Entwurf ja ändern, aber trotzdem denke ich so etwas wird sich eher weniger verkaufen.

      • Das denke ich auch. Bei den ersten beiden Frauen wusste ich noch was die gemacht haben, danach war auch bei mir kein Widererkennungswert

    • Ich weiß nicht, ob es erlaubt ist, Sets zu kaufen, ohne vorher den entsprechenden StoneWars-Beitrag gelesen zu haben.🕵‍♂️

        • tut mir leid aber habe grad viel zu tun!
          und ihr „scheisst“ gerade einen beitrag nach dem anderen rein…

          super arbeit. potterverwirrung mit grossfreude und das essen brennt an.

  2. Fände ich toll wenns umgesetzt wird.

    Zum Thema Frauen in der Informatik kann ich übrigens das Buch „Coders: The Making of a New Tribe and the Remaking of the World“ empfehlen, da wird unter anderem schön beschrieben wie es lief, dass Anfangs Frauen in der Überzahl waren im Software Bereich und dann von Männern verdrängt / vertrieben wurden.

  3. Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, weshalb es solche Sets nun benötigt.

    Emanzipation sehe ich ehrlich gesagt nicht, wenn alle paar Jahre ein Set erscheinen muss, welches wieder daran erinnern muss, dass es Frauen in der Wissenschaft gibt. Da fehlt es mir an Innovation immerhin gab es, dass ja nun schon 2 Mal, und es verfehlt meines Erachtens auch den Gedanken der Gleichstellung, wenn immer auf Zwang die Heldinnen in den Fokus gerückt werden müssen.

    Mir persönlich geht die Form der Emanzipation derzeit eh auf den Sender. Ich bin für gleiche Bezahlung und für Gleichbehandlung, aber gegen diese Hervorhebung von „Minderheiten“ oder diese nervige Sprachumgestaltung wie Lehrer*innen statt Lehrer. Beim Lehrer wusste früher auch jeder, dass beide Geschlechter gemeint waren.

    • Lieber Zinkfinger, ich will hier nicht die gleiche Diskussion loslösen wie es sie schon unter „Everything is awesome“ gab, somit hier bitte ein link zu einem relevanten Artikel: https://kof.ethz.ch/news-und-veranstaltungen/news/kof-bulletin/kof-bulletin/2020/10/frauenanteil-in-mint-faechern-grosse-unterschiede-zwischen-den-kantonen.html – Zusammenfassung: Der Anteil von Frauen in MINT Fächer ist in DACH um die 26%.
      Ich persönlich mag das Set! Mädchen (und Frauen) brauchen positive Vorbilder die öffentlich sichtbar sind, damit dies Ihr Selbstbewusstsein stärkt dass MINT auch etwas für Sie ist. Vor allem um Jahrelang in Vorlesungen zu sitzen wo 75% der Kommilitonen Typen sind – aus Erfahrung kann ich sagen dass das nicht cool ist.

      • aus meiner Erfahrung als einziges weibliches Wesen im Physik Leistungskurz und als Mädchen hatte man keinen Zutritt zum Computerraum in der Schule (war echt verboten!) Dazu immer noch alltäglicher Diskriminierung in meinem Job als IT Expertin seit über 20 Jahren … kann ich bestätigen: dass das nicht cool aber das Set ist cool!

    • Zunächst ist es so das IT und Programmiersprachen, außer Assembler, keine Wissenschaft sind sondern Hexenwerk und Teufelszeug!

      Bei den * und Binnen-I bin auch immer noch der Meinung das diese Diskussion sehr akademisch ist und es vor allem den Lesefluß behindert und Texte schwerer macht.

      Ich hatte lange Zeit auch Probleme zu verstehen weshalb es die Darstellung von Frauen in technischen Berufen wichtig ist, oder besser noch weshalb es wichtig ist bestimmte Geschlechterklischees aufzubrechen.
      Ich hatte über Weihnachten 2020 extrem lange Haare dir mir ständig ins Gesicht fielen, weshalb ich meine kleine Nichte (3,5a) fragte ob ich eine Haarspange haben könnte. Die hat mich dann darüber belehrt das Haarspangen nur für Mädchen sind und Jungs das NICHT anziehen dürfen. Und alles argumentieren hat nicht geholfen weil die Mutter der Mia das so gesagt hat. Ich habe mir dann rosafarbene Haarspangen mit Einhörnern und Glitter gekauft und gesagt das die nur für Jungs sind. Nach einiger Diskussion wurde dann beschlossen das Haarspangen doch unisex sind und wir durften beide Einhörner im Haar tragen.
      Als Ingenieur ist es mir auch ein unbändiges Anliegen das sie zumindest darüber nachdenkt ihren Doktor ins Physik zu machen. Versuch mal ein Buch zu finden das darum geht das Anna eine Rakete bastelt oder zumindest der Katze Minki ein Haus mit Werkzeug konstruiert anstatt mit der Mutter zum Shopping zu gehen oder Blumen ansäht.

      Mit 16 ist es zu spät die mittels dem cringy Girls Day davon zu überzeugen. Es geht ja auch gar nicht darum das alle Mädchen Festkörperphysik studieren sollen aber zumindest sich damit beschäftigen und da sind Helden und Vorbilder wichtig.

      Ja man könnte sagen das eine eher inklusive Darstellung als mit Männern nicht fehl am Platz wäre aber nachdem es ja Iron Mans Werksatt und Doktor Wus Labor gibt kann man die daneben drapieren.

      • Ich habe selber langes Haar und trage hin und wieder Haarreifen.

        Ich habe Biologie studiert, wo der Frauenanteil höher war als der von Männern. Das mag bei den Ingenieuren anders sein. Auch im Job war der Frauenanteil immer sehr hoch.

        In Physik, Mathematik und bei den Ingenieuren mag es noch ein falsches Weltbild geben, aber für mich beantwortet es leider nicht die Frage weshalb es dann so ein Set geben muss.

        Für mich vermittelt sowas eher immer ein spaltendes Bild und setzt auch die Leistung der Frauen herab, denn diese werden in diesem Kontext nur gewürdigt, weil sie Frauen sind und nicht, weil sie größeres geleistet hätten als deren männlichen Kollegen.

        Meine Frau arbeitet u.a. in den Computerwissenschaften und schätzt es nicht wenn man sie als „Frau“ einlädt und nicht als „Wissenschaftler“.

        • Ja kann ich mir vorstellen dass das für deine Freu unheimlich frustrierend ist wenn man nicht die Leistung als solche anerkennt sondern immer noch ein Label hinzupacken muß.
          Ich glaube wir sind nicht nicht soweit voneinander entfernt, außer das ich jetzt wieder einen Haarschnitt habe wonach man die Uhr stellen könnte ;-), ich sehe das Set als einen Baustein (versthste Baustein … LEGO… ein Klassiker) Rollenklisches aufzubrechen.
          Es kann natürlich sein das ich falsch liege ich bin Ingenieur kein Soziologe Jim aber ich finde es einfach mal gut.

          • Es gab auch Mal eine Konferenz, wo meine Frau aufgrund Ihres „Minderheiten“-Status als Frau einen größeren Redeanteil hatte. Alle anderen Teilnehmer dürften nur 15 min präsentieren, sie dürfte 25 min. Und da muss ich dann halt echt sagen, dass hier der Wille um Gleichstellung tatsächlich im Zuge der guten Absichten verloren gegangen ist.

      • Ich glaube ja, dass ein solches Set nicht mehr zur Inspiration taugen würde, als der von dir angesprochene Girls Day. Damit erreicht man eh nur die, denen 15 Jahre rosa Indoktrination nichts anhaben konnten.
        Wenn Lego ernsthaft dagegen würde antreten wollen, müsste man als erstes diese unsägliche Klischeesammlung Friends abschaffen.

  4. Ich bin sehr zwigespalten was die Modelle angeht. Auf der einen Seite Prinzessin Leia Organa auf der anderen Seite eine Katze… 😉
    So als nicht IT mal interessant was es für Menschen gab und gibt die in dem Bereich gearbeitet und weiter gebracht haben.

    Ich würde es kaufen.
    Ich hoffe immer noch auf ein Set mit William Deming, Taiichi Ono und meinem persönlichen Helden Ishikawa Kaoru.

  5. Kann mir zufällig einer sagen, wie die Teilenummer (oder die Nummer des Sets ist in dem) der Torso und die Beine von Ada Lovelace sind? Oder sind sie vom Designer für das Entwurf entworfen wurden?

  6. Ich kenn die IT-Branche ein wenig und ich habe auch in der Historie der IT schon einiges gelesen – und gleichzeitig kannte ich keinen der Namen.
    Von daher täte das Set was für den Bildungsauftrag (und es ist erstaunlich, dass die Damen auch wieder „hidden figures“ waren/sind)

  7. Da hätte man eigentlich noch ne Bletchley-Park-Szene hinzufügen können, meiner Meinung nach.

    Wobei es ja wieder Kriegsthema ist…

  8. Als Computer-Fuzzi find ich die Idee ja schon mal nicht schlecht.
    Und die Nasa-Frauen zeigen ja, das sowas durchaus eine Chance hat.
    Ich bin dann mal gespannt 🙂

  9. Über die ca. letzten 2 Jahre wurde mir bewusst, dass sich Leistung, Wert und Gleichberechtigung allgemein in unserer Gesellschaft anders definieren müssen. In der Diskussion (auch hier), schwingt immer mit, dass Frauen in tendenziell akademischen Bereichen weniger gewürdigt werden. Ich bin nicht bei IDEAS angemeldet, habe also noch nichts eingereicht oder abgestimmt. Mich würde aber das Ergebniss der Abstimmung interessieren, wenn hier kleine Displays eingereicht würden, die z.B.eine UND einen generischen Mitarbeiter im Einzelhandel, in Pflegeberufen wie Krankenhaus und Heimen, Paket-Lieferdiensten, LKW-Fahrer UND -Fahrerin, Mutter und Vater… zeigen würden. Und erst recht, wie das ganze eventuell noch vor 4 Jahren ausgesehen hätte.
    Jede Leistung, die der Allgemeinheit dient, verdient Würdigung und Respekt und muss sich vor allem auch deutlich UND nachhaltig zeigen.

    Als reine kleine Lego-Darstellungen von historischen Gegebenheiten und Persönlichkeiten finde ich die Idee eigentlich ganz nett und es auch interessant, über die Geschichte und Person dahinter etwas zu erfahren, aber nur ohne explizit hier ein Geschlecht in den Fokus zu bringen.

  10. Die Damen sagen mir alle nichts. Und auch wenn ich das Women of NASA-Set verpasst habe, finde ich es toll. Von daher gerne mehr solcher (IDEAS-)Sets. Aber bitte nicht immer in die allseits präsente amerikanische Richtung. Errungenschaften haben auch Damen und Herren aus vielen anderen Ländern geleistet.

  11. Moin miteinander.

    Heute gibt’s den Spiel-Film zum Thema:
    „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“, USA, 2016
    auf Sat1, 20:15 Uhr.

    Gruß, Matthias

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