LEGO Konvolut bei Bares für Rares: Das waren die alten LEGO Sets wirklich wert

Bares für Rares im ZDF: Ein riesiger LEGO Konvolut
Screenshot aus der Sendung "Bares für Rares" | © ZDF

Es gibt Momente, in denen man seinen Fernseher anbrüllen möchte. Zuletzt war das der Fall, als am 08. Januar in der ZDF Produktion „Bares für Rares“ ein Haufen perfekt erhaltener LEGO Sets aus den 1950er Jahren für relativ kleines Geld den Besitzer gewechselt haben. Was die Sets wirklich wert waren, haben wir für euch mal zusammengerechnet.

Was ist passiert?

Am 08. Januar wurde im ZDF in der Sendung „Bares für Rares“ ein großer Konvolut aus vielen LEGO Sets aus den 1956er bis 1958er Jahren angeboten. Die meisten davon schienen vollständig und vor allem samt ihrer Box sehr gut erhalten zu sein.

Bei der Werteinschätzung der Sets kam der Experte des ZDF (Sven Deutschmanek) auf einen Wert von rund 800,- Euro, was vielen Fans wohl als deutlich zu wenig vorgekommen sein dürfte. Die Verkäuferin Ute Moissidis wollte zwar ursprünglich nur 300,- bis 400,- Euro haben, korrigierte dann aber nach der Expertenmeinung ihren Mindestpreis auf 500,- Euro nach oben.

Was die Händler dann bereit waren für die alten Waren zu bieten, war dann allerdings recht dürftig. Schon bei 100,- Euro waren alle außer ein Händler außer Ludwig Hofmeier raus. Letztere lies sich letzten Endes aber immerhin noch dazu breitschlagen, glatte 500,- Euro für die alten Sets auf den Tisch zu legen. Meine erste spontane Reaktion war: Das ist viel zu wenig!

Den Ausschnitt der Sendung könnt ihr hier ansehen:

Welche Sets wurden verkauft?

Um einen ersten Überblick zu bekommen habe ich mal so gut wie möglich herausgesucht, welche Sets da überhaupt den Besitzer gewechselt haben:

LEGO Ergänzungsboxen aus den 1950er Jahren
36 kleine Ergänzungsboxen aus den 1950er Jahren: Viele Dachsteine dabei (Screenshot aus der Sendung „Bares für Rares“ | © ZDF)

Preiseinschätzung: Das waren die Sets wirklich wert

In der Show schätzte der Experte vom ZDF der Wert der Sets wie gesagt auf 800,- Euro, während die Verkäuferin eigentlich nur 300,- bis 400,- Euro haben wollte. Ich habe daher selber mal ein bisschen recherchiert, was die Sets wohl tatsächlich ungefähr wert sein könnten.

Wichtig ist hier natürlich zu erwähnen, dass der „Wert“ immer im Auge des Betrachters bzw. des Käufers entsteht. Oder anders formuliert: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Bei so uralten Sets ist es daher sehr schwer einen tatsächlichen Wert zu bestimmen, da nur unheimlich wenige davon gehandelt werden. Manche sind auf dem LEGO Marktplatz Bricklink in einem ähnlichen Zustand verfügbar, andere nicht. Manche haben in den letzten Monaten den Besitzer auf eBay gewechselt und andere eben nicht.

Gehen wir im Folgenden mal von den Preisen aus, die bisher bei Ebay oder Bricklink erzielt wurden, oder die aktuell dort mindestens aufgerufen werden. Bei Dollar-Preisen war ich so frei, die erzielten Preise ganz grob in Euro umzurechnen.

  • LEGO Feuerwehr (308-3):
    Bei Bricklink für rund 70,- Euro verkauft worden
  • VW Auto Showroom (307-2):
    Bei Ebay für 250,- Euro verkauft wurden
  • LEGO Esso Tankstelle (310-5):
    Bei Ebay für 255,- Euro verkauft worden
  • LEGO Geschenkbox (700/3a):
    Bei Ebay für rund 40,- Euro verkauft worden
  • LEGO Garage mit automatischer Tür (236):
    Bei Bricklink für 13,- Euro verkauft worden
  • 36 Boxen der Sets 214, 226, 229, 280 und 282:
    Wert jeweils 5,- bis 10,- Euro
  • LEGO Stadtplan und Kleinzeug:
    Unbekannter Wert

Insgesamt würde ich den ganzen Konvolut also großzügig auf rund 900,- Euro schätzen, was relativ genau den Wert trifft, den auch der Experte im ZDF veranschlagt hat. Natürlich schwankt der Wert solcher Sets auch mal extrem und es hängt sicherlich auch viel vom Zustand ab, den man hier nur schwer beurteilen kann. Daher muss ich sagen: Die 800,- Euro liegen nicht so sehr daneben, wie ich spontan dachte.

Fazit: War der Deal wirklich so schlecht?

Auch wenn die Dame gefühlt mit viel zu wenig Geld nach Hause gegangen ist, war der Deal wohl gar nicht so schlecht, wie viele Fans gerade aus dem ersten Gefühl heraus behaupten.

Ich dachte zwar auch im ersten Moment, dass das viel zu wenig ist und hätte reflexartig auch schnell mal gesagt, dass das alles weit über 1000,- Euro wert sein müsste. Allerdings zeigen meine eigenen Preis-Recherchen, dass die Verkäuferin mit den 500,- Euro zumindest nicht völlig über den Tisch gezogen wurden. Ich hätte meinen Fernseher also gar nicht anbrüllen müssen 😉

Aber ich bin ehrlich: Von mir hätte Ute wahrscheinlich sogar immerhin 600,- Euro für die Sets bekommen, egal was sie nun auf dem Markt wert sind.

Was wären euch solche alten Sets wert gewesen und wie hättet ihr den Wert so spontan eingeschätzt? Ich bin auf eure Einschätzung in den Kommentaren gespannt.

Über Lukas Kurth 641 Artikel
LEGO Liebhaber und Star Wars Fan seit der frühen Kindheit. Begeisterungsfähig und immer Kind geblieben. 28 Jahre alt, studierter Maschinenbauingenieur und der Mensch und Gründer hinter StoneWars.de

13 Kommentare

  1. Du musst aber auch bedenken, dass es sich hierbei um Händler handelt die natürlich daran auch noch etwas verdienen möchten. Bei 800-900€ Wert sind also 500€ garnicht so weit weg, wenn man bedenkt, dass hier ja auch noch Arbeit in den Wiederverkauf gesteckt werden muss. Natürlich hätte Ute hier bei einem direkten Verkauf an einen Liebhaber oder beim Einzelverkauf mehr Geld erzielen können, hätte dann aber auch die Arbeit / den Aufwand damit gehabt.

  2. Ich würde hierbei auch noch zwei Faktoren aufführen. Zum einen ist der Kauf eines Konvolutes nie so hochpreisig wie die Summe der Einzelpreise. Zudem müssen die Händler mindestens noch die Mehrwertsteuer, ihre eigene Gewinnmarge und die Lagerkosten sowie das Risiko, keinen geeigneten Käufer zu finden, einkalkulieren. Daher kann ich dir nur zustimmen und finde den gezahlten Ankaufspreis absolut in Ordnung.

  3. Sehr gut bin auf ein ähnliches Ergebnis gekommen. Für mich wurde die Dame auch nicht abgezockt aber erstmal alle rumschreien unter dem Video auf Youtube.
    Ohh nein Händler wollen damit was verdienen, sind sicher die gleichen Leute die da rumschreien die dann alles Privat für sonst was für Preise ohne Abfuhr von Mwst. mit Gewinn verkaufen. Doppelmoral

  4. Interessante Aufstellung. Aber Achtung bei den Vergleichsangeboten. ZB gab es bei eBay ein Set der Feuerwehr für 50 Euro. Doch liest Du den Text, dann ist der Karton auf dem Bild nicht original. Ein Angebot der Feuerwehr im November ist für 450 Euro bei eBay weg gegangen.

  5. Das einzelne Sets auch immer mal höher weg gehen ist normal wenn man einen Sammler findet der genau das Set will und bereit ist diesen Preis zu zahlen. Hier geht es aber um eine Sammlung von Sets und dazu geht es an HÄNDLER. Heißt darauf kommen noch Marge(Gewinn)+Selbstkosten+ Mwst(Anteilig oder Gesamt(je nach Abrechnungsform)).
    Wenn man mehr erzielen will sollte man selber verkaufen Privat.
    Man hat auch als Händler nicht unbedingt Lust Dinge ewig rumliegen zu haben sondern will es wieder los bekommen also würd man es auch nicht zum maximal Preis der irgendwann mal auf ebay erziehlt wurde verkaufen wollen. Lernt endlich mal zu unterscheiden zwischen Privatperson und Händler.

    • „Lernt endlich mal zu unterscheiden zwischen Privatperson und Händler.“
      Danke, dass es mal jemand so schreibt.

      ..und denkt auch an die Provision, die Ebay (10% des Warenwertes) oder Amazon (15% des Warenwertes) für Spielwaren haben will.

      Also bei EUR 800 Bruttoverkaufspreis gehen zwischen 80 und 120 EUR Provision runter. (Bei Ebay irgendwann gedecklt). Es müssen Steuern gezahlt werden – entspricht ca. EUR 130. Von der verbleibenen Differenz wollen noch sonstige Kosten gedeckt werden und ein bisschen soll verdient werden. Viel Platz ist da nicht mehr.
      Alternativ könnte die Artikel über den Laden oder einen eigenen Online-Shop verkauft werden. Dieser kosten allerdings auch einige Euros (Ladenmiete oder Kosten für den Online-Shop).

      Unterstellt, dass die EUR 800 reell sind, kann man mit EUR 500 Ankaufspreis zufrieden sein.

      Hinweis: Bin kein Händler, verstehe aber sehr gut was Händler leisten.

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