Der LEGO Stein aus PET-Flaschen: LEGO Gruppe stellt Prototyp-Stein aus Recycling-Kunststoff vor!

LEGO Brick Prototype Titelbild

Wie viele Unternehmen hat auch LEGO in den letzten Jahren mehr und mehr das Thema Nachhaltigkeit für sich entdeckt und in der Vergangenheit mehrfach betont, dass das Unternehmen an einigen Projekten in dem Bereich arbeitet. Heute stellt LEGO einen Zwischenstand eines dieser Projekte in Form eines Prototypen-Steins aus recyceltem PET aus alten Plastikflaschen vor.

Rund um den Recycling-Stein hat LEGO heute eine Pressemitteilung rausgehauen, die wir euch hier aufbereitet und mit einigen weiteren Informationen angereichert haben.

LEGO Steine aus Recycling-PET

LEGO Plastikflaschen Zu PET Recycling Stein

Im Gegensatz zu normalen LEGO Steinen (die aus ABS bestehen) sind die neuen Recycling-Prototypen aus PET, also Polyethylenterephthalat, das beispielsweise in Plastikflaschen verwendet wird. PET ist dafür bekannt, in einigen Branchen gerne und viel recycelt zu werden und nun hat sich auch LEGO daran gemacht, das Material als Grundlage für einen Prototypen zu nutzen.

Hierfür hat LEGO nach eigenen Angaben über 250 verschiedenen PET-Varianten getestet. Dabei wurde immer wieder ein Prozess durchlaufen, der die mechanischen Eigenschaften der daraus entstehenden LEGO Steine sicherstellen soll. Diesen Prozess stellt LEGO in dieser Infografik dar und erwähnt dabei auch, dass sich die Patente für den Recycling-Kunststoff aktuell in der Anmeldung befinden:

LEGO Nachhaltigkeit Recycling Stein Infografik

Der nun von einem Team von 150 Wissenschaftler:innen und Ingenieur:innen entwickelte Stein ist wohl der erste, der die Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen der LEGO Gruppe (und wohl auch der Gesetzgeber) erfüllt – darunter wohl auch die beinahe schon „berüchtigte“ Klemmkraft der Steine

Die nächste Testphase mit dem Protoypen-Stein soll mindestens ein Jahr dauern. Der Ausgang der Forschung ist aktuell aber noch absolut unklar: Ob und wann diese Prototypen-Steine jemals ihren Weg in reale LEGO Produkte finden, steht noch in den Sternen. Die Pressemitteilung ist also aktuell nur so zu verstehen, dass LEGO zwar intensiv an dem Thema arbeitet und auch schon einige kleinere Fortschritte macht, aber noch weit von einem realen Produkt entfernt ist.

Unsere Kollegen von NewElementary haben ein Interview mit den Nachhaltigkeits-Verantwortlichen von LEGO geführt, das eventuell nochmal einige spannende Details beinhaltet. Unter anderem verrät LEGO dort, das neben ABS aktuell noch 20 andere Kunststoffe im Einsatz sind – schaut dort gerne mal rein.

Anbei noch eine kleine Galerie mit Pressefotos aus dem Labor von der Entwicklung des Recycling-Steins:

Bisherige Projekte

Der Prototypen-Stein aus recyceltem Kunststoff ist nicht der erste Schritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit, den das Unternehmen in den letzten Jahren unternimmt. Wir wollen hier nochmal kurz die beiden letzten „großen“ Projekte von LEGO in dem Bereich aufzählen.

Pflanzen aus Pflanzen

Den ersten kleinen Schritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit ging LEGO mit den „Pflanzen aus Pflanzen“ im Jahr 2018. Hier stellte LEGO im Sommer die ersten LEGO Elemente vor, die aus PE (Polyethylen) hergestellt waren, das aus Pflanzen gewonnen wurde. Der Kunststoff ist zwar chemisch betrachtet komplett identisch (und damit natürlich genau so schädlich für die Umwelt, wenn er beispielsweise im Meer landet), aber die Gewinnung ist insofern nachhaltiger, dass dafür keine begrenzten Ressourcen wie Erdöl nötig sind – die Kunststoffe können eben aus Pflanzen hergestellt werden.

LEGO Plastik Aus Pflanzen (2)

PE ist allerdings nur für weichere LEGO Elemente geeignet, wie beispielsweise eben die viel benutzten und beliebten Pflanzen-Elemente, wodurch auch der Aktionsname „Pflanzen aus Pflanzen“ entstand. Heute weitet LEGO diese Aktion rund um pflanzlich gewonnenen Polyethylen weiter aus und fertigt nun auch schon abseits von Pflanzen erste Teile aus nachhaltiger gewonnenem PE.

Mittlerweile werden laut LEGO mehr als 100 (von über 3600) LEGO Teilen grundsätzlich aus diesem pflanzlich gewonnenen Polyethylen hergestellt.

Papiertüten

Die letzten größeren Fortschritte im Bereich der Nachhaltigkeit hat LEGO bei der Verpackung der eigenen Produkte erzielt. So kündigte LEGO im September 2020 an, künftig im Inneren der Kartons auf Plastiktüten zu verzichten und stattdessen auf nachhaltigere Papiertüten umsteigen zu wollen.

LEGO Papiertüten
LEGO Papiertüten

Die Papiertüten haben es bisher leider (mit Ausnahme einzelner Exemplare bei eBay) nicht über den Status der Ankündigung hinaus geschafft, allerdings will LEGO hier noch dieses Jahr die ersten Sets mit Papiertüten im Inneren auf den Markt bringen, zumindest wurde das so im letzten Jahr versprochen:

[…] This is part of its ambition to make all its packaging sustainable by the end of 2025. From 2021, Forest Stewardship Council-certified recyclable paper bags will be trialled in boxes.

In der folgenden Infografik hat LEGO die bisherigen Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit zusammengefasst:

LEGO Nachhaltigkeit Recycling Stein Infografik (2)

Warum kein Recycling-ABS?

Normale LEGO Steine sind aus ABS hergestellt, was als Abkürzung für die Gruppe des Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere steht. Nun hat LEGO einen Stein aus wiederverwendetem PET hergestellt. Da stellt sich doch die Frage: Warum nutzt LEGO nicht einfach Recycling-ABS für die Herstellung der eigenen Steine, wenn ABS doch das Material ist, aus dem die Steine ursprünglich hergestellt werden?

Das Problem ist, dass grundsätzlich quasi jeder Kunststoff (und damit auch ABS) nicht dauerhaft auf gleichem Niveau recycelt werden kann. Eigentlich müsste man korrekterweise von „Downcycling“ sprechen. Bei jedem Recycling-Prozess werden die langen Molekülketten, die dem Kunststoff die mechanischen Eigenschaften verleihen, mehr und mehr zerstört. ABS kann zwar theoretisch bis zu zwei mal recycelt werden, aber wird dabei in der Regel für immer minderwertigere Aufgaben eingesetzt, da der Kunststoff bei jedem der Prozesse an Festigkeit, Zähheit und anderen wichtigen Eigenschaften einbüßt. Aus einem LEGO Stein kann also nicht so einfach ein weiterer LEGO Stein werden, sondern eben beispielsweise eine Parkbank.

In vielen Ländern ist es darüber hinaus auch nicht erlaubt, Spielwaren aus recyceltem Kunststoff herzustellen, da es aufgrund strenger Richtlinien sehr hohe Anforderung an Materialqualität von Spielzeug gibt. Bei Recycling-Kunststoff können kleinste Verunreinigungen oft nicht zu 100% ausgeschlossen werden, was die Sicherstellung der Materialqualität unmöglich macht.

Fazit zum Recycling-Stein

Es ist spannend zu sehen, dass LEGO in dem Bereich der Recycling-Kunststoffe aktiv forscht und nun wohl auch zumindest einen kleinen Durchbruch erzielt hat. Wie zukunftsträchtig diese Forschung ist und ob daraus irgendwann auch reale Produkte werden, die über den (eher für Pressemitteilungen geeigneten) Prototypen-Stein aus PET hinausgehen, wird die Zukunft zeigen. Da LEGO im Bereich Nachhaltigkeit allerdings sehr aktiv kommuniziert, werden wir die Ergebnisse der Forschung sicherlich in den nächsten Jahren mitbekommen.

Wie ist euer Eindruck von dem PET-Prototypen-Stein und was denkt ihr über die Forschungen von LEGO in dem Bereich? Tauscht euch gerne in den Kommentaren zum Thema aus!

Über Lukas Kurth 1734 Artikel
LEGO Liebhaber und Star Wars Fan seit der frühen Kindheit. Begeisterungsfähig und immer Kind geblieben. 30 Jahre alt, studierter Maschinenbauingenieur und der Mensch und Gründer hinter StoneWars.de

48 Kommentare

  1. Netter Marketinggag aber es hat ja Gründe warum die meisten Elemente eben aus ABS und nicht aus dem viel günstigeren PET gefertigt werden.

    Würde man mit PET dieselben Eigenschaften erreichen können, hätte Lego das (aus Kostengründen) längst gemacht.

    • Vor 1969 hatte es ja auch Gründe, dass man nicht zum Mond geflogen ist. Dafür investiert man ja in Forschung. Um die Grenze dessen, was aktuell möglich oder nicht möglich ist weiter zu verschieben. Und 150 entsprechend qualifizierte Leute ein paar Jahre lang für solche Forschung zu bezahlen macht man auch nicht mal eben so für 2-3 Instagram Posts. Wenn sich Patente in der Anmeldung befinden heißt das ja auch, dass man Lösungen entwickelt hat, die es in dieser Form zuvor nicht gab. Ob das am Ende alles klappt steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber der Einsatz (im Bezug auf Menge und Art der Mittel) geht schon über einfaches Greenwashing hinaus.

      • ABS bleibt ABS und PET bleibt PET.
        Ob nun auf der Erde oder dem Mond, die intrinsischen Eigenschaften eines Materials ändern sich nicht.
        Und zum Thema Patente: Du wärst überrascht was alles für Müll patentiert wird, nur damit es kein anderer macht.

        • DIN EN ISO 472 bezeichnet ABS als „Kunststoff aus Terpolymeren und/oder Mischungen von aus Acrylnitril, Butadien und Styrol hergestellten Polymeren und Copolymeren“, Wikipedia sagt: „Die Mengenverhältnisse der eingesetzten Monomere variieren im Bereich von 5–30 % Butadien, sowie 15–35 % Acrylnitril und 40–60 % Styrol“. Zudem spielen Additive in der Kunststoffzusammenmischung eine große Rolle, auch wenn sie nur zu einem kleinen Prozentanteil in der endgültigen Mischung vorkommen. In DIN EN ISO 19062-1 kann man ab Punkt 3.6 auch die genauere Nomenklatur nachlesen, mit der weitere Monomere / Polymere und Füll- oder Verstärkungsstoffe in der Zusammensetzung angegeben werden. Zur Veranschaulichung der vielen Parameter hier mal ein kleines Beispiel aus der Norm:
          „Eine ABS-Formmasse mit einem Massenanteil von 8%N-Phenylmaleimid (1P), vorgesehen für das Spritzgießen (M), eingefärbt (C), antistatisch (Z) und mit einer Vicat-Erweichungstemperatur von 121°C (125), einer Schmelze-Massefließrate von 5g/10min (04), einer Charpy-Kerbschlagzähigkeit von 16kJ/m2(16) und einem Zugmodul von 2600MPa (25) würde folgendermaßen bezeichnet werden: Thermoplast ISO19062-ABS-1P,,MCZ,125-04-16-25,,“
          Da ist also durchaus noch Spielraum in der Zusammensetzung, bevor ABS gleich ABS ist.

          • Gut, dass du dich auf ABS konzentriert hast – hier gehts aber eigentlich um das PET – und das ist keine Mischung aus verschiedenen Kunststoffen, sondern ein spezifischer Stoff. Es mag sein, dass dort auch noch ein paar Zusätze dazu kommen (das dürfte dann auch der Hauptgegenstand der Forschung gewesen sein, gemeinsam mit dem Verarbeitungsweg), aber dann ist es (eigentlich) kein reines PET mehr, sondern etwas anderes. Beispielsweise wird modifiziertes PET (PETG) für den Spritzguss verwendet.

          • Da hast du recht, bei LEGO ging es um PET. Allerdings findet man auch hier mit einer kurzen Google-Suche verschiedene Hersteller die optimierte Varianten anbieten (z.B. PET GVO bei der Firma teplast: „zusätzlich zu den bekannten Merkmalen von PET [bietet PET GVO] vor allem exzellente Gleiteigenschaften und geringes Verschleißverhalten“). Zudem war der Urspungskommentar der Diskussion ja sinngemäß: „Wenn das ginge, hätte man es längst gemacht“, was in der Grundlagenforschung nun mal eine unpassende Herangehensweise ist.

    • sehe ich auch so – übrigens habe ich vor Jahren ´mal heißen Apfelsaft testweise in PET-Flaschen abgefüllt (EIGENE GUTE Äpfel pressen lassen, erhitzt und abgefüllt – ein Gedicht .. bei Glasflaschen – PET verformt sich massiv)

  2. Ich bezweifele das man damit am Ende einen gleichwertigen legostein herstellen kann.
    Aber deswegen ist diese Forschung nicht unnötig oder Lego sollte es nicht machen, zum einen lernt man immer was daraus, und zum anderen wenn dadurch man insgesamt neue Wege für bessere Recycling Kunststoff Produkte findet ist das ja genauso wichtig.
    Wahrscheinlich werden wir nie ganz ausschließen „neue“ Sachen herzustellen aber wenn diese wirklich die Ausnahme für sehr langlebige Produkte werden hilft man der Umwelt schon sehr.
    Am Ende wird Lego sicher eins der Kunststoff Produkte sein das wohl mit am längsten genutzt wird, also etwas wo man über die Lebensdauer betrachtet sicher sowieso eine eher geringe Belastung für die Umwelt ist. Aber bei vielen kurzfristigen Sachen wäre mehr Recycling ja absolut wünschenswert. Und da ist dann das Geld von Lego in solcher Forschung gut angelegt.
    Auf jeden Fall besser als in teueren Lizenzen 😀

  3. „In vielen Ländern ist es darüber hinaus auch nicht erlaubt, Spielwaren aus recyceltem Kunststoff herzustellen“

    Dann müsste Lego je nach Land ein Set je nach Gesetzeslage mit oder ohne Recycling-Kunststoffe ausliefern.
    Ich denke auch, dass Lego kaum 150 Ingeneure und Wissenschafter beschäftigt, sondern die genannten Personen sich aus einer Zusammenarbeit mit einem Forschungs-Institut ergeben.

    • Ich denke auch nicht, dass die 150 Wissenschaftler:innen alle „LEGO A/S“ oben auf ihrem Arbeitsvertrag stehen haben. LEGO gehört zu 75% der dänischen Aktiengesellschaft Kirkbi A/S und zu 25% der LEGO Stiftung. Kirkbi dient dabei als Holdinggesellschaft der Gründerfamilie rund um den Gründer-Enkel Kjeld Kirk Kristiansen. Kirkbi investiert aber auch in andere Bereiche als die LEGO A/S, laut Website unter anderem in die Themenfelder „Circular Plastics“, „Energy Transition“ oder „Land Preservation“. Ryk hatte z.B. mal von einem Investment in Quantafuel berichtet, ein Unternehmen, das sich dem Recycling von Kunststoffabfällen widmet. Vermutlich werden manche Entwicklungen dann in Zusammenarbeit mit solchen Firmen durchgeführt, in die man zuvor aus eben diesen Gründen investiert. Wie man aus dem Interview bei NewElementary rauslesen konnte, muss es aber trotzdem eine sehr enge Absprache und Zusammenarbeit geben, da man für verschiedene Materialien z.B. auch unterschiedliche Spritzgussformen benötigt.

  4. Ja und warum jetzt kein ABS sondern PET? Ich verstehe dass die Qualität nachlässt, ich verstehe aber nicht warum man jetzt PET Statt ABS nimmt.
    Ist der Verlust bei PET nicht so groß? Wird recycltes PET dem ABS ähnlicher? Oder oder? Freue mich, falls es dazu eine Erleuchtung gibt.

    • Vermutlich, weil es mit dem Recycling von PET weitaus mehr Erfahrung gibt – das ist ja sowieso einer der klassischen Einweg-Kunststoffe. Dagegen wird ABS quasi ausschließlich für beständige Produkte verwendet.
      Ein anderer Kandidat wäre wohl noch Polypropylen PP, was in anderen Bereichen schon als Ersatz für ABS eingesetzt wird.

        • Der Grund ist ein anderer. PET gibt es weltweit als gemahlenes Flaschenmaterial in einer 1A-Qualität. PET ist durch die Verwendung als Flaschen einen ganz eigenen Materialkreislauf, der sehr sauber als Recycling-Material verfügbar ist. Das ist überhaupt nicht vergleichbar mit z. B. dem Materialmix aus dem Gelben Sack und hat im Grunde nichts mit dem „Recycling“ zu tun, an das jeder denkt, sondern ist fast eine Neuwarenverarbeitung. Im Gelben Sack wäre ABS nur in grottigster Qualität drin. Woher kriegt man sonst noch ABS? Hier und da mal unregelmäßig 1, 2 oder 5 Tonnen Anfahrschrott bei diversen Kunststoffverarbeitern. Das wars. Und das auch noch bei unregelmäßiger Qualität. Das Material ist der größte Kostenfaktor eines Kunststoffverarbeitungsprozesses. Daher sieht jeder Verarbeitungsbetrieb zu, seinen eigenen Ausschuss selber inline wieder zu verarbeiten. Daher liegt ABS in einer annehmbaren Qualität als Mahlgut kaum vor.
          Was liegt also näher, auf das Material umzuschwenken, das aufgrund des getrennten Materialkreislaufes qualitativ zwar mit Neuware zu vergleichen ist, aber marketingwirksam „Recycling“ im Namen trägt.
          Fader Beigeschmack. Gemahlenes PET-Flaschenmaterial ist kein Problemmaterial, für das man händeringend Abnehmer suchen muss, denn es wird heute schon zu extrem hohen Anteilen in neuen Verpackungsmaterialien aus PET verarbeitet. Wenn Lego nun davon was abzweigt und verarbeitet, muss irgendein anderer in der Kette seinen Anteil an Neuware erhöhen. Recyclingmäßig ist damit nichts gewonnen. Helfen würde es nur, wenn Lego wirklich den Kram aus dem Gelben Sack verarbeiten würde, aber technisch in absehbarer Zeit leider kaum realistisch und daher bleibt nur PET das Material fürs perfekte Konzern-Greenwashing.

      • Könnte mir auch vorstellen, dass es was mit der Materialfärbung zu tun hat. PET gibts ja massig farblose Produkte, kann sein das bei ABS die Mengen davon nicht hat. Farbige PET Flaschen lassen sich ja auch nur noch downcyceln oder zumindest nur noch dunkler färben. Und dunkelgrau/schwarze Kunststoffe werden dann fast nicht mehr recycelt, weil die zu schlecht maschinell getrennt werdne können.

  5. Ich sehe es so: Anstatt sich einfach vom Kuchen, den andere gebacken haben (und immer wieder neuen backen), „sein“ Stückchen abzuschneiden um es selbst zu verkaufen, schaut Lego auch nach rechts und links und vor allem auch nach vorne. JEDER muss sich fragen, was er tun kann, um die Lebensbedingungen auf unserem Planeten nicht noch weiter zu verschlechtern. Ob der Grund dafür nun Selbsterkenntnis oder die wirtschaftliche Überlebensangst ist, ist dabei egal. Die Denke geht nun einmal in Richtung „Nachhaltigkeit“.
    Da Lego doch wohl eher für „Spaß am Leben“ steht, seit wohl 50 Jahren richtig, richtig bedeutend ist, ist dieses Vorgehen einfach nur folgerichtig.

    Wie riskant es sein kann, hier „mutig“ zu sein, zeigen ja schon die fast schon Shitstorms, sobald bei einem Steinchen der Farbton mal nicht ganz übereinstimmt, während man bei den Mitbewerbern großzügig sogar über mechanische Unzulänglichkeiten hinwegschaut (Lego ist unterm Strich halt doch Preis“wert“). Von der Langlebigkeit mal gar nicht zu sprechen.

  6. Grundsätzlich sind Forschungen in solch eine Richtung zu begrüßen. Ob am Ende was draus wird, bleibt abzuwarten. Es belibt auch zu hoffen, dass man nicht die Qualität der Steine für ein halbseidenes Prozent mehr Nachhaltigkeit opfert. Aber da muss man wohl einfach auf LEGO vertrauen, dass sie ihr Produkt nicht derart in den Sand setzen. Dran zu forschen tut ja wohl erstmal niemandem weh. Ich warte aber immer noch auf die 3 unbehandelten Papiertüten statt 20 Plastetüten in jedem Set, ich hoffe in der Richtung geht mal etwas vorwärts.

    • Sehe ich auch so. Auch würde ich es sehr begrüßen, wenn mal die Verpackungen verkleinert werden. Zum Beispiel bei den Lego The Movie 2- Sets hätte man sich ein Drittel bis sogar die Hälfte sparen können. Ähnliches Bild bei Hidden Side… Und genug Luft hätte es immer noch in der Verpackung. Aber was tut man nicht für das Umschmeicheln des Kundenauges beim Schlendern durch die Spielwarenabteilung…

      • Ich selbst habe sie nicht gelöscht…wenn es nur wegen dem „Alternativo“ war dann ist das schon …..sehr dünnhäutig….

        • Ich möchte sogar stark bezweifeln, dass es nur deswegen war. Auch das C-Wort ist, so passend es auch sein mag, nicht so gern gesehen bei StoneWars, so wie wohl der genrelle Gedanke des Kommentars, wenn auch treffend formuliert. Ich glaube selbst kann man gar keine Kommentare löschen.

        • Ich denke mal das es eher an der pauschalisierten negativen Aussage gegenüber den Bewohnern des Asiatischen Raumes lag, die man schon grenzwertig zum Rassismus werten konnte.

          • Also wird Stonewars neuerdings vom chinesischen Staat finanziert ….statt Stellung zu nehmen, kommentarlos löschen und fertig, das hinterlässt auch ein Geschmäckle

          • @Ohmbricks: Wir haben schon häufig dazu Stellung genommen, was wir hier löschen. Dein Kommentar hat fast in Gänze nicht der Netiquette entsprochen.

            1. Es ging ohne Zusammenhang zum Artikel darum, warum du kein „Alternativo“ bist, was direkt ein fetter Seitenhieb gegen eine große Gruppe Hobbyisten war.
            2. „Herrn Chinesen“ ist einfach respektlos und pauschalisierend einem gesamten Land gegenüber, was du mit „rotzfrech“, „billig“ und „ihren Hintern faul breitsitzen“ nochmal verstärkt hast.

            Du bist schon häufig hier in den Kommentaren angeeckt. Weil wir dich um Zurückhaltung gebeten haben, hast du hier ja auch schon wochenlang gar nicht mehr kommentiert, weil du dich zensiert gefühlt hast. Wir wollen hier in beide Richtungen eine friedliche Kommentarkultur. Und dein Kommentar ist einfach nichts weiter als eine Provokation gewesen, die weitere Streits nur befeuert. Da war nichts mit „die Passage löschen“, der Kommentar war komplett einfach nur provokativ und hatte NICHTS mit dem Thema Nachhaltigkeit bei LEGO zu tun. Dafür haben wir extra folgenden Punkt in der Netiquette stehen:

            „Nicht erlaubt sind: Pauschale Herabwürdigungen und Phrasen, die einen provozierenden und unsachlichen Charakter haben“ – dieser Netiquette stimmst du bei jedem Kommentar zu. Das sind unsere Hausregeln.

            Und der Vorwurf, wir wären vom chinesischen Staat finanziert… Sorry, aber hier für mich jede normale Diskussionsgrundlage vorbei.

          • Naja, man muss aber auch wirklich nicht zu jeder Diskussion Stellung beziehen. Die Wichtigkeit geopolitischer Sachverhalte in allen Ehren, aber manche Dinge müssen auch einfach nicht auf dem LEGO-Blog diskutiert werden, geschweige denn wäre das zielführend. Das wird wohl vielmehr die Motivation zum löschen gewesen sein als irgendwelche Dritt-Interessen oder sonstiger Lobbyismus. Ich mochte den Kommentar auch, aber ja, er war vielleicht nicht sinnstiftend für eine gesunde Diskussion über nachhaltige Steinproduktion und StoneWars hier derartige Motive vorzuwerfen halte ich doch für etwas zu gewagt. Aber ich bin sicher spätestens jetzt wird sich wohl auch die Belegschaft bald zu wort melden.

        • Stonewars hätte die Passage die nicht der Netiquette entspricht löschen können und eine Erklärung darunter setzen können. Wurde des öfteren schon gemacht.

      • @Thomas+Oßwald: Ich habe das zwar vermutlich schon hundert mal erklärt, aber: Zensieren kann nur der Staat. Hier gibt es Hausregeln und Umgangsformen in Form unserer Netiquette, an die man sich zu halten hat – das haben wir im Sinne eines friedlichen Umgangs miteinander eingeführt.

  7. Weiß nicht ob ich das gut finden soll, dass minderwertigere Kunststoffe als Alternative hoch gepriesen werden. Außerdem ist PET viel brennbarer als ABS und verändert seine Form bei geringerer Temperatur…und es wird immer heißer im Sommer.

    War schon schlimm genug, dass LEGO vom hochwertigeren PC bei durchsichtigen Teilen auf das milchige, weichere ABS gewechselt hat und die Konsequenz daraus ist, dass fast jede Scheibe schon im Lieferzustand mit dicken Kratzern ankommt. Wegen den Farbabweichungen muss ich denke ich nichts mehr sagen.
    Man sollte lieber PET Flaschen und Recycling-Kunststoffe für Straßen und Kinderspielplätze verwenden. LEGO ist ein Mehrgenerationen Spielzeug… das ist schon nachhaltig genug.

      • Etwa Anfang/Mitte 2019. Die anfänglichen Probleme mit der „Milchigkeit“ hat LEGO längst in den Griff bekommen.
        In einigen Reviews zum Ideas Baumhaus wurde das Thema damals angesprochen.

        Fun Fact: Die neuen Klarsichtteile sollen unter UV-Licht leuchten.

        • Das ist kein Fun Fact. Ich habe Videos gesehen, wo generell LEGO-Teile die aus China kommen unter UV-Licht leuchten und so von anderen unterschieden wurden (insbesondere Minifigurenteile). Es wird auch vermutet, dass das ABS in China nicht identisch ist mit dem aus der EU damit die Lieferanten nicht die Rezeptur an die Konkurrenz verkaufen.

        • Da sagt der Hydraulikbagger von März 2021 aber was anderes. Selbst auf den Produktfotos ist das Milchglas und bei meinem Set, dass ich die Woche bekommen habe auch.

          • Das ist ein bisschen was anderes. Dieses Teil ist schon immer nur in einem mattierten transparent produziert worden, ähnlich wie es die 6×6 Fleise einfach nicht mit glatter Oberfläche gibt. Warum auch immer LEGO die nur so produziert.
            Ich habe hier das BMW Motorrad 42063 von 2017 und dessen Scheibe ist auch nicht klar. („frosted“ würde man dazu auf Englisch sagen.)

  8. Ach solang es am Ende klemmt und stimmig ist, könnten die Steine von mir aus sogar aus Ton sein.

    Grundsätzlich finde ich es angemessen, dass ein großer Konzern wie Lego gezwungen wird nach ökologischen Produktalternativen zu forschen.

    • Solange nicht Stabilität, Qualität und Langlebigkeit darunter leiden ja. Ich halte mich bewusst von Fremdprodukten noch zurück. Ich mag das Original und das wofür es eben steht. Auch wenn fernöstliche Produkte deutlich besser geworden sind, bleibe im beim Orignal Klemmbaustein Nummer Eins!

  9. Ich fände es klasse, wenn es Lego gelänge, vernünftig die PET Flaschen zu verarbeiten und damit zu recyceln. Muss nur die Qualität stimmen .. daran zweifle ich dann doch im Moment.
    Habe vor Jahren wieder auf klassische Mehrwegflaschen, vornehmlich Glas umgestellt, da ich einfach etwas gegen die Einwegflaschen habe.

  10. Generell steh ich skeptisch solchen Meldungen gegenüber. Was genau bedeutet Nachhaltigkeit für Legosteine aus PET/alternativen Kunstsstoffen zu ABS? Ist nur der Blick auf den Herstellungsprozess gerichtet? Oder spielt da auch das Ende des Lebenszyklus‘ des Steines eine Rolle? Wenn ja, inwieweit?
    Auch sollten wir uns nichts vormachen, denn: Wie viele Menschen global gesehen „vermachen“ oder verkaufen ihre Lego-/Klemmbausteine weiter? Und wie viel landet doch eher auf den Mülldeponien, in die Umwelt oder ins Meer (weil gerade irgendein klemmbausteingefüllter Container schwimmen lernen wollte)?
    Letztens habe ich gelesen, dass Forscher errechnet haben, dass ein Legostein wohl an die 1300 Jahre überleben würde – und in der Zwischenzeit so wie jeder andere Kunststoff auch, Mikroplastik ausscheidet.

    • Es ist aber doch schon ein Unterschied, ob Lego durch Transportunfälle ins Meer gelangt, oder wie genereller Plastikmüll schon sehr gezielt und mit voller Absicht an diversen Stränden der dritten Welt abgekippt wird – aber ob nun Lego von diesen Müllbergen ihr PET bezieht und so die Umwelt retten möchte, oder das PET andersweit bezieht das bleibt auch noch offen…..

  11. Ich glaube , das ich in 10 Jahren sowieso nichts mehr mit Lego zu tun habe,
    man verändert sich, und das ist gut so.

    Vielleicht wandelt sich das Unternehmen auch völlig in den nächsten 20 Jahren ?
    Vielleicht bekommt Plaskspielzeug in in der nächsten Generation ein völlig negatives Image ?
    Vielleicht wird Plastikspielzeug in Zunkunft extrem besteuert ?

  12. Ich bin hier mal bewusst provokativ. Der Gedanke, dass Legosteine zukünftig aus PET hergestellt werden könnten, gefällt mir gar nicht:

    Meine über 50 Jahre alten Legosteine aus ABS wirken größtenteils immer noch frisch, bis auf die altersbedingten Gebrauchsspuren, haben eine gute Klemmkraft, sind nicht spröde, also hochwertig und damit auch eben nachhaltig.

    Dazu im Vergleich ist PET eher eine minderwertiger Kunststoff. PET wird mit der Zeit spröde, fängt also an Risse zu bekommen, verliert an Elastizität, ist meines Wissens nach empfindlich gegenüber Sonnenlicht und Wärmeeinwirkung und hat eine wesentlich kürzere Lebensdauer. Wirklich „umweltfreundlicher“ ist es dadurch also nicht.

    Mag sein, dass man damit PET Flaschen kurzfristig down-cyclen kann, jedoch sehr wahrscheinlich auf Kosten der Produktqualität. Das Ergebnis könnte demzufolge ein Legostein sein, den man nach fünf oder spätestens zehn Jahren wegschmeißen muss. Und das ist auch nur okay, bei einer sachgemäßen Entsorgung.

    LEGO könnte so aus einem Spielzeug, das wörtlich für Generationen gemacht gemacht ist, zu einem Wegwerf-Produkt werden.

    Wo da der Vorteil sein soll erschließt sich mir jedenfalls nicht. Außer dass irgendjemand bei Lego vielleicht hofft, dass man sich dadurch alle zehn Jahren komplett neue Sterne kaufen müsste. Und das wäre sicherlich nicht nachhaltig!

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