LEGO testet Pappboxen als Ersatz für “Pick a Brick”-Becher im Store der Mall of Berlin

LEGO Pick A Brick Neue Boxen

Bereits im Oktober 2021 tauchten bei Ebay die ersten Prototypen neuartiger Pappboxen auf, mit denen LEGO die bisherigen Plastikverpackungen für “Pick a Brick” und Minifiguren in den LEGO Stores mittelfristig ersetzen wollte. Jetzt sind die Boxen, die es in drei Größen gibt, nach ersten, sehr eingeschränkten Tests anderer Stores exklusiv im LEGO Store in der Mall of Berlin verfügbar, wo sie aktuell im Rahmen einer Erprobungsphase an alle Minifiguren- bzw. Teile-Kunden ausgegeben werden. 

Bisher wurden die Einzelteile der “Pick a Brick”-Wand ausschließlich in Kunststoffbechern mit Deckel verkauft, die es in zwei Größen gab: Im großen Becher für 17,99 Euro fanden Teile mit einem Volumen von ca. 970 ml Platz, während der kleine Becher mit einem Preis von 9,99 Euro Raum für etwa 470 ml bot. In diesen Preisen war eine Art Pfandgebühr von 75 bzw. 50 Cent für den initialen Erwerb der Becher bereits einkalkuliert, die man dann aber bei zukünftigen Store-Besuchen (gegen Abzug der Gebühr) erneut verwenden konnte. Die Minifiguren wurden in Gebinden á drei Stück in Blisterverpackungen mit Pappeinlage verkauft.

LEGO Pick A Brick Becher Minifiguren Blister Alt
Das bisherige Verpackungskonzept in den LEGO Stores

Diese drei Gebinde wurden nun im Berliner Store in der Mall of Berlin durch Kartons aus Pappe ersetzt, wobei der größte von ihnen mit seinen Außenmaßen von ca. 23 x 11 Noppen und 6 Steinen Höhe ein Volumen von rund 933 ml aufweist, also quasi identisch zum bisherigen großen Becher ist. Das Noppenmaß des mittleren Kartons ist uns zwar nicht bekannt, aber man sieht schon rein optisch und der Store hat uns auch bestätigt, dass er exakt der Hälfte des großen Kartons entspricht, sich also mit ca. 466 ml Volumen ebenfalls sehr nah am bisherigen kleinen Becher befindet. Die kleinste Kartongröße ersetzt den Minifiguren-Blister und sollte mehr als ausreichend Platz für drei Figuren inkl. Zubehör bieten.

Die Boxen befinden sich im Store direkt bei den Einzelteilen bzw. dem Minifiguren-Tower und müssen zunächst zusammengefaltet werden, wie auch auf einem Hinweisschild angemerkt wird.

LEGO Pab Und Minifiguren Boxen Pappe (1)
Die drei neuen Kartongrößen als Ersatz für den großen und den kleinen Becher sowie den Figurenblister (von unten nach oben)

Die Pilotierung findet laut Aussage der Store-Mitarbeiter in Deutschland exklusiv im LEGO Store der Mall of Berlin statt und ist vorerst offenbar auf einen Monat angelegt, in dem vor allem Feedback der Kunden gesammelt werden soll. An der Kasse werden die befüllten Boxen mit einem speziellen Klebestreifen verschlossen. Natürlich können auch diese Boxen mehrfach verwendet werden, ob es allerdings auch hierfür eine “Pfandgebühr” geben wird, die bei mehrfacher Benutzung abgezogen wird, ist derzeit noch unklar – aktuell ist davon jedenfalls nichts zu lesen.

Doch wie schlagen sich die Boxen im Vergleich zu den Bechern? Die Volumina sind zwar minimal kleiner, doch die Runde Form der Becher sorgte andererseits traditionell dafür, dass die Teile darin nur mit viel Mühe und Geduld dicht gepackt werden konnten, bzw. im Falle größerer, eckiger Steine oft überhaupt nicht. Hierfür müssten die Kartons sich eigentlich wesentlich besser eignen und sich somit leichter und in Summe mit mehr Teilen befüllen lassen. Glücklicherweise konnte unser Leser Ferdinand, dem wir herzlich für die folgenden Bilder danken, die Boxen schon selbst ausprobieren und hat uns netterweise auch ein Vergleichsbild zukommen lassen, auf dem er versucht hat, den Inhalt der großen Pappbox (hauptsächlich Nexo-Knights-Schilde) in den großen Becher umzufüllen. Das Ergebnis spricht für sich.

LEGO Pab Und Minifiguren Boxen Pappe Vergleich Becher
Vergleich zwischen Pappbox und Becher: Die Box lässt sich – zumindest mit diesen Teilen – wesentlich einfacher und mit mehr Inhalt befüllen

In Summe lässt sich also festhalten, dass eine permanente Umstellung auf die Pappboxen in vielerlei Hinsicht positiv wäre: Zum einen fiele weniger Plastikmüll an (da nicht jeder Kunde die Becher längerfristig verwendet), zum anderen wären die neuen Schachteln komfortabler und wohl auch meist mit mehr Teilen zu befüllen. Außerdem ließen sich solche eckigen Boxen natürlich auch viel besser stapeln, sodass der eine oder andere sie zu Hause wahrscheinlich für die Teilesortierung weiterverwenden würde. Ganz neu ist die Idee mit den Pappschachteln übrigens nicht, denn bereits vor etwas über neun Jahren konnte man in den LEGO Stores als Sonderaktion ab einem bestimmten Einkaufswert eine Box mit Einzelteilen befüllen.

Wir sind gespannt, wie die Erprobung in Berlin verlaufen wird und ob die Boxen danach zeitnah auch in anderen Stores auftauchen. Wir halten es jedenfalls für einen sinnvollen Schritt im Bemühen von LEGO um nachhaltigere Verpackungskonzepte, der zudem noch die Möglichkeit bietet, das Design der Schachteln je nach Anlass oder Saison zu variieren. Deshalb würden wir die Änderung begrüßen.

Was denkt ihr über die neuen “Pick a Brick”-Kartons, die vermutlich demnächst auch anderenorts die Plastikbecher (und die Minifiguren-Blister) ersetzen werden? Freut ihr euch, dass ihr nun vermutlich auch ohne langes Optimieren etwas mehr Teile bekommt und dass das Verpackungskonzept nachhaltiger wird, oder würdet ihr den Plastikbechern hinterhertrauern. Wo liegen für euch die Vor- und Nachteile der Konzepte? Tauscht euch gerne im Kommentarbereich aus.

Über Jens Herwig 488 Artikel
Mag verzerrte Gitarren, LEGO und Enten. Wollte so sein wie MacGyver, ist aber nur Physiker geworden. Erweckung aus den Dark Ages durch den Technic Unimog. Liebt alte Sets und hat ein Aquazone-Diorama im Wohnzimmer stehen.
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