LEGO World Builder: Erstes Projekt für Realisierung gewählt

LEGO World Builder First Project

Im letzten Sommer wurde die Ideenschmiede „LEGO World Builder“ in Zusammenarbeit mit Tongal ins Leben gerufen. Die Funktionsweise und der Aufbau erinnert dabei stark an Ideas. Über die neue Plattform sollen Multi-Media-Konzepte für LEGO entworfen und zur Produktionsreife geführt werden. In dieser Woche war es nun soweit: Das erste Projekt wurde für die Umsetzung ausgewählt.

Ende August 2020 berichteten wir über den Start der neuen Plattform „LEGO World Builder“. In Kooperation mit dem Partner Tongal können im „LEGO World Builder“ neue und innovative Multi-Media-Ideen für LEGO gepostet und entwickelt werden. Über 200.000 kreative Köpfe aus 177 Ländern sind bereits bei Tongal registriert und können ihren Input geben. Das Konzept scheint anzukommen, denn seit dem Start wurden schon über 1.300 Projektideen hochgeladen.

Das erste Projekt

Am 11. Januar veröffentlichte Tongal via Blogpost, dass das erste Projekt von LEGO zur Umsetzung akzeptiert worden ist. Bei dem glücklichen Ideengeber handelt es sich um Eddy Beals, der das Projekt „Holiday Heros“ entwickelte. Der Kerngedanke hinter seiner Idee ist ein Verständnis für die anderen Kulturen zu entwickeln, die man auf den eignen Reisen erleben kann. Unter dem Arbeitstitel sollen Geschichten mit einer Länge von jeweils 60 Mintuen entwickelt werden. Die Bewerbungsfrist für ein Einreichungen eines Storyboards wurde jetzt eröffnet.

Eddy Beals berichtet in dem Interview davon, dass er auf einer Reise beschloss, japanisch zu lernen, um mit den neuen Sprachkenntnisse mehr vor Ort über die Kultur im Land der aufgehenden Sonne zu erfahren.

LEGO World Builder First Project3

In der aktuellen Ausschreibung wird die Welt so beschrieben (übersetzt):

„LEGO Holiday Heroes ist ein Thema, das versucht, Feiertage und Festlichkeiten auf der ganzen Welt zusammenzubringen, von Halloween über Diwali bis hin zu chinesischem Neujahr und Weihnachten. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht die Stadt Festiville, wo Bürgermeister Day zusammen mit seiner Tochter und unserem Helden Holly Day wohnt! Zusammen mit einer vielfältigen Gruppe von Freunden reist Holly von Festiville aus in die ganze Welt, um die ruchlosen Pläne des Aprilscherzes zu vereiteln, der versucht, jeden Feiertag zu seinem eigenen zu machen!“

Wie geht es jetzt weiter?

Nachdem LEGO das Konzept für die Umsetzung auswählte, werden jetzt konkrete Inhalte gesucht. In einem ersten Schritt werden Autoren gesucht, die eine Story für das Thema schreiben wollen. Aus allen Einsendungen wird LEGO die besten drei Entwürfe auswählen. Die kreativen Köpfe sind dann aufgefordert ein kurzes Storyboard zu erstellen. Im Anschluss an diese Phase wird die beste Idee ausgewählt und es winkt die Möglichkeit aktiv an dem Drehbuch der neuen Serie mitzuwirken.

Falls ihr jetzt Lust bekommen habt, an dem kreativen Prozess teilzunehmen, solltet ihr euch ran halten. Die Bewerbungsfrist endet am 19. Januar 2021 und schon am 1. März soll das Projekt abgeschlossen sein. Die genauen Bedingungen findet ihr hier.

Fazit

Wir dürfen gespannt sein, was aus dieser Ideenschmiede hervorgehen wird. Die grundsätzliche Idee finde ich gut. Auf diesem Wege werden neue und frische Konzepte an LEGO herangetragen. Ich bin jetzt schon neugierig, das endgültige Produkt anzusehen. Bis dahin wird es zwar noch ein bisschen dauern, aber die Idee des Kulturaustausches finde ich persönlich sehr wichtig und bereichernd.

Was denkt ihr? Hört sich das Konzept „Holiday Heros“ für euch gut an oder könnt ihr euch nichts darunter vorstellen? Kennt ihr die neue Plattform „LEGO World Builder“? Würdet ihr euch zutrauen ein Manuskript einzureichen? Was wäre eure Idee für die Themenwelt? Schreibt uns eure Ideen und Meinungen gerne in die Kommentare.

Oliver
Über Oliver 136 Artikel
Fan des Classic Space, Technik-Begeisterter und Freund von Creator 3-in-1. Ständig auf der Suche nach den kleinen Besonderheiten im LEGO Sortiment und interessiert an den Hintergründen im Spielwarenmarkt.

13 Kommentare

  1. Ich kann mir momentan nichts darunter vorstellen.
    Es klingt halt so ganz generell nach einem Feel-Good Thema bei dem man sich alle coolen und unkritischen Aspekte einer Kultur herausnimmt. Ich glaub nicht das Feste wie Kanamara-Matsuri, Zwarte Piet oder Krampus darstellen will.
    Außerdem haben viele Kulturfeste einen streng religiösen Bezug.

    Mal sehen.

  2. Ich fürchte, dass Lego sich keine Vorstellung macht, wie schnell sie sich da in die PC-Twitter-Nesseln setzen können beim Thema „Kulturen“. ^^“

    • Mir ist aufgrund des sehr groben Konzepts (es soll ja erst eine Story geschrieben werden) auch noch unklar, wohin die Reise geht, und natürlich geht bei einem großen Unternehmen die Anzahl verfügbarer Fettnäpfchen gegen unendlich – ich will aber (ohne hier ein großes Fass aufzumachen) schon darauf hinweisen, dass Anerkennung von Diversität und kulturelle Sensibilität auch außerhalb der Twitter-Bubble Einzug gehalten haben und es natürlich auch kluge Menschen gibt, die sich damit auskennen und etwas Sinnvolles entwickeln können. Und die Argumente zur Mischung verschiedener Feste und deren religiöser Hintergründe sind völlig richtig – andererseits hat LEGO in meinen Augen mit den China-Sets bewiesen, dass auch europäische (Ko-)Designer*innen etwas kulturell Überzeigendes schaffen können, und sie haben sich da durchaus besser angestellt als beispielsweise Disney im „Mulan“-Remake.

      • Also ohne Dir (ich hoffe das ist okay) inhaltlich grundsätzlich widersprechen zu wollen: aber ist Dir klar, dass es etwas ironisch klingt, wenn jemand anführt, Sichtweise X (Diversität und kulturelle Sensibilität) wäre garnicht nu so ne „Bubble“ und dann z.B. in seinem Text gendert samt Sternchen? ^^

        Das ist für jemanden, der das politisch kritisch sieht (also die politische Richtung)vermutlich ungefähr so überzeugend, wie für Dich jemand, der behauptet er wäre nicht politisch speziell oder in einer „Bubble“, aber ein fettes „Q“ auf seinem Shirt hat. ; D

        Nichts für ungut – ich finds nur spannend. : )

        • Du, alles gut. Ich kann verstehen, was du meinst, aber die Aussage war ja „Twitter-Bubble“, und da kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass sich zumindest in meiner Branche und in meinem branchenfernen Freundeskreis (der sicherlich auch eine gewisse Bubble ist und sich vielleicht politisch näher ist als ich vielleicht einer zufällig ausgewählten Bewohnerin meines Bundeslandes) gerade viel verändert, und das ist halt nicht Twitter, sondern (ein Ausschnitt meiner) Realität.
          Und dass man das kritisch sehen kann und wir außerhalb eines LEGO-Forums darüber trefflich diskutieren, im Zweifel streiten könnten, glaube ich sofort.
          Ich habe halt für mich entschieden, so zu schreiben und so zu sprechen, und finde das natürlich super so. Und ich werfe es niemandem vor, wenn sie oder er das für sich anders entscheidet.

          • Danke für die nette Antwort. Es ist immer schön, wenn jemand sein Fremdbild noch relativ vernünftig einschätzen kann und da ich es immer gut finde, wenn mir da auch jemand nen Hinweis gibt, dachte ich, es interssiert Dich vielleicht, dass das ein wenig witzig wirkte aus „konservativer“ Sicht. : )

            Mal sehen, was Lego draus macht. ^^

  3. Das klingt wie Erziehung zur Toleranz durch Spielzeug – ein Konzept, welches vom Text her doch arg intellektuell verkopft ist.
    Keine Ahnung, ob ein Kind jetzt unbedingt auf die Schachtel mit dem (erfunden!!!)
    „Venzuelanischen Herbstfest“ deutet.
    Wenns gut gemacht ist, könnte es zumindest AFOL mäßig interessant werden.

    Aber, größter Haken an der Sache aus meiner Sicht: Viele Feste haben einen religiösen Hintergrund und stehen damit eigentlich nicht zur debatte. Ganz zu schweigen von ggf politischen Aufschreien, wenn ein jüdisches xY Fest zb im arabischen Raum erscheinen soll.

    • Ich sage mal – lieber ein „Venzuelanisches Herbstfest“ als die „Cowboys gegen Indianer“-Plastikmännchen aus meiner Kindheit. Spielzeug kann natürlich „erziehen“ oder Realität abbilden (oder Utopie), und wir als Eltern oder die Kinder entscheiden, was wir davon erforschen wollen. Ob das dann didaktisch und erzwungen wirkt oder verspielt, das wissen wir wahrscheinlich erst in ein paar Jahren, wenn Serie, Sets usw. rauskommen. Solange schlummern, wie so oft, in einem Konzept Erfolg und Scheitern zu gleichen Teilen.

    • Möglicherweise missverstehen wir den Ansatz hier: ich lese es so, dass gerade über die Aufklärung/Vorstellung von unterschiedlichsten Festtagen (inklusive!!! religiöser Feiertage) ein Verständnis für andere Kulturen generiert werden soll. Also ein wenig nach dem „Sendung-mit-der-Maus“-Prinzip: naiv nachgefragt und einfach erklärt. Pädagogisch sehe ich da schon potenzial, denn schließlich würde dies gerade jungen Menschen eine zusätzliche Möglichkeit eröffnen, einen Blick über den eigenen kulturellen Horizont zu werfen.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass eine solche Darstellung auch weitestgehend „unpolitisch“ und ohne Kritik erfolgen kann und schlichtweg ideologiefrei erklärt.
      Wie funktioniert Ramadan? Was ist Diwali? Warum ist das chinesische Neujahrsfest nicht an Sylvester?

      Die genaue Ausgestaltung wird man abwarten müssen, aber den Grundgedanken – wohlmöglich spielerisch/zielgruppengerecht verpackt – finde ich erstmal gut.

      Und wer denkt, dies sei überflüssig weil wir schließlich schon alles wissen und kulturelle Verständigungsschwierigkeiten „immer nur die anderen“ haben, der kann seinen Kindern ja mal erklären, warum bei uns angeblich ein Säugetier im Frühjahr bunte Eier bringt und ein alter Mann in Rom dies zum Anlass nimmt „Urbi et orbi“ zu rufen…

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