Einzelteile bei LEGO bestellen: „Pick a Brick“ & „Steine und Teile“ wurden zusammengelegt

LEGO Pick A Brick Umstellung Titelbild

Bereits vor knapp einem Monat hatten wir darüber berichtet, dass die beiden bisher separaten Bestellmöglichkeiten für Einzelteile im LEGO Onlineshop, „Pick a Brick“ und „Steine und Teile“, Anfang Februar zusammengelegt werden sollten. Heute nun hat LEGO diesen Schritt vollzogen. Wir werfen einen ersten Blick auf das neue Interface und geben euch einen Ort zum Diskutieren.

Schaut man sich die neu gestaltete Pick a Brick Seite an, so fallen sofort etliche neue Filter- und Sortiermöglichkeiten auf, die zukünftig das Auffinden bestimmter Einzelteile im LEGO Onlineshop wesentlich einfacher machen und damit den Einkauf angenehmer gestalten dürften.

Ebenfalls bemerkt man allerdings sofort, dass sich auch preislich einiges geändert hat und dass es ein neues System von Servicegebühren für Kleinbestellungen gibt. Beides hatten wir in unserem Artikel vom 12. Januar bereits angekündigt, wenn auch die finalen Konditionen sich gegenüber dem damaligen Stand noch einmal etwas verändert haben.

Wir schauen uns im Folgenden die oben genannten Punkte alle einmal kurz an, bevor wir euch in die Diskussion im Kommentarbereich entlassen. 😉

Neues Interface, neue Möglichkeiten

Fangen wir mit den positiven Neuerungen an: Der neu gestaltete Einzelteile-Service, der jetzt nur noch „Pick a Brick“ heißt, wartet mit einer Vielzahl von Filtermöglichkeiten auf, die das gezielte Auffinden eines bestimmten Teils auch dann ermöglichen, wenn man die Teile- oder eine passende Setnummer gerade nicht zur Hand hat.

LEGO Pick A Brick Neues Interface 2
Das neue Pick a Brick Interface

Dabei gibt es wie bisher schon bei Pick a Brick die Möglichkeit, nach Teilekategorien und Farben zu filtern. Dies ist jeweils zweistufig möglich und bringt einem als Kunde nun aufgrund des wesentlich größeren Sortiments (12.732 verschiedene Teile!) eine viel größere Erleichterung beim Suchen als früher.

Wer etwa Freude an goldenen Teilen hat (oder Teile in einer bestimmten anderen Farbe sucht, etwa zum Verzieren eines MOCs), kann nun einfach nach Farbfamilie „Metallic“ und genauer Farbe „Warm Gold“ suchen und erhält sofort eine Liste aller verfügbaren Teile in dieser Farbe.

LEGO Pick A Brick Beispiel Filter Farbe
Suche nach allen goldfarbenen Teilen

Auch ist es für die LEGO Tierfreunde unter uns nun z.B. möglich, sich mit wenigen Klicks alle aktuell bei LEGO erhältlichen Tiere anzeigen zu lassen, während man bisher immer wissen musste, welche Nummer z.B. der Löwe hatte bzw. in welchem Set er vorkam. Die Ergebnisse kann man außerdem alphabetisch, nach Relevanz oder – in diesem Beispiel besonders praktisch – nach auf- bzw. absteigendem Preis sortieren. Eine Stichwortsuche ist ebenfalls möglich, etwa nach „Lion“.

LEGO Pick A Brick Beispiel Filter Tiere
Suche nach allen Tieren, sortiert nach absteigendem Preis

Hier fällt aber auch gleich die Kehrseite der Zusammenlegung der beiden Teile-Services auf, der wir uns als nächstes kurz widmen wollen: die Preisänderungen.

Preisänderungen des Sortiments

Dass die Preise sich durch die Zusammenlegung von Pick a Brick mit Steine und Teile ändern würden, war unvermeidbar. Schließlich gab es Teile, die bei beiden Services verfügbar waren, allerdings bisher unterschiedlich viel kosteten. Auch waren teilweise die Preise für verschiedene Farben des gleichen Teils unterschiedlich, was LEGO mit der Zusammenlegung ebenfalls ändern wollte.

Zu befürchten war bereits, dass LEGO sich bei diesen Angleichungen im Zweifelsfalle immer für den höheren Preis entscheiden könnte. Wie unsere Stichproben allerdings zeigen, hat LEGO sich stattdessen dafür entschieden, manche Teile sogar etwas günstiger, manche Teile dafür aber auch sehr viel teurer zu machen.

Besonders fällt dies bei den Tieren auf, die nach unserem aktuellen Kenntnisstand praktisch alle teuer geworden sind. So kosten etwa die LEGO City Löwen jetzt fast 11,- Euro, während sie bis vor der Zusammenlegung noch für unter 7,- Euro zu haben waren. Die Schafe kosten nun 2,05 Euro pro Stück, bisher jedoch nur 1,88 Euro – die Liste ließe sich lange fortführen. LEGO scheint also die Zusammenlegung – zumindest bei Teilen des Einzelsteine-Sortiments – für eine saftige Preiserhöhung genutzt zu haben.

Veränderter Bestellablauf und Gebühren

Ebenfalls eine Verteuerung, wenn auch nur bei kleinen Bestellmengen, die der durchschnittliche AFOL wahrscheinlich sowieso meist überschreiten dürfte, stellen die neu eingeführten Servicegebühren dar. Hierauf und auf die in diesem Zusammenhang wichtige Unterscheidung zwischen „Standard“-Teilen und „Bestsellern“ gehen wir gleich noch genauer ein, zunächst möchten wir euch jedoch eine kurze, stichpunktartige Zusammenfassung dessen geben, was sich in Sachen Ablauf und Kosten der Bestellung gegenüber früher geändert hat, denn hierunter befinden sich durchaus auch einige positive Neuerungen:

  • Ab sofort nur noch Pick a Brick Service
  • Bearbeitungsgebühren bei Bestellungen unter 12,- Euro
  • „Standard“-Teile und „Bestseller“ werden getrennt behandelt
  • 3,50 Euro Versandkosten pauschal (entfallen ab 55,- Euro)
  • Einzelsteine-Bestellungen werden angerechnet für Gratisbeigaben
  • Physische VIP-Prämien können generell eingelöst werden

Bestseller & Standard-Einzelsteine

Auf Pick a Brick werden die bestellbaren Einzelsteine jetzt, wie bereits kurz erwähnt, in zwei Kategorien eingeteilt. Das vormals bei Steine und Teile erhältliche Sortiment heißt nun Standard und wird weiterhin aus Dänemark verschickt. Als Versandzeit gibt LEGO 11-15 Tage an, wobei die Zustellung erfahrungsgemäß zumindest in Deutschland meist wesentlich schneller ist. Die Teile des bisherigen Pick a Brick-Services tragen nun das Label Bestseller. Diese landen in einem anderen Warenkorb, werden in Polen gepackt und von dort aus verschickt. Auch hier gibt LEGO sehr pessimistische 11-15 Tage Zustellzeit an.

Wichtig ist hierbei: Die neu eingeführten Servicegebühren für kleine Bestellungen werden für beide Warenkörbe getrennt berechnet! Ihr müsst also bei einer gemischten Bestellung zwischen Standard und Bestseller-Teilen jeweils die Grenze von 12,- Euro erreichen, damit diese Gebühren entfallen. Die Versandkosten von 3,50 Euro fallen allerdings auch bei gemischten Bestellungen nur einmal an.

LEGO Pick A Brick Getrennte Warenkörbe
Der neue, zweigeteilte Warenkorb – man beachte die getrennt ausgewiesenen Servicegebühren

Hier haben wir euch noch einmal die wesentlichen Unterschiede in der Handhabung der beiden Teilesortimente zusammengefasst:

  • Bestseller (ehemals „Pick a Brick“):
    • 11-15 Tage Zustellzeit
    • Versand aus Polen (zumindest für Europa)
    • 3,- Euro Servicegebühr für Bestellungen unter 12,- Euro
  • Standard (ehemals „Steine und Teile“):
    • 11-15 Tage Zustellzeit
    • Versand aus Dänemark
    • 6,- Euro Gebühr für Bestellungen unter 12,- Euro

Gratisbeigaben und Einlösung VIP-Prämien

Bestellungen von Einzelsteinen sind ab jetzt im LEGO Onlineshop generell nicht mehr ausgeklammert, wenn es um den Mindestbestellwert für Gratisbeigaben oder das Einlösen von physischen VIP-Prämien geht! Bisher war beides nur beim (alten) Pick a Brick-Service möglich, nicht aber bei Bestellungen des vom Sortiment her wesentlich reizvolleren Steine und Teile-Services.

Außerdem entfallen nun auch generell ab einem Gesamtbestellwert von 55,- Euro die Versandkosten. Darunter fallen die oben genannten Versandpauschalen an.

Fazit

Bei der Zusammenlegung der beiden Einzelsteine-Services im LEGO Onlineshop gibt es Licht und Schatten. Die Bedienung ist nun wesentlich benutzerfreundlicher als früher, das Auffinden bestimmter Teile wurde stark erleichtert. Auch die generelle Anrechnung der Einzelteile-Bestellungen auf die Schwellwerte für Gratisbeigaben und freien Versand sowie die Möglichkeit, nun auch bei Bestellungen aus dem „Standard“-Sortiment physische VIP-Prämien einlösen zu können, sind begrüßenswerte Änderungen, die einen Vorteil für die Kunden bedeuten.

Von Nachteil sind allerdings ganz klar die teilweise deutlich gestiegenen Preise, die vor allem regelmäßigen Kunden übel aufstoßen dürften. Und auch die Servicegebühren bedeuten für all jene, die vielleicht nur eine Handvoll Teile bestellen wollen, eine drastische Verteuerung. Da das händische Zusammenstellen, Packen und Etikettieren von Kleinbestellungen dieser Art wirtschaftlich kaum nachhaltig sein dürfte und nach unserem Eindruck das Interesse an den Einzelteilebestellungen in der letzten Zeit stark gestiegen ist, ist diese letztere Änderung zwar nachvollziehbar – aber wäre es nicht auch ohne zusätzliche Preiserhöhungen gegangen?

Wie denkt ihr über die Neuerungen? Ist unsere Stichprobe zu selektiv, konntet ihr im Gegenzug auch stark vergünstigte Teile finden? Wie gefällt euch das neue Interface und dessen Bedienung? Tauscht euch gerne im Kommentarbereich aus, bleibt dabei aber bitte sachlich!

Über Jens Herwig 294 Artikel
Mag verzerrte Gitarren, LEGO und Enten. Wollte so sein wie MacGyver, ist aber nur Physiker geworden. Erweckung aus den Dark Ages durch den Technic Unimog. Liebt alte Sets und hat ein Aquazone-Diorama im Wohnzimmer stehen.
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