Nach Toy Fair New York nun auch Spielwarenmesse 2022 in Nürnberg abgesagt

Spielwarenmesse 2022 Abgesagt Titel

Update (13. Januar, 23:18 Uhr): Nachdem wir erst gestern darüber berichtet hatten, dass die Toy Fair New York abgesagt werden musste (siehe Originalbeitrag unten), erreicht uns nun die gleiche Nachricht von der Nürnberger Spielwarenmesse, die eigentlich vom 2. bis zum 6. Februar 2022 hätte stattfinden sollen.

Wie Branchenmedien, z.B. toyworldmag.co.uk und spielzeuginternational.de, übereinstimmend berichten, wandte sich der Veranstalter der Messe, die Spielwarenmesse eG, heute mit einer Nachricht an die Aussteller, in der die Absage verkündet wurde. Inzwischen liegt auch die offizielle Pressemeldung hierzu vor:

Die Spielwarenbranche hat sich auf ihr weltweites Leitevent Anfang Februar gefreut. Der starke Anstieg der Omikron-Variante in den vergangenen Tagen und die damit verbundenen zunehmenden Stand-Absagen lassen dem Veranstalter, der Spielwarenmesse eG, keine andere Wahl – er muss schweren Herzens die Spielwarenmesse 2022 in Nürnberg absagen. Alternativ treffen sich Aussteller, Fachhandel und Medienvertreter auf der Plattform Spielwarenmesse Digital.

„Für eine Durchführung der Präsenzveranstaltung haben wir intensiv gekämpft und dafür zunächst auch starke Unterstützung aus den weltweiten Spielwarenmärkten erhalten“, sagt Christian Ulrich, Sprecher des Vorstands der Spielwarenmesse eG. Gerade die Vielzahl an Anbietern ohne internationales Vertriebsnetz hatte noch im Dezember an die Organisatoren appelliert, die für ihr Auslandsgeschäft wichtige Messe aufrecht zu erhalten.

In den letzten Tagen haben sich die Rahmenbedingungen zunehmend verschlechtert. Aufgrund des starken Anstiegs der Omikron-Variante liegt inzwischen eine deutlich veränderte Pandemiesituation vor. Als Reaktion darauf haben zahlreiche Aussteller, in Sorge um die Gesundheit ihrer Teams, ihren Stand abgesagt. Folglich ist der breite Überblick für den internationalen Spielwarenmarkt, für den die Spielwarenmesse als Weltleitveranstaltung der Branche steht, nicht mehr gegeben. Erschwerend kommt hinzu, dass durch eine jederzeit mögliche behördliche Absage keine Planungssicherheit mehr gegeben ist.

„Wir bedauern unseren Entschluss und bedanken uns bei all denen, die sich bis zuletzt für die Umsetzung einer Präsenzmesse eingesetzt haben“, betont Christian Ulrich. Sowohl für Aussteller als auch für Besucherinnen und Besucher steht eine multifunktionale Plattform zur Verfügung: Dank Spielwarenmesse Digital haben sie zum ursprünglichen Messetermin die Möglichkeit, sich zu vernetzen und die neuesten Trends zu entdecken.

Als Grund für die Absage gibt die Spielwarenmesse also die durch die Omikron-Variante stark verschärfte Pandemiesituation an. Hierzu trug offenbar auch vor allem die Sorge bei, dass die bayerischen Hotspot-Regelungen eine Durchführung der Messe sehr spontan hätten unterbinden können, wenn die 7-Tage-Inzidenz in Nürnberg einen Wert von 1000 oder darüber erreicht hätte, was derzeit möglich erscheint. Zwar kündigte die bayerische Landesregierung heute an, diese Regelung für den Moment aussetzen und überarbeiten zu wollen, viele Aussteller bzw. auch die Veranstalter hatten aber ihre Entscheidung offenbar schon vorher getroffen oder wollten dieses Risiko nicht eingehen.

Die Toy Fair in London, die als erste der drei großen Spielzeugmessen bereits vom 25. bis zum 27. Januar stattfinden soll, wurde bisher übrigens noch nicht abgesagt. Aktuell ist LEGO dort noch als Aussteller gelistet und taucht auch im Hallenplan auf, allerdings sind im Unternehmensprofil keine Informationen hinterlegt. Ob LEGO also tatsächlich teilnehmen wird, ist unklar.


Originalbeitrag (12. Januar 2022): Bereits zum zweiten Mal in Folge, und überhaupt erst zum zweiten Mal in ihrer 119-jährigen Geschichte, wurde die Toy Fair New York abgesagt, nachdem immer mehr Aussteller ihre Teilnahme zurückgezogen hatten.

Bei der Toy Fair New York, die seit 1903 stattfindet, handelt es sich um eine der wichtigsten Fachmessen für Spielwaren. Von den Veranstaltern wird sie als „größter Marktplatz für Spielzeug, Spielwaren und Jugendunterhaltung in der westlichen Hemisphäre“ vermarktet, was die Spielwarenmesse in Nürnberg, die noch größer ist und am Rande der östlichen Hemisphäre liegt, geschickt ausklammert.

Sämtliche Größen der Spielwarenbranche, unter anderem LEGO, aber auch viele kleinere und aufstrebende Firmen, wichtige Händler wie Amazon und Target sowie zahllose Pressevertreter treffen sich normalerweise auf diesen Messen, um sich über die Trends und kommenden Produkte des Jahres zu informieren und Geschäftskontakte zu knüpfen bzw. zu pflegen.

Noch vor einer Woche hatte die New York Post darüber berichtet, dass zwar immer mehr Aussteller und Händler coronabedingt abgesprungen seien, die Toy Fair New York aber dennoch wie geplant vom 19. bis zum 22. Februar 2022 stattfinden solle. Unter anderem wurde explizit LEGO als einer der „Big Player“ genannt, die nach wie vor eine Teilnahme an der Messe beabsichtigten.

Nun scheinen aber inzwischen so viele Absagen eingegangen zu sein – teils aus Sorge vor der sich rasch ausbreitenden Omikron-Variante, teils aus bereits akuter, krankheitsbedingter Personalnot – dass die Veranstalter die Reißleine ziehen mussten. The Toy Association hat dazu gestern auf der Homepage der Toy Fair New York die folgende Pressemitteilung veröffentlicht (Übersetzung durch StoneWars):

New York, NY | 11. Januar 2022 – The Toy Association, Veranstalter der Toy Fair New York, dem größten Marktplatz für Spielzeug, Spielwaren und Jugendunterhaltung in der westlichen Hemisphäre, hat die Absage der Toy Fair New York bekannt gegeben, die ursprünglich vom 19. bis 22. Februar 2022 im Javits Center in New York City stattfinden sollte.

„Der Schlüssel zu unseren Bemühungen in den letzten zwei Wochen war das Gleichgewicht zwischen den rund 700 verbleibenden Spielwarenherstellern, die noch verpflichtet waren und sagten, dass sie die Toy Fair 2022 brauchen und wollen, um ihr Geschäft auszubauen, das abgewogen werden musste gegen diejenigen, die absagten bzw. ernsthaft zögerten, sowie gegen die Notwendigkeit, eine ausreichende Quantität und Qualität für den Einzelhandel zu bieten, die notwendig ist, um ein positives Erlebnis zu bieten“, sagte Steve Pasierb, Präsident und CEO der Toy Association. „Da sich dieses Gleichgewicht verschoben hat, sind wir verpflichtet, die beste Entscheidung im Interesse aller zu treffen, auch wenn es vielen das Herz brechen und die Zukunftsaussichten mancher Geschäfte beeinträchtigen könnte. Die zahlreichen anderen Veranstaltungen, die während der Toy Fair Woche in New York City stattfinden, sind nun ebenfalls betroffen.“

Die Toy Fair New York kann auf eine 117-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken, die ihresgleichen sucht. Es bleibt die Aufgabe des Spielwarenverbands, die Rechte der Unternehmen zu schützen, die Spielwarenbranche zu fördern, für die Mitglieder einzutreten und ihnen zu helfen, mehr Produkte zu verkaufen – dazu gehört auch, eine lohnende Investition in eine qualitativ hochwertige und wichtige Fachveranstaltung zu tätigen.

„Sicherlich gibt es berechtigte Bedenken im Zusammenhang mit der Pandemie, die die Überlegungen geleitet haben“, fügte Pasierb hinzu. „Viele sagen, dass sie sich im Javits Center und auf der Messe angesichts der strengen Gesundheits- und Sicherheitsprotokolle sehr wohl fühlen, während ihnen Reisebedenken und in einigen Fällen die Abwesenheit von Mitarbeitern aufgrund von Erkrankungen im häuslichen Umfeld zu Recht zu denken geben.

Mit rund 700 Spielzeugherstellern, die weiterhin auf der Toy Fair ausstellen wollten, wurde The Toy Association durch „ständige, unbegründete Gerüchte“ in den sozialen Medien und anderswo in ihren Bemühungen, die Messe inmitten der weltweiten Unsicherheit über die Pandemie aufrechtzuerhalten, behindert.

Pasierb schloss: „Wir konzentrieren uns jetzt darauf, eine erstklassige nächste Toy Fair für all die verschiedenen Zielgruppen zu organisieren, die sie so gut bedient. Wir werden mit allen Ausstellern an den nächsten Schritten arbeiten, um den Februar 2022 abzuwickeln und eine solide Basis zu schaffen, damit Besucher aus aller Welt die Toy Fair wieder erleben können.“

Damit entfällt auch für LEGO eine der wichtigsten Gelegenheiten des Jahres, die neuen Produkte für den Sommer einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren. Für uns als Fans ist die Absage insofern schade, dass in der Vergangenheit auf der New Yorker Messe oft erstmals Fotos einiger Neuheiten gemacht werden durften, während dies auf der deutschen Spielwarenmesse und in London noch untersagt war und die kommenden Set höchstens anhand von Notizen beschrieben werden durften.

Im Zuge der Absage stellt sich natürlich außerdem die Frage: Wie sieht es mit der Nürnberger Spielwarenmesse aus, die bereits vom 2. bis zum 6. Februar 2022 stattfinden soll?

Nachdem auch dieses Event im letzten Jahr zunächst auf den Sommer verschoben und dann abgesagt werden musste, scheint in diesem Jahr aktuell noch alles wie geplant zu laufen. Zwar sind auch hierzulande einige Unternehmen nicht unter den Ausstellern zu finden, die man dort eigentlich erwarten würde (unter anderem Playmobil), von einer potentiellen Absage ist aber bisher nichts zu hören, und auch LEGO wird wohl wie üblich mit einem Stand vor Ort vertreten sein.

Findet ihr es schade, dass mit der Toy Fair New York nun wohl auch das erste Bildmaterial einiger Sommerneuheiten entfällt? Oder wartet ihr ohnehin lieber auf die qualitativ meist hochwertigeren und detaillierteren Bilder, die zur offiziellen Vorstellung der Sets veröffentlich werden? Tauscht euch gerne in den Kommentaren aus.

Über Jens Herwig 224 Artikel
Mag verzerrte Gitarren, LEGO und Enten. Wollte so sein wie MacGyver, ist aber nur Physiker geworden. Erweckung aus den Dark Ages durch den Technic Unimog. Liebt alte Sets und hat ein Aquazone-Diorama im Wohnzimmer stehen.

24 Kommentare

  1. Fakt ist leider , das sehr viele große Hersteller nicht nach Nürnberg kommen u.a. die Simba Dickie Group ( enthalten z.B. Tamiya , Märklin )

  2. Wenn Omikron sich tatsächlich so schnell ausbreitet wie im Moment von vielen Experten prophezeit dann sehe ich für Messen in diesem Frühjahr keine wirkliche Chance…

  3. Ist halt gerade nicht die beste Zeit für Messen. Ich hätte allerdings überlegt ob es sich nicht vielleicht doch lohnt die Messe auf einen späteren Termin zu verschieben als sie ganz abzusagen.

    Mir persönlich ist es am Ende wurscht. Ein paar Vorab-Fotos sind zwar nett, aber nicht lebenswichtig.

  4. Die einzig richtige Entscheidung.
    Es ist halt aktuell nicht die Zeit für Messen – so leid es mir für alle tut, die mit der Messe an sich ihr Geld verdienen müssten.
    Da es zumindest für den Otto-Normal-Verbraucher seit einiger Zeit ohnehin kein Bildmaterial zu sehen gab, kann ich als Kunde ohnehin gut auf die Messe verzichten – in die Regale werden die Produkte ja schließlich sowieso gebracht, ob ich sie vorher gesehen habe oder nicht.

  5. Angesichts der aktuellen Nachrichten bezüglich der Ausbreitung des Virus und den Fallzahlen da drüben in den Staaten und insbesondere in New York (und auch einer gewissen Haltungslinie des neuen Bürgermeisters), ist es nur eine logische Konsequenz von den Veranstaltern, die Messe abzusagen. Eine Verschiebung macht da auch keinen wirklichen Sinn, wenn die Produkte doch sowieso in wenigen Monaten erscheinen und zum anderen die Lage bis zu einem möglichen Verschiebungstermin unklar bleibt.

  6. Wenn man die Hallenpläne für die Nürberger Messe anschaut, sind riesige Lücken in manchen Hallen, z.B. in der ehemaligen Modelleisenbahnhalle 7A. Wenn selbst Playmobil, trotz festem Stand nicht dabei ist, wird es meiner Meinung nach immer unwahrscheinlicher, dass die Messe durchgezogen wird. Es werden auch die vielen internationalen Gäste nicht kommen.

  7. Welchen Sinn macht eine Internationale Spielwarenmesse für den Besucher, wenn viele wichtige Aussteller fehlen? Und umgekehrt für die Aussteller, wenn die Besucher ausbleiben? In der aktuellen Situation halte ich das Festhalten an der Durchführung der Messe für nicht mehr verantwortbar. Anfang Februar werden wir wohl gerade unseren ‚Peak‘ erreichen.

  8. Das dachte ich mir leider bereits,aber auch verständlich.Obwohl die Messe für mich durchaus zu erreichen gewesen wäre.
    Für alle sicherlich die bessere Entscheidung.

  9. Schade, aber verständlich und richtig.
    Ich kann mich noch dunkel daran erinnern, wie D-0 auf der Toy Fair New York vorgestellt wurde. Schon wieder 2 Jahre her, verrückt…

  10. Also hier in Duisburg/Düsseldorf ist Omnikron laut Gesundheitsamt absolut ungefährlich, meine Frau is trotz 3 positiver Kinder (variante unbekannt laut GesuAmt) weiter im KiGA am arbeiten + das Gesundheitsamt lässt alle gruppen offen…ergreifen keine Maßnahmen zur Eindämmung etc… is kein Scherz, finde das unverantwortlich…

    Ich finde hier haben die Veranstalter genau richtig gehandelt! Anders kriegen wir es nämlich nicht mehr eingedämmt…

    • Wer träumt noch von einer Eindämmung? Hier in Bremen haben wir eine Inzidenz von über 1500 und nächste Woche rechnen sie mit über 2000. die Politik lässt aktuell laufen und hofft, dass das Ganze schnell vorbei sein wird. Eine Eindämmung ist nicht mehr möglich meiner Meinung nach. Ich selber bin 3x geimpft und denke früher oder später hat jeder mal Corona gehabt. Anders kommen wir da nicht mehr raus.

  11. Leider sehr schade – ich hätte mir erhofft, dass sie stattfindet – wäre auch vor Ort gewesen.
    Aber: Sicherheit geht vor – ich verstehe das total.

Kommentar hinterlassen


E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*


Mit dem Absenden des Kommentars akzeptierst du unsere Netiquette.