LEGO Keller im Hochwasser: Rettung der Sammlung aus dem Schlamm

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Was macht man, wenn die eigene LEGO Sammlung von einer Flutwelle „davongespült“ wird? Stephan ist genau das passiert. Er berichtet uns heute von seinen Erlebnissen mit dem Hochwasser und den Bemühungen, seine verschmutzten Steine wieder sauber zu bekommen!

Niemand hier wird es vergessen haben: Vor etwas über einem Monat, am 14. Juli 2021, ereignete sich durch starke Regenfälle ein verheerendes Hochwasser, in Deutschland in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Besonders betroffen war der Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, wo die Ahr über ihre Ufer trat und die umliegende Region überflutete.

Im Ahrtal wohnt auch Stephan, der in der LEGO Szene unter seinem Nicknamen Fletcher Floyd unterwegs ist. Normalerweise nutzt er seine Freizeit, um MOCs zu bauen, Brickfilme zu drehen und in der deutschsprachigen LEGO Community Rogue Bricks aktiv zu sein. Am liebsten baut er detaillierte Castle- und Fantasy-Modelle in bunten Farben:

LEGO Moc Fletcher Floyd

Seit dem Hochwasser ist für Stephan daran aber erst einmal nicht zu denken. Seine persönlichen Erlebnisse in den letzten Wochen hat er in Worten und Bildern eingefangen, die nicht nur das Chaos zeigen, sondern auch ein bisschen Hoffnung machen!

Nachdem Stephan im Forum von Rogue Bricks über seine vom Hochwasser betroffene LEGO Sammlung berichtet hatte, haben wir ihn gefragt, ob wir diese Geschichte auch bei uns im Blog erzählen dürften und haben seine Erlaubnis bekommen. Der folgende Text stammt von Stephan.

Hochwasser-Erlebnisse eines LEGO Fans

Heute erlaube ich mir aus gegebenem Anlass ein kleines Special. Das Thema Apoca war ja eine Zeit lang sehr beliebt bei MOCs, doch wie schaut das eigentlich aus, wenn die eigene LEGO Sammlung von der Apokalypse gepackt wird? Mir ist das passiert und ich würde gern darüber berichten.

Meine Familie und ich sind von der Flutwelle im Ahrtal betroffen, aber im Vergleich zu anderen hatten wir viel Glück im Unglück, da die Feuerwehr frühzeitig evakuiert hat und unsere Wohnung ganz knapp nicht vollgelaufen ist. Dafür aber der Keller, und darin befand sich meine LEGO Sammlung.

Ich möchte eine Sache vorab klar betonen: Das, was hier bei uns in der Region geschehen ist, hat es in der Form noch nie gegeben. Wir sind eine Hochwasser-Region, ja, aber das, was da über uns kam, war eine wütende, über sieben Meter hohe Flutwelle, die einfach alles mitgerissen hat. Hier sind viele Menschen gestorben, Familien und Existenzen zerstört worden, ganze Straßen sind verschwunden.

Da mag es auf den einen oder anderen womöglich merkwürdig, vielleicht sogar geschmacklos wirken, jetzt eine Foto-Story über mein „Schlamm-LEGO“ zu machen, als gäbe es gerade keine anderen Probleme. Aber nach dem Umzug zur Verwandtschaft (da kein Strom, Wasser, Gas, Internet), Sicherung des Notwendigsten und einer Woche Eimerketten-Akkord mit vielen tollen Helfern (Ihr wart so großartig Leute!) kommt irgendwann der Moment, in dem man selbst nichts mehr tun kann. In dem man einfach ein paar Tage warten muss, bis andere aktiv geworden sind, ehe der nächste Schritt unternommen werden kann.

Und was könnte in so einer Situation, in der man wieder bei den Eltern wohnt und auf einem Haufen verschlammtem, stinkendem LEGO Matsch hockt, irgendwie einen Sinn ergeben? Also säubert man den ganzen Kram und macht nebenbei einen Erlebnisbericht draus!

Ich wollte es halt noch irgendwie möglichst positiv nehmen und dachte mir: Wann hat man schon einmal direkte Einblicke in eine geflutete LEGO Sammlung? Hier ergeben sich womöglich viele Möglichkeiten, lange unbeantwortete Fragen zu klären und mit manchen Mythen und Legenden aus den Bereichen Stabilität, Reinigung, Haltbarkeit und sicherer Lagerung aufzuräumen.

Die Ruhe vor der Flut

Diesen Kellerraum konnte ich vor circa acht Jahren beziehen:

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Der Raum war schon eingerichtet, daher der abgewetzte Teppich und das eher antik anmutende, große Regal. Er war eine Mischung aus Büro, Gaming-Room und eben LEGO Zimmer.

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Ironischerweise wollte ich den Raum bald endlich einmal umgestalten. Neuer Boden, Streichen und andere Möbel – außer dem genialen Schaukelstuhl natürlich – doch das hat dann leider die Flutwelle übernommen.

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Ein Keller voller Wasser

So sah das ganze zwei Tage lang aus, ehe das THW mit einer Spezialpumpe anrückte:

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Der „echte“ LEGO-Angelladen

Als das meiste Wasser abgesaugt war, blieb dieser Anblick:

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Jetzt konnte ich mich das erste Mal auf „Hand-Angeltour“ begeben. Hierbei beantwortete sich gleich zu Beginn eine lang gestellte Frage, nämlich jene nach der härtesten LEGO Castle Fraktion.

Nun für ein- für allemal geklärt: Es sind die blauen Falkenritter! Hier ist der Beweis:

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Soweit möglich, haben auch die vielen heldenhaften Helfer, die uns nach meiner Erstbegehung tagelang beim Schlammschöpfen (ein Marathon!) unterstützt haben, immer mal wieder etwas LEGO mit aus dem Schlamm gefischt. So entstanden zahlreiche Behälter voll mit komplett zugeschlammtem LEGO.

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Reinigung

Dieses schlammige LEGO galt es nun zu reinigen. Mama Floyd erwies sich dabei als wertvolle Hilfe. Es sei hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Schlamm nicht das einzige Problem ist. Denn durch zahllose ausgelaufene Ölbehälter im Flutwasser haftete sämtlichen Teilen auch ein ziemlich penetranter Benzinmuff an, der auf jeden Fall mit beseitigt werden musste. Und so war schnell klar: Mit einfachem Abwaschen ist es hier nicht getan.

Zunächst ging es darum, den gröbsten Schlamm vom LEGO zu kriegen und den Geruch wegzubekommen. Also jeden Haufen in einen Eimer mit Waschpulver gegeben und ordentlich durchgerührt. Teile von Sets, bzw. Mauerwände, wurden erst einmal am Stück gelassen und mit der Bürste grob abgeschrubbt.

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Im zweiten Eimer ging es dann ins Spülwasser und danach noch in klares Wasser. Einen ersten Schwung haben wir dann zum Finale noch in Kopfkissenbezügen in die Waschmaschine gesteckt, davon sind wir dann später weg und ich bin stattdessen dazu übergegangen, den letzten Waschgang per Hand durchzuführen.

Als problematisch erwies sich, dass der Schlamm auch zwischen verbundene Steine gekommen war, also jeder einzelne Stein im Prinzip auch nach dem letzten Waschgang nochmals einzeln gereinigt werden musste, da sich nie alle Reste komplett entfernen ließen.

Als besonders praktisch erwies sich dabei eine handelsübliche Zahnbürste, zumindest bei den flachen Teilen mit maximal einem Stein Höhe. Alle noch höheren Teile stellen eine Extra-Herausforderung dar, der ich mich bisher noch nicht gewidmet habe (dazu dann im letzten Abschnitt mehr). Hier seht Ihr eine Einer-Höhe vor und nach der Zahnbürsten-Reinigung:

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Mit diesem finalen Waschgang bin ich noch lange nicht durch, denn der Aufwand darf nicht unterschätzt werden: Allein die Reinigung dieses Blockes im oberen Bild hat über eine Minute gedauert ehe alles weg war. In jeder einzelnen Öffnung hängt der Schlick drin.

Als Brickfilmer waren die Minifiguren natürlich als Erstes an der Reihe:

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Aber auch da hängt immer noch an vielen Teilen zumindest etwas Dreck dran. Insbesondere bei Köpfen und Kopfbedeckungen aus weichem Material (wie z.B. bei Königin Amidala) wird man leicht wahnsinnig, da man immer erst nach dem Trocknen genau erkennen kann, ob wirklich der ganze Dreck abgegangen ist. Ein weiterer Tipp: Minifiguren-Beine beim Waschen immer nach hinten bewegen, oft hängt der Schlamm noch direkt unter der Hüfte und im Schlimmsten Fall auch innen in den Beinen. Spaß mit LEGO geht definitiv anders. Es ist halt echt eine ziemlich nervtötende Kleinarbeit.

Und so fängt man jede dieser Zahnputz-Sessions der anderen Art ganz gewissenhaft an, macht eine Stunde richtig ordentliche Arbeit. Und dann merkst du, wie plötzlich dein Rücken rumnervt und siehst den Haufen, der noch vor dir liegt… Dann ziehst du das Zeug irgendwann einfach entnervt noch einmal durch den Eimer mit Klarwasser und denkst dir: „Reicht fürs Erste, der Rest kommt ab, wenn ich das Teil mal wieder brauche…“

Erster Schadensbericht

Nachdem alles vorbehandelt wurde, kam der Moment, einen ersten Schadensbericht zu erstellen. Verschwunden in der Flut sind einige Sets & Teile:

  • Natürlich alle Bauanleitungen und Kartons besonderer Sets, die ich aufgehoben hatte
  • Alle elektronischen Komponenten wie Power-Functions-Motoren, Züge und Fernbedienungen
  • Die Segel all meiner LEGO Schiffe (inklusive Black Pearl und Queen Annes Revenge)
  • Sämtliche originalverpackten Sets sind eingeweicht, sodass ich zwar immerhin die Teile-Tütchen retten konnte, aber Kartons, Anleitungen und zum Teil auch Stickerbögen nicht mehr zu gebrauchen sind
  • Ganze Sets wie Mittelalterlicher Marktplatz (immerhin habe ich noch die Kühe), diverse Fahrzeuge aus dem City-Bereich und verschlossene SW-Polybags
  • Viele Einzelsteine wie Slopes (adieu Felswände), trans-hellblaue Fliesen (adieu Fliesenwasser), alle 1×1 Rundplatten, alle kleinen Pflanzen, die Hälfte meiner Blätter (ausgerechnet meine Lieblingsfarben)
  • Ein Großteil der Minifigurenteile wie Haarteile, Bärte und Umhängzeug. Zudem Helme, Schilde und weiterer Sortierkoffer voll mit Waffen und Utensilien.
  • Alles an Kleinvieh: Vögel, Hunde, Katzen, Hühner, Schweine, etc.
  • Mein komplettes MOC zum Summer Joust Bauwettbewerb in der Collab-Kategorie (ca. 60% fertig)
  • Und noch viel mehr. Habe noch nicht alles erfasst, nervt halt auch tierisch sowas…
Fletcher Floyd Summer Joust Moc
Unvollendetes MOC zum Summer Joust

Ein Lichtblick?

Immerhin diesen Rennwagen konnte ich aus der aufgeweichten Originalverpackung noch komplett aufbauen, sogar die Sticker haben es trotz Wellenbildung und einiger Flecken (Schlamm geht immerhin gut ab) verlustfrei auf das Fahrzeug geschafft.

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Schaut soweit ganz gut aus. Trotzdem sind mir auch hier wieder bei der Reinigung nicht gesäuberte/ übersehene Stellen aufgefallen.

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Ich will nicht rumheulen. Klar ist es schade um die Verluste, aber das meiste Zeug konnte irgendwie gerettet werden. Also bleiben mir etliche aufgebaute Sets und auch viele Beutel mit sortierten Farben, auch wenn natürlich vom Wasser betroffen. Ich habe immer noch viel LEGO! Und manches, wie zum Beispiel die großen Ikea-Boxen habe ich noch vor der Evakuierung nach oben getragen und auch das Kallax-Regal noch leer geräumt. Aber ca. ¾ der noch verbliebenen Sammlung haben halt zwei Tage in öligem Schlamm gebadet. Verkaufen würde ich das keinem mehr.

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Wanne der Entscheidung

Bei den gesammelten Figuren ist leider auch nur wenig noch wirklich vollständig. Meine zum Teil etwas eigenwillige Lagerung von Zubehör hat sich dabei als Fluch und Segen gleichermaßen erwiesen. So habe ich zwar noch meine zwei römischen Legionäre, aber ohne Helme, Schilde und Speere. Ich habe noch die Torsos und Beine meiner drei Elfenjäger, aber weder Schilde, Langbögen noch Köpfe und Haarteile.

Immerhin ist die für mich persönlich wichtigste Box aber nicht verschwunden: Meine ganzen Light Nougat Köpfe, Torsi und Beine sind noch da! Wären die verschwunden gewesen, hätte ich vermutlich aufgegeben. Das alles erneut anzuschaffen, hätte ich schon rein finanziell gar nicht stemmen wollen.

Das ist also gewissermaßen „Fletchers Wanne der Entscheidung“:

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So kam dann zumindest schon einmal etwas Motivation zurück: In Sachen Haarteile und Zubehör habe ich inzwischen via Bricklink wieder einen kleinen Fundus angeschafft, ist aber mit vorher natürlich nicht zu vergleichen.

Die Erkenntnisse

Jetzt kommt der interessanteste Teil des Berichts, nämlich ein paar Erkenntnisse zum Thema sichere Lagerung und Reinigung.

Dringt Wasser in originalverpackte LEGO-Tütchen ein?

Leider ja! Es zerstört die Beutel allerdings dabei nur selten. Also öffnen und Waschen, einen vorher bestehenden etwaigen Sammlerwert komplett abschreiben und einfach an den geretteten Steinen erfreuen. 🙂

Welche Behältnisse schützen gut vor Wasser?

Es klingt unglaublich, aber als unfreiwilliger „Testsieger“ haben sich diese Plastik-Keksdosen erwiesen:

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Zwar ist auch hier Dreckwasser eingedrungen, aber tatsächlich nur ganz wenig. Selbst die Stickerbögen, die ich in einer dieser Boxen gelagert hatte, sind – obschon minimal feucht – noch benutzbar.

Des Weiteren bin ich im Nachhinein froh, viele komplett zusammengesteckte Lizenz-Figuren in Zellophan-Beutelchen gesteckt zu haben. Da dringt zwar auch etwas Wasser ein, aber die Beutelchen schwammen meist oben und ließen sich leicht wiederfinden und einsammeln. So sind tatsächlich fast alle Star Wars-Figuren wieder aufgetaucht und all meine Fluch der Karibik-Minifigs. Speziell bei letzteren habe ich nach dem Bergen der Figurenbox einen zweiten großen Seufzer der Erleichterung ausgestoßen.

Welche Behälter bieten wenig/keinen Schutz?

Als problematisch haben sich Ikea-Boxen ohne festen seitlichen Verschluss erwiesen, also nur mit angedrücktem Deckel. Da hebt der Deckel einfach ab und alles schwimmt munter drauflos. Auch jede Art von Pappkarton oder Schachtel sind keinesfalls zu empfehlen. Bei originalverpackten LEGO-Sets hat man immerhin den Vorteil, dass sich durch den zusätzlichen Kleber der Karton oft nicht komplett in seine Einzelteile auflöst und so meist noch die enthaltenen Beutel grob zusammenhält, obwohl er mitsamt Anleitung natürlich komplett eingeweicht, verdreckt und ergo ruiniert ist (bei den Stickern stehen die Chancen so 50/50).

Eine kaum bessere Figur machen die gelben genoppten LEGO-Boxen in Klötzchenform, da sich auch diese nur seitlich zudrücken lassen, was ähnlich den Ikea-Boxen, unter Wasser logischerweise nicht gut schützt (dafür sind natürlich aber auch beide nicht gebaut). Grundsätzlich sind richtige Seitenverschlüsse aber von nun an bei mir Pflicht.

Als absoluter Albtraum haben sich leider die bei den meisten LEGO Fans und auch bei mir so beliebten stehenden Sortierboxen erwiesen. Aus denen ist so ziemlich alles verschwunden. Die offenen kleinen Schubladen gehen flöten und der Inhalt ist futsch. Meist lagert man dort ja die kleinen Steine ein. Ich befürchte, die meisten davon hat das THW mit der Wasserpumpe abgesaugt.

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Überleben bereits aufgeklebte Sticker die Waschmaschine?

Grundsätzlich ja, aber es ist absolut nicht zu empfehlen, da sich die Ränder der Aufkleber danach deutlich abzeichnen:

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Zum Vergleich: Bei einer Handwäsche mit nur lauwarmem oder kaltem Wasser bleibt dieser unschöne Effekt aus.

Wie widerstandsfähig ist LEGO an sich?

Hier muss man wie eh und je die volle Punktzahl geben. Wirklich kaputt gegangen ist nichts. Das Produkt an sich ist nach wie vor super (von Reddish-Brown natürlich abgesehen).

Und was ist mit Stoffteilen, wie Capes oder Segeln?

Hier habe ich eine Überraschung erlebt: Sogar die verdreckten Stoffumhänge werden nach erfolgter zweiter Handreinigung vermutlich in erfreulich hoher Menge wieder einsetzbar sein (nur die weißen werden es nicht alle schaffen). Zu Segeln kann ich leider nichts sagen, da meine alle weg sind. 🙁

Schadet das Wasser oder die Reinigung bedruckten Steinen und Figuren?

Jein. Beim intensiven Bürsten können Prints verblassen, bzw. verschwinden. Mit einer Zahnbürste in lauwarmem Wasser sollte nichts passieren, da schaut alles noch gut aus.

Welche Einzelteile sind schwer/kaum zu reinigen?

Eine Zellophantüte weißer Slopes offenbarte auch einige Härtefälle. Alles was höher geht als eine Reihe (z.B. 1x2x3 Slopes) und in denen sich innen Dreck festgesetzt hat, ist mit der Zahnbürste nicht erreichbar. Da teste ich die Tage mal Wattestäbchen. Ähnlich sieht es bei manchen Kopfbedeckungen, wie beispielweise Zauberhüten aus. Da hängt oben drin immer noch etwas Dreck.

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Also alles kein Problem?

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Steine fühlen sich zum Teil durch die lange Zeit im ölig-brakigen Wasser auch nach drei Waschgängen noch immer etwas „stumpf“ an, so dass jeder Stein, den ich irgendwann zu verbauen gedenke, nochmals einzeln begutachtet und gegebenenfalls erneut abgebürstet werden muss. Das stelle ich mir ausgesprochen zäh und nervig vor, denn man muss danach auch erst wieder warten, bis alles trocken ist. Wasserflecken schauen auch nicht gut aus und zudem neigt feucht verbautes LEGO irgendwann zu einer leichten Geruchsentwicklung.

Speziell beim Bewegen der Figuren fällt auch auf, dass diejenigen Torsos und Beine, die viel Schlamm abbekommen haben, sich nicht mehr ganz so „weich“ bewegen lassen.

Das wär es soweit zu meinem gefluteten LEGO Keller und meinen Erfahrungen, die Steine wieder sauber zu bekommen! Ich hoffe, ihr könnt mit dem Bericht etwas anfangen, falls ja, hat sich die Mühe wenigstens gelohnt. 😊


Vielen lieben Dank an Stephan für diesen ausführlichen und sehr persönlichen Bericht!

Falls ihr nach dem Lesen jetzt (ähnlich wie wir) das Bedürfnis verspürt, selbst den Betroffenen der Flutkatastrophe zu helfen, dann haben wir zwei aus unserer Sicht empfehlenswerte Spendenziele für euch zusammengestellt. Gerne dürft ihr aber noch eigene Empfehlungen in den Kommentaren posten, Privatkonten sind allerdings ausgeschlossen! 😉

Wir haben uns entschieden, die übrig gebliebenen Einnahmen aus unserer Ulysses Plaketten Aktion ebenfalls zu spenden und beschlossen, den Betrag zu verdoppeln. Aufgerundet ergeben sich hierdurch 800,- Euro für die Opfer des Hochwassers. Dass wir alle eventuellen Einnahmen aus der Aktion spenden wollten, hatten wir ja bereits angekündigt und wir haben nun unser Spendenziel gefunden – vielen Dank an dieser Stelle nochmals an alle, die damals ein Plakette bestellt haben!

Wir werden den Betrag auf die folgenden beiden Spendenziele aufteilen und ihr dürft natürlich gerne noch mithelfen! 🙂

Aktion Deutschland Hilft

Spendenkonto: DE62 3702 0500 0000 1020 30
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Hochwasser Deutschland
Mehr Informationen & Onlinespende

Aktionsbündnis Katastrophenhilfe

Spendenkonto: DE65 100 400 600 100 400 600
BIC: COBADEFFXXX
Stichwort: Hochwasser Deutschland
Mehr Informationen & Onlinespende

Abschließen möchten wir diesen Beitrag mit den MOCs von Stephan, die ihr auf seinem Flickr-Account bestaunen könnt.

Was sind eure Gedanken zu Stephans Erfahrungsbericht mit der Flut? Habt ihr Tipps zum Reinigen von LEGO Steinen, die ihr teilen könnt? Schreibt uns gerne in die Kommentare, aber denkt bitte daran, dass es hier um LEGO Steine geht!

Über Jonas Kramm 221 Artikel
25 Jahre jung mit 21 Jahren LEGO Erfahrung. Moc-Bauer, Burgen-Kurbler, Dino-Zähmer, Bautechniken-Tester, Set-Schlachter, Foto-Bearbeiter, Farben-Kenner und Teile-Experte.

39 Kommentare

  1. Man, ich könnte glatt das Heulen kriegen wenn ich nur die Bilder sehe!
    Das Lego ist einfach Sinnbild für die vielen vernichteten Vermögen, Existenzen und Schätze, die zerstörten Träume und verlorene Habe.

    Mir ist vor drei Jahren auch der Keller abgesoffen, danach habe ich das Sammeln von OVP Sets eingestellt.

    Ich habe große Hochachtung davor, wie du das angepackt hast!
    Ich wünsche dir alles Gute und hoffe deine Sammlung erstrahlt irgendwann in neuer Pracht!
    Alles Gute für dich und alle Betroffenen!
    Bleib Optimist, besser kann man es nicht machen!

  2. Lieber Stephan, danke für die Einblicke, dein Artikel macht mich sprachlos. Ich wünsche dir, deine Familie und deinen Freunden viel Kraft für den Wiederaufbau.

  3. Vielen Dank für den tollen (aus unheimlich blöden Anlass entstandenen) Bericht.
    Glücklicherweise sind wir von solchen Geschichten bislang verschont geblieben. Und so absurd es vielleicht für Aussenstehende erscheinen mag: ich kann es total gut nachvollziehen, wenn man nach erstem großen Schrecken, hoffentlich keinen zu beklagenden menschlichen Verlusten auf einmal über kleine Plastikteilchen freut, die man schon glaubt verloren zu haben

  4. Respekt und mein Beileid, sowohl zum eigentlichen Geschehen als auch zur Lego Tragödie. Wenn das Hobby zerstört wird, das sollte man nicht unterschätzen. Da fällt einem alles noch schwerer als es sowieso schon ist.
    Wenn ich darüber nachdenke das mein gesamtes Lego Zimmer dieses Schicksal ereilen würde – ich denke ich würde das Hobby Lego aufgeben. All die ganzen Sets und Modelle sind hinüber, was man in Jahren gebaut und gesammelt hat (bei mir immerhin fast 11 Jahre) Schrott. Quasi. Denn alles wieder Aufbauen kostet immens Zeit, Kraft und Geld. Letzteres ist sowieso knapp nach so einer Katastrophe und in anderen Sachen wichtiger angelegt als in Lego.
    Wie gesagt Respekt, ich würde wahrscheinlich aufgeben und mir ein neues Hobby suchen

  5. Das ist hart. Alles Gute, Stephan.

    Was ich aber – leicht off-topic – auch loswerden muss: 1A Elektroinstallation rund um den Verteiler😉

    • Unseres Kids haben auch ganze Lego Sammlung in Garage gehabt. Alles ist weggespült. Wir hatten nur Einzel Teile auf dem Hof in den ganzen Müll gefunden 😭

    • Eventuell mit etwas Tangit ABS-Reiniger. Manche verwenden das auch um Farbe von Warhammer Figuren zu entfernen.
      Auf keinen Falle Aceton das greift die Oberfläche bzw. das ABS an und kann für eine seifige Oberflächenhaptik sorgen.

  6. Danke für diesen wunderbaren Bericht! Auch mein Keller ist, wie so viele, vollgelaufen, aber meine Modelleisenbahn und meine Legosammlung befinden sich zum Glück im Obergeschoss. Ich glaube, ich hätte nicht die Motivation, die zerstörten Welten zu retten und mich damit ständig immer wieder mit der Katastrophe auseinandersetzen zu müssen. Abgesehen davon, dass der Sammlerwert auf 0,00 reduziert wurde, scheint nach dem Bericht eine wirkliche schadstofffreie und rückstandslose Reinigung ohnehin nicht wirklich zu gelingen. Ich hätte immer ein ungutes Gefühl dabei. Aufgeben würde ich aber nicht. Ich würde wieder mit einer Startpackung anfangen, den Standort irgendwo oben wählen (in der Hoffnung, dass beim nächsten Mal kein Sturm das Dach abdeckt…) und meine Sammlung fotografieren und jedes Jahr meiner Hausratversicherung die Fotos senden. Alte Sets wird man zwar auch dann nicht ersetzt bekommen, aber mit der Entschädigung kann zumindest das Hobby fortgeführt werden. Und auch das kann Stabilität und Routine zurück bringen, was wiederum Kraft gibt. Grüße von der Erft an die Ahr!

  7. Oh man, so tragisch. 🙁
    Beim Lesen sind mir zwei Dinge eingefallen.
    Erstens, für die höheren Teile, die nicht mit der Zahnbürste zu reinigen gingen. Vielleicht lässt sich das mit Wasserstrahl (zb Munddusche oder auch ein starker strahl der richtigen Dusche) reinigen oder vielleicht gibt es geeignete Bürsten für den Fall (zb Pfeifenputzer?). Möglich, dass das schon ausprobiert wurde bzw überhaupt nicht funktioniert.
    Zweitens, wegen fehlender Segel und anderer Verluste. Man könnte versuchen den Legosupport zu fragen, ob sie da helfen können. Wenn man die Situation schildert, vielleicht haben sie noch Teile da, die sie (vielleicht vergünstigt) auf Grund der dramatischen Lage verkaufen würden. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass da Hoffnung besteht, aber zumindest kann man es ja mal versuchen.

  8. Was auch eine grossartige Anschaffung war: Kompressor für knapp 90 Euro aus dem Baumarkt. Super für Reifen aller Art, jedoch auch zur Reinigung von diversen Anbauteilen Fahrrad etc. Könnte ich mir auch bei Lego gut vorstellen…

    • Hmmm… wo willst Du denn dann die Legosteine reinpacken – und wie willst Du dafür sorgen, dass die ganzen Legosteine durch den Druck nicht wild durch die Gegend fliegen? Ich denke, dass ist keine gute Idee.

  9. Das sind so Arbeiten, die keiner brauch und mit denen das Leben doch zwischendurch ungefragt anrückt. Respekt, wenn man durchhält und sogar noch etwas Positives ableitet (diesen Artikel z.B. – danke!). ^^

    Wie geht es Fisto und den anderen Masters? : D

    Die Falkenritter waren schon immer die Besten! Aber nur mit den grauen Helmen, die hab ich schon als Kind getauscht. ; )

  10. Wow. Deine Leidenschaft und deine positive Einstellung nach so einer Katastrophe, muss man erstmal aufbringen. In deinem
    Erfahrungsbericht kann man das zwar gut, aber auch mit dem Abstand auf der Couch, nachvollziehen.
    Die Geschichte ist nur eine kleine Randnotiz, schaut man sich die tragischen Bilder aus den TV Berichten an – sie zeigt aber auch, dass es wirklich jeden in diesen Regionen persönlich erwischt hat.
    Weiterhin viel Mut bei der Aufbereitung deiner Sammlung und dem unweigerlichen Neustart mit deinem Hobby.

    @Stonewars: finde ich ein sehr gutes Spendenziel. Da bekommt die eigene Ulysses noch gleich einen ganz andere Bedeutung.

  11. Mein erster Gedanke als ich die Bilder sah (ich schreib den mal so ungefiltert hin) : Scheisse.
    Mein zweiter: gut, dass niemandem aus Deiner Familie was passiert ist.
    Der Dritte: Hut ab vor Deinem Optimismus und Mut und vielen Dank für den ausführlichen Einblick in dieses unfassbare Geschehen.
    Daumendruck für alles Weitere!

  12. Persönlich bin ich ’nur‘ gedanklich betroffen – bin vor 3 Jahren mit dem Rad durch alle Dörfer entlang von Ahr und Erft gefahren – ich habe beim Anschauen der TV-Bilder geweint.

    Ich verbeuge mich vor allen Betroffenen und – natürlich – auch vor allen betroffenen LEGO-Sanmlern.

    Respekt, wie Du das so scheinbar straight beschrieben hast, ich kann nur vage erahnen, wie es in Dir ausschaut.

    Ich – als großer Eifel-Fan – wünsche Dir (und natürlich allen anderen Betroffenen auch), dass Ihr so gut wie möglich den Weg in die Normalität zurück schafft.

  13. Eine ‚kleine Tragödie‘ in der großen Katastrophe 😞 Vielen Dank für Deinen sehr persönlichen Einblick, Stephan.

    Angesichts dieser Aufnahmen blutet sicherlich jedem Lego-Fan das Herz… 😢

  14. Die Bilder erinnern mich an das Hochwasser 2002. Das meiste Lego konnten wir auch gut reinigen. Hier haben sich die Waschmaschinen bewährt. Überraschenderweise fahren die 9V Züge heute sogar noch trotz einer Woche Wasser.

    • Es bricht mir das Herz, so etwas zu sehen. Ich finde es sehr lobenswert, dass du aus so einer schlimmen Erfahrung, etwas positives (in Form des Artikels gemacht hast). Vielen Dank für den Einblick, aber Hauptsache ist erstmal natürlich, dass es keine Personenschäden gibt.
      Ich komme selber aus einer „Krisenregion“, habe aber vergleichsweise nichts abbekommen und das Lego im Keller ist nicht nass geworden. Aus diesem Grund bin ich an den letzten Wochenenden oft in der Umgebung und im Ahrtal helfen gewesen. Die Anblicke sind schrecklich, jedoch möchte ich mich bei dem ganzen Team von Stonewars bedanken, dass ihr auch an so etwas denkt und eine großartige Spende aus den Einnahmen der Ulysses Plakette gemacht habt. Man merkt wirklich, dass ihr alle mir Herzblut dahinter steht! Vielen Dank dafür!

  15. Och nee, ich hab letzt 2Umzugskartons Lego in der Badewanne gewaschen, weil sie bei Mutter auf dem Dachboden durch die Ritze des Umzugskartons staubig wurden und das war schon nervig. Vor allem das trocknen, ich habe die großen Teile tw in der Salatschleuder vorgetrocknet. Mein Beileid! Bleib stark.

  16. Danke das du deine Geschichte mit uns teilst.
    Und danke an das Stonewars-Team das hier auch solche Geschichten Raum gebt und die Aktion die Einnahmen aus der Ulyssses zu spenden ist ein richtiges und wichtiges Signal.
    Ich wünsche dir Stephan, deiner Familie und allen Betroffenen alles Gute für die Zeit die noch vor euch liegt.

  17. Danke für den traurigen, aber tollen Bericht!

    Handwäsche funktioniert bei Lego immer gut. Von der Waschmaschine kann ich nur abraten. Vor einigen Jahren habe ich eine ganze Ladung Lego Steine in einen Stoffbeutel in die Maschine gepackt – danach waren alle ausnahmslos so verformt, dass sie unbenutzbar wurden.

    @Stephan: Das stelle ich mir ganz furchtbar vor. Glücklicherweise konntest du einiges wieder finden und – auch wenn es extrem aufwendige und nervige Arbeit ist – wieder einigermaßen herstellen. Dir weiterhin viel Kraft und Optimismus und dann auch wieer Spaß am Lego Bauen.

    @stonewars: Tolle Aktion von euch – das finde ich sehr sozial!

  18. Alles Gute, Stephan! Mit dem Öl muss man wohl heisses Wasser benutzen?
    Also natürlich alles zuerst versuchen. In meiner Erfahrung passiert mit den Steinen nicht so leicht etwas. Bei mir dann auch nicht in der Waschmaschine, obwohl heutzutage alles Handwäsche sind.

  19. „Tolle“ Story!

    Ich will jetzt bewusst das tragische rauslassen, ohne dabei respektlos zu sein, und mich auf das Thema dieses Artikels beziehen. Danke auf jeden Fall für den Einblick Stephan!

    Die Bilder tun jedem Lego / Sammelfan weh. Ich hatte mich schon immer gefragt, wie ich auf den Verlust meiner Sammlung reagieren würde. Einerseits würde ich auch alles tun, um alles wieder einzusammeln und zu retten, anderseits würde mir auch das Herz bluten, seltene/teure Figuren und Teile verloren zu haben.

    Schön zu hören, dass Lego gute Qualität hat und sowas tatsächlich größtenteils aushält, auch wenn dann dort ein Geruch hängen bleibt und die Teile vlt. etwas mehr quitschen.
    Zum Thema Geruch: hatte in einem Karton mit 90er Lego Knete gefunden – der Geruch davon hat sich auf alle Steine übertragen >. Wie widerstandsfähig ist LEGO an sich?

    > Hier muss man wie eh und je die volle Punktzahl geben. Wirklich kaputt gegangen ist > nichts. Das Produkt an sich ist nach wie vor super (von Reddish-Brown natürlich abgesehen).

    Was passiert mit reddish-brown Steinen?

    Alles gute an die Familie von Stephan, ich hoffe, bis auf diese materiellen Verluste sind alle gesund.

    Ich weiß nicht, ob das hier gelesen wird: War das Haus/der Inhalt versichert? Wie läuft es da ab?

  20. Immer daran denken: wenn es nur Materialschaden ist (auch, wenn dieser der Sammler-Seele weh tut), Hauptsache alle sind gesund, zumindest was eure (also Stephans) Familie betrifft. Das ist das wichtigste nach einem solchen Ereignis.
    In anderen Foren/Blogs habe ich schon gesehen, dass Leute Hilfe angeboten haben beim Reinigen der (forenabhängigen) Sammlerstücke, also z.B. bei Retro-Hardware, die aus überschwemmten Kellern geborgen wurde. Natürlich gibt es für die Betroffenen sicher mehr als genug wesentlich wichtigere Lebensbereiche nach solch einem Unglück, aber vielleicht gibt die Unterstützung durch eine Hobby-Community auch wieder etwas Hoffnung und zeigt, dass auch Leute helfen wollen, die nicht unbedingt vor Ort mit anpacken können.

  21. Bei hartnäckigem Schmutz in Vertiefungen würde ich einmal versuchen, den Dreck anzufeuchten, eventuell mit einer Nadel/Zahnstocher vorsichtig zu lockern und dann mit einer alten Munddusche oder ähnlichem auszuspülen. Hoffe es klappt.

  22. Wäre es denkbar, Stefan „Care-Pakete“ zukommen zu lassen – ich denke ich habe genug Lego bei mir rumliegen. Leider nicht wirklich alte und „wertvolle“ Teile ala Falkenritter oder Forestmen – eher so in Richtung doppelte Minifiguren, Einzelsteine in unterschiedlichster Ausprägung – als MOCCER dürfte er ja weniger Sets als „Steine in rauhen Mengen“ – brauchen.

    Ich habe den Eindruck, dass auch die geretteten Steine nicht unbedingt „unversehrt“ sind.

    Wäre mir ein Bedürfnis und eine Freude.

    Er muss das aber wollen bzw. ihr müsstet da vermitteln (Adresse).

  23. Oh man. Ich wohne auch in der Nähe, mitten den Gebieten, bin aber nicht getroffen, zum Glück. Aber alle Betroffenen tuen mir extrem leid, denn ich habe es extrem mitbekommen.

  24. Wir waren vor ein paar Wochen auch vom Hochwasser in Sachsen, Neukirch/Lausitz, betroffen.
    Mit Frau und 2 Kindern (1 3/4 und 1/4 Jahre) und frisch umgebauten Haus ein Ereignis, wo jede Entscheidung für meine Familie ausschlaggebend ist.
    Ich konnte durch eigene Bemühungen den Worst Case verhindern, das Wasser stand ums Haus herum, in der Garage, Schuppen, im Waschhaus und Vorhaus, ist aber nicht weiter ins Haus eingedrungen durch 2 starke Pumpen aus dem Garten und zugeschraubten Türen und eigenen provisorischen Abdichtungen.
    Schäden entstanden genug, aber zum Glück ist alles bewohnbar und es konnte schlimmes verhindert werden. (Allein der Gedanke mit Baby jetzt das Haus zu verlieren..)
    Worauf ich aber hinaus will, ich habe letztes Jahr einige Lego Sets gekauft, für die ich aktuell kein Platz habe zum aufbauen und die ich mit Originalverpackung verstaut habe. Meine es war eine kurzzeitige Sucht, Hauptsache haben, kennen hier sicher viele. Davon möchte ich mich entfernen, muss ich auch. Daher, wenn du etwas benötigst, dir ein Originales Set aussuchen magst, melde dich, vielleicht kann man dich mit sowas unterstützen. Mag es eben so ein Speed Champions Set sein, ein Blumenstrauß oder eine Krokodil Lok oder oder..
    Und ja, ich weiß, da ist sicher anderes nötiger.. das kann ich aber nicht bieten. Und wenn du hier aber als Betroffener damit sehr viel anfangen kannst und das für dich vielleicht doch irgendwo eine Hilfe ist, wenn auch einfach zu wissen, das es auch hier Unterstützung gibt, Gib bescheid. Ansonsten muss ich’s bunkern bis die Kids alt genug sind. Auch nicht schlimm. 😄
    Wünsch dir alles Gute.

    • Achso. Alternativ habe ich aus meiner Kindheit eine große Kiste Lego in Einzelteilen, darunter ein Piratenschiff und eine schwarze Burg, Mumien und alles was es gab. Ich habe keine Zeit das zu sortieren, auch wenn es Mal schön und auch nötig wäre. Falls das interessanter ist. Außer du rätst mir selbst davon ab, weil es zu viele Schätze sind.
      Grüße

  25. Mannomann, es wird einem ja heiß und kalt, wenn man das liest und sieht. Natürlich überhaupt die Nachrichten aus der Region. Umso beeindruckender, wenn jemand davon öffentlich schreibt.

  26. Hut ab für den Optimismus. Vielleicht noch eine Option für die hohen Steine könnten auch „interdentalbürsten“ sein. Eigentlich für Zahnspangen gemacht, in unterschiedlichen Dicken und etwas länger als normale Zahnbürsten. Im Drogeriemarkt deutlich billiger als in der Apotheke.

  27. Vielen Dank für den interessanten Bericht. Das du nach dieser Katastrophe noch Kraft hattest dich mit LEGO zu beschäftigen. Ich glaube ich hätte da keine Motivation mehr aufgebracht. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute für die Zukunft.
    Ich finde es schon erstaunlich, dass überhaupt etwas von der Sammlung gerettet bzw. halbwegs gereinigt werden konnte.
    @stonewars: das Spendenziel finde ich super. Danke euch.

  28. Tja, sowas kommt mir (heute 46 Jahre alt) leider auch sehr bekannt vor. Schrecklich was hier passiert ist. In meiner alten Wohnung (NRW, bei Bochum), hatte ich all mein Lego und fast alle Original Bauanleitungen (und selbst eine ganze Lego-Eisenbahn (Dampflock ca. 1981 / 1982 nachgerüstet mit echtem Qualm), viele viele Lego-Technik-Modelle und einige wirkliche Raritäten aus den 70ern aus Platzgründen im Keller eines Altbaus gut verstaut.

    Nur irgendwann kamn leider die komplette Kanalisation (ja, auch mit den ganzen Fäkalien) hoch – und alle Keller völlig überflutet und alles zerstört. Die Bauanleitungen konnte ich damals direkt entsorgen. Die Legosteine selber hätte ich am liebsten auch entsorgt – aber da steckten neben viele schöne Erinnerungen – auch eine Unmenge an Geld drin (Mehrere große Kisten voll mit Lego).

    So habe ich damals ebenfalls – nach einigen Monaten – versucht, zuerst alle Legosteine in die Badewanne zu packen, um grob zu säubern – allerdings mit wenig Erfolg, da inzwischen der Dreck an den Steinen eingetrocknet war. Anschließend habe ich versucht einige nicht Elektro-Bauteile mit Waschpulver bei 30 Grad in der Waschmaschine in einem Gitternetz zu reinigen. Auch dieses brachte leider keinen wirklichen Erfolg.

    Es tut mir bis heute sehr weh. Nichts desto trotz habe ich vor über 10 Jahre alle Lego-Kisten mit in die Neue Wohnung (bzw. im Neuen Keller) genommen und dort gelagert.

    Da ich inzwischen schwer erkrankt bin (bösartiger – nicht heilbarer Krebs) – und nur eine sehr kleine Rente (unter dem Mindestsaz) habe, überlege ich, ob ich evtl. versuche die Legosteine nochmal irgendwie zu reinigen – um einige meiner alten Modelle wieder zusammen zu bauen – und zu verkaufen.

    Allerdings wird dieses aufgrund meiner gesundheitlichen Geschichte (teils schwere Erschöpfungen) und der Frage, wie ich die LEgosteine hoffentlich wieder richtig sauber bekomme, sicherlich eine schwere und langjährige Angelegenheit.

    Von daher kann ich dem Betroffenen hier im Artikel sehr gut nachvollziehen. Über Ideen und Tipps, wie ich evtl. meine alten verdreckten Steine nochmal versuchen kann zu reinigen, wäre ich sehr dankbar!

    Alles alles Gute und weiterhin viel Kraft, Mut und Erfolg an alle Flutopfer.
    Viele Grüße,
    Thorsten

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