Unfall mit 31 Verletzten auf der Achterbahn „Feuerdrache“ im LEGOLAND Günzburg

LEGOland Deutschland Eröffnung Juni Titel 2

Gestern ereignete sich im deutschen LEGOLAND in Günzburg ein Unfall mit 31 Verletzten, von denen nach übereinstimmenden Medienberichten 15 im Krankenhaus behandelt werden mussten, wo ein Schwerverletzter sich noch immer befindet. Zwei Wagen der beliebten Achterbahn „Feuerdrache“ waren aus bisher ungeklärter Ursache aufeinander aufgefahren.

Der Feuerdrache ist der Klassiker unter den LEGOLAND Achterbahnen, der in leicht abgewandelter Form auch in anderen internationalen Ablegern des Parks zu finden ist. Die Bahn basiert auf einem Burgen- und Ritter-Motiv – zunächst durchquert man im Schritttempo das Innere der Burg, wo sich gebaute Szenen wie eine festliche Tafel, die Burgküche, aber auch eine (humorvoll umgesetzte) Folterkammer befinden. Dann geht es mit einer höheren Geschwindigkeit von bis zu acht Metern pro Sekunde, also ca. 29 km/h, am Drachen vorbei in den Außenbereich, wo der Zug mehrere steile Kurven durchläuft, bevor er vorm „Bahnhof“, also dem Bereich, wo man den Zug bestiegen hat, recht ruckartig abgebremst wird.

Den Berichten zufolge ereignete sich genau hier der Unfall, da der vorausfahrende Zug offenbar ungewollt komplett abbremste, statt mit langsamer Geschwindigkeit das letzte Stück in den Bahnhof zu rollen. Da die Bahn, gerade an Öffnungstagen mit starker Auslastung wie jetzt in den Sommerferien, mit mehreren Zügen parallel betrieben wird, befand sich der nachfolgende Zug offenbar schon auf seiner Fahrt im Außenbereich und konnte nicht mehr gestoppt werden. Beim Aufprall auf den stehenden Zug zogen sich von den laut SWR insgesamt 38 Insassen 31 Personen Quetschungen und ähnliche Verletzungen zu, darunter zehn Kinder. Es stürzte allerdings niemand aus der Bahn.

LEGOland Feuerdrache
Etwa hier, kurz vor dem Eingang zum „Bahnhof“, blieb der erste Zug vermutlich stehen, da dort die Abbremsung stattfindet. Ob es auf der Anlage eine weitere Bremsvorrichtung gibt, wenn sich der Zug einmal auf der Gefällestrecke im Außenbereich befindet bzw. ob der Zug selbst über eine zusätzliche Bremse verfügt, die hier ausfiel oder nicht rechtzeitig betätigt wurde, ist uns derzeit nicht bekannt.

Die Rettung gestaltete sich offenbar schwierig, weil sich beide Züge noch auf der Strecke in ca. 5 Metern Höhe befanden. Laut SWR war deshalb unter anderem die Höhenrettung der Augsburger Feuerwehr im Einsatz, außerdem mehrere Krankenwagen und drei Rettungshubschrauber. Viele der Verletzungen konnten nach Aussage der Polizei allerdings auch direkt vor Ort versorgt werden. Der Bereich um die Achterbahn wurde abgesperrt und die Bahn bis auf weiteres stillgelegt, ansonsten lief der normale Parkbetrieb weiter, sodass viele Besucher wohl gar nichts von den Vorgängen mitbekamen. In den nun anstehenden Ermittlungen wird die Bahn untersucht und Videomaterial ausgewertet um herauszufinden, ob die Ursache technischer Natur war oder auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen ist.

Journalisten erhielten übrigens keinen Zutritt zum Park und konnten daher nur von außen über das Geschehen berichten. Eine Vertreterin des Parkbetreibers erklärte gegenüber dem SWR, dies sei die Politik des Parks. Auch offizielle Interviews zum Vorgang gab man offenbar bisher nicht. Der Pressesprecher des Bayerischen Roten Kreuz lobte allerdings gegenüber BILD die Zusammenarbeit mit dem Freizeitpark. Der Sanitäts- und Hilfsdienst im LEGOLAND sei eine große Hilfe gewesen und die Zusammenarbeit mit dem BRK habe hervorragend funktioniert, was die Abläufe extrem beschleunigt habe.

Wir wünschen allen Verletzten baldige Genesung und hoffen, dass der Fehler identifiziert und zukünftig wirkungsvoll vermieden werden kann. Es wäre sehr schade, wenn der Feuerdrache, der wie kaum eine andere Achterbahn für die „DNA“ des LEGOLANDs steht, aufgrund des Unfalls langfristig geschlossen bleiben müsste.

Seid ihr auch schon mit dem Feuerdrachen gefahren und hättet ihr gedacht, dass so ein Unfall dort passieren kann? Wie wirken sich solche, zum Glück äußerst seltenen, Vorfälle auf euer Verhalten in Freizeitparks aus? Werdet ihr diese Achterbahn (oder auch andere) deshalb in Zukunft meiden oder vertraut ihr darauf, dass der Fehler für die Zukunft abgestellt werden kann? Tauscht euch gerne in den Kommentaren aus.

Über Jens Herwig 318 Artikel
Mag verzerrte Gitarren, LEGO und Enten. Wollte so sein wie MacGyver, ist aber nur Physiker geworden. Erweckung aus den Dark Ages durch den Technic Unimog. Liebt alte Sets und hat ein Aquazone-Diorama im Wohnzimmer stehen.
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