„Kenobi is all that matters now“: LEGO Star Wars 75336 Die Scythe – Transportschiff des Großinquisitors im Review

Review LEGO 75336 Die Scythe Transportschiff Des Großinquisitors Titel

Das Finale der „Obi-Wan Kenobi“-Serie ist gerade einmal einen guten Monat auf Disney-Plus verfügbar und es erscheinen bereits die ersten Sets zur neuesten Serie im „Star Wars“-Universum. Mit dabei: LEGO 75336 Die Scythe – Transportschiff des Großinquisitors. Passend zum Verkaufsstart am 1. August habe ich das Set schon einmal unter die Lupe genommen.

Meistens ist es kein gutes Vorzeichen, wenn ein Set so früh nach der Veröffentlichung eines Films oder einer Serie erscheint. Häufig sind das Gebilde ohne Bezug zur Handlung, die auf früher Konzeptkunst basieren. Aber seid beruhigt, genau das ist bei der Scythe absolut nicht der Fall! Das Set passt zur Serie, hat mir ästhetisch schon auf den ersten Produktbildern zugesagt und daher freue ich mich sehr, dass ich es jetzt einer Review unterziehen durfte! Macht euch den Soundtrack der Serie an, denn der ist wirklich gut, und habt viel Spaß beim Lesen!

Allgemeine Infos

Offiziell heißt das Set LEGO 75336 Die Scythe – Transportschiff des Großinquisitors. Auf Drumherum wurde verzichtet und so bekommt der Kunde für 99,99 Euro (UVP) lediglich das schwarze Raumschiff mit vier Figuren. Enthalten sind drei Inquisitoren sowie der Protagonist der „Obi-Wan Kenobi“-Serie: Ben Kenobi.

Die Scythe ist ab dem 1. August 2022 überall im Handel verfügbar und nicht nur exklusiv oder teilexklusiv bei ausgewählten Händlern verfügbar.

Alle Details im Überblick

  • Setnummer: 75336
  • Name: Die Scythe – Transportschiff des Großinquisitors
  • Teile: 924
  • Minifiguren: 4
  • Anzahl Sticker: 9
  • Altersempfehlung: 9+
  • Preis: 99,99 Euro
  • Preis pro Teil: 10,8 Cent
  • Gewicht: 807 Gramm
  • Preis pro Kilo: 123,90 Euro
  • Release: 1. August 2022

Die Scythe

Eingeführt wurde das schnittige, schwarze Raumschiffdesign mit der Obi-Wan-Serie. Erstmals zu sehen war es im Teaser-Trailer von Anfang März. Das Transportschiff wird vom jeweils aktuellen Großinquisitor genutzt und ist in der Serie mehrfach zu sehen. Eine etwas detailliertere Zusammenfassung der Auftritte des Schiffs habe ich für euch hinter dem Spoiler-Tag versteckt, denn die Serie ist ja noch recht neu.

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Zu sehen ist das Schiff bereits in Folge eins auf Tatooine. Gleich nach der Flashback-Sequenz im Jeditempel startet die Serie mit der Landung des Raumschiffs auf dem Wüstenplaneten. Eindrucksvoll inszeniert, nutzt diese Szene vor allem den markanten Schatten der Scythe, der die Landung der Inquisitoren ankündigt. Im späteren Verlauf der Folge wird das Schiff dagegen nicht mehr gezeigt. Auch in Folge zwei hat es keinen Auftritt. In Folge drei ist es kurz zu sehen, als Reva damit Nur anfliegt, wo die Inquisitorenfestung steht. Zum letzten Mal zu sehen ist das Schiff in Folge fünf. Wieder landet es sehr präsent und setzt Reva als frisch ernannte Großinquisitorin auf Jabiim ab. Außerdem ist es im Verlauf der Folge noch mehrfach kurz im Hintergrund zu sehen.

Zusammenfassend hat das Raumschiff ziemlich wenig Screentime. Ist es mal zu sehen, wird gezeigt, wie es gerade irgendwo landet.

Verpackung und Inhalt

Die Gestaltung der Box folgt dem seit Anfang dieses Jahres eingeführten Boxdesign und zeigt, als Set zur Kenobi-Serie, Obi-Wan und Vader vor einer blauen Banderole in der linken unteren Ecke. In der rechten unteren Ecke werden, wie üblich, die enthaltenen Figuren beworben. Das große Boxbild zeigt die Scythe im Weltraum mit einem Planeten im Hintergrund, der verdächtig nach Tatooine aussieht.

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Auf der Kartonrückseite ist die Scythe scheinbar auf ebendiesem Planeten gelandet. Sie steht, dieses Mal mit den Flügeln in Landeposition, auf einer Sandebene. Einige Dünen im Hintergrund runden den Wüstenlook ab und es dürfte sich bei dem Planeten wirklich um Tatooine handeln, was auch im Kontext der Serie sowie der beiliegenden Figuren Sinn ergeben würde. Letztere haben sich vor dem Schiff versammelt und Obi-Wan scheint gerade von den Inquisitoren angegriffen zu werden – dies wirft für Kenner der Serie aber Fragen auf. Kleine blaue Boxen weisen außerdem auf besondere Funktionen und Features des Modells hin.

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Die Seiten des Kartons sind wenig spektakulär, als Referenzminifigur wurde der Großinquisitor gewählt.

Öffnet man den mäßig gefüllten Karton – entweder wie vorgesehen an den Eindrückstellen oder vorsichtig und etwas weniger zerstörerisch mit einem stumpfen Messer –, kommt einem der Inhalt entgegen. Enthalten sind eine Anleitung, ein Stickerbogen und acht Tüten Teile für acht Bauabschnitte. Bauabschnitte mit mehreren Tüten gibt es nicht.

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Die Anleitung ist im neuen Designschema gehalten und zeigt schlicht und ohne Hintergrundbild die Scythe und alle beiliegenden Figuren als Rendering. Aufgefallen sind mir dabei die Lichtschwertklingen: Diese haben bei LEGO seit einiger Zeit eine matte Oberfläche. Bricklink benennt dies als „frosted version“. Das Bild auf der Bauanleitung zeigt allerdings glasklare Lichtschwertklingen – warum, kann ich mir nicht erklären. Als Figur auf dem Fortschrittsbalken der Anleitung wurde Reva gewählt.

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Bau

Nach einigen Hinweisen zu den kommenden Papiertüten, die ich aber in meinem Set noch nicht entdecken konnte, und den üblichen Erklärungen zum Teiletrenner beginnt der Bau gleich mit einem, oder besser gesagt zwei, Highlights: Als Erstes werden die Figuren des Großinquisitors und des Fünften Bruders zusammengesteckt. Und auch die erst später zu verbauenden Stoffelemente liegen der Tüte bereits bei, so dass wir schon einmal einen ersten Blick auf diese Teile werfen können.

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Ansonsten wird der Boden des Schiffs gebaut. Das ist etwas zäh, geht aber immerhin leicht von der Hand.

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Bauabschnitt 2 wird dann etwas spannender. Es wird zwar noch ein wenig an der Bodenkonstruktion ergänzt, aber auch das Cockpit und die Einstiegsklappe im vorderen Teil des Schiffs werden gebaut.

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Ab Tüte 3 wird es richtig interessant. Reva wird zusammengesteckt und die vorderen Streben werden in Angriff genommen. Das erfordert kluge Bautechniken, um die komplexen Winkel des Originals nachzubilden. Doch zuerst ein paar Bilder des Ergebnisses:

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Und nun zurück zu den Bautechniken: Um den notwendigen Winkel zu erreichen, wird die innere Verkleidung der Streben über Balljoints frei beweglich befestigt und dann über eingeklemmte blaue Pins auf eine Höhe fixiert. Wer sich unter der Beschreibung nichts vorstellen kann, sollte sich am besten einfach das Bild anschauen:

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Zu sehen ist außerdem eine 1×4 Plate Modified with Bar Arm Down, die später in ein passendes Technik-Loch eingefädelt wird und so die Position der Verkleidung endgültig fixiert – eine Technik, die beispielsweise auch in den neueren AT-ST Modellen verwendet wird, um die seitlichen Cockpitwände in ihrer leicht schrägen Position zu halten.

Ebendiese Technik-Löcher werden in den Tüte 4 und 5 ergänzt, denn es werden die äußeren Verkleidungen der Streben gebaut:

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Tüte 4 enthält dabei die Teile für die Verkleidung der linken Schiffseite, Tüte 5 ergänzt die Elemente für rechts. Hat man beide Bauschritte erledigt, ist die Front des Schiffs fertiggestellt und trotz der komplexen Form relativ schön geschlossen. Lücken entstehen kaum oder sind sehr klein; selbst die Spitzen der Streben, an denen die verschiedenen Teile der Konstruktion zusammenlaufen, sind nur wenig zerlöchert. Einige kluge SNOT-Techniken lassen hier keine größeren Lücken klaffen. Begonnen wird außerdem mit der hinteren Seitenverkleidung, in Tüte 5 werden zudem die Landestützen montiert.

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Mit dem Inhalt von Tüte 6 wird das Heck zusammengesteckt. Außerdem wird der hintere Innenraum ein wenig verschönert und alle Sticker des Sets sollen verklebt werden. Darauf habe ich allerdings zunächst verzichtet, um euch später einen Sticker-Slider präsentieren zu können.

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In Tüte 7 wird sich wieder der Seitenverkleidung gewidmet. Diese wird sowohl in die Höhe gezogen als auch nach unten weitergeführt. Ist Bauabschnitt 7 erledigt, sieht das Schiff dementsprechend auch schon nahezu geschlossen aus.

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Tüte 8 startet mit dem Bau der letzten Minifigur, Ben Kenobi. Als weiteres Highlight wird endlich das Dach des Cockpits zusammengesteckt und die bedruckte Scheibe verbaut. Zum Abschluss werden die Flügel angebaut und das Set offenbart seine volle Größe.

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Die Anleitung schließt, wie üblich, mit einigen Bildern aktueller Sets und der Teileliste ab. Für den gesamten Bau habe ich etwa zwei Stunden benötigt. Einige Bauschritte sind, aufgrund der symmetrischen Geometrie des Raumschiffs, repetitiv und etwas zäh. Dafür überrascht der Aufbau auch immer wieder mit interessanten Bautechniken, die nötig sind, um die Form des Originals zu treffen. Schwierigkeiten oder Unklarheiten gab es kaum, nur in wenigen Fällen fiel es mir durch das viele Schwarz schwer zu erkennen, wo Teile platziert werden sollen.

Übrig bleiben, wie immer, einige Ersatzteile, die bei diesem Set aber nicht besonders spannend sind. Außerdem liegt selbstverständlich ein Teiletrenner bei.

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Sticker und Drucke

Insgesamt werden beim Bau neun Sticker verwendet, die alle in einem Bauabschnitt verklebt werden sollen. Vier werden für Controlpanels im Innenraum gebraucht, zwei ergänzen Details an der inneren Wandverkleidung. Außen werden drei Sticker im Heckbereich verwendet, um einige Greebles hinzuzufügen. Wie das Set mit oder ohne die Aufkleber aussieht, könnte ihr euch im Slider ansehen:

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Und auch den mehrfach bestickerten Innenraum möchte ich euch nicht vorenthalten:

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Bedruckt sind im Set – abgesehen von den Minifiguren – nur zwei Teile. Zum einen ein Exemplar der altbekannten, dunkelgrauen Slope mit aufgedruckten Knöpfen und Schaltern und zum anderen die Cockpitscheibe. Bei dieser handelt es sich um eine Windschutzscheibe, wie sie seit 2020 für die Autos der Speed Champions Reihe verwendet werden.

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Das Teil ist speziell für dieses Set mit einem exklusiven Druck versehen und wird zum ersten Mal in Trans-Red gefertigt. Schade ist, dass das von LEGO verwendete Druckverfahren scheinbar keinen Druck bis an die Kanten der Scheibe zugelassen hat. So werden die schwarzen aufgedruckten Bereiche immer wieder durch dünne rote Linien gestört, die nicht vermieden werden konnten. Das dürfte für viele nicht besonders störend sein – sollte man das Innere des Sets allerdings beleuchten wollen, um die rote Scheibe besonders zur Geltung zu bringen, dürften auch diese ungewollten Linien recht auffällig werden.

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Aufgebaut misst das Set bei heruntergeklappten Flügeln etwa 38 cm x 39 cm x 17 cm.

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Die Oberfläche ist größtenteils in Schwarz gehalten, lediglich für kleine Details wurde Dark Bluish Gray verwendet, um ein wenig Abwechslung in das Design zu bringen. Viele Bereiche sind gefliest, und obwohl auch großflächig Noppen zu sehen sind, wirkt die Oberfläche der Verkleidung sehr ruhig, wenn man das fertige Modell in der Hand hält. Trotz der vielen verschiedenen Neigungen und Winkel am Schiff sind keine größeren Spalten oder Lücken erkennbar und alle Seitenflächen fügen sich sauber zusammen. Weniger schön als die Oberfläche ist dagegen die Ansicht von unten: Hier wurden Kosten und Mühen gespart und so ist die Unterseite wenig ansehnlich. Stören sollte das aber in den meisten Display-Positionen nicht.

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Allgemein taugt das Set sehr gut für die Vitrine. Die vielen gefliesten Flächen machen einen hochwertigen Eindruck und das schwarze, schnittige Design sieht einfach nur toll aus! Leider musste ich bei meinem Exemplar feststellen, dass einige der 2×4 Fliesen und eine der 2×3 Fliesen mit Clips unschöne matte Spuren auf der Oberfläche aufwiesen. Dafür kann ich auch berichten, dass meine Scheibe nahezu keine Kratzer hatte und der Druck perfekt war. Was aber im Display stören könnte, sind die Unterseiten der Flügel. Hier sind sehr viele Platten-Unterseiten zu sehen, die weniger schön aussehen. Für die Vitrine eignet sich daher eher die Flugposition mit heruntergeklappten und auf der Oberseite gefliesten Flügeln – dann muss allerdings ein Ständer für das Modell und eine etwas höhere Vitrine her.

Dennoch – am Ende ist es für viele egal, wie schön ein „Star Wars“-Set aussieht, wenn es das Vorbild nicht trifft. Ob das bei der Scythe der Fall ist, könnt ihr im Slider prüfen:

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(Screenshot aus Obi-Wan Kenobi S1 Episode 3, Quelle: Disney)

Ich persönlich bin mit der Umsetzung sehr zufrieden. Selbstverständlich sind die Spitzen der vorderen Streben im LEGO Modell etwas zu dick und klobig. Daran kann man aber mit LEGO Teilen wohl kaum etwas ändern, ohne einiges an Stabilität und die geschlossene Oberfläche einzubüßen. Ein weiterer Punkt, der gerade im direkten Vergleich noch einmal auffällt, ist die Verwendung der gebogenen Scheibe. Diese fügt sich insgesamt sehr gut in die umliegenden Flächen ein, sticht aber als großes bedrucktes Teil dennoch heraus. Außerdem weicht vor allem die gebogene vordere Unterkante des Teils von den geraden Linien des Vorbilds ab. Bei allen drei dieser Kritikpunkte fällt mir selbst aber auch keine bessere Lösung ein, daher kann ich den Designern diese Abweichungen nicht wirklich übelnehmen.

Was für AFOLs weniger interessant sein dürfte, aber vermutlich für Kinder wichtig ist, ist der bespielbare Innenraum. Dieser fällt im Modell spartanisch, aber geräumig aus und beinhaltet Sitzplätze für alle drei Inquisitoren. Weitere Figuren können im hinteren Bereich des Schiffs stehen und finden mit den bestickerten Control-Panels zumindest etwas Einrichtung vor. Ungünstig ist allerdings die Verwendung der Sitz-Elemente für die hinteren Plätze. Geht man davon aus, dass der Großinquisitor auf dem Pilotensitz Platz nimmt, muss sich der Fünfte Bruder mit einem solchen Standardsitz begnügen – auf den er mit angeklemmtem Lichtschwertgriff nicht passt.

Funktionen

Wie fast jedes LEGO Star Wars Set im Preisbereich um 100 Euro hat auch die Scythe Federshooter. Diese sind nahe dem Rumpf an den Stabilisatorflügeln angebracht. Dort sind sie für Kinder gut zu erreichen, bei heruntergeklappten Flügeln erscheinen sie aber gleichzeitig unauffällig, was die Vitrinen-Tauglichkeit für viele AFOLs erhöhen dürfte.

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Ansonsten hat das Set hauptsächlich Klappfunktionen – so kann beispielsweise die vordere Zugangsklappe geöffnet werden. Zwecks besserer Bespielbarkeit kann außerdem die darüberliegende Abdeckung hochgekippt werden. Die Einstiegsluke hakt allerdings manchmal etwas beim Zuklappen und führt nicht in den Raum im Inneren des Schiffs, sondern lediglich in einen kleinen, tiefer liegenden Vorraum.

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Um Minifiguren im Innenraum des Transportschiffs zu platzieren, können die Scheibe, das Dach und zwei seitliche Klappen geöffnet werden. So wird das Cockpit erreichbar und die Inquisitoren können auf ihren Stühlen Platz nehmen.

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Selbstverständlich lassen sich außerdem die Flügel hoch- und runterklappen, so dass das Schiff zwischen der Flug- und der Landeposition wechseln kann.

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Ein weiteres Feature – denn den Namen Funktion verdient dieses Detail nicht wirklich – sind die drei Jumper-Plates im hinteren Bereich des Schiffs, deren Zweck mir zuerst ein Rätsel war. Einen Hinweis finden wir auf der Kartonrückseite, die zeigt, wie die sechs Lichtschwertklingen der Inquisitoren dort untergebracht wurden. Die sechs „Open Studs“ bieten also die Möglichkeit, die vier Noppen langen Stäbe unterzubringen, die die Klingen der Lichtschwerter darstellen. Die Inquisitoren können so auch mit deaktivierter Waffe nach Kenobi suchen, ohne dass die transparent-roten Teile verloren gehen.

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Insgesamt hat die Scythe nicht übermäßig viele Spielfunktionen. Andere Sets im 100-Euro-Preisbereich hatten da schon mehr Features oder Beilagen – wie beispielsweise Speederbikes – zu bieten. Auf so etwas wurde bei der Scythe größtenteils verzichtet. Auffällig ist auch, dass eine der Spielfunktionen nicht immer fehlerfrei läuft – hier hat für den Designer wohl „Function follows Form“ gegolten, was für LEGO Spielsets eher unüblich ist. Möglicherweise interpretiere ich da ein wenig zu viel in kleine Details, aber ich persönlich habe das Gefühl, dass sich das Set stärker an Erwachsene richtet als vergangene 100-Euro-Sets. Nur auf die Federshooter konnte man wohl wirklich nicht verzichten. Und auch die gewohnte Stabilität weist das Modell auf: Swooshability ist also nach wie vor gegeben – auch wenn das Raumschiff aufgrund seiner Breite nicht besonders gut in der Hand liegt.

Die Minifiguren

Die erste Minfigur des Sets ist der namensgebende Großinquisitor. Der Anführer des Inquisitorenprogramms und direkte Untergebene von Darth Vader kommt mit einem schwarzen Cape und einer exklusiven Schulterrüstung, an die das deaktivierte Lichtschwert geklemmt werden kann. Aufgedruckt ist das Emblem des Großinquisitors, welches sich aber auch darunter, auf dem Torso, findet. Sollte der Machtnutzer seine Schulterrüstung also einmal absetzen, muss er nicht gleich auf seine schöne Anstecknadel verzichten. Auch die Torsorückseite, die normalerweise vom Mantel verdeckt wird, ist detailliert bedruckt, genauso wie die Beine. Der weiße Kopf ist mit den markanten Gesichtslinien des Pau‘aners bedruckt, lediglich die gelben Augen und die zwei schwarzen, technischen Gerätschaften, die er anstelle von Ohren hat, wurden nicht umgesetzt.

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Im Vergleich zur Vorgängerversion, die LEGO im Rahmen der Veröffentlichungen zu Star Wars Rebels produziert hatte, ist die neue Figur in meinen Augen nicht zwangsläufig eine Verbesserung. Die Bedruckung des Kopfes ist zwar weniger comic-haft und die neue Mould für die Schulterrüstung ist detaillierter als der Vorgänger – ein Manko ist allerdings der fehlende Helm, der bei der neuen Figur nicht beiliegt, einfach, weil er in der neuen Serie nicht zu sehen ist und vom Großinquisitor erst in Rebels genutzt wird.

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Der 2016er Großinquisitor, Bildquelle: LEGO

Eine klare Verbesserung zum Vorgänger von 2015 ist allerdings die Bedruckung der Rückseite seines Kopfes. Anstatt einer vollständig weißen Fläche sind hier durch feine, graue Linien seine Gesichtslinien auf dem Hinterkopf fortgeführt.

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Die zweite Minifigur ist ein weiterer Inquisitor, der Fünfte Bruder. Die Beine des Großinquisitors wurden hier einfach recycelt, dafür hat er eine eigene Brustpanzer-Mould. Anders als bei seinem Vorgesetzten ist sein Schulter-Schutz allerdings nicht bedruckt. Detailliert bedruckt ist dagegen sein Torso und auch sein Kopf ist überzeugend gestaltet.

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Sogar die unter der Kopfbedeckung verborgene Rückseite des Kopfes ist mit einigen Details versehen und auch der unter der Schulterrüstung verborgene Teil des Torsos ist schön bedruckt.

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Wie schon der Großinquisitor ist auch der Fünfte Bruder eine Neuauflage. Bereits 2016 erschien eine entsprechende Figur in Captain Rex‘ AT-TE. Anders als beim Pau’aner sehe ich hier allerdings eine klare Verbesserung. Die Drucke sind filigraner geworden, der Schulterschutz ist detaillierter und auch das Gesicht ist wieder weniger comic-haft. Die Kopfbedeckung ist vermutlich aus der gleichen oder zumindest einer Kopie der Mould von 2016, jetzt aber schwarz und nicht mehr dunkelgrau. Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit den Lichtschwertern, die alle drei Inquisitoren bei sich haben. Wieder wurde die Mould der alten Sets recycelt oder zumindest kopiert.

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Der 2016er Fünfte Bruder, Bildquelle: LEGO

Reva Sevander ist die erste neue Figur. Die Inquisitorin ist mit einem Mantel ausgestattet und hat einen durchschnittlich detailliert bedruckten Torso. Anders als bei den restlichen beiliegenden Inquisitoren gibt es bei dieser Minifigur keine Möglichkeit, das Lichtschwert an den Rücken zu hängen. Die Beine sind leider, anders als bei ihren Kollegen, nicht bedruckt.

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Auch von hinten ist der Torso ein wenig bedruckt, wird aber im Normalfall vom Mantel verdeckt.

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Ein weiterer Kritikpunkt an der Minifigur, der bereits bei der Vorstellung des Sets häufig geäußert wurde, betraf die Frisur. Diese trifft eher schlecht den Haarschnitt des Vorbilds und häufig wurde in Kommentarspalten Unverständnis ausgedrückt, warum nicht die Frisur, die auch für Fennec genutzt wurde, verwendet worden ist. Ich habe jetzt beides ausprobiert und muss sagen, dass die von LEGO gewählte Frisur in meinen Augen letztendlich doch näher am Original ist, auch wenn ich sie trotzdem nicht als besonders passend empfinde. Aber schaut euch doch die andere Option einfach selbst an:

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Die letzte Figur im Set ist Ben Kenobi. Er trägt seine schlichte Tatooine-Garderobe mit simplen, sprich unbedruckten, Beinen. Spektakulär ist dagegen sein Poncho und auch seine Frisur ist interessant, aber dazu gleich mehr.

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Die vom Poncho verborgene Rückseite des Torsos ist ebenfalls bedruckt und Obi-Wan, beziehungsweise Ben, hat als einzige Figur des Sets ein Wendegesicht:

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Außerdem spannend ist bei dieser Figur eine Seitenansicht, die das eine kleine, aber nicht zu unterschätzende Ärgernis mit dem Poncho zeigt: Er steht ziemlich vom Körper ab, weil der von LEGO verwendete Stoff viel Festigkeit hat.

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Zurück aber zur Frisur: Die ist ab dem 1. August in genau zwei Sets enthalten – der Scythe und dem Obi-Wan Kenobi vs. Darth Vader Duell-Set. Entwickelt wurde sie scheinbar extra, um Bens Frisur besonders originalgetreu nachzubilden. Und auch diese Frisurenentscheidung seitens LEGO ist bei einigen AFOLs zuerst auf Unverständnis gestoßen, immerhin gibt es ja die seit 2013 immer wieder die für Episode II Kenobi verwendeten mittellangen Haare, die auch im neuen Jedi Starfighter wieder Verwendung finden. Vergleicht man allerdings beide Frisuren einmal direkt, fällt auf, wie treffend die neue Mould Obi-Wans Frisur aus der Serie reflektiert und wie unpassend die alte Wahl im Vergleich dazu erscheint.

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Ein wenig seltsam erscheinen die freien Stellen, an denen der echte Obi-Wan –  im Gegensatz zu einer Minifigur – Ohren hat, aber auch an die gewöhnt man sich mit der Zeit.

Vergleich mit Krennics Imperial Shuttle

Schaut man im LEGO Sortiment nach ähnlichen Sets, so dürfte vor allem Krennics Imperial Shuttle von 2016 auffallen. Schon das Vorbild ähnelt der Scythe und auch die beiden LEGO Umsetzungen weisen einige Gemeinsamkeiten auf.

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Krennics Imperial Shuttle von 2016, Bildquelle: LEGO

In beiden Fällen werden schwarze imperiale Raumschiffe mit komplexen Formen umgesetzt. Die Scythe ist zwar ein wenig schnittiger, weil hier der zentrale Stabilisator fehlt und das Schiff länger ist als das T-3c-Shuttle, aber dennoch weisen beide viele Ähnlichkeiten auf. Und dadurch kann man wieder einmal sehen, wie sich LEGO in den letzten Jahren entwickelt hat:

Insgesamt wirkt die Scythe durch den geschickteren Einsatz von Fliesen weniger unruhig und auch Detaillösungen wie beispielsweise an der Scheibe oder den Flügelspitzen konnten eleganter gelöst werden. Das Shuttle war für mich aber nicht nur ein Orientierungspunkt, um die Designleistung besser einzuordnen; vielmehr habe ich es auch genutzt, um den Preis besser beurteilen zu können.

Mit 826 Teilen hat Krennics Schiff genau 98 Elemente weniger als die Scythe und lediglich zwei Figuren mehr. Bei den Preiserhöhungen, die LEGO in den letzten Monaten durchgeführt hat, überrascht es da fast, dass bei beiden Sets dieselbe UVP festgelegt wurde. Unabhängig vom alten Set ist mir außerdem aufgefallen, dass die Scythe kaum kleine Teile enthält, was meistens auf einen recht hohen Preis pro Stein hindeutet. Mit 10,8 Cent pro Teil ist der aber für Star Wars schon eher unterdurchschnittlich. Dazu gibt es ein wirklich einwandfreies Design, für Kinder einige Spielfunktionen und so habe ich das Gefühl, dass das der Preis des Sets – selbstverständlich im Kontext der allgemein für LEGO Star Wars aufgerufenen Preise – wirklich fair ist. Und da das Set im freien Handel verfügbar sein wird, ist auch noch mit Rabatten zu rechnen…

Fazit

In meinen Augen ist die Scythe ein extrem tolles Set! Es liegen nur vier Minifiguren bei, aber die haben es in sich und LEGO hat einige neue Moulds angefertigt, um vor allem die bereits vor einigen Jahren erschienen Inquisitoren noch einmal zu übertreffen. Lediglich Revas Frisur verfehlt das Serienvorbild ziemlich.

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Das Set ist aufgebaut nicht nur eindrucksvoll, sondern auch einfach überzeugend elegant. Das Schwarz und die glatten Oberflächen gefallen mir, auch wenn kleinere Produktionsmängel an den Teilen festzustellen waren. Insgesamt stören die genoppten Bereiche viel weniger, als ich es von den Produktfotos erwartet hätte, und ich würde das Set als klar displaytauglich einstufen. Was man dagegen fast schon vermisst, sind Spielfunktionen: Abgesehen von einigen Klappen und den Shootern hat das Raumschiff diesbezüglich für einen so hohen Preis wenig zu bieten.

Apropos Preis: Der erscheint mir sehr vernünftig gesetzt und nicht zu hoch, wie es inzwischen oft der Fall ist. Ich kann das Set also nur empfehlen – neben all den gerade genannten Aspekten ist nämlich auch der Bau sehr unterhaltsam. Und auch das zählt ja bei einem LEGO Set …

Aber wie sieht es bei euch aus? Plant ihr, das Set gleich zu Release zu kaufen, oder wollt ihr auf Rabatte warten? Gefällt euch die Scythe, oder eher gar nicht und warum? Tauscht euch darüber gerne in den Kommentaren aus oder gebt mir Feedback für die Review.

Vielen Dank an JB Spielwaren, die uns das Set zum Zweck diese Review vorab kostenlos zur Verfügung stellen durften. Da wir das Set bei JB Spielwaren somit allerdings noch nicht käuflich erwerben konnten und entsprechend unserer selbst aufgestellten Regeln keine kostenlosen Review-Exemplare annehmen wollen, haben wir uns entschieden, die Kosten in Höhe der UVP des Sets an die Aktion Deutschland Hilft zu spenden.

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LEGO Fan und Star Wars Nerd. Sammelt und baut MOCs, wenn er nicht gerade eine Review schreibt.
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