Des Ritters Schneider: Die LEGO 21325 Mittelalterliche Schmiede im Review

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Titel

In letzter Zeit erlebt das Thema Burgen und Mittelalter ein Revival bei LEGO Ideas. Die LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede ist nun der erste Entwurf, der nach Erreichen der magischen Schwelle von 10.000 Unterstüzern als Set umgesetzt wurde, und die LEGO Designer haben der Schmiede eine gehörige Prise zusätzliche Nostalgie spendiert. Doch überzeugt das Set auch ohne diesen Bonus? Lasst es uns herausfinden!

Ich muss vorab zugeben, dass in meinen Kindheits- und Jugendtagen die LEGO Ritter komplett an mir vorbeigegangen sind. Es ergab sich, dass ich schon in sehr jungen Jahren einige Sets zu LEGO Weltraumthemen geschenkt bekam, und irgendwie blieb das dann auch später mein Fokus (schon damals war eben das Sortiment von LEGO, wenigstens für die meisten von uns, zu breit aufgestellt, um alles zu sammeln).

Gleichwohl sprachen mich damals wie heute die wunderschön gestalteten Seiten im Katalog an, mit denen LEGO in den späten 80er- und frühen 90er-Jahren die Burgensets bewarb. Und die 21325 Mittelalterliche Schmiede schaffte es bereits mit den vorab veröffentlichten Bildern und Videos – auch wenn das Set genau genommen völlig anders und natürlich viel aufwendiger gestaltet ist als die damaligen Sets – diese gewisse „Magie“ bei mir wieder wachzurufen.

Alles in allem bin ich sehr gespannt, welche Entdeckungen ich beim Aufbau machen werde und ob das Set meinen hohen Erwartungen gerecht werden kann. Das werde ich im nun folgenden Review gemeinsam mit euch ergründen.

Faktencheck

Verschaffen wir uns zunächst einen Überblick über die „harten Fakten“. Das Set bewegt sich mit 2164 Teilen bei einer UVP von 149,99 Euro in einem nahezu identischen Rahmen wie der LEGO 21310 Alte[r] Angelladen, der 2017 ebenfalls in der Ideas-Reihe erschien. Auch die Box ist folgerichtig gleich groß wie bei diesem Set (oder z.B. auch der LEGO Ideas 21309 NASA Apollo Saturn V).

  • Setnummer: 21325
  • Name des Sets: Mittelalterliche Schmiede
  • Ideas-Nummer: 33
  • Anzahl Steine: 2164
  • Anzahl Minifiguren: 4
  • Preis (UVP): 149,99 Euro
  • Preis/Stein: 6,9 Cent
  • Maße der Box: 47,8 cm x 37,3 cm x 10,9 cm
  • Maße des Sets: ca. 30 cm Breite x 27 cm Tiefe x 29 cm Höhe
  • Release: 1. Februar 2021
  • Fandesigner: Clemens Fiedler (Namirob)
  • LEGO Designer: Wes Talbott
  • Altersempfehlung: 18+
  • Sticker Anzahl: Keine

Verpackung

Die Verpackung ist – wie bei allen Sets der letzten Zeit, die sich explizit an erwachsene Käufer richteten – im typischen „18+“ Boxdesign gehalten. Sie zeigt das aufgebaute Set vor einem mattschwarzen Hintergrund, was edel aussieht, die Box aber sehr empfindlich gegen Kratzer und Fingerabdrücke macht.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Box 1

Der Streifen am unteren Rand ist diesmal in Sand Green gehalten, einer Farbe, die auch im Modell an diversen Stellen zum Einsatz kommt, wodurch Schmiede und Box optisch gut zueinander passen. Der Hinweis „Batteries included“ bezieht sich auf einen im Set enthaltenen Leuchtstein, der wie immer vormontiert inkl. Batterien daherkommt.

Die Rückseite der Box zeigt mitnichten die Rückseite der Schmiede – diese ist nämlich, wie wir später sehen werden, weit weniger detailliert gestaltet als die restlichen drei Seiten des Gebäudes. Stattdessen präsentiert LEGO uns hier erneut die Vorderseite, allerdings nun so gedreht, dass die andere Schmalseite, die ab dem ersten Stockwerk leicht überhängt und außerdem einen kleinen Erker bietet, zu sehen ist.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Box 2

Eine Grafik weist auf die Modularität der Schmiede hin, auch geben uns drei kleine Bilder einen ersten Eindruck von deren Innenausstattung. Die Maße des Modells sind mit 27 cm Breite x 27 cm Höhe angegeben, was ich, soweit möchte ich vorweggreifen, nicht bestätigen kann. Berücksichtigt man den Überhang des Baumes, beträgt die Breite eher 30 cm (bei 27 cm Tiefe), die Höhe liegt zwischen 28 und 29 cm.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Box 3

Auf zwei der Karton-Schmalseiten sind nur die üblichen Warnhinweise und sonstigen Angaben zu finden, aber die übrigen beiden Seiten zeigen noch einmal eine andere Perspektive der Schmiede (erneut nicht die Rückseite) bzw. die enthaltenen Minifiguren und Tiere.

Eindrücke beim Auspacken

Da es sich bei der Verpackung nur um eine mittelgroße Box handelt, ist kein weiterer Innenkarton enthalten. Nach dem Öffnen (wie üblich bei Sets dieser Größe durch das Durchtrennen zweier Klebestreifen an der Kopfseite der Box) purzeln einem direkt 14 nummerierte Tüten entgegen – jeder Bauabschnitt umfasst bei diesem Modell genau eine Tüte. Außerdem sind in einer weiteren, nicht nummerierten Tüte einige 16 x 16 Platten sowie eine 6 x 16 Platte enthalten, die zur Konstruktion von Boden und Decken benötigt werden. Die Anleitung ist ebenfalls in Folie eingeschweißt; sie ist nicht auf mehere Hefte verteilt, sondern in einem Stück gebunden.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Inhalt

Nachfolgend könnt ihr euch, wenn ihr mögt, durch die einzelnen enthaltenen Tüten klicken und einen Blick darauf werfen:

Der Aufbau

Kommen wir nun zum spaßigen Teil: Dem Aufbau. Hierzu werfen wir zunächst einen kurzen Blick in die Anleitung, denn bei einem Ideas Set ist es Tradition, dass sowohl der Fan- als auch die LEGO Designer auf den ersten Seiten gewürdigt werden und selbst mit einigen Sätzen zu Wort kommen dürfen.

Anleitung

Das ist auch diesmal nicht anders und im Falle des Fandesigners Clemens Fiedler sogar sehr interessant: Er verrät nämlich, dass er selbst Erfahrung als (Hobby-)Schmied hat und ihm sein Entwurf deshalb und aufgrund seiner Begeisterung für mittelalterliche Architektur gleich ein doppeltes Herzensanliegen war.

[…] my passion for medieval architecture and design was ignited early in life when my father’s friend taught me how to forge metal. We started with small objects and then moved on to things like damask knives as well. It’s a time-consuming process, but the results are really impressive.

I’ve always found that the best way to get new building ideas is to search your passions and interests and create something you can identify with. So that’s how the idea for a charming old Medieval Blacksmith’s workshop was born.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Anleitung Fan Designer

Auf Seiten von LEGO waren Wes Talbott als „LEGO Design Master“ für das Modell und Austin William Carlson als „LEGO Senior Designer“ für die grafische Gestaltung von Minifiguren und sonstigen bedruckten Elementen zuständig. Auch sie dürfen sich kurz zum Set äußern, und betrachtet man das Foto (das aller Wahrscheinlichkeit nach vor der Castle-Attraktion im LEGOLAND Billund aufgenommen wurde), so kann man sich vorstellen, dass die beiden Spaß beim Designen dieses Modells hatten.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Anleitung LEGO Designer

Bevor wir mit dem Bauen loslegen, erklärt uns die Anleitung übrigens noch einmal ausführlich, wie der beiliegende Teiletrenner funktioniert. Und falls danach noch immer Fragen zu dessen Benutzung offenbleiben sollten, ist außerdem der Link zu einer Website angegeben, wo diese anhand einer ausführlichen textuellen Beschreibung mit animierten Grafiken weiter erläutert wird. Das war natürlich längst überfällig, denn so ein Teiletrenner ist immerhin eine komplizierte Sache.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Anleitung Teiletrenner

Hat man erst einmal die technischen Tücken dieses Werkzeugs gemeistert, kann es endlich mit dem Bau losgehen! Erfreulicherweise haben nur die einleitenden Seiten der Anleitung einen schwarzen Hintergund, für die eigentliche Aufbauanleitung setzt LEGO dagegen auf den neutraleren und augenfreundlicheren Grauton, wie wir ihn seit Langem kennen.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Anleitung Stockwerke

Die ersten fünf Tüten werden für das Erdgeschoss mit Schmiedewerkstatt und den Garten benötigt, dann nur drei Tüten für den ersten Stock und die restlichen sechs Tüten ergeben das Dachgeschoss und den Einspänner. Legen wir los!

Bauabschnitte 1 & 2

Im ersten Bauabschnitt konstruieren wir die Bodenplatte des Sets aus diversen kleineren LEGO Platten unterschiedlichster Formen – das „Herzstück“ bildet dabei eine 16 x 16 Platte in Dark Tan. Die 8 x 8 Platten mit Halbkreis (41948) in Medium Nougat kamen bisher sehr selten vor, genau genommen nur in zwei Friends-Sets des vergangenen Jahres, und sind deshalb vielleicht für Teilesammler interessant.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 1 3

Auch einige der Teile, mit denen ihre Oberseite bebaut wird, sind selten: Die 3 x 3 Rundfliesen – ebenfalls in Medium Nougat – kennen wir bisher nur aus Bowsers Festung aus der Super Mario Reihe, die 1 x 1 Rundfliesen in Dark Tan nur aus dem 10281 Bonsai Baum und dem 31198 Beatles-Mosaik. Insgesamt wirkt der Beginn des Baus recht bunt, aber trotzdem stimmig: Die gewählten Farbtöne sind irgendwie alle „erdig“ und passen meines Erachtens sehr gut zueinander. Besonders ins Auge fiel mir die Verwendung von Sand Green, speziell für die Mauersteine. Nach Aussage der Designer sollen die Elemente in dieser Farbe Moos darstellen, weshalb sie z.B. auch am Dachfirst zum Einsatz kommen.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 1 1

Neben der „Basis“ beginnt man im ersten Abschnitt auch gleich mit einigen Details wie z.B. dem Brunnen oben links im Bild oder Teilen der Einrichtung der Schmiede-Werkstatt – konkret baut man hier eine Schütte mit Kohlen darin. Auch der kleine Gemüsegarten an der rechten Hausseite ist in Ansätzen bereits zu erkennen. Im ersten Abschnitt sind übrigens auch gleich der Schmied und der Husky enthalten, doch diese beiden werden wir uns am Schluss gemeinsam mit den anderen Figuren ansehen.

Durch die vielen verschiedenen Teile und Farben ist schon der Beginn des Baus, der sich bei solchen Gebäuden sonst oft etwas dröge gestaltet, ungewöhnlich spaßig und abwechslungsreich. Das setzt sich im zweiten Abschnitt nahtlos fort, denn erneut zieht man nicht einfach nur Wände hoch, sondern baut auch immer wieder an den Details weiter. So erhält die Werkstatt eine Werkbank, eine Kiste mit Kohle-Briketts und einen Schleifstein. Dort, wo später der Apfelbaum stehen wird, „verlegt“ man bereits einige Wurzeln, unterhalb der Stelle, wo zukünftig der Eingang zum Wohnbereich liegen wird, befindet sich nun ein Holzstapel.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 2 1

Vor allem aber beginnt man mit dem Bau der Esse, und diese ist ein besonderes kleines Highlight! Ich habe im folgenden Bild diese Stelle noch einmal ein wenig zurückgebaut, um euch zu zeigen, wie clever und gelungen der Leuchtstein eingesetzt wird: Es kommt hier die Variante mit rotem Gehäuse zum Einsatz (schließlich soll das Glühen von Kohle symbolisiert werden), deren ausgeleuchtete Fläche zunächst dadurch vergrößert wird, dass man einen weiteren transparent-roten Stein daneben platziert.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 2 2

Dann wird das Ganze mit transparent-orangen 1 x 2 Fliesen sowie 1 x 1 Rundfliesen in Schwarz und Orange überbaut. So erhält man nicht einfach eine homogen leuchtende Fläche, sondern erzielt einen Effekt, der tatsächlich an glühende Kohlen erinnert. Aktiviert wird der Leuchtstein von der Gebäudewand her, indem man auf einen Blasebalg drückt, um so „das Feuer anzufachen“. Ich bin total begeistert von dieser Idee, denn meist empfinde ich die Leuchtsteine als Fremdkörper, da sie selten wirklich gut integriert und gewinnbringend eingesetzt werden. Hier ergibt das Feature jedoch absolut Sinn und verleiht diesem Set, das ja primär ein Set zum Hinstellen ist, eine tolle Spielfunktion!

LEGO 21325 Mittelalterliche Schmiede Funktion Esse

An der Wurzel des (zukünftigen) Baumes gibt es noch ein interessantes neues Teil zu entdecken, den Brick Curved 3 x 1 with 2/3 Inverted Cutout (70681), dessen Form bisher nur in der LEGO 10278 Polizeistation und den LEGO 71741 Ninjago City Gardens vorgekommen ist.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 2 6

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 2 7

Wenn ihr einmal sehen wollt, warum dies ein überaus praktisches Teil ist und was man damit alles damit anstellen kann, so sei euch dieser Artikel von New Elementary, der sich mit den Teilen der Schmiede befasst, sehr ans Herz gelegt.

Bauabschnitte 3 & 4

Im dritten Bauabschnitt ziehen wir weiter die Wände des Erdgeschosses hoch, bauen aber auch die Außentreppe zum Wohnbereich. Diese hat zwar die gleiche Stufenhöhe wie die Treppen-Formteile, die oft bei den Modularhäusern und auch hier später noch im Innenraum zum Einsatz kommen, aber durch die Breite der Stufen von jeweils zwei Noppen wirkt die Treppe in diesem Fall maßstäblich doch etwas unpassend zu den Minifiguren.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 3 1

Mehr Freude bereitet mir deshalb die weitere Inneneinrichtung der Werkstatt, die um eine Wandhalterung mit zwei Rüstungsteilen sowie um einen der tollen bedruckten „Falkenritter“-Schilde ergänzt wird (insgesamt sind im Set drei davon enthalten). Auch den gemauerten Bogen über der Esse empfinde ich als ein hübsches Detail. Besonderen Spaß hatte ich allerdings an der Konstruktion der Stützpfeiler, die später den Überhang des ersten Stockwerks halten werden.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 3 4

Wie die LEGO Designer hier das Aufsitzen auf dem steinernen „Fundament“ mittels grauer Käseecken und der braunen 1 x 2 Barren mit angeschrägten Seiten gelöst haben, ist wirklich eine schöne Bautechnik.

In Bauabschnitt vier wird schließlich das Erdgeschoss fertiggestellt. Die Wände werden um eine weitere Reihe Steine ergänzt und dann mit einer Lage Fliesen bedeckt, lediglich vier Noppen verbleiben, um später die oberen Stockwerke zu halten, damit man diese leicht abnehmen kann – wir kennen dieses Bauprinzip von den Modularhäusern. An den Häuserecken werden in Form grauer Fliesen einige „Ecksteine“  angebracht, die zum großen Teil nur von einer Noppe gehalten werden.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 4 1

Ich mag den Look, aber die Bautechnik sagt mir nicht zu. Beim alten Angelladen wurden auf diese Weise die Fliesen gezielt schräg angebracht, da es sich um schiefe Bretter handeln sollte. Bei den Ecksteinen ergibt das aber m. E. nur begrenzt Sinn und ich möchte deshalb die Fliesen möglichst gerade ausrichten, was aber immer nur kurz gelingt, da sie bei der ersten Berührung wieder verschoben werden. Besser gefällt mir da schon die Tür zur Werkstatt, die mittels bedruckter Fliesen mit Holzmaserung umgesetzt wurde. Auch die kleinen Details im Außenbereich, ein Amboss und ein Fass mit zwei Schwertern (übrigens dieselben, die auch in der Minifiguren-Sammelserie 20 zum Einsatz kamen), fügen sich stimmig ins Gesamtbild ein.

Gleiches gilt für die Innenausstattung der Werkstatt, die nun komplett ist. Da sich auf der Werkbank jetzt auch eine Pfanne und ein Kochkessel befinden, stellt unser Schmied offenbar nicht nur Rüstungen und Waffen her.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 4 3

Auf einem weiteren Amboss finden wir einen 1 x 2 Barren in Bright Light Orange, der ein glühendes Stück Eisen symbolisieren soll. Ein einfacher, aber sehr schöner Einfall.

Die Stützbalken für die Obergeschosse werden in diesem Abschnitt ebenfalls fertiggestellt (übrigens ist dies eine reale Bautechnik, die man tatsächlich bei vielen alten Fachwerkhäusern findet). Hier fiel mir bei den braunen Fliesen erstmals auf, dass diese qualitativ schlechter waren, als ich es von LEGO eigentlich gewohnt bin. Es ist mit der Kamera schwierig einzufangen, aber manche der Fliesen haben keine gleichmäßige Oberfläche, sondern in der Mitte einen deutlich erkennbaren Farbverlauf, der aus bestimmten Winkeln fast wie ein Kratzer aussieht. Da es sich hier um Holz handeln soll, finde ich das Ganze nicht so dramatisch, ich werde es aber bei zukünftigen Sets genau im Auge behalten.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 4 2

Betrachtet man die Rückseite der Schmiede, so wird schnell klar, an welcher Stelle die Designer mit Details sparen mussten. Immerhin ein einzelnes Pflanzenelement hat sich hierher verirrt, doch ansonsten fällt diese Ansicht des Gebäudes bisher deutlich gegenüber den anderen drei Seiten ab.

Bauabschnitt 5

In Bauabschnitt fünf ist Gartenarbeit angesagt! Hier bauen wir nämlich den Apfelbaum (warum gab es die eigentlich nicht schon viel häufiger in LEGO Sets?) und den Brunnen. Letzterer ist sehr einfach und nur aus einer Handvoll Teile gestaltet, passt aber trotzdem gut ins Gesamt-Ensemble, da sein kleines Dach das Farbschema des großen Daches aufgreift. Ein Eimer darf an dieser Stelle natürlich nicht fehlen.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 5 1

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 5 5

Und weil das ganze Set ja etwas Märchenhaftes hat, ist auch ein Frosch enthalten, der allerdings nicht am Brunnen, sodern auf dem Baum sitzt. War der Froschkönig ein Laubfrosch? Egal, so genau wollen wir es nicht nehmen. 😉

An der Gestaltung des Baumes scheiden sich die Geister: Manche bei uns im Team finden ihn misslungen und hätten sich eine andere Bauweise gewünscht, mir persönlich gefällt er allerdings gut. Ich finde, so ein alter Apfelbaum kann gar nicht knorrig und schief genug sein, denn das sind sie oft auch im echten Leben.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 5 3

Freilich, über die Verwendung der großen Kurvensteine (24599) in Dark Brown als Baumstamm (die übrigens vorher nur in zwei anderen Sets vorkamen) lässt sich streiten, wobei die „Unterkonstruktion“ sehr interessant und voller Richtungswechsel ist. Die Bauweise der kleineren Äste und Blätter ist ziemlich repetitiv und deshalb kein großes Vergnügen, aber alles in allem finde ich, dass das Resultat überzeugen kann. Einzig die Anleitung bereitete mir ein paar Probleme, denn überall im Set, wo die grünen Blattelemente verbaut wurden, musste ich mehrfach hinschauen, um die Farben unterscheiden zu können.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 5 4

Auf der Rückseite des Baumes befindet sich eine Zielscheibe, an der die Jägerin (vermutlich die Frau des Schmieds) ihre Bogenschuss-Künste trainieren kann – wieder ein schönes Detail. Passenderweise ist genau diese Minifigur ebenfalls in der fünften Tüte enthalten.

Bauabschnitt 6 & 7

Bauabschnitt sechs markiert den Beginn des ersten Obergeschosses, das den Küchen- und Essbereich des Hauses enthält. Auf einer 16 x 16 Platte als Boden ziehen wir die ersten Wände hoch, die allerdings im Gegensatz zum Erdgeschoss nicht komplett gemauert, sondern mit Fachwerk durchwirkt sind. Zwar hätte man dieses wohl im Mittelalter noch eher mit Flechtwerk und Lehm statt mit Mauersteinen ausgefüllt, aber das wäre mit den vorhandenen LEGO Elementen schwierig darzustellen gewesen und so wie es ist, sieht es ja auch schön aus.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 6 2

In Sachen Inneneinrichtung bauen wir eine Kochstelle mit offenem Feuer, auf der etwas Gemüsiges vor sich hin köchelt (dass das Feuer sich mitten im Schornstein der Esse befindet, wollen wir lieber nicht hinterfragen…), sowie ein Bierfass, ein Butterfass und einen Esstisch. Für letzteren kommen als Beine vier seltene Fernrohre (64644) in Reddish Brown zum Einsatz.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 6 1

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 6 3

Im siebten Bauabschnitt bauen wir das Vordach, das den Schmied beim Arbeiten im Freien vor Regen und Sonne schützt. Dieses liefert uns einen Vorgeschmack auf die Bauweise des eigentlichen Daches: Als Schindeln dienen Nexo Knights-Schilde in Blau, Dunkelblau und Schwarz, deren Durchmischung scheinbar zufällig ist. Allerdings fällt bei genauerem Hinsehen auf, dass es effektiv einen Farbverlauf von hell nach dunkel gibt, wobei die helleren Schindeln tendenziell weiter oben am Dach sitzen. Das werden wir so auch beim großen Dach wiederfinden.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 7 1

Am Vordach hängt ein weiteres bedrucktes Element (das exklusiv für dieses Set angefertigt wurde), nämlich das „Werbeschild“ des Schmieds. Die kleine Berglandschaft links und rechts spielt auf ein Hobby des Fandesigners an, der gerne wandert – behaltet dies bitte einmal für das Dachgeschoss im Hinterkopf.

Doch jetzt haben wir uns so auf das Vordach konzentriert, dass die fertige Einrichtung des Stockwerks ganz untergegangen ist! Dort steht nun etwas Speis und Trank auf dem Tisch, zwei Kerzenhalter an der Wand sorgen für die abendliche Beleuchtung und ein Kochkessel (mit einer 1 x 1 Rundplatte in Dark Orange darin, die es bisher nur im Beatles-Mosaik gab) sowie eine Arbeitsplatte mit einigen weiteren Kochutensilien runden die Küche ab. Und wie großartig ist bitte die Idee mit der angeschnittenen Karotte?!

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 7 2

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 7 8

Nicht zu übersehen sind natürlich auch die beiden Stühle, die in doppelter Hinsicht interessant sind: Zum einen sind sie formschön und sehr besonders gebaut, denn die Rückenlehne wird aus zwei Beilen und einem Rundstab gebildet. Zum anderen sind sie eigentlich viel zu groß – ich habe nachfolgend zum Vergleich mal eine Minifigur daneben gestellt.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 7 7

Dies ist nach der Außentreppe schon der zweite Fall, wo der Maßstab des Modells nicht so recht zu den Minifiguren passen will. Zwar ist dies bei LEGO eher die Regel als die Ausnahme, aber sonst sind die Sets fast immer zu klein – dass ein Modell wie hier zu groß ist, ist einfach ungewohnt.

Bauabschnitte 8

In Bauabschnitt 8 vollenden wir das erste Obergeschoss, indem wir nur den Rest der Wände fertig mauern, ein Treppen-Formteil in den zweiten Stock einbauen, von außen viele Fliesen zur Darstellung des Fachwerks anbringen und den Wohnbereich mit einer Tür versehen.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 8 2

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 8 1

Die Konstruktion der Tür macht mich etwas ratlos: Sie ist viel zu niedrig. Baut man sie so ein, dass sie wenigstens mit dem Boden halbwegs abschließt, so hat außerdem der untere der beiden Clips, mit denen sie an einem Bar 6L with Stop Ring (63965) befestigt ist, nur gerade noch etwas weniger als einen Millimeter, den er greifen kann, weil der Stab eigentlich zu kurz ist. Baut man den Stab freilich anders herum ein, so besteht dieses Problem nicht, weil dann der Stopper nicht im Weg ist und man ihn ganz nach unten schieben kann, aber das ist in der Anleitung so nicht vorgesehen – womöglich also ein Fehler.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 8 3

Dieser kleinen Irritation ungeachtet ist es ein erhebendes Gefühl, wenn man das gerade vollendete Stockwerk zum ersten Mal auf das Erdgeschoss setzt. Schon jetzt sieht das Modell einfach grandios aus und man ist extrem motiviert, es nun auch zu Ende zu bauen. Selten hielt ich ein LEGO Set in den Händen, das so bunt und gleichzeitig so stimmig in der farblichen Gestaltung war. Bis auf den hellgrünen Ring des Brunnens, für den ich eine andere Farbe gewählt hätte, schaue ich auf das Modell und denke bei jedem Detail: Genau so muss das aussehen!

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 8 5

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 8 6

Auch die anderen beiden Seiten des Gebäudes machen eine gute Figur, vor allem der kleine, schattige Gemüsegarten gefällt mir (und hätte ruhig noch ein wenig größer sein dürfen). Die Gebäuderückseite ist gefällig, wenn sie auch nach wie vor etwas hinter den anderen Seiten zurückbleibt. Ich bin gespannt, ob das Dachgeschoss hieran etwas ändern wird.

Bauabschnitte 9 & 10

Und genau mit diesem legen wir in Bauabschnitt 9 auch gleich los. Hier ist die Grundfläche wieder etwas größer als im ersten Stock, da das Dachgeschoss den Eingangsbereich mit der Treppe überdeckt. Die Seite zum Gemüsegarten hin erhält einen kleinen Erker, in den wir ein Schreibpult mit Tintenfass und Öllampe bauen. Die bedruckte Fliese „Once upon a time…“ (dies entspricht dem deutschen „Es war einmal…“) ist eine schöne Selbstreferenz auf den leicht märchenhaften Charakter dieses Sets, man kann sich dazu aber natürlich auch die Geschichte ausdenken, dass einer der beiden Bewohner sich im Verfassen phantasievoller Geschichten einen Ausgleich zu den doch eher praktischen Berufen des Schmieds bzw. der Jägerin geschaffen hat.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 9 2

Als sichere Anspielung auf die Jägerin ist hingegen das Bärenfell zu verstehen, das den Schlafbereich schmückt. In einer Truhe finden wir einen Kompass sowie einen Tornister, wie wir ihn seit 1989 kennen, wo er für die imperialen Soldaten der Piraten-Themenwelt eingeführt wurde. Diese beiden Utensilien sind einerseits für die Jägerin praktisch (wenn auch bezweifelt werden darf, dass diese im Mittelalter einen Kompass besessen hätte), können andererseits aber auch als Anspielungen auf die Wanderleidenschaft des Fan-Designers verstanden werden.

Im zehnten Bauabschnitt schließlich vollenden wir den Erker, bauen den ersten Teil des Dachgebälks und außerdem ein Bett mit gesteppter Decke – das war im Mittelalter wohl tatsächlich in Mode, sofern man sich denn überhaupt ein Bett leisten konnte und nicht auf einem Strohsack schlief. Auch hier war es in der Anleitung wieder schwierig, die verschiedenen Farbtöne der Decke zu unterscheiden – hier könnte LEGO bei zukünftigen Anleitungen etwas nachschärfen.

 

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 10 3

Am Bett gefällt mir besonders das Fußende, das wie geschnitzt aussieht. Das Kopfende ist wesentlich einfacher gestaltet, was aber vermutlich daran liegt, dass diese Seite des Daches, wenn es nach dem Willen der Designer geht, in der Regel geschlossen bleiben und stattdessen die andere Seite zum Bespielen des Dachgeschosses geöffnet werden soll. Doch dafür benötigen wir erst einmal ein Dach.

Bauabschnitte 11 – 13

Gesagt, getan – die Bauabschnitte 11 – 13 beschäftigen sich nämlich ausschließlich mit der Dachkonstruktion. Zunächst wird der Dachfirst aufgesetzt. Die 1 x 1 Rundsteine, auf denen dieser ruht, ermöglichen es später den beiden Hälften des Daches, ein wenig in die entstehende Lücke zu „fallen“, sodass die Oberkanten schön bündig mit dem Dachfirst abschließen. Auch die Dachgrate werden in diesem Abschnitt gebaut, sie sind auf beiden Seiten des Daches identisch und werden unten mit jeweils zwei Technic-Achsen mit Stopper befestigt, während sie oben im Giebel nur aufliegen (aber durch die umgebenden Teile sehr gut fixiert werden).

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 11 1

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 11 2

Im nächsten Abschnitt ist dann die nach vorne hin liegende Seite des Schindeldaches an der Reihe. Diese ist komplexer als die Rückseite, da eine Aussparung für den Schornstein vorgehalten werden muss und außerdem auf Höhe der Truhe noch eine Giebelgaube ins Dach integriert wird, damit auch der Schlaf- und Wohnbereich ein wenig Tageslicht erhält.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 12 1

Das Dach wird dabei nur eingelegt, wobei es unten von den sandfarbenen 1 x 2 Panelen gehalten wird und oben in die bereits erwähnte Lücke unterhalb des Dachfirsts „einrastet“. Es ist theoretisch ebenso leicht wieder entnehmbar, praktisch ist dabei allerdings die Dachgaube etwas im Weg und man reißt in der Regel ein bis zwei Schindeln ab.

Einfacher gestaltet sich das auf der gegenüberliegenden Seite, die man in Abschnitt 13 baut. Diese Seite ist sehr ähnlich, allerdings mangels Aussparungen und Gaube etwas einfacher konstruiert als die vorherige und damit auch leichter zum Bespielen des Dachgeschosses entnehmbar. Auf dieser Seite fehlen einige Schindeln und die hölzerne Unterkonstruktion scheint durch, ein nettes Detail, das wohl an den verfalleneren Look des Fanentwurfs erinnern soll. Weniger nett ist jedoch auch hier wieder die Qualität mancher Fliesen. Dass die Röhren auf der Unterseite durch die Oberfläche durchscheinen, daran haben wir uns ja bereits gewöhnt. Bei den am Dach verbauten 1 x 3 Fliesen in verschiedenen Blautönen fiel mir nun jedoch zusätzlich auf, dass all diese Fliesen einen deutlich sichtbaren Angusspunkt auf der Oberseite haben – das geht, finde ich, gar nicht.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 13 1

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 13 2

Doch zurück zum Dach: Auch das finale Modell hat einen wenn schon nicht verfallenen, so doch zumindest „alten“ Look. Das wird durch den bereits angesprochenen Farbverlauf erreicht, der am Dachfirst (der mit Moos bewachsen ist) mit den helleren blauen Schindeln beginnt und dann nach unten langsam dunkler wird, bis in der letzten Reihe die meisten Schindeln schwarz sind. Verschmutzungen würden sich bei einem Dach dieser Form wahrscheinlich wirklich zuerst unten ansetzen, man kann die dunkleren Bauteile also als Verfärbungen interpretieren.

Mir persönlich gefällt diese Optik ausgesprochen gut, ein einfarbiges Dach hätte dagegen doch recht langweilig gewirkt. Auch die Form des Daches mit den beiden unterschiedlichen Winkeln für den oberen und den unteren Teil finde ich sehr gelungen, sie trägt für mich viel zum märchenhaft-verspielten Aussehen der Schmiede bei.

Bauabschnitt 14

Nun ist die Schmiede eigentlich komplett. Bevor wir allerdings einen Blick auf das fertige Gebäude werfen, steht uns noch Bauabschnitt 14 ins Haus. Hier erwarten uns der Ritter und die Schildmaid, und sie haben ihren Einspänner mit Pferd dabei! Das Pferd ist eine Besonderheit, denn es kommt erstmals in sandfarbenem Grundmaterial daher. Auch die beiden Bögen links und Rechts des Kutschbocks, präziser die beiden Brick Arch 1 x 3 x 2 Curved Top (6005) in Reddish Brown, sind besonders, denn sie kamen bisher ausschließlich im letztjährigen LEGO Creator 31109 Piratenschiff vor, obwohl es das Teil in dieser Form bereits seit 1995 gibt.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 14 1

Von diesen und einigen anderen interessanten Teilen abgesehen (ich freue mich z.B. immer über die Kutschräder), bietet der Einspänner nicht viel und ist sehr einfach aufgebaut. Das passt zwar einerseits ins Konzept, denn eine aufwendig gestaltete und verzierte Kutsche hätte hier deplatziert gewirkt, andererseits beschleicht mich das Gefühl, dass auch hier das zur Verfügung stehende Teilebudget bei der Gestaltung ein Wörtchen mitzureden hatte.

Minifiguren und Tiere

Nach diesem letzten Bauabschnitt haben wir nun endlich alle Minifiguren und Tiere beisammen (den Frosch lasse ich dabei einmal außen vor), und wir können in Ruhe einen ausführlichen Blick auf sie werfen.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Minifiguren Und Tiere

Die Torsi und Beine der Ritter sind identisch und den Falkenrittern (bzw. in Deutschland einfach nur „Rittern“) der späten 80er-Jahre nachempfunden, aber natürlich detailreicher als damals. Besonders gut gefallen mir die angedeuteten Kettenhemden. Die Figuren haben leider beide keine Wendegesichter, und auch über eine Rückkehr der einteiligen Hellebarden von früher hätte ich mich sehr gefreut, mit der gebauten Variante kann ich aber ebenfalls leben. Schön ist, dass beide einen bedruckten Schild spendiert bekommen haben (wobei die Schildmaid zum Zeitpunkt der Aufnahme den ihren in der Kutsche vergessen hatte…).

Der Schmied ist mit langem Haar, Vollbart und Lederschürze sehr stimmig gestaltet, ebenso wie die Jägerin, die allerdings weder einen neuen Torso noch neue Beine hat, da beide schon in der 21322 Pirate Bay bzw. bei den 21320 Dino-Fossilien vorkamen. Ihre Gesamtgestaltung erinnert ein wenig an die Forestmen und damit an ein weiteres Burgenthema der späten 80er- und frühen 90er-Jahre. Beide Minifiguren haben Wendegesichter, die ich sehr passend und witzig gestaltet finde, wenn man auch beim Schmied aufgrund seiner Behaartheit leider wenig davon sieht.

Das fertige Modell

Nun steht sie also vor uns, die fertige LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede! Sollte ich sie in einem Wort beschreiben, so würde dieses lauten: Wunderschön. Wenn vier Worte erlaubt wären, so lautete meine Bewertung: Wunderschön mit kleinen Schwächen. Das Gesamtbild finde ich extrem stimmig und es lädt mich sofort zum Träumen ein. Sieht man genauer hin, so entdeckt man z.B. am Dach einige Lücken, die sich bestimmt besser hätten schließen lassen, auch bleibe ich dabei, dass die Rückseite des Gebäudes einige zusätzliche Details hätte vertragen können und dass die Kutsche etwas langweiliger ist, als sie es hätte sein müssen. Aber das ist wirklich Meckern auf sehr hohem Niveau.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Bauabschnitt 14 5

Bevor ich zu meinem abschließenden Fazit komme, möchte ich noch kurz auf einige Vergleiche eingehen, die euch hoffentlich helfen werden, die Qualität und den Wert des Sets besser einordnen zu können.

Vergleich mit dem Fanentwurf

Als erstes gebietet es sich natürlich, das finale Modell mit dem Fanentwurf zu vergleichen. Der ursprüngliche Entwurf zu diesem Ideas-Set gefiel mir ebenfalls sehr – ich stimme nicht oft auf LEGO Ideas ab, aber für diesen Entwurf tat ich es. Im finalen Set haben die LEGO Designer zwar viele Details verändert (am augenscheinlichsten das Dach), jedoch auch einige Verbesserungen vorgenommen – so ist z.B. ein komplett bespielbares Dachgeschoss hinzugekommen, das ursprünglich nicht vorgesehen war. Diese Entscheidung dürfte auch einer der Hauptgründe für die veränderte Dachkonstruktion gewesen sein, denn das Dach in Clemens‘ Entwurf war wesentlich filigraner und hätte sich wohl kaum so leicht einsetzen und wieder abheben lassen, ohne dass permanent Teile abgefallen wären. Persönlich begrüße ich die Umgestaltung des Daches inzwischen (nachdem sie mich zunächst irritiert hatte), denn mir gefällt die Schindeloptik mit dem Farbverlauf.

Insgesamt ist das finale Set deutlich fröhlicher gestaltet als der Entwurf, was teilweise daran liegt, dass dessen Bilder leicht entsättigt waren, aber auch an der Verwendung anderer Farben durch die LEGO Designer. So war z.B. der Garten im Entwurf in herbstlicheren Tönen gehalten, während hier frisches Grün dominiert. Nachfolgend seht ihr den farbkorrigierten Fanentwurf im Vergleich mit dem finalen Modell als Slider:

LEGO 21325 Vergleich Ideas 1 NeuLEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Vergleich Slider

Die Fachwerk-Bauweise, die im Entwurf nur für einen Teil der oberen Stockwerke vorgesehen war, wurde von den LEGO Designern auf die andere Seite der Schmiede ausgeweitet. Auch hierdurch wirkt das Modell freundlicher als im Entwurf, da es nun mehr helle Wände besitzt. Nach Aussage der LEGO Designer wurden jedoch nicht alle helleren Farben aus freien Stücken gewählt. So plante Wes zunächst, die Holzelemente wie im Entwurf in Dark Brown  statt Reddish Brown umzusetzen, jedoch waren zu viele der benötigten Elemente nicht in dieser Farbe verfügbar, was schließlich zum helleren Holzton führte. Dasselbe galt für die Pflanzenteile in Herbsttönen.

LEGO 21325 Vergleich Ideas 3LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Vergleich Slider 2

Wie man zu diesen finanziell motivierten Entscheidungen steht, muss jeder selbst beurteilen, jedoch ist es leider eine Tatsache, dass solche Überlegungen bei allen Unternehmen eine nicht unwesentliche Rolle spielen (müssen). Aus diesem Grund hat es auch die Ziege, die im Entwurf vorkam, nicht ins finale Set geschafft, denn hierfür existierte keine Form mehr und eine neue zu produzieren, gab das Budget nicht her.

Der Garten wurde deutlich verkleinert (wohingegen die Häuser nahezu gleich groß sind). Das spart zwar einerseits für diejenigen, die das Set nur für die Vitrine aufbauen, Stellfläche und Kosten, da die im Entwurf vorgesehenen großen Formteile weggefallen sind. Andererseits hat LEGO hier die Chance verstreichen lassen, das Set durch einen hübsch angelegten Garten – eventuell mit Nutztieren – noch weiter aufzuwerten, auch wenn es dadurch ein paar Euro mehr gekostet hätte.

Trotz aller Änderungen ist der Fanentwurf im finalen Modell noch immer sofort erkennbar und die Idee, um die es ja bei LEGO Ideas letztlich geht, wurde sehr gut eingefangen. Ich für meinen Teil mag die fröhliche Gestaltung mehr als die düstere Stimmung des Entwurfs, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Vergleich mit dem Alten Angelladen

Der nächste Vergleich, der sich geradezu aufdrängt, ist der mit dem LEGO Ideas 21310 Alter Angelladen von 2017. Denn schließlich kostete das Set damals ebenfalls 149,99 Euro, stellt auch ein Gebäude dar und hatte nur 115 Teile weniger – trotzdem wirkte die Mittelalterliche Schmiede auf den Produktfotos immer so, als sei sie kleiner als der Angelladen. Ich habe deshalb mal beide Modelle nebeneinander gestellt und gemeinsam fotografiert, um zu überprüfen, ob dieser Eindruck trügt.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Vergleich Angelladen 1

Auch direkt gegenübergestellt fällt mir die Entscheidung schwer. Die Schmiede wirkt eventuell tatsächlich etwas kleiner, auch wenn der Vergleich aufgrund der sehr unterschiedlichen Formen schwierig ist. Ich habe deshalb beide Modelle gewogen, und siehe da: Der Alte Angelladen bringt ca. 1780 Gramm auf die Waage, die Mittelalterliche Schmiede (inkl. Kutsche) hingegen nur 1580 Gramm. Der Preis pro Gramm für die Schmiede beträgt also 9,5 Cent und ist damit mehr als 12% höher als beim Alten Angelladen, der zudem noch eine Baseplate enthielt.

Rein nach dieser Betrachtungsweise bietet die Mittelalterliche Schmiede also „weniger Kunststoff fürs Geld“, obwohl die Teilezahl höher ist. Mir persönlich ist das nicht so wichtig, wenn das Gesamtmodell zu überzeugen weiß, außerdem empfinde ich den Spielwert der Schmiede als höher, weil man besser an die Inneneinreichtung heran kommt als beim Angelladen, der doch sehr eng war. Welche Argumente letztlich den Ausschlag für oder gegen eine Kaufentscheidung geben, beurteilt jeder anders, ich finde jedoch, beide Modelle haben gemessen an Optik, Bauspaß und Spielwert in Summe ein vergleichbar gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Früher war nicht alles besser

Werfen wir zu guter Letzt noch einmal einen Blick in die Anleitung, denn diese bietet eine weitere interessante Gegenüberstellung: Die LEGO 21325 Mittelalterliche Schmiede ist nämlich mitnichten das erste Set zu diesem Thema bei LEGO, und hier sehen wir den direkten Vergleich mit ihren Vorgängern.

LEGO Ideas 21325 Mittelalterliche Schmiede Anleitung Historie

Ich finde, der Vergleich (der natürlich in Anbetracht der Preisregion nicht ganz fair ist) zeigt sehr anschaulich, wie sehr sich LEGO gerade in den letzten Jahren weiterentwickelt hat, was Bautechniken und Detailgrad der Sets anbelangt. Er wirft aber auch eine interessante Frage auf: Sollte es wirklich das von vielen herbeigesehnte Ritter-Revival bei LEGO geben, also eine ganze Spielwelt zu diesem Thema erscheinen, was wäre dann unsere Erwartungshaltung daran? Würden wir uns auch heute noch mit wenig detaillierten Spielsets zufrieden geben, die nur aus wenigen Teilen bestehen, und sie trotzdem so schön finden wie die, an die wir uns aus Kindertagen erinnern?

Fazit

Um es kurz zu machen: Ich bin begeistert. Ich finde die Mittelalterliche Schmiede wunderschön, fröhlich, bunt (ohne dass es stört) und sie regt jedes Mal meine Phatasie an, wenn ich sie betrachte. Der Aufbau war sehr abwechslungsreich, viel mehr als bei den meisten anderen Gebäuden von LEGO, die ich bisher gebaut habe. Für mich rangiert die Schmiede in Sachen Bauspaß auf Augenhöhe mit der Pirate Bay, und das ist das größte Lob, das ich einem Set aussprechen kann. Ich habe für den Aufbau insgesamt gute vier Stunden benötigt und keine Sekunde davon war langweilig – außer vielleicht das Begrünen des Apfelbaums, das für meinen Geschmack zu viele Wiederholungen enthielt.

Das Set hat natürlich auch seine Schattenseiten. Der Maßstab der Inneneinrichtung und der Außentreppe passt nicht so recht zu den Minifiguren, die Tür zum Wohnbereich ist etwas merkwürdig konstruiert und die Farben in der Anleitung sind mitunter schwierig zu unterscheiden. Doch all das sind für mich vernachlässigbare Kritikpunkte. Mehr gestört hat mich die mangelnde Qualität mancher Fliesen, die zwar bei diesem Modell optisch nicht allzu stark ins Gewicht fällt, aber generell ein bedenklicher Trend ist, den LEGO schnellstens stoppen sollte.

Ob das Set auch diejenigen begeistern kann, die mit ganzem Herzen an den alten Rittersets der 80er- und 90er-Jahre hängen, vermag ich nicht zu beurteilen. Schließlich sind Maßstab und Detailgrad in keiner Weise mit den früheren Sets vergleichbar, nur mittels der Anspielungen durch Minifiguren und Zubehör wird ein Zusammenhang hergestellt. Für sich alleine genommen ist die Schmiede aber auf jeden Fall ein Schmuckstück, das meines Erachtens von der Überarbeitung durch die LEGO Designer noch einmal sehr profitiert hat, obwohl schon der Fanentwurf großartig war.

Die Kirsche auf der Sahnehaube ist für mich die Bespielbarkeit: Die beleuchtete Essse ist die wohl beste Verwendung, die ein Leuchtstein bei LEGO jemals gefunden hat, die Inneneinrichtung weiß zu gefallen und ist super erreich- und damit bespielbar. Auch ausreichend Minifiguren, Tiere und Zubehör sind vorhanden, sodass das Set nicht nur ein reines Vitrinen-, sondern auch ein sehr schönes Spielmodell geworden ist – auch wenn mehr natürlich besser gewesen wäre. Ich bin in Summe sehr zufrieden und erfreue mich jeden Tag an meiner Schmiede – und ist es nicht das, worum es bei einem Hobby wie dem unseren geht?

(LEGO AT | LEGO CH | LEGO NL | LEGO USA | LEGO UK | LEGO CA)

Übrigens: Wenn ihr hören (und sehen) wollt, was Lukas und das „Bau-Dreamteam“ aus fünf weiteren bekannten Gesichtern der LEGO Szene zur Schmiede zu sagen haben, so sei euch der zweiteilige Aufbau-Livestream auf dem Youtube-Kanal der Klemmbausteinlyrik empfohlen. Ihr findet den ersten Teil hier und den zweiten Teil hier.

Jetzt ist eure Meinung gefragt: Begeistert euch die LEGO 21325 Mittelalterliche Schmiede genauso wie mich, oder hattet ihr euch etwas anderes gewünscht? Welche Details findet ihr besonders spannend? Findet ihr das Preis-Leistungsverhältnis im Vergleich zu anderen Sets angemessen? Möchtet ihr noch etwas ergänzen, das ich im Review vergessen habe? Wir freuen uns auf euer Feedback in den Kommentaren!

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Über Jens Herwig 85 Artikel
Mag verzerrte Gitarren, LEGO und Enten. Wollte so sein wie MacGyver, ist aber nur Physiker geworden. Erweckung aus den Dark Ages durch den Technic Unimog. Liebt alte Sets und hat ein Aquazone-Diorama im Wohnzimmer stehen.

68 Kommentare

  1. Ich finde die Schmiede auch sehr schön und der Bau hat wahnsinnig Spaß gemacht. Selbst meine Frau ist begeistert und die hat mit LEGO eher wenig am Hut! 🙂

  2. Hallo, Jens, vielen Dank für den tollen Überblick über das Set und vor allem für den Vergleich mit dem Alten Angelladen. Ich habe mit Rittern wenig am Hut, mich interessiert das Haus, am liebsten hätte ich es neben einem Modular gesehen. Ich finde es toll gemacht, würde es jedenfalls auf eine 32 er Bauplatte setzen und dann mal die Umgebung überarbeiten. Ich finde das Set wirklich sehr gelungen, überlege aber nach wie vor, ob ich es kaufe oder nicht, kaufe oder nicht, kaufe oder nicht…

    • Viel Platz ist da außen allerdings nicht…
      Nach links hast du 7 Noppen (den Baum nicht mitgerechnet; der Bereich deckt die voll ab) und nach vorne sind es 10 (5 im Bereich des Amboss).
      Bei einem Modular sind idr. hinten 6 leer und vorne 6 Gehweg.

  3. Danke fürs Review.

    Hast du den „Wagen“ mitgewogen?

    So nebeneinandergestellt hätte ich trotzdem lieber den Originalentwurf . ist halt ein wenig „verspielter“ – und eine Ziege hätte sein müssen 😉

    Ich habe ja die 6098 und 6098 + kleinsets – da bin ich stark in Versuchung mir eine kleine Ritterwelt aufzubauen (hab auch noch 2 „ninja“ Sets von vor 2000).

    Obwohl gegen die Schmiede „Stinken“ die alten Sets ab… – Mal sehen was die 3-1 Burg (Gerücht???!) hergibt.

    Swerge, Drolle und Orggs wären auch nett 😉

  4. Hallo Jens,
    du hast einen Super-Artikel geschrieben, hat mir sehr gut gefallen.
    Ich war in meiner Kindheit ein riesiger Fan der Ritterthemen, von daher gefällt mir die Schmiede sehr. Trotzdem fällt mir, beim direkten Vergleich mit meinen alten Sachen, die glücklicherweise im Kinderzimmer noch Verwendung finden, immer wieder auf, dass sich die neuen und alten Sets nur bedingt zum kombinieren eignen (die Sicht eines Erwachsenen). Das liegt logischer Weise sehr stark an den Verbesserungen im Design und an zweiter Stelle an den Farben. Vielleicht bin ich auch ein zu großer Purist, aber von daher weiß ich immer nicht so genau, ob ich mich auf neue Ritter-Sets sehr freuen würde, oder eben zu stark mit meinen Erinnerungen und alten Sachen vergleichen würde.
    Beste Grüße

  5. Zum Absatz „ Früher war nicht alles besser“
    Man mus zu der Frage sagen durch welche Brille man es betrachtet. Für meine Kinder wäre auch noch heute das 1984 oder 2011er Set cool. Es ist einfach, man kommt gleich zum Spielen, nix Kleinteiliges (das leicht abbricht) und man kann seine Fantasie walten lassen.
    In Zügen das 2002er und das aktuelle Set ist für erwachsenes Publikum ausgelegt. Alleine der Baum würde keine 2 Minuten überleben und auch sind viele Wege der Fantasie bereits vorgegeben.
    Daher glaube ich das eine „kindliche“ Ritter-Reihe sehr gut passen würde. Erwachsene würden sie sicher auch kaufen und dementsprechend mocen oder erweitern.

  6. Danke für die tolle Review, die genauso schön zu lesen, wie die Schmiede zu bauen war. Wirklich toll!
    Ich hatte auch sehr viel Spaß beim bauen. Als alter Ritterfan hatte ich mich sehr auf die Schmiede gefreut und wurde nicht enttäuscht 🙂

  7. Ich habe mir immer wieder die Produktbilder von Lego als auch diverse Reviews angesehen, aber der Funke will bei mir nicht überspringen.

    Einerseits ist mir die Schmiede zu bunt, andererseits kann ich mich mit verwendeten Formen (z.B. Stamm des Apfelbaums und besonders den Nexo-Knights Schindeln) nicht anfreunden. Das Argument mit dem filigranen Dach verstehe ich nicht, denn es gibt ja ohnehin die Unterkonstruktion aus stabilen Platten.

    Bei einem Spielset für Kinder wäre das alles ja ok, aber sowohl beim Preis als auch als 18+ Set passt das nicht zusammen.

    Extrem schade finde ich, dass Lego die Teile für das Fachwerk nicht in dark brown und auch nicht die Pflanzen in Herbstfarben herstellen wollte. Es gibt immer wieder Teile in neuen Farben und auch neue Spezialformen (siehe z.B. Friends) wo das möglich ist, und solche Basisteile hätte man auch in späteren Sets immer wieder verwenden können.

    In Summe bleibt für mich ein nettes Set, das nicht unter den ersten Sets meiner Wunschliste steht, aber bei einem guten Angebot vielleicht gekauft und nach dem ersten Aufbau wahrscheinlich modifiziert wird.

  8. Ich gebe zu, ich habe mich ausser den Artikeln hier auf der Seite nicht mit den Set beschäftigt, aber der Größenvergleich mit dem Angelladen überrascht mich sehr. Habe die Schmiede deutlich kleiner eingeschätzt.
    Sehr gutes Review

    • Ich habe mich darüber schon mal in den Kommentaren unterhalten. Welchen Unterschied meinst du? Laut Bricklink gibt es auch verschiedene Varianten vom Falkenschild, u.a. mit blauem Rand.

  9. Ich hab mir die Schmiede genau wie letztes Jahr die Baracuda Bay dirkt zum Release bestellt. Des Review kann ich super nachvollziehen. Der Aufbau war sehr spassig und überhaupt nicht langweilig.
    Ich bin ein riesen Fan der alten Piraten und Ritter – das war eben genau meine Kindheit. Lego hat diese Nostalgiekiste damit super getroffen. Natürlich ist die Baracuda Bay hier einfach noch ein Stück aufregender jedoch bieten beide Sets sehr schöne Details und die Designer haben sich bei jeder Ecke etwas gedacht.
    Als Kind wäre ich komplett durchgedreht. Aber man muss auch ehrlich sein, für Kinder ist das Detailreichtum und diese vielen vielen Spezialteile einfach nicht gut. Ich kann mit zuvielen unterschiedlichen Teilen als Kind nicht so richtig kreativ aggieren und die Kleinteile verschwinden zu schnell. Daher ist eine kindgerechte Ritterwelt hier für Lego sicher sinnvoller. Mit viel Geschick könnte man aber tatsächlich damit Kinder und Erwachsende erreichen.

    Die Einfachheit der alten Ritter und Piratensets würde auch heute so funktionieren, da bei Kindern sowieso sehr viel in der Fantasie abläuft und man bei vielen Gleichteilen sehr schnell eigene Umsetzungen schaffen kann. Ich hab meinen Sohn (gebraucht über Kleinanzeigen) die 7946 von 2010 gekauft als er 6 Jahr wurde. Diese Burg hat schon einen guten Kompromiss wie ich finde und ich wünsche mir ähnlich der Kingdoms Reihe hier neue Sets.

  10. Wie ich an deiner Animation sehen kann trägst du auch Handschuhe für den Aufbau.
    Ich möchte dir allerdings ESD-Handschuhe mit gummierten Fingern ans Herz legen da diese nicht fusseln wie diese Baumwolldinger und zweitens antistatisch sind damit verhinderst du das sich das Legomodell statisch auflädt und airborne Partikel anziehst.
    Zum Beispiel die hier: uvex phynomic airLite A ESD

    Das gleiche gilt übrigens beim Abstauben. Immer einen antistatischen Pinsel verwenden.
    Tamiya hat da einen

    P.S: Deine Review ist echt knorke!

      • Äh, blöde Frage, aber warum sind manche deiner Kommentare blau hinterlegt und manche nicht? Ich dachte erst, dass wäre ein neues Feature, um Kommentare der Belegschaft, bzw. des Autors, hervorzuheben, aber dieser hier sieht wiederum normal aus.

        • Wir experimentieren damit gerade ein wenig herum, es tut aber noch nicht ganz so, wie wir wollen.

          Ja, es geht darum, die Kommentare des StoneWars Teams optisch ein wenig hervorzuheben, z.B. falls unter einem Artikel eine Diskussion moderiert werden muss, dies aber nicht durch den Autor selbst geschieht. Es wissen ja nicht alle Leser aus dem Effeff, warum z.B. ich mir plötzlich herausnehme, unter einem Artikel von Lukas den Moderator zu spielen. 😉

  11. Neben den Angelladen sieht sie ziemlich massig aus, aber es ist weniger drumherum. Insgesamt mag ich die Schmieder lieber, weil sie meine Phantasie mehr anregt als ein Angelladen. Mit Angeln hab ich nix am Hut, mit Mittelalter deutlich mehr.

    Was man vielleicht noch mit berechnen könnte, ist, dass der Angelladen heute inflationsbereinigt 158 Euro kosten würde. Ob diese 8 Euro was ausmachen im Gewicht-Preis-Verhältnis weiß ich nicht, aber ich habe auch den Eindruck, dass die Sets vergleichbar sind.

  12. Ganz nett. Was mich aber stört ist das die Öffnung der Esse im Freien st. Man stelle sich vor es regnet und stürmt, oder es schneit. Da gehört zumindest ein Schuppen hin.

    • Sie ist auch von innen benutzbar (nur für den Blasebalg müsst der Schmied dann raus), aber ich merke gerade, dass das auf den Bildern nicht richtig rüberkommt. Irgendwas ist eben immer. 😅

      • Finde es echt einen super Einfall, dass es innen und außen je einen Amboss mit Zugang zur Esse gibt, weil sich dadurch auch im geschlossenen Zustand die Schmiede erzählt und trotzdem zugleich ein „realistischer“ innerer Werkraum geschaffen wird.

  13. Dem Review kann ich mich voll und ganz anschließen – es ist ein wunderschönes Set. Vergleich mit Fanentwürfen ist Äpfel mit Birnen oder Filme mit Büchern zu vergleichen 😉

    Was mir aber auch unangenehm aufgefallen ist, war die Farbdarstellung in der Anleitung wo ich letztlich die PDF zu Rate gezogen habe weil ich an einer Stelle nicht mehr weiter wusste. Das andere war die teilweise wirklich schlechte Steinqualität die teilweise Xingbao unterboten hat. Deutliche Gussspuren die sich nicht verbergen lassen und fehlende Klemmkraft. Ein Stein lies mich aber wirklich verzweifeln lies: einer der schwarzen Stein für den Türgriff hatte ich falsch angebracht und lies sich danach weder normal entfernen noch drehen! Erst mit einer Zange und deutlichen Spuren lies ersichtlich nach starker Gewalt entfernen. Ich hoffe das dieser Abwärtstrend irgendwann wieder umgedreht wird. Denn sonst kann auch ein so schönes Set wie dieses nicht mehr die Mängel verdrängen.

    • Reklamieren!
      Wenn du solche Probleme vorfindest ruf direkt den Kundenservice und schildere deine Probleme. Biete an das du auch Bilder schicken kannst oder das gesamte Set zur Ansicht gegen eine Ersatzlieferung.
      Bestehe aber auf jedenfall auf eine Nachbesserung oder Nachlieferung.
      Nur wenn wir Lego diese Probleme anzeigen wissen die davon und können Analysen betreiben.

      • Grundsätzlich hast du Recht. Aber mir ist ehrlich gesagt die Zeit und Nerven zu schade für sowas und will mich nicht ärgern. Hatte in letzter Zeit allerdings häufiger Mängel, einmal sogar ein eindeutiges Ausschussteil. Sowas kommt nicht von ungefähr, sondern dadurch das man halt spart oder den Output erhöht bzw. beides, was ab einem gewissen Punkt zwangsläufig zu Qualitätsminderungen führt. Deswegen glaub ich auch nicht die Aussagen das man davon überrascht ist etc. Wenn der Punkt erreicht ist das die Qualität zu schlecht ist, kauf ich es halt nicht mehr.

      • Die Argumentation, dass es ohne melden auch niemand merkt und man ihnen „Dampf machen“ muss, mag schon praktisch stimmen, aber ich bin eben auch nicht die Qualitätskontrolle der Firma. Dafür werden Leute bezahlt, damit ich es eben nicht prüfen bzw. darunter leiden muss. Ich tue mich auch mit einem simplen 2 Minuten Anruf bei sowas extrem schwer, ganz zu schweigen vom Einsenden von Bildern oder ganzen Sets. Da kann der Kundendienst noch so nett sein und mir das Teil in 10-facher Ausführung zuschicken, es ist einfach Stress und Aufwand, den ich nicht brauche, egal wie schnell oder einfach das gehen mag. Ich weiß, man tut dem Rest der Welt und sich selbst keinen gefallen damit, wenn man es wegschweigt und den Frust einfach in sich frisst bzw. sich das Produkt abgewöhnt, aber das liegt schlicht nicht in meiner Verantwortung. Sie SOLLTEN auch ohne Kundenbeschwerden von generellen Mängeln wissen.

        Das nur als genrelle Anmerkung. Mir ging es selbst bei LEGO glücklicherweise noch nicht so, aber ich kaufe auch nicht tausend Sets im Monat.

        • Ich verstehe die Argumentation und verstehe den Frust.
          ABER und das will ich hier definitiv nochmal hervorheben, wenn ich irgendetwas bei Lego bemängelt habe dann wurde, im Gegensatz zu allen anderen Herstellern von Egal was für Teilen, nicht mit mir diskutiert, warum, wieso, weshalb.
          2-3 Wochen später kamen die Ersatzteile.
          Und das auch wenn ich nur gesagt habe das ich bei richtigem Lichteinfall eine Farbabweichung sehe.
          Versuch das mal bei irgendeinem Hersteller! Da hast du immer, machen Sie bitte Fotos hier, schicken sie die Teile bitte dahin, am besten noch auf eigene Kosten…
          Bei Lego: Eine E-Mail: Set XYZ gekauft, dann und dann, folgende Teile haben einen Fehler …..,
          2 Wochen später Ersatzteil da.

          Was aber die aktuell „schlechter“ werdende Qualität angeht, denke ich persönlich, das es auch einfach mit der aktuellen Pandemie Situation zu tun hat. Ich glaube es wird gerade zu schnell, zu viel, zu unkontrolliert produziert. Um die aktuelle Nachfrage irgendwie halbwegs bewältigt zu bekommen.
          Vielleicht sind aufgrund dessen sogar externe Werke mit an Bord geholt worden.

          Vielleicht ist das natürlich alles auch quatsch was ich mir da überlege und Lego wird einfach sowieso immer viel viel schlechter und ich hab hier eine Fanboy Brille auf, die die Wahrheit einfach nicht sehen will…
          Trotzdem bin ich mega glücklich mit der Schmiede und das kann mir keiner mit „Lego wird schlechter“ nehmen… Jedes Mal wenn ich von meinem Schreibtisch rüber gucke muss ich schmunzeln und würde am liebsten aufstehen, den Light Brick drücken und ein „Zischhh“ Geräusch machen… schlimm ich hab 2 Kinder…. und führ mich auf als wär ich selber eins…

          • Bei fehlenden oder „kaputten“ Steinen habe ich bisher auch nur gute Erfahrungen bei Lego gemacht. Ohne Umschweife wurde Ersatz geschickt.

            Hinsichtlich der Meldung von Mängeln an Lego würde ich es immer machen. Arbeite selbst in der Qualitätssicherung und ein Blick von außen führt bei manchem Betrieb zu einer neuen Erkenntnis. Die interne QS von Lego könnte langsam „betriebsblind“ werden (auch wenn ich diesen Ausdruck nicht mag). Dem kann man nur mit (netter) Sensibilisierung vorbeugen 😉

            Die Review von Jens fand ich super, sehr detailliert. Eigentlich war die Schmiede nicht so auf meinem Wunschzettel, aber die ganzen kleinen Details machen mich da vielleicht doch noch schwach…

  14. Gutes Review, danke!

    Ich frag mich immer wie sehr die Kosten einer Gussform für Tiere wirklich so ein großer Faktor bei diesen Sets sein können?
    Die LEGO Minifigur-Serien beinhalten ja auch oft exklusive Teile/Tiere (siehe die Meeresschildkröte, Flamingo und Co.) für ein paar Euro.

    Das Set 60267 (Safariwagen) beinhaltet auch als Einziges diese Löwin, soviel ich weiß. Gut, hier bekommen wir vielleicht in der Wildlife Serie im Sommer dann mehr zu sehen.

    Aber man wird doch die Gussform einer bereits designten Ziege wieder aufleben lassen können, ohne sich komplett in Unkosten stürzen zu müssen…
    Wenn LEGO die Tiere einfach mal wieder öfter nutzen würde, wäre das wohl schnell herinnen.

    • Ich finde das auch sehr schade, aber die genauen Regeln, die bei LEGO bezüglich neuer Formen gelten, werden wir wohl leider nie erfahren. Ich denke, da spielt unter anderem die Auflage eine wichtige Rolle und ob die neuen Formen ein „Hauptargument“ für den Verkauf sind wie z.B. bei den Minifiguren. Aber so richtig kann man sich das mit gesundem Menschenverstand nicht immer erklären.

      Die Löwin gab es allerdings in dieser Form (nur in verschiedenen Farben) schon seit einigen Jahren immer mal wieder.

      • Verbuddelt Lego die alten Formen denn noch immer? In einer Reportage (weiß leider nicht mehr welche) war mal davon die Rede, dass die die alten Gussformen bei Neubauten ins Fundament einbetonieren…

  15. wird wohl irgendwann zu mir finden – das sozusagen der Angelladen 2.0 (wobei nichts je den Verkaufsraum toppen wird können), würde mich eh nur ärgern wenn ich ihn dann erst nach Auslistung kaufen wollte …

    Was mich immer noch stört ist das Moos auf dem Dach, und jetzt weiß ich auch warum: das ist oben am Giebel, auf beiden Seiten des Daches. Moos wächst nordseitig und tendenziell bodennah, wo es feucht(er) bleibt –> das muss auf eine Seite und nach unten zu den beschädigten Ziegeln, dann passt das 🙂

    Der Garten hätte durchaus ein klein wenig größer (und höher) sein dürfen damit das Set nicht so kopflastig (und klein) wirkt, wenn auch nicht so groß wie im Original.

    Preis: ist für mich im Rahmen … ich kaufe einen Entwurf der mir gefällt, und die Zutaten die ich brauche um ihn zu bauen. Die Entwurfsleistung ist im Vergleich zum Angelladen die selbe, also darf es auch so viel kosten, Teilezahl oder Plastikmasse ist mir da egal. (nachdem das Plastik ja ohnehin praktisch nichts kostet, wenn man so den Kritikern zuhört, spart Lego da auch nichts wenn sie etwas weniger Gewicht verkaufen … und es ist ja tatsächlich so: alles andere im Entstehungsprozess ist teurer als das verwendete Plastik-Rohmaterial).

  16. Vielen Dank für das ausführliche Review, darauf hatte ich mich gefreut und ihr habt echt abgeliefert. Die Schmiede weiß zu begeistern, auch wenn ich den Fanentwurf um Welten besser finde. Der Entwurf ist feiner, detailreicher und farblich realistischer. Was mir am Lego-Modell gefällt ist die tolle Inneneinrichtung, der Leuchtstein-Einsatz und die Umsetzung des Fachwerks. Der Bau scheint interessant zu sein und Spaß zu machen. Mir hat es die Entscheidung leichter gemacht.

  17. Ich freu mich total auf das Set! Und ja wenn eine Castle Reihe wiederkommt will ich Spielsets und keine Afol Sets, so wie die Nasa Sets bei City.

  18. Ich habe das Set gerade fertig gebaut und finde auch, dass die Designer hier ein superschönes Haus entworfen haben. Zur schlechteren Qualität einiger Steine kann ich nichts beitragen. Bei mir war die Qualität durchgehend super, sowohl die Farben untereinander als auch die Klemmkraft ist bei meinem Model 1A. Auch die Druckqualität der Abbildungen fand ich, ganz subjektiv gesehen, gut und verständlich und ich hab das Modell auch unter relativ dunklen Lichtverhältnissen zusammengebaut. Auch das Dach sieht im fertigen Zustand super aus, aber wie gesagt -> subjektiv 😀

  19. Tja, was soll man zu diesem Set sagen…
    Ich habe es im Build-Together Zoom mit einem Freund gebaut.
    Tja, also auch wenn hier vielleicht einige Mir an die Gurgel gehen, aber was Bauspass angeht, stinkt daneben selbst die Barracuda sowas von dermaßen ab…
    Für mich ist diese Schmiede ein der besten Lego Sets die ich jemals gebaut habe.
    Das einzige was da so im Vergleich der letzten Jahre rankommt sind die Ninjago City und ggf noch die Ninjago City Docks.
    Ich finde auch die Dachfarben völlig OK, das ist nicht so „knallig“ wie das auf den Bilder erscheint. Klar es ist viel „fröhlicher“ als der Original Entwurf, was mir persönlich aber viel besser gefällt.
    Den absolut einzigen Kritikpunkt den ich habe ist der Apfelbaum, das war schon bissl krampfig beim Bau, dafür ist er aber Hübsch geworden.

  20. Also zur Steinequalität (generell bei Lego) kann ich nicht wirklich etwas negatives sagen. Auch Fehlteile hatte ich nur selten – bei jeder Reklamation hab ich aber „mehr“ als das Fehlende erhalten. reklamieren zahlt sich also aus 😉

    Ich bin aber derzeit mit dem Kauf noch zurückhaltend (im Gegensatz zur BAY)

    wegen 1.) Preis (bei 130 Hätt ich sofort zugeschlagen – 150 sind schon viel – waren auch für den Angelladen mmn zu viel). Es mag Gründe geben warum die Dänen so viel teurer sind als die Asiaten (Die Polen sind schon bei dänischen Preisen angekommen, die Asiaten nähern sich gefühlt aber auch schon langsam ;)). Nicht falsch verstehen, in der LEGO Welt ist der Preis gut, aber trotzdem fragt man sich manchmal…

    2.) Passt nicht in (m)eine (moderne) Stadt – Mal sehen, ob ich nicht irgendwann in eine gemischte Ritter/Piraten/Fantasywelt „eintauche“ (wird auch vom kommenden (?) 3-1 Castle abhängen

    3.) Es holt mich nicht ab – mir sind die Wände zu „clean“ gegenüber dem Original – Dächer gefallen mir beide nicht 100%-ig 😉

    Obwohl es schon Details gibt die mir im LEGO Entwurf besser gefallen (Türen; Esse, …)

    Trotzdem mmn eines der besten (Preis/Leistung) Mittelaltersets am Markt

  21. Sehr schönes Review.
    Ich frage mich warum das Set immer mit dem alten Angelladen verglichen werden muss, es ist einfach kein Angelladen, der ist doch was völlig anderes.
    Der Vergleich zu den alten Rittersets finde ich da passender und hier ist schon richtig festgestellt worden, dass hier große Unterschiede sind.
    Allerdings sind die alten Rittersetz ja eher simple Kastenbauweise gewesen und haben ohne nostalgische Betrachtungsweise einige Schwächen.
    Außerdem hält sich der ursprüngliche Designer ja gar nicht daran, weshalb die Schmiede eine vollkommen eigene Kategorie ist.
    Generell finde ich zivile Mittelaltergebäude toll und hätte gerne mehr davon. Die Kritik von einigen, die Schmiede sieht nicht mittelalterlich genug aus finde ich eigenartig. Im Hochmittelalter war nicht alles verfallen und schrottig, wer reich war der hatte auch sehr schöne Handwerkskunst und teure Materialien. Und unser Schmied scheint ein sehr guter zu sein, denn sein Haus sieht wirklich sehr prächtig aus. Wahrscheinlich ist er der Hofschmied des Königs gewesen.
    Schade finde ich, dass nur 4 Minifiguren dabei sind, der Schmied hätte ruhig noch eine größere Familie erhalten können.

  22. Ich finde das Set recht gut, habe ihm aber ein paar neue Elemente angedeihen lassen wie einen Türsturz, um die Lücke zu füllen bzw. die untere Tür erhöht.
    Zudem habe ich einen zusätzlichen Balken im Wohnbereich angebracht und dort mit reversed building einen Konblauchzopf, Kräuter, Blumengirlanden und einen Korb in Deckenhöhe eingezogen.
    Seitdem ich mit anderen Sets von Alternativen arbeite, gehe ich nicht mehr 100%ig nach Anleitung vor, sondern ändere Kleinigkeiten ab.

    Eine Sache habe ich anzumeckern: Angusspunkte. Die beigelegten 1×1 schwarzen plate modiefied mit clamp hatten keine Angusspunkte, sondern riesige Angussflecken an der Seite, da ist eine mit dem Brotmesser lang, so wie es aussah. Und zwar alle.
    Das war wirklich schon etwas, dass den Begriff Lepin-Qualität verdient. Habe sie mit alten Elementen in meiner Sammlung verglichen. Diese waren perfekt und sind erst wenige Jahre alt. Habe sie dort wo man es sieht ausgetauscht. Ernsthaft, so ne Quali bei den Preisen?

  23. Die „neuen“ 1×3 Fliesen haben den Angusspunkt auf der Unterseite, nur scheint er (durch das zu dünne Material?) nach oben durch. Ähnlich wie die Noppenaufnahmen vieler 2×4 Fliesen von oben sichtbar sind.

    Diese Fliesen sind wohl schon länger in der Umstellung. Als ich sie vor einiger Zeit das erste Mal gesehen habe war ich einfach nur angenehm überrascht dass sie keinen Punkt an der Seite hatten. Gerade habe ich den 75300 TIE Fighter aufgebaut und mehr darauf geachtet. Der untenliegende Angusspunkt ist tatsächlich als runder Fleck auf der Oberseite zu sehen. Das gleiche habe ich bei diesem Set zum ersten Mal auch an den 1×2 Fliesen gesehen. Die 1×4, 2×4, 1×6 und 1×8 Fliesen haben hingegen alle noch den Punkt seitlich an einem der schmalen Enden, obwohl ich mir sicher bin in letzter Zeit auch 2×4 und 1×8 Fliesen ohne seitlichen Punkt in den Händen gehabt zu haben.

    • Ja, darauf, dass der eigentliche Anguss- bzw. Anspritzpunkt auf der Unterseite ist, hat mein Chef mich heute auch hingewiesen. Dass man auf das auf der Oberseite trotzdem so deutlich sieht, hat wohl mit nicht optimal eingestellten Parametern im Produktionsprozess zu tun, wurde ich ferner aufgeklärt. 😅

      Aber wie Du schon sagst, früher kannte ich das auch immer so, dass die Stelle an der Seite war, wo sie mich nie sonderlich gestört hat. Ich hoffe, LEGO ändert die Form wieder dahingehend oder bekommt den Prozess besser in den Griff.

      • Den Pedanten in mir hat die alte Form immer ein bisschen gestört wenn am fertigen Objekt beide kurzen Enden sichtbar sind. Solange man den Punkt „nach innen“ drehen kann oder er sonstwie verdeckt wird ist es ja egal. Aber ausgerechnet bei einer Fliese auf der Oberseite sichtbar geht gar nicht.

        Passend dazu habe ich heute Nachmittag den 75288 AT-AT angefangen. In Baugruppe 2 sind hellgraue 1×4 Fliesen der neuen Form. Nur bei einer einzigen kann ich den Anspritzpunkt von oben ausmachen, die anderen sind quasi perfekt. Bei den 1×3 muss also wohl nur der Prozess etwas justiert werden.

        P.S. Die blauen 3er-Technic-Pins scheinen auch eine überarbeitete Form bekommen zu haben. Der Anspritzpunkt ist jetzt deutlich sichtbar auf dem leicht abgeflachten Kragen, wie auch schon seit langem bei den tanfarbenen Pins ohne Friktion.

  24. Sehr schönes Review. Eigentlich wirklich ein gelungenes Set. Mir blutet nur nach wie vor das Herz, wie hässlich es im Vergleich zum Entwurf geworden ist 🙁
    Als Spielset für Kinder sicher eine tolle Sache, für Erwachsene eine Frage des Geschmacks…

  25. Vielen Dank für die ausführliche Review. Ich bin bisher auch sehr angetan von dieser Schmiede. Der Originalentwurf, obwohl natürlich wie jedes IDEAS-Modular gut gebaut, hat mich doch recht kalt gelassen, aber was LEGO draus gemacht hat, ist einfach der Hammer. Ähnlich des Angelladens bin ich nach wie vor ersnthaft am überlegen, das Teil zu kaufen, obwohl weder Modulars noch Ritter mein Thema sind.

    Ich finde auch den Baum auf den ersten Blick ganz gut gelungen und auch die Gebäuderückseite kann locker mit dem Rest des Hauses mithalten. Beim Light Brick stimme ich voll und ganz zu, durch den Blasebalg die bisher beste, sinnvollste und realistischste Verwendung als echtes Spielfeature.

    Die Qualitätsmängel wären mir wahrscheinlich gar nicht so aufgefallen, da ich mich generell wenig an Angusspunkten oder gar kleinen Kratzern hochziehe. Aber wie mit jedem Angusspunkt, wenn man’s einmal weiß, dann stört es doch irgendwie und es ist einfach kein schöner Trend, sollte es einer sein oder zu einem werden. Ähnlich wie mit den Farbabweichungen, in der Praxis ist es bei einem Gebäude eigentlich relativ egal, oder vielleicht gar erwünscht, wenn da mal bisschen Verlauf drin ist, aber gedacht ist es natürlich nicht so. Naja, mal sehen, bei dem Fan-Talk vor einer Weile klang es zwar zum einen so, dass sie sich ihrer Probleme bewusst sind, aber zum anderen wurden die auch irgendwie als „Höhere Gewalt“ wegdiskutiert. Trübt für mich jetzt nicht so ein Wahnsinnsset, aber „sollten wir in Auge behalten“.

  26. Sehr schöner Artikel, danke! Besonders gut bei Reviews finde ich Vergleiche (mit Fotos!) mit existierenden ähnlichen Sets, die der/die eine oder andere LeserIn vielleicht selber zu Hause hat, hier der Angelladen. Macht die Größeneinordnung viel einfacher, auch gerade bei dieser Schmiede, die ja aus irgendeinem Grund auf viele so klein wirkt.

    Mit dem bunten Dach kann ich mich inzwischen deutlich besser anfreunden als noch beim ersten Eindruck vor ein paar Wochen. Und wenn nicht, lässt sich ja leicht an die eigenen Vorstellungen anpassen. Die Spitze des Schornsteins finde ich nach wie vor beim Entwurf viel schöner, aber auch das kann man leicht ändern. Was mich aktuell fast am meisten stört ist der helle Braunton der Holzbalken. Dunkel wäre es so viel schöner gewesen! Und leider ist das ja nicht so einfach austauschbar.

  27. So, habe mir gemütlich den Artikel durchgelesen. Sehr schöner (und mir sehr wichtig: ehrlicher) Review zu einem sehr schönen Set mit den von Dir angesprochenen kleineren Schwächen.

    Beim Abschnitt zum Teiletrenner musste ich schmunzeln 😀 Danke auch, dass Du das neue Teil „Brick Curved 3 x 1 with 2/3 Inverted Cutout (70681)“ angesprochen und auf den Artikel von New Elementary verwiesen hast. Wie ich finde ist das ein sehr sinnvolles und sehr nützliches Teil.

    Bei den Absätzen im Bauabschnitt 3&4 hatte ich kleinere Schwierigkeiten mit dem Verständnis. Du sprichst bei der Grundlage des Fundaments, welches das Aufsetzen der oberen Etage ermöglichen soll, von grauen Käseecken (3.Absatz?). Ich sehe da keine – vielleicht bin ich ja auch zu blöd und wir reden von verschiedenen Teilen? Im vierten(?) Absatz ist dann auch die Rede von Bauabschnitt fünf, obwohl dieser doch erst später im Artikel folgt. Das hat mich etwas irritiert. Wie ist eigentlich die Stabilität mit diesem freistehenden Stützbalken links am unteren Treppenaufgang? Ist das Teil wackelig? Das Aufsetzen der oberen Etagen über das Erdgeschoss hinaus (auskragen) war übrigens damals eine recht übliche Methode die Grundfläche (und somit den Wohnraum) zu vergrößern, da eine mittelalterliche Stadt viel enger und schmaler gebaut wurde.

    Schade finde ich, dass Teile (hier sollen es die braunen Fliesen sein) mal wieder einen Farbverlauf aufweisen. Möglicherweise möchte LEGO eine möglichst realitätsnahe Holzmaserung in den Teilen haben ;p Einen Farbverlauf habe ich übrigens auch bei meinen Pearl Gold- Fliesen beobachtet. Oft unterscheiden diese sich in der Farbqualität – mal sind sie zu hell, mal zu dunkel – und weisen zum Teil richtig dolle Farbunterschiede innerhalb der Fliese auf (ein ähnliches Phänomen hatte ich auch schon bei den 1×1 Round Plates w/ open Stud). Leider scheint der Trend, weiterhin so hohe Preise wie möglich abzurufen und trotzdem keine Premium-Qualität den Kunden zu liefern, bestehen. Kulanter Support hin oder her, das Verschicken von Ersatzteilen und Nachlieferungen kostet schließlich auch Geld – und geht auf Lasten der Umwelt, da der Paketdienstleister/Postbote zusätzliche Touren hinlegen muss. LEGO sollte die Achterbahnqualität endlich in den Griff kriegen…

    Beim Apfelbaum empfinde ich die großen kurvigen Teile, die das Gebilde zusammenhalten, als unpassend. Einerseits soll der Baum ja alt und knorrig ausschauen, durch diese großen glatten Teile wird die Optik jedoch wieder revidiert. Das Geäst und Blattwerk finde ich hingegen trotz der repetitiven Bauweise sehr schön gemacht.

    Warum der Brunnenrand mit einem leuchtenden Grün überzogen ist, entzieht sich meinem Verständnis. Oder ist das Trinkwasserreservoir womöglich mit Schleim überzogenes abgestandenes – oder gar vergiftetes – Wasser? Dann sollte LEGO schnellstmöglich einen mittelalterlichen Quacksalber nachlegen! ;-D

    Die Stühle sind zwar auch nett gemacht, aber wirklich sehr breit. Da sieht der Schmied wie ein Zwerg aus (Gut, seine Gesichtsbehaarung trägt das Ihre dazu bei). Willkommen bei Schneewittchen!

    Der Stützbalken/die Stützsäule im Dachgeschoss ist zwar nett eingefügt, findet jedoch keine Fortsetzung zu den unteren Etagen hin. Gut, ich bin ja auch kein Statiker. Vielleicht ist die Säule ja kein tragendes Element, sondern nur Deko. Aber andererseits: It’s Lego, live Your Imagination 🙂

    Bei der Kutsche fällt mir auf – sofern ich es auf den Bildern richtig sehe – dass die vordere Achse starr zu sein scheint. Armer Ackergaul… leider bekommt er auch nur einen 1×2 Brick mit Fliese obendrauf zum futtern statt ihn mit den neuen 2x2x2/3 plates mit Rillen (siehe CITY Traktor) zu verköstigen. Wehe er erblickt die Karotte in der Jägerins Küche, dann gehen mit ihm vor Freude … ähem … die Pferde durch!

    Was den farblichen Verlauf des Daches angeht, so ist das vom Designer so gewollt um einen möglichst natürlichen Tageslichtverlauf abzubilden. Bei euren Kollegen auf zusammengebaut.com wurde vor ein paar Tagen ein sehr interessantes Interview zur Schmiede und den verwendeten Figuren und auch warum die Jahreszeit beim fertigen Modell geändert wurde, veröffentlicht ( https://zusammengebaut.com/interview-mit-den-designern-der-lego-21325-mittelalterlichen-schmiede-114333/ ).

    Den Vergleich mit dem Alten Angelladen finde ich mal sinnvoll und man sieht die Größe der beiden Gebäude sehr schön. Aus meiner Sicht nehmen sie sich zumindest in der Höhe nicht viel – die Schmiede wird ja eigentlich nur durch die äußerste Turmspitze mit dem Wettergockel überragt.

    Um meinen langen Kommentar mal abzuschließen: Die Schmiede ist trotz der kleineren Schwächen hier und da, ein sehr schönes Set mit vielen Details, welches ich mir irgendwann auch noch holen werde.

    Eine Frage hätte ich noch: Gibt es einen bestimmten Grund mit Handschuhen zu bauen? Ich frage das rein aus Neugier, da ich das vorher noch nie gesehen habe. Sollte es persönliche Gründe haben, so entschuldige ich mich für die Frage.

    • Zunächst einmal: Vielen Dank für Deinen mega-ausführlichen Kommentar, das ist ja selbst schon ein kleines Review. Hat mich sehr gefreut!
      Zu den Handschuhen: Kein Problem. Die trage ich hauptsächlich beim Fotografieren, da es aufgrund der starken Beleuchtung dort sehr warm wird und die Hände schnell schwitzen, was zu unschönen Abdrücken führt. Manchmal aber auch tatsächlich beim Bauen, wenn meine Finger einfach nicht trocken bleiben wollen. 😉
      Mit den grauen „Käseecken“ sind die 1×1 Slopes unter/vor den Stützbalken auf der Seite des Gemüsegartens gemeint, das erkennt man am besten auf dem Bild, wo ich einen der Balken entfernt habe. Die Nennung von Bauabschnitt fünf ist an der von Dir genannten Stelle ein Fehler, werde ich gleich korrigieren. Die freistehenden Stützbalken bei der Treppe sind recht stabil, da der große ausreichend tief verankert ist – er verschiebt sich nur manchmal ein wenig gegen das obere Stockwerk, aber abgefallen oder so ist er mir noch nie.
      Das Interview ist wirklich interessant, danke auch dafür. 🙂

      • Ach herrje… da hab ich doch tatsächlich ständig an der falschen Stelle nach den Käseecken geschaut … jetzt sehe ich sie.
        Bei den Stützbalken hatte ich anhand der Bilder immer befürchtet, dass der vordere abfällt/ umgestoßen wird…
        Das mit dem Tragen der Handschuhe: Verstehe. Danke Dir für die Beantwortung meiner Fragen!

    • Das Designer-Interview ist klasse, danke für den Link!

      In den Kommentaren dazu schreibt einer: „Chris hat drüben auf Brickset zudem gezeigt, wie es einfarbig aussieht“ (bezogen auf das Dach). Ich habe mich jetzt mal durch alle Links (Bilder / News / Reviews) auf Brickset geklickt und das nicht gefunden – das Dach in einfarbig blau / dunkelblau würde mich aber auch sehr interessieren.

      @Jens findest Du nicht auch, dass das nochmal ein Update mit Schiebebild wert wäre? *lieb guck* Da ähnlich viele blaue und dunkelblaue Nexo-Fliesen enthalten sind müsste sich eine Dachhälfte quasi einfarbig bauen lassen.

  28. Super Review, ich finde das Set super schön und detailliert. Aber ein Gedanke will mir einfach nicht aus dem Kopf:
    Der Baum sieht aus, wie der Baum am Anfang von Endgame, der an Hawkeyes Haus steht. Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde, aber es könnte ja eine Inspiration gewesen sein. Obwohl das wahrscheinlich wirklich zu sehr in die Richtung Verschwörungstheorie geht XD.

  29. Lieber Jens. Den Review hat mich endgültig überzeugt. Und als es heute wieder das GWP Eislaufplatz dazu gab, habe ich zugeschlagen. Selbstverständlich über Euren Link. 🙃 Vielen Dank für Deine Mühen. Insbesondere die von Dir gezogenen Parallelen zur 21322 hat mich überzeugt, weil ich an LEGO aktuell vor allem liebe, wie sehr Retrothemen wie Piraten oder Ritter aktualisiert werden. Vielen Dank für die Review. Hat mir sehr gefallen😊

  30. Meine Schmiede steht seit zwei Wochen. Heute habe ich bei Bricklink bestellt. Das Dach mache ich komplett in Dunkelblau. Beim Dachfirst kommen statt der grünen Platten nun braune Fliesen hin. Es wird wunderbar.

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