Operation erfolgreich? LEGO 60330 City Krankenhaus im Review und Vergleich zu 2018

Review LEGO 60330 Titelbild
Bildnachweise: Abrissbirne (Arvell Dorsey Jr., flickr.com), Abrisskran (Jeramey Jannene, flickr.com), Schild (pikisuperstar, freepik.com), Himmel (lifeforstock, freepik.com), Zaun (vectorpocket, freepik.com), alle CC BY 2.0

Neben den berühmt-berüchtigten Polizei- und Feuerwehrwelten spendiert LEGO der eigenen City auch ab und zu weitere zivile Bauwerke. In diesem Jahr ist das nicht nur eine Schule, sondern auch ein neues Krankenhaus. Moment mal – hatten wir nicht erst eines? Musste das schon wieder einem Neubau à la mode weichen? Der Bund der Steuerzahler ermittelt!

Als die ersten Gerüchte zu den neuen City-Sets herumgingen und einige Quellen riefen: „Endlich ein neues Krankenhaus!“ – da musste ich erst einmal stutzen. Immerhin verbinde ich das 60204 City Krankenhaus sehr mit dem Ende meiner Dark Ages. Ist das tatsächlich schon so lange her? Ja, denn es kam im Sommer 2018 heraus und landete dann auf der EOL-Liste von 2019, stand also anderthalb Jahre in den Regalen, und nun gab es zwei Jahre lang kein Krankenhaus im Sortiment. Bei mir steht das Set aber – ab und zu bespielt und doch wohlbehütet – in einer von Minifiguren und Kindern gleichermaßen umworbenen Spielkisten, die besonders spielfähige Sets vor der Einsortierung ins Kleinteilemagazin schützt. Das neue 60330 Krankenhaus besitzt fast 50 Teile weniger und kostet 20 Euro UVP mehr – also ein perfektes Beispiel für die eiskalte Inflation in LEGO City? Holen wir den spitzesten Bleistift heraus und gehen wir dem bekannten Spruch auf den Grund: Neue Prothesen kehren gut. Oder so.

Rückblick

Bevor wir uns das neue Krankenhaus anschauen, machen wir eine kleine Zeitreise durch 36 Jahre Krankenhäuser in der LEGO Stadt (ohne letzten Anspruch auf Vollständigkeit und Trennschärfe):

Es lohnt sich aber auch aus der LEGO City hinaus ein (neidvoller?) Blick in die bunte Nachbarstadt mit dem hohen Frauenanteil: Nachdem es in den ersten zehn Jahren kein Krankenhaus am Herzsee gab, zog Heartlake City in den letzten fünf Jahren mit immerhin zwei Kliniken nach:

Set und Verfügbarkeit

Das LEGO 60330 City Krankenhaus ist seit dem 1. Januar zusammen mit vielen anderen Januar-Neuheiten im freien Handel erhältlich – mit etwas Geduld sind also wieder Rabatte um die 30 Prozent zu erwarten. Die Preisempfehlung liegt bei 99,99 Euro.

Alle Details im Überblick:

  • Setnummer: 60330
  • Name (englisch): Hospital
  • Name (deutsch): Krankenhaus
  • Preis (UVP): 99,99 Euro
  • Anzahl Teile: 816
  • Preis pro Teil: 12,3 Cent
  • Gewicht (nur Teile): 1.065,5 Gramm
  • Preis pro Gramm: 9,38 Cent
  • Anzahl Sticker: 15
  • Anzahl Minifiguren: 12 (plus 1 Baby)
  • Altersempfehlung: 7+

Verpackung und Inhalt

Schauen wir uns nun das neue Set zuerst von außen an. Die Box ist üppig groß, wie es sich für ein Set der teuersten Preiskategorie in der Januar-City-Welle gehört (es teilt sich diese Treppenstufe mit dem Banküberfall und dem Feuerwehreinsatz). Die Verpackung weist als empfohlenes Alter 7+ aus und bewirbt das enthaltenene Straßensystem, das zu Beginn des vergangenen Jahres neu eingeführt wurde. Außerdem werden drei benannte City-Bewohner:innen vorgestellt: der verunfallte Wallop sowie Dr. Spetzel und Dr. Flieber vom medizinischen Personal. Das Bild auf der Packungsvorderseite zeigt eine geschäftige Szene, die sich vor allem auf der Straße vor dem Eingang abspielt – die Fülle von Minifiguren wird hier im Vorder- und Hintergrund geschickt dargestellt, außerdem die beiden enthaltenen Fahrzeuge und eine attraktive Ansicht des Krankenhauses, die den interessanten Schnitt des Gebäudes ausstellt.

Boxvorderseite

Die Rückseite wirbt damit, dass das Set aus der beliebten Fernsehserie „City Adventures“ stammt und man es durch die neuen Straßenplatten direkt an die eigene City anschließen kann (die hier als eine Mischung aus 60328 Rettungsschwimmer-Station und 60329 Schule mit Schulbus gezeigt wird). Außerdem ist das nun innen sehr belebte und von der Rückseite gezeigte Krankenhaus zu sehen sowie fünf Detail-Ausschnitte von den einzelnen Stationen.

Boxrückseite

Die Seiten des Kartons zeigen noch einmal alle Minifiguren, Pechvogel Wallop in Originalgröße sowie den Hinweis, dass für dieses Set „Instructions Plus“ in der Bauanleitungs-App verfügbar sind.

Beim Öffnen der mit zwei Klebern verschlossenen Schachtel kommen uns neun Tüten (inklusive Tüten in Tüten) für die Bauabschnitte, drei unverpackte Großteile sowie drei Bauanleitungen (je eine für den Hubschrauber, den Krankenwagen und das Gebäude) und ein Stickerbogen mit 15 transparenten Aufklebern entgegen. Letzterer wurde bei mir von der Anleitung „geschützt“ und kam völlig knitterfrei an. (Das Foto von Tüte 4 hat leider der sprichwörtliche Hund gefressen.)

Die Titelseiten der Bauanleitungen zeigen den jeweils behandelten Teil des Sets vor pastellblauem Hintergrund, den man je nach persönlichem Geschmack sehr ehrlich und erfrischend nach dem üblichen Grafikfeuerwerk auf der Verpackung finden kann – oder schlicht langweilig. Der Helikopter wird in 37 Schritten, der Krankenwagen in 56 und das Gebäude in 170 Schritten errichtet. Es werden pro Bauschritt nur wenige Teile gesetzt, oft zeigt die Anleitung selbst einfachste Unterkonstruktionen in einem separaten Ausschnitt oder hebt leicht zu übersehende Teile extra hervor. Für die Zielgruppe ist also ein Aufbau ohne Frustrationsmomente zu erwarten, erwachsene Baumeister hingegen können parallel problemlos noch „Dr. House“ konsumieren oder die eigene Patientenverfügung ausfüllen. Die Anleitung ist natürlich auch online zu finden und in der bereits erwähnten Handyapp.

In den drei Heften begleitet am unteren Rand jeweils eine Minifigur den aktuellen Baufortschritt, wie wir es mittlerweile aus mehreren Themenwelten kennen. Ein fertiges Unter-Modell wird mit einer Strahlen- und Sternexplosion im Hintergrund der Seite belohnt.

Aufbau

Abschnitt 1

Im ersten Abschnitt wird der traditionelle City-Hubschrauber gebaut. Wir Erwachsenen mögen darüber unken, allerdings bringt das Fluggerät den berühmten „Swoosh-Faktor“ in das Set – und das mit nur 57 Teilen (7 Prozent des gesamten Sets)! Wir sehen hier auch das im Set vorherrschende Farbschema der Einsatzfahrzeuge: Dunkeltürkis als Grundfarbe mit dem neuen Neongelb als Akzent. Diese fast schmerzhaft intensive Farbe taucht übrigens bei allen Rettungssets der 2021er City-Welle auf und findet sich also auch als Leuchtstreifen an den Polizei- und Feuerwagenfahrzeugen. LEGO spitzt hier eine Gestaltungsidee weiter zu, die im letzten Jahr bereits als Reflektorstreifen bei den meisten vergleichbaren Sets zu sehen war, dort allerdings in Cool Yellow/Knallhellgelb. Die gewählte Farbkombination mag für uns europäische Festlandbewohnerinnen ungewohnt sein, erinnert aber in der sehr markanten Verwendung von Signalfarben an britische Rettungsfahrzeuge. Aber auch in Deutschland tauchen diese Reflektorstreifen immer häufiger auf, beispielweise bei der Polizei.

Der Hubschrauber integriert geschickt eine Art Kühlbox für Organe, Blutkonserven, Medikamente o.ä. Für einen Patiententransport ist leider kein Platz, da muss dann eher der größere (und farblich passende) Bruder 60343 Hubschrauber Transporter ran. Die sonstige Konstruktion ist den üblichen City-Fluggeräten zum Verwechseln ähnlich, aber effektiv und stabil zum Spielen. Vor allem die simple Fliese, die die beiden Rotoren-Platten zusammenhält, sorgte im Praxistest für verlässliches Spiel. Optisch ist der Hubschrauber freilich etwas knubbelig, die Farbkombination mit Weiß und Schwarz macht ihn auf der kleinen Fläche recht unruhig. Vier Sticker (beidseitig an der Seitenflosse und an der Kühlbox) fügen noch einige Details hinzu. Der Pilot passt farblich perfekt zum Gefährt, abgesehen vielleicht von den sandfarbenen Hosen.

An dieser ersten Tüte habe ich etwa 15 Minuten gebaut.

Abschnitt 2

Bauschritt2 2

Im Bauabschnitt 2 (und mit dem zweiten Anleitungsheft) beginnen wir den Krankenwagen zu bauen. Der untere Teil der Karosserie ist großenteils in Dunkeltürkis gebaut, seine Konstruktion kennen wir Pfarrerstöchter bereits von Pizza-, Eis- und sonstigen City-Wägen. Der Kühlergrill ist wie immer in SNOT-Technik gebaut, hängt aber an den sechs Noppen auch beim Spielen verlässlich stabil an der weiteren Karosserie.

Für die Fahrerin kommen derselbe Torso und dieselben Beine wie beim Helikopter-Piloten zum Einsatz, sie trägt eine weiße Schirmmütze. Zudem treffen wir auf den ersten Patienten – einen alten Bekannten, denn den Stuntfahrer Wallop gibt es so auch exakt (wenn man von den hier fehlenden Schulter“polstern“ absieht) im kleinen 60297 Power-Stuntbike. Diese charmante Verbindung über die City-Themen hinweg gab es bereits im vorherigen Krankenhaus – und ist hier durchaus sinnstiftend. Wallop darf diesmal aber nicht mit einem Motorrad, sondern muss Drahtesel fahren. Für diesen Bauabschnitt habe ich eine entspannte Viertelstunde benötigt.

Abschnitt 3

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Diesmal bremst uns keine Minifigur, stattdessen bauen wir den Krankenwagen fertig. Der obere Teil der Karosserie orientiert sich an den Farben des Hubschraubers – schwarze Linien als Farbtrennung und dann vornehmlich Weiß für den hinteren Kasten. Die jeweils oberste Fläche von Motorhaube, Fahrerdach und „Aufbau“ ist dann mit dem neuen Neongelb gestaltet. Leider leuchtet das so intensiv, dass selbst die Trans-Dark Blue Fliesen weniger Blau- als Grünlicht sind.

Den Zuschnitt des Wagens finde ich eher ungewöhnlich, er sieht weniger wie ein typisch bulliger Krankenwagen-„Bus“ aus, sondern versprüht in seiner Kastenform den Charme eines, pardon, Leichenwagens. Vielleicht soll er eine etwas historischere Form channeln oder an amerikanische Krankenwägen erinnern, bei denen Fahrerkabine und Aufbau von außen optisch stark getrennt sind – liebe Autofans, ab in die Kommentare mit euch!

Positiv aufgefallen sind mir die verwendeten Türen – sie sind zwar keine Seltenheit und tauchen pro Jahr durchschnittlich zwei-, dreimal in Sets auf, aber ich hatte sie länger nicht in der Hand und mag dieses seitliche Aufschwingen im Unterschied zum Hochklappen eines Kofferraums. Passenderweise wurden diese Türen erstmals 2006 beim 7890 Krankenwagen verwendet!

Im hinteren Teil des Fahrzeugs findet eine Tragbahre zwischen zwei aufgebockten Fliesen Platz – sie neigt aber dazu, diagonal zwischen die Steine zu rutschen. Auffällig und passend nostalgisch finde ich das Dach über der Fahrerin – dieses sitzt mit einer Noppe „Überbiss“ etwas keck über der Windschutzscheibe. Verbunden ist sie leider nur an den zwei Noppen der Scheibe, ein Wegbrechen nach hinten wird mit einer festverbauten Hinge Plate verhindert, deren rundes Gelenk die entscheidenden Millimeter Stütze bringt. Zumindest in der Theorie: Beim Bespielen zeigte sich, dass das Dach eine Sollbruchstelle des Wagens bleibt.

Einen Fahrersitz gibt es nicht, eher eine Rückenlehne, und das Lenkrad lässt sich, direkt auf dem Fahrzeugboden stehend, mit den Minifigurenbeinen gleichermaßen wie mit den Armen steuern.

Seitlich am Wagen sind klassischerweise ein Funkgerät und eine Sauerstoffflasche angebracht. Die drei durchsichtigen Aufkleber sind nicht leicht ohne Einschlüsse aufzukleben, aber immerhin ersparen sie Frust über farblich ungenaue Sticker. Dieser Bauabschnitt hat etwa 17 Minuten gedauert – mit seinen 147 Teilen belegt der Krankenwagen etwa 18 Prozent der Gesamtteileanzahl, Hubschrauber und Wagen machen also ziemlich genau ein Viertel der gesamten Teileanzahl aus, aber erfahrungsgemäß einen großen Teil des Spielwerts bei den Kindern.

Abschnitt 4

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Endlich kommen wir zur Hauptdarstellerin des Sets: der Gebäudekonstruktion. Zuvor bauen wir aber noch zwei potentielle Patient:innen zusammen: Die ältere Dame mit dem schicken Seidentuch um den Hals hat abseits ihrer farbintensiven Handtasche keine offensichtlichen Symptome, aber das muss ja nichts heißen – vielleicht besucht sie auch ihren neugeborenen Urenkel oder ihren Enkelsohn mit der gebrochenen Hand (das Teil fand sich übrigens erstmals in einem Heartlake-Krankenhaus, also danke, Friends!). Dessen wuschelige Haare in Orange (neu!) strahlen mit den Akzentfarben der Einsatzfahrzeuge um die Wette.

Nun beginnen wir aber mit dem Erdgeschoss des Krankenhauses. Die doppelte Glastür (die Türen sind ein neues Teil, das in die 6er Türrahmen passt) führt offensichtlich zu einem Foyer mit zwei sehr ebenerdigen Stühlen, neben denen ein Getränk mit interessantem Formfaktor steht – vielleicht hat das City-eigene Getränk Vita Rush auf Mehrwegflaschen umgestellt? Ich jedenfalls bin mit unbekannten Flüssigkeiten in Krankenhäusern eher vorsichtig…
Da ist das Wasser aus dem mit wenigen Teilen überzeugend gebautem Wasserspender vielleicht die bessere Wahl.

Es entsteht auch eine kleine Rezeption mit Kühlschrank (der ein weiteres Exemplar der verdächtigen Flasche enthält) und zwei Sandwiches. Auch hier wurde mit simpelsten Mitteln etwas sofort Erkennbares gebaut – ich bin an dieser Stelle aber Team Hotdog-Brötchen, gebautes Essen feiere ich eher bei Creator 3-in-1.

Zuletzt entsteht ein abgerundeter Bereich, wie man ihn bei diesem Gebäude mehrfach antreffen wird. Hier im Erdgeschoss wundern wir uns zunächst über die Karo-Wiese und die Indoor-Baumstämme, vielleicht wird es ja ein Mini-Burgerrestaurant? Schauen wir nach diesen elf Minuten Bauzeit doch gleich mal in den nächsten Schritt …

Abschnitt 5

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In diesem Bauabschnitt begrüßen uns zu Beginn wieder zwei Minifiguren. Ein hellblonder junger Arzt (Dr. Spetzel, wir Liebhaber von Teigwaren erinnern uns) mit Stethoskop und OP-Handschuhen – und ein Clown! In einigen Vorstellungsartikeln wurde dieser als Krankenhausclown angekündigt, was ich charmant finde, aber doch bezweifle. Der Rollstuhl, die Abbildung auf der Verpackung (wo der Clown auf einer Trage sitzt) und der Torso legen stattdessen nahe, dass es hier ein weiteres „Stuntz-Tie-in“ gibt und der Clown gemeinsam mit seinem tauchenden Bruder beim 60294 Stuntshow-Truck angestellt (und verunglückt?) ist. Coulrophobiker werden aber auch mit diesem breit grinsenden Gesellen ihre Schwierigkeiten haben.

Im Gebäude wird vor allem der vermeintliche Wintergarten weitergebaut. Er stellt sich als Spielecke für Kinder heraus – in naturverbundener Ästhetik mit Holzspielzeug in Primärfarben und einer Ente, deren Farbschema sicher nicht zufällig an die berühmte LEGO Ente angelehnt ist. Ein Kinderbild (eine bisher exklusive bedruckte Fliese) liegt auf einem Baumstammtisch, dahinter prangt ein farblich passendes, großes Bild als Sticker an der Wand. Der ganze Bereich ist aufklappbar zur leichteren Bespielbarkeit – bleibt damit aber, wie wir noch sehen werden, eher eine Ausnahme. Ein Manko beim Klappen: Wird der Gebäudeteil maximal aufgeklappt, räumt er regelmäßig die Pflanzendeko im Klinikfoyer ab.

Der weitere Aufbau geht rasch von der Hand, es werden Wände hochgezogen, große Glasfenster geben dem Krankenhaus seinen modernen Look, der jegliche Privatsphäre mit chirurgischer Präzision entfernt. Was die Glasflächen an optischer Leichtigkeit beisteuern, fangen die massiven tragenden Säulen des Gebäudes aus 2 x 2 x 3 Steinen verlässlich ab.

An diesem Abschnitt habe ich gut 22 Minuten gebaut.

Abschnitt 6

Bauschritt6 2

Mittlerweile nähern wir uns der Zwei-Drittel-Marke des Aufbaus, der nun seinem Namen gerecht wird. Es geht aufwärts! Dass uns eine Entbindungsstation erwartet, legen auch die Minifiguren nahe: Die Ärztin Dr. Flieber im selben Outfit wie ihr männlicher Kollege im Bauabschnitt vorher, dazu eine junge Frau in dem Anlass angemessener lockerer Kleidung – und dazu ihr frischgeschlüpfter Nachwuchs. Weitere an der Geburt beteiligte Personen schlägt die Verpackung nicht vor, mit der breiten Minifigurenauswahl können die spielenden Kinder aber sicher passende Partner:innen dazuerfinden, vom Stuntman über den Clown bis hin zu moderneren Konstellationen.

Der Kreißsaal verströmt bis auf die hübsche Blumenvase wenig Heimeligkeit („von der Bahre bis zur Bahre“ müsste es hier heißen), immerhin der Fisch im anwesenden Aquarium (ein Sticker) kann dann bei der Geburt rhythmisch mitatmen. Da im Zimmer nur eine Art Brutkasten zu finden ist, werden in diesem Krankenhaus aber vermutlich eher Notfälle behandelt.

Das Dach über der Entbindungsstation ist keine leere Fläche, sondern kann als eine Art Dachterrasse genutzt werden, zwei bodennahe Stühle und ein hübsches Beet stehen bereit. Die Nähe zur Dachkante ist für fantasielose Erwachsenenaugen wahrscheinlich schwerer auszuhalten als für die eigentliche Zielgruppe, die sich über den zusätzlichen Spielort freut.

Heimlicher Star des Bauschritts ist aber natürlich das Eichhörnchen, unter Ornithologen auch als Nussmäuschen bekannt, das mit seiner Familie in die neue City-Welle eingefallen ist. Das mit zwei Pflanzenteilen bewachsene Dach geht allerdings erhobenen Hauptes unter der Detailgrad-Latte eines 90er-Jahre-Sets hindurch.

Für diesen Geburtsbauschritt habe ich genau eine Viertelstunde gebraucht.

Abschnitt 7

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Dieser Bauabschnitt ist auch wieder garantiert Minifiguren-frei, so steht dem architektonischen Bauspaß nichts im Wege. In diesem Schritt wird ein separates Modul gebaut, für dessen Grundfläche auf fast drei Steinhöhen Luft umbaut wird. Dieses Modul wird später als Ansatzpunkt für die „Brücke“ über die Straße dienen – und durch seine Erhöhung wirkt es in den restlichen Aufbau hineinaddiert, ein ganz reizvoller optischer Effekt. Aus dem Raum heraus ragen zwei Z-Brackets, die später den noch fehlenden Gebäudeteil aufnehmen werden.

Der Toiletten-Raum selbst fällt, vielleicht abgesehen vom unteren Spielzimmer, ein bisschen heraus – er ist komplett durchgefliest und erinnert eher an die Innenausstattung eines Modulars. Hier fehlt die ein oder andere Noppe zum sicheren Platzieren von Figuren, ansonsten sieht er aber toll aus: Von einer Toilettenschüssel über ein Spülbecken bis hin zum Desinfektionsspender auf einem Glasschrank ist hier alles dabei, und der Aufkleber „Wash hands“ erinnert an die üblichen Hygieneregeln im Krankenhaus (und darüber hinaus). Interessanterweise fällt mir in diesem kleinen Raum die massive Säule mit ihrem 2×2 Fußabdruck doch eher negativ auf – und das Fehlen eines Durchgangs in die anderen Bereiche, obwohl der auch bei den anderen Räumen nicht gegeben ist und die Kinder problemlos die Figuren durch die Luft fliegen lassen können.

Ein stilles Örtchen ist der Raum aber sicher nicht, denn direkt darüber wird der Hubschrauberlandeplatz installiert. Die Grundfläche bildet eine achteckige Platte, deren Ecken von Blinkmarkierungen gesäumt und deren Mitte von einem neongelb strahlenden „H“ dominiert werden. Der Helikopter sitzt dann aber ohne jede Noppenkraft direkt auf den Fliesen.

Auch dieser Abschnitt hat wieder fast eine Viertelstunde gedauert, in diesem Fall genau 14 Minuten.

Abschnitt 8

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Dieser Bauabschnitt holt uns noch einmal auf den Boden der Tatsachen – denn bevor wir das Gebäude fertigstellen, wird nun noch die Straße vor dem Krankenhaus plus die Stützpfosten für die Brücke installiert. Zwei Minifiguren begrüßen uns hierfür: Eine Gebäudereinigerin in klassischem Blaumann und ein junger Mann mit Undercut (neuer Druck auf dem Kopf) und einem ebenfalls neuen T-Shirt-Aufdruck mit dem „Berg-Logo“, das als generische Sportmarke schon auf einigen City-Jogginganzügen und sogar bei der Speerwerferin aus der CMF-Serie 20 zu sehen war, hier aber in einer Farbklecks-Variante.

Die Straße basiert wie auf der Verpackung angekündigt auf dem letztes Jahr eingeführten Straßensystem – die große Platte ist mit Curved Slopes zur Auffahrt geeignet und zur Säule hin mit einer großen Fliese erweitert worden. Ein kleiner Park mit einem Flatrail (?) gibt noch einen Klecks Natur in die Betonlandschaft.

Die schmalen Säulen wachsen flugs empor und werden mit einem modernen Schild aus Dreiecksfliesen sowie einem „Hospital“-Aufkleber ausgestattet. Nach 14 Minuten ist auch diese Tüte leergebaut.

Abschnitt 9

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Fast geschafft – der letzte Bauschritt steht an! Als Minifigur steht ein älterer Oberarzt als Gott in Weiß mit Stethoskop und unbehandschuhten Händen Pate. Gebaut wird der oberste Gebäudeteil, der über die Straße ragt und einen Magnetresonanztomographen beinhaltet. Dieser ist schnell gebaut, eine Trage (unter der ein 1×3 Stein als Führung steckt) kann hier problemlos hineingeschoben werden. Das Gerät kann mit einem danebenstehenden Computer sowie einigen Knöpfen am Fußende bedient werden, ein Schrank hält eine Spritze und ein Gefäß griffbereit, während die beiden Sticker an der Wand wahrscheinlich zwei Schaubilder darstellen sollen: einen Querschnitt durch einen Minifiguren-Kopf und ein ebensolches Skelett.

Oben auf das Dach kommt nach 21 Minuten Bauzeit noch ein Aufkleber-Endgegner, nämlich das Kliniklogo auf einer 6×6 Fliese, die weit sichtbar das Gebäude als Krankenhaus ausweist. Zuletzt wird dieser Gebäudeteil auf die vorbereiteten Z-Brackets und die Säulen gesetzt – und hält bombenfest.

Restliche und besondere Teile

Folgende Teile bleiben am Ende vom Bau übrig:

Neben den erwähnten neuen Drucken und Farben bei den Minifiguren sind mir folgende eher seltenen Teile aufgefallen:

Die Rundfliese Tile, Round Corner 4 x 4 Macaroni Wide in Bright Light Orange gab es bisher nur in zwei anderen Sets, die Platte 8 x 16 in Dark Azure erst drei Mal, auch der Kotflügel Wheel Arch 2 x 4 x 2 war in Dark Tourquoise zuvor erst einmal in einem Set verbaut – das sind aber sicher keine Farben, nach denen sich der geneigte AFOL die Finger leckt. Ebenfalls selten ist das Paneel 1 x 6 x 5 in Light Aqua, die Schublade in Weiß und der Fahrradrahmen in Medium Azure sowie die Eckfliese Tile 45° Cut 2 x 2 in Dark Azure und Rot. Naturgemäß sind auch die neuen neonfarbenen Teile selten bzw. exklusiv in diesem Set.

Apropos: Exklusiv in diesem Set sind der Wedge Curved Inverted 6 x 4 in Dark Turquoise, die Kiste 2 x 2 x 2 in Dark Turqoise sowie die achteckige Plate Special 10 x 10 Octagonal with Hole und die Platte 8×8 jeweils in Dark Azure – außerdem die erwähnte bedruckte weiße Tile 2 x 2 with Groove with Child’s Drawing of a House, Sun, Cloud, and Flowers Print und zwei Teile in Neongelb.

Die Minifiguren

Die 12 enthaltenen Minifiguren habe ich während der Bauabschnitte schon einmal gezeigt, hier kann man sie noch einmal nebeneinander bewundern. Die Figuren sind simpel (keine ungewöhnlichen Bedruckungen oder dual molded Teile, einfach nur bedruckte Oberkörper), aber in ihrer Anzahl und ihrem Spielwert dem Set angemessen. Am wenigsten kann ich tatsächlich mit dem Clown und dem etwas unbeschriebenen jungen „Patienten“ mit dem Berg-Logo-T-Shirt anfangen – vielleicht fehlen mir hier als Spielangebot noch zwei klare „Verletzungen“, ich denke zum Beispiel gern an den Maler mit Kopfverband und den Brillenträger mit „Maulwurfsaugen“-Wendegesicht im Vorgängerset zurück; zusätzlich zu Rollstuhl, Armverband und Entbindung.

Das fertige Set

Gesamt 6

Schauen wir uns das fertige Gebäude nun im Ganzen an: Es ist etwa 28 Zentimeter breit, 24 Zentimeter tief und 23,5 Zentimeter hoch und umbaut insofern viel Luft. Die Lage an der Straße lädt zur Patient:innenanlieferung ein, auch wenn mir die zweite Spur nicht ganz klar wird – Parkplatz oder Sackgasse? Die verfügbare Dachfläche ist mit dem Helipad und Schild, der Dachterrasse sowie dem Eichhörnchen-Ausguck durchaus gestaltet.

Von hinten lassen sich dann die verschiedenen Stationen bespielen: das Foyer mit kleinem Kiosk, das Spielzimmer, der Kreißsaal, die Toilette und das MRT. Dass alle Räume kaum gestaltete und etwas spartanische Noppenfußböden tragen, das Badezimmer aber durchgefliest ist, ist ein spürbares Ungleichgewicht. Großes Manko: Trotz geringer Tiefe lassen sich die Räume nur schwer bespielen, die Querbalken und Rundfenster machen den Zugriff und das Spielen mit Minifiguren für Kinderhände mühsam, für Erwachsene fast unmöglich. Das Abnehmen von Dächern, Seitenwänden oder ganze Modulen würde hier helfen, ist aber bautechnisch nicht vorgesehen.

Auch fehlt mir eine etwas breiter gefächerte Stationsauswahl – das MRT ist wenig sinnlich und die Entbindungsstation erweckt auch den Eindruck, dass das Neugeborene direkt von der Pritsche in den Inkubator fliegt.

Dass dieser innere Teil eher halbgar wirkt, ist schade, weil in dem Zusammenspiel von Krankenwagen, Hubschrauber sowie dem modernen und farbenfrohen Ambiente eigentlich „Emergency Room Kids“-mäßige Spielszenen entstehen könnten.

Die Anzahl und Bandbreite der Minifiguren ist dagegen erfreulich und bietet auch ein gutes Verhältnis von Mitarbeitenden und „Laufkundschaft“. Wer noch etwas mit Action in der Luft möchte, macht mit dem großen Rettungshubschrauber als Zusatzkauf sicher nichts falsch, mit dem beiliegenden Transporter lassen sich dann gleich die nächsten Unfälle produzieren.

Wie so oft bei den Gebäuden bleibt für eine UVP von fast hundert Euro aber doch etwas zu wenig Substanz übrig, weshalb man nur zu den üblichen Rabatten raten kann, die das Verhätltnis von Spielspaß und Kosten etwas mehr ins Lot bringen. Andererseits zeigt ein Blick auf die anderen 99,99-Euro-Sets der Welle, dass bei diesen noch mehr Fassade (zugunsten sehr viel fetterer Fahrzeuge) zu finden ist, während hier doch immerhin ein Gebäude vor einem steht, das den Namen verdient. Die Gesamtbauzeit betrug bei mir meditative 2,5 Stunden (mit Knolling), ein bauerfahrenes Kind ist sicher nicht wesentlich langsamer, ein etwas mehr aufs Ergebnis arbeitender Erwachsener, der einfach die Tüten auskippt, schafft es sicher auch in anderthalb Stunden.

Vergleich von 60204 und 60330

Vergleich 1

Stellen wir zuerst die beiden Sets einmal zahlenmäßig gegenüber:

  • Setnummer: 60204
  • Erschienen: 06/2018
  • Preis (UVP): 79,99 Euro
  • Anzahl Teile: 861
  • Preis pro Teil: 9,3 Cent
  • Gewicht (nur Teile): 948 Gramm
  • Preis pro Gramm: 8,43 Cent
  • Anzahl Sticker: 32
  • Minifiguren: 11 (plus 1 Skelett und 1 Baby)
  • Altersempfehlung: 6 – 12
  • Setnummer: 60330
  • Erschienen: 01/2022
  • Preis (UVP): 99,99 Euro
  • Anzahl Teile: 816
  • Preis pro Teil: 12,3 Cent
  • Gewicht (nur Teile): 1.065,5 Gramm
  • Preis pro Gramm: 9,38 Cent
  • Anzahl Sticker: 15
  • Anzahl Minifiguren: 12 (plus 1 Baby)
  • Altersempfehlung: 7+

Und schauen wir mal, welche Bereiche die jeweiligen Sets boten:

60204 (2018)

  • Wartebereich mit Selbstanmeldung
  • Kiosk
  • Augenarzt mit Lesetest
  • Mikroskopierbereich mit Skelett
  • Röntgenaufnahmen-Präsentation mit Leuchtstein
  • Multifunktions-OP/Entbindungs-Bereich mit Babypflegebettchen
  • Heliport

60330 (2022)

  • Wartebereich
  • Empfang und Kiosk
  • Spielzimmer
  • Entbindungsstation mit Brutkasten
  • Toilette
  • MRT
  • Dachterrasse
  • Heliport
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Stehen beide Sets nebeneinander, ist es erstaunlich, wieviel mehr Raum das neuere Set einnimmt – trotz geringerer Teileanzahl. Die alte Klinik ragt zwar etwas mehr in die Höhe, ist aber deutlich hagerer. In meinen Augen liegt das an zwei Dingen: Es wurden in der 2022er Version größere Teile verbaut – und etwas weniger Detailarbeit innerhalb der Räume geleistet. Sie wirkt auf mich durch ihre Rundungen und die zusätzliche Farbe auch moderner, architektonisch interessanter – interessanterweise im echten Leben sogar noch mehr als hier auf den Fotos, wo sich das kantigere alte Modell durchaus zu behaupten weiß. Auch überzeugt beim älteren Set die durchgängige rote Stele, die die verschiedenen Geschosse zusammenhält.

Deutlich die Nase vorn hat das Krankenhaus von 2018 bei der Inneneinrichtung: Der rote Leuchtstein, mit dem man drei beklebte Paneele mit Röntgenbildern an die gegenüberliegende Wand vergrößern kann, ist eine fantastische Idee, die wohl aus 8635 Agents Mobile Kommandozentrale übernommen wurde. Ebenso gefällt mir der gesamte Augenarztbereich mit vielen schönen Details, die aber auch den sehr vielen Stickern zu verdanken sind.

Schauen wir uns nun noch kurz die Fahrzeuge im Vergleich an:

Vergleich 3

Ihr habt es weiter oben sicher schon meinen Ausführungen entnehmen können: Ich hadere etwas mit dem Design des neuen Krankenwagens, sowohl der Farbwahl als auch der gesamten Karosserieform. Der rot-weiße, ältere Krankenwagen hat dagegen eine gewisse Breitschultrigkeit, mit der man ihn auch Autos wegschubsen sehen könnte, die keine ordentliche Rettungsgasse bilden, und spiegelt natürlich die bundesdeutsche Einsatzwagen-Realität etwas mehr wider. Mir gefiel der 2018er Krankenwagen übrigens so gut, dass ich sogar einen kompakteren Notarztwagen in derselben Optik dazugebaut habe, weil mir der in der Rettungskette noch fehlte.

Vergleich 7

Bei den Hubschraubern fällt mir der Vergleich etwas schwerer. Der rote Helikopter wirkt recht zusammengeknautscht und ist deutlich noppiger. Im Spiel fliegen die nicht verbundenen Rotorenblätter auch gern mal davon. Das neuere Modell wirkt da viel stromlinienförmiger und ist für mich aufgrund der viel besser gelungenen Platzierung der Transportbox allerdings der Gewinner: Mir gefällt gut, wie dieser Kühlkasten in die Konstruktion eingebaut wurde – obgleich natürlich der separate rote Kasten als bewegliches Spielobjekt einen kleinen Vorteil hat.

Ideen zur Erweiterung

Bereits vor dem Bauen des neuen Sets habe ich darüber nachgedacht, wie ich die beiden Krankenhäuser zu einem zusammenlegen könnte. Vielleicht könnte man an das in die Jahre gekommene Gebäude einen modernen Anbau setzen?

Beim Zusammenbau habe ich mich dann aber doch an die geschwungene Architektur gewöhnt, im direkten Vergleich sieht das ältere 60204 Krankenhaus etwas klobig aus. So entstand der Plan, die gelungenen Behandlungsstationen des alten Gebäudes in das neue als Innenausstattung zu integrieren, aber die Gesamtästhetik des Neubaus zu erhalten.

Ganz klar: Für den Geldbeutel ist das keine rationale Entscheidung, immerhin bedarf es entweder eines weiteren Sets oder einer größeren „Steine und Teile“-Bestellung (für die ich mich entschieden habe) zusätzlich zu dem alten und dem neuen Krankenhaus. Da bewegt man sich locker im Bereich eines größeren Modular-Sets – hat aber andererseits für die eigene City etwas mehr Infrastruktur als nur Polizei und Feuerwehr.

Ich habe für die Erweiterung drei Ideen in Stud.io rasch zusammengeklöppelt, weitere Erkenntnisse werde ich dann beim Zusammenbau suchen. Es gibt die recht simple Variante eines dritten Geschosses, um noch etwas mehr in die Höhe zu kommen, alternativ die symmetrische Spiegelung des gesamten Gebäudes – oder eben eine andere Spiegelachse, sodass das Gebäude etwas mehr auffächert. In diesem Fall gibt es dann aber mehrere Bespielrichtungen. Meine siebenjährige Tochter hat sich anhand der Bilder jedenfalls schon entschieden: Sie möchte, dass wir zuerst die mittlere Variante bauen.

Im Bauvorgang selbst würde ich gern etwas mehr optische Abwechslung in die verschiedenen Teile bringen, vielleicht auch noch einen Gebäudeteil etwas verlängern. Schön fände ich es auch, einige Wände zu entnehmen, um (vor allem im Brückenbereich) größere Gänge und Räume aufzumachen. Eine Garage mit Rolltor für den Krankenwagen, wie sie ältere Sets hatten, oder ein Fahrstuhl zum Verbinden der Ebenen spuken auch noch in meinem Kopf herum, vielleicht eine Wanne für eine Wassergeburt, vielleicht ein kleines Bistro …

Wenn ich in den nächsten Wochen und Monaten etwas gebaut habe, aktualisiere ich gern den Artikel – so lange müsst ihr mit den drei Renderings vorliebnehmen.

Fazit zum neuen 60330 Krankenhaus

Ich war bei der Ankündigung des neuen Krankenhauses sehr gespannt – natürlich auch, wie es sich gegenüber meinem vorhandenen und beliebten älteren Modell schlagen würde. Am Ende ziehe ich ein gemischtes Fazit:

Das Modell schlägt sich als Gebäude im City-Kontext wacker und bietet für LEGO-Verhältnisse auch im Inneren gute Spielflächen. Leider lassen sich nicht alle Bereiche gut erreichen, hier fehlen mehr klappbare Ecken, abnehmbare Dächer bzw. Module oder eine filigranere Bauweise.

Die Minifiguren-Auswahl ist gelungen und groß genug zum Bespielen des Gebäudes, die beiden Fahrzeuge ermöglichen viele Spielsituationen. Für das, was man am Ende auf dem Kinderzimmerboden stehen hat, ist die UVP von 99,99 Euro allerdings üppig.

Das Krankenhaus-Setting ist eine schöne und friedliche Ergänzung der City-Institutionen und für die Kinder eine sinnvolle Hinführung an die Themen Gesundheitsversorgung, Notfall-Einsätze, Geburt und die Gefährlichkeit einer Stuntmen-Karriere. Die Abdeckung einer größeren Anzahl von medizinischen Bereichen wäre aber wünschenswert und auch spielfördernd gewesen.

Auch aus der Beobachtung meiner spielenden Kinder mit dem Set würde ich also zusammenfassen: Wenn ihr bereits ein City- oder Friends-Krankenhaus besitzt, solltet ihr genau hinschauen, ob euch die Spielfunktionen oder die Optik vom neuen 60330 Krankenhaus so sehr gefallen, dass sich die Investition wirklich lohnt. Vielleicht reichen ja auch ein paar neue Minifiguren, der 60343 Hubschrauber Transporter zum Patientinnentransport oder die Do-it-yourself-Erweiterung mit dem neuen Straßensystem aus?
Wer noch keine LEGO Klinik im Kinderzimmer besitzt, macht mit dem Kauf wenig falsch – vor allem, wenn man auf einen guten Rabatt lauert. Das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt, und vielleicht gibt es dann ja nicht schon das nächste Krankenhaus …

Nun interessiert mich aber eure Meinung! Wie gefällt euch das 60330 City Krankenhaus? Würden Kinder aus eurem Umfeld damit wohl gern spielen? Oder besitzt ihr selbst ein früheres LEGO Krankenhaus? Wie bewertet ihr den Vergleich der beiden aktuellsten Sets – kommt ihr zu denselben Bewertungen wie ich? Und was haltet ihr von meinen weiteren Umbau-Ideen? Wir sehen uns in den Kommentaren!

Über David 14 Artikel
Mitte 30, arbeitet in einer bayerischen Kulturinstitution und erkundet mit zwei Kindern die Welt. Hat 2016 durch DUPLO zurück zu LEGO gefunden und 2019 StoneWars entdeckt. Nun baut er die Blauröcke-Festungen und Piraten-Schlupfwinkel, von denen er als Kind geträumt hat.
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