LEGO Architecture Chinesische Mauer (21041) im XXL-Review

LEGO 21041 Review

Im Sommer 2018 ist die Chinesische Mauer (21041) in der Architecture-Reihe erschienen. In der LEGO-Produktbeschreibung steht der Hinweis, dass „durch Komibination mehrerer Modelle [..] sich das tolle Sammlerstück erweitern“ lässt. Das machte mich neugierig. Wie lassen sich die Modelle am besten verbinden? Wie sieht das verlängerte Modell aus? Diesen Fragen gehe ich in dieser Review mit drei Sets nach.

Allgemeine Infos zum Set und zur Mauer

LEGO hat die Architecture-Reihe 2009 ins Leben gerufen. In ihr werden laut LEGO  berühmte Bauwerke aus aller Welt nachgebildet. Laut Werbetext sind „die berühmten Bauwerke und einzigartigen Designs [..] eine originelle Deko-Idee für jedes Haus“. Der Schwerpunkt liegt bisher auf Sehneswürdigkeiten, die überwiegend in den USA und Europa beheimatet sind. Seit einigen Jahre erweitert LEGO die Palette um asiatischen Bauten.

Von Anfang an hat mich die Chinesischen Mauer fasziniert. Sie ist ein Bauwerk, dass sowohl architektonische und touristische Anziehungskraft besitzt. Im Jahr 1987 hat die UNESCO die Mauer zum Weltkulturerbe erklärt. Eine kurze Beschreibung der Geschichte bietet ebenfalls die Bauanleitung. Auf neun Seiten sind die wissenswerten Basisinformationen und Bilder zusammengetragen.

Die hochwertige Verpackung lässt sich nach dem Durchtrennen der Siegel problemlos öffnen. Mein Set wurde Mitte Mai 2019 in Ungarn hergestellt. Neben der Bauanleitung kommen fünf nicht nummerierte Tüten zum Vorschein. Die Kleinstteile sind nochmals in einer Mini-Tüte gesondert verpackt. Es sind Teile in elf Farben vorhanden. Gefühlt wirkt die Farbvielfalt auf mich jedoch gering. Das mag daran liegen, dass der Großteil der Teile in den Sethauptfarben gehalten ist: Dark Green, Tan und Schwarz.

Chinesische-Mauer-Review

Chinesische-Mauer-Review

Der Bau

Der Bau beginnt mit der Basis, die aus schwarzen Platten besteht. Der äußere Rand wird mit Fliesen verbunden und ist die spätere Umrandung. Der Schriftzug „Great Wall of China“ kann wahlweise in Englisch und/oder Chinesisch verbaut werden. Obwohl im Unterbau setfremde Farben verbaut werden, stört mich das nicht. Weiß, Grau und Braun lassen sich gut für weiteren Bauvorhaben verwenden.

Review-Chinesische-Mauer

Review-Chinesische-Mauer

Die Anleitung ist wie gewohnt gut verständlich. Die zu verbauenden Teile werden rot umrandet dargestellt, so dass jederzeit klar ist, an welcher Stelle gebaut wird. Nachdem auf der einen Seite der spätere Hügel vorbereitet wird, gilt es den flachen Teil zu verfliesen und die spätere Befestigung für den Talturm zu bauen. Dafür wird mit einigen Plate Modified eine Halterung geschaffen, an dessen Ende eine Kugel nach oben zeigt. Danach wird der Hügel fertig gebaut.

Review-Chinesische-Mauer

Review-Chinesische-Mauer

Der „Landschaftsbau“ wird nach 60 von insgesamt 112 Bauschritten abgeschossen. Jetzt beginnt der Bau der einzelnen Mauerabschnitte. Begonnen wird auf der Hügelseite. Zuerst werden die einzelnen Mauerstücke gebaut und zusammengeclippt. So entsteht eine flexible „Kette“. Das ermöglicht es, sie harmonisch in die Landschaft einzufügen.

Review Chinesische Mauer

Review Chinesische Mauer

Beide Mauerteile werden so eingefügt, dass die Enden auf den Hügel zusammentreffen. Dort wird der erste Turm installiert. Er wird mit normalen 1×4 Bricks auf den Hügelunterbau gesetzt. Die Umsetzung überzeugt mich. Die auslaufenden Ende werden geschickt im Turm versteckt. Gleichzeitig entsteht ein harmonischer Übergang zwischen den Mauerabschnitten, der typisch für das Bauwerks ist.

Review Chinesische Mauer

Review Chinesische Mauer

Der zweite Turm, der im Tal vorgesehen ist, ist dem ersten bautechnisch sehr ähnlich. Für die Befestigung ist im Innern eine Kugelaufnahme versteckt. Nach dem Einrasten ist der Turm fixiert und kann ausgerichtet werden. Zum Schluss wird der letzte Mauerabschnitt gebaut. Die einzelnen Elemente werden mit kleinen Hinge Plates verbunden. Auf diese Weise wird die geschlängelte Optik erzeugt. Nachdem die letzen Dekosteine positioniert sind, ist das Set fertiggestellt. Ein paar Kleinteile bleiben wie bei LEGO üblich als Ersatzteile übrig. Ich habe ca. 60 Minuten Bauzeit benötigt.

Review Chinesische Mauer

Review Chinesische Mauer

Zwischenfazit

Ich finde die Umsetzung ist sehr gut gelungen. Die typische Eigenschaft der chinesischen Vorlage, sich mit der Landschaft zu verbinden, wird schön umgesetzt. Die Enden der Hügelabschnitte werden elegant im Turm versteckt. Die bergige Topographie des Originals wird im Set gut wieder gegeben. Meiner Meinung nach ist die farbliche Abstimmung gut gewählt. Das fertige Set hat eine ruhige und im positiven Sinne unauffällige Farbkomposition. Die andersfarbigen Teile sind unsichtbar im Modell untergebracht. Die Anleitung lässt keine Fragen offen. Die Bauschritte sind durch eine rote Umrandung klar und deutlich dargestellt. Cool finde ich, dass die bedruckte Fliese „Great Wall of China“ auch in chinesischen Schriftzeichen beigelegt ist. Fertig aufgebaut habe ich folgende Maße für das Einzelset genommen (LxBxH): 27,0 x 9,5 x 11,5 cm.

Die Erweiterung

Wie in der Einleitung erwähnt, schreibt LEGO in der Produktbeschreibung, dass sich das Set durch Kombination mehrerer Sets erweitern lässt. Dafür habe ich das Set ein zweites Mal aufgebaut. Der Aufbau des zweiten Sets machte mir genauso viel Spaß wie beim Ersten. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr, da ich mich nicht so sehr auf die Anleitung konzentrieren musste und den Bau mehr genießen konnte.

Die Erweiterung erweist sich als einfach. Dafür löse ich an beiden Sets den Rand und die ersten 1×6 Fliesen. Die schwarzen Wegde Plates und die 1×6 Fliesen benötige ich nicht mehr. Für die Verbindung sind nur die 1×2 und 1×8 Fliesen notwendig. Damit das kombinierte Set eine symmetrische Anordnung in der Umrandung behält und stabil miteinander verbunden ist, entschließe ich mich, die 1×8 Fliese in der Mitte zu positionieren.

Review Chinesische Mauer

Review Chinesische Mauer

Das Zusammenfügen hat sich gelohnt. Das verlängerte Set gefällt mir noch besser als die „einfache“ Mauer. Nachdem ich mich entschlossen hatte, wo ich die Mauer hinstellen wollte, stellte ich beim Anheben fest, dass die Verbindung leider nicht stabil ist. Eigentlich ist das logisch. Das XL-Set wird nur durch die 1×8 Fliesen gehalten. Hier musste mir dringend eine Verbesserung einfallen.

Review Chinesische Mauer

Review Chinesische Mauer

Beim Blick in meine Teilesammlung fand ich schnell eine Lösung. Ich entschloss mich einfach eine 2×4 Plate in Dark Green (Bricklink-ID 3020) unter die Mauerabschnitte am Hügel zu setzen. Da das Teil hinten ohnehin nicht zu sehen ist, ist die Farbe nicht so wichtig. Falls ihr das Teil nicht zu Hause habt, könnt ihr es bei der nächsten Order im LEGO-Shop einfach mitbestellen. Ab 55 Einkaufswert ist der separate Versand kostenfrei. Nach dem Einfügen der Plate wird die Konstruktion sehr stabil. Das Set mißt nun (LxBxH): 52,5 x 9,5 x 11,5 cm

Review Chinesische Mauer

Nun wende ich mich dem Bau des dritten Sets zu. Obwohl ich das Set schon zweimal gebaut habe, finde ich es nicht langweilig. Der Bau hat für mich fast schon etwas Meditatives. Nach Fertigstellung des dritten Sets möchte ich alles zusammenfügen. Die Idee ist bleibt gleich: Der Rand und die daneben befindliche 1×6 Fliesen werden entfernt. Die 1×2 Fliesen und 1×8 Fliesen benutze ich wieder für die Verbindung. Die restlichen Steine wandern in meine Teilesammlung. Auch diese Verbindung ist nicht sehr stabil. Bei leichtem Anheben lösen sich die Fliesen sofort wieder ab.

Review Chinesische Mauer

Revie Chinesische Mauer

Meine Idee, eine stabile Verbindung zu erreichen, ist im Prinzip identisch. Da die beiden Mauerabschnitte auf einer Höhe gebaut sind, funktioniert es nicht, einfach eine 2×4 Plate unterzubauen. Zudem liegt die Stelle im Sichtbereich. Eine fremde Farbe würde sofort auffallen. Ich habe mich deshalb entschieden, die zweimal unter den Mauerteilen verbaut 2×2 Plate in Tan durch eine 2×4 Plate in Tan auszutauschen. So bleibt die Höhe unverändert und die Farbtreue bleibt erhalten.

Review Chinesische Mauer

Review Chinesische Mauer

Nach dem Miniumbau ist die Verbindung schön stabil. Das XXL-Set ist auf imposante 78 cm Länge angewachsen und stellt, wie ich finde, das Bauwerk in der richtigen Größe dar. Auf einen entsprechenden Regal wird es bestimmt ein Hingucker sein.

Review Chinesische Mauer

Meine Meinung

Mir hat der Aufbau der XXL-Version der Chinesischen Mauer sehr viel Spaß bereitet. Die Farbabstimmung des fertig aufgebauten Sets ist sehr gelungen. Der Aufbau stellt kein großes Problem dar. Die Anleitung ist sehr übersichtlich gestaltet und selbsterklärend. Besonders den Aufbau des zweiten und dritten Sets fand ich sehr entspannend. Die Verbindung der einzelnen Sets lässt sich einfach herstellen. Allerdings muss in Kauf genommen werden, dass ohne den kleinen Eingriff, die Schnittstelle nicht stabil ist. Nach dem Umbau ändert sich das. Die Verbindungen der Sets ist stabil. Ich freue mich über eine lange und würdige Variante des etwa 2.000 km langen Bauwerks. Ich schätze die gesamte Bauzeit auf ca. 2,5 bis 3 Stunden. Leider ist das Set schon auf der EOL-Liste zu finden.

Alle Daten zum Set:

  • Set-ID : 21041
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Erschienen: Sommer 2018
  • Teile: 551
  • UVP: 49,99 Euro
  • Teilepreis: 9,07 Cent/Stein
  • Bruttogewicht: 758 gr.
  • Bauzeit (einfach): ca. 60 Minuten mit 112 Bauschritten

Was meint ihr? Gefällt euch die Architecture-Serien auch so gut wie mir? Mögt ihr die Sightseeing-Modelle oder eher die puren Architecture-Sets? Was haltet ihr von der „Chinesischen Mauer“? Würdet ihr euch das Set auch mehrmals kaufen, um es dekorativ zu zeigen? Oder habt ihr andere Favoriten? Schreibt eure Meinungen hier in die Kommentare.

Über Oliver 9 Artikel
Familienvater, Fan des Classic Space, Technik-Begeisterter und Freund von Creator 3-in-1. Ständig auf der Suche nach den kleinen Besonderheiten im Lego-Sortiment und interessiert an den Hintergründen im Spielwarenmarkt.

8 Kommentare

  1. Die Farben im Untergrund fand ich sogar super. Weiß ist der Kalkstein des Untergrundgebirges und Braun die Erde. Daher fand ich es passend. 🙂
    (Und falls die Mauer in echt nicht auf Kalkstein steht … egal, so erklär ich mir trotzdem die Farben. :D)

  2. Witzige Idee! Leider war ich noch nicht an der chinesischen Mauer, sodass ich keinen Bezug dazu hab und sich kein Haben-Muss-Gefühl bei dem Set einstellt, auch wenn es sehr schön aussieht.

    Mein absolutes Lieblings-Architecture-Set ist das von San Francisco. Im Vergleich zu dem anderer Städte ist es tatsächlich eine Skyline, die ziemlich gut an das Original ran kommt, da nicht einfach nur Sehenswürdigkeiten aneinandergereiht sind.

  3. Sehr schön, aber da juckt es mich natürlich schon wieder in den Fingern, Erweiterungen einzufügen: Es sind halt sehr viele Türme und dafür recht wenig Mauer. Zunächst mal am rechten Ende, hier ist die Mauer sehr kurz. Das linke Ende könnte man am Wasser enden lassen, der sog. Drachenkopf am Pazifik. Zwischen Turm zwei und drei und auch zwischen vier und fünf vier Noppen verbreitern oder vier/sechs. Zwischen Turm eins und zwei und zwischen fünf und sechs könnte man zwei oder vier Noppen breit Mauerteile einfügen, bevor sie jeweils ansteigt. Stellenweise könnten dann auch die 1x4x1-Panels 30413 verwendet werden, die gibt es auch in tan.
    Dann ist die Mauer schnell bei über 90 cm Breite und es wird in den meisten Vitrinen eng.

  4. Finde die Idee „aus viele mach eine lange“ gut. Wenn man allerdings tatsächlich die UVP hernimmt sind 3 solche Mauerteile für 150€ wirklich ein überschaubarer Gegenwert. Dafür sind die Farben toll, aber am Ende ist mir die Mauer zu wenig um Platz dafür frei machen zu wollen.

  5. Ich, 32, bin erst seit diesem Jahr wieder dabei Lego zu kaufen und dieses Set war vor knapp nen halben Jahr mein aller erstes überhaupt. Da mich generell die asiatische Kultur interessiert und ich eher in die Richtung baue.^^

  6. Sieht schon gut aus. Allerdings gibt es viel schönere bzw interessantere Sets. Der Platz ist halt trotz eigenem Legozimmer enden wollend. Und ich würde niemals ein Set verstauen bzw. verkaufen, nur um ein neues/anderes aufzubauen und hinzustellen. Alle gebauten Sets landen bei mir in der Vitrine oder demnächst in meinem noch zu gestaltenden Diorama.

  7. Habe mir jetzt auch mal 2 Stück besorgt und es mach schon mehr her als eines alleine. Noch ein Tipp wegen dem Verbinden der Sets. Die Dreicksplatten Passen gedreht alle wieder in freien Raum und geben dadurch natürlich einen Besseren halt.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*