Star Wars: The Rise of Skywalker im Review: Die (spoilerfreie) Filmkritik eines Fans, der schon Episode VIII mochte

Ab heute ist endlich Star Wars: The Rise of Skywalker in den deutschen Kinos. Ich war gestern bei der Pressevorführung in Köln dabei und will in dieser (subjektiv geschriebenen) Review meine Meinung zum Film kundtun. Keine Angst: Dieser Beitrag ist spoilerfrei und enthält keine Details zur Handlung. Wer aber wirklich völlig unvoreingenommen in den Film gehen möchte, sollte dennoch erst einmal den Film sehen, bevor er überhaupt irgendwelche Reviews liest.

Bevor ich auf den Film eingehe: Meine Vorfreude auf The Rise of Skywalker war riesig, denn ich mochte auch The Last Jedi, der bei vielen Fans weniger gut ankam und seit seinem Release viel Kritik einstecken musste. Mehr denn je konnte man die Zuschauer sagen hören: „Das ist nicht mehr mein Star Wars!“

Einiges der Kritik gegenüber Episode VIII war gerechtfertigt, andere Äußerungen zu Episode VIII waren in meinen Augen aber einfach nicht fair dem Film gegenüber. Und da ich weiß, dass viele Star Wars Fans das anders sehen, will ich euch direkt zu Anfang beruhigen: Wer fürchtet, dass Episode IX die selben Fehler begeht, irrt sich. Ganz im Gegenteil: The Rise of Skywalker gibt sich fast schon aufopfernd viel Mühe, einige der größten Kritikpunkte seines Vorgängers zu vermeiden und gar auszumerzen.

Der Einstieg in die Handlung

Steigen wir ganz kurz in den Ausgangspunkt ein, an dem uns Episode VIII zurücklässt:

Am Ende von The Last Jedi ist der Widerstand extrem dezimiert und befindet sich vollständig an Bord des Millennium Falcons mit unbekanntem Ziel. Nach dem Tod von Supreme Leader Snoke ist Kylo Ren der neue Supreme Leader der Ersten Ordnung und setzt alles daran, seinen Machtanspruch zu festigen. Luke Skywalker hat ebenfalls (zur Enttäuschung vieler Fans) das zeitliche gesegnet, ist aber dabei der festen Überzeugung, dass er nicht der letzte Jedi ist. Rey befindet sich mit den heiligen Schriften des Jedi Ordens und mit beiden Teilen von Lukes Lichtschwert ebenfalls an Bord des Millennium Falcon.

The Rise of Skywalker setzt etwa ein Jahr später ein. Ein Jahr, in dem sich die Rebellion etwas erholen und Rey ein wenig trainieren konnte. Aber auch die Erste Ordnung war in der Zwischenzeit sicherlich nicht untätig. Dort startet der Film und legt direkt eine wahnsinnige Geschwindigkeit an den Tag.

Schon die Opening Credits von Episode IX legen ein gewisses Tempo vor und enthalten diesmal ungewöhnlich brisante Informationen für den Start eines Star Wars Films. Und darauf folgt eine erste Filmhälfte, die im Pacing nochmal anzieht und uns an verschiedene spannende und visuell beeindruckende Handlungsorte entführt. Nicht alle, aber einige davon waren in den Trailern zu sehen. The Rise of Skywalker schafft das übrigens vollkommen ohne dabei vermeintlich unnötige Handlungsstränge zu präsentieren, die die Handlung des Filmes nicht weiter bringen, was ja bei The Last Jedi noch ein großer Kritikpunkt war. Die zweite Hälfte des Filmes wird dann zwar etwas langsamer, dafür aber umso fulminanter.

Hat hier jemand Fanservice bestellt?

Wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt (also nach dem einmaligen Sehen des Filmes) etwas kritisieren kann, dann ist es die Tatsache, dass J.J. Abrams es mit dem Fan Service manchmal etwas zu gut meint. Dabei lässt sich der Fanservice in The Rise of Skywalker in zwei Kategorien unterteilen:

  • Anspielungen auf alte Filme
  • „Wiedergutmachungen“ für The Last Jedi

In beiden Kategorien gibt es Momente, die sehr gut funktionieren und mir Tränen aufs, oder zumindest ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Aber es gibt auch immer wieder Momente, die mich für einige Sekunden aus dem Film herausreißen und mich denken lassen: „Huch, das war aber jetzt sehr auffälliger Fanservice“. Das gilt zum einen für die Referenzen an Episode IV bis VI, aber zum anderen auch für die Szenen, die sich wie eine Entschuldigung für Episode VIII anfühlen. Und einige davon sorgten in unserer Pressevorführung sogar für jubelnden Applaus.

Abgesehen von diesen „Entschuldigungen“ schafft es J.J. Abrams an vielen Stellen aber vor allem auch, bisher offen gelassene Fragen aus The Last Jedi zu klären. In den meisten Fällen sind diese Erklärungen angebracht und sorgen dafür, dass The Last Jedi im Nachhinein als besserer Film angesehen werden dürfte. An manchen Stellen wären zumindest aus meiner Sicht aber auch keine Erklärungen nötig gewesen und man hätte Episode VIII für sich alleine stehen lassen können.

Insgesamt sollte Abrams damit endgültig sein Image des Regisseurs, der keine Enden schreiben kann, aus der Welt geschafft haben. Denn im Gegensatz zum Negativ-Beispiel Lost kümmert er sich im Finale der Star Wars Saga vor allem darum, offene Fragen zu klären, Kreise zu schließen und eine Saga aus 9 Filmen so abzurunden, dass ein großer Teil der bunt gemischten Star Wars Fans aller Altersgruppen zufrieden aus dem Kino gehen dürfte.

Und was ist mit LEGO?

Ich kann diese Review nicht zu Ende bringen um ganz kurz einen Blick auf die Frage zu werfen, ob es nicht noch coole LEGO Sets gäbe, die man auf Grundlage des Filmes veröffentlichen könnte. Schon in unserer Traileranalyse haben wir uns hier einiges angesehen und nach dem Schauen des Films kann ich sagen: Es gibt noch eine Menge zu tun.

Gerade in Sachen Raumschiffe bietet Episode IX noch jede Menge Potential für coole neue Sets. Aber auch einige Szenen sollten sich sehr schön als offizielles Set umsetzen lassen, oder werden zumindest großartige MOCs nach sich ziehen. Und ja, auch mindestens eine Minifigur muss eigentlich nochmal neu aufgelegt werden. Wir werden unsere LEGO Star Wars 2020 Set Übersicht natürlich ergänzen, sobald es hier weitere Infos geben sollte.

Fazit: Ein rundes Ende einer Saga

Das kürzeste Fazit, dass ich zu meiner Star Wars: The Rise of Skywalker Review ziehen kann ist folgendes: Ich verstehe nicht, wie und warum irgendjemand diesen Film nicht lieben sollte. Ich habe im Laufe des Filmes alle erdenklichen Emotionen mehrfach durchlebt: Ich habe gelacht, (innerlich) angefeuert, gehasst und an ein bis zwei Stellen auch Rotz und Wasser geheult. Und ich hatte ein Gefühl tiefer Zufriedenheit, als dann die End Credits eingeblendet wurden. Besser geht es für mich nicht.

Ja, der Film meint es mit dem Fan Service manchmal etwas zu gut und ja, auch The Rise of Skywalker weist wieder Parallelen zu den alten Star Wars Filmen auf. Aber das ist in vielen Fällen genau das, was die Fans sehen wollen. Denn was passiert, wenn man es ganz anders macht, zeigen die Reaktionen auf The Last Jedi. Manchmal wirkt der Film etwas gehetzt und bietet zu wenig Zeit für das, was gezeigt wird. Aber dennoch denke und hoffe ich, dass nach Episode IX viele Zuschauer aus den Kinos gehen und sagen können: „Das ist wieder mein Star Wars!“

Ich kann euch nur ermutigen: Selbst wenn ihr mit den bisherigen neuen Star Wars Filmen weniger anfangen konntet, solltet ihr The Rise of Skywalker eine ehrliche Chance geben. Der Film hat sie verdient. Wer zu einem späteren Zeitpunkt meine ungefilterte Meinung zum Film hören will, der sollte den StoneWars Podcast abonnieren. Denn da wird zwischen Weihnachten und Neujahr eine Sonderfolge mit einer umfangreichen Spoiler-Review online gehen.

Über Lukas Kurth 2040 Artikel
LEGO Liebhaber und Star Wars Fan seit der frühen Kindheit. Begeisterungsfähig und immer Kind geblieben. 31 Jahre alt, studierter Maschinenbauingenieur und der Mensch und Gründer hinter StoneWars.de
114 Kommentare
Ältester
Neuester Bestbewertet
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare