Alte Klassiker neu aufgelegt: Rückblick auf die Legends-Serie und LEGO 10000 Guarded Inn im Classic Review

LEGO 10000 Guard Inn Review Titelbild

Vereint unter dem Label „LEGEND“ wurden ab 2001 einige Klassiker aus den Jahren 1978 bis 1995 wieder aufgelegt. Im Zuge dieser bis heute einzigartigen Aktion kamen etliche Jahre vor dem Taj Mahal oder der Saturn V bereits ausgelaufene Set exklusiv zurück in den LEGO Onlineshop. Heute möchte ich euch das erste Set dieser Reihe präsentieren: LEGO 10000 Gasthaus mit Rittern!

Neben der besonderen Stellung innerhalb des LEGO Portfolios hat das Set auch für mich eine ganz spezielle Bedeutung: Das Gasthaus war eines der ersten LEGO Sets, die ich als Kind zum Geburtstag geschenkt bekam, und gehört dadurch für mich schon immer zu LEGO dazu, egal ob aufgebaut oder als Teilefundus für eigene Kreationen.

Neben dem Gasthaus war im Rahmen der Legends-Reihe unter anderem auch der „Metroliner“ von 1991 erhältlich (nun unter der Nummer 10001), den Ergänzungswaggon gab es unter der Nummer 10002 gleich passend dazu. Ein Jahr später erschien die ehemalige „6074 Black Falcon’s Fortress“, die wie das Gasthaus aus dem Jahr 1986 stammt, unter der Nummer 10039. Auch die Black Seas Barracuda (Neuauflage: 10040) und einige weitere Sets durften im Kreis der Legenden natürlich nicht fehlen. Alle neu aufgelegten Sets entsprachen dabei bis auf minimale Details exakt ihren Vorbildern.

Zeitgleich wurden auch zwei Themenreihen (teilweise) wieder ins Sortiment genommen: LEGO Western und die Insulaner erschienen allerdings mit Setnummern im Bereich der ursprünglichen Serie und ohne speziellen Hinweis auf der Verpackung.

LEGO Legends – der erste Fanservice

Bevor wir uns dem Gasthaus widmen, möchte ich noch ein wenig auf die Hintergründe der Legends-Reihe eingehen. Neben dem Auslöser für die Wiederauflage bestimmter Sets sind dabei vor allem die Reaktionen aus der damals bereits bestehenden Online-Community interessant. Doch alles der Reihe nach!

Brad Justus und die AFOLs

Am 8. Juni 2001 ließ Brad Justus im LUGNET eine Bombe platzen:

Okay, so it's still June. Let's just say that we're as eager to announce
this as you are to hear about it. So without further ado...

LEGO Direct is pleased to announce the arrival of a new product series: LEGO
Legends. LEGO Legends are reissues of landmark LEGO sets — perhaps the
first set in a particular playtheme, or a set widely acknowledged as a
superlative building experience, or perhaps simply a much beloved set.

And the first LEGO Legend is (the envelope please)…

The Guarded Inn (set #6067). […]

The Guarded Inn is only one of what will be a very active LEGO Direct
exclusive product assortment -- you've already had a taste of what is to
come with our trains and the Sopwith Camel. [...]
Play Well!

— Brad

Deutsche Übersetzung

(Übersetzung von StoneWars)

Okay, es ist immer noch Juni. Sagen wir einfach, dass wir genauso begierig darauf sind, es anzukündigen, wie ihr darauf, es zu hören. Also ohne weitere Umschweife…

LEGO Direct freut sich, die Ankunft einer neuen Produktserie ankündigen zu können: LEGO Legends. LEGO Legends sind Neuauflagen bahnbrechender LEGO Sets – vielleicht das erste Set einer bestimmten Themenreihe, oder ein Set, das weithin als ein Bauerlebnis der Superlative bekannt ist, oder einfach ein sehr beliebtes Set.

Und die erste LEGO Legend ist (den Umschlag bitte)…

Das Gasthaus mit Rittern (Set #6067). […]

Das Gasthaus mit Rittern ist nur ein Teil eines großen LEGO Direct exklusiven Produktsortiments – einen Vorgeschmack auf das, was kommen wird, habt ihr bereits mit unseren Zügen und der Sopwith Camel erhalten. […] Spielt gut!

— Brad

Das LUGNET (LEGO Users Group Network), ein 1998 von zwei LEGO Fans gegründete Onlineforum, war zur damaligen Zeit eine der größten internationalen Anlaufstellen für LEGO Enthusiasten. Brad Justus hingegen, der Verfasser des Posts, arbeitete für LEGO und war ein Pionier im Hinblick auf die Vernetzung der Firma LEGO mit ihren erwachsenen LEGO Fans (AFOLs). Als Senior Vice President von LEGO Direct war es seine Aufgabe, die Vernetzung von AFOLs weltweit zu etablieren und aufzubauen. Die Aufgabenfelder von LEGO Direct beschrieb er Ende 1999 folgendermaßen:

LEGO Direct embraces all the company’s direct-to-consumer efforts on a global basis, both on- and off-line: [email protected], our Internet presence(s), e-commerce, LEGO clubs worldwide, community building activities, and more.

(Übersetzung von StoneWars: LEGO Direct umfasst alle Bemühungen des Unternehmens im Bereich Direct-to-Consumer auf globaler sowohl on- als auch offline: [email protected], unsere Internetpräsenz(en), E-Commerce, LEGO Clubs auf der ganzen Welt, gemeinschaftliche Bauaktivitäten und vieles mehr.)

In Newsrooms wie „lugnet.lego.direct“ (2000 zum LUGNET hinzugefügt) konnten sowohl Anregungen und Fragen an LEGO gestellt werden als auch Informationen von der Firma an die Fans weitergegeben werden. Diese Art Forum wurde später in das von LEGO selbst gegründete „LEGO Ambassador Network“ übertragen, das die Kommunikation zwischen dem Unternehmen LEGO und den zahlreichen weltweit vertretenen LEGO User Groups (RLUG) und anerkannten LEGO Fan Medien (RLFM) auf eine offiziellere Stufe stellte.

Das Potential einer neuen Zielgruppe

Ende der 90er-Jahre wurde die Vernetzung Gleichgesinnter aus der ganzen Welt über das Internet immer einfacher und populärer. Auch viele erwachsene LEGO Bauer und Sammler konnten somit feststellen, dass sie keinesfalls alleine waren, sondern einer großen Gruppe Fans angehörten. Neben den aktuellen Produkten waren natürlich auch die Sets vergangener Jahrzehnte ein großes Thema, vor allem solche, die nostalgische Erinnerungen an die eigene Kindheit auslösten. Dementsprechend gab es auch vor über zwanzig Jahren schon einen regen Handel mit nicht mehr erhältlichen Sets – zu den entsprechenden Preisen. LEGO als Unternehmen entdeckte die erwachsene Zielgruppe bereits vor zwei Jahrzehnten mehr und mehr für sich und brachte neben einer groß angelegten Zugreihe die Sculptures-Themenreihe auf den Markt, eine Art Vorgänger der Creator Expert Serie. In dieser Reihe erschienen 2000 und 2001 insgesamt fünf Sets, darunter ein selbst-konfigurierbares Mosaik (3443), die Freiheitsstatue (3450) und die Sopwith Camel (3451), die auch im obigen Statement erwähnt wird.

Jake McKee, zu dieser Zeit einer der Mitarbeiter von Brad Justus, erzählte in einem „Ask Me Anything“ Folgendes:

I helped to create products that appealed to the “small” market of “not boys 7-12” because I just knew that if we could get nerd friendly sets out there, we’d have a massive audience of buyers all over the world.

(Übersetzung von StoneWars: Ich half dabei, Produkte zu entwerfen, die den „kleinen“ Markt von „Nicht-Jungen zwischen 7 und 12 Jahren“ ansprachen, denn ich wusste einfach, dass wir eine enorme Käuferschaft weltweit erreichen könnten, wenn wir Nerd-freundliche Sets rausbringen.)

Eine Neuauflage beliebter und begehrter Sets, die seit langem nicht mehr verfügbar waren, würde also eine große Käuferschicht ansprechen. Ein Zusammenhang mit der Mitte der 90er-Jahre beginnenden finanziellen Krise des Unternehmens lässt sich nicht direkt belegen, zumal sich die wirtschaftliche Situation zwischen 1998 und 2002 durch die Einführung der Themenwelten Star Wars, Bionicle und Harry Potter zunächst etwas erholte. Beliebte Sets ohne Designkosten erneut auf den Markt zu bringen, dürfte dem Unternehmen jedoch auch nicht geschadet haben.

Fanvotes

LEGO ging in der Folge sogar noch einen Schritt weiter und ließ mehrmals über die zukünftigen Legends-Sets abstimmen. Im April 2002 startete die erste Abstimmungsrunde mit fünf zur Auswahl stehenden Sets:

  • 375 Castle
  • 6074 Black Falcon Fortress
  • 6285 Black Seas Barracuda
  • 6390 Main Street
  • 6941 Battrax (Blacktron)
Die Black Seas Barracuda (6285) von 1989 war der erste Gewinner der Fanvotes zu zukünftigen Legends-Sets

Als Sieger ging die Black Seas Barracuda hervor – wer wissen möchte warum dieses Set so legendär ist, sollte sich einmal Zeit nehmen, Jens‘ Review von diesem Set zu lesen. Die weiteren Platzierungen wurden nicht genau bekannt gegeben, neben dem Piratenschiff kamen jedoch auch die 6074 Black Falcon Fortress (2002 als 10039) und die 6390 Main Street (2003 als 10041) zurück. Aufgrund des komplexeren Produktionsprozesses der Barracuda landete die Black Falcon Fortress im Oktober des gleichen Jahres sogar als erstes dieser Sets im LEGO Online Shop. Erstaunlicherweise schaffte es bis zum Schluss kein klassisches Space-Thema in die Legends-Reihe.

Neuauflagen – des einen Freud, des anderen Leid

Der auch damals schon florierende Sammler- und Zweitmarkt nahm die Ankündigung jedoch nicht nur positiv wahr. Während die Kommentare unter der Ankündigung im LUGNET durchweg positiv und begeistert klangen, sah es in manchen Foren anders aus. Viele AFOLs hatten die Origiale der neu aufgelegten Sets zuvor bereits für ein Vielfaches der nun von LEGO aufgerufenen UVP gezahlt, um solche Schätze in der Sammlung zu haben. Andere beschwerten sich über die mangelnde Kreativität, wieder andere übten sich in hämischer Schadenfreude aufgrund der gefallenen ebay-Preise. Einen Thread mit Reaktionen auf die Ankündigung findet ihr zum Beispiel noch im Forum von 1000Steine.

Würde man die Ankündigung und die Reaktionen darauf ohne Nennung der Jahreszahlen zeigen, würden die allermeisten wohl auf eine aktuelle Setvorstellung tippen. Dass sich die Kritikpunkte und die Abneigung gegen hohe Wiederverkaufswerte bei ebay und Co. kaum von heutigen Kommentarspalten unterscheiden, zeigt jedoch, dass sich im Laufe der letzten 20 Jahre auf beiden Seiten der Diskussion wenig verändert hat.

LEGO 10000 Guarded Inn

Nachdem das Legends-Programm in die Wege geleitet war, erschien im Spätjahr 2001 das erste Set dieser Reihe: Das altehrwürdige „Guarded Inn“, im deutschen als „Gasthaus mit Rittern“ bezeichnet, machte den Anfang mit der Setnummer 10000.

LEGO 10000 Guarded Inn 13

„Nach einem anstrengenden Tag, an dem die Ritter gegen Drachen gekämpft und Prinzessinnen gerettet haben, ruhen sie sich im Wirtshaus aus und planen dort die Abenteuer für den nächsten Tag!“. So lautet der Beschreibungstext des Sets im [email protected] von 2001. Erstmals erschienen ist dieses Modell jedoch bereits 1986 und wurde damals im deutschen LEGO Katalog als „6067 Wachhaus mit Pferdestall, Burgmauer, Wachposten, Burgfräulein, Ritter und Pferd“ beschrieben.

Alle Details zum Set im Überblick:

  • Setnummer: 10000
  • Englischer Name: Guarded Inn
  • Deutscher Name: Gasthaus mit Rittern
  • Reihe / Themenwelt: „LEGEND“
  • Erscheinungsjahr: 2001
  • Preis (UVP): 49,95 DM (ab 2002: 24,99 Euro)
  • Anzahl Steine: 246
  • Teilegewicht: 313 Gramm
  • Preis/Stein: 10,16 ct
  • Preis/Gramm: 8,00 ct
  • Anzahl Minifiguren: 4

Verpackung

Die Besonderheit der Serie spiegelt sich bereits stark in der Verpackung wieder. Diese ist, sehr untypisch für LEGO Sets, komplett in Schwarzweiß gehalten und trägt den Schriftzug „LEGEND“, sowie einen kleinen Hinweis auf das Originalset, das als Vorlage diente.

LEGO 10000 Guarded Inn 1

Die Rückseite weicht noch stärker vom gewohnten Design ab, statt den üblichen Spielfunktionen (oder früher auch Umbaumöglichkeiten) ist einfach nur der damalige Slogan von LEGO „just imagine…“ zu sehen. Zudem weist die Verpackung noch auf die Webseite der Firma hin, was im Jahr 2000 noch etwas notwendiger war als in der heutigen Zeit.

LEGO 10000 Guarded Inn 2

Verpackungsfehler

Ein interessantes Detail bei diesem Set ist, dass LEGO im Produktionsprozess ein Verpackungsfehler unterlief, wodurch ein bedrucktes Pferd aus dem ebenfalls wieder aufgelegten Western-Thema statt des einfachen weißen Pferdes in der Box enthalten war. Dieser Fehler fiel jedoch rechtzeitig auf, sodass allen Bestellungen noch ein einzeln verpacktes, weißes Pferd mit in den Versandkarton gelegt wurde. Durch den exklusiven Vertrieb über den LEGO Onlineshop ließ sich das Problem dadurch recht einfach in den Griff bekommen und alle Käufer konnten sich über ein zusätzliches Tier freuen.

Bauanleitung

Die Anleitung wurde aus dem Jahr 1986 mit angepasster Setnummer übernommen. Zudem fehlt die in den 80ern übliche „LEGOLAND“-Banderole in der linken Ecke, weshalb das LEGO Logo von rechts nach links wandern konnte.  Durch die klassische Anleitung ergibt sich ein sehr direkter Einstieg in das Bauerlebnis ohne Cover, Vorwort der Designer oder Hinweise auf nummerierte Beutel und die Benutzung eines Steinetrenners.LEGO 10000 Guarded Inn 6

Der gesamte Aufbau umfasst zudem nur 30 Bauschritte. Da es damals noch nicht üblich war, die verwendeten Teile bei jedem Bauschritt anzugeben, muss man ganz schön aufpassen, um nichts zu übersehen. Hier ein kleiner Einblick in die erste Doppelseite der Anleitung:

LEGO 10000 Guarded Inn 7

Minifiguren

Dem Set liegen insgesamt vier Minifiguren und ein weißes Pferd mit gelbem Sattel bei. Neben zwei Wachen sind auch ein Ritter und (laut LEGO Katalog von 1986) ein Burgfräulein enthalten, wobei ich diese Figur eher als Gastwirtin bezeichnen würde. Die Wachen unterscheiden sich zudem in ihrer Bewaffnung. Der Bogenschütze kann das Gasthaus vom Aussichtsturm aus bewachen, während die zweite Wache die Stadtmauer patrouilliert.

LEGO 10000 Guarded Inn 3

Alle vier Figuren besitzen das LEGO Standardgesicht mit freundlichem Lächeln. Das erste abweichende Gesicht kam erst drei Jahre nach der Erstauflage dieses Sets auf den Markt. Zudem besitzen alle einen auf der Vorderseite bedruckten Torso, zwei Figuren sind zudem noch mit einem bedruckten Schild ausgestattet. Neben dem Köcher des Bogenschützen, der bis in die heutige Zeit überlebt hat, haben auch der blaue Ritter und die Wirtin weitere Accessoires spendiert bekommen: die ersten Umhänge für Minifiguren, damals noch aus Kunststoff. Diese Elemente wurden erst Mitte der 90er-Jahre nach und nach durch Umhänge aus Stoff abgelöst.

LEGO 10000 Guarded Inn 4

Die neutralen Gesichter und die Tatsache, dass LEGO die Parteien nicht von vornherein in „Gut“ und „Böse“ eingeteilt hatte, ergaben in der Ritterwelt von 1986 viele Spielmöglichkeiten. War der blaue Falkenritter ein gern gesehener Gast im Wirtshaus auf dem Weg zu seiner Burg? Oder gab es Angriffe der Falkenritter auf die Stadtmauer und damit das Gasthaus, derer sich die Löwenritter erwehren mussten? Das alles blieb in den 80ern und durch die Neuauflagen auch Anfang des Jahrtausends den Kindern selbst überlassen. Heute würde man wohl auch eine bedruckte Rückseite der Torsos, bedruckte Beine und individuelle Gesichter erwarten. Doch mir sagt der Charme der damaligen Figuren nach wie vor zu, obwohl ich bereits mit einer Vielzahl an individuell gestalteten Minifiguren aufgewachsen bin.

Das Gasthaus

Kommen wir nun zum eigentlichen Modell. Das Gasthaus selbst ist in roter Fachwerkoptik gehalten und besitzt eine blaue Eingangstür. Auf dem Dach befindet sich ein Aussichtspunkt mit Zinnen, der von einer rot-gelben Fahne (den Farben der Löwenrittern) geziert wird. An der linken Seite des Gasthauses verläuft eine Stadtmauer mit recht langem Wehrgang, unter dem noch etwas Platz vorhanden ist, der beispielsweise als Stall genutzt werden kann. Um auf die Bewirtungsmöglichkeit aufmerksam zu machen, ist am Schornstein zur Straße hin noch ein Schild angebracht.

LEGO 10000 Guarded Inn 8

Die Rückseite des Gebäudes ist offen und ermöglicht einen Einblick in das Innere. Neben einem angedeuteten Ofen ist das Gasthaus mit genau einem Tisch und einem Stuhl (dargestellt durch einen 2×2 Stein) ausgestattet.

LEGO 10000 Guarded Inn 9

Die Fassade der Stadtmauer ist 20 Noppen lang und besitzt an beiden Enden Technic-Steine, um eine Verbindung mit anderen Sets aus der damaligen Zeit zu ermöglichen.

LEGO 10000 Guarded Inn 11

Die vordere Fassade der Schenke lässt sich durch zwei verbaute Scharniere aufklappen, wodurch der Innenraum von beiden Seiten bespielbar wird.  Das Fenster im Dachgiebel ist mithilfe von zwei umgedrehten 1×1 „Lampensteinen“ realisiert und die Seitenwand und die Front besitzen gelbe Fensterläden, die sich auf- und zuklappen lassen.

LEGO 10000 Guarded Inn 10

Der vorbeikommende Falkenritter kann beispielsweise im Gasthaus einkehren, um sich zu stärken und von der Reise zu erholen. Sein Schild kann zur Aufbewahrung an einem 1×1 „Lampenstein“ befestigt werden, während das Pferd zwischen Stadtmauer und Gasthaus Platz findet.LEGO 10000 Guarded Inn 12

Verwendete Teile

Bei der Veröffentlichung eines neuen Sets heben wir gerne die neuartigen oder besonderen Teile hervor. Auch bei alten Sets lohnt sich dieser Blick manchmal. Hier sollte man natürlich alles in Relation zur damaligen Zeit sehen, 1986 umfasste die LEGO Palette weit weniger Teile als heute. Es fällt sofort auf, dass sehr viele „Standard“-Teile – wie 1×1, 1×2, 1×4, 1×6, 2×2 und 2×4 Steine – verbaut sind, ebenso verhält es sich mit den Platten und Dächern (zum Beispiel sieben 2×8 Dachsteine in Schwarz). Aus heutiger Sicht wäre wohl kaum etwas Besonderes dabei. Und doch würde solch ein Set sicher viele benötigte Steine und Platten liefern können, die bei Bricklink bestellt werden, weil man sie nicht immer in entsprechender Anzahl aus den verfügbaren Sets beziehen kann. Auffällig ist auch, dass in diesem Set alle damals verfügbaren (nicht transparenten) Farben verwendet wurden: Weiß, Schwarz, Rot, Blau, Gelb, Grün, Braun, Hellgrau und Dunkelgrau, letztere natürlich noch in den alten Farbtönen „Light Grey“, „Dark Grey“ und „Brown“.

Die im Rahmen der „Legends“-Reihe wieder aufgelegten Sets entsprachen nahezu exakt ihren originalen Vorbilder. Viele der früher genutzten Formen waren auch kurz nach der Jahrtausendwende noch in Gebrauch oder zumindest noch nicht allzu lange vorher in regulären Sets verwendet worden, sodass dies kein so großes Hindernis darstellte, wie es heutzutage bei einigen mittlerweile ausgelaufenen Elementen aus den 1980er-Jahren der Fall wäre. Einzig der gelbe Pferdesattel wurde von einer Ausführung mit nur einem Clip an der Seite (1984-1990) zur neueren Version mit Clip an beiden Seiten (ab 1990) geändert.

Das Guarded Inn war 1986 eines der ersten Sets, in dem Kelche verwendet wurden. Ebenso war es eines von nur zwei Sets im kompletten Jahrzehnt der 1980er-Jahre, in dem der schwarze Winkelfirst (auf dem Dachfenster verbaut) enthalten war.

LEGO 10000 Guarded Inn 15

Wichtig für die damalige Bauweise waren vor allem zwei spezielle Teile: das 2x5x6 Wand-Paneel (und die zugehörigen Eckteile) und der 1×4 Hinge Brick (Scharnier). Mit Ersterem konnten große Mauern schnell (und vermutlich günstig) aufgebaut werden, das Scharnier ermöglichte ein Öffnen der Wände. Dadurch konnten, wie beispielsweise im Set „6077 Forestmen’s River Fortress“, von vier Seiten geschlossene Gebäude gebaut wurden, die sich aufklappen ließen, um einen Zugang zum Bespielen zu ermöglichen. Die Burg „6074 Black Falcon’s Fortress“ ist ebenfalls nach diesem Prinzip aufgebaut.

Des Weiteren fallen natürlich auch die bedruckten Teile ins Auge: Die Paneele in rotem Fachwerk gab es einzig und alleine in diesem Set (1986 und 2001), in der Black Falcon’s Fortress waren sie außerdem in Gelb verbaut. Das bedruckte graue Paneel mit gemauertem Fensterbogen kam damals zwar in einigen Sets vor, regulär zum letzten Mal jedoch 1990 (abgesehen von der späteren Neuauflage). Auch das Eingangsschild mit dem Gasthauswappen in LEGO Kelch-Optik war exklusiv in diesem Set enthalten. Das Design, bestehend aus zwei Kelchen und Weintrauben, wurde 2020 beim Set 21322 Pirates of Barracuda Bay als Hommage an das alte Set ebenfalls für das Schild über der Schenke verwendet.

LEGO 10000 Guarded Inn 16

Fazit

Auch ohne (aus heutiger Sicht) besondere Bautechniken macht der Aufbau durch die ungewohnte Art der Anleitung Spaß und bietet viel Abwechslung. Zudem muss man immer aufpassen, keinen Stein zu übersehen, da die Änderungen weder angegeben noch umkreist sind. Besonders zu Beginn beim Setzen der ersten Steine auf die 6 x 16 Platte ist Vorsicht geboten, um keinen Fehler zu machen.

LEGO 10000 Guarded Inn 13

Die aus heutiger Sicht fehlenden Details werden bei Fans natürlich durch den Nostalgie-Faktor und die Besonderheit einiger nicht mehr erhältlicher Teile ausgeglichen. Zudem sind alle Minifiguren bestens mit Utensilien ausgestattet (Bogen, Lanze, Schwert, Schild, Kelche, Bratpfanne) und ein Pferd ist ebenfalls enthalten. Durch die neutralen Figuren ohne Wertung ihrer Zugehörigkeit bleibt vieles offen und man kann sich eine eigene Welt gestalten. Direkte Spielfunktionen bietet das Set zwar nicht, die offene Rückwand, die aufklappbare Front, der Stall, der Wachturm und die Mauer bieten aber viel Spielfläche. Ich verstehe auf jeden Fall, warum genau dieses Set in die Legends-Serie aufgenommen wurde: Die Figuren, die Fachwerk-Paneele und die Bauweise sind quasi eine Blaupause für die Ritter-Themenwelt der 80er Jahre.

Eine erneute Serie mit exakt neu aufgelegten Klassikern würde heute aber vermutlich ebenfalls geteilte Reaktionen auslösen. Die begehrten „Klassiker“ würden sich dann zwar eher an Sets wie dem Emerald Night (10194) oder dem Café Corner (10182) orientieren, wer dafür jedoch bereits viel Geld ausgegeben hat, dürfte weniger erfreut sein. Ein Mittelweg, etwa überarbeitete und modernisierte Versionen beliebter Sets, könnte vielleicht den größten Anklang finden. Die Fokussierung auf AFOLs und verschiedene Fangruppen ist im Vergleich zu 2001 auch um einiges größer und so dürfen wir gespannt sein, ob LEGO sich nochmal an eine Klassik-Serie heranwagt.

Nun seid ihr an der Reihe! Kanntet ihr die Legends-Reihe und die Neuauflagen einiger Sets Anfang des Jahrtausends? Oder besitzt ihr vielleicht sogar noch das Original-Gasthaus aus dem Jahr 1986? War jemand aus unserer Leserschaft bereits damals in Foren aktiv und hat die Diskussionen um die neu aufgelegten Sets mitverfolgt? Und wie bewertet ihr solche Sets aus heutiger Sicht: Überwiegt der Nostalgie-Faktor oder haben sich die Bautechniken zu stark weiterentwickelt und lassen das Modell buchstäblich alt aussehen? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Über Tobias 21 Artikel
Als Star Wars Fan kaufte er sich als Kind von seinem ersten Taschengeld Luke's Landspeeder (7110) und kam während des Studiums durch das Modell der Saturn V zurück zu LEGO.

42 Kommentare

  1. Mal schauen was so alles kommt, scheinbar im Gegensatz zu den meisten Afols kann ich mit pirates und Rittern nicht viel anfangen.

    Aber wenn blacktron s battrax kommt na dann wirds teuer.

    Alles was space related ist spricht mich grundsätzlich an.

  2. Ich war leider damals noch in den Dark Ages und habe die Sets verpasst. Das Inn und die Falkenburg hätte ich gerne. Vor allem die Burg, da ich diese selbst hatte. Allerdings sammle ich Lego Steine und Figuren und es gibt jedes Jahr so viele hervorragende Sets das ich noch keine EOL Sets gekauft habe.
    Und Falkenritter gibt es aktuell.
    Zum Glück hat mich Herr der Ringe aus den Dark Ages geholt.
    Sonst würde das vermutlich anders aussehen.
    So baue ich lieber an meiner eigenen Falkenburg als ein bestimmtes Set zu haben.
    Und abgesehen von der Nostalgie gefällt mir gebautes Fachwerk wie bei der Schmiede besser als die Formteile mit Druck.

  3. WOW 🤩 toll dass es sowas mal gab! Das war in I’m meinen tiefsten DarkAges, wo ich andere Sachen im Kopf hatte! Das erklärt auch warum ich für meine Baracuda zwei Anleitungen gefunden habe! Toll, danke für den Artikel! 😊

    • Ihr seid der Super! Gestern noch im Rätsel, heute im Review. Schade, dass die Ritter so an mir vorbei gegangen sind früher. Euer Review macht Lust die Sets mal zu bauen.

  4. Tolle Review!

    Das Set kannte ich nicht, weder Original, noch Neuauflage.
    Anfang der 90er dazugestoßen und 2000 in die Darkages verschwunden lag meine Zeit genau dazwischen. Die Burg mit den gelben Fachwerkpanels hatte (und habe) ich allerdings 🙂

    Interessant auch, dass sich die Community wenig verändert hat.

    Danke fürs Schreiben – das Lesen hat Spaß gemacht!

  5. Seher schöner Artikel. Für das Inn war ich erst zu jung und dann schon gerade so in meinen Dark Ages, das Set (und die anderen Neuauflagen) habe ich also gar nicht mitbekommen. Da eröffnen sich ja ganz neue Möglichkeiten 😛

    Neuauflagen die ich mir wünschen würde gäbe es einige. Die alten Castle Serien hatten schon viel Schönes dabei, gerade auch das Ninja Unterthema das erst kurz vor meinen Dark Ages rauskam finde ich bis heute klasse.

    Oder die alte rote Abschussrampe der Nasa mit Rakete und Shuttle, da würde mich ne Neuauflage auch sehr freuen, meiner fehlen leider doch zu viele Teile.

    • Die späten 1990er scheinen aber von den Sammlern eh noch nicht so extrem überrannt zu sein, das das wirklich als „legendär“ durchgeht. Von den Ninja hab ich mir gerade mal spontan die 6045 für 20€ geangelt – für Castle mit 112 Teilen und 3 Figuren ist das ja vergleichsweise nachgeworfen. Auch bei „Xtreme Team“, „Res-Q“ (Wortspiele dieser Art waren damals voll „in“, oder?) und selbst der Arktis-Serie aus 2000 hab ich zuletzt tolle Fänge gemacht 🙂

      • Oh. Res-Q fand ich auch super. Da muss ich tatsächlich mal gucken ob ich die Sets nicht sogar noch vollständig habe.

        Vielleicht sind die Kinder von damals einfach noch nicht alt genug oder wir machen nur einen extrem kleinen Teil der AFOL-Szene aus.

      • Die Adventurers von 1998 würde ich schon zur Gruppe der „überrannten“ und legendären Themenwelten zählen. ResQ, Xtreme oder Ninja kenne ich aus meiner Kindheit (bzw. aus den damaligen Katalogen und von Flohmärkten früher), aber die Themen hatten recht kurze Laufzeiten und waren generischer, also ohne Charaktere wie Joe Freeman und ohne mitgelieferte Storyline. Durch aufkommende Themen wie Star Wars wurden die kleineren Themenwelten ab 1999 dann auch etwas in den Hintergrund gedrängt. Aber aus der Zeit von 2000 bis 2010 könnte hier im Blog in den nächsten Jahren noch das ein oder andere Thema vorgestellt werden 😉

        • Stimmt, die Adventurers hatte ich jetzt gar nicht auf dem Schirm – die sind damals natürlich der ganz große Renner. Außerdem gab es 1998 und 99 nochmal zwei ganz coole Space-Serien, die aber ob der Unmengen an Sonderteilen keine Chance für eine Neuauflage hätten. 2000 dann noch Rock Raiders, was wohl auch ganz gefragt ist.
          Die nächsten beiden Jahre sind dann wirklich finster (nur die Anfänge der Lizenzserien kann man sich überhaupt antun) und 2003 melden sich die Adventurers zurück und das gleich mal mit ein Sets cooler als das andere 😉

  6. Ich finde nicht, dass Lego auf Sammler Rücksicht nehmen sollte. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man viel Geld für ein altes Set ausgegeben hat, das neu aufgelegt wird, aber an erster Stelle sollte der Spielspaß stehen. Aus meiner Sicht ist dieses Set großartig.

    • Sammel zwar das eine oder andere und kaufe auch das eine oder andere teuer auf dem Zweitmarkt, wenn ich Lust drauf habe…

      Trotzdem kann man da nur zustimmen…Spielspaß first! S-P-I-E-L-S-P-A-S-S FIRST! 😉Und etwas Schönes soll ruhig auch mal wiederkommen!

    • genau mein Standpunkt aber hui wurde ich unter einem video über die „mr Gold“ minifigur angegangen weil ich gesagt habe „warum produziert lego nicht einfach mehr davon“

      „@Brick Chef probably the chance of getting sued. Some people spend a lot of money to get that rare collectable or if they were unlucky with it (which was probably most people) tried to. if it’s no longer rare they could argue that in court and chances are pretty big they would have won.“

      war eines davon und da bin ich aus der diskussion ausgestigen weil hui o0 wenn eine firma nicht mehr entscheiden darf wie undob sie von etwas noch mehr macht.

      aber es ist ja egal bei was diese künstliche verknappung geht mir so dermasen gegen den strich und meine werte egal ob lego/adidass usw.

  7. Gestern noch Rätsel, heute als Review. Toller Artikel, sehr ausführlich. Nicht so meins, ich hatte nie die Ritter von Lego. Vielleicht klappt es mal mit weiteren Neuauflagen, ich denke da an die „Adventurers“ von 1998, ach wäre das schön.
    Danke für den faszinierenden Einblick in die Historie.

  8. Mein persönliches Traumhaus :). Hatte das Original damals als Kind zusammen mit der 6080-Löwenritter-Burg und bin sehr froh, dass ich es als Neuauflage mit der Nr. 10000 vor ca. 15 Jahren kaufen konnte. Hat einen Ehrenplatz in der Vitrine…

  9. Interessant, wie damals geklagt wurde – heute sind die „Legends“-Versionen oftmals sogar noch wertvoller und gerade die Taverne hat heute wohl einen der höchsten Teilewerte überhaupt. Diese großen Wandpanele (Design 4444) waren bei den Castle-Sets ja allgegenwärtig, wohl um die Panzer-Phobie von Lego zu umgehen und auch um die Teilezahl der Burgen nicht vollends eskalieren zu lassen. Gleich bei der ersten Burg gab es dann 25 unbedruckte und 5 bedruckte davon.

    Als Fachwerk waren sie hingegen extrem selten, schreien aber nach Dutzenden von Ideen…

  10. Juhuu, gestern richtig gerätselt und heute mit einem schönen Review belohnt worden! 🙂 Ich für meinen Teil war sehr froh über die Neuauflagen, da ich so an Sets kam, für die ich zuvor einfach zu jung war. (Ja auch ich war mal jung und brauchte das Geld :D)

    Bei dem Set komme ich direkt wieder weihnachtliche Mittelalteremotionen auf – könnte aber natürlich auch daran liegen, dass meine 6090 Burg zur Zeit wieder erweitert wird. 🙂

  11. Bin Restaurantkettenbesitzer 🙂

    Das Set befindet sich zwei Mal in unserer Sammlung, eins für die Falken und eins für die Crusaders, soll ja keine Fraktion verdursten.

  12. Oh, wie schön 😀 Vielen Dank für den tollen Artikel, Tobias.

    Wie sehr ich dieses Set und die dazugehörige Reihe als Kind geliebt habe! Voller Wehmut denke ich an die bedrucken Paneele zurück – in wie vielen Fantasie-Gebäuden diese bei mir zum Einsatz kamen… 😉

    Die Legends-Neuauflage habe ich damals – dark ages sei Dank – nicht mitbekommen 😢

    Sollte sich Lego zu einer weiteren Neuauflage durchringen können wäre ich sofort dabei – das schicke Gasthaus löst immer noch wohlige Nostalgie-Gefühle aus 😁

  13. Die Designer damals hatten es echt drauf. Wenige Steine, maximale Atmosphäre. Wir brauchen eine neue Mittelalter-Eckkneipe und zwar keine im Stil der Schmiede, sondern eher im Stil der aktuellen Burg!

  14. Tolles Set, tolle Besprechung auch und erst recht mit den Hintergrundinfos! Vielen Dank an das ganze Team für die Zeit, die ihr euch nehmt, interessante Themen zu recherchieren und gut lesbar niederzuschreiben!
    6067 ist für mich eins der schönsten Rittersets überhaupt wegen der roten Fachwerkteile und weil es da nicht nur Ritter, sondern auch eine zivile Person und ein ziviles Gebäude gibt. Auch Ritter brauchen was zu beißen!
    Ich selber habe zwei Sets 6067. Eins zum Aufbauen, so alle paar Jahre, und eines noch neu und ovp. Das konnte ich mal vor elend langer Zeit bei ebay schießen, kostete damals etwas über 100 Euro. Ich freu mich grade wieder wie ein Schneekönig. 🙂

  15. Das Guarded Inn steht bei mir in der Vitrine neben dem King’s Castle, der Black Falcon’s Fortress und dem Camouflaged Outpost.
    Die Sets stammen tatsächlich noch aus meiner Kindheit und meine Eltern haben sie für mich aufgehoben.
    Ich habe letztes Jahr mein altes Lego dort vom Dachboden geholt und war ganz erstaunt, dass tatsächlich noch alles vollständig war.
    Jetzt spiele ich ab und zu mit meinem eigenen Sohn damit. Das ist wirklich ein tolles Gefühl!
    Ich werde sie bestimmt nie verkaufen. Vielleicht hat ja sogar noch die nächste Generation Spaß daran.
    Ritter-Sets werden wohl nie zu alt!

  16. Da ich für nostalgische Erinnerungen an die alten Burgenjahre schlicht zu jung bin, kann ich den aus heutiger Sicht fast schon lieblos detailarmen Sets meistens weniger abgewinnen, aber dieses hier bildet ganz klar eine Ausnahme! Ich mag einfach das Konzept, das „burgige“ mit dem dörflichen zu vereinen, das tut dem Design farblich sehr gut und bündelt gleichzeitig die verschiedenen Spielideen von Rittern und Dorfleben. Das Fachwerk ist zwar bautechnisch extrem faul (was auch der Teileauswahl geschuldet war), aber ich mag irgendwie dieses knallige Rot. Die Kombination aus Burg und Taverne darf von mir aus gerne eine Renaissance erleben 😉

    Selbstverständlich wieder ein grandioses Review!

  17. Danke für den informativen Artikel, der Kindheitserinnerungen weckt. Habe das Set damals (wie heute) „geliebt“, hauptsächlich weil es ein ziviles Gebäude war, aber mit den anderen Mauern (Schmiede/Waffendepot usw.) verbunden eine große Festung ergab. Zum Glück habe ich einige davon günstig auf ebay ersteigert, so dass ich (neben den im Original-Zustand integrierten) genug Teile zum Bauen hab. Für mich besteht eine „richtige“ Lego-Burg halt aus vielen von den Mauer-Formteilen……

  18. „Die im Rahmen der „Legends“-Reihe wieder aufgelegten Sets entsprachen nahezu exakt ihren originalen Vorbilder.“

    Äh.. Jein. Für das Design der Sets mag das gelten. Bei der 6390-Main-Street-Kopie waren allerdings mehrere Teile so wie sie im Original dabei waren, gar nicht mehr verfügbar. Daraus ergaben sich Teile, die derzeit ausschließlich in der Neuauflage vorkamen (kleine 90er Jahre Standardräder in rot etwa)…

    • Das stimmt, bei der USS Constellation wurden die gelben 1×1 Fenster auch gegen Lampensteine ausgetauscht (was in den Reaktionen nicht alle erfreute). Aber ein paar ausgelaufen Elemente pro Set möglichst gleich durch verfügbare Teile zu ersetzen habe ich mal in die Spannweite von „nahezu“ eingeschlossen 🙂

  19. Danke für den Artikel und einem Review von alten Sets. Sowas weckt mehr als nur Kindheitserinnerungen.

    Ich kannte das Set, hab es leider nie selbst bessessen, aber ein damaliger Freund vom Ort hatte das Set. Ich habe versucht, es dann selbst immer nachzubauen. Das war damals auch etwas, was Lego für mich ausgemacht hat. Auch wenn ich manche Sets nicht bekommen hatte, habe ich versucht, die Sets dann mit den mir verfügbaren Sets nachzubauen.

    Gerne mehr von Classic Reviews

    • Stimmt, das hat auch immer Spaß gemacht. Und damals gab’s ja noch kein Internet (zumindest im großen Stil). Da musste man halt wirklich nach der einen Einstellung auf dem 5cm Katalogbild bauen. Oder man kannte einen, der das Set hatte.

  20. Cooles Set. Kenne es nicht. Wie wäre das, wenn LEGO ein LEGENDS 2.0 mit Klassikern aus den 80er und 90er wieder bringt? Das Set hier eignet sich als Neuauflage doch prima als Erweiterung zur Creator 3in1 Burg ^^

  21. Ein ruhmreiches und glanzvolles Set! Meine Adeligkeit ist ganz entzückt!
    Ich Befehle das unsere Dänischen Brüder aus dem Norden dieses Set nochmal in Produktion geben!

  22. Ich bin wahrscheinlich zu „alt“ um bei dem Set in Nostalgie auszubrechen. Ich ging bei LEGO anfangs der 80er in den „dark ages mode“ und kam erst wieder mit den Kindern (2000er) mal kurz raus, – und bin jetzt wieder seit einigen Jahren „aktiv“.

    Daher löst bei mir weder das „original2 noch die „Replik“ irgendetwas aus.

    Aber in gewisser Hinsicht könnte Lego aus den damaligen Sets auch noch etwas lernen:

    Nämlich, dass es gut wäre, wenn es zu den Flagship Sets auch noch „kleinere“ Ergänzungen zu bekommen – Ich meine zur 200er Ritterburg Gab es noch (mindestens) 10 (oder so) mittlere/kleinere Sets dazu (bulls Attack z.B. oder wirklich kleine wo man nur eine Figur + Pferd oder Figur + Waffenständer etc. ) – wenn man die vor und Jahre nachher dazurechnet kommt da einiges zusammen.

    Ich meine die 2000er Burg war nett, aber die aktuelle 3-1er gefällt mir wesentlich besser, nur als „Reihe“ wars damals besser, weil da konnte man sich wirklich eine „Armee“ + Gegner aufbauen – Heute kriegt man grad 3 Figuren (und wenn man einen LegoBrandSHOP in der nähe hat Figurenpacks) zur Burg – da lässt sich schwer was größeres aufbauen – ich bezweifle, dass sich viele 2 oder mehr Burgen kaufen – (nichtmal ein Pferd) – während mit kleineren „Zusatzsets“ würde sich gut Umsatz machen lassen.

    Ich will damit nicht sagen die alten sets waren besser als heutige – Set für Set gefällt mir das was es jetzt gibt (normalerweise) besser, aber – das „liniendesign“ war besser.

    Drum verstehe ich auch manche Youtuber nicht immer, wenn sie von den tollen alten Sets sprechen – so toll waren sie auch wieder nicht. Der 2001er Zug im Gegensatz zum 2018er – was war da „besser“ ??? – Im Prinzip „nur“, dass es da ZusatzWaggon(s) gab.

    Bei den meisten Gebäuden gabs auch damals schon „nur “ Fassaden mitb geringer Spieltiefe – hat sich nichts geändert.

    2022 könnte mit, Fischfabrik/Krankenhaus/Schule so großartig sein – würde man nicht die „blöden“ Strassenplatten dazkriegen , die das Ganze MMN unnötig verteuern (wenn schon neue Strassen platten, dann nur in spezialisierten Packs – vor allem wenn man dann unnötige Rampen herumliegen hat)

    Aber ich schweife ab.

    Fazit – nicht alles war (objektiv) besser, aber das Design der Spielreihen fand ich früher passender.

    Wobei ich manche reihen durchaus auch heute noch „schätze“ – die alte Space Reihe aus 2019 war gut (die 2022 scheint das noch zu toppen), Die Tierrescue aus 2021 gefällt mir ausnehmend gut (vor allem wegen der Tiere, aber auch der „Rest“ passt ganz gut)

    Manchmal würde ich mi weniger Fahrzeuge zum Themenset wünschen (dafür gerne Sets wo „nur“ ein Fahrzeug drin ist

    Fassaden sind ein Spielfeature – der wahre AFOL nimmt die Fassade und baut sich seinen Hintergrund selbst 😉

  23. Ich habe als Kind die Rittersets geliebt! Leider als Kind der DDR gab es nur wenige Möglichkeiten die 80iger Rittersets zu erwerben und ich war auch noch etwas zu klein. Ab 1990 waren Ritter und Piraten dann das was ich immer wollte und habe die Jahre bis ca. 1995 noch gut ausnutzen können. Trotzdem schaute ich gern die alten Beipackzettel an und hatte durch Freunde auch alte Legohefte zu Gesicht bekommen. Daher war ich immer etwas traurig die alten Rittersets nicht mehr bekommen zu können.
    Nach den Dark Ages (1995-2015) entdeckte ich dann vor einigen Jahren diesen Artikel hier:
    https://www.1000steine.de/de/gemeinschaft/forum/?entry=1&id=126849
    Ich habe mir dann nach und nach die Sets zusammengekauft und natürlich auch ein originales 6076 dabei erworben. (Übrigens erkennt man an den Roten Eckteilen den Unterschied zum 86er Set, denn da sind noch ganz unten schwarze Balken gedruckt).

    Diese zusammengesetzte Burg aus all den Sets ist wirklich großartig und hat bereits ohne Umbauten einen enormen Spielwert gehabt.

    • Danke für den Link! 🙂 Was mir an der zusammengesetzten großen Burg besonders gefällt ist, dass der Aufbau durch die geschlossene Burg der Falkenritter den Aufbau einer mittelalterlichen Burg recht gut nachbildet. Hinter der äußeren Ringmauer gab es Einrichtungen für das alltägliche Leben (Gasthaus, Ställe, Schmiede, …), bevor hinter einer weiteren Verteidigungsmauer die Hauptburg mit den Gemächern der Burgherren kam.

      • korrekt. Und ich kann problemlos switchen und die Gesamtanlage der Löwen oder der Falken Fraktion zuordnen. Es gab einige Belagerungswaffen die man ebenso je nachdem wie man spielt der einen oder anderen Fraktion zuordnen kann.
        Aus meiner Sicht wäre es genial diesen modularen Ansatz ohne festes „gut und böse“ nochmal aufleben zu lassen. Ein Kind kann bereits mit dem ersten Set super spielen und jedes weitere Set bringt direkt einen kombinierbaren Mehrwert. 🙂

  24. Ganz tolles Review! Und welch Überraschung beim Blick auf den 1000steine-Chat von anno dazumal, ich antworte als 2., es war vormittags mitten in der Woche! Naja, meine Tätigkeit damals liess das zu … XD! Und ja, ich habe mir das damals direkt geholt, obwohl ich damals wie heute Space-Fan bin! Das Original Wirtshaus kam zum Beginn meiner dark ages (sehr dunkles grau, kein schwarz!) raus und hat wohl Erinnerungen geweckt anno 2001. Oder ich lag wert drauf, den Start der Legends-Serie nicht zu verpassen. Aber neben dem 10000 hat es nur noch die Pizzeria 10036 in meine Sammlung geschafft. Mit 10 Sets in drei Jahren war das ja nicht recht viel. Schaut man sich heute die MISB Preise an, haben sich die Bedenken von damals nicht so recht bewahrheitet, meiner Meinung nach. Ist auf IDEAS vielleicht ein Guarded Inn im Stile der Schmiede 21325 online? Das hätte was! Mein 10000-Set ziert nun erstmal wieder mein LEGO-Zimmer. 😉

Kommentar hinterlassen


E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*


Mit dem Absenden des Kommentars akzeptierst du unsere Netiquette.