LEGO Jahresergebnis 2020: Wissenswertes und Hintergründe

LEGO Bericht 2020 Cover

Am 10. März 2021 legte LEGO die Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 vor. Selbstverständlich informierten wir euch direkt über das aktuelle Zahlenwerk. In der Kürze der Zeit war es aber nur schwer möglich, die vielen Details zu entdecken. Deshalb haben wir den gesamten Bericht nochmals unter die Lupe genommen und die wichtigsten Punkte für euch herausgesucht. 

Das abgelaufene Jahr darf wohl mit Recht als außergewöhnlich in die Geschichte eingehen. Anfang 2020 verbreitete sich das Corona-Virus über den gesamten Globus und stellt seitdem unser bisheriges Leben auf den Kopf. Viele Aktivitäten sind nur mit großen Einschränkungen oder gar nicht mehr möglich und auch unser soziales Miteinander wurde ordentlich durcheinandergewirbelt. Das waren keine leichten Voraussetzungen und wir wollen uns mal näher ansehen, wie sich LEGO in diesem Umfeld entwickelt hat.

Wir wollen ausdrücklich keine wirtschaftliche Detailanalyse vornehmen, da uns hierfür teilweise auch die Informationen fehlen, aber trotzdem gibt es viele Bereiche, die einen Blick wert sind. Wenn ihr Lust habt, auch etwas im Zahlenwerk zu stöbern, findet ihr alle Jahresberichte 2020 hier. Die aufgezeichnete Pressepräsentation des Vorstands könnt ihr euch hier noch einmal ansehen.

Bevor es losgeht noch ein kleiner Hinweis für euch: Alle Angaben in diesem Artikel erfolgen in dänischen Kronen (DKK) oder Mio. dänischen Kronen (mDKK). Ihr könnt das ganz einfach grob in Euro umrechnen, indem ihr die Zahlen durch 7,5 teilt.

Allgemeines

Was wir allgemein als „LEGO“ bezeichnen, ist genau genommen die LEGO A/S, eine dänische Aktiengesellschaft, die nicht börsennotiert ist. Kurz gesagt gehören 75% der Anteile den LEGO Eigentümern, die über die Investmentgesellschaft KIRKBI A/S gehalten werden, und 25% der Anteile werden von der LEGO Foundation kontrolliert. Detailinformationen könnt ihr hier finden.

Die dänische LEGO A/S wickelt das operative Geschäft in vielen Ländern über Tochtergesellschaften ab. Für das deutsche Geschäft zeichnet sich zum Beispiel die LEGO GmbH verantwortlich. Insgesamt werden 57 lokale Unternehmen im Bericht genannt.

Ergebnisüberblick

Bevor wir uns einige Details ansehen wollen, stellen wir euch noch einmal die Übersicht der letzten Jahre vor:

LEGO Bericht 2020 Highllights

Wir können unschwer erkennen, dass LEGO trotz der Pandemie den Umsatz um satte 13% auf einen neuen Rekordwert steigern konnte. Der operative Gewinn legte im Vergleich zum Vorjahr sogar um 19% zu und übertraf damit auch die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2016. Aber nicht nur die absoluten Zahlen konnten zulegen, auch die Margen konnten wieder etwas ausgeweitet werden, nachdem sich in den Vorjahren ein leicht rückläufiger Trend auf sehr hohem Niveau gezeigt hat.

Damit ihr einen Eindruck bekommt, haben wir mal die Kennziffern von anderen großen Spielwarenherstellern mit LEGO verglichen. Das Ergebnis könnt ihr der nachstehenden Tabelle entnehmen. Da Playmobil noch keine aktuellen Zahlen veröffentlicht hat, mussten wir in diesem Fall die Vorjahreswerte nehmen:

 LEGO
(2020)
Bandai
(2020)
Hasbro
(2020)
Mattel
(2020)
Playmobil
(2019)
Umsatz in
Mio. DKK
43.65643.12833.59928.1825.693
+/- %+12,9%-1,2%-8,0%+2,0%+0,1%
Vorsteuergewinn
in Mio DKK
12.9124.6913.0802.336781
+/- %+19,0%-6,2%-27%+871%-27,8%
Marge29,6%10,9%9,2%8,3%13,7%

Ein Grund für die Margenausweitung könnte das Direktgeschäft mit den Endkunden sein. LEGO berichtet, dass insbesondere im letzten Jahr ein sehr starker Zuwachs der Zugriffszahlen (ca. 269 Mio) auf die eigene Website zu verzeichnen war. Anscheinend nutzten auch viele Kunden die Möglichkeit, direkt bei LEGO zu kaufen, denn hier wurde ein besonders hoher Zuwachs von 21% erreicht. Diese Angabe lässt sich aber nicht bewerten, denn uns fehlt die Umsatzgröße dazu. Darüber hinaus stellen wir fest, dass im Gegensatz dazu keine Angaben zum Geschäft mit dem Einzelhandel (Retail Sales) oder Großabnehmern (Wholesale Sales) gemacht werden. Wir können also nur spekulieren, wie sich die Geschäfte in diesem Bereich entwickelten. Sicher ist nur, dass das Ergebnis hinter dem Umsatzplus von 13% zurückgeblieben sein muss, da das Direktkundengeschäft überproportional stark gestiegen ist.

Allen Umständen zum Trotz beschäftigte LEGO zum Jahresende 20.468 Personen, davon im Durschnitt 17.431 Personen in einer Vollzeitstelle. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Personalbestand um 1.668 Stellen. Das entspricht einem Zuwachs von 8,9%. Die meisten dürften in einem der 134 neuen Brand Stores eine Anstellung gefunden haben. Insgesamt berichtet LEGO von weltweit 678 Brand Stores, davon 250 alleine in China. Wir sind etwas verwundert über den Store-Bestand, denn im letzten Jahr berichtete LEGO von 570 Stores – die Differenz beträgt also nur 108 Stores. Wie vor diesem Hintergrund 134 Stores hinzugekommen sein sollen, ist für uns nicht nachvollziehbar. Es sei denn, dass mögliche Store-Schließungen nicht erwähnt wurden.

LEGO verfügt über eine starke Eigenkapitalquote von 63,3%. Die im Jahresbericht ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind interne Buchungen gegenüber den Tochtergesellschaften. Im Bericht sind nur marginale Bankverbindlichkeiten in Höhe von 147 mDKK (knapp 20 Mio. Euro) genannt, die als Hypothekendarlehen vereinbart sind. Abgesehen von den Beziehungen zu den Tochtergesellschaften operiert LEGO nahezu ohne Fremdkapital.

Absatzmärkte

LEGO unterteilt im Bericht die Absatzmärkte in drei Regionen: Der Hauptabsatzmarkt ist „Europa, Naher Osten & Afrika“ mit fast 44%, gefolgt von „Amerika“ mit 38% und „Asien & Pazifik“ mit 18%. Der deutsche Anteil am weltweiten Umsatz lag 2019 übrigens bei gut 10%. Da die deutsche LEGO GmbH aufgrund der ausgefallenen Spielwarenmesse in Nürnberg noch nicht über das Jahr 2020 berichtete, können wir derzeit keine Aussage über die aktuelle Entwicklung treffen.

In der folgenden Tabelle könnt ihr die Entwicklung der letzten Jahre sehen:LEGO Absatzmarkt 2019

Umsatz nach Region in mDKK2020201920182017
Europa, Naher Osten & Afrika19060
(+11,5%)
17089
(+2,7%)
16644
(+4,7%)
15898
Amerika16345
(+14,1%)
14328
(+4,1%)
13769
(+2,3%)
13457
Asien & Pazifik7857
(+17,7%)
6676
(+22,1%)
5469
(+8,7%)
5028

Während in den Vorjahren Asien durch sehr hohe Zuwachsraten auffiel, lagen die Änderungen in Europa und Amerika auf gemäßigtem Niveau. Das Besondere im abgelaufenen Jahr waren die weltweit hohen Wachstumszahlen. Bedingt durch die Pandemie und durch die Lockdowns waren rund um den Globus Spielwaren sehr gefragt. Ein weltweiter Renner waren insbesondere Puzzles, Konstruktionsspielzeug und Computerspiele. Trotz allem war die Entwicklung im Spielwarenmarkt nicht einheitlich. Als ein Beispiel sei der spanische Markt genannt. Dort schrumpfte der Spielwarenumsatz zum Beispiel um 7% und auch der englische Markt legte „nur“ um 5% zu.

Die USA vermeldeten hingegen einen neuen Rekord im Spielwarenmarkt: Die Branche konnte sich über ein Umsatzplus von 16% freuen. Das Marktforschungsinstitut npdgroup konnte im Jahresverlauf ein klares Zusammenspiel zwischen den Corona-Maßnahmen der US-Regierung und dem Spielwarenabsatz nachweisen. Einen ähnlichen Effekt vermuten wir in den anderen beiden wichtigen Märkten Kanada und Mexiko.

In Asien verlangsamte sich das Wachstum auf hohem Niveau. LEGO eröffnete in 2020 insgesamt 91 Stores in China. Auch das chinesische Shoppingevent, der Single Day, markierte einen neuen Rekord. Ob es in der großen Region eventuell auch Sorgenkinder (wie z.B. Spanien in Europa) gab, ist uns nicht bekannt. Ich möchte jedoch anmerken, dass meine persönliche Erwartung ein deutlicher Vorsprung vor den Wachstumsraten in den anderen Märkten war.

Erfolgreiche Produkte

LEGO Infographic Final Kurz

In der offiziellen Infografik (siehe oben rechts) zum Geschäftsbericht werden wir über die erfolgreichsten Produktlinien im Sortiment informiert. Gemäß der Grafik gehörten LEGO City, LEGO Classic, LEGO Friends, LEGO Technic und LEGO Star Wars zu den Verkaufsschlagern. Leider werden uns üblicherweise weder die Umsätze der jeweiligen Produktlinien noch deren Anteile oder Veränderungen genannt. Auch wird darauf hingewiesen, dass die Reihenfolge der Nennung zufällig gewählt wurde, was die Aussagekraft weiter reduziert. Bereits in unserem ersten Hintergrundartikel kritisierten wir die fehlende Transparenz.

Besonders kurios wird es aber in der Vorstandspräsentation. Dort stellt uns der Vorstandsvorsitzende der LEGO Gruppe, Niels B. Christiansen, ebenfalls die „Top-Seller“ vor. Wer von euch jetzt ein bisschen genauer hinsieht, wird feststellen, dass LEGO Classic verschwunden ist und durch LEGO Harry Potter ersetzt wurde. Das unterstreicht unsere These, dass den hervorgehobenen Produktreihen nicht allzu viel Bedeutung beigemessen werden sollte.

LEGO Bericht 2020 Top Selling Themes

Bei der Betrachtung der Produktlinien stellt sich weiterhin die Frage, was mit LEGO DUPLO passiert ist oder warum die angeblich so erfolgreiche LEGO Ninjago-Reihe keine Nennung wert war. Darüber hinaus verwundert es auch, dass LEGO Super Mario an dieser Stelle nicht auftaucht, denn in dem Info-Sheet zur Präsentation wird die Sparte als „most successful launch“ bezeichnet.

LEGO Super Mario scheint aber entgegen aller Kritik tatsächlich bei den Zielgruppen gut anzukommen. Einen Beleg dafür konnten wir in Kanada finden. Dort wird das LEGO Super Mario 71360 Starter-Set auf dem dritten Platz der umsatzstärksten Spielzeuge 2020 geführt. Hinzu kommt, dass ein weiteres Produkt der LEGO Super Mario-Reihe den begehrten und breit aufgestellten „Toy of the Year“-Award in der Kategorie „Playset of the Year“ erhielt. Wir hätten daher eine Nennung der Reihe unter den Top-Sellern erwartet.

LEGO Bericht 2020 Kanada Super Mario
Kanadische Top 10 der umsatzstärksten Spielzeuge – Quelle: Toybook.com, Februar 2021

Kosten

Personalkosten

Im Vergleich zum Umsatz stiegen die Kosten von LEGO leicht überproportional. Für uns ein Grund, einen genauen Blick auf die Ausgabenseite zu werfen. Drei Positionen stechen sofort ins Auge: die stark gestiegenen Personalkosten, der Zuwachs der Lizenzaufwendungen und die sonstigen Kosten.

Auch unter der „Note 2.3“ (Personalkosten) können wir nicht exakt erkennen, warum die Personalkosten um 20% gestiegen sind, während der Personalbestand nur um knapp 9% zulegte.

In den Kommentaren zu unserem ersten Artikel wurde moniert, dass sich die Vorstandsbezüge um 65% erhöhten. Diese Aussage ist allerdings nicht zutreffend. Die Aufwendungen für den Gesamtvorstand ohne Berücksichtigung von Abfindungszahlungen erhöhten sich im Berichtszeitraum auf 116 mDKK (VJ: 96 mDKK) oder gut 20%. Die Hauptursache für den Anstieg ist in den variablen Vergütungen zu suchen. Dort erkennen wir einen Anstieg in den „Short-term incentive plans“.

Bleibt also immer noch die Frage, warum die Personalkosten so stark gestiegen sind. Zum einen müssen wir natürlich den erhöhten Personalbestand berücksichtigen. Wenn wir die durchschnittliche Bezahlung des Vorjahres pro Person von DKK 375.000 (7050 mDKK auf 18.800 Personen) annehmen, ergäbe sich ein Anstieg von ca. 620 mDKK. Zum anderen können wir den weiteren Anstieg mit einem Hinweis aus der „Management Review“ (Seite 8) erklären. Dort steht: „In December 2020, all employees received a well-being payment of DKK 10,000 no matter their role or location.“ LEGO zahlte also für das abgelaufende Jahr einen einmaligen Bonus von 10.000 DKK (ca. 1.350 Euro) pro Kopf.  Bei einem Personalbestand von rund 20.500 würde das einem Betrag von 205 mDKK entsprechen.

LEGO Bericht 2020 Kosten

Die restlichen 600 Mio. DKK werden jedoch nicht erläutert. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass aufgrund der starken Nachfrage und der teilweise ruhenden Fabriken viele Überstunden oder Sonderschichten an den restlichen Standorten angefallen sind. Das könnte sich in den höheren Personalkosten niederschlagen, ist aber nur eine Spekulation. Die Annahme wird allerdings in der Vorstandspräsentation gestützt (Timecode ab 03:30 Min). Niels Christiansen führte dort aus, dass „die Fabriken die meiste Zeit an der Kapazitätsgrenze operierten“. Auch würde es gut zum unteren Bereich der Tabelle passen, der uns auch einen signifikanten Anstieg der Produktionskosten (Production costs) zeigt.

Transport & Produktverfügbarkeit

Das Thema Transportkosten taucht nur versteckt im Zahlenwerk auf und ist auch nirgendwo gesondert ausgewiesen. Wir möchten an dieser Stellen einen kurzen Einschub vornehmen, der thematisch aber gut passt, denn im gleichen Atemzug mit der Vollauslastung der offenen Werke erwähnt der LEGO Vorstand auch die großen Anstrengungen, um ausgefallene Werke zu kompensieren. Namentlich wird der amerikanische Markt genannt, der teilweise von Europa und Asien aus beliefert wurde. Das würde auch die Berichte von der geschlossenen Fabrik in Mexiko bestätigen.

Während die Situation in Europa halbwegs erträglich war, konnten wir immer wieder Stimmen von amerikanischen Fans vernehmen, die über Versorgungsengpässe berichteten. Die Lage verschärfte sich im Laufe des Jahres weiter, als absehbar war, dass in vielen Ländern eine zweite Infektionswelle zu erwarten war und es in vielen Regionen zu einem erneuten Lockdown kam. Zeitlich fiel das mit den weltweit größten Shopping-Events (Amazon Prime Day, Black Friday und Single Day) zusammen. Hinzu kam noch der Umstand, dass das Weihnachtsfest vor der Tür stand und die Nachfrage weiter erhöhte.

Wie ihr aus der untenstehenden Grafik ersehen könnt, verschlechterte sich die Pünktlichkeit auf den Seewegen kontinuierlich und zeitgleich mit den globalen Shopping-Events schossen auch die Frachtkosten in die Höhe. So verteuerte sich die Rate für einen 40-Fuß-Standard-Container innerhalb von wenigen Tage von 2000 US-Dollar auf 8000 US-Dollar. Ob sich dieser Effekt bei LEGO nun in den Produktionskosten oder schon in den Vertriebskosten niederschlägt, ist uns nicht ganz klar. Unabhängig davon werden erhöhte Kosten angefallen sein.

Falls ihr euch noch näher damit beschäftigen wollt, haben wir euch einen aktuellen Bericht zur Situation der Seewege herausgesucht.

LEGO Bericht 2020 Transportweg
Frachtkostenentwicklung und Pünktlichkeit Seetransport – Quelle: Deutsche Verkehr Zeitung (DVZ), https://www.dvz.de/rubriken/see.html

Aus diesem Grund haben wir Anfang des Jahres 2021, als sich viele von euch über die Verfügbarkeiten im deutschen LEGO Online-Shop beschwerten, mal die LEGO Online Shops in anderen Regionen untersucht. Das Ergebnis war erschreckend. Auf den ersten Blick wirkte der deutsche Shop schon gebeutelt: Nur ca. 50% aller Sets waren direkt erhältlich und weitere 30% der Sets waren als „Nachbestellung“ gelistet. In den USA war die Situation jedoch noch viel drastischer: Nur knapp 25% der Sets waren sofort lieferbar, 5 % konnten nachgeliefert werden und gut 70% der Produkte waren „nicht auf Lager“ (siehe Screenshot). Erst im Laufe der letzten Wochen erholte sich dieser Zustand langsam.

LEGO Bericht 2020 Us Shop

Nach diesem kurzen Einschub möchten wir uns nun aber wieder den interessanten Stellen des Berichts widmen. Also wenden wir uns nun dem Markennamen LEGO zu.

Der Markenname LEGO

Kommen wir nochmal zur Tabelle 2.2 im aktuellen Bericht zurück. Dort wird die Position „Other external expenses“, also sonstige Kosten, aufgeführt, aber leider nicht weiter aufgeschlüsselt, sodass wir keine weiteren Informationen erhalten. Im Vorjahr war LEGO noch auskunftsfreudiger. Wir fanden dort die Erläuterung: „Other operating expenses include research and development expenses, trademark royalty and other operating costs.“

Schon im Vorjahr wunderten wir uns über die Formulierung. Während die sonstigen Ausgaben und Entwicklungskosten normal erscheinen, zeigten wir uns über die „trademark royalty“ erstaunt. Nach einigem Suchen war klar, dass die Rechte am Markennamen „LEGO“ nicht bei der LEGO A/S selbst liegen, sondern bei der KIRKBI Invest A/S Group, also der Investmentgesellschaft der Gründerfamilie.

Ganz versteckt im Anhang unter Punkt 5.5 wird uns auch die Höhe der Zahlung verraten: Im Jahr 2020 musste die LEGO A/S für die Nutzung des Markennamens „LEGO“ immerhin 1568 mDKK (209 Mio. Euro) an KIRKBI zahlen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Zahlungen um 163 mDKK oder rund 11,5%. Bezogen auf den Gesamtumsatz entspricht das 3,6% (Vorjahr: 3,6%).

Weiterhin werden in diesem großen Kostenblock auch die Forschungskosten berichtet. Im Gegensatz zum letzten Jahr erhöhte LEGO die Ausgaben in diesem Bereich um 170 mDKK, wie ihr auch in der unteren Tabelle oder im Anhang unter Punkt 2.5 nachvollziehen könnt.

Lizenzen

Das Thema Lizenzen wird wahrscheinlich nicht nur unter LEGO Fans heiß diskutiert. Sind Lizenzen nun ein Fluch oder Segen? Auf diese Frage wird es wohl nie eine eindeutige Antwort geben. Auf der einen Seite können mit einem Partner neue und etablierte Themenwelten in das LEGO Sortiment einziehen. Andererseits wird oft kritisiert, dass Lizenzprodukte meist im Verhältnis teurer sind.

Hinzu kommt, dass die Preisgestaltung der Lizenzprodukte keinen eindeutigen Trend zeigt. Manche LEGO Sets sind trotz Lizenz relativ preiswert im Vergleich zu anderen Produkten. Besonders fallen Lizenzprodukte im Vergleich untereinander auf. So kosten der LEGO 76161 Batwing und der LEGO 75275 UCS A-Wing zwar beide im deutschen Online-Shop 199,99 Euro UVP, aber der Batwing bietet den Fans fast 700 Teile mehr. Die Preisfindung scheint sich mehr an dem Lizenzgeber zu orientieren als an dem Produkt. 

Unter „Licence and royalty expenses“ lassen sich alle Zahlungen in Zusammenhang mit Lizenzprodukten oder aber die Vergütungen an die Ideas-Fandesigner ablesen. Wir haben nochmals ein bisschen recherchiert und sehen uns bei der Walt Disney Company, dem weltgrößten Lizenzgeber, in unserer Auffassung bestätigt, dass Lizenzabgaben üblicherweise an den Umsatz der entsprechenden Produkte gekoppelt sind. Im Disney-Geschäftsbericht 2019 finden wir auf Seite 12 die Aussage:

The Company licenses characters from its film, television and other properties for use on third-party products in these categories and earns royalties, which are usually based on a fixed percentage of the wholesale or retail selling price of the products.

In der folgenden Tabelle könnt ihr die Entwicklung der Lizenzkosten in absoluten Zahlen, aber auch als Prozentwert vom LEGO Umsatz sehen:

JahrLizenzkosten in mDKKUmsatz in mDKKin %
20203.30843.6567,58%
20192.77738.5447,20%
20182.68936.3917,39%
20172.58334.9957,38%
20162.89337.9347,63%
20152.52335.7807,09%
20142.01928.5787,06%
20131.60225.2946,33%
20121.50623.0956,52%
20111.24918.7316,67%

Risikovorsorge

Einen versteckten Warnhinweis finden wir in der Risikovorsorge auf ausstehende Rechnungen, die im Anhang unter dem Punkt „3.4. Trade Receivables“ abgebildet ist. Dort wird eine Ergebnisbelastung von 266 mDKK (ca. 35,5 Mio. Euro) verbucht. Ein vergleichender Blick auf die nebenstehende Tabelle zeigt uns, dass der Anstieg aus dem normalen Rechnungsbestand stammt. Dazu wird uns erklärt, dass „The LEGO Group has no significant trade receivables concentrated in specific countries, but has some single significant trade debtors“.

LEGO hat zwar kein Problem in einem bestimmten Land, räumt aber ein, dass es einige große Schuldner gibt. Diese könnten durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten gekommen sein. Wahrscheinlich könnten das Einzelhandelsketten sein. Im deutschen Markt beantragte zum Beispiel die GALERIA Karstadt Kaufhof GmbH Mitte des Jahres ein Schutzschirmverfahren und die SpieleMax GmbH sah sich zum Jahreswechsel ebenfalls genötigt, einen solchen Antrag zu stellen. Beide Unternehmen haben zwar mit speziellen internen Problemen zu kämpfen – je länger der Einzelhandel aber mit großen Einschränkungen operieren muss, desto eher kann dieser Effekt auch auf andere große Adressen überspringen.

Insofern wird die Corona-Krise wahrscheinlich zu einer Änderung der LEGO Kreditparameter geführt haben, die wiederum eine erhöhte Risikovorsorge zur Folge hatten. Ob diese Risiken eintreten werden, können wir erst im nächsten Bericht ersehen. 

VIP Programm

Die meisten von euch kennen bestimmt das LEGO Treueprogramm, auch kurz VIP-Programm genannt. Sofern ihr euch angemeldet habt, erhaltet ihr für jede direkte Transaktion mit dem LEGO Online-Shop oder den LEGO Brand-Stores Treuepunkte gutgeschrieben, die bei späteren Einkäufen verrechnet oder in Sachprämien wie zum Beispiel die neuen LEGO Münzen eingelöst werden können.

Deshalb handelt es sich bei den Punkten um ein zukünftiges Leistungsversprechen von LEGO und muss als Verbindlichkeit im Geschäftsbericht erwähnt werden. Das Gleiche gilt auch für Gutscheinkarten, die aber nur als zukünftiges Zahlungsmittel gelten. LEGO versuchte in den letzten Monaten immer wieder, mit Sachprämien oder Gewinnspielen die Kundschaft zum Einlösen der VIP-Punkte zu bewegen.

Der Punktestand auf den VIP-Konten hat sich allerdings nicht verringert, sondern vielmehr von 168.000.000 Punkten auf 270.000.000 Punkten um 60% erhöht. Umgerechnet entsprechen die gehorteten Punkte einem Gegenwert von 270 Mio. DKK oder 36 Mio. Euro. Die ausstehenden Gutscheine betragen 84 Mio. DKK oder umgerechnet 11,2 Mio. Euro.

LEGO Zahlen 2019

BrickLink

Im November 2019 übernahm LEGO den wohl wichtigsten unabhängigen Zweitmarkt für Sets, Einzelteile und Minifiguren. Die Befürchtungen der Fans, die Plattform würde sich radikal ändern und an Bedeutung verlieren, bewahrheitete sich bisher nicht. Im Hintergrund lässt sich allerdings schon erkennen, dass es einige Änderungen gab. So wurden „Custom Parts“ auf BrickLink untersagt und nur noch Originalteile zugelassen.

Während LEGO zum Zeitpunkt der Übernahme von über 1,1 Mio. Konten sprach, wurden offenbar in der Folge diverse inaktive Konten gelöscht. Diese Aufräumaktion vollzog sich in zwei Wellen und reduzierte die Anzahl der aktiven Konten im August 2020 auf rund 560.000. Zum Jahresende 2020 verzeichnete BrickLink etwa 700.000 Konten. Im November 2020 startete LEGO eine Umfrage, um die zukünftige Ausrichtung von BrickLink zu optimieren. Mit der Ankündigung, ein zweites AFOL Designer Programm (ADP) aufzulegen, können wir erste konkrete Zeichen einer strategischen Neuausrichtung feststellen.

Bricklink Summary
Bricklink Übersicht zum Zeitpunkt der Übernahme im November 2019

Folgerichtig kommt LEGO in dem Jahresbericht zur Einschätzung, dass der damalige Kaufpreis angemessen war. Wir konnten zumindest keine Firmenwertabschreibung auf den BrickLink-Kauf im Zahlenwerk erkennen. Der „Goodwill“ der Transaktion beträgt weiterhin 284 mDKK (37,9 Mio. Euro).

Als LEGO im November 2019 BrickLink kaufte, war zusätzlich noch die Sohobricks Gegenstand der Transaktion. Nach Aussagen von Brickfinder wurden die Gesellschaft zum Mai 2020 aufgelöst. LEGO kam nach dem Bericht zu dem Schluss, dass eine Fortführung der Gesellschaft nur mit unverhältnismäßig hohen Investitionen möglich gewesen wäre. Sohobricks wird aber noch im Anhang des Berichts als Tochtergesellschaft von LEGO aufgelistet. Wir werden uns den Vorgang für das nächsten Jahr vormerken und prüfen, ob die Auflösung von Sohobricks Auswirkungen haben wird.

Nachhaltigkeit

Umwelt

LEGO kündigte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein 400 Mio. US-Dollar schweres Investitionsprogramm an, um Bemühungen im Umweltschutz, aber auch im sozialen Engagement zu beschleunigen. Ein Kernbestandteil des Programms ist die Umstellung der Plastikverpackungen in den Kartons auf eine nachhaltige Lösung. Bis zum Jahr 2025 will LEGO auf eine Papierlösung umsteigen. Im Herbst 2020 konnten wir durch ein Ebay-Angebot einen ersten Eindruck gewinnen und wie das neue LEGO House Exklusivset 40502 The Brick Moulding Machine zeigt, werden erste Exemplare der Papiertüten wohl schon sehr bald zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus setzt sich LEGO das Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2032 um 37% zu reduzieren. Der größte Ansatzpunkt dürfte hier die Zulieferkette sein, denn im Nachhaltigkeitsbericht erfahren wir, dass ca. 90% des CO2-Ausstoßes durch die Beteiligten in den Lieferketten verursacht werden. Ob das ambitionierte Ziel erreicht werden kann, erscheint jedoch fraglich. So wurde zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem WWF das Ziel formuliert, die Müllmengen bis 2020 um 10% zu reduzieren. Erreicht wurden allerdings nur 5,8%. Wir hoffen sehr, dass dies kein Vorbote für die neue Zielsetzung ist, bis 2025 „Zero Waste“, also eine Recyclingquote von 100% zu erreichen. Aktuell erreicht LEGO eine Wiederverwertungsquote von 91% (Vorjahr: 91%).

Im Gegensatz zu den vielen Zielsetzungen fällt uns auf, dass ein Thema komplett in den Hintergrund getreten ist. Im letzten Jahr legte LEGO sehr großen Wert auf das Ziel, ebenfalls die LEGO Steine bis 2030 aus nachhaltigen Materialien herzustellen. Das LEGO Ideas 21318 Baumhaus war der ideale Werbeträger dafür. Bereits im letzten Jahr stellten wir fest, wie ambitioniert dieses Vorhaben ist. Die Umstellungsquote lag bei 2%. Der aktuelle Bericht gibt uns jedoch keine weiteren Auskünfte. Das ist offen gesagt eine grobe Enttäuschung, denn auf dem Fan Day 2020 wurden Änderungen in der Farbgenauigkeit hauptsächlich mit dem Einsatz von alternativen Werkstoffen begründet.

Presseberichte aus dem Jahr 2019 lassen darauf schließen, dass es erhebliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung gibt und die Zielerreichung unwahrscheinlich erscheint. Ein Totschweigen des Themas halten wir aber für eine sehr schlechte Entscheidung.

LEGO Bricht 2020 Substainability

Soziales Engagement

Das soziale Engagement wird in der LEGO Foundation gebündelt. Die Stiftung hält 25% an LEGO und erhält natürlich auch den entsprechenden Anteil der Gewinnausschüttungen. In 2020 flossen der Foundation immerhin 2000 mDKK (266 Mio. Euro) zu. Mithilfe dieser Gelder wurden zum Beispiel auch die LEGO Braille Bricks entwickelt, die Berechtigte kostenlos beziehen können. In Deutschland erhaltet ihr das Set beim zentralen Kooperationspartner „Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen“ (dzb lesen).

In den USA wurde schon im Jahr 2019 die Aktion „LEGO Replay“ ins Leben gerufen. Im Berichtsjahr wurde die Aktion auch in Kanada eingeführt. Die Idee ist einfach, aber sinnvoll: Wenn ihr irgendwo bei euch altes LEGO findet und es spenden möchtet, könnt ihr einfach ein kostenfreies Versandlabel ausdrucken und die Sets oder die Steinesammlung an LEGO Replay senden. Von dort werden die Steine an bedürftige Einrichtungen weitergeleitet. Bisher wurden über 11.500 Pakete mit einem Gewicht von 136.000 kg gespendet.

Im November 2020 wurde wieder zur jährlichen Bauaktion „Build to Give“ aufgerufen. Für jede Bauidee, die während der vorweihnachtlichen Aktion über die sozialen Netzwerke gepostet wurde, spendete LEGO ein kleines Set an Bedürftige. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn unter dem Strich kamen über 1,2 Millionen Sets im Wert von mehr als 10 Mio. US-Dollar zusammen.

LEGO Bericht 2020 Buildtogive

Zusätzlich zu den beiden genannten Aktionen unterstützte LEGO in Zusammenarbeit mit der LEGO Foundation Familien, die durch Covid-19 in Not geraten sind. Die Spende über 50 Mio. US-Dollar erfolgte an das UNICEF-Projekt „Education Cannot Wait“, das sich um Bildung für Kinder kümmert. Weiterhin engagierte sich LEGO mit einer Spende von 4 Mio. US-Dollar für die Belange der Black Live Matters-Bewegung.

Geschlechtergleichheit

Wie bei vielen anderen Unternehmen steht auch bei LEGO das Thema Geschlechtergleichheit auf der Agenda. Die Frauenquote ist im mittleren und oberen Management vergleichsweise hoch, aber dennoch ausbaufähig. Im Bericht wird eine durchschnittliche Quote von 38% genannt, die aber abnimmt, je höher die Managementebene ist. Im Vorstand sind 18% der Personen weiblich. Die deutschen Top-Adressen könnten sich davon sogar noch eine Scheibe abschneiden, denn im Oktober 2020 waren noch sechs DAX-Unternehmen im Vorstand ausschließlich mit Männern besetzt.

Produktsicherheit

LEGO rühmt sich im Nachhaltigkeitsbericht im Punkt „Produktsicherheit“ mit der Aussage, dass in den letzten 11 Jahren kein Produkt aufgrund von Sicherheitsmängeln zurückgerufen wurde. Dafür müssen wir wissen, wie LEGO einen Rückruf definiert. Wir lesen dazu:

„Product recalls account for the number of official recalls according to Safety Gate (EU), CPSC (US) and DPAC (China). The number reflects launched LEGO® products recalled from the market due to product safety issues.“

Einige Fans werden das allerdings anders in Erinnerung haben, denn bei der ersten Version des LEGO Ideas 21303 WALL-E waren die Stabilitätsprobleme so groß, dass das Set einige Zeit lang nicht offiziell verfügbar war und den betroffenen Fans ein „Repair-Kit“ zur Verfügung gestellt wurde. Die Technic-Fans erlebten Mitte 2020 die hektische Streichung der LEGO Technic 42131 Bell Boeing V-22 Osprey auch als Rückzug. Wenige Tage vor der Markteinführung „bemerkte“ LEGO tatsächlich, dass das Produkt offenbar nicht mit den Firmenwerten im Einklang stand. Viele vermuteten jedoch ein gravierendes Designproblem als wahren Grund hinter der Entscheidung. Da das Set jedoch nicht offiziell erschien, fällt es auch nicht unter die LEGO Definition. 

Den vollständigen Nachhaltigkeitsbericht in englischer Sprache könnt ihr hier einsehen oder herunterladen.

Ziele für 2021

LEGO wird es nach diesem außergewöhnlichen Jahr nicht leichtfallen, einen seriösen Ausblick auf das kommende Jahr zu geben. Der Vorstand versucht sich trotzdem daran, Ziele zu formulieren. Die Vorgabe haben wir euch automatisch übersetzt, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt:

„Wir erwarten für 2021 ein Wachstum im einstelligen Bereich, das über dem des globalen Spielwarenmarktes liegt. Dies wird durch den anhaltenden Fokus auf Produktinnovationen, die Entwicklung von Einzelhandelskanälen, einschließlich E-Commerce, und das Wachstum in etablierten und neuen Märkten wie China erreicht werden können.

Die LEGO Gruppe wird auch weiterhin erhebliche Investitionen in strategische Wachstumsinitiativen tätigen, einschließlich Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die darauf abzielen, langfristiges Wachstum zu erzielen.“

Zusammenfassung und Bewertung

Ihr werdet mir bestimmt zustimmen, dass das letzte Jahr eine Ausnahmesituation darstellte und jeden von uns vor ungeahnte Herausforderungen stellte. Es war ein Jahr, in dem die Notfall- und Risikoszenarien, die meist in den Schubladen der Unternehmen vor sich hin stauben, einen plötzlichen Realitätstest erfuhren. Doch meist gehen die realen Umstände weit über die Gedankenspiele hinaus. In diesem Umfeld musste LEGO sich beweisen.

Der globale Spielwarenmarkt erlebte durch Corona einen ungeahnten Boom, der besonders in den folgenden Sparten stattfand: Puzzles, Gesellschaftsspiele, Computerspiele und Konstruktionsspielzeug sowie heimische Outdoor-Produkte. Man kann nun argumentieren, dass dies für LEGO glückliche Umstände waren – und dem möchte ich nicht widersprechen. Dennoch haben LEGO Produkte weltweit einen guten Ruf, der letztendlich für viele auch ein Kaufargument darstellt. Insofern könnten sich die manchmal merkwürdigen Aktionen zur Markenpflege ausgezahlt haben. Deshalb gelang es LEGO meiner Meinung nach, in vielen Regionen sogar stärker als der Vergleichsmarkt zu wachsen.

LEGO Bericht 2020 Brands

Eine der größten Herausforderungen war wohl der Produktionsausfall in der mexikanischen Fabrik. Diese versorgt hauptsächlich den amerikanischen Kontinent, der gleichzeitig einer der Hauptabsatzmärkte ist. Wäre es LEGO nicht gelungen, eine schnelle Lösung zu finden, um den Ausfall zu überbrücken, wären drastische Umsatzausfälle die Folge gewesen. Im weiteren Jahresverlauf hatte LEGO mit Lieferverzögerungen kämpfen, die wir im zweiten Halbjahr deutlich in der Produktverfügbarkeit bemerkten.

Vom asiatischen Markt hatte ich mir jedoch noch etwas mehr erwartet. Trotz der vielen Bemühungen blieb das Wachstum „nur“ auf hohem Niveau konstant. LEGO ist in China mittlerweile in allen wichtigen Städten präsent und will sich nun auf die „zweite Reihe“ konzentrieren. Das könnte ein Hinweis sein, dass sich in China eine Sättigung abzeichnet.

LEGO Shop Warteschlange Black Friday

Der funktionierende LEGO Online Shop trug sicherlich zum guten Jahresergebnis bei. Trotz der vielen Kritikpunkte, die mich auch manchmal ratlos zurücklassen, konnte der Shop den globalen Nachfragesprung relativ gut verkraften. Hinzu kommt auch, dass LEGO im letzten Jahr erstmals erwachsene Fans als Zielgruppe entdeckte. Durch ein wahres Produktfeuerwerk im Hochpreissegment steht ein breites Angebot für die vermeintlich kaufkräftige Zielgruppe zur Verfügung. Die meisten Sets der 18+ Reihe sind teilexklusiv oder exklusiv bei LEGO erhältlich, was wahrscheinlich auch zur Steigerung der Margen beitrug. 

Im Nachhaltigkeitsbericht fällt mir besonders auf, was nicht berichtet wird: die Umstellung auf nachhaltige Werkstoffe. Nachdem LEGO im letzten Jahr noch das Baumhaus als Erfolg gefeiert hat, ist von diesem wichtigen Thema nichts mehr zu lesen. Ich finde lediglich einen Hinweis, dass das Ziel bis 2030 umgesetzt sein soll. Das ist mir an der Stelle viel zu wenig, denn LEGO selbst stellte auf dem Fan Day 2020 einen direkten Zusammenhang zwischen der Steinqualität und den neuen Werkstoffen her. Ich mache mir Sorgen, dass dieser Schwebezustand zwischen der Umstellung und qualitativen Einbußen längere Zeit anhalten könnte. Das wäre für mich inakzeptabel.

LEGO 2020 Bericht Adults

Unter dem Strich bin ich von dem Jahresergebnis beeindruckt. Unter diesen Bedingungen ein Umsatzplus von 13% und eine Gewinnsteigerung von 19% zu erreichen, war bestimmt nicht einfach. Bei genauer Betrachtung können wir aber erkennen, dass es an vielen Ecken knirscht. Als Warnhinweis möchte ich den Anstieg in den Personalkosten um 20% nennen, auch die Herausforderungen auf den Transportwegen bleiben bestehen. Einen weiteren versteckten Warnhinweis finde ich in der erhöhten Risikovorsorge, die auf den Zustand des Einzelhandels schließen lässt.

Deshalb bin ich sehr gespannt, wie LEGO im laufenden Jahr abschneiden wird, wenn die großen Sondereffekte größtenteils wegfallen. Meiner Meinung nach könnte das Wachstum gut verkraftet werden, wenn die Vertriebswege – insbesondere der Einzel- und Großhandel – weiterhin stabil bleiben und die Beeinträchtigungen der Produktqualität nicht überhandnehmen.

Habt ihr auch mal einen näheren Blick in die Berichte geworfen? Kanntet ihr die ganzen Details oder waren auch Neuigkeiten dabei? Wo kauft ihr euer LEGO ein: Nutzt ihr den Online-Shop oder wartet ihr auf Angebote im Einzelhandel? Findet ihr die 18+ Reihe gelungen oder stört sie euch? Glaubt ihr, LEGO ist gut für die Zukunft gerüstet? Schreibt uns eure Meinungen in die Kommentare.

Oliver
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Fan des Classic Space, Technik-Begeisterter und Freund von Creator 3-in-1. Ständig auf der Suche nach den kleinen Besonderheiten im LEGO Sortiment und interessiert an den Hintergründen im Spielwarenmarkt.

76 Kommentare

  1. Traue nur einer Statistik, die du selbst gefälscht hast 😉

    „Wie vor diesem Hintergrund 134 Stores hinzugekommen sein sollen, ist für uns nicht nachvollziehbar. Es sei denn, dass mögliche Store-Schließungen nicht erwähnt wurden.“
    => sehr schöne Recherche 😀

    Als Ergänzung „most successful launch“ bei Mario sind keinerlei Infos anhand welcher KPI das ermittelt wurde. Laut dem Sheet ist es vermutlich nur die Downloadzahlen. Hat somit alle Download von Mario vs sonst „keine Downloads“ an Anleitungen usw. Somit => most successfull lunch.

    Genauso „top themes“. Basierend auf was? Umsatz? Verkaufszahlen? Klicks im Shop? Marktumfrage => Solche Aussagen haben null Wert.

    „LEGO Super Mario scheint aber entgegen aller Kritik tatsächlich bei den Zielgruppen gut anzukommen. Einen Beleg dafür konnten wir in Kanada finden. Dort wird das LEGO Super Mario 71360 Starter-Set auf dem dritten Platz der umsatzstärksten Spielzeuge 2020 geführt.“
    => Nein das ist kein Anzeichen dafür, dass es gut ankommt. Gut ankommen würde bedeuten, wenn auch die Zubehörsets wie verrückt gekauft werden würde. Das bedeutet nur, dass das Marketing gut war. Es wurde inital das Starterset gekauft. Verstaubt nach einmaliger Nutzung womöglich und das war es. Das ist kein Beleg dafür,dass ein Set gut war oder gut angekommen ist. Nur ob Marketing bzw. Kauf funktioniert hat. Spannend wäre hier die Retourenquote und/oder eben Zahlen der Zubehörsets.

    • Es gibt aber zig verschiedene Erweiterungssets. Das heißt die Nachfrage verteilt sich auf entsprechend viele Produkte und die Liste geht nur bis 10. Ich finde deine Argumentation etwas zu einfach gestrickt.

    • Manch einer scheint nicht akzeptieren zu können oder zu wollen, dass die Super Mario Sets, entgegen der Voraussagen so mancher selbst ernannter Experten, bei der Zielgruppe sehr gut ankommen.
      Was soll das künstliche Schlechtreden? Die Kids freuen sich darüber. Das ist das einzige was zählt.

      • Liebe Claudia….Manch einer scheint nicht akzeptieren zu können oder zu wollen, dass die Super Mario Sets, entgegen der Voraussagen so mancher selbst ernannter Experten, bei der Zielgruppe schlecht ankommen.
        Was soll das künstliche Schönreden? Martin hat es meiner Meinung sachlich wiedergegeben und nicht mit dem „Herzen“ gesprochen.

    • Die Top Themen sind mir auch sehr intransparent, wäre schön wenn man da wüsste welche Parameter da genutzt werden. Umsatz, Gewinn, verkaufte Einheiten, absolut oder relative Steigerung zum Vorjahr? Kann vieles sein.
      Gefühlt kommt Super Mario ganz gut aber nicht spitzenmäßig an denke ich.
      Die Kombination Lego und die dahinter stehende Elektronik finde ich zumindest mal innovativ.
      Ich finde es sehr gut, dass Lego mal was ausprobiert, wenn es doof ist wird es halt nicht gekauft. Die genauen Zahlen kennt Lego doch und wird da schon seine schlüsse draus ziehen. Wann soll man als Firma denn mal ausprobieren wenn nicht bei einem Rekordgewinn?

  2. Super detaillierte Aufschlüsselung. DANKE!
    Das Niveau der Artikel bei Stone Wars ist wirklich eine eigene Liga im Bereich der LEGO-Fan-Seiten. Macht weiter so!

  3. „Die Preisfindung scheint sich mehr an dem Lizenzgeber zu orientieren als an dem Produkt.“
    Das glaube ich auch, wenn ich die Teilezahlen einiger Sets bei Technic vergleiche.

  4. Schöne Analyse. Ich freue mich, dass es LEGO gut geht. Die 18+ Serie finde ich persönlich sehr gut und habe auch einiges davon. 🙂

  5. Wenn Lego zB auf dem kanadischen Markt mit Erzeugnissen wie „LOL Surprise“ um das „Spielzeug des Jahres“ konkurriert, dann wundert mich auch Vidiyo nicht mehr!

    Könnte es sein, dass die Personalkosten in 2020 so sehr gestiegen sind, weil da (auch) Homeoffice-Ausstattungen usw mit drin stecken?

    Wieder einmal ein großartig recherchierter Artikel. Danke! Dass ihr euch ernsthaft die Mühe macht, Yen aus dem Jahresbericht von Bandai in DKK unzurechnen…! 😀

    • Eigentlich kann das nicht sein. Homeoffice Ausstattung ist ja kein Personal. Personalkosten sind Kosten für das Personal selbst und nicht deren Arbeitsmaterial. Vielleicht musste Lego viel Geld für IT-Fachkräfte ausgeben, damit der Onlineshop auch mal einen halben Tag stabil läuft 😉

          • Aber so eine zusätzliche Ausstattung dürfte buchhalterisch nicht in den Personalkosten auftauchen.

          • Es taucht wahrscheinlich noch nicht mal unter Material auf, sondern unter Abschreibungen auf Anlagegüter. Dadurch sollte die paar Notebooks keine Rolle spielen.

        • Echt jetzt? Über den Store können wir ja reden, da passieren immer wieder mal Fehler – aber auf die Mitarbeiter, mit denen wir bisher zu tun hatten lasse ich echt nichts kommen, freundlich, kulant und hilfsbereit. Ich bin jedes Mal wenn ich mit denen telefonisch zu tun habe positiv überrascht – und aus genau diesem Grund rufe ich da auch „gerne“ an.

          Bei mir haben unlängst bei einer Bestellung a) die Amelia Earheart und b) ein paar nachbestellte Einzelteile gefehlt. Die Amelia kam nach ca. 4 Tagen separat ausgeliefert, die Bricks sind (diesmal kostenlos aus Kulanz) auf dem Weg.

          Es ist unter anderem dieser sehr gute Service, der mir nach wie vor bei den rel. hochpreisigen Produkten von Lego ein gutes Gefühl gibt. Im direkten Kontakt mit Lego habe ich ausdrücklich das Gefühl, dass ich als Kunde wahr- und ernstgenommen werde.

  6. Guter Mann, der Oliver, immer gerne mehr.
    Und wie gleichfalls gerne würde ich all seine Fragen ausführlich beantworten, mir fehlts aber an der Zeit… Im großen und Ganzen lassen sich die meisten Antworten aber auch aus all meinen vorhergehenden Statements übertragen 😉

  7. Ob nun Mario einen wirklichen Superstart oder nur einen gefühlten guten Start, wie hier gemäkelt wird, hingelegt hat, ist nicht so entscheident. Lego kennt ja die exakte Auswertung und irgendwo kommen die guten Zahlen ja her. Und auch wenn Lego da noch etwas unbeholfen vorgeht, finde ich es trotzdem gut, dass sie versuchen online und offline zu verbinden. Z.B. fand ich die Hidden Sides-Serie viel besser als ihr Ruf war. […] Um auch in Zukunft gutes Wachstum zu generieren muss(!) Lego solche Dinge probieren. Mario, Hidden Side, Vidiyo usw. Man merkt, sie versuchen einen Erfolg zu finden. Mal ist die App nur Beiwerk (hidden side) mal ist die App Hauptbestandteil (Viviyo). Nachdem Hidden Side nicht funktioniert hat, ist es folgerichtig (aus Legos Sicht) jetzt mehr auf die App zu setzen. Ich sage damit nicht, dass die Serie gut ist. Jangbricks hat dazu ein sehr gutes Video gemacht. Ich denke auch, es wird wahrscheinlich ein Flop werden. Aber im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit ist es trotzdem wichtig, das Lego solche Dinge weiter probiert. Sie haben das Geld und sie haben die Möglichkeiten. Also wäre es eher sträflich in dieser Situation nicht alles zu versuchen um den Stein der Weisen zu finden. Und wenn tatsächlich ein Treffer dabei rauskommt – wer fragt dann noch nach den Flops. Jack Stone ist heute auch nur noch eine Randnotiz. Ich persönlich fand damals Tamagotchies auch maximal blöd aber die Dinger haben sich wie geschnitten Brot verkauft. Zwar nur eine kurze Zeit aber es lief. Ich würde mich freuen, wenn Lego die Kinder nicht ganz aus dem Blick verliert. Mein Sohn ist gerade an der Grenze zwischen Duplo zu Lego und mir fehlt z.B. eine Box mit vielen einfachen Steinen 2×2 2×4 Dachsteine usw. damit er einfach mal schnell etwas größeres bauen kann. Die Steineboxen enthalten zuviele Klein- und Sonderteile. Man sucht ewig nach dem richtigen Teil und mein Sohn verliert dann irgendwann die Lust, da er was bauen und nicht was suchen will. Was ebenfalls nicht passieren darf, das Lego an der Qualität experimentiert. Siehe Osterei. Sowas dürfte auf keinen Fall durch die Qualitätskontrolle kommen. Die Konstruktionsqualität der Techniksets müsste ebenfalls mal wieder angehoben werden. Die Kritik ist an vielen Stellen für mich nachvollziehbar (die Art und Weise, wie sie geäußert wird, allerdings nicht). Auch hier kann ich nur auf jangbricks verweisen. Bestimmte Entscheidungen kann ich nicht nachvollziehen z.B. beim neuen Strassensystem. Ob das gut ist oder nicht, will ich gar nicht beurteilen aber es wäre gut gewesen, die alten Platten weiter im Programm zu lassen, so dass man wählen kann. Auch hier kann ich nur auf meine eigenen Spielerfahrungen in der Familie zurückgreifen. Mein Sohn baut sehr gern mit den großen Platte eine Stadtlandschaft auf, auch wenn dann Hotwheels-Autos darüber fahren. Das neuen System ist „zu kompliziert“ dafür. Grundsätzlich freue ich mich über die guten Zahlen und hoffe, dass es weiter gut läuft. Wenn Lego die oben genannten Dinge im Blick behält wüsste ich nicht, warum die Zahlen schlechter werden sollten. Die Erwachsenenthemenwelten haben unglaublich viele gute Sets auf den Markt gebracht. Die Ideas-Idee hat sich für Lego mehr als ausgezahlt.
    Vielen Dank an euch für die Aufarbeitung!! Ein Vorschlag noch, vielleicht könnte man die englischen Zitate auch auf deutsch übersetzten, wenn man sich in Text darauf bezieht. Wahrscheinlich sind nicht alle Leser fit im Wirtschaftsenglisch. 👍🏼❤️

    Anm. der Reaktion: Kommentar wurde entsprechend Netiquette um einen Satz gekürzt.

  8. Bei 10 % Umsatzanteil aus Deutschland können Lego solche regionalen Influencer wie der Held der Steine wirklich fast egal sein…

    • Eher umgekehrt, durch den hohen Marktanteil, den Lego bzw. Bausteinen in Deutschland haben, gibt es insgesamt viel zu verteilen und für Lego entsprechend viel zu verlieren, falls die anderen tatsächlich Erfolg haben.

    • @Stonewars Gibt es dieses Konstrukt KIRKBI/LEGO ggf. (auch) aus Gründen der Steuerersparnis? Schließlich wird durch diese elegante „Verrechnung“ ja der Gewinn reduziert.

      • Über die KIRKBI werden quasi alle sonstigen strategischen Beteiligungen gehalten. Dazu gehört zum Beispiel auch die Merlin Entertainments, die das LEGOLAND oder die LEGOLAND Discovery Center betreibt. Ebenfalls werden dort auch die Anteile an Windpark verwaltet. Es liegt nahe, dass die Zahlung der Markennutzung auch aus steuerlichen Gründen vereinbart wurde.

    • Das ist bei Namensrechten immer so. In Holland fallen für Lizenzen z.b. Sub Way oder Mc Donalds nur 1% Steuern an. Es gab deswegen mal einen großen Aufschrei, weil Starbucks in Großbritannien über Jahre nie offiziell Gewinn gemacht hat. Das Geld lag einfach in den Niederlanden.

    • (Leider) ganz üblich …
      Apple führt z.B. auch alle Gewinne einzelner Länder über Lizenzzahlungen an Tochterfirmen ab, die an ihrem Steuerschlupfloch-Firmensitz für Lizenzeinnahmen sehr wenig Steuern zahlen müssen –> was alles „lizenziert“ werden kann, bzw. wie hoch der Markenname doch in Relation zum physischen Warenwert bewertet wird, ist dann ganz erstaunlich.
      (Solange Firmen international handeln können, aber Staaten nur national, wird sich daran auch nichts ändern … und eine EU-Verfassung, die sowas irgendwann mal für den EU-Binnenmarkt stoppen könnte, wurde ja just von den Niederlanden per Volksentscheid abgelehnt)

  9. Vielen Dank für den tollen Bericht. Ist immer toll zu lesen und verständlich.

    Was mich wirklich freut ist das die Classics Sachen so hoch im kurs stehen. Ich hab nähmlich oft das Gefühl das diese Sparte völlig vergessen wird. Klar stehen die tollen Sets im Fokus und das ist ja ganz normal und richtig so, dennoch finde ich es toll das es das „klassische“ LEGO so weit nach vorne geschafft hat.

    • Das kommt vermutlich davon, dass die anderen Sets mit Bauanleitungen hauptsächlich Kleinteile enthalten. Wenn man einen Grundstock an Basissteinen benötigt, bekommt man den nicht indem man Sets kauft, sondern Steineboxen. Der nächste Schritt wäre dann gezielter Kauf nach Steinsorte über Bricklink usw., aber als Einsteiger lernt man diese Webseiten leider oft zu spät kennen.

  10. ich denke, dass ihr betreffend der Beschäftigtenzahlen einen „Bock geschossen habt“

    gemeint sind bei Average number (full time) die Vollzeitäquivalente im Jahresdurchschnitt – also eine Größe über einen Zeitraum, während head count end of year tatsächlich nur die Zahl der Beschäftigten zu einem bestimmten Zeitpunkt (Jahresende) darstellt – die Differenz ist nicht die Zahl der Teilzeitbschäftigten – die hängt u.a. vom Beschäftigungsausmaß ab… – Hier schmerzt das Statistikerherz…

    Beispiel vereinfacht) zur Illustration.

    Eine Firma hat 100 Beschäftigte, 50% in Vollzeit (40h), 50% in Teilzeit (20h) – ergibt 75 Vollzeitäquivalente.

    Andere Firma hat 100 Beschäftigte, 50% in Vollzeit (40h), 25% in Teilzeit (30h) 25% in Teilzeit (20h) – ergibt 81,75 Vollzeitäquivalente.

    Andere Firma hat 200 Beschäftigte, 100% in Teilzeit (20h) – ergibt 100 Vollzeitäquivalente.

    Admiral Ackbar würde sagen „its a trap“ 😉

    • Hallo,
      ich gebe dir recht, dass es nicht ganz korrekt ist beide Zahlen in Relation zu setzen. Der „Average“ ist ein Durchschnittsangebe, die über das gesamt Jahr berechnet wird und der „Headcount“ eine Stichtagszahl.
      Im deutschem Recht ist ein Großunternehmen nach § 285 HBG Abs 7 verpflcihtet „die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer“ anzugeben. Dort ist allerdings nicht festgelegt wie die Angabe berechnet wird.
      Die grundsätzliche Aussage im Artikel hinsichtlich des Personalbestands bleibt aber bestehen. Ich habe die Passage jetzt klarer formuliert. Danke für den Hinweis.

  11. Ich persönlich denke, dass der Grund warum Lego in Asien nicht wächst daran liegt, dass sie den Markt nicht abschotten können und es wenig bis gar keine Berührungsängste der Kunden zu asiatischen Herstellern gibt. Da das Preis-/Leistungsverhältnis der Konkurrenz wesentlich besser ist, wundert es mich nicht, dass auf solchen Märkten die Bäume für Lego nicht in den Himmel wachsen.
    Ich denke jeder kann erkennen, dass die asiatische Konkurrenz in den letzten 2-3 Jahren massiv aufgeholt (um teilweise nicht zu sagen überholt) hat, was die Qualität angeht und bei den Preisen kann Lego nicht ansatzweise mithalten, weil das die gewohnten Gewinnmargen beschädigen würde. Sobald auf den westlichen Märkten diese unsägliche Abschottung nicht mehr funktioniert, ist es vorbei mit den extremen Gewinnen. Dann heißt es um jeden Kunden kämpfen! Aber bis dahin wird entspannt weiter gemolken…

    • Lego ist in China trotz der China-Ware beliebt, obwohl es viel mehr davon gibt, diese viel billiger ist als in Deutschland und Lego deutlich teurer.

      • Und die Info bezieht sich worauf genau? Das ist so als würde ich sagen: „Cada ist in Deutschland total beliebt, obwohl es viel weniger Möglichkeiten gibt Cada zu bekommen.“

      • Gerade in China, kauft sich jeder, der es sich leisten kann doch deutsche Autos. Es gibt sogar extra Langversionen von BMW, Mercedes und Audi, die man nur in China bekommt.

    • „..der Grund warum Lego in Asien nicht wächst..“
      LEGO wuchs in Asien um 17,7%. Lediglich die Veränderung des Wachstums nahm auf sehr hohem Niveau ab.

      • Ok, allerdings ist es ja schon auffällig, dass das Wachstum in Asien zurückgeht obwohl man von einem deutlich niedrigeren Niveau als Europa und Amerika kommt und gleichzeitig ein viel größerer potenzieller Markt vorhanden ist. Von daher bleibe ich bei meiner Aussage. Für ein transparentes Bild müsste man die Zahlen mit denen der Konkurrenz vergleichen, was allerdings in Europa und Amerika schwer möglich ist.

          • Ich würde aber weiter gehen. Die Behauptung, dass das Wachstum in Asien „zurückgeht“ würde ich nicht unterschreiben.

            Sieht man sich die letzten drei Jahre an, kommt man auf ein Durchschnittswachstum von rd. 16,0% da liegt auch 2020 (17,7%) etwas darüber – signifikant schwächer war das Wachstum 17/18. 18/19 war sicher aussergewöhnlich, der Rückgang (hey immer noch ein saftiges Wachstum) 2020 gegenüber 2019 ist da eher nicht signifikant 😉

            Versucht man da was herbeizureden?

            Dass das Plus 2020 in E+A ist wahrscheinlich zum Teil Krisenbedingt (Bespassung von Kindern, die nirgends hin konnten, aber wahrscheinlich dürfte auch bei den AFOLs ein Egffekt mitspieln – „besinnung“ auf das was amnn als Kind mochte)

            Warum LEGO auch in China so erfolgreich ist, könnte auch an dem Fakt liegen, dass in China „Reichtum“ eher noch ein „neueres“ Phänomen ist-also die es sich leisten können wollen nur das beste – Kein Fiat, sondern ein Mercedes (Audi, rolls), Designerkleidung, Gucci, Cartier – und das entspricht halt im Bereich Spielzeug LEGO. Da kommt es einfach NICHT auf den Preis an – im Gegenteil: je höher der Preis desto begehrter das Gut. Sicher die Reichen sind nicht viele, aber eine wachsende Schicht – da kommt was zusammen an Kaufkraft. Die (kleine) Mittelschicht, die wahrschein ähnlich wie bei uns eher aufs Geld schauen muss, ist wahrscheinlich dann auch eher die Kundschaft der „einheimischen“ Produzenten. Und die einfachen Leute können sich wahrscheinlich für die Kinder sowieso nicht viel leisten.

            Chinas Bevölkerungspolitik tut/tat ihr übriges dazu: die „Prinzen“ werde verwöhnt bis zum gehtnichtmehr.

          • @bausteinchen
            Wir haben darüber berichtet, dass das Wachstum auf hohen Niveau „nur“ (absolut gesehen) konstant blieb. In Anbetracht der Tatsache, dass LEGO den vollen Fokus auf China legte und ein globaler Nachfrageschub herrschte, schätze ich die Performance in Asien als leichte Enttäuschung ein. Die Outperformance gegenüber den etablierten Märkten war im letzten Jahr rückläufig. Deshalb habe ich die Frage gestellt, ob in Asien eine Sättigung einsetzt und die Einschätzung auch begründet.

  12. Ich bin gespannt, wie sich die nächsten Jahre entwickeln, wenn die Konkurrenz größer wird. Zum einen muss Lego sich auf dem chinesischen Markt etablieren und dort nicht nur Wettbewerber, sondern auch Plagiatoren trotzen, zum anderen wird sich der Markt in in Europa verändern, da nicht nur die chinesische Konkurrenz langsam ankommt, sondern mit MegaConstrux auch die Amis versuchen, sich ein größeres Stück der Torte zu holen. Ich hoffe, dass Lego nicht nur Marke und Merchandising, sondern auch Einpreisung und Produktportfolio pflegt. Es wird spannend.

    • Ja Mattel hat sich mit MegaConstrux mittlerweile echt breit aufgestellt. Nicht nur was Kids Stuff betrifft, sondern vor allem auch im AFOB Bereich mit Lizenzen wie Halo, GoT etc. und natürlich nicht zu vergessen Masters of the Universe was vor allem in Deutschland auch sehr beliebt ist und dieses Franchise erlebt ja aktuell seinen dritten Frühling.

      Natürlich ist das alles im vergleich zu LEGO noch „klein“, Aber wenn die weiter so gute Sachen machen, dann könnte das wirklich eine echte ernste und langfristige Alternative sein.

      Ich habe das gefühl das gerade in Deutschland der Einzelhandel sich schwer tut Alternative Klemmbausteine mit ins Regal zu stellen. Da muss man auch die Entwicklung abwarten.

      Bin zwar LEGO Liebhaber, Aber konkurenz kann nur vom Vorteil sein.
      Hab die Masters of the Universe MegaConstrux Sets mir geholt und war wirklich überrascht wie gut die Qualität ist.

      • GoT habe ich fast komplett gekauft. Warte nur noch auf ein Angebot für das Schiff. Aber genau da liegt das Problem. Der Markt ist fest in der Hand von Amazon. Die Preise schwanken extrem und die „UVP“ ist gefühlt höher als bei Lego. Beispiel Winterfell 1200 Teile UVP 135 EUR. Man kann es immer mal wieder für ca. 80 EUR kaufen. Macht ein Rabatt von 40%. Aber auch das ist eine Teilepreis von 6,66 Cent. Also nicht wirklich günstig.

        Wo wollte ich hin. Die Vertriebswege in Deutschland sind für alle Konkurrenten das große Problem. Lego ist einfach omnipräsent. Solange Lego diese Position halten kann, werden Sie weiterhin quasi Monopolist sein.

  13. Der Geschäftsbericht für 2019/2020 ist zwar ganz spannend, aber neugierig bin ich vor allem auf den Bericht für 2020/2021!

    Gute Verkaufszahlen ergaben sich ja vor allem durch die Lockdowns. Ich hätte beispielsweise auch nicht so viel Lego (für meine Kinder) gekauft, wenn der Kindergarten nicht dicht gemacht hätte. Was Spielzeug angeht, fuhren wir vor Corona nach dem Minimalprinzip. 24/7 Bespaßung ohne Freunde kann ich als Mutter aber nicht leisten. Deswegen musste Input her, den meine Jungs aber dankend angenommen haben („Mama, baust du mir nochmal den großen Ninjago-Roboter auf?“ „Nee, ich will aber den Geisterbus!“ usw. -.-)

    • Macht man allerdings normalerweise erst ab fünfstelligen Zahlen, und das scheint mir im Artikel doch auch fast durchgehend der Fall zu sein. Aber vielleicht wurden die Punkte auch nachträglich eingefügt.
      (Kleine Anmerkung meinerseits: Ein Abstand gehört in jedem Fall zwischen Zahl und Prozentzeichen.)

  14. Irgendwie finde ich es lustig, wenn immer wieder das (subjektive) Argument kommt, dass die asiatische Konkurrenz mittlerweile besser geworden ist. Besser geworden was? Was wird denn verglichen? Welche Produkte? Welche Produktlinien?

    Ich habe mir am Wochenende mal diverse Videos zu den Modular-Buildings der Asianten angeschaut. Da ist auch nicht alles Gold was glänzt und bei weitem nicht so, wie man es von Lego gewohnt ist. Preislich kann es vielleicht günstiger sein, aber man darf auch den After Sales nicht vergessen.
    Kann sein, dass bei der Technic-Sparte der Ferrari vom Anbieter X eher wie ein Ferrari ausschaut wie bei LEGO. Aber was ist mit den anderen Produkten? Manchmal habe ich das Gefühl, das pauschal auf Lego geschimpft wird ohne einen speziellen Vergleich ziehen zu können.

    Ich habe auch im Internet recherchiert und mir die Modular-Buildings von Fremdanbietern angesehen, die vielleicht mehr Steine haben, preislich aber genauso teuer sind, wie die aktuellen Modulars von Lego selbst.

    Daher wäre es hilfreich, wenn man immer das Argument kommt, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis besser ist, auch zu sagen, in welchem Bereich es besser ist.

    Zurück zum Artikel. Danke für die tolle Arbeit. Da könnte ich mir in der Arbeit eine Scheibe abschneiden, da wir selbst mit Bilanz- und GuV-Analysen zu tun haben.

    Was ich mir bei den Personalkosten denke, dass zum einen es einen Sonderbonus gab, der auch im Artikel erwähnt wurde, andererseits auch die Lohnkosten per se gestiegen sind (Gehaltsanpassungen etc.). Heißt ja nicht, dass alles linear verlaufen muss.

    • Das mit dem Sonderbonus kann natürlich gut sein. Nach dem Motto „wir haben trotz diesem schwierigen Jahr eine außergewöhnliche Steigerung und ihr sollt daran teilhaben“.

    • Wenn man die Qualität der Steine anschaut, sind sie teilweise sogar besser und haben weniger Qualitätsprobleme als Lego. Muss man nicht so sehen, würde ich aber so einschätzen. Das war vor 2-3 Jahren noch anders. Auch das kann man leicht sehen, aber dafür müsste man sich die Steine alternativer Hersteller natürlich überhaupt mal anschauen, was bei manchem ja direkt körperliche Schmerzen auszulösen scheint.

      • Ich möchte hier dann direkt einmal einschreiten und darum bitten, die Diskussion um die Steinequalität LEGO vs. andere Anbieter zu beenden, da es hier einfach themenfremd ist und wir genau diese praktisch austauschbaren Diskussionen nicht unter jedem Beitrag haben wollen – siehe Netiquette.

  15. Super Bericht, gut geschrieben!
    Ich werde aber den Teufel tun und auf Details eingehen, weil ich dafür mal gar nicht in der Materie stecke 😀

  16. Danke für die tolle Aufarbeitung, die ich nicht vollständig gelesen habe und auch nicht vollständig verstehe.
    Für mich kommt heraus, dass es Lego aufgrund von ausgezeichneter Arbeit sehr gut geht, was mich ungemein freut, bedeutet es doch, dass ich auch weiterhin wunderbare Legosets kaufen und bauen kann.
    Zu den Fragen: ich finde die 18+ Reihe super, wenngleich ich nicht alles davon kaufe. Aber es ist ein guter Weg. Ich habe zwar eher staunende Leute bei mir im Zimmer stehen, die noch nie solches Lego gesehen haben und es total cool finden, so was zu machen, aber für einige wird es wichtig sein, Lego für Erwachsene akzeptabel zu machen.
    Ich kaufe viel Lego im OnlineShop, auch in Ermangelung eines Stores in der Nähe. Sonst würde ich dorthin ständig „Wallfahrten“ unternehmen, meine drei Storebesuche (München, Frankfurt, Leipzig) sind mir in bester Erinnerung. Ich kaufe aber auch gerne Legoschnäppchen, da bevorzuge ich Amazon, die liefern gratis und superschnell, auch bei Smyth und MyToys kaufe ich gern mal online. Smyth ist 50km weg, da würde ich sonst auch hingehen.
    Der lokale kleine Spielzeugladen hat selten das, was ich will (Modulars, Teilexklusives) und so gut wie nie irgendwelche Angebote.
    Daher liebe ich eigentlich den Lego Online Store, der sich in den letzten Monaten sowohl zum besseren verändert hat, als auch vieles hat, was ich gern möchte. Wenn ich dann mal einen Haufen VIP Punkte einlöse, freue ich mich extra.
    Zusammengefasst: ich freue mich für Lego als Produzent der Teile, die ich für mein Hobby benötige👍‼️ Super‼️

    • Annalies – blöde Frage – bist du (auch) in Ösiland? das phänomen, dass – anscheinend – in Deutschland auch (kleine) Läden Rabatte geben kenne ich von Hierzulande (Wiener Gegend) nicht.

      Rabatte findet man (selten) bei „Interspar“ und „Müller“, regelmäßig bei Smyths (da must du aber manchmal tagaktuell kaufen. Einzelhändler scheinen so gut wie nie Rabatte zu geben – zum Teil finde ich Preise ÜBER UVP…

      Und selbst bei Smyths ist es oft besser man kauft bei Lego selbst, da es oft nur 5% sind (entspricht den VIP Punkten bei LEGO).

      Was ist in D anders????

      • Hi, @bausteinchen, ja ich bin in Oberösterreich in deutscher Grenznähe. Und ich wohne auf dem Dorf. Von daher ist für mich der Online Handel ein Segen. Ich würde nie zu einem Modularbuilding kommen, wenn es den OnlineHandel nicht gäbe. Alles was Du beschreibst – Müller, Smyth…ist von hier 50 km Weg, der nächste Interspar 35. Also kaufe ich online und bin damit sehr zufrieden. Zum nächsten Lego Store muss ich 120 km nach München, mache ich ehrlich gesagt nicht.
        Wie gesagt, der kleine Spielzeughändler im nächsten 10km entfernten Ort hat das übliche Sortiment, ohne Rabatte. Herausschauend aus unserer Online Blase, der Lego Community hier und in anderen Blogs, denke ich mir auch manchmal: wer kauft denn da was? Die Antwort ist leicht – alle, die nicht online unterwegs sind und auf Lego Schnäppchenjagd. 😉 Wie gesagt: ich freue mich sehr über den immer besser werdenden Lego Online Shop und die hier bei mir ausgesprochen zuverlässige Zustellung durch DPD. Danke Jungs, Ihr seid fast besser als die Post!

  17. Das Super Mario Starters Set ist auf Amazon Japan schon eine Weile eines der am meisten verkauften Lego-Sets und in den Best Sellers Charts „Toys & Games“ aktuell auf Platz 17

    • Ja, aber das hat ja nichts zu sagen, denn vielleicht hassen die Leute das Set ja, sobald sie es gekauft haben, und hauen mit dem Hammer drauf und ziehen sich den Plastikstaub in die Nase (bitte nicht nachmachen!) oder versenken es im Aquarium (die armen Fische!) oder stützen das wacklige kleine Schränkchen im Schlafzimmer damit ab, wo immer die verstaubten Modezeitschriften drauf liegen, oder schmuggeln es Erbtante Yuki in die Handtasche — soll die sich doch mit dem Gelump auseinandersetzen!
      Merke: Verkaufszahlen sagen über Beliebtheit gar nichts aus!!!111!!!!!

      Noch jemand ohne Sarkasmus?

  18. Freut mich das es Lego doch noch so gut geht, obwohl einige Stimmen schon den Untergang des Unternehmens verrausgesagt haben.
    Die nächsten Jahre werden allerdings zeigen, ob sich Lego auch weiterhin gegen die Konkurenz behaupten kann, denn diese schläft nicht. In vielen Geschäften sehe ich jetzt schon wie Cobi und Mega Construx in die Regale einziehen und auch Qman wird bestimmt nicht aufgeben, um auf dem Europäischen Markt, Fuß zu fassen.

    • Holger = Ihnen wird das erst bewusst das es andere gibt , weil drüber gesprochen wird .
      Megabolocks ( Mega Construx ) gibt es schon sehr lang – ich habe davon extrem viel Halo , Ninja Turtles , SpongeBob ,Minons ,….
      Cobi hat seine Lücke gefunden : Militär

      • Ja, und das finde ich interessant, denn gerade durch die aktuelle Diskussion dürfte zumindest ein bischen bekannter werden, dass eben nicht jeder Klemmbaustein LEGO ist. Insofern könnte (!) es sein, dass die „üblichen Verdächtigen“ sich selbst hier einen Bärendienst erweisen, was die Markenlöschung angeht. Wenn man vor ein oder zwei Jahren einem Passanten einen Klemmbaustein zeigte dürfte eigentlich klar gewesen sein dass diese(r) davon ausgeht, dass das LEGO ist. Heute könnte ich mir deutlich öfter eine Antwort vorstellen à la „Vielleicht LEGO. Könnte aber auch Cobi sein, oder CaDa“.

        Sorry für’s leichte OT … 🙂

  19. Mit mehr Verkäufen im Shop, macht Lego auch mehr Gewinn. Lego verkauft Sets in der Regel für 70% des Brutto-Preises an die Händler. Im Shop abzüglich der VIP-Punkte für 95% des Brutto-Preises direkt an den Kunden. Dazu sind vor allem große teure Sets exklusiv bei Lego.
    Aber ein Gewinn von 19% des Umsatzes ist schon der Hammer.

  20. Sehr guter und interessanter Artikel. Lego scheint auf einem guten Weg zu sein, was nicht immer so war.

    Personalkosten sind oft ein Punkt, der bei solchen Betrachtungen auffällt, insbesondere wenn diese stark gestiegen sind. Sehe das aber eher positiv für die Beschäftigten.

    Glückwunsch an Lego für das erfolgreiche Jahr. Freue mich auf neue Sets und neue Themengebiete.

  21. Zum Thema Transportkosten fällt mir ein Gespräch im Spätsommer mit einem Bekannten ein, der bei LEGO im Bereich Verpackung arbeitet. Um den Ausfall des mexikanischen Werkes im Frühjahr halbwegs zu kompensieren, haben sie tatsächlich erhebliche Mengen an Sets auch per Luftfracht über den Atlantik geliefert. Zu enormen Kosten. Schade, dass die Transportkosten nicht detaillierter im Bericht aufgeführt werden.

  22. Ich freue mich einfach wenn ein europäisches Unternehmen erfolgreich ist und das unterstützte ich auch wenn mir ein Set gefällt.
    Klar wird das unter anderem auch in Asien produziert, aber das ist nun wirklich kein Alleinstellungsmerkmal.
    Auch kenne ich den anderen europäischen Hersteller, aber ich stehe nicht auf dessen Sortiment.
    Das Disney mit Lizenzen Geld macht, ist kein Geheimnis und natürlich treibt das den Preis hoch. Auf Lizenzprodukte schimpfen finde ich daher unfair. Ich bezweifle stark, dass andere Produkte günstiger werden nur weil man Star Wars weglassen würde.
    Und das manches regelrecht verhasste halt doch von Kindern gerne gewünscht wird, wundert mich nicht. Schließlich sind Kinder die Zielgruppe und für Friends und co.

    Für den Handel wäre es jedenfalls gut, wenn exklusive Sets schneller den Weg im den Laden finden würden.

  23. Wenn es hier schon über Umsatz und Gewinn geht, dann möchte ich auch eine Frage stellen, die hier oder woanders auch immer aufkommt, dass die Händler die Sets mit Rabatt verscherbeln müssen, weil sie sonst die Sets nicht losbekommen.

    Kann es nicht sein, dass Lego die Sets bei den Händlern als Kommissionsware anbietet und die Händler dadurch eine Provision bekommen und sie gar nicht „einkaufen“ müssen?

  24. Sehr ausführlich erläutert.
    Das Hasbro so schlecht performed ist glaube ich auch auf den etwas eingebrochen Star Wars Merchandising Verkauf zurückzuführen.

    Bei Lego sehe ich das Thema Star Wars gerade auf dem richtigen Weg. Die normalen Sets sind kostengünstig und haben nette Minifiguren.
    Unter der Prämisse das die Star Wars Sets so kommen werden wie angekündigt könnte es sogar noch besser werden. Insbesondere der AT-AT, der auf jeden Fall kommt da Lukas dies versprochen hat, könnte das Ding des Jahres werden.

    Ich denke der Erfolg oder Misserfolg von Vidiyo dieses Jahr wird zeigen ob Lego weiter in den AR oder digitalen Markt vordringt.
    Das Thema das ich momentan als kritisch sehe könnte Technik sein. Ich erkenne momentan nicht wohin Lego mit Technik will aber das könnte auch an mir liegen.

    By the way hat der Gewinn von Mattel wirklich um 871% zugenommen? Das wäre ja krass.

    • „hat der Gewinn von Mattel wirklich um 871% zugenommen?“
      Ja, die Angabe stimmt. Der prozentuale Wert ist aber nur deshalb so hoch, weil Mattel im Vorjahr einen kleinen Gewinn erzielte.

      • Holly Molly!
        Danke für deine Antwort. Ist wirklich ein spannendes Thema, nur leider habe ich zuwenig Zeit mich da so tief einzulesen weshalb ich ganz glücklich bin das dies jemand anderes für mich macht. 🙂

        Ich bin insgesamt sehr gespannt wie sich die Zahlen entwickeln da „die Situation“ weiter anhält aber unterschiedlich stark auf die einzelnen Regionen.

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