LEGO Ideas für Fans und Fandesigner: Wissenswertes aus dem Regelwerk

LEGO IDEAS Regelwerk

Die LEGO Ideas Plattform wurde ins Leben gerufen, um den Ideenaustausch zwischen LEGO und den Fans zu beflügeln. Doch immer wieder sorgen die Ideas-Entscheidungen für Diskussionen. Wir möchten euch deshalb auf eine kleine Reise durch das Regelwerk mitnehmen und auf die wichtigsten Passagen und Neuerungen aufmerksam machen.

Es ist wieder soweit: Vor wenigen Tagen endete die dritten Reviewrunde 2020 und es werden wieder eine Vielzahl von unterschiedlichen Entwürfen dem Ideas Review Board zur Prüfung vorlegt. 2020 war für Ideas defintiv ein Rekordjahr, denn noch niemals zuvor schafften es so viele Projekte innerhalb eines Jahres die notwendige Unterstützung von 10.000 Stimmen zu erhalten.

Die neue Bestmarke setzte das zweite Review 2020: Unglaubliche 35 Ideen liegen aktuell auf den Schreibtischen des Ideas-Team und warten auf eine Entscheidung. Deshalb spekulierten wir sogar im Mai 2020 mit euch zusammen, ob eine Ideas-Reform notwendig ist.

Wer sich mit Ideas etwas intensiver beschäftigt, für den wird die Entwicklung keine Überraschung sein, denn bereits im Oktober 2019 berichteten wir, dass sich mittlerweile ein Million Nutzer registriert hatten. Seitdem sind aber nochmals gut 580.000 weitere Nutzer hinzugekommen (Stand: 9. Januar 2021). Eine detaillierte Darstellung könnt ihr auch in dem Ideas-Jahresrückblick 2020 vorfinden.

Doch wie funktioniert Ideas eigentlich und was sollte beachtet werden? Warum kommen manchmal vermeintlich merkwürdige Entscheidungen zu Stande? Welche Fallstricke gibt es im Regelwerk? Darf LEGO die Fanentwürfe so stark verändern, wie es zum Beispiel bei der Sesamstraße der Fall war? Damit ihr einen aktuellen Überblick bekommt, stellen wir euch die wichtigsten Regeln für Fans, aber auch für Fandesigner, mit Beispielen zusammen und hoffen damit viele von euren Fragen beantworten zu können.

LEGO Ideas Regelwerk
Unterteilung der Ideas Guidelines

Es mag etwas verwirrend sein, aber insgesamt kennt Ideas sogar drei unterschiedliche Regelwerke: In den House Rules sind die allgemeinen Verhaltensregeln unter den Usern festgelegt, also quasi eine Netiquette. Deshalb beschäftigen wir uns mit den beiden Kernstücken, den Terms of Services, die alle rechtlich relevanten Regelungen enthalten und zusätzlich mit den Guidelines, die alles Wissenswerte und die besonderen Regeln rund um die eingereichten Sets beinhalten. Alles klar? Na, dann geht´s los.

Grundsätzliches (Term of Service)

Wer darf teilnehmen?

Voraussetzung für die Nutzung von Ideas ist ein kostenloses Nutzerkonto. Das Konto ist notwendig, um eigene Entwürfe hochzuladen, um andere Projekte zu unterstützen oder um Kommentare verfassen zu können. Das Mindestalter ist auf 13 Jahre festgelegt. Das reicht erst mal aus, damit ihr euch auf Ideas bewegen könnt. Falls ihr jedoch über das Hochladen eines vielversprechenden Entwurfs nachdenkt, solltet ihr zusätzlich beachten, dass ein Mindestalter von 18 Jahren sinnvoll ist oder vorher die Zustimmung des gesetzlichen Vertreter vorliegt. Das ist für LEGO nämlich zwingend notwendig, damit eine erfolgreiche Idee später auch eine Produktionsfreigabe erhält.

Einen Entwurf kann (fast) jede/r einreichen. Ausgenommen sind aber LEGO Mitarbeiter und deren Familienmitglieder, Mitarbeiter von verbundenen Unternehmen oder Mitarbeiter von Lieferanten der Produktlinie. Wir berichteten, dass zwei Sets nach dem Erreichen der Schwelle von 10.000 Supportern in der zweiten Reviewrunde 2019 disqualifiziert wurden. Die Kollegen von The Brick Fan erfuhren, dass zumindest ein Fandesigner ein LEGO Mitarbeiter war und der zweite sehr wahrscheinlich auch für LEGO tätig war. Aus diesem Grund musste Ideas die Sets leider aus dem Wettbewerb nehmen.

Weiterhin sind Personen nicht teilnahmeberechtigt, die in einen Land wohnen, das auf einer internationalen Sanktionsliste steht. Das gilt zum Beispiel für den Sudan, Nordkorea oder Syrien. Den letzten Ausschluss betreffen Einwohner des kanadischen Bundesstaates Quebec. Sie sind allerdings nur von Ideas Wettbewerben (Contest) mit einen Preisgegenwert von mehr als CAD 2.000 ausgeschlossen.

Nutzungsrechte

Die Nutzungsrechte sind klar gestaltet. Mit dem Einreichen einer Idee, also vom Zeitpunkt des erfolgreichen Hochladens, übertragt ihr sämtliche Nutzungsrechte an LEGO. Das schließt das Kopieren, Ändern und Ausstellen ausdrücklich ein.

Damit ihr euren Wettbewerbsbeitrag trotzdem bewerben könnt, erteilt euch LEGO formal eine beschränkte und widerrufliche Lizenz, um

  • Bilder und Infos auf der eigenen Website oder auf Social-Media-Konten zu teilen
  • das Modell auf einer öffentlichen Ausstellung (Fan Convention) zu zeigen.
  • Entwurfsfotos unentgeltlich in einem Online-Forum, einer Fan-Website oder einem Blog zu veröffentlichen
  • Bilder und weitere Infos in das Fandesigner-Portfolio aufzunehmen
  • den abgelaufenen Ideas Entwurf bei anderen Wettbewerben der LEGO-Gruppe einzureichen, sofern die Wettbewerbsregeln das erlauben
  • die notwendige Unterstützung auf der Ideas Plattform zu erhalten.

Wichtig zu wissen ist: Mit der Präsenz auf Ideas unterwerft ihr euch zusätzlich einen Kommerzialisierungsverbot, dass heißt ihr dürft mit der eingereichten Idee kein Geld erlösen. Weder der Setverkauf noch der Verkauf einer Bauanleitung ist gestattet. LEGO behält sich das Recht vor, bei Verstoß euren Beitrag ohne Ankündigung zu löschen und im Extremfall sogar rechtliche Schritte gegen euch einzuleiten.

Das Kommerzialisierungsverbot gilt solange, wie die Nutzungsrechte bei LEGO verbleiben. Das liest sich erst mal recht harmlos, hat aber einen großen Haken, denn die Rückübertragung der Nutzungsrechte erfolgt erst drei Jahre nachdem euer Entwurf im Review abgelehnt wurde, durch Zeitablauf den Status „Expired“ erhielt oder von euch gelöscht wurde. Daraus folgt auch, dass ihr drei Jahre, nachdem das Projekt wieder von Ideas „freigeben“ wird, keine Einnahmen erzielen dürft, da ihr immer noch nicht über die Nutzungsrechte verfügt. ACHTUNG! – Falls ihr an einem Ideas-Contest teilnehmt, stimmt ihr der zeitlich unbegrenzten Übertragung der Nutzungsrechte zu.

Durch die Übertragung der Nutzungsrechte seid ihr jedoch nicht vor möglichen Copyright-Verstößen gesichert. LEGO wird euch sehr wahrscheinlich auch nicht dabei unterstützen eure Urheberrechte zu verteidigen. Mehrere Anfragen, wie sich Ideas verhalten wird, wenn seitens des Fandesigners um Hilfe gebeten wird, beantwortete uns das Ideas-Team leider nicht. In vielen Kommentarbereichen auf Ideas ist allerdings die Tendenz zu erkennen, dass LEGO nicht für euch aktiv wird. So berichten einige Fandesigner, dass sie das Ideas-Team über mögliche Verstöße informiert hätten, aber weder Rückmeldung erhielten noch eine erkennbare Aktion seitens LEGO erfolgte.

Copycat Ideas
Ideas-Entwürfe, die wir in Shops Dritter entdeckten – Stand: Juni 2020

Deshalb solltet ihr lieber davon ausgehen, dass ihr euch selbst um einen möglichen Ideenklau kümmern müsst. Das ist nicht zu unterschätzen, denn in letzter Zeit beobachten wir vermehrt, dass Entwürfe von Ideas übernommen werden und als modifiziertes Set von Dritten verkauft werden. Das gilt sowohl für abgelaufene Entwürfe, aber auch für aktive Ideen. Als ein Missbrauchsbeispiel sei neben den vielen bekannten Fandesignern auch der Entwurf „Lego Aquarium“ von farmfarm mit aktuell gut 2.300 Stimmen erwähnt. Es kann also jeden treffen.

Ein besonders dreistes Beispiel ist das Projekt Fiat 500F von saabfan, das in der zweiten Reviewphase 2018 vom Ideas-Board abgelehnt wurde. Leider tauchte das Set als Kopie in Asien wieder auf. Besonders pikant ist die Aufforderung an saabfan aka Felix Stiessen, er möge sich doch bitte melden, damit er vergütet werden könne. Felix erklärte uns, dass es sich hierbei ausdrücklich nicht um eine Zusammenarbeit handelt und distanziert sich vehement von dem Angebot. Eine Rückmeldung von LEGO erhielt er jedoch nicht. Falls ihr Interesse an seiner Version des Fiat 500 habt, könnt ihr seine kostenfreie Bauanleitung auf Rebrickable finden. Da aber noch bis Februar 2022 das Kommerzialisierungverbot gilt, werdet ihr im Gegenzug um eine Spende für einen guten Zweck gebeten. Ich finde das ist ein fairer Deal.

Fiat 500f Copyright2

 

Ideas-Regeln (Guidelines)

Basisregeln

Ihr seid der Meinung, dass ihr eine gute Idee für ein LEGO-Set habt? Dann solltet ihr darüber nachdenken, euren Vorschlag auf Ideas hochzuladen. Die Anforderungen an die Entwürfe sind nicht sehr hoch. Ein paar Basics gilt es jedoch zu beachten. Die wichtigsten davon haben wir euch hier zusammengetragen:

  • Euer Vorschlag sollte maximal 3.000 Teile haben
  • Er muss auf ein Thema beschränkt sein und soll kein Konzept für eine gesamte Serie umfassen.
  • Eure Idee soll mit existenten LEGO Steinen gebaut werden, d.h. es sollen keine neuen Elemente benutzt werden. Vorhandene Elemente in neuen Farben sind zugelassen.
  • Die Einreichung von einem Remake ist nicht erwünscht
  • Das Design muss von euch stammen und darf nicht mit Rechten Dritter „belastet“ sein. Einreichungen in Form einer Kooperation sind zulässig.
  • Die Einreichungen müssen im Einklang mit den Werten von LEGO sein.
  • Vermeidung von Themen, die Wettbewerber im Programm haben
  • Mindestanforderungn an den Beschreibungstext und die Bilder

Wir können euch nur empfehlen, bei der Einreichung auf die Einhaltung der Basisregeln zu achten. Ansonsten seid ihr dem Risiko ausgesetzt, dass der Entwurf ohne Ankündigung aus dem Voting entfernt wird.

LEGO dehnt manchmal die eigenen Regeln

Die Regeln hören sich erst mal normal und sinnvoll an. Spannend daran ist, dass LEGO selbst Teile dieser Vorgaben manchmal „sehr großzügig“ auslegt. Das beste Beispiel ist der von Bricky Brick als „Pirate Bay“ eingereichte Entwurf, der mittlerweile mit der Setnummer 21322 als „Pirates of Barracuda Bay“ in der Ideas Reihe offiziell erschienen ist und sich große Beliebtheit erfreut. Die LEGO Setbilder und Beschreibungen in der offiziellen Bauanleitung zeigen ganz eindeutig, dass bewusst sehr starke Anlehnungen an die im Jahr 1989 (Set-Nr. 6285) veröffentlichte „Black Seas Barracuda“ vorhanden sind. Damit hat LEGO quasi selbst für ein Remake gesorgt.

LEGO 21322 Pirate Bay: FAQ zum VerkaufsstartBesonders die Frage, ob ein Entwurf in Einklang mit den Werten von LEGO ist, sorgt immer wieder für Schwierigkeiten bei der Regelauslegung. LEGO nennt zwar ganz klar im Guideline-Kapitel „Acceptable Content“ zehn Punkte, die als inakzeptabel eingestuft werden, doch insbesondere bei der Definition von Kriegsszenen (Punkt 8) gibt es einen großen Spielraum. LEGO selbst schreibt dazu in den Ideas Guidelines, dass

Warfare or war vehicles in any modern or present-day situation, or national war memorials

nicht gestattet sind. Wie konnte es aber sein, dass der Entwurf  „The Huáscar“ von aldrin zur Begutachtung in der dritten Reviewrunde 2019 zugelassen wurde, obwohl es sich sogar laut Beschreibungstext, um ein Kriegsschiff aus dem 19. Jahrhundert handelt, das bis in die heutige Zeit die Parlamente von Chile und Peru beschäftigt?

LEGO IDEAS Huascar
Ist das ein „modernes“ Kriegsgerät?

Diese Frage haben wir auch den Ideas-Support gestellt. Nun, die Antwort erfordert ganz genaues Lesen, denn bei dem Schiff handelt es sich nach Einordnung des Ideas-Teams, nicht um ein „modernes“ Kriegsgerät, da die Einsatzzeit vor dem ersten Weltkrieg lag. Aufgrund dieser Definition hat LEGO auch kein Problem mit historischen Darstellungen, wie zum Beispiel Ritterszenen, Piraten oder Wikingern.

Ideas hatte aber auch kein Problem, den Entwurf des bis 1999 aktiven Überschallaufklärungsflugzeug  SR 71-A  zuzulassen. Wo genau Ideas bzw. LEGO die Grenze bei „modernen“ Kriegsgerät zieht, ist vermutlich auch absichtlich nicht beantwortet worden, um eine gewisse Flexibilität zu behalten. Den Höhepunkt der Diskussion wurde mit Sicherheit erst vor wenigen Monaten erreicht, als LEGO sich genötigt sah, die LEGO Technic 42113 Bell Boeing V-22 Osprey kurz vor der Markteinführung zurückzuziehen.

LEGO Ideas Sr 71a

Auch die Teilegrenze von 3.000 Steinen ist etwas schwammig formuliert. Während es in der Ankündigung zur Regeländerung noch eine klare, absolute Grenze gab („so we’re setting a part count limit of 3,000 pcs.„), ist nun in den Ideas-Guidelines unter „What is a product idea?“ die Formulierung „Please keep your product ideas to a maximum of 3,000 pieces“ zu finden. Es wird lediglich (eindringlich) darum gebeten, sich an dieses Limit zu halten.

Doch was ist noch im Einklang mit den Bedingungen? Sind 3.100 Teile im Entwurf noch okay, wenn das Projekt während der Laufzeit wieder in das Limit gebracht wird? Sind 3.500 oder 4.000 Teile noch im Rahmen? Ich persönlich finde es nicht gut, an dieser Stelle eine Auslegungsregel zu haben, denn in der Praxis wird es immer wieder zu unnötigen Diskussionen kommen, ob die Entscheidung richtig ist oder nicht.

Wahrscheinlich werden wir bald ein bisschen schlauer sein, denn mit dem Entwurf „Southwest 737-800“ von BigPlanes-customs gibt es ein Projekt im zweiten Review 2020, das die Bitte unter 3.000 Teilen zu bleiben sehr großzügig auslegt. In dem Vorstellungsvideo gibt der Designer die Teileanzahl mit 4.000 an. Offensichtlich störte sich das Ideas-Team auch nicht allzu sehr daran, denn im Folgevideo berichtet der Designer nur davon, dass die Größe des Modells bei Ideas mit Sorge betrachtet wurde, aber letztendlich doch freigeschaltet wurde. In diesem Zusammenhang fiel uns zusätzlich auf, dass im „1ok-Interview“ die Frage nach der Teilezahl nicht beantwortet wurde bzw. nicht auftauchte.

Noch extremer ist der Entwurf „Ship Of My Dreams„, der laut Designer sogar 4.700 Teile umfasst und trotzdem von Ideas akzeptiert wurde. Wie das Verhalten von Ideas einzuordnen ist, überlasse ich euer Interpretation. Ich empfehle euch aber dringend, das Teilelimit zu beachten, um keine böse Überraschung zu erleiden.

LEGO Ideas Southwest 737 800 (1)

Wie wichtig klare Regeln sind, zeigte der Ideas Contest (Wettbewerb) „Music to our ears“ im Sommer 2020. Die Fans  wurden aufgerufen, ihre Ideen zu dem Thema einzureichen. Nach der Begutachtung durch Ideas konnten die Ideas-User im Fanvoting für den persönlichen Favoriten aus einer vorselektierten TOP10 abstimmen. Doch noch während die Abstimmung lief, wurden gegen zwei Beiträge Einwände erhoben.

Nach einer Überprüfung kam das Ideas-Team zu dem Entschluss (siehe Update vor den Kommentaren), den Sony Walkman aus dem Voting auszuschließen, da eine zu große optische und bautechnische Ähnlichkeit zu einem bekannten MOC bestand. Besonders verwirrend geht der Fall weiter: Denn obwohl das Ideas-Team in dem Blogpost zum Contest selbst festgestellt hat, dass es einen Regelverstoß wegen zu großer Ähnlichkeit gab, durfte der Fandesigner den Entwurf bei Ideas erneut hochladen und kann aktuell um die Stimmen der Fans werben. Demnach hätte das Ideas-Team wissentlich einen Ideas-Entwurf freigeben, der nach eigener Prüfung gegen das Regelwerk verstößt.

LEGO Ideas Sony Walkman

Der zweite Beitrag und spätere Contest-Gewinner „Daft Punk“ wurde im Wettbewerb belassen. Dem Einwand, es wurden regelwidrig „customs parts“ bei der Minifigurengestaltung benutzt, entgegnete das Ideas-Team:

„In terms of the Daft Punk submission, we do not currently see that the helmet pieces are a sufficient breach of our rules to disqualify it.“

Die Folge war, dass die Abstimmung nach der Disqualifikation des Sony Walkman nur noch mit neun Projekten fortgeführt wurde. Ein zehntes regelkonformes Projekt wurde damit um die Teilnahme an der Abstimmung gebracht. Ebenfalls stellt sich die Frage, wie die Abstimmung wohl ausgegangen wäre, wenn die Stimmen für den Sony Walkman nochmals am Fanvoting hätten teilnehmen können. Ihr könnt jetzt zwar sagen, dass es „nur“ ein Ideas-Contest war, aber „Daft Punk“ hätte als einer der TOP-10-Contest-Sets unter Umständen auch zu einem offiziellen LEGO Ideas Set gewählt werden können. Dann hätten wir einen nicht regelkonformen Entwurf gehabt, der zum offiziellen Set geworden wäre. Die Wahl entschied jedoch auf die unbelastete Idee Stratocaster von TOMOELL für sich.

Ich persönlich finde die Entscheidungen sehr unglücklich, denn sie stellen meiner Meinung nach viele weitere Fragen. Was ist denn ein ausreichender Verstoß gegen das Regelwerk? Was sollen zum Beispiel die beiden Ideas Fandesigner des „Japanese Tea Garden“ und „Gravity Falls“ dazu sagen? Ist es ein „ausreichender“ Verstoß LEGO Mitarbeiter zu sein, wenn der Entwurf sonst frei von Einwänden ist? Ist es „ausreichender“ Verstoß einen Entwurf mit 4.000 Teilen als Ideas-Projekt einzureichen?

Daft Punk Helmet
Sieger des Ideas-Wettbewerbs „Music to our ears“: Daft Punk von RobotRock

Prüfung einer Lizenz

Doch kommen wir nun nach diesem Exkurs wieder zu den Guidelines zurück. Bevor ihr eure Idee umsetzt, solltet ihr wissen, ob ihr euch für eine eigenständige Idee oder ein Lizenzthema entscheidet. Sofern ihr ein Lizenzthema hochladen möchtet, ist es unbedingt notwendig zu prüfen, ob die benötigte Lizenz überhaupt verfügbar ist. Dazu gibt es seit der Regeländerung im September 2019 ein neues Tool, das euch die freien Lizenzen direkt vor dem Hochladen anzeigt. Generell ausgeschlossen sind Lizenzen, die LEGO selbst im aktuellen Sortiment nutzt und Themen, die bereits über Ideas den Weg in die Regale gefunden haben. Die ständig aktualisierte Liste könnt ihr hier finden.

Des Weiteren erwähnt LEGO weitere Themen, die einen bekannten Lizenzkonflikt beinhalten oder nach Ansicht von LEGO nicht zur Marke passen. Dazu gehören unter anderem „Monopoly“ oder „Transformers“, aber auch „Call of Duty“ und „Games Of Thrones“ werden explizit benannt. Als Fandesigner ist es schwer da den Durchblick zu behalten. Bevor ihr eure Idee unter „Submit Idea“ übermitteln könnt, hat Ideas deshalb für euch einen „IP-Tester“ in den Übermittlungsprozess eingebaut, der euch einen möglichen Konflikt direkt anzeigt.

Als letzte Instanz prüft das Ideas-Team, ob euer Entwurf im Einklang mit den Regelwerk steht und informiert euch über mögliche Probleme. Ihr könnt dann die notwendigen Änderungen vornehmen und einen weiteren Versuch starten. Nachdem eure Idee erfolgreich an LEGO übertragen wurde, erfolgt die Freischaltung  durch das Ideas-Team üblicherweise innerhalb von ein bis drei Werktagen.

IDEAS Regelwerk 6
Für Ideas gesperrt: Star Wars und Star Treck

Entwicklungsüberschneidung mit LEGO

Die Ideas-Bedingungen weisen ausdrücklich darauf hin, dass die LEGO Designer intern an einer identischen Produktidee arbeiten können. Im Falle einer solchen Überschneidung wird LEGO euren Vorschlag ablehnen und das eigene Set auf den Markt bringen, ohne euch mit der üblichen Fandesignervergütung von 1% des Nettoumsatzes zu beteiligen.

Könnt ihr euch an die hitzigen Diskussionen zur Markteinführung des LEGO 75827 Ghostbusters Hauptquartier erinnern? LEGO wurde vorgeworfen, den Ideas Entwurf von Sergio512 übernommen zu haben, der im zweiten Review 2014 abgelehnt wurde. Wahrscheinlich arbeitete aber LEGO schon seit einiger Zeit an einer eigenen Version, die pünktlich zum Filmstart des dritten Ghostbusters-Film im Jahr 2016 auf den Markt kam.

 

LEGO Ghostbusters Haus: Ideas Entwurf (links) vs. offizielles Set (rechts)
Das Ghostbusters Haus: Der Ideas Entwurf (links) vs. das offizielle Set (rechts)

Zu einer ähnlichen Kontroverse hätte es kommen können, wenn LEGO das 21317 Steamboat Willie als „normales“ LEGO-Set vorgestellt hätte, obwohl gleichzeitig der Ideas-Vorschlag schon fast 8.500 der notwendigen 10.000 Stimmen erhalten hatte. In diesem kuriosen Fall deutet sehr viel darauf hin, dass LEGO sich schon längst entschlossen hatte das Steamboat in 2019 auf den Markt zu bringen.

Eine etwas wilde Spekulation ist, dass kurzerhand dafür gesorgt wurde, den Entwurf die restliche Unterstützung zum Erreichen der Schwelle von 10.000 Stimmen zu organisieren, um eine erneute Diskussionen zu vermeiden. Ein Indiz für diese These ist, dass Ideas erst am 18. Februar 2019  das „Steamboat Willie“ offiziell zum Sieger der zweiten Reviewrunde 2018 erklärte, aber die erste Tranche des offiziellen LEGO Sets schon vor der Verkündung, nämlich in der siebten Kalenderwoche 2019 (11.02-17.02.), produziert wurde. Das könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass die erste Verkaufstranche mit der falschen Ideas-Setnummerierung in den Regalen stand.

Erneut kochte das Thema im Juni 2019 hoch, als LEGO das Jurassic Park Set (75936) vorstellte. Das Set hatte große Ähnlichkeit mit einer Ideas-Einreichung. Sofort wurde diskutiert, ob der damalige Fandesigner hintergangen worden sei. In unserem Interview zeigte sich der Fandesigner senteosan unaufgeregt und freute sich, dass LEGO eine ähnlichen Entwurf realisiert hatte. Hier ist die rechtliche Situation eindeutig, denn mit dem Hochladen des Entwurfs hatte der Fandesigner auch akzeptiert, dass im Falle einer Überlappung keine Ansprüche gegen LEGO bestehen.

LEGO gab an, dass die ersten eigenen Entwürfe zum „Jurassic Park“ eine Vorlaufzeit von acht Jahren gehabt haben. Das hört sich nach einer sehr langen Zeit an. Allerdings erwähnt ein LEGO Designer zum Beispiel bei der Vorstellungen der LEGO Super Mario Sets im März 2020, dass eine vierjährige Vorlaufzeit mit Nintendo notwendig war, um die Serie auf den Markt zu bringen. Auf der anderen Seite wurde im Rahmen der virtuellen Fan Days 2020 stolz erwähnt, dass die gesamte Entwicklungzeit für das Set LEGO 75318 Star Wars „The Child“ nur 9 Monate betrug. Eine endgültige Sicherheit wird es in dieser Frage wohl nie geben.

Wir können euch daher bei Lizenzthemen nur empfehlen, dass ihr euch mit möglichen Fortsetzungen der Themenwelt auseinandersetzt und euch zu überlegen, ob das Thema in das normale Sortiment von LEGO passen könnte (z.B. Modular Building oder Autos). So können mögliche Überlappungen und Enttäuschungen reduziert werden.

Einführung von Sperrlisten

LEGO zog aus diesen Fällen offensichtlich die Konsequenzen und überarbeitete mit Wirkung ab 05. April 2017 die Regeln für die Seteinreichung. Seitdem werden Ideen, die auf aktiven oder angekündigten Lizenzen beruhen, abgelehnt. Darüber hinaus müsst ihr als Fandesigner auch die bisherigen Ideas-Sets im Blick haben, denn Ideas lässt keine Ideen mehr zu, die schon mal zu einem offiziellen Set wurden. Die ständig aktuelle Übersicht der von LEGO aktiv genutzten Lizenzen findet ihr hier.

Wir haben hier also zwei unterschiedliche Listen: Eine „starre“ Liste, die sich mit jedem weiteren Ideas-Set verlängert und eine „dynamische“ Liste, die die aktuell genutzten Lizenzen zeigt. Doch was macht ihr, wenn ihr eine gute Idee habt, die auf einer aktuell von LEGO genutzten Lizenz basiert? – Euch bleibt leider nichts anders überig als geduldig zu warten, denn eure Chancen stehen nicht schlecht (je nach Lizenz natürlich), dass das gesperrte Thema irgendwann wieder „freigegeben“ wird. Die Guidelines regeln das so:

„If a licensed property no longer appears on our list, and it didn’t enter the LEGO portfolio via LEGO Ideas, you’re welcome to submit product ideas based on it then.“

LEGO Ideas Sperrliste

Von dieser Regel konnte zum Beispiel auch der Entwurf „BMW M1 (E26)“ von TOMELL profitieren. Nachdem mit der LEGO Technic 42063 BMW R 1200 GS Adventure (Motorrad) das letzte BMW-Lizenzset Ende 2018 aus dem LEGO Sortiment verschwand, wurde auch der Eintrag auf der Lizenzliste entfernt. Damit war der Weg für Fandesigner frei, die Entwürfe unter Nutzung einer BMW-Lizenz hochladen wollten. TOMELL präsentierte sein Projekt am 25. Februar 2019 den Ideas-Usern.

Doch was passiert mit Ideen, die noch auf Ideas aktiv sind, während LEGO die gleiche Lizenz auf einmal selber nutzt? Oder was geschieht, wenn euer Entwurfsthema vom Ideas-Review-Board ausgewählt wird, während eure Idee noch die notwendigen Stimmen sammelt? Lesen wir doch weiter in den Guidelines…

Archivierung von Entwürfen

Mit Einführung der Lizenzlisten wurde auch eine relativ unscheinbare Klausel eingefügt, die es aber für betroffene Fandesigner richtig in sich hat. Im Kapitel „What is a product idea?“ findet sich unter dem Punkt „Don’t base your idea on a licensed property we currently sell…“ folgende Formulierung:

Whenever we release a new license, or re-release a set from a past licensed property, we’ll archive any related product ideas to follow this guideline

Die Idee dahinter erscheint aus Ideas-Sicht logisch. Man möchte vermeiden, dass aussichtslose Entwürfe weiterhin um die Stimmen der Ideas-Nutzer werben können. Durch die Nutzung einer aktivierten Lizenz würden die Projekte quasi rückwirkend den Regeln widersprechen. Die Folge ist, dass eure Ideen aus der Abstimmung entfernt werden. Der kleine aber sehr große Unterschied ist, dass eine sofortige Archivierung erfolgt und die Entwürfe nicht den Status „Expired“ erhalten.

Die Folgen sind gravierend: Während bei einem normalen Zeitablauf („Expired“) die Daten über eine Suche auf der Website relativ problemlos gefunden werden können, sind die Sets im Status „Archived“ über die Ideas-Suche nicht mehr auffindbar. Sie können nur noch über eine Google-Suche oder über den direkten Link gefunden werden. Das ist aber nicht der einzige nachteilige Unterschied.

Der Entwurf wird darüber hinaus aus der Bildergalerie des Fandesigners einfach entfernt. Im folgenden Bild könnt ihr erkennen, welchen Effekt das beim Fandesinger Babyteeth hat: In der Galerie ist nur ein Projekt zu sehen, aber anhand der Badges könnt ihr sehen, dass insgesamt drei Entwürfe hochgeladen wurden. Die anderen beiden Einträge sind unsichtbar geworden. Ein ähnliches Phänomen ereignet sich übrigens auch in der „Supported“- oder „Saved“-Übersicht der Unterstützer: Der Eintrag verschwindet dort spurlos.

Ideas Babyteeth Contributions

Mit der Archivierung kommen noch weitere Probleme auf euch als Fandesigner zu, denn die Kommentarfunktion wird mit der Archivierung gesperrt und die Möglichkeit eure Unterstützer wenigstens über die „Updates“ zu informieren fällt weg. LEGO schreibt zwar in einer versteckten Regelauslegung, dass es bei archivierten Projekten einen offiziellen Kommentar mit Erklärung geben soll, aber in der Praxis wird das leider oft vergessen.

Wer also durch Zufall nach der Archivierung den direkten Link zu eurem Projekt über eine Google-Suche finden sollte, erhält keine Information, was passiert ist. Faktisch wird eure Idee durch die Archivierung kommentarlos eingefroren. Archivierung sind leider durchaus üblich. So wurden zum Beipsiel mit Einführung des LEGO Technic 42115 Lamborghini Sian alle weiteren Lamborghini-Projekte archivert.

Der letzte Fall ereignete sich nach unser Beobachtung Mitte Dezember 2020, als der am 04. Juni 2019 hochgeladene Entwurf „Medieval Blacksmith Shop“ von LEGO Scape Sculpture Design verschwand. Das Projekt würde durch die Wahl der mittelalterlichen Schmiede, dessen offiziellen Vorstellung wir in Kürze erwarten, nachträglich im Widerspruch mit der „statischen“ Sperrliste stehen. Weitere Infos und Details zur Thema Archivierung haben wir ausführlich am Beispiel zur Archiveriung der Piratenschiffe in einem Artikel behandelt.

Keine Lizenzthemen von Wettbewerbern

Beim weiteren Studium fällt uns noch ein weiterer Passus auf, der bisher kaum Beachtung fand: Ideas möchte keine Entwürfe, die auf aktiven Lizenzen von Wettbewerbern basieren. Die Begründung erscheint einleuchtend und logisch: Durch eine bereits aktive Lizenzvereinbarung mit einem Konkurrenten kann es natürlich zu rechtlichen Problemen kommen, die vermieden werden sollen. Die eingereichten Ideas-Projekte werden aber nicht im Detail auf mögliche Überschneidungen mit bestehenden Lizenzen von Wettbewerbern überprüft und auch der schon erwähnte „IP-Tester“ schützt euch nicht davor. Ihr solltet also vor dem Hochladen mal prüfen, ob nicht ein Wettbewerber das Thema im Sortiment hat.

We do not check all new submissions for license conflicts as there are too many potential conflicts, but product ideas may be removed at any time if legal issues arise.  To avoid this, you might want to do your own research for potential conflicts before submitting an idea.

Die eigene Vorabprüfung ist auch in eurem Interesse, denn Ideas behält sich das Recht vor, euer Projekt bei Lizenzkonflikten von der Website zu entfernen. Vor diesem Hintergrund dürfte es spannend sein, das Schicksal des „Trabant 601“ weiter zu verfolgen, der ja schon seit einiger Zeit bei COBI erhältlich ist. Aufgrund dieser Regelung könnte es durchaus sein, dass der Entwurf aus dem Review genommen wird oder sogar ganz gelöscht wird.

LEGO Ideas Trabant 601 (1)

Mindestanforderung für Bilder und Text

Kommen wir nach diesen Ausflug wieder zurück zum Einreichungsprozess: Ihr habt also alle Vorprüfungen für euren Entwurf abgeschlossen und bereitet die Präsentation vor. Damit ihr die notwendige Aufmerksamkeit erhaltet sind natürlich gute Bilder besonders wichtig. Sie entscheiden oft, ob die Nutzer sich ein Projekt ansehen und eventuell auch unterstützten. Ideas verlangt in den Guidelines unter „Quality Standard“ von euch ein paar Selbstverständlichkeiten, die wir aber trotzdem erwähnen wollen:

  • Macht gute Bilder oder Renderings von euren Projekt. Euer Motiv soll mindestens 80% des Bildes ausfüllen
  • Verschwommene, unscharfe oder verpixelte Bilder sind nicht zugelassen
  • Legt den Fokus auf den Entwurf. Der volle Bautisch soll nicht zu sehen sein
  • Ihr dürft maximal 15 Bilder hochladen

Wenn ihr mit euren Bildern zufrieden seid, kommt es auf einen guten Beschreibungstext an. Dieser muss auf jeden Fall in englisch verfasst sein, kann aber zusätzlich auch in einer weiteren Sprache veröffentlicht werden, wenn das sinnvoll erscheint. Ein gutes Beispiel hierfür das „Moominhouse„, denn das Lizenzthema ist vor allem in Finnland und Japan sehr beliebt. Fandesigner „Bonefoot“ entschloss sich deshalb die japanischen Fans direkt mit einer Übersetzung anzusprechen.

Der Text soll natürlich euer Projekt so gut es geht beschreiben und Interesse beim Leser wecken. Ideas legt wert darauf, dass ihr kurz erklärt, warum ihr euch für das gewählte Projekt entschieden habt und möchte auch gerne von euch wissen, warum ihr glaubt, dass der Entwurf ein gutes Ideas-Set sein könnte. Die Mindestanforderungen mögen sich vielleicht banal anhören, aber die schlechte Präsentation ist einer der häufigsten Gründe, warum das Hochladen abgelehnt wird.

Zeitliche Meilensteine

Nachdem eure Idee endlich „live“ ist, liegt es an euch, die Werbung für euer Projekt zu organisieren, um die notwendige Unterstützung für euren Entwurf zu erhalten. Dafür stehen euch alle erdenklichen Wege offen. Ihr habt nun zwei Monate Zeit, um die ersten 100 Supporter zu gewinnen. Habt ihr diesen Meilenstein erreicht, wird euch ein Jahr auf dem Zeitkonto gutschrieben. Mit dem Passieren der Schwelle von 1.000 bzw. 5.000 Unterstützern erhaltet ihr jeweils sechs weitere Monate Zeitgutschrift. Die maximale mögliche Laufzeit beträgt also aktuell zwei Jahre und zwei Monate.

Einen letzten Check muss euer Projekt bestehen, wenn ihr die 1.000 Supporter-Grenze erreicht: Das Ideas-Team nimmt sich dann nochmals eure Idee vor und prüft, zusätzlich zum bereits erwähnten „IP-Tester“, ob der Vorschlag einen Lizenzkonflikt verursachen wird. Dieser letzte Check hat es nochmal richtig in sich, denn falls Ideas ein Problem feststellt, wird euer Entwurf archiviert. Habt ihr auch diese Prüfung bestanden, stehen dem Weg zur magischen Grenze von 10.000 Supportern vom Regelwerk keine Bedenken mehr entgegen.

When a project reaches 1,000 supporters, our team performs a basic check to look for any known conflicts. Sometimes this check shows us we can’t consider a project for licensing reasons (keep in mind that occasionally, we are made aware of a licensing issue even when projects have surpassed 1,000 supporters, resulting in projects being archived after this milestone).

IDEAS Regelwerk 5

Werkzeuge für Fandesigner

Als Fandesigner steht euch seit etwa zwei Jahren unter „Statistics“ ein Tool zur Verfügung, das euch dabei helfen soll, die Wirksamkeit euer Werbemaßnahmen nachzuvollziehen. Damit könnt ihr taggenau prüfen, wie viel Zuspruch ihr hinzugewonnen habt. Dank des Fandesigners StudioTRico und dem Entwurf „Avatar – The Last Airbender YIP YIP!“ können wir auch mal einen Blick darauf werfen. In diesem Fall sorgte ein Posting auf Reddit für den entscheidenden Schub, um das Projekt in das dritte Review 2020 zu befördern.

Ideas Fandesigner Support
Entwicklung der Unterstützung „Avatar – The Last Airbender YIP YIP“

Eine weiteres Instrument findet ihr direkt auf der Entwurfsseite. Dort können die Fans euch direkt ein Feedback hinterlassen, damit ihr während der Laufzeit des Projekts noch Verbesserungen vornehmen könnt.

Während der Laufzeit dürft ihr als Fandesigner kleine Änderungen an dem Entwurf vornehmen. Die sogenannten „Edits“ sind alle 30 Tage möglich, wobei ihr natürlich auch kleine Änderungen selbstständig über die „Updates“ euren Fans präsentieren könnt. Bei den „Edits“ ist natürlich darauf zu achten, dass sich der Kerngedanke nicht verändert. Leichte Farbwechsel sind ebenso zugelassen wie das Austauschen von Steinen, um beispielsweise die Stabilität zu erhöhen. Zu starke Änderungen können verweigert werden. Ein Auto soll sich ja nicht über Nacht in ein Schloss verwandeln. 🙂

Stimmabgabe für Fans

Ursprünglich wurde vor der Stimmabgabe die Teilnahme an einer kleinen Umfrage gefordert. Das Ideas-Team wollte von euch wissen, wer die Zielgruppe des Sets sein könnte und wie viel man selber für den Entwurf zahlen würde. Dieser kleiner Poll wurde mit dem Blogeintrag vom 12. Dezember 2018 abgeschafft und auf das heutige Verfahren umgestellt.

Heutzutage ist es sehr einfach die Stimme abzugeben: Ihr braucht nichts weiter zu tun, als den blauen „Support“-Button anzuklicken. Fertig! Die Stimmabgabe ist unlimitiert möglich und unwiderruflich. Ihr könnt die Unterstützung also nicht wieder entziehen.

Die gegebene Unterstützung ist für euch als Fans völlig unverbindlich. Das heißt, ihr verpflichtet euch durch das Anklicken des „Support“-Buttons zu nichts. Einige Nutzer übertreiben es leider. So gibt es tatsächlich einige Nutzerkonten, die gerade erst ein Jahr bestehen, aber schon mehr als 5.000 Entwürfe unterstützen. Das könnte auch ein wesentlicher Grund dafür sein, warum in jüngster Zeit so viele Ideen das Review erreichen.

Reviewphasen und Prüfkriterien

Ihr habt 10.000 Stimmen erhalten? – Herzlichen Glückwunsch! – Das „Review“ ist erreicht und ihr könnt zu recht stolz auf euch sein. Nur etwa 1% aller Ideen bezwingt den langen Weg. Bis es jetzt weitergeht, müsst Ihr euch aber leider noch etwas gedulden. Ideas wird eure Idee nicht sofort unter die Lupe nehmen, sondern es werden alle Entwürfe gesammelt, die innerhalb von vier Monaten die Grenze erreicht haben. Die sogenannte Reviewphase ist in einen 4-monatiges Intervall unterteilt. Der erste Zeitraum läuft immer von Januar bis April, der zweite von Mai bis August und der dritte von September bis Dezember.

Das LEGO Review Board prüft nun, wie euer Entwurf präsentiert worden ist, ob euer Präsentationskonzept stimmig ist und bewertet die Absatzchancen anhand der Ideas-Supporterdaten in Kombination mit der eigenen Marktforschung. Bei der Entscheidung werden zusätzlich die Bespielbarkeit, die Stabilität sowie die Sicherheit bewertet und ob das Motiv zu generell LEGO passt.

Für diesen Prüfprozess fordert LEGO von euch diverse weitere Details wie zum Beispiel Produktfotos oder falls vorhanden die Datei des digitalen Entwurfs, um sich durch den Nachbau selbst eine Eindruck zu verschaffen und die Stabilität zu prüfen. Eine Entscheidung könnt ihr normalerweise kurz nach Ende der nächsten Reviewphase erwarten. Passend dazu haben wir ein YouTube-Video gefunden, in dem der damalige Senior Business Developer von LEGO Cuusoo alles sehr anschaulich erklärt.

LEGO Ideas Kriterien

Sollte euer Entwurf leider abgelehnt werden, müsst ihr die Entscheidung ohne eine Begründung hinnehmen müssen. Das war in den jungen Jahren mal anders. In den alten, abgelehnten Vorschlägen begründete das Ideas-Team den Entscheid wenigstens in den „Official LEGO Comments“. Hier könnt ihr euch zum Beispiel ansehen, warum damals „The Winchester – Shaun of the Dead“ keinen Zuschlag erhielt.

Als kleine Anerkennung für das Erreichen des Reviews könnt ihr euch bis zu drei LEGO Produkte bis zu einem Gesamtwert von 500 US-Dollar aussuchen und erhaltet für jeden gut sichtbar die Bezeichnung „10k-Club-Member„.

Änderungen vom Fanentwurf zum Ideas-Set

Euer Entwurf wurde tatsächlich von Ideas ausgewählt? Herzlichen Glückwunsch! Das ist ein Grund zu feiern! – Doch bei aller Freude solltet ihr und eure Fans gerade jetzt auch die Ideas-Guidlines im Hinterkopf haben, damit das tatsächliche LEGO Set nicht zur Enttäuschung wird, denn mit der Entscheidung für euer Projekt beginnt bei LEGO Ideas nun die Produktionsphase.

Von nun an übernimmt LEGO die volle Kontrolle. Das bedeutet, dass das dänische Designerteam basierend auf euren Vorschlag die Idee zu einen offiziellen Ideas-Set ausarbeitet. LEGO behält sich ausdrücklich vor, das Design komplett zu überarbeiten. In den Guidelines liest sich das so:

The LEGO Group makes all final decisions on how a Product Idea becomes a LEGO set, including the final model design, applicable licenses, production run size, sales channels, etc.

Für Fans und Fandesigner ist das sehr wichtig zu wissen, denn LEGO macht bei jedem Entwurf davon Gebrauch. Wie ihr vielleicht selbst schon einmal festgestellt habt, ist der Grad der Überarbeitung jedoch sehr unterschiedlich. Wir haben euch einige Beispiele aus der Vergangenheit herausgesucht, die euch deutlich machen sollen, in welchem Umfang LEGO in das Design eingegriffen hat.

Hier könnt ihr Beispiele mit sehr starken Eingriffen sehen:

Hier sind einige Beispiele mit mäßigen Änderungen:

Es gibt auch Entwürfe, die LEGO kaum überarbeitet hat:

Vergütungsregeln

Wenn LEGO endlich eure Idee zur Produktion freigegeben hat, werdet ihr mit 1% des Nettoumsatzes vergütet und erhaltet zusätzlich zehn kostenlose Exemplare eures offiziellen LEGO Ideas-Sets. Diese Vergütungsregelung gilt aber nur für euren Entwurf. Falls sich LEGO entscheiden sollte, die Vorlage aufzugreifen, um daraus eine eigenständige Serie zu machen, werden keine weiteren Vergütungen für die Folgeprodukte gezahlt.

We do not offer compensation for follow-up products. For example, if we decide to produce additional products after yours, based on a license we secure to produce your product idea, or new models in the same genre as your non-licensed idea, you will not be compensated as these products are initiated by the LEGO Group independently of LEGO Ideas

In der Ideas-Geschichte kam es schon sogar einmal dazu, dass aus einer Fanidee erst ein Set und danach eine ganze Reihe entwickelt wurde: Viele von euch kennen bestimmt die aktuellen Minecraft Sets. Angefangen hat es damals mit den Cuusoo-Entwurf „Minecraft“ (Cuusoo ist der Vorgängername von Ideas), der in der Rekordgeschwindigkeit von nur zwei Tagen die Schwelle von 10.000 Fans erreichte.

Ursprung der LEGO Minecraft Reihe: Der Fanentwurf zum LEGO Ideas 21102 Minecraft

Im Juni 2012 erschien das 480 Teile umfassende Cuusoo-Set „Minecraft“. Schon gut ein Jahr später, im September 2013, folgte das erste LEGO Minecraft Set 21105 „The Village“ mit 466 Teilen und war das erste Set der neu geschaffenen LEGO Minecraft Reihe. Der Designer wird seine Vergütung nur für das Cuusoo bzw. Ideas-Set erhalten haben und nicht für die neu geschaffene Themenreihe.

Doch was passiert, wenn LEGO euer Ideas-Set als Re-Release nochmals auf den Markt bringen wird? Dieses bisher undenkbares Szenario können wir jetzt am Beispiel der 21309 Saturn V und dem 21313 Schiff in der Flasche verfolgen. Im Herbst 2020 entschloss sich Ideas die beiden nicht mehr verfügbaren Sets aufgrund der großen Nachfrage nochmals ins Sortiment aufzunehmen. Werdet ihr dann auch noch vergütet?

„Kommt darauf an“, denn gemäß dem Regelwerk hängt diese Entscheidung davon ab, ob LEGO die Wiederaufnahme unabhängig von dem ursprünglichen Ideas-Set umsetzt. Was das genau heißt, ist bleibt unklar. Im Fall der beiden ehemaligen Ideas-Sets dürfte die Entscheidung recht einfach gewesen sein, denn offensichtlich wurde der Karton der beiden Sets nur minimal geändert und die fortlaufende Ideas-Nummerierung ist ein eindeutiger Beleg für den Bezug zum ursprünglichen Ideas-Set. Folgerichtig kommt LEGO in einer Stellungnahme auch zu den Schluss:

The two sets are being re-launched due to popular demand, and as they had already left the market, we could not keep the original numbers. The agreements with the Fan Designers remain unchanged.

 

 

IDEAS Regelwerk

Zukunft für abgelehnte Entwürfe

Bis vor Kurzem hatten die abgelehnten Entwürfe keine große Aussicht auf eine rosige Zukunft. Nach dem negativen Entscheid durch das Ideas-Review Board fällt die Hoffnung auf eine Realisierung auf nahe null. Soweit wir die Geschichte von Ideas untersuchten, gab es bisher nur im Fanvoting zum 10-jährigen Ideas-Jubiläums die einmalige Chance als Set nachträglich umgesetzt zu werden. Allerdings standen nur vier Projekte zur Wahl. Ansonsten hatten Fandesigner entweder die Möglichkeit die Idee kostenfrei zur Verfügung zu stellen oder mussten sich mit dem Anleitungsverkauf oder dem Drittvertrieb wegen des Kommerzialierungsverbots drei lange Jahre gedulden.

Doch Mitte Dezember 2020 sorgte eine Ankündigung von BrickLink für frischen Wind, denn die Teilebörse und Ideas bestätigten die Neuauflage des zweiten BrickLink AFOL Designer Program (ADP). Die große Besonderheit an der zweiten Auflage werden die zugelassenen Sets sein: Es werden sich ausschließlich abgelehnte „non-IP“ Ideas-Entwürfe zum nächsten Crowdfunding qualifizieren. Das gibt auf jeden Fall für lizenzfreie Projekte erstmals eine berechtigte Aussicht doch noch als Set auf den Markt zu kommen. Auch die Enttäuschung der Fans wird nicht so groß sein, wenn das Set zu einem späteren Zeitpunkt eventuell im Crowdfunding nochmals angeboten wird.

Aktuell sind zwar noch keine Details bekannt, aber es deutet einiges darauf hin, dass die Sets nicht unter der Marke „LEGO“ vertrieben werden, sondern unter dem  „BrickLink“-Label seine Abnehmer finden sollen. Die vertraglichen Rahmenbedingungen sind bisher ebenfalls noch nicht veröffentlicht, so dass uns auch keine Einschätzung möglich ist. Ungeachtet der Details, könnte es aber immerhin für die abgelehnten, lizenzfreien Entwürfe Hoffnung geben, dass eine Teilnahme dem AFOL Designer Program möglich wird.

LEGO Bricklink Adp Ideas Entwürfe

Zusammenfassung

Ich finde Ideas ist eine wunderbare Ideenschmiede und ein Ort, wo tolle Kreationen das Licht der LEGO Welt erblicken. Mit mittlerweile weit über 1,5 Millionen Usern hat die Website eine enorme Reichweite und ist ein guter Gradmesser, welche Themen die LEGO Community beschäftigen.

Als Fandesigner muss man sich allerdings ganz genau darüber im Klarem sein, dass mit dem Hochladen des Entwurfs alle Nutzungsrechte an LEGO übertragen werden und dort bis zu drei Jahre nach Beendigung der Abstimmungsphase (beim Contest sogar unbefristet!) verbleiben. Während dieser Zeit ist es rechtlich nicht gestattet, Einnahmen zu erzielen. Weiterhin müsst ihr davon ausgehen, dass LEGO euch nicht hilft gegen mögliche Copyright-Verstöße vorzugehen. Es könnte also passieren, dass eure Idee während der Präsenz auf Ideas kopiert wird und ihr selbst den Kampf dagegen aufnehmen müsst.

Hinzu kommt, dass ihr euch als Fandesigner darüber bewusst sein müsst, dass es zu einer Überlappung kommen kann und ihr dann keine Ansprüche gegenüber LEGO habt. Ebenso unterliegt ihr dem Risiko, dass LEGO eine von euch genutzte Lizenz wieder aktiviert oder euer Entwurfsthema (z.B. Piratenschiff) vom Ideas-Review Board für die Umsetzung eines anderen Entwurfs ausgewählt wird. In beiden Fälle wird einen Archivierung folgen und euer Werk dürfte dann nahezu unauffindbar sein. Beide Ereignisse können viel Enttäuschung oder Frust auslösen.

Das sind natürlich sehr starke Einschränkungen, die meiner Meinung nach aber noch nachvollziehbar sind, denn LEGO stellt seinen starken Markennamen und die erwähnte Reichweite zur Verfügung. Als Fandesigner könnt ihr die weltweite Fangemeinde direkt und ganz gezielt ansprechen. Diese möglichen Kanäle selbst zu erschließen und sich eigenständig in der LEGO Community einen Namen zu erarbeiten, erfordert viele Anstrengungen, Beharrlichkeit und Ausdauer. Im Gegenzug für diesen Marktzugang fordert LEGO die gesamten Nutzungsrechte ein. Ob das ein fairer Deal ist, muss jeder letztendlich selbst entscheiden.

Zusätzlich könnte es zu Entscheidungen kommen, die auf einer Interpretation des Regelwerks beruhen. Ich bin kein Freund von Gummiparagraphen, sondern von klaren Bedingungen, die ohne Ausnahme für alle gelten. Meiner Meinung nach würde dadurch auch ein Großteil der Diskussionen vermieden werden. Ich bin mittlerweile sehr verwundert, dass es in letzter Zeit immer häufiger zu Grenzfällen und sogar zum Regelbruch kam. Eventuell lässt sich das mit zunehmenden Beliebtheit von Ideas erklären, die es schwer machen in der Masse alle Fehler zu entdecken. Auf der anderen Seite erwarte ich aber von einem Weltkonzern, dass er in der Lage ist, Rechtssicherheit für alle Vertragspartner zu gewährleisten.

Als Fan sollte man im Hinterkopf haben, dass die Unterstützung leider immer nur für das vorgelegte Konzept erfolgt und das eigentliche LEGO Ideas Set erheblich umgestaltet werden kann. Ich musste die Erfahrung schmerzlich beim LEGO Ideas 21318 Baumhaus machen, wo ich mich richtig in den Fanentwurf verliebt hatte. Die Präsentation der offiziellen Setbilder war für mich schon ein Schock und das obwohl ich die Regel kannte. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich damit angefreundet hatte.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Ich habe alle relevanten Fakten nach bestem Wissen und Gewissen aus dem Regelwerk für euch zusammengestellt. Trotzdem stellt dieser Artikel ausdrücklich keine Rechtsberatung dar. Maßgeblich ist natürlich nur das aktuelle Regelwerk. Daher empfehle ich dringend, jedem Interessierten, insbesondere aber den Fandesignern, die Bedingungen sorgfältig durchzulesen und erst nach reiflicher Überlegung und ggf. einer zusätzlichen Rechtsberatung zu entscheiden, ob ihr euren Entwurf hochladen wollt. Für konkrete Fragen zum Regelwerk steht euch das Ideas Team mit Sicherheit gerne zur Verfügung.

Seid ihr auf Ideas aktiv? Habt ihr schon mal Entwürfe unterstützt und habt mit den Fandesigner mitgefiebert? Könnt ihr die Entscheidungen von Ideas nachvollziehen oder habt ihr das Gefühl, es handelt sich um eine Blackbox? Wie findet ihr die gezeigten Regeldehnungen bzw. Regelbrüche? Ist das für euch akzeptabel? Seid ihr mit den Designänderungen von LEGO zufrieden? Habt ihr auch schon mal eine Archivierung miterlebt? Findet ihr, dass die Sets dadurch besser oder schlechter werden? Schreibt uns eure Meinungen gerne in die Kommentare.

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Fan des Classic Space, Technik-Begeisterter und Freund von Creator 3-in-1. Ständig auf der Suche nach den kleinen Besonderheiten im LEGO Sortiment und interessiert an den Hintergründen im Spielwarenmarkt.

54 Kommentare

    • Das ist theoretisch richtig.
      Da sich aber so viele Sets für die 2. Runde 2020 qualifizierten, erwarten wir die Entscheidung erst im Februar. Hab einfach noch ein bisschen Geduld 🙂

  1. „Den letzten Ausschuss betreffen Einwohner des kanadischen Bundesstaates Quebec.“
    Wolltet ihr Ausschuss sagen oder ist da ein fehlendes „L“?
    😬

  2. Ein gut recherchierter Artikel mit einer schönen Übersicht, gerade für Neueinsteiger! 🙂

    Ich bin seit gut einem Jahr auf IDEAS aktiv, zuerst nur bei Wettbewerben und Activities, aber inzwischen haben es auch zwei Entwürfe von mir über 1000 Stimmen geschafft.

    Zu den offiziellen IDEAS Sets: Ich habe mich bisher wenig an den Änderungen gestört, meistens waren sie aus meiner Sicht zum Positiven und ein einigen Fällen (Central Perk, Minecraft, Steamboat Willie, …) ja auch absolut notwendig, um das Set als eine Firma wie LEGO in die Verkaufsregale stellen zu können. Gerade auch die kontrovers diskutierten Sets (Baumhaus, Pirate Bay, Schmiede) finde ich in der LEGO Version schöner, weil sie besser ins Portfolie passen und einfach freundlicher sind.

    Zur Auslegung der Regeln: Hier bin ich manchmal vom IDEAS Team enttäuscht, gerade auch in dem im Artikel angesprochenen Fall des Musik-Wettbewerbs im Frühjahr. Hier wurden nicht-LEGO Elemente in Form der Helme von Daft Punk verwendet, was eindeutig ein Verstoß ist. Ich bin dem Designer nicht böse, aber solange es Regeln gibt an die sich die meisten halten, ist es eben unfair, wenn Verstöße die einen merklichen Einfluss auf das betreffende Modell haben durchgewunken werden, denn dadurch sind alle, die regelkonform gebaut haben im Nachteil. Hier fände ich es gut, wenn das IDEAS-Team etwas mehr durchgreifen würde.

    Ansonsten bleibt das ganze Thema vermutlich noch länger spannend, mal schauen, wie sich die Nutzerzahlen, Einreichungen und Votes im Jahr 2021 entwickeln, und wie sich auch die Plattform IDEAS daran anpasst oder dadurch weiterentwickelt.

    • Ich würde mal sagen das bezieht sich auf den Einkaufspreis abzüglich Steuern und Mage. Wenn ein Set regulär 200 Euro kostet, Mage und Steuern abgezogen werden bleiben zb 100 Euro über. Davon bekommst du 1 % für jede verkaufte Einheit, also 1 Euro. Das Einkommen musst du wahrscheinlich noch mal bei Vater Staat versteuern, dann gehen noch mal grob 50 % weg. Dh bei 10000 verkauften Einheiten Verdienst du dann 5000 Euro. Die zahlen dienen natürlich nur einem Beispiel und spiegeln in keinster Weise den tatsächlichen Betrag wieder. Aber so würde ich das im Groben verstehen.

  3. Vielen Dank für den ausführlichen Artikel, auch als aktiver Ideas-Nutzer konnte ich hier noch eine Menge lernen!

    Zu den Regelverletzungen in Contests und Kriegsgerät auf Ideas: Das Ideas-Team beantwortet generell keine E-Mails und legt Regeln immer sehr willkürlich aus. Wichtig ist aber, das LEGO selbst nicht hinter dem steht, was das Ideas-Team auf die Plattform durchwinkt. Schaffe ich es also einen Panzer auf 10000 Supporter zu bringen, heißt dies nicht, dass LEGO die Idee als solches nicht grundsätzlich ablehnt.
    Das 3000 Teile Limit wird immer wieder gebrochen und da wird sich auch nicht lange mit beschäftigt und einfach nach Gefühl bewertet: Schreibe ich „ca 3000 Teile“ in meine Beschreibung, so lehnen sie den Entwurf ab, lade ich ihn mit „unter 3000 Teile“ in der Beschreibung erneut hoch, geht er sofort durch.
    Auch bei Contests kann man einfach bestehende Sets einreichen, dem Ideas-Team fallen auch solche offensichtlichen Regelwidrigkeiten nicht immer auf…

    • Zu den spezielleren Verstößen ein Beispiel: Klar kann das IDEAS-Team nicht jedes schon bestehende MOC im Internet kennen und auch nicht jedes Set aus der Vergangenheit, deshalb hat ein Mitarbeiter von IDEAS beim Musik-Wettbewerb (abgekupferter Walkman) in einer Diskussion in den Kommentaren geschrieben, dass sie auf das Feedback der Nutzer und eine „gesellschaftliche“ Kontrolle angewiesen sind. Wem etwas auffällt, der soll es über den „Report“-Button melden, damit sie es sich anschauen können. Vermutlich nutzen das aber nicht viele Leute, da es sie entweder selbst nicht stört wenn Regeln nicht beachtet werden, oder sie keine „Petze“ sein wollen.

      • Dass nicht jeder Beitrag auf Ideas im Detail überprüft werden kann, ist logisch, dennoch ist ein Contest Entry, welchen ich selbst reported habe, noch heute ein Gewinner des Contests. Mir kommt es so vor, als ob die Verantwortung für die Einhaltung der Regeln einfach an die Nutzer weitergereicht wird. Im Artikel wird beispielsweise auch der Daft Punk Beitrag erwähnt, bei dem das Ideas-Team zwar zugibt, dass er die Regeln bricht, aber dies ja gar nicht so schlimm sei. Dass in Abstimmungen immer die größten Einreichungen mit den beliebtesten Lizenzen, dem meisten Chrom und der besten Detailgetreue gewinnt, ist doch logisch, ebenso wie der Umstand, dass die meisten Ideas Nutzer wohl kaum darüber nachdenken, wie realistisch oder regelkonform das Ganze eigentlich ist. Das Ideas-Team handelt meiner Meinung nach einfach oft extrem unprofessionell. Wie oft schon habe ich Kommentare unter den Contest Pages gesehen, in denen sich Nutzer fragen, wieso ihre Beiträge abgelehnt worden seien, nur um eine freche Antwort vom Ideas-Team zu erhalten, in dem es zugibt, dass das ganze ungerechtfertigt war, die Entscheidung aber trotzdem nicht revidiert wird. Oder der Einsendeschluss ist einfach spontan ein paar Stunden früher abgelaufen, auf die Frage der Last-Minute-Einreicher, was sie da tun könnten, wird nicht reagiert. So läuft es bei JEDEM einzelnen Contest und es ist schade zu sehen, dass das geforderte Feedback der Nutzer eher sporadisch angenommen zu werden scheint.

        • Hi Gerrit,
          ich hatte weiter oben schon ähnliche Punkte angeprangert, vor allem, dass ich davon enttäuscht war, dass der Daft Punk Beitrag im Wettbewerb bleiben durfte. Da ich das aber schon als Kommentar geschrieben hatte, wollte ich unter deinem Beitrag nicht nochmal alles ein zweites Mal erzählen und habe mich auf einen ergänzendne Punkt beschränkt. Bei einem offensichtlichen Verstoß den ich mal gemeldet hatte war der EIntrag am nächsten Tag weg, mehr Erfahrung habe ich mit dem Meldesystem bisher noch nicht gemacht.

          Besonders war die Wahrscheinlichkeit bestimmter Elemente in einem Beitrag als Gewinner von Abstimmunegn und die Professionalität der Mitarbeiter angeht stimme ich dir 100% zu, da wäre ich echt froh wenn man „Bauernfängerei“ (auch bei den Set-Entwürfen) mit Dingen, die eh niemals kommen werden (Chrome-Teile, alse Raised Baseplates, etc.) auch direkt einschränken würde. Auf der anderen Seite tummeln sich da auch viel zu viele Leute aller Altersklassen rum, die einfach das System nicht verstanden haben. In den Kommentaren zu meinem Entwurf von Dagoberts Geldspeicher wurde ich gefragt, welche Minifiguren denn enthalten sind wenn das Set käme. Da merkt man ja an der Frage schon, dass die Person nicht mal annähernd versteht wie die Plattform läuft.

          • Da kann ich nur zustimmen. Generell ist es mal amüsant, mal frustrierend, wie auf Ideas jede Lizenzkuh durchs Dorf getrieben wird, dann macht ein großer Youtuber ein Set, dann gibt es Sets über die Youtuber, dann wird wieder mit Classic geworben, die Kommentare sind allerorts voll mit Werbung zur eigenen Idee und es wird prophylaktisch alles supportet, weil ja eine Hand die andere wäscht und nachdem dann auf der Startseite jedem Nutzer diese trendigen Entwürfe angezeigt wurden, bevor Youtuber xy diese nochmals all seinen Fans als absolute Geheimtipps verkauft, bestaunen wir hier ein weiteres Set, dass im Review landet, auch wenn ohne den Namen nicht einmal ersichtlich wäre, was die „Bautechniken“, über die die Achtziger sich lustig machen würden, eigentlich darstellen sollen. Ein Teufelskreis 😀

  4. Wir fassen zusammen: Du überschreibst Lego die kompletten Rechte auf mindestens drei Jahre. Du rührst für Dich selbst (und Lego) die Werbetrommel und riskierst, dass Krethi und Plethi Deinen Entwurf kopieren, und bist dabei höchstwahrscheinlich auf Dich allein gestellt. In der Zeit bis zur Reviewphase kann Dein Entwurf jederzeit aufgrund sich stetig verändernder Kriterien disqualifiziert werden. Falls Du unwahrscheinliches Glück hast, gehörst Du zu dem 1 (in Worten: einen) Prozent der Teilnehmer, deren Entwurf ins Review kommt, wo Du Dich z. B. mit 34 anderen tummelst. Von den Entwürfen im Review werden mal einer, mal zwei, mal auch gar keiner umgesetzt. Begründet werden die Entscheidungen nicht. Hast Du es bis hierhin geschafft und Dein Entwurf wird tatsächlich umgesetzt, kann Lego nach Belieben damit verfahren und ihn bis zur Umkenntlichkeit verändern.
    Man muss, mit anderen Worten, schon ein sehr, sehr, sehr dickes Fell haben, um da mitzumachen. Ein herkömmliches Lotterielos birgt da meiner Ansicht nach weniger Frustpotenzial …

    • Die rechnerische Erfolgsquote ist auf Ideas natürlich nicht sonderlich hoch. Das geht ja auch aus dem Artikel hervor. Es stellt sich aber immer die Frage aus welchem Grund Ideas genutzt wird. Wenn du Ideas als Einnahmequelle betrachten möchtest, bist du mit Sicherheit nicht richtig.

      Auf der anderen Seite kann Ideas aber auch eine riesige Werbefläche für dich sein, denn du erreichst mehr als 1,5 Millionen LEGO Fans auf direkten Wege. Hinzu kommen noch, dass diverse Medien auf Ideas blicken und eventuell deine Idee noch weiter transportieren können. Das können LEGO Blogs, YouKanäle mit LEGO als Schwerpunkt oder auch themenfremde Medien sein, wie z.B. andere Fanforen. Diese Reichweiten(potenzierung) aus eigener Kraft zu erarbeiten wird dir sehr viel Engagement und Zeit abverlangen. Bei geschickter Nutzung könnte sich Ideas als Werbemultiplikator „lohnen“.

      Unter dem Strich muss halt jede/r für sich entscheiden, ob und wie Ideas genutzt wird oder eben nicht. Es gibt wie immer unterschiedliche Betrachtungsweisen.

      • Oh das stimmt definitiv, erst letztens hatte ich aktiv bemerkt bei nem Corner Garage Moc auf Rebrickable, welches wir hier schon lange im Auge haben zu kaufen, also die Anleitung, der Creator die selbe Person ist welche das aktuelle Ideas Old School Auto GWP gemacht hat. Der Name war uns direkt ein Begriff. Durch solche Blogs wie dem hier macht sowas halt echt die Runde, auch wenn am Ende nichts, oder nur ne Kleinigkeit bei rum kommt.

    • Sehr gut zusammengefasst! Lego muss aufpassen, dass nicht die besten Fandesigner sich anderweitig umsehen, um ihr eigenes Design als Set in den Händen zu halten. Bei den aktuellen Spielregeln muss man schon sehr loyal zu Lego stehen um bei Ideas noch etwas einzureichen.

    • Ich habe mehrere Entwürfe dort eingereicht, bei denen ich Spaß am designen hatte und die ich von den verfügbaren Farben her auch nicht so 1:1 als MOC hätte bauen können (vom Geld ganz zu schweigen). Wenn LEGO diese umsetzt, wäre es eine Ehre für mich, dass eine Idee von mir als LEGO Set in den Regalen steht.
      Da ich ja auch privat baue, ohne für jedes MOC Geld haben zu wollen, verstehe ich nicht, wieso man dann bei IDEAS immer nach Geld streben sollte? Es würde mir auch emotional nichts geben wenn irgendein China-Importeur mein Modell zusammenklatscht und dann tolle YouTube-Videos drüber macht.

      Wenn du Fußball-Fan bist und für deinen Lieblingsverein für ein Spiel (ohne Gehalt) in der Champions-League spielen dürftest, sagts du ja auch nicht „Bist du blöd, bei Schwarz-Blau Hintertupfingen bekommst du jede Woche 100€ wenn du dort aufläufst“.

      • Den allermeisten Fandesignern dürfte es nicht um Geld sondern die Erfüllung eines Lebenstraums gehen. Wenn „irgendein China-Importeur“ mein Set „zusammenklatscht“ und ein tolles Youtubevideo macht, würde mir das bestimmt gefallen und mich stolz machen, wenn zugleich Lego ein vergleichbares Set nicht annähernd so gut hinbekommt. Und wenn mir ein angesehener Verein aus Hintertupfingen anbietet, ein Spiel in der Bundesliga zu absolvieren, sage ich gleich zu und warte nicht, bis mein Lieblingsverein mir ein Spiel in der Champions League anbietet (was nahezu unmöglich ist). Ich denke, auch die „fremdgehenden“ Moccer hätten ihr Set am liebsten von Lego umgesetzt gesehen, aber unter den aktuellen Regeln bei Ideas ist dies oft verdammt schwierig bis ausgeschlossen.

    • Mich würde interessieren, inwiefern diese Klausel überhaupt zulässig/durchsetzbar ist. Für mich klingt das ganze nämlich durchaus fragwürdig…

    • Bei originellen Kreationen stimme ich Dir in einigen Punkten zu, bei lizensierten Projekten wäre eine eigene kommerzielle Vermarktung rechtlich aber sowieso nicht möglich und je nach Thema sind die 10k Stimmen oftmals ohne viel Werbeaufwand erreicht, weshalb es in dem Fall mMn definitiv einen Versuch Wert ist. Abgesehen davon sind die Chancen auf Erfolg ja trotzdem höher als bei Lotto. 😀

    • @Steiner

      Oder aber, du hast ne coole Idee von der du dich einfach freuen würdest wenn etwas kaufbares in dieser Art existieren würde, baust dir was nettes fertig, machst nen Text dazu und erklärst deine Idee, stellst es rein and that’s it. Entweder Leute mögen es und es wird gevoted, oder halt nicht und das Leben geht weiter.

      Man kann Dinge auch wirklich überdenken…..

  5. Für solche Artikel liebe ich Stonewars am meisten. Gut recherchiert, leserfreundlich aufbereitet, sachlich und relevant. Danke euch!

  6. Zum Thema Klau und besonders dreist sei hier noch Mal das Grand Piano/Konzertflügel erwähnt das einfach Mal so nahezu 1:1 vom Original Ideas Eintrag kopiert und feuchtfröhlich bei BlueBrixx verkauft wird, sogar mit Video wo man es vorgestellt hat ohne rot zu werden.
    Dreistigkeit (oder einfach Dummheit?) kennt bei denen halt keine Grenzen.

  7. Das enttäuschende ist, dass auch bei Urheberrechtsverletzungen zwar die Rechte an Lego abgetreten wurden, man sich 3 Jahre nicht damit selbst ein Kleingeld verdienen darf, aber die Chinesen es ohne Rechtshilfe von der Lego Truppe kopieren könnten (was in Zukunft mit Sicherheit mehr wird, so viel wie das auf Mydealz beworben wird, was ich persönlich zum Auswerfen finde).

    Also entweder, oder —- nicht nur die Rosinen rauspicken, liebe Lego.

    • Würde Lego denen helfen, sehe ich schon kommen, wie dann wieder welche jammern, weil Lego die Marktmacht missbrauchen würde und Sets abmahnt, die sie selbst ja überhaupt nicht anbieten da bei Ideas abgelehnt xD

    • EIne kurze Klarstellung:
      Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, kann nach deutschem Recht ein Urheberrecht nicht übertragen werden. Das könnte auch der Grund sein, warum Lego sich „nur“ die Nutzungsrechte übertragen läßt. Deshalb kann nach emeinen Laienverständis auch nur der Fandesigner als Rechteinhaber mögliche Ansprüche geltend machen.
      Ob mein Rechtsverständnis auch auf das Ideas-Regelwerk zutrifft, kann dir aber nur ein Anwalt beantworten.

        • Die LEGO Designer arbeiten aber im Auftrag der Firma LEGO. Deshalb liegen mögliche Urheberrechte auch bei LEGO und können auch rechtlich vertreten werden.

          • Soweit ich weiß können Urheberrechte niemals bei einem Unternehmen liegen sondern nur bei Menschen. Die Designer übertragen zwar automatisch die Nutzungsrechte, Urheber dürften aber sie selbst bleiben.

          • @Rahmspinat
            Dieser Artikel hat nicht den Anspruch einer Rechtsberatung. Ich habe lediglich auf mögliche Probelme hingewiesen.
            Daher bitte ich dich zur Bestimmung der exakten Rechtsposition fachkundigen Rat einzuholen.

  8. Ich musste ja bei folgendem Absatz schmunzeln:

    „Den letzten Ausschluss betreffen Einwohner des kanadischen Bundesstaates Quebec. Sie sind allerdings nur von Ideas Wettbewerben (Contest) mit einen Preisgegenwert von mehr als CAD 2.000 ausgeschlossen.“

    Kann das jemand genauer ausführen?

    • Die Besonderheit kann ich dir leider nicht beantworten.

      Sehr wahrscheinlich werden in Quebec aber irgeednwelche gesetzlichen Einschränkungen bestehen.

  9. Guter Artikel! Vorschlag zur Ergänzung: Abgrenzung von einer reinen Idee und deren verkörperter Umsetzung
    -> Warum das Ganze? Das hat deutliche Rechtliche Auswirkungen. Eine reine Idee ist (zumindest in Deutschland) nicht Schutzfähig. Eine bestimmte Verkörperung, also eine konkrete Umsetzung dagegen schon. Sprich: die Idee bspw. ein Set zu einer Saturnrakete herauszubringen kann eigentlich auch übernehmen ohne dem Ideengeber irgendwas zu beteiligen, außer sie würden ein Set herausbringen das 1:1 seinem Entwurf entspricht. 1:1 Umsetzungen macht aber Lego bei Ideas nicht (was ich persönlich in den überwiegenden Fällen bei genauerer Betrachtung auch gut fand). Trotzdem lässt sich Lego auch die Rechte am Orginalentwurf einräumen. Da kann man sich dann fragen – warum eigentlich? Richtig fragwürdig wird es dann bei Ideen die überhaupt umgesetzt wurden, aber von Dritten ungefragt kopiert wurden. Streng genommen kann der Urheber nicht mal sich aufgrund der Kommerzklausel für eine ungefragte Kopie entschädigen lassen, da er ja nichts verdienen darf. Lego hat aber auch kein Interesse gegen die nicht genehmigen Kopien vorzugehen. Die Klausel von Lego ist damit höchst unfair gegenüber dem Urheber. Den letztlich soll sie nur die Interessen von Lego an einer Wettbewerbsbeschränkung schützen.

    Das Genannte ändert aber nichts daran das ich Ideas für eine interessante Plattform halte die einige der besten Legosets hervorgebracht hat. Sie bräuchte – auch aufgrund der Flut von akzeptierten Sets in Letzter Zeit – nur vielleicht mal eine Anpassung.

  10. Sehr starker und lesenswerter Artikel wie ich finde! Danke dafür.
    Einige meiner Lieblingssets (z.B. liebe ich die Saturn V) kommen von Ideas.
    Aber wenn ich den Artikel so lese bin ich mir nicht sicher ob ich selbst dort was hochstellen wollen würde. Jedoch darf das jeder selbst entscheiden!

  11. Jetzt muss man natürlich auch mal folgendes festhalten:

    Wieviele Moccer wollen wirklich mit Ihren Anleitungen Geld verdienen? Und wer macht sich den Aufwand, seine Mocs auch wirklich halbwegs anwenderfreundlich zu gestalten? Schließlich muss man ja drauf achte, dass da nicht 100 Teile drin sind, die 10EUR das Stück kosten, bzw darf man keine Teile verwenden, die es in der Farbe überhaupt nicht gibt.
    Ganz zu schweigen davon, dass sich das wieder nach nem gewerblichen Handel anhört, den man natürlich anmelden sollte.

    Vielleicht kann der Stonewars Hausmoccer, Jonas Kramm, mal was dazu schreiben.
    Ich persönlich glaube jedenfalls nicht, dass sich viele diese große Mühe machen wollen.

    Und was den Ideenklau betrifft: Jeder, der auf bekannten Seiten seine Mocs vorstellt, dürfte Gefahr laufen, dass diese von zwielichtigen Herstellern verwurstet werden…

    • Ich spreche natürlich nur für mich, aber für mich gehört der Entwurf einer baufreundlichen und nachvollziehbaren Anleitung schlicht zur MOC-Erfahrung, und damit zum Gesamtvergnügen, dazu. Genauso wie eine sinnvolle Optimierung der Teileauswahl, schließlich will ich das Ding ja vor allem auch erstmal selbst bauen und keine 5000€ dafür ausgeben (unter anderem eben auch zur Validierung des Bauprozesses und der Anleitung). Sicher müsste man beides nicht zur Perfektion treiben, wenn man den MOC nicht baufreundlich veröffentlichen möchte, aber das ist für mich der halbe Spaß am ganzen Design und macht in gewisser Weise eben auch den Builder zum Designer.

      Deshalb verwehre ich mich auch gegen eine eventuelle Generalunterstellung MOCs wären alle nicht baubar oder nur mit abstrusen instabilen oder gar unmöglichen Bautechniken digital zusammengeklöppelt oder verbauen irgendwelche 100€ Zauberteile von anno dazumal. Das mag es sicher geben, aber es gibt eben auch Leute, die auch Arbeit in die Anleitung stecken um nicht nur ein tolles Modell sondern auch eine zufriedenstellende Bauerfahrung bieten zu können. Das hängt ja auch immer vom Anwendungsfall ab. Bei einem Display-MOC für’s Fotos machen und dann wieder abbauen, reicht es ja auch, wenn es gerade so von der Oberflächenspannung zusammengehalten wird. Wer größtenteils Sachen etwa für Austellungen oder die eigene Stadtplatte baut, vor allem auch aus seinem eigenen lebenslangen Teilefundus, der kann vielleicht auch gar keine sinnvolle Anleitung dazu machen, geschweige denn möchte er überhaupt, dass es nachgebaut wird. Und das verlangt ja auch gar niemand. Aber wenn ich sehe, wie viele tolle MOCs mit Anleitungen verkauft werden, dann scheint es auch genug Leute zu geben, die diese Arbeit reinstecken wollen und tun (oder zumindest würde ich das erwarten wenn sie Anleitungen verkaufen, Erfahrung mit dem Kauf anderer Anleitungen habe ich jedoch keine, würde aber erstmal von meinem eigenen Anspruch ausgehen).

      Es ist auch nicht so, das ich jetzt unbedingt Geld damit verdienen will, eben weil es auch so Spaß macht die Anleitung zu entwerfen. Aber wenn ich mir schon die Mühe mache eine Anleitung zu basteln, dann kann ich auch noch das letzte Prozent Feinschliff reinstecken und mich über die gelegentliche kleine Finanzspritze freuen, die dann in der nächsten BrickLink-Bestellung landet. Das Geld ist dabei aber weniger Aufwandsentschädigung als mehr Wertschätzung. Natürlich ist es auch schön, wenn man digitale Daumen hoch kriegt. Aber wenn dir jemand 5€ dafür gibt, dann hat das irgendwie eine andere Bestätungsgewalt. 😉

      Das wäre auch die Hauptmotivation für mich ein IDEAS-Set realisiert zu sehen, nicht der Verkaufsanteil direkt, sondern die Tatsachse DASS Leute meinen Entwurf als Set kaufen können (und das dann hoffentlich auch tun). Wobei ich noch nie was bei IDEAS eingereicht habe und auch nicht ernsthaft darüber nachgedacht habe (was dieser Artikel vielleicht ändern könnte), da mein Haupbetätigungsfeld jetzt auch nicht so wahnsinnig IDEAS-tauglich ist und da sowieso kaum Chancen auf irgendwas hätte.

      • Sollte keine „Generalunterstellung“ sein – bitte nicht gleich die ganz große Kanone auspacken.

        Ich stelle mir nur zB den Kollegen BrickyBrick vor, dessen Entwürfe zB immer Teile enthalten, die es so überhaupt nicht gibt (Farbe) – Oder die ganzen anderen Einreicher, die ohnehin nur rein digital arbeiten.

        Es klang nur weiter oben so von einem anderen Kommentarschreiber, dass es sozusagen viel einfacher ist, Moc Anleitungen zu verkaufen als sich der Ideas Lotterie zu unterwerfen.

        • Das mit der „Generalunterstellung“ war auch nicht gegen deinen Kommentar gerichtet, sorry wenn das so rüberkam. Man liest nur manchmal Kommentare die etwas in diese Richtung gehen (sicher auch durch reale negative Erfahrungen geprägt).

          Anleitungen verkaufen vs. IDEAS ist da auch eine Ansichtsfrage dessen, was man erreichen will. Wenn es etwas ist, wo man etwa bewusst problematische Teile oder neue Figuren verbauen muss, oder man will es gar nicht direkt selbst bauen und hat nur einen „Geistesblitz“ zur irgendeiner netten Idee, dann ist es sicher auch auf IDEAS gut und schnell aufgehoben. Aber da ich MOCs üblicherweise ohnehin selbst bauen will, muss ich ja bereits eiene Großteil der Validierung des Bauprozesses übernehmen und dann ist es tatsächlich recht leicht, die Anleitung zu verkaufen (da gerade auch Rebrickable die gesamte Logistik übernimmt). Das einreichen bei IDEAS selbst wäre sicher genauso leicht, aber wenn man messbaren Erfolg erwartet, dann hat man als 0815-Typ gegen die großen Hype-Lizenzen wohl eher schlechtere Karten, auch wenn die von Oliver angesprochene größere Sichtbarkeit der eigenen Marke vielleicht auch etwas für sich hat.

  12. Ich persönlich bin mit Ideas durch. Bisher habe ich Die Tardis (endlich mal ein franchise für mich 😁) und die Saturn V im Regal stehen.
    Meistens bin ich total enttäuscht, dass die Entwürfe, die ich cool finde, nicht genommen werden. Alleine die SpaceX Sets, die nie das Licht der Welt erblicken werden 😟
    Wenn ich dann mal das Glück hatte, dass „mein“ Set doch genommen wurde (Baumhaus, Schmiede), gefiel mir die Umsetzung leider gar nicht.

    Ansonsten hab ich auch kein Problem damit, wenn ich dank anderer Hersteller am Ende doch zu meinem Wunschentwurf komme. Zumal bisher nie gerichtlich geklärt wurde, ob Modelle aus Standardbausteinen überhaupt einen Urheberrechtsschutz haben 🤷‍♂️

    Natürlich würde ich es begrüßen, wenn sowohl Designer als auch Produzenten sich einig sind. Ich finde es eine tolle Entwicklung, dass da immer mehr Kooperationen zustande kommen.
    Das ist quasi win win win. Die Designer bekommen ihr Geld und die Anerkennung, die Hersteller können ihre Steinkonvolute verkaufen und die Kunden haben eine große Auswahl an tollen Produkten.

    • Glaube, so einfach ist es dann doch nicht – das Design ist ausschlaggebend.
      Deswegen konnte Lego auch viele Plagiate am Zoll einkassieren. Das Problem ist nur, dass ein kleiner Moccer keine Chance hat, gegen eine asiatische Firma vorzugehen.

      Deiner Logik nach, gäbe es ja überhaupt kein Urheberrecht – denn in der Musik zb werden auch nur bekannte Noten aneinandergereiht.

      • Nein, einfach ist das definitiv nicht. Es hängt an dem juristischen Begriff der Schaffenshöhe. Und da kommt es darauf an, ob ein Gericht das Werk als künstlerische Leistung anerkennt. Musik, Texte und Bilder sind auf jeden Fall geschützt. Aber bei Skulpturen wird es schon deutlich schwieriger. In dem Fall geht es ja noch nicht einmal um eine Skulptur, sondern um die Bauanleitung einer Skulptur. Anleitungen sind normalerweise nicht geschützt (das Design und die Bilder/ Zeichnungen schon).
        Mein Haupthobby sind eigentlich Brettspiele. Da ist schon mehrfach versucht worden sich Spiele bzw. Mechanismen schützen zu lassen, was bisher immer abgewiesen wurde, weil die nötige Schöpfungshöhe nicht erreicht wurde.
        Nach meinem Kenntnisstand ist selbst Lepin nie belangt worden, weil sie die gleiche Ansammlung von Steinen verkauft haben. Problematisch waren immer kopiertes Verpackungsdesign, kopierte Anleitungen (nicht wegen des Modells, sondern wegen des Layouts) und Patentverletzungen bei einigen Steinen (es gibt noch ein paar Steinevariationen, die Patentgeschützt sind), sowie Probleme mit dem 3D-Markenschutz (Minifiguren).

        Alles in allem kann ich das nicht beurteilen. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es keinesfalls so ist, dass der Nachbau eines MOC rechtlich unerlaubt sein muss.

    • „Natürlich würde ich es begrüßen, wenn sowohl Designer als auch Produzenten sich einig sind.“ Wie goldig, ich fände es auch toll, wenn irgendwelche Arbeiter in der dritten Welt gescheit entlohnt würden, aber wenn nicht ist es mir natürlich gänzlich egal, schließlich geht es mir ja in erster Linie darum, alles möglichst billig zu bekommen. So zumindest liest sich deine Argumentation.
      Sollte das Einverständnis des Designers nicht Bedingung für einen Verkauf sein?
      Ach nein, die Designs seien ja gar nicht schützbar, es sei denn LEGO hat sich wohl irgendwo Inspiration geholt, dann natürlich ist das höchst verwerflich. Irgendwie biegt man sein Gerechtigkeitsempfinden halt so zurecht, dass dreiste Plagiate doch eigentlich Win Win sind, zumindest für Hersteller und Kunden. Muss wohl reichen…

      • Das es verwerflich ist, wenn sich Lego Inspirationen holt habe ich nie gesagt.
        In meinen Augen verkaufen alle Steinefirmen auch keine Modelle, sondern Klemmbausteine. Das Lego das auch so sieht interpretiere ich daraus, dass sie ihre Designs (die Anleitungen) verschenken.
        Konkret bei den nicht umgesetzten Ideasmodellen ist das „Problem“ für den Kunden ja auch, dass man es entweder als Plagiat kauft, oder es gar nicht bekommen kann.
        Klar, man muss auch nicht alles haben, was man gerne möchte…

        Generell kaufe ich bei der Wahl zweier identischer Produkte das günstigere. Da seh ich auch nichts falsches dran 🤷‍♂️

  13. Vielen Dank für den tollen Artikel,

    Es zeigt sich halt doch, dass es bei Ideas nicht ums Geld geht und man wirklich ein dickes Fell haben muss.
    An einigen Stellen ist es wirklich inkonsequent, doch wäre ich stolz, wenn es ein Set von mir gäbe.
    Bisher war ich immer enttäuscht. Ich habe schon bei drei contests Entwürfe eingereicht, alle sind abgelehnt worden (falsch interpretiert, zu spät – 30 Minuten vor Ablauf- eingereicht, ein Winterset ohne Schnee). Ich bin zwar traurig, doch verstehe ich es durch den Artikel etwas besser. Danke dafür.

    Was Bauanleitungen angeht: Ich habe schon ein paar gekauft und war bisher immer zufrieden. Wenn ein Stein mal zu teuer war wurde ich selbst kreativ.

  14. Sehr toller Artikel!
    Ein perfekter Überblick für User, die neu bei Ideas sind oder „das Kleingedruckte“ vielleicht nie so genau gelesen haben.

  15. Ein Toller und interessanter Artikel!
    Ich persönlich sehe die Tatsache nicht so eng, wenn Lego Ideas die Auslegung der Regeln nicht immer konsequent auf einer Linie durchzieht. Es wird wohl so sein, dass wenn ein eingereichter Entwurf beispielsweise zu viele Teile hat, dann wohl die Chancen auf eine Umsetzung sehr stark sinken. Als Einreicher einer Idee muss man sich halt das Risiko einkalkulieren, dass diese abgelehnt wird oder auch im Review rausfliegen könnte.

  16. Ein sehr informativer Artikel der das ganze mal schön zusammenfasst. Ich habe selbst noch nie etwas auf IDEAS eingereicht, und habe das wohl auch erstmal nicht vor. Aber das liegt auch an meinem persönlichen MOC-Portfolio, welches nicht besonders IDEAS-tauglich ist. Da möchte ich mich für eine Einreichung mit 0% Chance lieber nicht den ganzen Beschränkungen aussetzten, vor allem wenn ich selbst denke das würde eigentlich kein sinnvolles LEGO-Set abgeben. Diese Beschränkungen selbst finde ich jedoch durchaus nachvollziehbar.

    Ich verstehe auch, dass LEGO parallel an Sachen selbst arbeiten kann und sie sich durch IDEAS nicht die eigenen Ideen „klauen“ lassen wollen. Entsprechend glaube ich denen bei Zeug wie dem Ghostbusters-Hauptquartier oder dem Fiat auch, wenn sie sagen sie haben da schon vorher dran gearbeitet. Ähnlichkeiten oder selbst Inspiration durch MOCs lässt sich auch schwer vermeiden, noch dazu wenn es reale Vorbilder gibt. Auch ist es sicher schwierig, immer alle Regeln perfekt einhalten zu können, gerade was die Prüfung von Design-Klau oder Fremd-Lizenzen angeht, ganz zu schweigen von der Fähigkeit, für manche Dinge überhaupt klare Regeln definieren zu können. Etwa das mit dem Kriegsgerät ist schon unglücklich wenn das mal wieder hochkocht, aber es ist eben auch unklar was „modernes Kriegsgerät“ ist. Ich weiß das auch nicht besser als LEGO, aber ich erkenne auch, wenn sie es „falsch“ auslegen. 😉

    Dieses quasi „Vertuschen“ mit der Archivierung finde ich jedoch sehr unangenehm für alle beteiligten. Das müsste man schon irgendwie anpassen, dass die Projekte zumindest noch irgendwie erreichbar und als existierend zu erkennen sind. Von mir aus mit gesperrtem Voting und einem großen roten Banner. Aber das einfach so auf unbegrenzte Zeit komplett zu verstecken und auch noch so mehr oder minder „heimlich“ finde ich sehr unglücklich.

    Und dass Zeug, welches veröffentlicht wird, geklaut werden kann, das ist nunmal leider so, aber das ist auf IDEAS nicht anders als anderswo. Da hat IDEAS eben nur, wohl oder übel, eine größere Reichweite, mit integriertem Beliebheitsbarometer. Die Dreistigkeit mit der diese Firmen vorgehen ist und bleibt aber problematisch und da muss sicher, unabhängig von IDEAS, irgendetwas passieren, dass Klemmbaustein-Entwürfe mehr Ersthaftigkeit und Schutz erfahren. Aber ich bin eben auch kein Anwalt und gleichzeitig möchte man auch vermeiden, dass alles zu sehr rechtlich überfrachtet wird und man auch nicht mehr so einfach überhaupt ein Design teilen oder eine Anleitung vermarkten kann.

    Aber diese Nummer auf der Verkaufsseite zu sagen „Achso, und wenn du der Designer bist, meld dich mal, damit wir dir etwas Geld zustecken können“ ist schon der Höhepunkt der Dreistigkeit. Wenn sie dazu bereit sind, dann hätten sie ihn ja auch vorher anquatschen können. Ich denke nicht wenige Designer wären, sofern alles einwandfrei geklärt wird, dazu bereit ihren Entwurf zur Vermaktung durch eine nicht-LEGO-Firma zur Verfügung zu stellen. Tatsächlich wurde ich dahingehend auch schon angefragt und habe mich, da alles seriös wirkt und ich der Person selbst auch traue, erstmal darüber gefreut und geehrt gefühlt, ob nun was draus wird oder nicht. Wenn der Designer nein sagt, dann findet sich auch der nächste coole MOC, wo man fragen kann. Es ist ja auch nicht so, als mangele es an MOCs deren Verkauf sich lohnen würde. Aber einfach erstmal machen und hinterher um Entschuldigung bitten zeigt einfach, dass die Designer von diesen Firmen schlicht nicht ernst genommen werden und, naja, es funktioniert ja auch für sie. Das hat allerdings mit IDEAS direkt weniger zu tun und da ist es wenigstens vernünftig geregelt. Man mag die Regeln vielleicht unangemessen finden (was ich selbst größtenteils nicht tue), aber es gibt sie.

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