Recycling von Kunststoffabfällen: KIRKBI investiert in Quantafuel

Kirkbi Quantafuel

Die private Holding- und Investmentgesellschaft KIRKBI, zu 75% Eigentümer der LEGO Gruppe, tätigt ein großes Investment in Quantafuel. Das Unternehmen Quantafuel wandelt Kunststoffabfälle wieder in kohlenstoffarme synthetische Ölprodukte um, die Rohölprodukte ersetzen.

Hierbei steht für die Eigentümer der LEGO Gruppe laut eigenen Angaben ein nachhaltigere Zukunft im Fokus.

Bereits im Mai diesen Jahres hatte das norwegische Unternehmen Quantafuel noch ohne Namensnennung über das geplante Investment berichtet. Der deutsche Chemiekonzern BASF hat bereits in das Unternehmen investiert und laut Forbes liest sich der Tenor recht positiv über das Unternehmen. Auch Bill Gates ist bereits auf Quantafuel aufmerksam geworden und lobt deren Arbeit. Immer wieder investiert KIRKBI in Unternehmen mit einem Umweltschutz-Hintergrund, aber gerade das Recycling von Kunststoff ist für kunststoffverarbeitende Unternehmen sicher auch wirtschaftlicher Investitionszweig.

Anbei haben wir mal die Pressemeldung für euch ins Deutsche übersetzt:

Billund Dänemark und Oslo, Norwegen, 19. Juni 2020:

KIRKBI A / S und Quantafuel AS gaben heute bekannt, dass KIRKBI, die private Holding- und Investmentgesellschaft der Familie Kirk Kristiansen, 250 Mio. Norwegische Kronen (rund 23.268.000,00 Euro) in Quantafuel investiert, ein technologiebasiertes Energieunternehmen, das Kunststoffabfälle in kohlenstoffarme synthetische Ölprodukte und neue hochwertige Materialien umwandelt.

Es wird auf die Mitteilung an die Börse vom 12. Mai 2020 verwiesen, in der auf das von Quantafuel unterzeichnete Memorandum of Understanding „MoU“ mit einem nicht genannten strategischen Investor verwiesen wird. In der Mitteilung teilte Quantafuel mit, dass die Vereinbarung mit dem strategischen Investor am Freitag, dem 8. Mai 2020, in einem Bewertungsbereich über dem Schlusskurs vereinbart wurde. Die Investition erfolgt als Privatplatzierung gegenüber KIRKBI zu 180 Norwegische Kronen pro Aktie. Dies entspricht einer Prämie von 20% gegenüber dem Schlusskurs von 150 Norwegische Kronen am Freitag, den 8. Mai 2020.

Neben der Zusammenarbeit von Quantafuel mit den bestehenden Partnern BASF und Vitol hat KIRKBI eine Vereinbarung zur Investition in Quantafuel geschlossen und das Bestreben des Unternehmens unterstützt, das chemische Recycling weiter zu verbessern und zu zeigen, wie gemischte Kunststoffabfälle zu neuen hochwertigen Materialien recycelt werden können . Quantafuel möchte gemeinsam mit seinen Partnern und Investoren zeigen, dass das chemische Recycling eine nachhaltige und tragfähige Option für die Weltgemeinschaft und eine technische Lösung ist, die für den globalen Maßstab geeignet ist.

Kjetil Bøhn, CEO von Quantafuel, kommentiert: „Wir freuen uns sehr, dass KIRKBI mit dieser Investition unserer Eigentümergruppe beitritt. KIRKBI ist ein professioneller und kompetenter Investor, der sich durch eine sehr langfristige Investitionsperspektive auszeichnet. Daher sind wir mit der Investition besonders zufrieden, da sie für die kommende Zeit ein sehr starkes Vertrauen in Quantafuel zeigt. “

„Wir sind uns des starken Engagements von KIRKBI bewusst, in Technologien zu investieren, die eine nachhaltige Entwicklung in der Welt unterstützen. Wir freuen uns und fühlen uns geehrt, dass KIRKBI nun einen erheblichen Betrag in Quantafuel investieren und uns damit unterstützen wird, die Umweltprobleme mit Plastikmüll zu bewältigen.“, fährt Bøhn fort.

Bei KIRKBI basiert die Investition in Quantafuel auf dem Wunsch, in Unternehmen zu investieren, die zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Welt beitragen. „Quantafuel ist eine interessante Investition für KIRKBI. Die Entwicklung der Recyclingtechnologie für chemische Kunststoffe hat sich als große Herausforderung erwiesen. Quantafuel hat jedoch einen innovativen und skalierbaren Ansatz zur Lösung dieses Schlüsselproblems gewählt, der zu einem starken Geschäftspotenzial führt und gleichzeitig eine hohe Auswirkung auf die Umwelt gewährleistet. Wir glauben, dass dieser Ansatz ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft sein könnte.“, sagt Thomas Lau Schleicher, Chief Investment Officer bei KIRKBI.

Der Verwaltungsrat von Quantafuel kann die Privatplatzierung auf der Grundlage bestehender Genehmigungen abschließen. Quantafuel wird 1.388.888 neue Aktien an KIRKBI ausgeben, wobei sich die Gesamtzahl der Aktien von Quantafuel von 11.177.467 Aktien auf 12.566.355 Aktien erhöhen wird.

Nach der Transaktion hält KIRKBI ca. 11,0% der Anteile an Quantafuel. Der Verwaltungsrat von Quantafuel wird eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um vorzuschlagen, dass KIRKBI im Verwaltungsrat von Quantafuel vertreten wird.

Ich persönlich halte die Art des Investments durchaus für ein positives Zeichen auch für uns als Käufer von LEGO. Natürlich entziehen wir einerseits Kunststoffe dem Recyclingkreislauf, was durchaus gut für die Umwelt ist, andererseits muss man sich natürlich auch fragen, ob nicht auch gerade durch uns vermehrt ein nicht biologisch abbaubares Material gefertigt wird. Teilweise arbeitet LEGO ja bereits an Kunststoffen auf Basis von Zuckerrohr, andererseits gibt es auch Beteiligungen oder Umbauten mit Wind- und Solarkraftanlagen. Daher bin ich als Käufer auch gewillt das Engagement von LEGO und deren Holding in Nachhaltigkeit durchaus anzuerkennen.

Habt ihr schon mal etwas von Quantafuel gehört? Interessiert ihr euch auch für Themen rund um KIRKBI? Oder zählt für euch nur das Spielzeug, aber das Unternehmen dahinter ist euch nicht so wichtig?

Über Ryk Thiem 186 Artikel
👨‍💻 Schreibt & lacht für StoneWars. 😻 Liebt Katzen. 🏗 Baut mit LEGO. 🍿 Mag Filme & Serien. 🥨 Kocht & isst gern. 🌍 Besucht meine Website für mehr.

30 Kommentare

  1. Weiß jemand, ob das Drucken von komplett schwarzen Anleitungen umwelttechnisch bedenklicher ist als auf weißem Papier? Bedruckt LEGO hier eigentlich bereits schwarzes Papier oder wird der schwarze Hintergrund auch gedruckt? Ich finde den Trend zu den schwarzen Anleitungen furchtbar, alleine weil der Kontrast so schlecht ist und man die Farben so schwer erkennt. Was will LEGO damit überhaupt bezwecken?

    • Die wollen damit erst die AFOLs erblinden lassen, dann die Umwelt zerstören und danach die Weltherrschaft an sich reißen, was denn sonst?

    • Man möge mich korrigieren, aber meines Wissens kann man schwarzes Papier nicht ohne Weiteres bedrucken. Um korrekte Farben auf Papier zu erreichen, braucht es einen weißen Untergrund, der alle Farben des Lichtspektrums enthält. Ergo gehe ich davon aus, dass Lego hier alles bedruckt. Schön finde ich das auch nicht. Ich würde mich auch auf rein digitale Anleitungen einlassen, stoße da aber bestimmt in der Community auf Widerstand 😉
      Interessant wäre auch, wie schwerwiegend die Verschmutzung durch Anleitungen ggü. der Teilefertigung ist.

      Ich finde allemal, dass Lego ein grüneres Image gut stehen würde, dann könnte man mit durchaus besserem Gewissen neues Lego kaufen.

    • Nein, grundsätzlich ist das nicht unbedingt bedenklicher. Je mehr Druckpartikel verwendet werden, desto schwieriger wird der spätere Recycling – Prozess. Dabei ist es relativ egal ob die Fläche jetzt vollflächig schwarz oder blau oder pink bedruckt ist. Im Gesamten kommt es auf die Summe an.
      Einmal ein Beispiel: Gedruckt wird in der Regel mit den vier Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Ist der Hintergrund jetzt vollflächig schwarz, wird nur 100% Schwarz gedruckt. Ist der Hintergrund aber zum Beispiel in einem satten Rot, wird dieses durch 100% Magenta und 100% Gelb erzeugt. In der Summe ist die Flächendeckung hier sogar höher.
      Das Recycling Material wird dadurch verschmutzter und es müssen beispielsweise mehr Weißmacher später hinzugefügt werden um daraus neues Papier zu erstellen. Das Thema ist durchaus komplexer, hier aber einmal recht einfach runtergebrochen.

      Zum Papier, nein Lego verwendet hier weißes Papier welches dann komplett bedruckt wird. Es ist durchaus möglich schwarzes Papier zu bedrucken, dies ist aber deutlich teurer, komplizierter, unwirtschaftlicher und auch nicht unbedingt umweltfreundlicher (Das Papier muss ja auch durchgefärbt werden).

      Momentan geht der Trend in vielen Druckereien zum Einsatz von UV-Druckfarben. Ob diese bei Lego eingesetzt werden bin ich mir nicht sicher, könnte es mir aber gerade bei den „schwarzen“ Anleitungen gut vorstellen. Diese Farben trocknen nicht durch Oxidation / Wegschlagen (also durch Luft 😉 ) sondern härten direkt aus wenn diese mit UV-Licht bestrahlt werden. Hat für den Drucker den großen Vorteil das die Druckprodukte auf einem schlag trocken sind und weiterverarbeitet werden können (gefalzt, gebunden etc..). Gerade wenn dann viel Farbe verwendet wird macht dies durchaus Sinn. Diese Druckprodukte können leider später noch schwerer wiederverwertet werden.

  2. Also lieber Ryk, deinem letzten Absatz kann ich nicht ganz folgen. Rein aus einer Umweltsicht sind wir als Legofans schon kleine Sünder. Schließlich wird für unsere nicht lebensnotwendigen Klötzchen Tonnenweise Kunststoff benötigt. Man darf sich vermutlich garnicht vorstellen, wieviel Tonnen Kunststoff Lego jährlich unters Erdenvolk bringt.

    Aber egal, derlei Investments sind bestimmt immer gut fürs Renomee, aber ob man dort dann nachhaltige Durchbrüche erzielen kann, ist fraglich. Wenn ich nur an das Thema mit dem alternativen Rohstoff zur Herstellung von Steinen denke, ist es dort auch seeeeehr ruhig geworden.

      • Lego ist SEHR nachhaltig, denn jedes Plastik das wir für Lego nutzen landet nicht als Verpackung in der Wurst und Käseabteilung und somit auch nicht schlussendlich auf den Müll – Lego bindet Plastik das Müll sein könnte als Kunstobjekt im Haus, statt auf der Halde irgendwo am Strand von Drittländern.

        Zumal Lego von Generation zu Generation seit den 70igern weitervererbt wird, statt das man es fortwirft, sogesehen …..ist Lego doch sehr nachhaltig, meinst du nicht ? ^^

        Sicher, es wird dafür neues Rohöl geschöpft und die Erde schmutzig ausgebeutet, DAS ist durchaus sündhaft, aber wenn nun Lego 100% aus recycelten Plastik stammen würde – wäre das ……Traumhaft für die Umwelt.

        • Soso, Lego errettet also das gute Erdöl geradezu davor, als Plastiktüte zu enden. Leute, kauft mehr Lego!
          Auf so eine verquere Logik muss man erstmal kommen.

          • Lego errettet auch das gute Erdöl davor verbrannt zu werden. In Lego gebundenes Erdöl kann z.B. nicht zum Heizen oder fahren verbrannt werden und damit der gebundene Kohlenstoff nicht zu CO2 werden.

            Von daher Lego kaufen = Klimaschutz.

            P.S. sollte nur ein kleiner Spaß sein. Das Verhältnis Lego zu Heizöl/Treibstoff Verbrauch ist weltweit gesehen natürlich gering. Außerdem wird Lego ja auch produziert und um die Welt transportiert bzw. das ganze Marketing ist garantiert auch nicht klimafreundlich.

        • Mir ist nicht klar, wie Klemmbausteine aus ABS die Herstellung von Wurst- und Käseverpackungen, die hauptsächlich aus PE, PS und allenfalls noch PP sein dürften, auch nur im Ansatz beeinflussen sollten. Dann würden Klemmbausteine ja auch die Mengen von Quecksilber, Asbest und Atommüll reduzieren können.
          Hammer!

    • Lieber Masmiseim, ich wollte uns tatsächlich als Umweltsünder darstellen, aber dennoch den Pontius Pilatus Move machen, weil ich (Obacht: reine Spekulation meinerseits) davon ausgehe, dass LEGO Spielwaren aus Kunststoff deutlich seltener im Abfall landen als die Spielwaren anderer Hersteller, die aus Kunststoff gefertigt werden. Eben durch das Sammeln oder generationsbedingte Vererben. Trotzdem wären wir sicher alle deutlich ökologischer unterwegs, wenn wir als Hobby biologische Selbstversorgung und Imkerei betreiben würden. 😉

      • Hallo, Ryk, herrlich, das Hobby mit Imkerei und Selbstversorgung! Ich mache das übrigens und zwar Beides. Ich bin aber auch ein absoluter LegoFan. Ich denke, dass Du bezüglich des Wegwerfens absolut Recht hast – ich habe noch nie jemanden getroffen, der Lego wegschmeißt, das wird immer weitergegeben. Natürlich ist es nicht umweltfreundlich, in der Erdhöhle sitzen wäre besser. Aber ich gleiche meine Legosünde aus, durch nicht Fliegen, nicht Traumschiff fahren und viele andere Dinge, die ich nicht tue.
        Was mich wirklich stört, sind die vielen kleinen Tütchen, wenn Lego da mal einen vernünftige Lösung findet, bin ich zufrieden. Auch mit einer Onlineanleitung könnte ich leben.
        Das Investement finde ich sehr gut.

        • Als ich noch klein war, hatten die großen Lego Sets eine Große und eine kleine Tüte mit Steinchen drin… irgendwann wurden das leider immer mehr Tüten 🙁

  3. Da gebe ich meinen Vorrednern recht. Aber Lego wird im Allgemeinen nicht weggeschmissen und bleibt jahre bis jahrzehntelang im Gebrauch. Sollte es durch dieses Projekt, eine Möglichkeit geben, sein nicht mehr benutzbares Lego zu recyclen, werde ich es auch tun lassen. Den Anfang muss man aber mal machen. Also eine gute Sache. Dazu kommt noch, das man normalerweise nicht alles von Lego kauft, sondeen normalerweise gezielt erwirbt.

  4. Ich denke das ist vor allem sinnvoll, um den ganzen Plastikabfall wieder sinnvoller Verwendung zuzuführen. Ich hätte ja Tüten aus anderen Stoffen oder anderen Verpackungsmöglichkeiten bevorzugt, aber wenn es schon Tüten in Tüten sein müssen, kann man wenigstens dafür sorgen, dass die dann nicht im Meer landen. Ich hoffe nur, das das kein Blenderprojekt ist, das den Käufern ein gutes Gewissen machen soll und sonst nichts.

  5. Das es in erster Linie um Nachhaltigkeit geht, glaube ich weniger. Genau wie bei der Forschung an Material aus nachwachsenden Rohstoffen dürfte es vornehmlich darum gehen, sich unabhängiger vom Erdöl zu machen. Das ist nunmal endlich und wenn man nicht in Zukunft wieder Holzenten herstellen will, ist es durchaus klug sich jetzt schon Gedanken darum zu machen, wie man das zumindest in Teilen substituieren kann.

  6. Es gibt Dinge, bei denen Kunststoff wirklich unnötig ist – bei LEGO ist es aber ein Teil der DNA des Produkts.
    Da LEGO nur selten weggeworfen werden ist das Produkt auch in gewissem Sinn nachhaltig.
    Viele Menschen interessieren sich aber gar nicht dafür – oder warum steigt z.B. der Anteil der PET-Flaschen ständig und die Mehrwegquote geht zurück? Eine PET-Flasche wird aufgemacht, ausgetrunken, weggeworfen. Ein Legostein hält Jahrzehnte und wird oft von mehreren Generationen über viele Jahre in vielen, vielen Stunden bespielt.
    Die Alternative wären Holzbauklötze. Und wir alle haben unsere Gründe, dass wir lieber mit Klemmbausteinen bauen als mit Holzklötzen. Die Möglichkeiten sind wohl etwas größer…

    • Nicht nur die Wasserflaschen. Man denke an die ganzen Shampoos und Duschgels mit ihren dicken Plastikflaschen… Ich bin wieder auf normale Seife umgestiegen. In den Shampoos und Duschgels ist ja die Hauptzutat Wasser, was einem für viel Geld verkauft wird. Und die hat man ja beim Duschen sowieso schon dabei. Also kann ich auch für billig Geld und ohne viel Verpackung einen konzentrierten und trockenen Seifenblock nehmen. Das Wasser wird beim Einseifen ja automatisch dazugemischt…

      • Jetzt wo du es sagst. Und ich habe letztens noch etwas über biologisch gänzlich unbedenkliches Shampoo-Pulver und Seife gelesen. Da habe ich nur gedacht, dass man das super zum Zelten mitnehmen könnte. Aber weiter habe ich nicht nachgedacht. Danke für die Inspiration. 😍

        • Ja, das ist schon absurd. Ein normales Shampoo besteht zu 70-90% aus Wasser, welches in dicken Plastikflaschen für den Einmalgebrauch abgefüllt und durch die halbe Welt geschippert wird… Man übernimmt halt ohne Nachzudenken die Gewohnheiten seiner Eltern, der Werbung usw. Man sollte mal alle seine Gewohnheiten neu hinterfragen und nach Alternativen suchen…

          • Danke auch von hier…das mit dem Duschbad hatte ich so noch nicht gesehen. Wasserflaschen habe ich eh schon lange nicht mehr, Sodastream sei Dank. Natürlich ist das alles eine Luxusdiskussion, die am anderen Ende der Welt keinen interessiert. Aber ich mache das ja auch nicht, um es zu diskutieren, sondern für mich persönlich. Gutes Gewissen und so😉. Und weniger Müll.

    • @Andreas
      Grundsätzlich richtig, aber das Beispiel mit PET-Flaschen ist eher ungeeignet. Eingemahlene PET-Einwegflaschen werden weltweit als eigene, sortenreine Wertstoffklasse gehandelt „PET-Bottleflakes“. Daher ist hier die stoffliche Recyclingquote nahezu 100%. Im Gegensatz zu den meisten anderen Verpackungen.

  7. @Ryk Danke für die Antwort.
    Ich finde, wir sollten uns aber ein wenig von der Legoromantik entfernen, nach der Lego so gut wie nie weggeworfen wird.
    Je mehr von den Steinen hergestellt werden, dessto mehr werden auch ihren Weg in den Müll finden.
    Wenn ich so mein altes Lego betrachte, dann ist da vieles bei, was anderswo schon längst im Müll gelandet wäre: abgegriffene Minifigs mit ausgleierten Beinen und oder abgebrochenen Händen. Ganz böse haben meine alten Technic Teile gelitten, vor allem die grauen „Achsenmanschetten“ – keine Ahnung wie die richtig heißen.
    Von daher denke ich schon, dass weltweit gesehen auch viel Lego im Müll landet.

  8. Mein lieber Ohmbricks,
    Ich habe einige Länder in Südostasien bereist und ich kann dir versichern: was dort an Plastik in den Strassengräben, am Strand und sonstwo rumliegt, das sind keine Plastiktüten oder Wurst-und Käseverpackungen aus Europa. Eine Diskussion, ob man beim Kauf von Lego ein schlechtes Gewissen haben muss, ist ein klassisches Erste Welt Problem und dient nur dazu, seine eigene Tugendhaftigkeit herauszustellen. Wenn von heute auf morgen in Europa keinerlei Plastik mehr verwendet wird, aendert das genau gar nichts in Asien. Und die Völker dort stehen nicht unbedingt drauf, dass Europäer ihnen sagen, was richtig und was falsch ist. Am europäischen Wesen ist die Welt nämlich in der Regel noch nicht genesen….

    • Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen hat nichts mit „Tugendhaftigkeit“ zu tun. Ich finde den Kommentar überflüssig. „Wir können doch eh nichts bewirken, weil die anderen den Dreck machen“ ist wohl das dümmste Argument überhaupt…

      • @thomas+ : du musst halt schon genau lesen,was ich schreibe. Denn ich sage nicht, dass man hier vor Ort sich nicht um das Problem scheren sollte. Sondern dass man nicht den Hochmut besitzen sollte, das eigene Tun als das einzig Wahre zu sehen , dem der Rest der Welt gefälligst folgen solle bzw. „Wenn wir das machen, dann werden die „Wilden“ da drüben schon merken, dass sie falsch handeln.“ Und bei einem Luxusgut wie Lego ist die Diskussion halt sowieso verlogen.

  9. Lego ist wahrscheinlich das nachhaltigste Plastikprodukt überhaupt. Mit fällt jedenfalls sonst kein Produkt aus Plastik ein, was 20 Jahre oder länger in Benutzung ist. Problematisch sind bei allen Kunststoffen nur die für den einmaligen Gebrauch produzierten Wegwerfverpackungen. Und die Menge, die da bei einem Wocheneinkauf im Supermarkt zusammenkommt, ist wohl größer als die Menge an Plastik in einem 100 Euro Lego Set. Wer also was für die Umwelt tun möchste, sollte im Supermarkt anfangen.

  10. Noch genialer wäre es natürlich, wenn der eigentliche weggeworfene Plastikmüll der sonst im Ozean landet, zu nachhaltigem LEGO recyclet würde. Aber gut, das wäre wahrscheinlich materialtechnisch nicht so einfach und würde bestimmt auch bei den momentanen Qualitätsproblemen weniger helfen. 😉

    Insgesamt sicher ein nettes Zeichen. Aber eine noch praktischere Idee wäre ja, zumindest erstmal die 5 Milliarden Platiktüten in denen die ~57 Teile eines einzelnen Sets gelieferten werden durch Papier oder sonstiges zu ersetzen. Aber dann kann man das Set natürlich nicht mehr so leicht aus 7 verschiedenen Fabriken in der Dritten Welt zusammenkarren.

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