Ach LEGO: Hört bitte auf damit, billige Aufkleber in teure Sets zu packen!

Ach LEGO... Ein Artikel über LEGO Sticker und Aufkleber

Ach LEGO. Wir sind jetzt seit so vielen Jahren Freunde. Wir haben so viel erlebt und so viel Spaß gemeinsam gehabt. Aber manchmal schaffst du es, mich zu Weißglut zu treiben. Zum Beispiel dann, wenn du bei teuren Sets und echten Sammlerstücken einen Bogen voller billiger Aufkleber beilegst.

Manchmal muss man sich schon fragen, warum das nicht anders geht. Klar, mit Aufklebern spart man sicherlich ein bisschen Geld gegenüber dem Bedrucken von Steinen. Aber mal ganz ehrlich: So teuer kann das Bedrucken nun auch wieder nicht sein. Denn sonst gäbe es auf dem Markt ja keine Anbieter, die eben genau das tun und einfach die Steine als bedruckte Versionen verkaufen, die ihr uns mit Aufklebern zukleistern lasst.

Was ich aber am noch weniger verstehe: Ich gehe davon aus, dass es für euch als Unternehmen unheimlich wichtig ist, dem Kunden beim Aufbau eines neuen Sets ein möglichst positives Erlebnis zu bescheren. Denn wenn eure Kunden nicht zufrieden wären, wärt ihr wohl nicht das zweit angesehenste Unternehmen der Welt. Und mit den Aufklebern gefährdet ihr genau diese Zufriedenheit.

Der Aufbau eines LEGO Sets ist in der Regel ein vollständig positives Ereignis: Man erschafft etwas mit den eigenen Händen aus kleinen Plastiksteinen, die in der Regel (bei Erwachsenen wie bei Kindern) ein durchweg schönes Gefühl erzeugen. Das Bauwerk wächst und wächst und man ist wie im Tunnel: Der Blick auf die Anleitung. Der suchende Blick in den Haufen Steine. Dann die Steine aufeinander setzen. Immer wieder. Und dann kommt so ein Aufkleber.

WARUM?

Warum tut ihr mir das an? Ihr reißt mich aus meiner glückseligen Welt der bunten Steine heraus und zwingt mich, mit meinen viel zu großen und leicht schwitzigen Händen einen viel zu kleinen Aufkleber auf einen der Steine zu kleben. Und das alles in der Gewissheit: Es gibt nur einen Versuch. Denn selbstverständlich gibt es nur einen einzigen Stickerbogen. Fehler werden hier nicht verziehen.

Und dann passiert das, was passieren musste: Der Aufkleber wird schief aufgeklebt. Mein 350€ teures LEGO Ghostbusters Haus wird nie wieder makellos sein. Denn der Computerbildschirm im zweiten Stock ist schief. SCHIEF. Das werde ich nie wieder nicht sehen können. Es wird mir ab heute jeden Tag auffallen, wenn ich einen Blick auf das Haus werfe. Selbst wenn es zugeklappt ist, werde ich beim Betrachten daran denken: Der PC-Bildschirm im zweiten Stock ist schief.

Und dieser Gedanken kann das positive Gesamterlebnis mit eurem Produkt massiv stören.

Natürlich ist mir bewusst, dass ich in diesem Beitrag überdramatisiere. Aber tief in sich drin kennt jeder eurer Kunden dieses negative Gefühl, wenn er den Stickerbogen sieht. Nicht umsonst wollen Kunden bei neu angekündigten Sets immer sofort wissen, wie viele Aufkleber und wie viele bedruckte Steine im Set enthalten sind. Und ich verstehe jeden Kunden, der bei dem Anblick eines Stickerbogens bei einem 800€ teuren UCS Millennium Falcon die Fassung verliert.

Wenn ihr bei kleinen Spielsets nicht jeden Stein bedrucken könnt, wird wohl jeder dafür Verständnis aufbringen können. Aber lasst doch bitte die Sticker aus den Sammlereditionen und den ganzen teuren Perlen, die später mal in der Vitrine stehen sollen. Ich spreche von Sets wie der LEGO Star Wars UCS Serie, dem neuen Hulkbuster, dem Ghostbusters Feuerwehrhaus und dem Alten Angelladen. Und all den anderen schönen, teuren Sets, die mit Stickern verunstaltet wurden.

Denn jeder schief aufgeklebte Sticker auf einem Computerbildschirm im 2. Stock des Ghostbusters Haus kann für Alpträume sorgen. Oder zumindest für einen kurzen Moment des Ärgers beim Aufbau. Den will ich nicht bei einem Produkt, dass eigentlich so viele positive Gefühle auslöst. Und den wollt auch IHR nicht – denn auf Dauer kostet euch das mehr Geld, als ein paar bedruckte Steine.

Ein schiefer Aufkleber im LEGO Ghostbuster Feuerwehr Hauptquartier
Der Auslöser für diesen Artikel: Der schiefe Aufkleber im 2. Stock des Feuerwehrhauses der Ghostbusters

Disclaimer: Ja, dieser Beitrag ist überspitzt. Ja, ich liebe LEGO trotz alledem. Und ja, ich werde auch die nächsten Ultimate Collector Series Sets kaufen, obwohl Sticker darin enthalten sein werden. Ich denke auch nicht, dass man LEGO aufgrund der Aufkleber boykottieren sollte. Aber man sollte seine Meinung sagen – denn vielleicht wird sie ja irgendwann gehört.

6 Kommentare

  1. schön geschrieben, ich kanns verstehen, Perfektionismus eben. Das hat man, oder hat man nicht. Bei den teuren limitierten Sets sollte sowas ein Muss sein. Lego will einfach das vorrätig halten solcher Steine im Ersatzteilshop umgehen. Ein Stickerbogen ist einfacher zum ausdrucken

    • Ja, das stimmt natürlich… Dann könnte man ja auf Sticker als Ersatzteile ausweichen, aber beim Original die bedruckten Steine mitliefern.

      Bei manchen kleinen und billigen Sets (wie z.B. den BrickHeadz) kann LEGO ja auch alles bedrucken.

  2. Ich klebe aus Prinzip keine Aufkleber auf die Steine! Mein stummer Widerstand. Nicht bei der ghostbusters Feuerwehr und auch nicht beim MF. Jedoch MEINE kleine Tochter möchte gerne, so dass ich bei ihren lego Sets wohl Toleranz lernen muss. Sie klebt auch gerne selbst. Schief…

  3. Bedruckte Steine kann Frau auch reinigen. Den gerade bei in die Jahre gekommenen Sets ist das schwierig auch fangen die Dinger an sich zu lösen. Oft fehlen so die Schilder oder werden zerstört. Grundsätzlich sind Legos ja zum spielen da.
    Hatte ich gerade beim Mittelalterlichem Marktplatz und bei der Winkelgasse. Die Dinger sind einfach nicht zu kriegen.
    Danke für den tollen Beitrag-

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