LEGO Onlineshop UK testet Mindestbestellmenge für Pick A Brick

LEGO Pick A Brick Titel

Ab heute führt der britische LEGO Onlineshop testweise eine Mindestbestellmenge für Pick A Brick-Bestellungen ein. Während man dort bisher theoretisch auch einen einzelnen Stein bestellen konnte, werden nun nur Bestellungen akzeptiert, die mindestens dem (preislichen) Umfang eines großen PAB-Bechers im stationären LEGO Store entsprechen.

Im Großbritannien entspricht dies einer Mindestbestellmenge von 12,- Pfund, also umgerechnet ca. 14,- Euro. Zunächst wird, laut einer Pressemitteilung von LEGO, über die TheBrickfan gestern berichtete und die wir weiter unten für euch übersetzt haben, der Test nur im britischen Shop durchgeführt (wo ihr das neue Vorgehen selbst ausprobieren könnt). LEGO behält sich jedoch vor, im Anschluss weitere Tests dieser Art durchzuführen bzw. das Prozedere auch in anderen Ländern auszurollen.

LEGO Onlineshop Uk Mindestbestellwert Pab

Als Begründung gibt LEGO an, dass die Infrastruktur hinter Pick A Brick darauf ausgelegt sei, große Bestellungen weniger verschiedener Steine zu erfüllen, während für den Verkauf einzelner Teile eher der Steine und Teile-Service vorgesehen sei. Das klingt insofern plausibel, dass die SuT-Bestellungen direkt in Billund konfektioniert werden, während es für PAB regionale Servicezentren und somit eine komplexere Infrastruktur gibt. Auch können bei PAB pro Element bis zu 999 Exemplare bestellt werden, bei SuT hingegen „nur“ maximal 200.

Allerdings werden PAB-Bestellungen auf den Gesamtbestellwert des Shops angerechnet und wirken sich somit auf Grenzen hinsichtlich Versandkostenfreiheit und Gratisbeigaben aus. Es war so z.B. in der Vergangenheit möglich, eine Bestellung von 99,99 Euro durch das Beilegen eines einzelnen PAB-Steins über die Grenze von 100,- Euro für ein GWP zu heben. Auch für den Erhalt physischer Prämien aus dem VIP Rewards-Center, deren Lieferung grundsätzlich eine Bestellung im Shop voraussetzt, war eine Kleinstmenge aus dem PAB-Angebot ausreichend. All dies gilt jedoch nicht für SuT-Bestellungen, die aktuell weder auf Grenzbeträge noch beim Einlösen von VIP Prämien berücksichtigt werden.

Es ist nachvollziehbar – gerade auch in Anbetracht der zuletzt immer weiter gestiegenen Auslastung der Einzelteile-Services und damit verbundenen extrem langen Lieferzeiten  – dass LEGO gegensteuert. Schließlich ist der Aufwand des Verpackens, des Druckens einer Rechnung und des Versands für ein Teil, das vielleicht nur 5 Cent kostet, unverhältnismäßig hoch, weshalb z.B. auch viele Bricklink-Händler einen Mindestbestellwert festgesetzt haben oder einen Mindermengen-Zuschlag berechnen.

Gleichwohl verliert man als Kunde des LEGO Onlineshops an Flexibilität, sofern der Mindestbetrag für Pick A Brick beibehalten und auch in anderen Ländern ausgerollt wird.

Nachfolgend die Übersetzung der Pressemitteilung:

Ab dem 23. Februar wird LEGO.com einen Test in Großbritannien durchführen, um mehr Informationen über einen Mindestbestellwert für Pick A Brick Bestellungen zu erhalten. Der Mindestbestellwert wird sich an dem Preis der großen Pick A Brick Becher in den LEGO Stores orientieren (£11,99). Der Test wird für alle Kunden in Großbritannien sichtbar sein.

Derzeit gibt es zwei verschiedene Optionen für den Kauf von Elementen auf LEGO.com, Pick A Brick und Bricks and Pieces. Während diese ähnlich erscheinen, ist die Infrastruktur hinter jedem dieser Dienste sehr unterschiedlich. Von der Verpackung bis zum Versand ist die Infrastruktur von Bricks and Pieces darauf ausgelegt, bei kleinen Bestellungen zu helfen, um dem Endbenutzer zu unterstützen, ein Projekt zu vervollständigen oder verlorene Elemente zu ersetzen. Die Infrastruktur von Pick A Brick ist genau das Gegenteil, da sie für die Abwicklung von Großaufträgen entwickelt wurde. Das Einzige, das nicht bei der Struktur von Pick-A-Brick berücksichtigt wurde, war die Online-Erfahrung, die kleine Bestellungen ermöglicht.

Kleine Bestellungen wirken sich auf die internen Prozesse aus, und dies bietet die Möglichkeit, einen Mindestbestellwert zu testen. Dies kann auch dazu beitragen, die Pick A Brick-Erlebnisse sowohl online als auch in den LEGO Brand Stores anzugleichen.

Der Test wird so lange dauern, bis eine angemessene Stichprobengröße von Pick A Brick-Onlinebestellungen generiert wurde, wonach weitere Tests durchgeführt oder dieser Prozess auf weitere Länder ausgeweitet werden könnte. Das Feedback über die neue Erfahrung wird ein wichtiger Teil dieses Tests sein und LEGO.com wird die Situation genau beobachten.

LEGO verspricht, das Feedback zu der Aktion genau im Blick zu behalten. Wahrscheinlich wird dieses eher negativ ausfallen, denn ich kann aktuell keinen Vorteil für die Kunden erkennen – es sei denn, die Lieferzeiten werden durch das neue Vorgehen drastisch verkürzt. Wir beobachten das Thema und geben euch Bescheid, sobald es neue Erkenntnisse gibt, ob und wann auch in Deutschland ein ähnliches System eingeführt wird.

Was denkt ihr über den Vorstoß von LEGO? Benutzt ihr den Pick A Brick-Service überhaupt und wenn ja, bestellt ihr sowieso immer in Mengen, die über dem Mindestbetrag liegen würden? Werdet ihr die Möglichkeit des einfachen Warenkorb-Auffüllens vermissen und auf welche anderen Produkte werdet ihr hierfür ausweichen? Äußert euch gerne (aber bitte sachlich) im Kommmentarbereich!

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Über Jens Herwig 333 Artikel
Mag verzerrte Gitarren, LEGO und Enten. Wollte so sein wie MacGyver, ist aber nur Physiker geworden. Erweckung aus den Dark Ages durch den Technic Unimog. Liebt alte Sets und hat ein Aquazone-Diorama im Wohnzimmer stehen.
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