The LEGO Movie Rebuilt: Über 100 Brickfilmer arbeiten an Remake des kompletten Films im Stop-Motion-Verfahren

LEGO Movie Rebuilt

Fast exakt zehn Jahre ist es her, dass LEGO und Warner mit dem Kinofilm “The LEGO Movie” einen Hit landeten, der mehrere weitere (jedoch weniger erfolgreiche) Animationsfilme nach sich ziehen sollte. Das erste LEGO Movie ist allerdings nach wie vor bei Groß und Klein beliebt, was offenbar auch für die Brickfilmer-Szene gilt. Dort haben sich nun unter dem Motto “The LEGO Movie Rebuilt” schon mehr als 120 Beteiligte zusammengetan, um den kompletten Film im Stop-Motion-Verfahren nachzustellen.

Zwar wirkte auch das originale LEGO Movie in weiten Teilen, als sei es in dieser Technik aufgenommen worden, bei der z.B. jede Armbewegung einer Minifigur aus vielen Einzelbildern zusammengesetzt wird, indem der Arm mühsam per Hand “Stück für Stück” weiterbewegt und das Ganze dann immer wieder fotografiert wird. In Wirklichkeit handelte es sich aber um einen ganz normalen Animationsfilm, der nur bewusst diesen Eindruck erwecken wollte.

Den Film mit seiner Laufzeit von ca. 1:40 Stunden nun tatsächlich aus Einzelbildern nachzubauen, ist eine Mammutaufgabe, was auch die Anzahl der beteiligten Personen erklärt. Dabei werden einzelne Szenen von verschiedenen Brickfilmern umgesetzt, wobei jeder seinen eigenen, ganz individuellen Stil einbringen darf. Der finale Film wird daher zwar weniger “wie aus einem Guss” wirken als das Original, dafür aber ein buntes Potpourri der Ideen bieten und vermutlich ein Fest für Stop-Motion-Fans sein.

Stand heute ist bereits etwa ein Fünftel des Films fertig animiert und es wurde kürzlich ein erster Trailer veröffentlicht, den wir nachfolgend in den Artikel eingebunden haben:

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Falls ihr bisher noch keine Berührungspunkte mit Stop-Motion-Filmen hattet oder einfach einmal etwas detaillierter wissen wollt, worauf es dabei ankommt, dann sei euch der Artikel von Tobias von vor zwei Jahren herzlich empfohlen, in dem er über die Erfahrungen beim Erstellen seines ersten Films für einen Ideas-Wettbewerb berichtet hatte.

Doch zurück zum Remake des LEGO Movies. Organisiert wird das Ganze unter dem Banner des Brickfilm Days, eines jährlich stattfindenden Events, an dem alle Brickfilm-Enthusiasten eingeladen sind, einen eigenen Film zu veröffentlichen, woraufhin all diese Filme in einer gemeinsamen, großen Wiedergabeliste bei YouTube gesammelt werden. Auch ein Wettbewerb in mehreren Kategorien gehört dazu. Nun hat man sich außerdem zum großen Gemeinschaftsprojekt The LEGO Movie Rebuilt zusammengefunden, dessen Idee bereits 2022 aus dem Discord-Server des Brickfilm Days hervorgegenen war.

In Zusammenarbeit mit der Bricks in Motion Community entstanden Konzept und Planung des Remakes. Robin alias RRPictureProductions, der am Projekt beteiligt ist und uns netterweise darauf aufmerksam machte, beschreibt die aufwendige Koordination folgendermaßen:

Es gibt ein Kernteam von 12 “Produzenten” [… , die] den Überblick über alles behalten. Lewis Townley (aka BP Animation) ist das “Mastermind” der Organisation, und hat am Anfang den Film Shot für Shot in einzeln zu animierende Segmente zerteilt und in einer Tabelle dokumentiert, dann wurden die Segmente Szenenweise unter den Produzenten aufgeteilt, so dass jeder einen Teil des Films hat, in dem er für die Koordination verantwortlich ist. Die Brickfilmer konnten und können sich nach dem First Come, First Serve Prinzip für Segmente eintragen, die noch nicht vergeben sind, und haben von da an erstmal volle Freiheit, ihre Shots so zu gestalten, wie sie möchten. Kreativität und Neuinterpretation ist dabei explizit gewünscht, solange die Handlung verständlich bleibt, ohne dass man das Original kürzlich erst gesehen haben muss. Wir haben da bisher einen tollen Mix aus denen, die wahnsinnig beeindruckende Shots produzieren, die super nah am Original sind, und denen, die ihren ganz eigenen Stil reinbringen, wie bspw. die im Trailer zu sehenden Mosaik-Shots, oder die Microscale-Shots, wo die Figuren auf 1×1 Bricks geschrumpft sind.

Es gibt ein zentrales Dokument, was die generellen Rahmenbedingungen für alle festlegt, darin finden sich zum Beispiel auch Vorgaben zu Framerate und Seitenverhältnis, damit nachher alles zusammen in einem Video funktioniert.

Für alle Beteiligten gibt es außerdem einen Discord-Server, in dem sich ausgetauscht wird, Fragen beantwortet werden, Feedback gegeben wird, und so weiter. Das ist aber nicht Pflicht, manche Teilnehmenden sind auch einfach nur direkt mit den Produzenten in Kontakt.

Bei der Vertonung gibt es dann nochmal etwas mehr Koordination zwischen den einzelnen Shots, damit vor allem die Hauptrollen nicht im Sekundentakt die Stimme wechseln, sondern nur szenenweise – das liegt in der Verantwortung des jeweiligen Produzenten zu organisieren.

Neben engagierten Animatoren für die Stop-Motion-Szenen benötigt man also z.B. auch Sprecher. Außerdem soll, um Copyright-Probleme zu vermeiden und die Vertonung besser an das Timing der neu gestalteten Szenen anzupassen, auch die musikalische Untermalung des Films komplett neu komponiert werden. Es werden also nach wie vor kreative Mitwirkende in den verschiedensten Bereichen gesucht, weshalb das Team alle Interessierten dazu einlädt, sich für eine Teilnahme am Projekt zu bewerben. Dafür steht ein Google-Formular bereit, außerdem existieren über den Discord-Server sowie die Social-Media-Accounts zum Brickfilm Day weitere Kanäle, um in Kontakt zu treten oder Fragen zu stellen. Wer mehr wissen oder überhaupt erst einmal im Bereich Stop-Motion-Filme aktiv werden möchte, kann sich außerdem auch an die deutschsprachige Community “Brickboard” wenden, die ein Forum sowie einen Discord-Server unterhält.

Sonstige Kontaktmöglichkeiten:

Die Realfilm-Sequenzen sollen übrigens auch im Remake in ähnlicher Weise ungesetzt werden – Details hierzu sind uns allerdings noch nicht bekannt. Wir werden das Projekt mit Spannung im Auge behalten und dann hoffentlich irgendwann über die erfolgreiche Fertigstellung berichten können. Bis dahin wünschen wir allen Beteiligten viel Freude und Durchhaltevermögen!

Wie gefällt euch die Idee hinter “The LEGO Movie Rebuilt”? Seid ihr generell Fans von Stop-Motion-Filmen und habt ihr euch womöglich selbst schon einmal daran versucht? Zieht ihr in Erwägung, beim Projekt mitzumachen und wenn ja, was wäre euer Beitrag dazu? Tauscht euch gerne im Kommentarbereich aus.

Über Jens Herwig 494 Artikel
Mag verzerrte Gitarren, LEGO und Enten. Wollte so sein wie MacGyver, ist aber nur Physiker geworden. Erweckung aus den Dark Ages durch den Technic Unimog. Liebt alte Sets und hat ein Aquazone-Diorama im Wohnzimmer stehen.
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