AFOL Designer Program: Update zur Einfuhr von „Science Tower“

Bricklink Science Tower Unboxing

Update (30. August): Bereits wenige Tage, nachdem der ursprüngliche Artikel veröffentlicht wurde, habe ich die Rechnung von FedEx über die entrichtete Einfuhrumsatzsteuer für den Science Tower erhalten. Nach gründlicher Prüfung des Zollbescheids musste ich jedoch feststellen, dass dieser fehlerhaft ist: FedEx hat neben dem Warenwert (129,99 USD) auch noch Versandkosten in Höhe von 35,53 USD bei der Anmeldung zum Zoll angegeben. Auf der ebenfalls beigelegten Inhaltserklärung von BrickLink sind hingegen die Frachtkosten mit 0,00 USD angegeben. Zusätzlich kommt noch die Vorlagenprovision in Höhe von 12,50 Euro plus Steuer dazu:

Warenwert (129,99 USD zum Kurs von 1,1207) 115,99 Euro
Frachtkosten (35,53 USD zum Kurs von 1,1207) 31,70 Euro
EUSt-Wert 147,69 Euro
davon 19% Einfuhrumsatzsteuer 28,06 Euro
Vorlagenprovision (12,50 Euro plus 19%) 14,88 Euro
Summe 42,94 Euro

Damit war ich nicht wirklich einversanden, zumal es keine rechtliche Grundlage für die so erhobenen Steuern gibt. Ich habe also den Kundenservice von FedEx angerufen. Dort hat ein sehr freundlicher Mitarbeiter mir den Sachverhalt erklärt: Dadurch, dass BrickLink keine Versandkosten auf der Inhaltserklärung angegeben hat, hat das FedEx-System automatisch die tatsächlich angefallenen Kosten beim Zoll mit angegeben. Wenn man das verhindern will, muss der Händler den Warenwert aufteilen. Im konkreten Fall hätte er zum Beispiel 100,00 USD Warenwert und 29,99 USD Versandkosten auf der Inhaltserklärung vermerken können. Der Kundendienstmitarbeiter (der mich sogar zurückgerufen hat, nachdem die Verbindung zwischendurch abgebrochen war!) hat mir noch Ansprechpartner in der Fachabteilung genannt, an die ich mich mit dem Anliegen wenden soll.

Das habe ich per E-Mail erledigt. Nach wenigen Tagen habe ich auch eine Antwort bekommen, in der mir mitgeteilt wurde, dass ich mich dazu an das entsprechende Zollamt wenden muss. Da FedEx die Sendung beim Zoll angemeldet hat, darf eigentlich auch nur FedEx eine Erstattung beantragen. Damit ich das trotzdem durchführen kann, hing gleich noch eine entsprechende Vollmacht an der E-Mail. Außerdem wurde mir das passende Zollamt genannt. Zu guter letzt wurde mir aus Kulanz auch noch Vorlagenprovision erlassen.

Als nächstes habe ich versucht, die Erstattung zu beantragen. Dazu findet man im Internet schnell das Formular 0223, welches mich aber vor ein größeres Rätsel gestellt hat. Ich habe daher kurzerhand auch noch bei dem angegebenen Zollamt am Flughafen Köln/Bonn angerufen. Auch hier habe ich mit einem sehr netten und hilfsbereiten Mitarbeiter gesprochen, der den Fall sehr schnell verstanden hat, mir aber nicht helfen konnte. Dazu müsse ich mich an das Hauptzollamt in Köln wenden. Auch dort habe ich schließlich eine ebenfalls sehr freundliche Dame ans Telefon bekommen, dir mir geraten hat, den Sachverhalt formlos in einem Brief zu beschreiben (Bankverbindung und ATC-Nummer nicht vergessen). Dazu sollte ich eine Rechnung und einen Zahlungsnachweis sowie die Vollmacht packen. Das Formular 0223 solle ich nicht verwenden, das sei viel zu kompliziert 🙂

Nun hatte das Zollamt 30 Tage Zeit, um sich bei mir zu melden. Tatsächlich habe ich schon nach 20 Tagen ein Schreiben erhalten, dass mir die Rückzahlung der zu viel gezahlten Steuern ankündigt. Ein korrigierter Einfuhrabgabenbescheid lag ebenfalls bei.

Unterm Strich kann ich nur sagen: Toller Service überall! Ich hatte nie das Gefühl, dass dort jemand nur Dienst nach Vorschrift macht. Und das, obwohl es sich am Ende ja nur um gut 6 Euro handelte. Somit sind nun auch alle Daten für die Kosten vorhanden und ich habe die Tabelle unten mit diesen neuen Daten ergänzt.


Inzwischen ist meine zweite Bestellung aus dem AFOL Designer Program von BrickLink bei mir eingegangen. Hier will ich von meinen Erfahrungen und Eindrücken berichten.

Dieses mal hat der Science Tower seinen Weg zu mir gefunden. Dieses Set hatte ich anfangs gar nicht so wirklich auf dem Schirm – zu ausgefallen war mir die Architektur. Dann habe ich mir aber die Beschreibung zu dem Set durchgelesen: Es ist gespickt mit wichtigen Experimenten und Erfindungen der Menschheit. Damit war meine Neugierde geweckt und ich habe mich doch zum Kauf entschieden.

Kurz zu den harten Fakten: Das Set trägt die Nummer BL19007 und besteht aus 231 unterschiedlichen Teilen, insgesamt 1204. Entworfen wurde es von TBrick aus Deutschland, der im richtigen Leben Thilo Schön heißt.

Import

Nach meinen Erfahrungen mit meiner ersten Lieferung und den von anderen berichteten Problemen, habe ich der zweiten Lieferung mit gemischten Gefühlen entgegengesehen. Meine Kontaktversuche zu BrickLink in diesem Zuge waren auch recht ernüchternd: Keine Antwort. Auch der LEGO Kundenservice hat sich hier nicht mit Ruhm bekleckert. Ihn hatte ich gebeten, mir irgendwie zu bestätigen, dass die Sets legal importiert werden können. Diese Bestätigung wollte ich zum Zoll mitnehmen, sofern das nötig wird. Der LEGO Kundenservice hat jedoch alle Verantwortung auf BrickLink geschoben. BrickLink sei für den Versand verantwortlich und folglich könne nur BrickLink eine solche Bescheinigung ausstellen – vielleicht sollte das auch mal Lepin probieren…

Am 03.07. habe ich von BrickLink eine E-Mail bekommen, in der sie die Lieferung ankündigen. Auf der (im Gegensatz zur letzten Lieferung total anders aussehenden) Seite zur Sendungsverfolgung wurde mir sogar schon das geplante Lieferdatum angegeben: 8 Tage später, also am 11.07. Und das obwohl FedEx das Paket noch gar nicht bekommen hatte, sondern nur das Versandetikett erstellt wurde. Am 05.07. (+2 Tage) ist das Paket an Fedex übergeben worden. Am 08.07. (+5 Tage) ist es am Pariser Flughafen angekommen, wo es einige Tage zirkuliert ist, bevor es tatsächlich am 11.07. (+8 Tage) ausgeliefert wurde. Ich bekam es von einem freundlichen TNT-Boten an die Haustür gebracht (FedEx und TNT arbeiten zusammen). Bezahlen musst ich dabei nichts. Ich erspare mir und euch diesmal, eine Tabelle mit allen Schritten der Lieferung zu erstellen – alleine am Pariser Flughafen sind 15 Einträge zusammengekommen… Stattdessen habe ich mal einen Screenshot von der Webseite für euch:

FedEx Trackingseite

Diese Erfahrung mit dem Import war insgesamt deutlich angenehmer – ich habe bisher vom eigentlichen Import nichts bemerkt. Das wird sich natürlich noch Ändern: Ich werde in Zukunft noch eine Rechnung von FedEx über die abzuführende Einfuhrumsatzsteuer und deren Bearbeitungsgebühr bekommen. Interessant ist noch, dass ich diesmal auf dem Karton keine Deklaration für den Zoll erkennen kann. Es sei denn, das ist in irgendwelchen Bar-/QR-Codes oder Zahlen kodiert.

Kosten

Zu den Kosten kann ich im Moment noch nicht besonders viel sagen, da mir ja noch die Rechnung der Einfuhrumsatzsteuer und der Bearbeitungsgebühr von FedEx fehlt. Folgendes weiß ich bisher:

Kaufpreis (129,99 USD, Kurs 1,12681 USD = 1,00 EUR) 115,36 Euro
Auslandseinsatzentgeld der Kreditkarte 1,75% 2,02 Euro
Einfuhrumsatzsteuer 19% 22, 04 Euro
Summe 139,42 Euro
Preis pro Stein bei 1204 Steinen 11,6 ct/Stein

Verpackung

Schon bei der Entgegennahme des Pakets vom Paketboten ist mir eine Ecke im Versandkarton aufgefallen, die eingedrückt war – vermutlich ist das Paket mal auf den Boden gestürzt. Ich hoffte, dass sich das nicht auf die eigentliche Box übertragen hat. Leider wurde ich da enttäuscht: Auch der Schuber hat einige Knicke abbekommen. Immerhin ist die schwarze Box fast verschont geblieben. Prinzipiell gibt BrickLink an, dass sie bei defekten Boxen das Set tauschen – nur gibt es die in der Support-FAQ verlinkte Seite schlicht nicht. Selbst wenn: Die Knicke sind zwar ärgerlich, aber ich werde das Set nicht zurücksenden.

Der Karton ist etwas dicker (26,7×39,1×9,8cm), als der des Sets „The LEGO Story“ (26,7×39,1×6,4cm) – und das, obwohl weniger Teile enthalten sind. Warum hier eine größere Box verwendet wurde, ist mir allerdings nicht ganz klar: Legt man allen Inhalt in die kleinere Box, ist diese zwar sehr voll, sie lässt sich aber ohne Probleme schließen.

Das Prinzip der Verpackung ist ähnlich zum letzten Mal: Außen herum ein auffaltbarer Schuber mit Sternenhimmelfotorückwand, darin eine sehr schöne schwarze Box mit den Teilen. Da gehe ich diesmal nicht mehr im Detail drauf ein, hier daher nur ein paar Bilder:

Inhalt

Auch der Bau dieses Sets gliedert sich in vier Bauabschnitte. Folglich sind entsprechend nummerierte Tüten enthalten:

Die Anleitung misst 21,6×28,0cm, was einen Millimeter höher ist, als das im amerikanischen übliche Format „Letter“. Sie ist 168 Seiten stark und enthält 223 Schritte. Auf Seite 1 sind ein paar Worte des Designers zu lesen, auf Seite 2 eine kurze Einführung von BrickLink zu dem Set. Am Ende findet sich die obligatorische Übersicht über die verwendeten Teile sowie eine List mit den Farben der Teile – sowohl mit BrickLink-Nummer als auch -Bezeichnung.

Nun freue ich mich erst mal auf den Aufbau und dann gibt es wieder eine ausführliche Review von mir.

Habt ihr auch kürzlich ein Set erhalten und wie ist der Import bei euch verlaufen? Habt ihr schon mal versucht, bei BrickLink zu reklamieren? Sei es wegen fehlender Teile oder eine beschädigten Box?

Über Malte 51 Artikel
Als Kind und früher Jugendlicher grundsätzlich von jeder Menge LEGO umgeben. Nach 20 Jahren Pause nun dank UCS Millenium Falken und Sohn wieder voll im LEGO-Fieber.
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