„Der Stein des Anstoßes“ Folge 2: Die Bell Boeing Osprey V-22

Der Stein des Anstoßes: Bell Boeing Osprey V-22

Ich hatte Redebedarf! Nachdem LEGO heute angekündigt hat, das Release der LEGO Technic 42113 Bell Boeing Osprey V-22 prüfen zu wollen, geht es in den sozialen Medien und in unseren Kommentaren hoch her. Ich quatsche in einer kurzen Folge „Der Stein des Anstoßes“ aus meiner Sicht über das Thema.

Hier die Dinge, über die im Podcast gesprochen wird:

David hat auch für diese Folge Timecodes für euch erstellt: 

00:00 Begrüßung
01:19 Disclaimer
03:14 Rückblick auf die Ereignisse
03:51 Die Grundargumentation des Vereins
05:59 Gegenargument: LEGO macht ja auch Star Wars
06:36 Gegenargument: LEGO hat bereits Militärflugzeuge herausgebracht
07:43 Argument: Ein eindeutig zugeordnetes Fabrikat und Lizenzkosten
09:49 Gegenargument: LEGO hat bereits Militärflugzeuge herausgebracht (fortgesetzt)
11:32 Reaktionen von StoneWars und LEGO
16:02 Gegenargument: Der Verein hat die Osprey gestoppt
19:17 Kommentar von Jangbricks
23:14 Regeln muss man halten – oder sie ändern
27:12 Abmoderation

Auch dieses mal freue ich mich sehr über euer Feedback zur kurze Solo-Podcastfolge! Einerseits zum Format an sich und andererseits darf hier auch gerne das Thema besprochen und diskutiert werden! Falls ihr keine Lust auf Solo-Gequatsche oder das Thema insgesamt hab: Wir hören uns ganz regulär am Mittwoch in der wöchentlichen Podcast-Folge! 🙂

Hier könnt ihr den Podcast direkt hier im Browser hören:

Über Lukas Kurth 1271 Artikel
LEGO Liebhaber und Star Wars Fan seit der frühen Kindheit. Begeisterungsfähig und immer Kind geblieben. 29 Jahre alt, studierter Maschinenbauingenieur und der Mensch und Gründer hinter StoneWars.de

104 Kommentare

    • Die OV22 ist ein reines Transpotflugzeug, welches lediglich in der lage ist sich selbst zu verteidigen. Die DR1 ist zwar vergangen aber ein einziger Mann hat 80 gegner damit abgeschossen. Die OV22 hingegen hat vielen Soldaten das Leben gerettet! Zu der Lizenz: Beide sind keine reinen Rüstungskonzerne sondern stehen auf Militärischen und Zivilen Beinen! Ich finde das einfach nur lächerlich!

  1. Meine Empfehlung: Nehmt euch die Zeit und hört euch die knapp 28 Minuten an, Lukas fasst das alles ganz gut zusammen und ich folge der Argumentation voll. So gerne ich das Set trotzdem haben möchte, LEGO hat hier ein astreines Eigentor geschossen.

  2. Sehr gutes Format für dieses brandaktuelle Thema. Ich muss sagen, mein Zwiespalt neigt sich dank der im Stein des Anstoßes vorgebrachten Argumente jetzt doch auch gegen die Veröffentlichung des Sets, da es eben den Ansprüchen von Lego widerspricht. Die Präzisierung bzw. Überarbeitung der Richtlinien bzgl. Sets mit militärischem Hintergrund ist wirklich geboten.

    Ich bin wirklich gespannt, wie es da seitens Lego weitergeht und ob sie das Set wirklich komplett streichen oder vielleicht sogar auf 18+ umfirmieren, um es irgendwie zu retten.

  3. Dem kann man nicht viel hinzufügen. Sehr gut erklärt. Das ist ein hausgemachtes Problem von Lego.

    Das Set des Jahres 2020 wird also eines, das nie erscheint.
    Ich kann schon die 400€-Angebote bei eBay sehen.

  4. Vielen Dank für die kurze aber dennoch sehr ausführliche Zusammenfassung.
    Wie immer eine super Arbeit.
    Für mich ist es auch ein Rätsel wie Lego das mit seinen Richtlinien zusammen bringen wollte.
    Vielleicht war es ja ein Testballon um zu sehen wie weit sie gehen können.
    Ich hoffe sie haben verstanden, dass sie hier eine Grenze überschritten haben.
    Ich sehe das mit anderen Hersteller ähnlich wie Lukas.

    Ich finde das Format „Der Stein des Anstoßes“ übrigens Großartig.
    Gerne mehr davon, aber natürlich nicht auf Kosten des „Großen Podcast“.

  5. Hut ab, dieser Podcast-Beitrag ist mit Abstand das intelligenteste und ausgewogenste was ich bisher zu diesem Thema gehört oder gelesen habe!

    Und das bei einer eher spontanen Aufnahme – an Dir ist ein guter Journalist verloren gegangen.

    • Danke! Aber wieso verloren gegangen? Ich mache doch „sowas wie Journalismus“. Nur eben zu unwichtigen Themen wie Spielzeug und würde mich daher nicht wirklich Journalist nennen wollen 😉

        • …unwichtig, bei einem Spielzeug, das in fast allen Kinderzimmern (und bei immer mehr Erwachsenen) zu finden ist? Ich finde gerade aufgrund der Alltäglichkeit des Gegenstandes haben deine Beiträge mehr Relevanz als so mancher Feuilleton-Artikel über eher elitäre Kulturprodukte.

          Dank dir sehr für den Podcast-Beitrag. Für mich war es, nach der aufgeheizten Blogdiskussion, sehr angenehm nochmal ein so ausgewogenes Statement von dir zu hören. Und auch Respekt für die schnelle Reaktionszeit!

      • Bitte, bitte auch einen Artikel/Podcast mit deiner Meinung zu der in meinen Augen auch sehr interessanten Frage: Zufall oder Absicht, so ein Set, so eine Lizenz überhaupt angegangen zu sein? Wußte die linke Hand nicht, was die rechte tut? Dachte Lego: „Ach was, passt schon!“? War man überrascht nach den ersten kritischen Reaktionen nach allererster Vorstellung des Sets? Testballon?

  6. Ich verstehe die Argumentation und habe ja auch schon im Artikel erwähnt, dass sich Lego hier selbst ins Knie geschossen hat. (Wenngleich ich mit diesem Modell als solchem keine Probleme habe)

    Aber irgendwie bleibt für mich ein Beigeschmack, wenngleich ich ihn nicht wirklich vernünftig benennen kann, weil mir keine passenden Worte einfallen, die das genau beschreiben können.

    Nuja, jetzt wird Lego vermutlich ein wenig Hohn und Spott aus den Antilagern ertragen müssen – ich hoffe wir müssen über dieses Thema nicht allzulange reden.

  7. Bei allem Verständnis für die Proteste und das was dahinter steht aber sollte LEGO das Set wirklich vom Markt nehmen fehlt mir dafür völlig das Verständnis!
    2(!) Wochen vor dem geplanten Release halte ich das für einen schlechten Witz!
    Das Set wurde ausgewählten Leuten zum Jahresanfang in Nürnberg schon mehr oder weniger präsentiert und ist wohl sicherlich nicht erst seit wenigen Monaten in Planung!
    Das hätte man sich alles auch früher überlegen können!
    Da es für mich mit Abstand das interessanteste Technic Set für 2020 ist, wäre es doppelt so ärgerlich und SO wie es abläuft absolut nicht verständlich!
    Dem Verein gebe ich da absolut keine Schuld sondern das hat LEGO sich völlig selbst zuzuschreiben! Eigene Werte verraten oder Kunden verärgern…so oder so…völlig unverständlich und unnötig! 😩

    • Lego Technic bietet halt kaum noch Technik und wenn es wirklich zum Komplettstorno kommt verschwindet das einzig gute Set von 2020. Der Volvo sieht zwar gut aus, aber ich persönlich kann mit der App-Steuerung nichts anfangen.

      Und wehe wenn einer einen Volvo der Pioniere aus Afghanistan oder Syrien sieht…

      • Lieber Lukas,
        Du berichtet mal wieder sehr detailliert, objektiv und gut recherchiert über dieses heikle Thema. Das mag ich so an Dir! Mach weiter so! LG

  8. Die Aktion ist wirklich Wasser auf die Mühlen der LEGO Kritiker.

    Es kann sich nur noch um Stunden handeln, bis sich in einem gewissen Youtube-Kanal über die Füchse aus Billund lustig gemacht wird und ihnen gestenreich ihre Dummheit bescheinigt wird. Es wird ein Fest! Würde mich nicht wundern, wenn dadurch nochmal ein ganz eigener Shitstorm losgetreten wird…

    • So sehr ich den „Helden“ auch verachte, aber gerade der ist aus meiner Sicht der Letzte, der was gegen militaristische LEGO-Modelle haben wird. Wenn ich mich recht erinnere, hat er solche Formen von Modellen bereits selbst gefordert. Er wird sich höchstwahrscheinlich nur darüber aufregen, wenn die „Füchse“ das Modell zurückziehen.

      Zum Modell selbst: Das set verstößt klar gegen ihre eigenen Richtlinien und stellt somit ein Desaster für die Außendarstellung des Unternehmens dar. Man muss sich wirklich fragen, wie das durch die Begutachtung gekommen sein soll. Vielleicht sollte LEGO mal – falls sie es nicht schon haben – einen gewissen Ethikrat oder dergleichen einstellen oder speziell ein Team, das sich besonders gut mit Militär auskennt und genau sagen kann, was militärisch ist/wirkt oder scheint und was nicht.

      Ich finde die Aktion der Aktivistengruppe sehr gut. Sie zeigt uns, dass auch LEGO-Fans (zu diesen zähle ich sie mal) kritisch mit dem Produkt umgehen können und das nicht nur hinsichtlich des Modells an sich, sondern der Bedeutung und sozialen Kontexte dieser. Eine Community, die immer wieder fordert ernstgenommen zu werden, muss dann eben auch eine solche Verantwortung tragen. Eine reine Argumentation auf der Ebene: störe meinen Eskapismus nicht, ist dahingehend einfach nicht ausreichend.

  9. Schöne Zusammenfassung!

    Technic ist zwar nicht mein Hauptthema und auch kein emotionales Thema bei LEGO für mich, aber ich mochte das Modell seit den ersten Entwürfen doch sehr, ohne mir über die Hintergründe der realen Vorlage Gedanken zu machen.
    Ich fand und finde die Grundhaltung von LEGO, kein modernes, realistisches Spielzeug zu vertreiben sehr gut, nicht weil ich Angst hätte, dass Kinder sonst gewalttätiger oder abgestumpft werden könnten, sondern weil Panzer & Co für mich nicht in die freundliche LEGO Welt passen. Allerdings spielt für mich die Art der Abstraktion immer eine Rolle. Ritter, Piraten, Wikinger oder Cowboys & Indianer werden oder wurden immer farbenfroh und romantisiert dargestellt. Ohne Marterpfähle (die sowieso nicht weit unter den Stämmen verbreitet waren) oder Galgen.
    Gerade bei Flugzeugmodellen für Erwachsene ist die Grenze aber schon vor fast 20 Jahren stark touchiert worden, als das Flugzeug des „Roten Barons“ mit der Setnummer 10024 erschien (der passenderweise gegen Sopwith Camels kämpfte). An diesem Set wundern mich bis heute noch, dass LEGO das schwarze Kreuz umgesetzt hat, das zwar auf den Deutschen Orden zurück geht, jedoch bis heute von der Bundeswehr genutzt wird.
    Auch die schon erwähnten Indiana Jones Sets von 2009 waren recht kontrovers, hier wurde zwar auf die Panzerszene aus dem dritten Teil verzichtet, aber meine Oma hat die beiden Fahrzeuge aus dem Set 7622 sofort erkannt und mit ihrer Flucht Ende des Zweiten Weltkriegs assoziiert. Ich finde die Autos heute immer ich klasse umgesetzt, aber es war eben ein schmaler Grat seitens LEGO.

    Ich wäre froh, wenn LEGO an seinem Grundsatz was aktuelles Kriegsspielzeug (20. & 21. Jahrhundert) angeht beibehält, eventuell etwas konkretisiert was Abstraktionen angeht und ansonsten die Modelle die sich im Grenzbereich befinden „geschickter“ umsetzt. Ein Flugzeug ähnlich der Osprey lässt sich wie von den Initiatoren des Protests schon gesagt auch ohne Lizenz umsetzen, es lässt sich aber bestimmt auch mit Lizenz (vielleicht sogar von Boing) und eindeutig zivilen Charakter umsetzen. Ich denke mit dieser Lösung wären bei der Osprey alle zufrieden gewesen.

    Eventuell wird so eine „Umdeutung“ des MODELLS ja gerade im Hintergrund geplant. Wenn Boing dann die Lizenzkosten an eine gemeinnützige Hilfsorganisation spendet und LEGO in Zukunft etwas mehr Fingerspitzengefühl zeigt, dann hätte diese Aktion am Ende eigentlich nur Gewinner. 🙂

  10. Ich glaube LEGO wird die Verpackungen und Anleitungen jetzt ändern und die Logos von Bell und Boeing löschen und das Set 1-2 Monate später als No-Name Senkrechtstarter für nen 10er weniger herausbringen. Dann dreht sich die Welt wieder normal und keiner finanziert Rüstungsfirmen mit dem Kauf eines LEGO Sets.
    Hätten sie zwar von vorne rein machen sollen aber jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen.
    P.S. Ich starte morgen eine Kampagne gegen Studshooter. Die können Kinder dazu bringen Kugelpistolen und später auf dem 3D Drucker Waffen herzustellen. Mit den früheren Blastern konnte man nur „Pew-Pew“ Geräusche machen, jetzt können Kinder sich die Augen heraus schießen und Fliegen umbringen. Ich sichere mir schonmal die Domain studshooterarebad.org 😉

    • Dann dürfte aber Boeing wiederum angepisst sein. Ist ja auch Werbung für die und selbst wenn sie die Lizenzkosten schon eingeheimst hätten (weiß nicht wie das funktioniert, ob nach Verkauf, Produktion, oder vorab einmalig), ist es für die auch nicht Image-trangend wenn LEGO die jetzt einfach von dem eindeutig auf ihrem Produkt basierenden Modell wegretuschiert. Dann hätte man es sich lieber vorher überlegen sollen, ob man eine Lizenz braucht. Jetzt müssen sie das Modell schon stark abändern um nicht von Fans UND Boeing gerügt zu werden.

  11. Ich verstehe hier die Lizenz auch einfach überhaupt nicht. Mich interessiert Technic nicht besonders, aber ich weiß was erscheint. Und wenn ich Senkrechtstarter gehört habe, hab ich mir nimmer gedacht dass das ja ein Militärding sei. Aber Lego muss ja unbedingt dieses eine Flugzeug nachbauen das extra fürs Militär entwickelt wurde. Dabei macht das überhaupt keinen Sinn bei einem Technic Set, das am Ende ja eben kein genauer Modellnachbau des Originals ist. Ohne Lizenz wäre die Verbindung überhaupt nicht dagewesen. Einfach ein saublöder Move.

    • Isso. Warum nicht einfach ein Rettungsflugzeug? Kein Kind will sowas haben, weil Bell oder Boing draufsteht. Es ist eben nicht das gleiche wie bei Automarken – da verstehe ich schon eher, dass ältere Kinder vielleicht schon „Fans“ sind. Aber so groß kann der Bell-Fankreis gar nicht sein, dass sich das für Lego lohnt.
      Oder ich irre mich und es gibt wahnsinnig viele Fans, und man war zu gierig und hat deshalb mal kurz das eigene Leitbild vergessen.

  12. „In diesem Fall haben wir uns nicht strikt an unsere eigenen Richtlinien und hohen Standards gehalten“ – WOW.
    Nach dem Streichen des B-Modells (bei gr. Sets), den Farbabweichungen (Lambo, Ducati usw.), der (für mich) dusseligen App-Steuerung mittels Control+ und der wachsenden Lieblosigkeit (Henry erwähnte sogar bei den Anleitungen Nachlässigkeiten beim Betonmischer und dem Kipper) fährt Lego die Technic-Serie (zumindest bei den größeren Sets) mit diesem fahrlässigen „Übersehen“ mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit ein gutes Stückchen weiter an die Wand – sprich: die Egalität gegenüber dieser Sets wächst (weil man sich nicht noch weiter ärgern will).

  13. Ich bin eigentlich kein Technic-Freund aber das Set hatte ich in den letzten Wochen in mein Herz geschlossen und beschlossen es sogar noch den STar Wars Sachen haben zu wollen – daher war ich über die Meldung erstmal emotional SEHR getriggert …..erbost und enttäuscht…. ABER….

    Ich kann der Argumentation des Vereins gut folgen und verstehe nun auch besser die Hintergründe, nicht allein die des Vereins, sondern vorallem die der eigenen Regel von Lego :

    Sie möchten nicht das heutige Kinder und Jugendliche oder allgemein Menschen von einem LEGO Set negativ getriggert werden (können) – hier fällt mir die Aktion zu „Black lifes matter “ ein, als Lego nicht meht für Polizei Sets warb, da die Polizei gerade in den USA sehr negativ betrachtet wurde und viele Menschen unter der Polizeitgewalt leiden und das nicht nur in den USA und wenn man überlegt, das Kinder …..oder Menschen im allgemeinen weltweit durchaus einer Osprey bereits begegnet sein könnten und diese Begegnung in Krisengebieten sicher SELTEN positiv aufgefasst wurde, sondern mit der militärischen Übermacht und der zivilen Ohnmacht in Verbindung steht, wie auch potentiellen Leid und Unglück von dem gerade Flüchtlingskinder sicher in ihrem Trauma einiges zu berichten haben, dann ist es natürlich ungeschickt so ein Flugzeug in der Spielzeugabteilung stehen zu haben mit dem großen LEGO Logo drauf.

    Und hier verstehe ich nun auch, warum eine Camel oder Fokker aus dem Rahmen fallen, da derren Einsatz soweit in der Vergangenheit liegt das sich heute keiner mehr daran erinnert und wenn, die Zivilbevölkerung weniger von ihnen in Mitleidenschaft gezogen wurde wie von einer Junkers Ju 87 oder einem B-17 Bomber – wobei der zweite Weltkrieg nochmal besonders gelagert ist durch die Idiologie die diesen Krieg erzwang.

    Da mir das Modell trotz des Verständnisses der Kritik noch immer gut gefällt, tu ich mich schwer da nun klar Stellung zu beziehen, bzw. eine klare Kante zu haben von wegen “ Richtig so, stampft das Set ein !“ – Vielleicht findet sich eine bessere Lösung speziell für dieses Set, das bereits millionenfach hergestellt und in Lagern liegt – z.b. eine Aktion von Lego zu sagen, das sie einen hohen prozentsatz der Einnahmen des Sets für Kriegsopfer spenden, also jenen Opfer der modernen Kriegsführung bzw. Flüchtlingshilfe.

    Für zukünftige Sets dieser Art braucht es dann jedoch mehr Fingerspitzengefühl, aber wie bereits weiter oben spekuliert, war dies womöglich ein abtasten von Grenzen wie weit es möglich ist sich in das Gewässer zu wagen aus dem man sich fern halten möchte ohne Gefahr zu laufen hinein zu fallen und hier wurden die Grenzen nun deutlich gezogen -> Flugzeuge INSPIRIERT von realer Technic auch mit aus militärischen Hintergrund ABER ….keine Lizenzen und deutlichere Abgrenzung davon, denn ….auch das die Osprey grau ist (und gerade deswegen mir gefällt) statt BUNT , bzw. in wirklichen Rettungsfarben getränkt (Rot, weiß, Orange) ist bereits ein Triggerpunkt, da grau als deutliche Militärfarbe gesehen werden kann und fehlende Aufkleber die das „Rescue“ nochmal stärker hervorheben fehlen ebenso, auch wenn keiner Sticker mag – hier hätten sie die Optik sicher nochmal etwas mehr vom militärischen weglenken können.

  14. Klasse Beitrag 🙂 Schön, dass endlich mal herausgestellt wurde, dass es sich bei der Osprey um ein rein militärisches Gerät handelt. Es gibt keine zivile Nutzung für sie, was wahrscheinlich auch das größte Argument gegen die Osprey bei Lego ist.
    Ich hoffe, dass das jetzt heute und morgen nicht wieder ein riesiger „Shitstorm“ wird, angezettelt von Leuten, die gerne ihr eigenes Hobby tot sehen würden. Lego hat einfach gegen seine eigenen Maßstäbe verstoßen, bei einem Thema, das heikler als zwei unterschiedlich grüne Technicteile ist.
    Persönlich habe ich mich eigentlich auf die Osprey gefreut, da sie technisch einfach in Realität und Modell spannend ist. Aber so sind alle Kriegsgeräte…technisch spannend, aber ihr Zweck ist einfach nur Scheiße.

  15. Passt halt mal wieder in die Protestwelt der deutschen wie die Faust aufs Auge. Auch wenn sich dieser US Blogger zuerst zu dem Thema geäußert hat, war es klar das man in Deutschland nicht lange auf sich warten lässt und auf den Zug aufspringt.

    Ich sehe die Sache ein wenig anders. Ja, dieses Modell wird ausschließlich zur militärischen Nutzung hergestellt, dennoch denke ich das LEGO sich nicht aus diesen Gründen für dieses Modell entschieden hat. Ich bin mir ziemlich sicher das die Technik eines solchen Kipprotor/Wandelflugzeuges im Vordergrund stand. Um dies zu Unterstreichen hat man dem Ding nochmal die Aufkleber „Rescue“ verpasst. Und das LEGO gerade auf allen Ebenen mit Lizenzen spielt ist ja offensichtlich.

    Man darf LEGO vorwerfen das sie gegen ihre eigenen Prinzipien verstoßen, ok.
    Das man allerdings vorwirft mit einer ggf. anfallenden Lizenz einen Rüstungskonzern zu unterstützt ist schon traurig. Dann hätte man bei zahlreichen anderen Lizenzen vorher schon aufschreien müssen (Mercedes z.B. stellt Fahrzeuge fürs Militär her).

    Das Modell an sich ist mir völlig egal und interessiert mich nicht, mich nervt nur dieses ständige genörgel und protestieren gegen alles und jeden. Man sollte es dem Kunden überlassen was er kaufen möchte und was nicht. Und solange das Ding keine Tarnfarben, Waffen oä. hat tut es mir nicht weh (würde es auch nicht wenn es das hätte).

    Der Podcast im übrigen ist sehr gut, hast echt eine gute Position eingenommen und es versucht ohne Emotionen neutral zu betrachten.

    P.s. Die Waffen im #21322 schießen nur Blumen und Liebe

    • Die Frage ist für mich: Kann ich als Kunde/Kundin ohne die „Nörgler“ und „Protestierer“ eine informierte Entscheidung treffen?

      Eine Firma Tönnies wird mir nicht mitteilen, dass ihr Fleisch unter extrem schlechten Arbeitsbedingung und unter Missachtung jedweden Tierwohls hergestellt wird. Apple hat kein Interesse die Herkunft seltener Erden zu klären. Dazu braucht es Menschen die auf Missstände hinweisen.

      D

      • @Pinx Punx
        Das ist richtig was du sagst, nur muss man die Frage stellen wo es denn herkommen soll? Wenn ich Fleisch kaufe welches abgepackt ist, gehe ich zu über 95% (wenn nicht gar 100%) wissentlich das Risiko ein, dass es aus einer Schlachtung wie z.b. Tönnies kommt. Möchte ich das nicht, kaufe ich beim Händler vor Ort, frisch.
        Gleiche Beispiel mit Apple und den seltenen Erden – welche Alternative habe ich denn? Richtig, keine.

        Als Kunde hat man allerdings immer die Wahl. Wenn ich etwas nicht möchte dann kaufe ich es nicht.

        Informieren Ja, fordern Nein. Denn auch jemand der etwas fordert, fordert dies nicht für alle, sondern nur für eine Teilmenge.
        Muss allerdings zugeben das ich gerade nicht weiß ob dieser Friedensverein was gefordert hat oder nur drauf hinweist.

        @Cerberus
        Ja, Boeing ist ein Rüstungshersteller, allerdings überwiegend produzierend im zivilen Bereich (über 60%). Die Lizenzgebühr wird mit Sicherheit nicht zweckgebunden für die Produktion von Kriegsgerät eingesetzt.
        Wenn einem nur die Lizenzgebühren ein Dorn im Auge sind, dann wären wir wieder bei dem Punkt das LandRover und Co. ebenfalls Lizenzgebühren kassieren und zugleich das Militär beliefern.

        Grundsätzlich möchte ich mal Danke sagen an alle Menschen die es NICHT verlernt haben sachlich und freundlich zu diskutieren. Es ist wie bei vielen Dingen, es gibt min. zwei Meinungen – man kann es gut finden oder nicht.

        Ich persönlich mag nur diese extreme nicht. Ich selbst bin z.B. kein Öko oder Grüner, dennoch liegt mir z.B. die Natur und meine Umwelt am Herzen. Also versuche ich, meinen Anteil dazu beizutragen damit es besser wird, ohne dabei in irgendeine extreme Richtung zu kippen oder andere Menschen belehren zu müssen. Wenn jeder auf sich selbst achtet hat man genug zu tun 🙂

    • Aber genau das fordert ja der Verein!!! Nämlich das Ende der Kooperationen mit allen Rüstungsherstellern. Und darunter fallen eben denn auch Unternehmen wie Mercedes usw. Das Modell war eben für den Verein der Stein des Anstoßes…

    • Wie du mit Sicherheit im Dokument der Aktivisten gelesen hast, wird kirtisiert, dass erstmals ein ausschließlich militärisch genutztes Modell in Kombination mit einer Lizenz auf den Markt kommt.

      Der Hinweis auf Mercedes ist meiner Meinung nach kein Vergleich. Welches ausschließlich militärisch genutzte Modell von Daimler hat Lego denn als Lizenzmodell im Sortiment gehabt?
      Im Übrigen hat der Verein die hybride Nutzung, sprich die militärische und zivile Nutzung, des realen Vorbilds gar nicht kritisiert.

      • @Cerberus: wie du mit Sicherheit im Dokument gelesen hast, wurden die anderen Sets in der Vergangenheit ebenfalls als Problem eingestuft und laut dem GF dieses Vereines „ist die V-22 nun der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat“ [sinngemäßes Zitat aus dem Stream der Klemmbausteinlyrik gestern am Abend]. Jetzt kann man natürlich glauben, dass die Ruhe geben, wenn 42113 nicht erscheint. Aber dann glaubt man auch an den Weihnachtsmann.

        • „“….die anderen Sets in der Vergangenheit ebenfalls als Problem eingestuft…“
          Das stimmt. Beanstandet wurden zusätzlich lizenzfreie Modelle, dessen reale Vorbilder eine überwiegend oder rein militärische Nutzung hatten.
          Konkret:
          42025 Cargo-Flugzeug
          42066 Air Race Jet
          10226 Sopwith Camel
          10024 Roter Baron
          Indianer Jones Sets.

          Das Kipprotorflugzeug tauchte bisher ohne Lizenz auf unter:
          8434 Flugzeug (Aircraft lt. Brickset)
          60021 Schwenkrotorflugzeug

          Mit keinem Wort wird jedoch ein Modell von Daimler in der Studie beanstandet. Das könnte auch erklären warum es bisher von dem Verein keinen Aufschrei gab.

          Aber evtl. irre ich mich auch, also: Welches Modell von Mercedes wurde denn in der Studie konkret kritisiert?

          • @Cerberus: Direkt natürlich nicht, ich wüsste aber auch nicht, wo ich das behauptet habe.
            Jedoch, und da schließen wir den Kreis: Der konkrete Vorwurf lautet ja, dass Lego mit der Kooperation mit Bell-Boeing einen Rüstungskonzern direkt unterstützt und man das nicht wolle. Nun ist Bell-Boeing aber kein reiner Rüstungskonzern, genauso wie Daimler mit seinen Tochterfirmen in der Rüstungsbranche. Wir reden ja nicht über eine Linzenzkooperation mit Heckler&Koch oder Krauss-Maffei Wegmann oder Rheinmetall.

            Da dieser Verein jetzt nicht unbedingt als gemäßigt in seinen Aktionen bezeichnet werden kann, sondern eine radikale (wertfrei!) Agenda hat (was völlig ok ist, wenn man sicher einer Sache komplett verschreibt) in Bezug auf alles Militärische, kann man aber davon ausgehen, dass es dort Stimmen gibt bzw. geben wird, die, sofern diese Aktion zum ERfolg führt, wovon ich jedoch nicht ausgehe, mit hoher Wahrscheinlichkeit fordern, das Ganze bis zum Ende fortzuführen.

            Denn wenn es darum geht, dass ein Spielzeughersteller wie Lego nicht Geld an Firmen überweist, die mit Rüstungsgütern Geld verdienen, dann gibt es noch genügend Angriffsfläche. Mit dem 42113 ist Lego halt mit der Tür ins Haus gefallen. Was mich im übrigen auch daran glauben lässt, dass es bald Arrividerci zu dem „Militärparagraphen“ heißt: 18+ Linie wird eingeführt….gab es 2010 nicht. Also, Kinderspielzeug mit Militärthema haben wir ja nicht (wobei ich nicht davon ausgehe, dass sie die Richtung einschlagen wir Cobi z.Bsp., sondern eben solche Sachen wie den Osprey bringen), weil das kommt ja ausdrücklich in unserer Reihe für Erwachsene raus. 😉

          • @Pabstat: Vielleicht hatte ich dich hinsichtlich Daimler auch nur falsch verstanden. Sorry dafür.

            „Der konkrete Vorwurf lautet ja, dass Lego mit der Kooperation mit Bell-Boeing einen Rüstungskonzern direkt unterstützt und man das nicht wolle.“
            Das ist so nicht ganz richtig. Der Verein schreibt dazu wörtlich:
            „Was neu ist und das „LEGO® Technic 42113 Bell Osprey Boeing Helicopter“-Set zu einem Novum macht, ist die Veröffentlichung eines aktuell im Einsatz befindlichen Militärvehikels. Dieses erscheint noch dazu unter der Lizenz der Original-Hersteller, Boeing® und Bell/Textron®. Mit der Veröffentlichung eines Militärflugzeugs der Gegenwart und der Kooperation mit den beiden Rüstungsherstellern verstößt LEGO® klar gegen eigene Grundsätze. Das könnte auch Folgen für das Image des Unternehmens haben.“

            Die Kritik richtet sich gegen ein aktives und rein militärisches Vehikel, dass zusätzlich unter einer Lizenzvereinbarung läuft. Bisher konnte sich Lego damit „herausreden“, dass entweder ein geschichtliches Fahrzeug umgesetzt wurde oder aber, dass keine Verbindung zu einem Rüstungskonzern in Form einer Lizenzvereinbarung bestand. Mit den jetztigen Fall gibt es keine „Ausrede“ mehr.

            Warum Lego bisher nicht auf die Vorwürfe reagiert hat? – Gute Frage. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Zeit genug war ja, denn die Kritik gibt es seit der Vorstellung des Sets im Januar 2020. Ich glaube, Lego wollte die Sache einfach aussitzen und könnte damit evtl. auf die Nase fallen.

            Weiterhin ist offentsichtlich, und ich denke damit sind wir einer Meinung, dass Lego entweder die Unternehmenswerte dringend klarstellen sollte und/oder mehr Konsequenz bei der Umsetzung zeigen sollte.

            Der Verein mag in Deutschland der Diskussionsauslöser gewesen sein, aber die Ursache liegt meiner Meinung nach ganz klar in Legos Zick-Zack-Kurs der letzten Jahre. Dort gehört die Kritik hin.

            Lassen wir uns also überraschen, wie Lego sich entscheidet…

    • Ich glaube ohne die Lizenz geht das schlecht – sie haben da nun mal Rechte erworben und können jetzt nicht sagen: ok, wir machen es, aber ohne die Rechte zu haben, die geben wir zurück. Bell und Boing werden sowieso einen Teil vom Kuchen kriegen, aber vermutlich hätten sie auch noch Prozente bekommen, und die bekommen sie auch, wenn die Lizenz auf der Packung nicht abgedruckt ist. Die einzige Alternative zum Einstampfen ist, das Ding komplett umzudesignen.

  16. Von mir aus kann das Set auch ohne Lizenz kommen. Hauptsache es kommt. Je öfter ich es gesehen habe und je mehr Infos zu dem Set durchsickerten, desto mehr wuchs der Wunsch es zu kaufen. Wäre schade, wenn es komplett eingestampft werden würde.

    • Das würden die Lizenzinhaber einklagen. Du kannst ja auch nicht Star Wars ohne Lizenz rausbringen und es Kampf im Universum nennen oder so – der Name ist nicht das einzige, was eine Lizenz ausmacht, jedenfalls nicht in der westlichen Welt.

  17. Schön wäre:
    Set verliert Lizenz-Hinweis, wird aber dennoch released.
    Lego rechtfertigt sich und der lasch gewordene Kurs wurde durch die Beschwerden wieder korrigiert und gestrafft.

    Die Richtlinie anpassen und zukünftig bedenkenlos „Militärspielzeug“ rausbringen finde ich nicht gut.

    Über die Jahre wird sowas wieder passieren und auch dann ist ein Dämpfer wieder angebracht.

  18. Ich lach mich ja kaputt, wenn Lego nichts dergleichen macht, sondern das Ding einfach nur nicht in D auf den Markt bringt…oder noch nichtmal davon absieht. Noch besser (im Sinne von Plaisir für meinen sinistren Humor) wäre es natürlich, wenn sie die Richtlinie mit dem Militärgedöns einfach aufgeben.

  19. Wollte nur noch mal Danke an @Lukas für die Aufbereitung sagen – als ich das heute Vormittag nur so am Rande mitbekam, klang das als hätten wir jetzt neben FSK und USK noch ne weitere „Schnippelstelle“.

    Durch die Erklärung von Dir und die Tatsache, dass dieses Thema schon länger köchelt und auch Jangbricks da was zu gesagt hat, konnte ich das besser verstehen.

    Ein Fan von Protesten vorm Laden bin ich trotzdem nicht – die armen Angestellten dort waren hoffentlich vorbereitet (vor allem vor dem Eindruck was in D so alles neuerdings passiert, wenn Menschen zusammenkommen)

    • Die Angestellten waren vorbereitet und wie ich hörte, gab es da keinerlei Probleme, sondern nur einen freundlichen Austausch. Der Verein hat ja niemanden der dort angestellten persönlich angegangen. Aber wahrscheinlich hat sich der eine oder andere Mitarbeiter aufgrund der dämlichen Symbolik des Vereins erschrocken – Stichwort Minifigur im Tarn-Kostüm… 😉

  20. Frage an die Betreiber:
    Bei umfangreichen Diskussionen, wie der zur Osprey, finde ich es wirklich schwer irgenwelche Stränge wiederzufinden. Kann man da irgend machen? Neue Kommentare seit dem letzten besuch hervorheben oder ähnliches?

    • Das schaffen wir leider mit dem aktuellen System nicht. Wir wissen, dass das nicht optimal ist wie es bei solchen heiß diskutierten Beiträgen läuft, aber die Änderungen sind leider nicht so leicht. Ich überlege trotzdem gerne mal, ob mir da was einfällt.

      • Vielen Dank! Bitte nicht zu viel Stress damit machen, ich weiß ja, dass die Kommentarfuktionen der üblichen CMS, keine echte Forensoftware sind.

  21. Danke für deinen sachlichen Podcast Lukas, aber ich kann der Argumentation des Vereins nicht ganz folgen.

    Meiner Meinung nach entwickelt sich das schon wieder in Richtung Unverhältnismäßigkeit. Pazifismus in allen Ehren, aber sich deswegen in „Lego Kampfuniform“ vor den Lego Shop zu stellen, finde ich auch übertrieben.

    Haben wir keine anderen Sorgen, als ein Model von Lego zu verhindern, was aktuell zwar nur vom Militär genutzt, aber nicht als Angriffswaffe eingesetzt wird? Das ist doch kein Gunship! Es ist ein Transporter(!) (wenn auch für Soldaten und militärische Gerätschaften) und wird durchaus auch unbewaffnet für Search & Rescue von der Navy eingesetzt. Außerdem kann man auch auf einem militärischen Unimog ein MG platzieren und dann hat er plötzlich eine Waffe zur Selbstverteidigung. Die Osprey kann doch nichts dafür, dass sie vermutlich zu teuer war und sich kein ziviler Ableger durchsetzen konnte ;). Ich hoffe der durchschnittliche „Love Bricks Hate War Demonstrant“ fliegt nicht mit Boeing sondern Airbus Flugzeugen in den Urlaub oder gar zur Demo in die USA… doch huch halt, Airbus baut ja auch Militärflugzeuge. Sowas Ungeschicktes aber auch…

    Das Argument mit den abfließenden Lizenzkosten an einen Rüstungshersteller kann man eigentlich auch gleich ignorieren, da es bereits 2006 eine Boeing 787 gab (also auch ein Lizenzmodell). Es kann ja auch kein Mensch sagen, welcher „Abteilung“ diese Lizenzkosten letztendlich zufließen.

    Bleibt also „nur“ der „Verstoß“ gegen die Lego eigenen Veröffentlichungsregeln, wobei im Fortschrittsbericht auch ganz klar „[…]zu vermeiden“ steht – in meinen Augen kein selbst auferlegtes striktes Verbot, sondern eine „Sollte“-Bedingung. Außerdem kann ich in dem Osprey-Modell keine realistischen Waffen erkennen, kein Kind dürfte die Osprey mit Kriegen assoziieren können und eine Verherrlichung von Konflikten sowie unethischem und schädlichen Verhalten kann ich beim besten Willen auch nicht sehen. Ich denke aus technischer Hinsicht ist so ein Modell doch wie gemacht für Lego Technic und es handelt sich ganz eindeutig um eine zivile Ausführung für S&R die auch keine Waffen beiliegen hat.

    Ich wollte mir die Osprey zwar nicht kaufen, aber ich hoffe trotzdem, dass Lego da nicht einknickt und die Osprey letztendlich doch veröffentlicht. Ich habe keine Lust auf irgendwelche Trittbrettfahrer mit noch abstruseren Ideen und Argumenten gegen andere Lego Modelle. Vielleicht sollte Lego einfach seine Veröffentlichungsregeln präzisieren und der Konsument entscheidet dann selber ob er ein Modell ethisch/moralisch vertreten kann.

  22. Ich kann mich vielem hier nur anschließen und freue mich gerade sehr, dass die Diskussion hier so sachlich ist. Liegt sicherlich auch an dem echt differenzierten Podcast-Beitrag von Lukas. Echt gut, vielen Dank!
    Die Diskussion unter einem Artikel ist sicherlich auch eine andere, als in einem Live-Stream bei YouTube. Die Diskussion zu dem Thema bei Henry von der Klemmbausteinlyrik, bei dem auch einer der Organisatoren dabei war, war leider an vielen Stellen persönlich diffamierend und emotional. Ich freue mich deshalb gerade vor allem darüber, dass die Diskussion hier so differenziert und sachlich ist. 🙂

        • Nicht weil er nicht die richtigen Ansichten hat, sondern weil er sich undifferenziert und unsachlich geäußert hat und andere Meinungen nicht gelten lassen wollte. Einfachste emotionale Aussagen und das Verhöhnen der Gegenmeinung sind eben keine Argumente.

  23. Zunächst einmal ganz mukös: Danke Lukas für den ausgezeichneten Beitrag. Aber in Wirklichkeit willst du doch nur alle manipulieren im Sinne einer umgedrehten Psychologie und eigentlich vermitteln, dass Lego noch viel teurere Sets mit weniger Teilen verkaufen soll, oder?

    Im Ernst, ich hoffe, dass Lego hier konsequent wird und das Modell einstampft. Auch ich habe fiktive Kampfhandlungen (Star Wars, romantisierte Piraten, etc) nie als Kriegsspielzeug wahrgenommen. Ein Kind in einer unsicheren Gegend dieser Welt wird halt keine negativen Erfahrungen mit einem Tie-Fighter gemacht haben, aber evtl schon mit so einem Transportflugzeug.
    Dann kommt das Set halt nicht und auch alle AFOLS können doch gut mal ihre 60 Minuten Bauspass gegen die positive Erfahrung eintauschen, dass ein Großkonzern doch noch moralische Leitplanken hat.
    Und Lukas, ich bin wie gesagt bei dir: das Star Wars „Argument“ ist keines.

  24. Die Timecodes von Folge 2:

    00:00 Begrüßung
    01:19 Disclaimer
    03:14 Rückblick auf die Ereignisse
    03:51 Die Grundargumentation des Vereins
    05:59 Gegenargument: LEGO macht ja auch Star Wars
    06:36 Gegenargument: LEGO hat bereits Militärflugzeuge herausgebracht
    07:43 Argument: Ein eindeutig zugeordnetes Fabrikat und Lizenzkosten
    09:49 Gegenargument: LEGO hat bereits Militärflugzeuge herausgebracht (fortgesetzt)
    11:32 Reaktionen von StoneWars und LEGO
    16:02 Gegenargument: Der Verein hat die Osprey gestoppt
    19:17 Kommentar von Jangbricks
    23:14 Regeln muss man halten – oder sie ändern
    27:12 Abmoderation

  25. Einfach lächerlich.. Also mein Gott man kann auch über jede Kleinigkeit rumheulen ich mein Lego zahl als Unternehmen ja auch Steuern welche Teilweise in das Militär reinvestiert werden sogesehen ist jedes Legoset eine Mordwaffe😂

  26. Danke fürs Aufbereiten. Ich lass das erstmal sacken und versuche mich in alle Parteien reinzuversetzen.

    Generell finde ich die Demo als Aktion ziemlich daneben. Aber ebenso wie die Shitstorms und Hexenjagden, die direkt losgehen… Ich zitiere Brisn Wilson „I just wasn’t made for these Times“

    Das Modell ist seit sechs Monaten bekannt und nun startet man solche Aktionen. Hiermit tu ich mich doch schwer. 1. Warum passiert so etwas bei Lego? (rhetorische Frage, die ich oft früher stellte)
    2.warum regt sich der Widerstand erdt jetzt? Es liegt nicht daran, dass man auf den Katalog gewartet hat… Wollte man dass Lego so viel wie möglich produziert und man sie so am Meisten finanziell schädigen kann? Finde das auch nicht die feine Art…

    Von mir aus sollen sie das Modell vom Markt nehmen und später ohne Lizenz heraus bringen…

    Bitte am Mittwoch nicht noch groß auf das Thema eingehen. Finde es sehr negativ und denke du hast es gut und ausführlich aufgearbeitet.

    Generell bin ich sehr dafür, dass Lego ihrer Linie treu bleibt. Wenn ich Militärgerümpel möchte, geh ich zu Cobi oder den Unsympathen im Frankfurter Lagerhaus.

    • Laut Aussagen von jemanden des Vereins waren sie schon seit FEBRUAR bei Lego dran erfahren zu wolllen wie es um die Lizenzgrundlagen und allgemeine Umsetzung bei Lego bezüglich der Osprey stünde aber Lego habe sich seitdem nicht zurückgemeldet und wenn man solange bereits bei Lego nachhakt und Antworten sucht und keine erhält, ist man früher oder später dazu gezwungen mit überspitzten Aktionen ( ich fand das Kostüm nun auch albern ) und das dann kurz vor Release nochmal deutlicher nachzuhaken das hier ein Problem vorliegt das Lego nicht wegschweigen kann bzw. sollte.
      Das diese Aktion nun einfach so zwei Wochen vor Veröffentlichung einfach so aus dem Himmel fiel ist wohl leider nicht der Fall, ob es uns nun gefällt oder nicht…..ich hätte das Set auch gern veröffentlicht gesehen, aber wie bei jeder Demo MUSS es irgendwie weh tun, sonst macht sie einfach keinen Sinn – gerade wenn das Thema …….HEINKEL ist ( haha )

      In den meißten Fällen kann Lego ihre Linie leicht treu bleiben, aber manchmal, gerade wenn es um faszinierende Technic mit spannenden Funktionen geht, gibt es wie bei der Osprey Grauzonen – so ein Kipprotorflugzeug ist eine coole Sache und erstmal könnte man meinen „Ist ja n ur ein Transporter“ – alles tutti und wenn die Bestrebungen von BELL funktioniert hätten, dann hätten wir auch zivie Versionen und alles wäre gut, aber leider klappte das – vielleicht muss erst ein Arnold Schwarzenegger so ein Flugzeug kaufen und schwarz lackieren um in Holywood damit vor zu fliegen, damit das Ding Millionäre für sich haben wollen ….hmm ^^

      Natürlich hätte Lego statt eine V Zwei…….undzwanzig Osprey auch ein generisches und lizenzloses Kipprotorflugzeug rausbringen können und niemand hätte geschrien aber ich kann mir vorstellen, das Lego damit womöglich Technic als Themenwelt außerhalb von Deutschland bischen mehr stärken wollte, dann das die Thematik in den USA schwächelt ist glaub ich noch immer so – aber Lizenzen laufen nunmal gut und sind beliebt, so sehr viele hier sie für unnütz ansehen – für Lego sind sie immer wichtiger und umsatzfördernder geworden und dann war es sicher eine vermeindlich gute Chance mit einer bedeutsamen Größe wie BELL und Boingboing zusammen zu arbeiten um dem patriotischen US Bürger die ungeliebte Technic Welt schmackhaft zu machen – zumindest könnte ich vertehen wenn das die Lego Idee dahinter war, aber das man hierzulande bischen genauer hinschaut…..njoa ^^

      • Mäh ….“klappte das NICHT“ – bezogen auf Bells bestrebungen Zivile Maschinen zu bringen – man sollte nicht Beträge shreiben wenn einem noch der erste Kaffee am Morgen fehlt >.<

  27. Schade…das einzige Set der Technic Reihe 2020, das mich, ohne militärischen Hintergedanken, interessiert hat.Und ganz ehrlich, eine gegen Lego, durch und durch zielgerichtet,durchdachte geschäftsschädigende Aktion.

  28. Ich glaube mal, Bella Bell, die Großnichte von Firmengründer Lawrence Dale Bell, in einer Doku gesehen zu haben. Sie meinte, dass er ein sehr netter Mann gewesen sei, der allerdings zu blöden Wortspielen neigte: „Jetzt aber bell!“ „Ich werde ihm das Bell über die Ohren ziehen.“ „Wie nennt man Knollenwauwis? Kartoffelbeller!“

  29. Das „Trigger“-Argument ist eigentlich gar keines. Beziehungsweise ein sehr dünnes oder eben Allerweltstotschlagargument.
    Aber damit kann man natürlich Emotionen erzeugen, denn wer bleibt denn schon hart, wenn es um Kinder geht, die beim Anblick dieses Technic Sets üble Flashbacks haben. Angeblich.

    Fraglich wäre jedoch, ob die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass im Jemen (der Einsatz dort wurde ja explizit genannt) der Absatz von Lego Technic derart hoch ist, dass dort die Leute reihenweise zusammenklappen.

    Da würde ich behaupten: nein.
    Abgesehen davon müssten dann die hiesigen Psychiatrien vollkommen überfüllt sein, denn wenn man den Fernseher anschaltet, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass alsbald die SS durchs Bild marschiert und die Goldfasane beim Reden schwingen zu sehen sind.

    Und die Zahl derer, die damit schlechte Erfahrungen gemacht haben, dürfte weit größer sein als die Zahl derjenigen, die beim Anblick einer V-22 einen Nervenzusammenbruch bekommen. Wobei ich letzteres eh nur für ein Scheinargument halte, im Übrigen sehe ich das bei dem ganzen „Trigger“ Gedöns so. Das hat irgendwie das gute, alte „Denkt doch mal an die Kinder!“ „Argument“ abgelöst. Dagegen konnte man ja auch nichts sagen, jetzt heißt es halt „Der oder die oder das wird dadurch getriggert, da muss man vorsichtig sein“.

    Dazu kommt der nächste Punkt: Lego verstoße damit gegen seine eigenen Regeln und das geht ja gar nicht.
    Da würde mich wirklich mal interessieren, wie man auf die Idee kommen kann, dass man als Kunde eines Unternehmens irgendwelche Ansprüche an ein Unternehmen habe? Ist das ein Auswuchs dieses Stakeholder Quatsches?
    Wir reden jetzt nicht darüber, dass die Produkte funktionieren sollen oder entsprechende Gewährleistungen geboten werden, also Dinge, die direkt mit der Beziehung Anbieter – Kunde zu tun haben.

    Das wäre ja das Gleiche, wenn sich die Leute aufregen, wenn Mercedes sich aus der Formel 1 zurückzieht.
    „Das geht nicht, ihr habt gesagt, ihr nehmt daran teil. Pfui. Bäh. Da muss Protest erfolgen.“
    Da würde doch auch jeder sagen: „So what, das ist halt deren Entscheidung.Jetzt machen Sie es halt so.“

    Wenn jemand durch so etwas derart verstört wird oder sich verraten fühlt….na, dann kauft er halt nicht mehr bei der Firma. Kann jeder selbst entscheiden, was er macht.
    Erstaunlicherweise ist das ja auch immer ein „Argument“, wenn es darum geht, dass jemand mit Qualitätsmängeln oder der Produktlinie bei Lego nicht zufrieden ist. Da kommt dann idR eben nicht: „Ja, Lego hat da so tolle Qualitätsansprüche formuliert, das ist ein Verstoß, geht nicht, Pfui Lego.“ Da wird man idR als HdS Apologet hingestellt, das Ganze irgendwie relativiert und Ende der Diskussion. Bei derartigen Themen, die nun wirklich direkt die Beziehung Kunde-Anbieter betreffen habe ich noch nicht den Satz gelesen „Ja, ganz klares Eigentor von Lego, da sind sie selbst schuld“.

    Und zum Thema Eigentor: Stand jetzt haben 111 Leute diese Petition unterzeichnet. Ich wage zu behaupten, dass deswegen in Billund nicht gerade die Angst umgeht.

    Abschließend noch ein Punkt:
    Wenn die Entscheider in Billund nun hart bleiben und ihr Ding durchziehen…..dann muss man konstatieren, dass alle diejenigen Recht hatten, die dem Unternehmen Lego eine Entwicklung zum profitgierigen und seelenlosen Weltkonzern (überspitzt) prophezeit haben. In dem Fall mache ich mir in der Tat Sorgen um den Gemütszustand einiger hier, die das ja bisher immer erfolgreich verdrängt haben. Denn wenn man mal ganz ehrlich zu sich selbst ist:
    Die wussten genau, was sie mit dem Set da machen und haben entschieden, es auf den Markt zu bringen. Wer Lego da irgendeine Art der Unachtsamkeit zugesteht, macht sich nur selbst wieder froh.

    • Zu deinem abschließenden Punkt eine Anmerkung von mir inklusive Spekulationen:

      Entweder wussten die genau was sie machen, aber dann verwundert der totale Rückzieher. Oder da wussten nicht alle Bescheid… …und als alle Bescheid wussten, wurde (schon länger) ein Rückzieher geplant. Das hat jetzt Zufall oder nicht mit der deutschen Aktion zusammengepasst. Vielleicht hat man auch nur einen Ausweg für den damaligen Vertrag gesucht… und damit gefunden.

      Immerhin wollte man mehr „18+“ Sets und viele wünschen sich militärische Modelle – immerhin kann rein die Technik faszinieren. Ist ja nicht so als ob es nicht genug militärische MOCs mit LEGO gibt. Überfleissiger Designer? Mmmh…

      Ob das jeder gut findet – also LEGO plus reele militärische Geräte: Nö. Immerhin konnten andere Klemmbausteinhersteller damit gut eine Nische ausfüllen und trotz diesem Image (Kriegs-Klemmbausteinhersteller) liefert dieser weit mehr ab. Würde LEGO damit untergehen: Denke Nein – gab es ja schon, wie z.B. Rote Baron. Egal wie man es betrachtet und sieht: es war/ist ein reeles militärisches Gerät.

      Klar ist nur, dass LEGO angibt sowas nicht zu machen und es mehr oder weniger dann doch tut. Gibt somit nur neue Kritik in der großen Klemmbausteinwelt gegen LEGO. Wie weit gerechtfertig und wie weit nicht einmal dahingestellt.

      • @Andyt: Zum letzten Satz: erstaunlicherweise stellt es sich aber so dar, zumindest stellt sich der Eindruck hier auf Stonewars ein, dass gerade diejenigen, welche idR Lego relativ unkritisch die Treue halten, nun dazu tendieren, der Argumentation der DFG zu folgen, während diejenigen, die sonst eher zu den Kritikern von Lego zählen, hier zur Verteidigung von Lego ausreiten. Finde ich persönlich recht interessant.

        • Lustigerweise sind genau die Kommentatoren, die uns sonst vorwerfen unkritische Zombies zu sein und alles von LEGO in den Himmel zu loben die, die LEGO jetzt mit Händen und Füßen verteidigen. Ist aus meiner Sicht genau so seltsam. Na was denn nun? Sollen wir LEGO kritisieren, oder alles loben?Vielleicht könnte es ja sein, dass wir einfach versuchen, eine möglichst neutrale Berichterstattung zu machen und dabei unsere eigenen Werte- und Moralvorstellungen einfließen lassen. Und dazu gehört auch, es scheiße zu finden, wenn der wilde Internet-Mob einem Verein, der sich seit über 100 Jahren für Frieden einsetzt, die Pest und Schlimmeres an den Hals wünscht.

          Ich mache mir die Argumentation des Vereines nicht zu eigen, finde vieles sogar übertrieben und falsch kommuniziert. Aber ich halte es wie Jangbricks: Ich mag klare Regeln von LEGO haben. Sowohl für die eigenen Produkte, als auch für Ideas. Und wenn LEGO sagt, dass sie keine reales, modernes Militärgerät machen, dann sollen sie sich auch daran halten, ODER aber die Regel einfach ändern bzw. klonkretisieren. Beides ist für mich völlig okay.

          Und zwischen der Argumentation des Vereins „folgen“ und „sie nachvollziehen können“ ist ein Himmelweiter Unterschied. Wer aktuell mit Scheinargumenten wie „was ich mit Star Wars?!?!“ um sich wirft zeigt nur, dass er sich mit der Thematik keine Sekunde beschäftigt hat und das wohl auch nicht will.

          Ich persönlich habe null Problem damit, wenn die Osprey auf den Markt kommt. Ganz im Gegenteil, es würde mich sogar (wie im Podcast erklärt) freuen. Einerseits für die Fans, andererseits für uns, weil die Vorbestellungen bei dem Modell (im Gegensatz zu den anderen Technic Modellen) ganz gut liefen. Sprich: Wird storniert, fehlen uns Einnahmen. Finden wir doof.

          • Falls das an Kritik an Stonewars bzw. deiner Berichterstattung aufgefasst wurde: das war nicht meine Intention. Eure bzw. Deine Berichterstattung ist in der Tat wie immer einwandfrei. Das Star Wars „Argument“ ist in der Tat Quatsch.

          • Ich hatte das in der Tat auf uns bezogen… Findest du denn tatsächlich, dass es Leute gibt, die LEGO hier wirklich was schlechtes wünschen? Nicht mal der Verein selbst hat seine Ziele sonderlich krass formuliert. Ich lese von denjenigen, die dem Verein Recht geben einen versöhnlichen Tenor, aka „LEGO hat einen Fehler gemacht, den kann man beheben und gut ist. Weitermachen.“ – aber vielleicht lese ich das auch subjektiv aus der Masse an Kommentatoren heraus.

            Auf der Gegenseite habe ich gerade leider sehr das Gefühl, dass die Leute ausfallend und teilweise beleidigend werden gegenüber dem Verein. Wir mussten zumindest da ein paar Kommentare löschen, die weit unter der Gürtellinie waren. Von der anderen Seite war es bisher nur ein Kommentar.

            Ich denke, der Verein bekommt gerade eine Menge Hass ab, der gar nicht ihm (ausschließlich) gebührt. Die Kritik an dem Set ist nicht neu. Nur jetzt wurde sie nach mehreren Versuchen es anders zu tun, eben auf die Straße getragen… Und das gehört zu einer Demokratie eben dazu. Genau so wie das Vorgehen doof zu finden.

          • Also ich stimme schon einmal dahingehend zu, dass die Sprüche, die gegenüber dem GF des Vereines gestern bswp. im Stream bei der Klemmbausteinlyrik gefallen sind, teilweise einfach entbehrlich waren. Aber das ist halt so im Internet. Und ich denke, der kommt damit klar, das gehört zu dem Job dazu. Was jetzt nicht heißen soll, das geht in Ordnung!

            Ich persönlich kann z.b. die Stimmen nicht nachvollziehen, die sich darüber echauffieren, dass , gesetzt den Fall, die DFG hat Erfolg und 42113 kommt gar nicht, ihnen sozusagen von dem Verein das Modell weggenommen worden ist. Das ist auch nur Gejammer. Zum Star Wars Argument habe ich mich bereits geäußert.

            Woran ich mich schlicht stoße ist eben der Punkt, dass Lego etwas falsch gemacht habe. Lego (und jedes andere private Unternehmen, bei staatlichen Institutionen oder Unternehmen, bspw. DB, die ich mit meinen Steuern mitfinanziere, ist das was anderes) kann machen was es will und ich habe da einfach nichts zu melden. Wenn mir die Firma nicht gefällt…gut, kaufe ich nichts von denen. Aber ich kann es echt nicht verstehen, dass man hingeht und sagt „Ja, hey, ihr habt doch gesagt ihr macht das so und so….das geht aber nicht. Ich fordere eine Entschuldigung.“ (Nicht auf dich bezogen, generell auf den Tenor der Kritiker aus dem AFOL Lager). Nee, Lego muss sich weder positionieren, noch öffentlich Buße tun noch sonstwas. Das ist ein Unternehmen und nicht ein Familienmitglied, dass mich hintergeht. Vielleicht liegt diese eher technokratische Sichtweise gegenüber Wirtschaftsunternehmen daran, dass ich halt das große Glück hatte in Zeiten mein Diplom zum machen, wo dieser ganze Kram mit Compliance, Stakeholdern usw. nicht wirklich relevant war. Was er heute mMn immer noch nicht ist. Da ging es um die wesentlichen Sachen und nicht darum, es jedem recht machen zu wollen. Das kannste nämlich eh nicht. Aber ich denke, es ist jetzt alles gesagt und die Sache verschwindet in 1-2 Tagen. im übrigen biete ich eine Wette an: nen F40 Competizione und Süßigkeiten, dass Lego 42113 mit etwas Verspätung unter dem 18+ Label rausbringt.

          • Bei der Wette würde ich dagegenhalten! Allerdings nicht weil ich glaube, dass es gar nicht mehr raus kommt, sondern die Kombination von „ein paar Wochen Verspätung“ und „18+“ halte ich für nicht so wahrscheinlich wie alle anderen Möglichkeiten kombiniert 😉

            Zu dem Punkt, dass LEGO etwas falsch gemacht hat: Ich finde es glaube ich einfach im Gegensatz zu dir in Ordnung, dass Unternehmen an ihren Versprechen und ihrem Öffentlichkeitsauftritt gemessen werden. Ich für mich persönlich treffe auch meist die Entscheidung, etwas einfach nicht mehr zu kaufen, wenn ein Unternehmen in meiner Sicht unethisch handelt. Aber: Ich würde es oft nicht mitbekommen, wenn nicht irgendjemand öffentlich etwas dagegen sagen würde. Ich finde, solche Proteste tragen zur Meinungsbildung bei. Bei mir hat dieser Protest z.B. dafür gesorgt, mich sehr intensiv mit der Osprey, dem realen Vorbild und der intern bei LEGO genutzten Richtlinie auseinanderzusetzen. Ohne diese Aktion, hätte ich das in dem Maße nicht getan. Ich mir (in gewissen Grenzen) gerne einfach andere Meinungen an und versuche, mir mit deren Hilfe eine eigene Meinung zu bilden. Und wenn dann etwas kommt, dass mich überzeugt, bin ich auch gerne bereit, eben jene zu ändern. Letzteres nehme ich bei vielen Kommentaren im Internet einfach nicht wahr. Man „hat“ eben eine Meinung und vertritt die, ohne sich mit der Thematik wirklich auseinandersetzen zu wollen. Es herrscht da jede Menge Bissigkeit, wie gestern im Stream und in den Kommentaren zu sehen war.

            Ich finde aber, wie du, dass LEGO sich selbstverständlich nicht positionieren muss. Ich finde aber, sie sollten es dennoch tun, um Verwirrung vorzubeugen, wenn sie das Set nun entweder doch in den Verkauf geben, oder aber es einstampfen und nie veröffentlichen. Und ich halte es auch wirtschaftlich für sinnvoll. Es gibt genug Menschen auf der Welt, die sicherlich kategorisch ausschließen wollen, für ihre Kinder Produkte einer Firma zu kaufen, die „Kriegsspielzeug“ herstellt. Und um diese als Käuferschicht zu sichern, oder wenigstens nachhaltig zu verlieren, sollte LEGO die eigenen Standpunkte klar machen.

          • Ok, dann sage ich: Das Ding kommt raus, unter dem 18+ Label, noch bis zum 31.12. um 23.59 Uhr. Topp, die Wette gilt?

            Ah…und ich meinte einen Speed Champions F40 Competizione, die echten sind etwas rar und etwas teuer. Da du aber als Maschinenbauer wahrscheinlich bei der italienischen Art und Weise, Sachen zu bauen, eine Krise kriegst ;-), können wir das auch für den G-Modell 911 Turbo machen.

            Ich gebe darüber hinaus zu, dass ich, was diese Kriegsspielzeugfrage angeht, wohl massiv anders geprägt bin. Sei es, dass die historischen Spuren des letzten Krieges in meiner Gegend Alltag sind (Verdun ist noch dazu auch nicht weit und , das muss ich jetzt retrospektiv sagen, fällt mir grade ein, es doch etwas seltsam ist, dass man da mehrmals als Kind Ausflüge mit der Familie hingemacht hat…obwohl meine Eltern daran eigentlich kein Interesse haben…war wohl halt so üblich) und Militärgeschichte mein großes Steckenpferd ist, verbunden mit ein wenig Schlachtfeldarchäologie. Und die damals vier (!) lokalen Spielwarenhändler an mir viel Geld mit Revell und Co verdient haben. Da wird es manchmal schwer, die natürlich vollkommen legitime Sichtweise, dass alles mit Krieg im Kinderzimmer tabu ist, nachzuvollziehen. War halt in den 80ern und frühen 90ern irgendwie anders….

          • Wenn du trotz des Statements von LEGO noch wetten willst, gerne. Such dir gerne einen etwa gleichwertigen Wetteinsatz aus 😉 Falls du nach dem Statement lieber nicht mehr willst, verstehe ich das gut 😉

          • Ich würde die Wette etwas modifizieren:
            Lego bringt das Set als Kipprotor-Fluggerät ohne Lizenz und (fast) ohne Aufkleber und evtl. eteas verbessert (das JB-Spielwaren-Review offenbarte ja eine latente Trägheit bei der Kipp-Funktion) spät. zum 1.8.2021 raus, um wenigstens die Idee und die neuen Control+-Elemente den Kunden zu ermöglichen 🙂.
            Als Wetteinsatz könnte ich die Super Heroes 76142 Avengers Speeder-Bike Attacke (Karton ist zwar auf, aber alle Tüten noch verschlossen (war doppeltes Geschenk, und der andere Schenker war schneller 😉) anbieten. (Könnte ja (mehrfach) für das Adventskalender-Gewinnspiel genutzt werden.
            Nehme dafür gern die Saturn-V 😂 oder dein LegoStore-Mosaik (wenn noch intakte Tüte) oder einen PF-Servo-Motor für meine geplante Landrover-Motorisierung (vielleicht kann man das auch als einen MOC-Beitrag mit Inspirations-und Anleitungscharakter entwickeln 😀).

          • @Lukas: ich habe das letzte Statement erst soeben gelesen. Daher gilt die Wette. Falls wird bis zum 31.12. noch eine weitere überraschende Wendung erleben, kann man ja mal schauen 😉 Aber Stand jetzt hab ich erstmal verloren.

            F40 oder G-Modell 911 Turbo? Welcher darf es denn sein?

  30. Interessanter Podcast. Es sind einige Fakten zur Bell Boeing Osprey V-22 nicht ganz richtig bzw. so wie es formuliert wurde könnte man auf etwas anderes schließen. Auf die Kernaussage hat es aber keine Auswirkung.

    Der Anstoß zur Entwicklung dieses Flugzeugtyps gilt ein gescheiterter Einsatz zur Befreiung von Geiseln. Dazu ist das Flugzeug klar als unbewaffnetes unterstütztendes Gerät konzipiert. Im Lauf mehrerer Einsätze und wohl Verluste ist das aber dann um Verteidigung erweitert worden. Damit sollen in Krisengebiete Ressourcen gespart werden und trotzdem eine Verteidigung möglich sein. Dazu zählen ebenso die Luft-Boden Raketen. Man darf sich die Osprey nicht als Kampfhubschrauber mit Raketensalven vorstellen… – also kein Angriffsgerät.

    Haupteinsatzzweck ist der Transport von Gütern, Truppen und zivilen Personen. Das wäre beinahe gescheitert, da – und hier kommt die Technik ins Spiel – große technische Hürden zu überwinden waren. Es gab im Lauf der Entwicklung schwere Umfälle, die den Flugzeugtyp beinahe verhindert hätten. Damit gibt es durchaus Interesse an ein LEGO Modell und jeder Fan von LEGO Technic wird das durchaus verfolgen.

    Ich habe zivile Modelle für die Feuerbekämpfung gesehen. Laufen aber soweit ich weiß unter derselben Bezeichnung. Wie weit erfolgreich damit? Hierzu konnte ich nichts finden. Ungeachtet davon ist die Bezeichnung (siehe Internetsuche) recht schnell klar mit militärische Zwecke in Verbindung und das ist entsprechend dem Podcast gut dargestellt entgegen der Definition von LEGO.

    Ich verstehe nicht warum LEGO nicht einfach ohne Bezeichnung das Produkt veröffentlicht – also schon von Anfang an. Spekulation: Womöglich aus Lizenzrechtlichen Gründen. Der Vergleich wäre eindeutig gewesen und vielleicht hätte Boeing oder Bell dagegen definitiv etwas gehabt. Von sowas habe ich unabhängig von LEGO bereits gelesen. Da wurde ebenso ein neutrales Modell vom Markt genommen.

    Die Protestierer verstehe ich aber ebensowenig. Kritik ist für mich nicht nur durch den Podcast nachvollziehbar, aber die Handlungen und Durchführungen finde ich etwas schräg…

  31. Gibt es wirklich so viele Leute, die es ernsthaft kaufen wollten, oder schreien die alle nur so laut?
    Oder.. regen sich jetzt einfach alle auf, die das Set sonst nur mit dem … angeschaut hätten?
    Ich find die Aufregung zu Teilen nachvollziehbar, bin aber persönlich erfreut über jeden Schritt der von Kriegsspielzeug und Co weg geht.

  32. Lukas, du hast genau meine Gedanken in Worte gefasst. Danke! Ich finde die Debatte zeigt leider auch Mal wieder, dass dir Wutbürger*innen in unserer LEGO-Community weit verbreitet sind. Das Diskussionsniveau ist an vielen Stellen unterirdisch. 😱🤷🏻‍♂️

  33. Sehr informativ.
    Trotzdem finde ich das lego sich selbst widerspricht.

    Was ist z.B. mit dem creator Set 31039.
    Eindeutig ein reales „kriegsgerät“
    Nur nur weil es ohne Lizenz gebaut wird, ist es ok?

    Das ganze ist sicher kein einfaches Thema. Aber entweder richtig oder gar nicht.

  34. Ich hoffe es ist OK wenn ich, wie viele andere, ein wenig den Bauch pinsle.
    Genauso ist diese Format hervorragend eingesetzt kurz, prägnant und auf den Punkt.
    Ich möchte noch vorschlagen das du am Ende noch ein kleines Wrap-up machst um deine Meinung oder Argumentationspunkte in ein zwei Sätze zusammenfasst.

    Zum Thema selbst stimme ich dir in weiten Teilen zu.

    • Zusatz:
      Zu deiner Vermutung das die Pressestelle bstimmt nicht über das Wochenende gearbeitet hat. Ich bin Mitarbeiter in einer mittelständischen Konzern und ich kann dir sagen das ich einmal am 24.12 einem Abnahmetermin bei einem Werkzeughersteller hatte. Und es war ein Sonntag.

  35. Um es mit den Worten von Kai Dittmann zu sagen:
    Dafür steh ich auf,und applaudiere.

    Danke für die sachliche Zusammenfassung. Auch wenn ich es anders sehe – zumindest in einigen Punkten.

  36. Nachdem ich gerade den Kommentar vom „Helden“ gesehen habe, schätze ich Lukas‘ sachliche und fundierte Art mit der Sache umzugehen umso mehr. Danke auch für das spontane Interview mit Michael Schulze.
    Ich finde den Ansatz von Lego, dass kein Kind negative Assoziationen mit Lego haben soll, absolut nachvollziehbar. Kein Kind ist von einem Angriff eines Sternenzerstörers traumatisiert worden, das sieht bei einer Osprey oder sonstigen Kampfgeräten Ggfls. anders aus, da sollte man aus seiner wohlbehüteten Deutschland-Blase auch mal rauskucken.

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