LEGO City Stuntz im Praxistest: Wie funktionieren die neuen Motorräder mit Schwungradantrieb?

LEGO City Stuntz Test Titel

Mit LEGO City Stuntz hält ein neues Thema bei LEGO Einzug, das ganz auf Spielspaß ausgerichtet ist und mit einem besonderen Gimmick aufwartet: Motorrädern im Minifiguren-Maßstab, die trotz ihrer geringen Größe einen Schwungradantrieb besitzen und angeblich – so verspricht es das Marketing – aus eigener Kraft über Rampen und Hindernisse springen können. Doch funktioniert das auch in der Praxis? Wir haben die neuen Motorräder einem Test unterzogen.

Außergewöhnliche Spielfeatures sind bei LEGO City keine Seltenheit. Im letzten Jahr etwa hielten Hubschrauber bei Polizei und Feuerwehr Einzug, die mittels einer Art Seilzug tatsächlich zum Fliegen gebracht werden konnten – was oft aber mehr schlecht als recht funktionierte. 2019 waren es die Fallschirme der „Sky Police“, die für besonderen Spielspaß sorgen sollten, allerdings auch nicht unumstritten waren.

Als für die LEGO City Stuntz-Reihe also die ersten Informationen zum Antrieb der Motorräder durchsickerten, war ich skeptisch, wie gut dieser wohl funktionieren würde. Gleich zum Release haben wir deshalb zwei Sets der Reihe besorgt, die ich im Folgenden einmal genauer unter die Lupe nehmen werde. Hierbei sind keine Minifiguren, vielleicht aber eines der Motorräder zu Schaden gekommen. 😉

LEGO 60299 Stunt-Wettbewerb: Der optimale Einstieg

Wer das neue Konzept der Stunt-Motorräder einmal ausprobieren möchte, findet im LEGO 60299 Stunt-Wettbewerb das optimale Einsteigerset. Für eine UVP von 19,99 Euro, im Einzelhandel bereits deutlich weniger, erhält man alles, was man für einen ausgiebigen Test benötigt, nämlich zwei der neuartigen Motorräder nebst Minifiguren, eine der speziell für dieses Thema eingeführten Rampen sowie einen „brennenden“ Ring, den es zu durchspringen gilt.

In Anbetracht der Tatsache, dass schon die einzeln erhältlichen Stunt-Bikes mit Minifigur, wie z.B. das 60297 Power-Stuntbike, das wir zum Vergleich ebenfalls besorgt haben, für 7,99 Euro angeboten werden, ist der 60299 Stunt-Wettbewerb eindeutig als „Appetitmacher“ auf die Reihe zu verstehen und von LEGO entsprechend eingepreist.

LEGO City Stuntz Praxistest 60297 60299

Werfen wir zunächst einen Blick auf den Inhalt des Stunt-Wettbewerb-Sets. Wie zu erwarten war, hat LEGO die 73 Teile des Sets nicht auf mehrere Bauabschnitte verteilt. Folglich liegt nur eine Tüte im Karton, daneben lose die neue Rampe, eine 2 x 16 Platte sowie zwei der festen Schläuche mit 20 cm Länge, die in Orange schon letztes Jahr beim LEGO Technic 42114 Volvo Dumper zum Einsatz kamen und hier benutzt werden, um den brennenden Ring zu bauen.

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Breitet man die Teile vor sich aus, so ist man zunächst geneigt zu denken: „Für 20 Euro hätten es aber ruhig einige Teile mehr sein dürfen.“ Das wäre allerdings nicht ganz fair, da die Motorräder in der Produktion natürlich um ein Vielfaches aufwendiger sind als gewöhnliche Teile und entsprechend berücksichtigt werden müssen.

Der beiliegende Stickerbogen umfasst gerade einmal zwei Aufkleber, die seitlich an der Rampe angebracht, aber auch problemlos weggelassen werden können, ohne dass dies die Gesamtoptik des Sets beeinträchtigen würde.

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Der Aufbau ist nicht weiter der Rede wert und innerhalb weniger Minuten erledigt. Ich möchte es so formulieren: Der Spielspaß steht hier ganz klar im Vordergrund und die Altersempfehlung von 5 Jahren aufwärts ist gut gewählt. Lediglich bei einigen Details wie dem brennenden Ring sollten Mama oder Papa am besten ein wenig mithelfen.

Die Rampe besteht, wie sich nun zeigt, aus zwei Teilen. Der Hauptteil geht nicht ganz bis zum Boden, sondern endet eine Plattenhöhe darüber und wird dann mit der kleineren Verlängerung zum Boden hin abgeschlossen. Dieses Design ist insofern praktisch, dass man auch zwei Rampen gegenüberstellen und zu einer Art Halfpipe verbinden könnte – ein Einsatzzweck, den wir bestimmt irgendwann in einem anderen Set sehen werden.

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Interessant fand ich beim Bauen die Art und Weise, wie LEGO ein Wegrutschen der Rampe verhindert. Hierfür kommen spezielle 2 x 2 Rundplatten (40145) zum Einsatz, an denen sich Reifen befestigen lassen, die als Anti-Rutsch-Elemente dienen. Ein ähnliches Design, allerdings mit anderen Teilen, stabilisiert z.B. auch den Stand des LEGO 10281 Bonsaibaums.

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Die beiden großen Flammen im Inneren des Rings müssen von den Motorrädern, wenn diese dagegen springen, leicht umzustoßen sein. Die Designer haben deshalb zur Befestigung auf ein großes Kettenglied zurückgegriffen, das im Vergleich zu anderen Teilen mit Clips wesentlich mehr Spiel hat und deshalb sehr leicht umkippt, ohne den Flug der Motorräder unnötig zu bremsen.

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Kommen wir nun aber zur alles entscheidenden Frage: Schaffen die Motorräder auch mit einer Minifigur auf dem Sattel aus eigener Kraft den Sprung über die Rampe und durch den Ring? Gerade aus der Minifigurenperspektive wirkt dieser Stunt doch recht waghalsig und man kann sich kaum vorstellen, dass ein solcher Sprung möglich sein soll:

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So nah, und doch so fern…

Die kurze Antwort lautet: Ja, das schaffen sie!

LEGO empfiehlt, die Motorräder dreimal anzuschieben, um genügend Energie im Schwungrad zu speichern. Dessen Drehzahl wird dabei auch deutlich hörbar jedes Mal schneller, und wenn man anschließend das Motorrad aufsetzt, rast es auch schon los.

Die korrekte Ausrichtung zur Rampe hin erfordert etwas Übung, auch will nicht jeder Sprung gelingen. Das empfinde ich allerdings als Vorteil, denn eine kleine Herausforderung sorgt im Kinderzimmer schließlich dafür, dass der Spielspaß länger anhält und das Set nicht schon nach kurzer Zeit langweilig wird.

 

Anstelle des Rings lassen sich natürlich auch alle denkbaren anderen Hindernisse über- oder durchspringen. Die anderen Sets der Reihe geben ja bereits einige Anregungen, aber auch der eigenen Phantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt, z.B. indem man die Schanzen und Bikes mit anderen City-Sets kombiniert. Und warum sollen nicht auch mal die Charaktere von Ninjago derart motorisiert durch den Dschungel brettern?

Die Motorräder im Detail: Funktionsweise

Nachdem wir nun also herausgefunden haben, dass das Konzept tatsächlich funktioniert, schauen wir noch einmal etwas detaillierter auf die Motorräder und die Frage, wie diese eigentlich aufgebaut sind.

Rein äußerlich unterscheiden sich die Bikes nur durch ihre Verkleidung und die Farbe ihrer Felgen, die „Antriebseinheit“ ist ansonsten bei allen Modellen gleich. Auffällig ist, wie stabil die kleinen Gefährte im Vergleich zu anderen LEGO Motorrädern stehen. Es ist zum Beispiel problemlos möglich, die zugehörigen Minifiguren akrobatische Kunststücke darauf vollführen zu lassen, ohne dass sie umfallen würden. Das liegt zum einen natürlich am vergleichsweise hohen Eigengewicht der Bikes, zum anderen aber auch daran, dass sie nur eine äußerst geringe Bodenfreiheit haben, also beim geringsten Kippen zur Seite praktisch sofort aufsetzen. Das Design sorgt dafür, dass die Motorräder auch beim Vollführen der Stunts stabil bleiben und sich, wenn sie etwas aus der Bahn geworfen werden, manchmal sogar selbst wieder aufrichten.

LEGO City Stuntz Praxistest Motorräder 3

Viel spannender als die Außengestaltung der Motorräder ist aber deren Innenleben. Versuchen wir zunächst, dieses mit „diagnostischen“ Methoden zu betrachten. Hierzu hat uns unser Leser Daniel (vielen Dank!) einige Röntgenaufnahmen des Antriebs zukommen lassen. Wir sehen darauf, dass sich im Inneren Zahnräder verbergen, die von dem auf dem Hinterrad sitzenden Zahnkranz angetrieben werden, bzw. umgekehrt. Außerdem ist gut das Schwungrad aus Metall zu erkennen, das offenbar aus drei Scheiben besteht. Auch als hintere Achse kommt eine Schraube aus Metall zum Einsatz, vermutlich, um die Reibung des Rades zu reduzieren.

LEGO City Stuntz Motorrad Röntgenaufnahme

Da diese spannenden Aufnahmen uns zwar schon eine grobe Idee des Antriebs vermitteln, aber noch nicht alle Fragen beantworten, habe ich trotzdem das blaue Bike zerlegt, was mir nur mit viel Kraft und zwei Schraubendrehern als Hebel gelungen ist. Kurzum: Ein Öffnen ist zwar für Erwachsene möglich, da nichts verklebt oder verschweißt ist, aber in Anbetracht der beiden stabilen Verzapfungen wohl nicht vorgesehen.

Zunächst entfernt man das Hinterrad durch einfaches Herausdrehen der Schraube. Hebelt man anschließend den Motor auf, präsentiert sich einem das folgende Bild des Innenlebens:

 

LEGO City Stuntz Praxistest Motorrad Zerlegt 3

Wie oben bereits gesehen, überträgt das Hinterrad, dessen rechte Seite mit einem Zahnkranz versehen ist, seine Drehung zunächst auf ein anderes Zahnrad mit weniger Zähnen und demnach einer höheren Drehzahl. Dieses wiederum überträgt die Drehung in gleicher Weise auf das Schwungrad, wobei die Drehzahl erneut gesteigert wird. Das Schwungrad besteht tatsächlich aus drei Metallscheiben, die allerdings fest mit einer Metallachse und einem weiteren kleinen Zahnrad verbunden sind.

Aber wie funktioniert nun dieser Antrieb und warum können die kleinen Motorräder, die durch das Metall-Schwungrad ja auch deutlich schwerer sind als sonst, aus eigener Kraft über die Rampe und durch den Ring springen?

Hier greift das physikalische Prinzip der Energieerhaltung. Die zusätzliche Energie, die ihr beim Anschieben aufgrund des höheren Widerstandes in das Motorrad gesteckt habt, wird im Schwungrad in Form von Rotationsenergie (also Drehenergie) gespeichert. Stellt euch hierzu am besten anschaulich einen frei drehenden Fahrradreifen vor, den ihr mit der Hand anzuhalten versucht. Wieviel Drehenergie man in einem Schwungrad speichern kann, hängt unter anderem von dessen Materialdichte ab (deshalb das Metall), vor allem aber von der Drehzahl. Dreht ein Schwungrad sich z.B. doppelt so schnell, speichert es die vierfache Energie. Auch im professionellen Einsatz, etwa im Rennsport, sind Schwungräder deshalb oft nicht sehr groß, haben dafür aber teils Drehzahlen von tausend Umdrehungen pro Sekunde. Dieses Prinzip hat LEGO sich – natürlich in abgeschwächter Form – auch bei den City-Motorrädern zunutze gemacht:

 

Durch die verbauten Zahnräder, welche die Drehbewegung aus Sicht des Hinterrades mehrfach von groß auf klein übertragen, wird die Drehzahl immer weiter gesteigert. Wie ihr im Video sehen könnt, dreht das Schwungrad sich am Ende 12 mal so schnell wie das Hinterrad.

Zur weiteren Optimierung hat LEGO auch extra das Hinterrad etwas kleiner dimensioniert als das Vorderrad, weil ein geringerer Radius beim Anschieben für zusätzliche Umdrehungen und damit erneut eine höhere Drehzahl des Schwungrads sorgt.

LEGO City Stuntz Praxistest Motorrad Vergleich Räder
Hinterrad (links) vs. Vorderrad (rechts)

Zusammengefasst sorgen also das hohe Übersetzungsverhältnis und die reduzierte Größe des Hinterrads dafür, dass zunächst viel Energie im Schwungrad gespeichert wird, die dann später wieder in den Vortrieb des Motorrads überführt wird.

Ein Schwungradantrieb, auch Friktionsmotor genannt, ist in diesem kleinen Maßstab übrigens nichts Neues, sondern kommt in diversen Spielzeugen zum Einsatz. Schon in den Neunzigerjahren gab es beispielsweise kleine Auto-Bausätze im Überraschungsei, die einen ähnlichen Antrieb besaßen, wie ihr im folgenden Video sehen könnt, in dem ich die Karosserie einmal weggelassen habe.

 

Man muss den LEGO Designern allerdings trotzdem ein Kompliment machen: Die Umsetzung dieser bewährten Idee ist dem Team aus Billund hervorragend gelungen. Der in den Stuntz-Sets verwendete Antrieb hat eine vergleichsweise geringe Reibung, was man z.B. daran erkennen kann, dass selbst bei langsamem Andrehen des Hinterrads dieses noch mehrere Sekunden nachläuft. Dadurch und durch die gelungene Auswahl von Übersetzung, Schwungrad und Hinterrad ist die Kraft, bzw. letztlich die Energie, die der Antrieb liefert, in Anbetracht seiner Kompaktheit ungewöhnlich hoch. Das Konzept wurde hier also meines Erachtens für ein Kinderspielzeug bestmöglich umgesetzt.

Der einzige Aspekt, der mit etwas Sorge bereitet, ist die Langzeithaltbarkeit. Hierzu kann ich natürlich aktuell noch keine Aussage treffen, und die Verarbeitung des Antriebs wirkt auch wertig und stabil, gleichwohl ist es aber durchaus möglich, dass die teils recht filigranen Zahnräder den Dauereinsatz im Kinderzimmer nicht ewig überleben werden.

Lohnen sich die Booster Packs mit einzelnen Stuntbikes?

Doch auch für diesen Fall hat LEGO vorgesorgt. Als möglichen Ersatz, und weil die Stunt-Bikes ohnehin die Stars dieser Themenwelt sind, bietet LEGO diese auch einzeln, also quasi als Booster Packs, zum Kauf an. Aktuell sind sechs verschiedene Stuntbikes im Sortiment, wobei von Motocross bis Rennmaschine alle gängigen Formen vertreten sind, die sich halbwegs glaubhaft mit dem standardisierten Antrieb kombinieren lassen.

Für je 7,99 Euro erhält man ein Stuntbike nebst Minifigur, wobei die Designer offenbar großen Spaß daran hatten, den Figuren und ihren Maschinen möglichst viel Charakter zu verleihen. Schauen wir uns dies exemplarisch anhand des oben bereits kurz gezeigten LEGO 60297 Power Stuntbikes an.

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Das Set enthält, neben einigen Ersatzteilen, tatsächlich nur das, was für Motorrad und Minifigur benötigt wird. Die Minifigur ist nicht besonders aufwendig gestaltet, hat also etwa keine Armdrucke und auch die Beine sind einfarbig. Der Kopf hat allerdings einen alternativen Gesichtsausdruck und auch das Visier des Helms ist bedruckt – beides ist wichtig für die Story dieses Booster Packs, auf die ich gleich noch genauer eingehen werde.LEGO City Stuntz Praxistest 60297 4

Vergleich Motorräder

Werfen wir zunächst aber einen Blick auf das Power Stuntbike im Vergleich zu den beiden „Standard-Motorrädern“, die im größeren Set bereits enthalten sind.

In der direkten Gegnüberstellung unterscheidet sich das Power Stuntbike von den beiden anderen nur dadurch, dass es einen Druck auf dem Scheinwerfer hat. Ansonsten ist es bis auf die andere Farbe der Verkleidung komplett identisch zum roten Bike.

LEGO City Stuntz Praxistest Motorräder 2 LEGO City Stuntz Praxistest Motorräder 1

Dieser Aufdruck, wenngleich ein auf den ersten Blick unwichtiges Detail, verrät uns schon viel über die „Person“ der Minifigur, die hier enthalten ist. Dass der Scheinwerfer offenbar notdürftig mit Klebeband geflickt wurde, impliziert bereits, dass der Fahrer des Motorrads nicht allzu sanft mit seiner Maschine umgeht und die eine oder andere Kollision bei ihm nicht ausgeschlossen ist.

Vergleich Minifiguren

Die Minifigur indessen verstärkt diesen Eindruck. Während die beiden Charaktere aus dem größeren Set zwar betont cool, aber ansonsten doch recht konventionell gestaltet sind, trägt der Fahrer des Power-Stuntbikes eine Panzerung und einen Gürtel in Warnfarben. Sein Gesicht drückt wilde Entschlossenheit aus, die er auch braucht, wenn er diesen Helm wirklich beim Fahren tragen möchte: Das Visier ist nämlich undurchsichtig, weshalb unser Freund seine Stunts offenbar blind durchführt!

LEGO City Stuntz Praxistest Minifiguren 1

Der alternative Gesichtsausdruck erzählt diese Geschichte humorvoll weiter, denn beim letzten Crash wurde wohl nicht nur der Scheinwerfer, sondern auch der Fahrer ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem freut sich dieser ganz offensichtlich über seine Leistung, oder zumindest über den Achtungsapplaus des Publikums.

Ansonsten ist die Gestaltung der Figuren in Sachen Aufwand durchaus vergleichbar: Alle haben unbedruckte, einfarbige Beine, unbedruckte Arme und einen mit moderatem Detailgrad gestalteten Torso. Einzig die Schulterpanzerung und das bedruckte Visier heben den Power-Stuntfahrer von den anderen beiden ab, wobei die Stuntfahrerin leider auch auf einen alternativen Gesichtsausdruck verzichten muss.

LEGO City Stuntz Praxistest Minifiguren 3

Unabhängig vom ausbaufähigen Detailgrad ist es die Ausdrucksstärke der Figur im Zusammenspiel mit dem Motorrad, die mir am Booster Pack Freude bereitet. Die Figur erzählt allein durch ihre Gestaltung eine Geschichte, und das wird bestimmt auch im Kinderzimmer für angeregte Rollenspiele sorgen. Da die meisten der anderen einzeln erhältlichen Stuntbikes in eine ähnliche Kerbe schlagen (mein Favorit: das LEGO 60310 Maskottchen-Stuntbike), empfinde ich die kleinen Sets als gelungene Ergänzung der Reihe, die auch für Kinder einen echten Mehrwert bieten kann. Bei einem erwartbaren Straßenpreis von ca. 6,- Euro macht man hier auf keinen Fall etwas verkehrt.

Fazit

Ich bin überrascht, wie gut die neuen LEGO City Stuntz-Motorräder funktionieren! Dass die meisten Sets der Reihe im Grunde nur Fassade für dieses Spielfeature sind, stört mich nicht. Denn für alle, die wie ich das Thema einfach einmal ausprobieren möchten, gibt es mit dem LEGO 60299 Stunt-Wettbewerb ein praktisches Einsteigerset, das alle wesentlichen Elemente und vor allem gleich zwei Motorräder enthält. Zudem lässt sich sich der Fuhrpark mit den „Booster Packs“ in Form einzelner Stuntbikes prima erweitern, und diese bieten – bis auf die Rampe, die man auch beim Steine und Teile-Service für kleines Geld bekommt – ebenfalls alles, was man für das  grundlegende Spielerlebnis benötigt.

Was die Langzeithaltbarkeit der Stuntbikes anbelangt, bin ich zwar etwas skeptisch, aber in Anbetracht von Verarbeitungsqualität, Funktion und Spielspaß kann ich trotzdem nur jedem LEGO Fan empfehlen, dem Thema eine Chance zu geben! Die LEGO City Stuntz Neuheiten sind unter anderem im LEGO Onlineshop, bei Amazon und auch beim Fachhändler JB Spielwaren verfügbar.

Wie seht ihr das? Habt ihr die neuen LEGO City Stuntz-Sets und besonders die Motorräder schon ausprobiert? Wie lautet euer bisheriges Fazit? Und falls nicht: Ist der Schwungradantrieb etwas, das euch neugierig macht? Tauscht euch gerne im Kommentarbereich aus.

Über Jens Herwig 279 Artikel
Mag verzerrte Gitarren, LEGO und Enten. Wollte so sein wie MacGyver, ist aber nur Physiker geworden. Erweckung aus den Dark Ages durch den Technic Unimog. Liebt alte Sets und hat ein Aquazone-Diorama im Wohnzimmer stehen.
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