LEGO Fun To Build von 1995: Das erste LEGO Videospiel und der erste digitale Baukasten!

Review LEGO Fun To Build Titel

Das heutige Review vereint in sich zwei meiner großen Leidenschaften: Alte LEGO Sets und alte Videospiele. LEGO Fun To Build war das erste LEGO Videospiel überhaupt, das erste offizielle Programm, mit dem man eigene Modelle digital bauen konnte, und sollte deshalb heute eigentlich ein bekannter Klassiker wie LEGO Island sein. Warum es nicht so kam? Nun, das erfahrt ihr in diesem Artikel.

Das Jahr 1995 war ein großartiges LEGO Jahr und zumindest für mich – gemeinsam mit den beiden Jahren davor und danach – in mancherlei Hinsicht der absolute Höhepunkt in der mittlerweile doch recht langen Geschichte unserer Lieblingsbausteine aus Dänemark. Die Vielfalt großartiger Themenreihen, damals noch ganz ohne Lizenzen, die Präsentation in den Katalogen, das damalige Verpackungskonzept mit den tollen, aufklappbaren Boxen, die schon im Laden einen Blick auf die Teile preisgaben – all das begeistert mich noch heute.

Nur eines hatte ich immer bedauert: Die LEGO Videospiele nahmen erst einige Jahre später mit Titeln wie LEGO Island, LEGO Loco und LEGO Racers so richtig an Fahrt auf. Wie gerne wäre ich einmal mit den Charakteren aus Aquazone nach Kristallen getaucht oder hätte mit einer der klassischen LEGO Space-Fraktionen der Neunzigerjahre den Weltraum erkundet, doch das musste wohl ein unerfüllter Wunsch bleiben – so dachte ich zumindest.

Dann stolperte ich vor einiger Zeit über den Namen eines LEGO Spiels, das schon 1995, also genau zu der für mich besonders interessanten Zeit, erschienen sein sollte, allerdings nur in Japan und nur auf einer obskuren Konsole, von der ich bis dahin noch nie etwas gehört hatte. Das Spiel hieß LEGO Fun To Build und die Konsole SEGA Pico – beide nenne ich inzwischen mein Eigen und möchte sie euch heute vorstellen!

Da mich neben dem LEGO Bezug auch die Konsole an sich fasziniert, beginnt das Review mit einem Blick auf deren Technik und Funktionsweise. Wer sich dafür überhaupt nicht interessiert, kann diesen Teil gerne überspringen und ab dem Kapitel „Storyware“ weiterlesen, aber ihr verpasst dann etwas. 😉

Der SEGA Pico – Flop in Europa, Dauerbrenner in Japan

In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren gab es auf dem weltweiten Konsolenmarkt zwei Platzhirsche, die um die Vorherrschaft in den Wohnzimmern kämpften: Nintendo und SEGA. Während in der 16-Bit-Ära beide Hersteller jeweils mit einem ihrer legendärsten Modelle, dem Super Nintendo Entertainment System (SNES) und dem SEGA Mega Drive, große Erfolge feierten, konnte SEGA sich mit dem 1994 erschienen Nachfolger SEGA Saturn nicht mehr gegen die neue, überaus beliebte Sony PlayStation sowie gegen den zwei Jahre später erschienenen Nintendo 64 durchsetzen. Der Stern von SEGA als Konsolenhersteller sank, weltweit betrachtet, schnell und insbesondere Sony rückte in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung.

Nur so ist es wohl zu erklären, dass der SEGA Pico, der in Europa ebenfalls Ende 1994 und in Japan bereits ein Jahr früher erschien, bei uns kaum Beachtung fand. Die Konsole richtete sich an ein sehr junges Publikum ab drei Jahren und war als Lernkonsole konzipiert, die außerdem die Hand-Auge-Koordination verbessern sollte.

Review LEGO Fun To Build Konsole 1

Im Inneren wurde der Pico von der gleichen Hardware wie der SEGA Mega Drive angetrieben, allerdings mit einem anderen Chipsatz für den Sound: Statt des FM-Chips, der beim Mega Drive für die Musik gesorgt hatte, kam beim Pico ein Sprachsynthesizer zum Einsatz (von dem LEGO Fun To Build zwar keinen Gebrauch machte, andere Spiele aber schon).

SEGA führte mit dem Pico einige Konzepte ein, die wegweisend waren und später auch anderen, hierzulande wesentlich erfolgreicheren Systemen (etwa von VTech) als Inspiration dienten. Die Konsole ließ sich ähnlich wie ein Laptop aufklappen, wobei der Großteil der Elektronik und auch die Anschlüsse für die Kabel im hinteren, aufrecht stehenden Teil saßen. Dort steckte man auch die als „Storyware“ bezeichneten Spielmodule ein, was trotz der 50 Kontakte ganz leicht und fast widerstandslos ging und somit auch für Kinder im Zielgruppenalter ohne Hilfe möglich war – ein System, das gegenüber anderen Konsolen einen großen Vorteil bot und deshalb auch von SEGA patentiert wurde.

Der SEGA Pico hatte keinen eigenen Bildschirm, sondern wurde über ein Analogkabel an den AV-Kanal des Fernsehgeräts angeschlossen, was damals noch üblich war – ganz im Gegensatz zum Bedienkonzept der Konsole! Diese hatte nämlich keine separaten Controller, sondern integrierte  das Steuerkreuz in Form von vier Tasten sowie eine weitere große Taste direkt ins Gehäuse, daneben aber befand sich die eigentliche Besonderheit: Ein Art Grafiktablett, auf dem man mittels einen Stifts Inhalte der Spiele steuern und auswählen, aber natürlich in geeigneten Programmen auch zeichnen konnte.

Review LEGO Fun To Build Konsole 8

Die Technik, die hierfür zum Einsatz kam, wird heute noch ähnlich eingesetzt und ist erfreulicherweise so simpel (aber trotzdem genial in der Umsetzung), dass ich sie euch hier kurz erklären kann. Dass ich darauf eingehe, ist übrigens nicht nur meiner persönlichen Technikbegeisterung geschuldet, sondern hilft vielmehr sehr dabei, später die Funktionsweise des Spiels zu verstehen.

Der Zeichenstift (der zwecks Versorgung und Rückmeldung der Auswahltaste über ein Kabel mit der Konsole verbunden ist) hat an seiner Spitze eine Magnetspule, die ein sich änderndes elektromagnetisches Feld aussendet. Trifft dieses auf eine Leiterschleife, so entsteht an deren Enden eine messbare Spannung. Unter dem Zeichenbereich befinden sich deshalb zwei mit Leiterbahnen versehene, dünne Folien: Eine, die sehr viele Schleifen in horizontaler und eine, die sehr viele Schleifen in vertikaler Richtung besitzt. Bewegt man nun den Stift nah über den Zeichenbereich, so tritt immer an (mindestens) einer horizontalen und (mindestens) einer vertikalen Schleife eine Spannung auf, je nachdem, wo der Stift sich gerade befindet. Die Konsole wertet diese Spannungen aus und bestimmt dadurch wie in einem Koordinatensystem die aktuelle Position und die Bewegung. Durch einen Druck auf die Spitze des Stifts – dahinter verbirgt sich ein einfacher kleiner Schalter – wählt man schließlich eine Position aus, ähnlich wie mit einer Maustaste.

Ich habe in der folgenden Animation einmal versucht, die induktive Positionsbestimmung mittels Leiterschleifen vereinfacht darzustellen:

Schraubt man den SEGA Pico auf, so lassen sich die Ränder und Anschlüsse genau dieser beiden beschriebenen Folien mit den Leiterschleifen darauf erkennen, wobei die eine mit den Leiterbahnen nach oben (grün mit hellen Streifen) und die andere mit den Leiterbahnen nach unten (grün mit dunklen Streifen) verbaut ist, damit diese sich nicht berühren. Und jetzt kommt der eigentliche Clou der Konsole: Wer sich das Bild genau ansieht, wird feststellen, dass ich hier gar nicht das Grafiktablett, sondern den oberen Bereich der Konsole geöffnet habe, also dort, wo das Spielmodul eingesetzt wird! Der SEGA Pico kann nämlich  an gleich zwei Stellen die Eingabe des Stifts auswerten: Im Zeichenbereich und im Bereich des Spielmoduls. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Bedienung, die LEGO Fun To Build, wie wir uns gleich im Anschluss ansehen werden, auch voll ausnutzt.

Review LEGO Fun To Build Konsole 9

Behaltet übrigens auch kurz die kleine grüne Platine in der oberen rechten Ecke im Hinterkopf, auf der sich gut sichtbar sechs nebeneinander aufgereihte, schwarze Sensoren befinden. Auch diese werden für das Verständnis der weiteren Funktionsweise noch wichtig sein.

Es zeichnet sich schon jetzt, bevor wir überhaupt einen Blick auf das Spiel geworfen haben, ab: Der SEGA Pico war als Kinderkonsole innovativ, vielleicht für den hiesigen Markt zu innovativ. In Europa und Nordamerika verschwand der Pico nämlich mangels Erfolg schon nach gut drei Jahren wieder aus den Regalen und muss mit gerade einmal 20 veröffentlichten Spielen als Flop gelten, während er in Japan zu einer der langlebigsten SEGA Konsolen überhaupt avancierte und erst im Jahr 2005 von seinem direkten Nachfolger, dem Advanced Pico Beena, abgelöst wurde. Es erschienen dort schätzungsweise über 300 Spiele – eines davon LEGO Fun To Build.

Die Storyware – Bilderbuch und Videospiel zugleich

Wie alle japanischen Spiele für den Pico – im Gegensatz zu den anderen Märkten, wo eine Pappverpackung für die Storyware zum Einsatz kam – erschien auch LEGO Fun To Build in einer stabilen, unverwüstlichen Kunststoffbox, die sich wie ein Buch aufklappen ließ. Darin war das eigentliche Spielmodul sicher fixiert, unter dem sich noch eine flache Aussparung für die Spielanleitung befand. Außen hatte die Box eine jeweils nur vorne befestigte Folie, hinter der ähnlich wie bei einer DVD-Hülle das Cover (aus Papier) eingeschoben wurde.

Review LEGO Fun To Build Storyware Box 5

Bleiben wir für einen Moment bei diesem Cover, das allen, die sich schon 1995 für LEGO begeistern konnten, sofort bekannt vorkommen wird: Es handelt sich bei dem verwendeten Bild, welches auch beim Spielmodul aufgegriffen wurde, nämlich um eine abgewandelte Version des LEGO Hauptkatalogs aus demselben Jahr, wobei die Inhalte, die auch im Spiel vorkommen, beibehalten, andere hingegen ausgetauscht wurden. Einen Vergleich zwischen Katalog und Coverbild des Spiels findet ihr im folgenden Slider:

Review LEGO Fun To Build Cover Slider 2Review LEGO Fun To Build Cover Slider 1

Mich faszinieren die kleinen Unterschiede, die sich hier zeigen: Zunächst bemerkt man, dass der Bildausschnitt des Spiele-Covers größer ist. Im rechten Teil des Bildes wurde die PRIMO-Rassel entfernt und das Bild wirkt etwas anders belichtet, was aber auch an der Nachbearbeitung bzw. dem Scan liegen kann. Die Aquazone-Unterwasserwelt wurde verschoben und der DUPLO Orca durch einen Delphin aus LEGO Town ersetzt, da diese Reihe im Gegensatz zu DUPLO im Spiel vorkommt. Aus dem gleichen Grund mussten auch die Hunde sowie die Belville- und die Technic-Figur ihren Platz für drei weitere Figuren mit Castle-Bezug räumen. Es fällt auf, dass jene Figuren auf dem Katalogbild Schatten warfen, die auf dem Cover des Spiels dann aber nicht mehr zu sehen waren.

Höchstwahrscheinlich wurden also bei der Fotosession für das Katalogbild verschiedene Aufnahmen angefertigt, bei denen der Vordergrund des Bildes variiert wurde bzw. teilweise komplett frei blieb. Eine dieser Aufnahme bildete dann die Grundlage für das Spiele-Cover, in das nur noch die zusätzlichen Figuren hineinmontiert wurden. Dafür spricht auch, dass es verschiedene Versionen des Katalogbildes gab, etwa hier in der kleinen EU-Katalogvariante ganz ohne Technic-Bezug:

Review LEGO Fun To Build Cover Katalog Eu
Kleine Version des LEGO Katalogs, wie sie 1995 einigen Sets beilag.

Nun aber genug von der Verpackung! Werfen wir, bevor wir die Konsole starten, noch einen Blick auf das Spielmodul selbst, die sogenannte Storyware. Dieser von SEGA erfundene Name ist ein Kofferwort, das die Begriffe Storybook, also das englische Wort für Bilderbuch, und Software in sich vereint. Besser hätte SEGA den Begriff auch kaum wählen können, denn genau darum handelte es sich bei den Spielen für die Pico-Konsole: Eine Kreuzung aus Bilderbuch und Videospiel!

Mit ihren Maßen von ca. 22,5 cm x 18 cm waren die Spielmodule des SEGA Pico außergewöhnlich groß und die aufklappbaren Seiten des Bilderbuchs aus dickem Material gefertigt, sodass auch junge Kinder das Spiel nicht allzu leicht beschädigen konnten. Die Größe des „Buches“ selbst, das immer fünf Doppelseiten umfasste, lag bei etwa 15,5 cm x 15 cm und damit bei einer recht typischen Größe für kleine Bilderbücher. Die eigentliche Platine war im Vergleich dazu beinahe winzig, wie ihr z.B. auf Seite 11 des europäischen Patents der Konsole sehen könnt, die ich euch unten als letztes Bild auch in der Galerie eingebunden habe.

Das Bilderbuch, und das ist das faszinierende an dieser Konsole, wurde in mehrfacher Hinsicht ins Spiel eingebunden. Öffnete man das Buch, so startete auch das Spiel. Blätterte man die Seiten um, so sprang auch das Spiel zum entsprechenden Kapitel bzw., im Falle von LEGO, zur entsprechenden Themenwelt. Und wählte man schließlich mit dem Stift eines der Sets im Bilderbuch aus, so startete ein zu diesem Set passender Inhalt im Spiel. Im Grunde nahm SEGA mit dieser Konsole also schon ein Stück weit die Idee des „Toys-to-Life“-Konzepts vorweg, das viele Jahre später mit Reihen wie Nintendos Amiibo oder auch LEGO Dimensions einen Boom erleben sollte und bei dem durch Interaktionen mit realem Spielzeug Inhalte im Spiel aktiviert werden.

Review LEGO Fun To Build Animation Seiten

Wie aber schaffte es SEGA, das Bilderbuch mit dem Spiel in Einklang zu bringen? Hierzu erinnern wir uns kurz an den Abschnitt oben, in dem ich auf die Technik der Konsole eingegangen bin. Zunächst diente die kleine Platine mit den sechs Sensoren dazu, die aufgeschlagene Seite zu ermitteln – das könnt ihr in der obigen Animation des Bilderbuchs gut erkennen.

Jeder Sensor ist eine Lichtschranke, die durch eine der geschlossenen Seiten abgedeckt wird. Blättert man eine Seite weiter, legt dies eine weitere Lichtschranke frei und die Konsole kann so die Seite ermitteln. Hinter der kompletten Fläche des aufgeschlagenen Buchs befinden sich die oben gezeigten Folien mit den Leiterschleifen, die die Position des Stifts ermitteln. Nun mussten die Spieleentwickler also nur noch im Programmcode hinterlegen, an welcher Koordinaten-Position sich welches Set bzw. welche Schaltfläche befand, und schon konnte man durch „Anklicken“ einer bestimmten Stelle im Buch den zur Seite und Position passenden Inhalt laden.

Die Inhalte des Spiels: Videos und Vorlagen

Nach dieser langen, recht technischen Einleitung, die hoffentlich trotzdem ein wenig interessant für euch war, schauen wir uns endlich das Spiel in bewegten Bildern an. Dafür habt ihr zwei Möglichkeiten: Ihr könnt euch das komplette „Playthrough“ am Stück auf Youtube ansehen, was allerdings ca. 45 Minuten dauert. Alternativ habe ich unten zu jeder Themenwelt und jedem Minispiel die passenden Abschnitte des Videos verlinkt bzw. eingebunden. Die eingebundenen Ausschnitte stoppen immer automatisch, sobald z.B. ein bestimmtes Minispiel abgeschlossen ist, sodass ihr sehr schön die Videos und den Artikel im Wechselspiel genießen könnt.

Wundert euch übrigens bitte nicht, wenn an einigen Stellen im Spiel mein Spielfluss etwas hakt: Ich konnte wegen des Kamera-Setups die Konsole nur so aufbauen, dass sie neben, nicht vor dem Monitor stand. Zusätzlich hatte die Videoausgabe aufgrund der Aufnahme einen zeitlichen Versatz zur Eingabe. Das alles machte die Koordination mitunter etwas schwierig, aber ich habe mein Bestes gegeben. 😉

Spielprinzip

Das Spielprinzip von LEGO Fun To Build ist schnell zusammengefasst. In jeder Themenwelt gibt es mehrere LEGO Sets, bzw. einzelne Modelle daraus, die man mit dem Stift im Bilderbuch auswählen kann. Daraufhin startet zunächst immer ein Bau-Spiel: Das gewählte Modell wird eingeblendet, sechs Teile lösen sich nacheinander vom Modell und erscheinen dann zufällig durchmischt in einem Raster am unteren Bildrand. Von dort muss man sie in möglichst kurzer Zeit im umgekehrter Reihenfolge auswählen, um das Modell wieder zusammenzubauen – ein nettes kleines Konzentrationstraining, das ich im folgenden Screenshot und dem darunter aufklappbaren Video einmal beispielhaft anhand eines LEGO Town Modells zeigen möchte.

Review LEGO Fun To Build Minibuild Beispiel
Eine der Bauaufgaben in der LEGO Town Welt: Vervollständige den Lieferwagen aus LEGO 6350 Pizza-Paules Lieferservice

Aufklappen für Video des Bau-Spiels
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Insgesamt gibt es pro Doppelseite fünf, in einem Fall sogar sechs solcher „Minibuilds“, wobei sich in jeder Themenwelt hinter zweien der Modelle ein weiteres, „richtiges“ Spiel als Belohnung verbirgt, das man später über einen Klick auf das Logo auch direkt aufrufen kann. Diese Minispiele sind ganz verschieden, weshalb ich sie euch unten im Einzelnen vorstellen werde – nach dem Bau des oben zu sehenden Pizzawagens muss man z.B. Pizzen rechtzeitig an die Besteller ausliefern.

Einen Spezialfall stellt die letzte Doppelseite dar, denn hier versteckt sich ein Modus, in dem man aus einem digitalen Baukasten heraus eigene Modelle bauen und diese sogar anschließend noch mit verschiedenen Mal- und Zeichenwerkzeugen verschönern kann. Damit stellt LEGO Fun To Build nicht nur das erste LEGO Videospiel, sondern auch die erste (offizielle) Software dar, mit der man digitale LEGO Modelle nach den eigenen Vorstellungen bauen konnte.

Review LEGO Fun To Build Freier Modus Beispiel
Der freie Bau- und Zeichenmodus

Die generelle Erläuterung der Bedienung, zusammen mit einigen Sicherheitshinweisen, fand man natürlich auch in der dem Spiel beiliegenden Bedienungsanleitung. Obwohl diese aufgrund der Beschränkung auf den japanischen Markt zum größten Teil nur in Kanji vorliegt, möchte ich sie euch nicht vorenthalten, da ich die Gestaltung, speziell der Sicherheitshinweise, sehr gelungen finde und man zumindest im Zusammenspiel mit den Videos auch beim Rest erahnen kann, welches Wissen einem dort vermittelt werden sollte.

Die Kapitel zu den verschiedenen LEGO Themenwelten und dem freien Modus findet ihr dann im weiteren Verlauf des Artikels an den passenden Stellen.

Titelbildschirm und Themenwelten

Startet man das Spiel, erscheint zunächst, wie man es von den klassischen SEGA Konsolen kennt, das SEGA Logo, daraufhin das PICO und das LEGO Logo. Ist das Buch der Storyware noch zugeklappt, landet man zunächst auf dem Startbildschirm, der das Artwork der Box aufgreift, allerdings mit nett animierten Elementen der Unterwasserwelt. Auswählen kann man hier nichts, denn das eigentliche Spiel startet erst, wenn man das Buch aufschlägt.

Review LEGO Fun To Build Startbildschirm

Alle Themenwelten, der Startbildschirm und auch der freie Modus haben dabei jeweils ihren eigenen „Soundtrack“, wobei dieses Wort hier recht hoch gegriffen ist. Durch die zugunsten der Sprachausgabe reduzierten musikalischen Fähigkeiten der Konsole musste man mit einem 3-Kanal-Tongenerator vorliebnehmen, wodurch die Melodien, positiv ausgedrückt, einen starken 8-Bit Retro-Charme versprühen. Wenn einen dies nicht abschreckt, ist die Musik aber stimmungsvoll komponiert und macht beim Spielen gute Laune, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat. Jedes Stück ist ca. 45 Sekunden lang und wird danach wiederholt.

Im folgenden Ausschnitt des Videos könnt ihr euch, wenn ihr mögt, alle sechs Stücke einmal komplett anhören. Das Video habe ich wie immer so eingebunden, dass die Wiedergabe nach dem letzten Stück automatisch stoppt.


Aufklappen für Video des Soundtracks
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Wie ihr sehen könnt, entspricht die Darstellung der Themenwelten auf dem Bildschirm genau dem, was auch das Bilderbuch zeigt, nur dass die Programmierer dem Ganzen ein bisschen mehr Leben eingehaucht haben, indem Teile der Szene sich bewegen und auch die Kamera hin und her schwenkt.

LEGO Town

Die erste der vier Themenwelten ist LEGO Town, der Vorgänger des heutigen LEGO City. Da der Titel des Spiels in Englisch gehalten ist und auch die Inhalte ganz ohne Sprache und Texte auskommen, ist die japanische Beschriftung an einigen Stellen des Bilderbuchs beim Spielen der einzige Hinweis, dass es sich hier um eine Japan-exklusive Software handelt – auf dieser Seite z.B. das Town-Logo oben links.

Review LEGO Fun To Build Storyware Town

Auch hier fällt, wie schon beim Cover, auf, dass offensichtlich Bilder aus dem Fotoshooting für die Kataloge im Bilderbuch wiederverwendet wurden. Die gezeigte Szenerie entspricht nämlich beinahe exakt einer Doppelseite im Hauptkatalog von 1995, wobei einige Teile des Bilds (Shuttle im Hintergrund) entfernt, andere dafür verschoben oder hinzugefügt wurden.

Review LEGO Fun To Build Scan Katalog 1995 1

So wurde etwa der Formel-1-Wagen nebst Mechaniker und Wagenheber – vermutlich, weil das komplette Set nicht mehr ins Bild gepasst hätte – etwas willkürlich direkt am Hafenbecken geparkt. Der Pizzawagen, der bereits 1994 als Teil von „Pizza-Paules Lieferservice“ auf den Markt kam, fügt sich da schon etwas besser in die Szene ein, denn auch am Hafen gibt es schließlich hungrige Minifiguren.

Insgesamt kann man auf der LEGO Town-Seite die folgenden fünf Modelle mit dem Stift auswählen (der Link öffnet jeweils das YouTube-Video an der entsprechenden Stelle, das Bau-Spiel läuft aber immer gleich ab):

  • Pizzawagen aus LEGO 6350 Pizza-Paules Lieferservice (1994)
  • Speedboot aus LEGO 6338 Küstenwache (1995)
  • Hubschrauber aus LEGO 6338 Küstenwache (1995)
  • Jeep aus LEGO 6338 Küstenwache (1995)
  • Rennwagen aus LEGO 6484 Formel I Bergungskran (1995)

Interessanter als das sich doch etwas wiederholende Bau-Spiel sind da schon die Minigames, die sich hinter zweien der Modelle verbergen.

Erstes Spiel: Pizza ausliefern

Hat man den Pizzawagen erfolgreich wieder zusammengebaut, darf man ihn auch gleich benutzen, um Pizzen auszuliefern! Hierzu erhält man am Anfang in einer amüsanten kleinen Animationssequenz eine bestimmte Anzahl Pizzen und muss dann durch die Straßen einer Stadt düsen, um die (optisch hervorgehobenen) Häuser zu finden, in denen die hungrigen Besteller wohnen. Diesen muss man die Pizza dann zuwerfen, wobei einem das Spiel allerdings Fehlwürfe verzeiht und diese nur von der gegebenen Zeit abgehen. Über die Frage, wo die Reservepizzen herkommen oder ob möglicherweise gar mit den gleichen Pizzen ein weiterer Zustellversuch unternommen wird, hüllt das Spiel den Mantel des Schweigens und wir wollen es deshalb ebenso handhaben. Gesteuert wird, wie bei den meisten der Minispiele, komplett mit den fünf Tasten der Konsole, also ohne den Stift.

Review LEGO Fun To Build Minigame Beispiel

Gemessen am Alter der Zielgruppe ist das Spiel recht spaßig, als erwachsener Fan freut man sich jedoch vor allem über die niedlichen Animationen. Leider gibt es nur ein Level, in dem aber immerhin bei mehrfachem Spielen sowohl die Anzahl der auszuliefernden Pizzen als auch die Position der Kunden variiert, was einen gewissen Wiederspielwert bietet.


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Hinter dem Spoiler-Tag findet ihr einen Videoausschnitt, in dem das Minispiel in bewegten Bildern zu sehen ist.

Zweites Spiel: Das große Rennen

Das zweite Minispiel verbirgt sich hinter dem Speedboot, hätte aber genauso gut auch zu jedem der restlichen Modelle gepasst: Das große Rennen. Jetzt erklärt sich auch, warum gerade diese Sets ausgewählt wurden, denn alle vier Fortbewegungsmittel, egal ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft, treten bei diesem Hindernisrennen gegeneinander an.

Als Spieler kann man sich für ein beliebiges Gefährt entscheiden und muss dann während des Rennens, das schnurgerade verläuft, nach links und rechts den auftauchenden Hindernissen ausweichen. Landet man auf einem der erste beiden Plätze, gibt es ein Stechen zwischen diesen beiden, das etwas schwieriger ist, da die Kamera näher heranzoomt.

Review LEGO Fun To Build Minigame Town 2

Speziell bei der zweiten Runde muss man sich dann durchaus etwas konzentrieren, um den Hindernissen rechtzeitig auszuweichen. Da deren Abfolge auf allen vier Bahnen verschieden ist, bietet auch dieses Minispiel einen gewissen Wiederspielwert – und wenn man damals die passenden Sets hatte, konnte man es gleich mit Freunden oder Geschwistern im Kinderzimmer nachspielen.


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Auch zu diesem Spiel habe ich einen passenden Ausschnitt aus dem Playthrough eingebunden, den ihr oben aufklappen könnt.

LEGO Aquazone

Die zweite Themenwelt war für mich der Hauptgrund, warum ich dieses Spiel unbedingt haben musste: LEGO Aquazone. Wer bei StoneWars schon eine Weile mitliest, weiß wahrscheinlich, dass Aquazone in meiner persönlichen LEGO Rangliste uneinholbar auf dem ersten Platz rangiert und mich noch heute genauso begeistert wie vor 25 Jahren. Vor allem gilt dies für die erste Welle rund um Aquanauts und Aquasharks, die 1995 sozusagen als Spin-off von LEGO Space auf den Markt kam.

Review LEGO Fun To Build Storyware Aquazone

Um die Sets aus diesem Jahr, in dem auch LEGO Fun To Build erschien, drehen sich die Inhalte im Spiel. Wir sehen auf der Doppelseite des Bilderbuchs wie auch digital auf dem Fernseher ein Artwork, für das die Entwickler sich ganz offensichtlich erneut bei den Aufnahmen für den Katalog bedienten und diese nur etwas anders anordneten bzw. den Vordergrund auf der linken Seite wegließen. Da das Spiel auch hier zunächst auf das Bauen der einzelnen Modelle abzielt, hätten die beiden Minifiguren nebst Oktopus und Kristallen im Vordergrund wohl etwas viel Raum eingenommen.

Review LEGO Fun To Build Scan Katalog 1995 2

Interessanterweise fehlt auch das LEGO 6175 U-Boot „Deep Sea“ der Aquanauts, obwohl die ohnehin nur insgesamt fünf Sets, die die Reihe zu diesem Zeitpunkt hatte, eigentlich perfekt zur Anzahl der Bau-Spiele gepasst hätte. Stattdessen können von der Aquanauts-Basisstation, dem „Palais Neptun“, sowohl das U-Boot als auch die Station selbst ausgewählt werden, wobei von letzterer im Bau-Spiel nur der Kranarm in der Detailansicht dargestellt wird, weil das komplette Modell zu groß für diese Ansicht gewesen wäre.

Die beiden Minispiele zu Aquazone sind erfreulicherweise grafisch so schön gestaltet, dass man richtig in diese Welt – Achtung, Wortspiel – eintauchen kann. Inhaltlich fallen sie meines Erachtens allerdings leider ein wenig gegenüber den anderen Minispielen ab, da sie praktisch keinen Wiederspielwert bieten und die Aquasharks darin überhaupt nicht vorkommen.

Erstes Spiel: Kristalle greifen

Das erste Minispiel erinnert an die Greifautomaten, wie wir sie von Jahrmärkten oder Autobahnraststätten kennen, nur dass dieser hier etwas „kundenfreundlicher“ gestaltet ist. Nachdem man den Aufbau des zum Palais Neptun gehörenden U-Boots erfolgreich absolviert hat, findet man sich plötzlich auf dessen Brücke wieder. Durch die achteckige Kuppel, die hier sehr schön angedeutet ist, blickt man ins Meer hinaus und navigiert den Greifarm des U-Boots mit den Richtungstasten nacheinander zu einigen Kristallen, um diese durch Drücken der großen roten Taste einzusammeln. Der Greifarm fährt daraufhin automatisch zur Transportbox, wo der Kristall abgelegt wird. Hierbei gilt es, einem patrouillierenden Hai auszuweichen – ein Aquasharks-Boot, mit dem man um die Kristalle wetteifert, wäre wohl weitaus spannender gewesen.

Review LEGO Fun To Build Minigame Aquazone 1

Die „Steuerkonsole“ unten in der Bildmitte erfüllt übrigens keine Funktion, ist aber eine ziemlich detailgetreue Nachbildung des bedruckten Slopes, der sich auch im realen Modell an dieser Stelle befindet, weshalb ich mich trotzdem sehr darüber gefreut habe.

Außerdem ermöglichte es diese Konsole den Entwicklern, unauffällig einen Hinweis auf die Steuertasten einzubauen, den wir in jedem der Minispiele wiederfinden werden. Dort blinken im Spiel immer diejenigen Tasten auf, die gerade zur Steuerung verwendet werden können – einer der Kniffe, mit dem es die Entwickler schafften, ganz ohne Texte oder Sprachausgabe auszukommen.


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Einen Videoausschnitt des Minispiels findet ihr wieder hinter dem obigen Spoiler-Tag zum Ausklappen.

Zweites Spiel: Side-Scroller

Das zweite Aquazone-Spiel startet, nachdem man das Aquanauts-Minitauchboot erfolgreich wieder zusammengepuzzelt hat, und auch hier ist wieder das soeben gebaute Set der Protagonist des Minispiels. Diesmal steuert man das kleine U-Boot aber nicht von innen heraus, sondern in Form eines klassischen Side-Scrollers. Während man das Gebiet von links nach rechts durchkämmt und dabei versucht, mehreren Haien und schnellen Strömungen auszuweichen, die einen ungewollt beschleunigen oder verlangsamen, gilt es, auf diesem Weg möglichst alle Kristalle einzusammeln. Wird man von einem der Haie getroffen, verliert man einen der Kristalle wieder. Möchte man umkehren, um einen ausgelassenen oder verlorenen Kristall aufzusammeln, so ist dies zwar prinzipiell möglich, doch wird dann irgendwann die Zeit knapp, da insgesamt nur 100 Sekunden zur Verfügung stehen.

Review LEGO Fun To Build Minigame Aquazone 2

Mit Haien, Strömungen, Luftblasen, Punkten für die Kristalle und der Antriebsanimation des U-Boots gehört dieses Spiel zu den grafisch gelungensten und fängt wie schon das erste Minispiel das Setting der Themenwelt sehr schön ein, jedoch vermisse ich auch hier schmerzliche die Aquasharks. Mangels weiterer Level ist außerdem erneut kaum ein Wiederspielwert gegeben, es sei denn natürlich, man hat nicht gleich im ersten Durchgang die volle Punktzahl erreicht. Da das Boot sich recht träge steuert (was zum Teil am Zeitversatz in meinem Setup gelegen haben kann), ist dies mitunter nämlich gar nicht so einfach, wie es zunächst aussieht, und man darf ja auch das damals angepeilte Alter der Zielgruppe nicht außer Acht lassen.


Aufklappen für Video des Minispiels
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Wenn ihr den kleinen Unterwasser-Flitzer in bewegten Bildern sehen wollt, müsst ihr dafür nur das obige Video aufklappen.

LEGO Castle

Die Themenwelt LEGO Castle, die damals mit dem deutschen Namen „Burg“ im Katalog zu finden war, stand Mitte der Neunzigerjahre noch in voller Blüte. 1993 waren die Drachenritter neu eingeführt worden, denen wir vielleicht nicht die gelungensten Burgen, dafür aber den legendären LEGO Drachen 6129c02 verdanken. 1995 folgten dann als potentielle Gegenspieler die Königlichen Ritter, deren Wappentier statt des Drachen ein Löwe war.

Review LEGO Fun To Build Storyware Castle

Genau diese beiden Ritterfraktionen finden wir auf der nächsten Doppelseite des Bilderbuchs und im Spiel wieder. Für das Artwork wurden auch hier Katalogaufnahmen verwenden, diesmal kombiniert aus den Jahren, in denen die jeweiligen Reihen auf den Markt kamen. Unten findet ihr zum Vergleich einige Scans der Kataloge.

Review LEGO Fun To Build Scan Katalog 1995 3

Fünf Sets warten erneut im Spiel darauf, von uns vervollständigt zu werden, wobei die Drachenritter mit einem Set mehr vertreten sind als die Königlichen. Die Minispiele verbergen sich hinter den beiden Burgen, wobei von diesen – wie schon beim Palais Neptun aus der Aquazone-Welt – aufgrund ihrer Größe jeweils nur ein kleiner Teil in der Detailansicht erscheint und zerlegt wird, ein Dach der Burg Königstolz und ein Drachenkopf der Burg Drachenstein.

Wenn ich von „den Minispielen“ schreibe, so ist dies allerdings bei dieser Themenwelt genau genommen etwas irreführend. Eigentlich gibt es nämlich nur ein Minispiel, das man entweder als König oder als Anführer der Drachenritter bestreiten kann und dessen grafische Gestaltung sich durch diese Wahl ein wenig verändert.

Minispiel mit zwei Versionen: Burglabyrinth

Das Minispiel beginnt mit einer Szene, die bei Nintendo-Fans starke Erinnerungen an Super Mario World hervorrufen dürfte. Man sieht eine am rechten Bildrand angedeutete Burg mit großem Burgtor, doch davor taucht nicht unser Lieblings-Klempner auf, um seinen Yoshi zu „parken“. Stattdessen werden die beiden oben genannten Minifiguren-Protagonisten angezeigt und können mittels der jeweiligen Richtungstaste ausgewählt werden.

Review LEGO Fun To Build Minigame Castle 1

Danach erscheint eine Sequenz, in der man sieht, wie der Zauberer Cerlin einige Ritter der gewählten Fraktion zunächst verhext (was lustigerweise dadurch angedeutet wird, dass diese ihre Helme gegen Zauberhüte tauschen) und sie dann auf seinem Drachen vorausfliegend in die Burg entführt.

Diesem Trupp folgt man schließlich, woraufhin sich das Innere der Burg als eine Art Labyrith entpuppt, allerdings als das einfachstmögliche: Die Figur läuft immer (automatisch) von links nach rechts durch über Bildschirm und man muss nur jedes Mal an einer Gabelung entscheiden, ob man den oberen oder den unteren Abzweig nehmen möchte. Manche Wege warten mit Hindernissen oder Fallen auf, woraufhin man entweder eine kleine Aufgabe lösen muss oder einfach eine Abzweigung zurückversetzt wird, wo man dann den anderen Weg nimmt. Am Ende steht immer der „Kampf“ mit Cerlin, in welchem man versuchen muss, den verzauberten Rittern am Drachen vorbei ihre richtigen Helme zuzuwerfen, damit diese sich wieder zurück verwandeln und flüchten.

Review LEGO Fun To Build Minigame Castle 6

Der Ablauf des Spiels ist, egal, für welche Fraktion man sich am Anfang entscheidet, komplett gleich, jedoch sehen die Burgen etwas verschieden aus (siehe z.B. Bild 1 und 2 in der obigen Galerie). Außerdem gibt es wohl minimale Unterschiede bei den Hindernissen, etwa indem ein Skelett statt eines Gespensts auftaucht, um einem den Weg zu versperren.

Ich schreibe „wohl“, da diese Ereignisse zufällig und teilweise äußerst selten im Spiel auftreten, das deshalb auch den größten Wiederspielwert hat, wenn man alles einmal gesehen haben möchte. Bei manchen Durchläufen passiert es nämlich auch, dass man auf überhaupt kein Hindernis trifft und die Burg einfach glatt von Anfang bis Ende durchquert. Mir sind beim Spielen mindestens sieben verschiedene Hindernisse und Fallen begegnet, die ich leider nicht alle im Video festhalten konnte, womöglich gibt es aber sogar noch mehr.


Aufklappen für Video des Minispiels (Drachenritter-Version)
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Aufklappen für Video des Minispiels (Königsritter-Version)
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Oben findet ihr – wieder zum Aufklappen – jeweils einen Videoausschnitt für beide Varianten des Minispiels.

LEGO Spyrius/ Ice Planet 2002

Die vierte und letzte Themenwelt, die das Spiel umfasst, ist LEGO Space und wird viele AFOLs vermutlich besonders freuen, denn dort erwarten uns die beiden Fan-Favoriten Ice Planet 2002 und Spyrius! Zwar stammten beide nicht aus dem Jahr 1995, sondern aus den Vorjahren, aber diese Entscheidung verwundert trotzdem nicht. In Europa (und vermutlich auch in Asien) widmete LEGO 1995 seine ganze Aufmerksamkeit dem Start von Aquazone, weshalb es seit vielen Jahren zum ersten Mal keine „richtige“ Erweiterung des Weltraum-Themas mehr gab. In Nordamerika erschienen zwar einige neue Unitron-Sets, aber Spyrius und Ice Planet 2002 waren für das Spiel mit Sicherheit die naheliegendere Wahl.

Review LEGO Fun To Build Storyware Space

Da diese Konstellation allerdings im Katalog nie wirklich gemeinsam auftauchte, mussten die Macher des Spiels beim Artwork ein wenig improvisieren. Wie üblich wurden zwar Versatzstücke aus verschiedenen Katalogen verwendet, die aber meines Erachtens in diesem Fall weniger stimmig kombiniert wurden als bei den anderen Themenwelten.

So ergibt etwa die fliegende Darstellung des LEGO 6973 Tripel-Raumtransporters mit geöffneten Cockpits und aufgerichteter Rakete nicht allzu viel Sinn und auch Belichtung und Farbabgleich der Spyrius-Sets lassen diese mitunter etwas wie Fremdkörper im Artwork wirken.

Review LEGO Fun To Build Scan Katalog 1995 5

Die Kinder dürfte dies freilich damals wenig gestört haben, und auch als AFOL freut man sich „als kleinen Trost“ über ein zusätzliches Bau-Spiel, denn hier können gleich sechs Modelle wieder komplettiert werden, je drei aus jeder Reihe:

Auch gibt es bei LEGO Space wieder zwei verschiedene Minispiele, die diesmal – im Gegensatz zu Aquazone – ganz gerecht zwischen Spyrius und Ice Planet aufgeteilt wurden.

Erstes Spiel: Weltraum-Suche

Beim ersten Spiel, das sich hinter dem LEGO Spyrius 6939 Mega Spy Ufo verbirgt, findet man sich ähnlich zum Aquazone-Greiferspiel plötzlich in dessen Cockpit wieder und blickt in den Weltraum. Dort sind diverse Planeten zu sehen, hinter (oder auf ?) manchen von denen sich Teile des 6889 Multifunktions-Roboters verbergen. Man visiert nun die Planeten mit einer Art Fadenkreuz an und dann… ja, was eigentlich?

Review LEGO Fun To Build Minigame Space 1

Kindgerecht interpretiert scannt man die Planeten, um die gesuchten Teile zu entdecken, aber da die Planeten danach (der Übersicht halber) verschwinden, könnte man das Spiel auch so verstehen, dass man sie zerstört, was allerdings etwas martialisch wäre. Jedenfalls gilt es, innerhalb des Zeitlimits alle Teile einzusammeln, wobei manche auch sporadisch frei im Raum auftauchen und dann rechtzeitig anvisiert werden müssen.

Dass die Verstecke für die Teile sich ändern, beschert der Weltraum-Suche auch nach mehreren Durchgängen noch einen gewissen Spielspaß.


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Für den Videoausschnitt zum Weltraum-Scan bzw. zum lustigen Planetensprengen klappt bitte wie gehabt das obige Spoiler-Tag auf.

Zweites Spiel: Air-Hockey

Das zweite Minispiel startet nach dem (Wieder-)Zusammenbau des LEGO 6834 Bobs aus der Ice Planet 2002 Reihe, und auch hier taucht dieses Fahrzeug wieder direkt im Spiel auf. Wenn die Ice Planet Astronauten nicht gerade dabei sind, Forschungssatelliten ins All zu schießen oder Eisblöcke zu zersägen, nutzen sie ihr Equipment offenbar gerne für sportliche Wettbewerbe. In einem solchen Zweikampf, der stark an Air Hockey (und letztlich natürlich auch an den Atari-Klassiker Pong) erinnert, steuert man den Bob aus der Vogelperspektive nach links und rechts, um den Puck immer wieder in Richtung des Gegners zu schießen und einen Treffer im eigenen Tor zu verhindern.

Review LEGO Fun To Build Minigame Space 2

Kurioserweise werden auch hier die Punkte in Form von Teilen eines Spyrius-Roboters gezählt, diesmal des größeren 6949 Titan Monster Robot. Hat man diesen vor dem Computergegner vervollständigt, gewinnt man das Minispiel, das als reines Geschicklichkeits- bzw. Reaktionsspiel zu denen mit höherem Wiederspielwert zählt.


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Auch zu diesem Minispiel könnt ihr oben wie gewohnt ein Video aufklappen.

Freies Bauen und Zeichnen

Die vier bisher besprochenen Themenwelten boten – aus heutiger Sicht – jede Menge Nostalgie, viele Variationen des Bau-Spiels und diverse thematisch angepasste Minispiele. Wirklich überraschend fand ich davon allerdings nichts, denn genau so etwas hatte ich mir von LEGO Fun To Build erwartet. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war das, was ich euch jetzt gerne zeigen möchte: Der freie Bau- und Zeichenmodus auf der letzten Doppelseite!

Review LEGO Fun To Build Storyware Build

Die meisten von uns kennen wahrscheinlich irgendein Programm, mit dem man digitale LEGO Modelle bauen kann. Viele Jahre war der LEGO Digital Designer, kurz LDD, äußerst populär. Er geht auf das Jahr 2004 zurück, als er im Rahmen von LEGO Design byME (bzw. LEGO Factory) veröffentlicht wurde – denn damals gab es noch die Möglichkeit, die digital erstellten Modelle bei LEGO als echte Sets zu kaufen. Doch diese Zeiten sind lange vorbei, und inzwischen wurde LDD längst durch das Bricklink Studio als Quasi-Standard abgelöst. Von Fans programmierte (und heute teilweise sehr mächtige) Tools wagten sich bereits sehr viel früher auf das Gebiet des digitalen Bauens vor. So gab es etwa schon im Jahre 1995 eine erste, damals noch DOS-basierte Version von LDraw.

Auch LEGO selbst unternahm die ersten vorsichtigen Versuche in den späten Neunzigerjahren im Rahmen seiner frühen PC-Spiele – so dachte ich zumindest bisher. Doch LEGO Fun To Build wiederlegt nun diese These: Hier handelt es sich nämlich auch um eines der ersten, wenn nicht sogar das erste 3D-Programm zum LEGO Bauen überhaupt und definitiv um die früheste offizielle LEGO Software, die dies der „breiten Öffentlichkeit“ ermöglichte – sofern man in Japan lebte und einen SEGA Pico besaß.

Zugegeben: Die möglichen Bautechniken hielten sich in diesem Spiel noch arg in Grenzen, denn es war nur möglich, Steine gerade aufeinanderzusetzen. Das Teilesortiment beschränkte sich auf 27 Einzelteile, die aber größtenteils immerhin in fünf verschiedenen Farben angeboten wurden. Als Arbeitsbereich stand auch nur eine 16 x 16 Platte zur Verfügung und die Höhe des Modells war auf acht Steine beschränkt – aber unter diesen Randbedingungen konnte (und kann) man im Baumodus von LEGO Fun To Build wirklich tun, was man möchte – und das sehen wir uns nun an!

Review LEGO Fun To Build Storyware Baumodus Slider 1Review LEGO Fun To Build Storyware Baumodus Slider 2

Nachdem man mit dem Stift den gewünschten Stein im Bilderbuch ausgewählt und ggf. über das Farbwechselsymbol dessen Farbe angepasst hat, navigiert man ihn in einem über der Baufläche schwebenden Raster mit den Richtungstasten an die gewünschte Stelle und platziert ihn dort durch Drücken des großen roten Knopfes. Ein erneutes Drücken lässt den Stein wieder nach oben springen, sodass man seine Platzierung anpassen kann – ist jedoch bereits ein neuer Stein gewählt, kann der Rest des Modells nicht mehr verändert werden. Im Falle eines Fehlers bleibt einem also nur, den letzten Schritt zu löschen oder gleich den LEGO 4144 Brick Vac Bus zu rufen, der das komplette Modell aufsammelt, sodass man von vorne beginnen kann.

Weiterhin kommt erschwerend bei jeder Aktion ein für heutige Ohren recht unangenehmer Bestätigungston hinzu, der das Bauen doch auf Dauer eher anstrengend macht. Ein nettes Komfortfeature ist hingegen die Möglichkeit, als Inspiration zwischen einigen vordefinierten Beispielmodellen wählen zu können. Die meisten Modelle haben hierbei schon die maximale erlaubte Höhe, sodass man lustigerweise etwa das abgeschnittene Dach des Hauses gar nicht vollständig bauen könnte.

Review LEGO Fun To Build Freier Modus 2

Ist man einmal soweit zufrieden mit seinem Modell (das man sich natürlich, wie oben schon angedeutet, auch von allen Seiten ansehen kann), so kann man anschließend in den Zeichenmodus umschalten. Dort erscheint das Modell dann vor einem neutralen Hintergrund, den man nach Herzenslust mit digitalen Bunstiften, Wachsmalstiften und einem Pinsel zum Einfärben verzieren kann. Ein Radierer lässt sich natürlich ebenfalls aktivieren. Kurzum: LEGO Fun To Build enthält neben dem Baumodus auch noch eine Art abgespeckte Variante von MS Paint! Außerdem gibt es hier einen sehr lustigen Stempelmodus, in dem man etwa Skelette, Delphine oder Bäume auf dem Bild verteilen kann.

Review LEGO Fun To Build Freier Modus 4

Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, dass man die gewohnten, mitunter etwas sperrigen Tools wie LDraw, Studio oder LDD ganz neu zu schätzen lernt, nachdem man einmal den Baumodus von LEGO Fun To Build ausprobiert hat. Gemessen an den damaligen Möglichkeiten überwiegt aber trotzdem die Faszination darüber, diese Funktion, gerade in Verbindung mit dem Malmodus, in einem Kinderkonsolen-Spiel von 1995 vorzufinden.


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Meine (zugegebenermaßen etwas unmotivierten) Bau- und Malversuche könnt ihr im Video bewundern, das sich hinter dem Spoiler-Tag versteckt.

Fazit

Ein persönliches Fazit zu diesem Spiel zu ziehen fällt mir überraschend schwer. Zum einen ist es ein großes Highlight für mich, dieses Spiel überhaupt gefunden zu haben. Ein offizielles, zeitgenössisches LEGO Spiel mit Aquazone, Spyrius, Ice Planet und Co., das zudem – die Konsole vorausgesetzt – noch heute problemlos zum Laufen zu bekommen ist, ist für einen Sammler und Liebhaber von LEGO Sets und Videospielen aus dieser Zeit wohl mit das Spannendste, das man sich vorstellen kann. Wie erhofft atmet das Spiel denn auch eine Menge Nostalgie, die Retro-Grafik (ja, es gab damals schon Besseres) und die 8-Bit-Musik wissen zu gefallen und auch die meisten der Minispiele machen Spaß, wenn sich auch das Bau-Spiel etwas arg oft wiederholt.

Und da kommen wir auch schon zum „Aber“. Gemessen an dem, was die Konsole gekonnt hätte – man vergleiche z.B. die Grafik mit einigen Mega Drive-Spielen – hat LEGO bzw. haben die Spieleentwickler recht wenig aus den gegebenen Möglichkeiten gemacht. Den Verzicht auf eine Sprachausgabe kann ich nachvollziehen, denn möglicherweise schielte man hier doch auf eine internationale Veröffentlichung, bei der man sich dann die Lokalisierung gespart hätte – die Storyware-Module des Pico liefen schließlich im Gegensatz zu anderen Konsolen ohne Anpassungen in allen Ländern. Was ich allerdings nicht verstehe, ist, warum man die Minispiele alle so extrem kurz angelegt hat. Warum zum Beispiel hat der Aquazone Side-Scroller nur ein einziges Level? Hier wäre so viel mehr möglich gewesen!

So kam es also, dass LEGO Fun To Build nicht der Klassiker wurde, der es hätte sein können. Das Spiel blieb exklusiv in Japan erhältlich, wurde dort vermutlich schnell von anderen, aufwendiger produzierten Spielen aus dem Bewusstsein der Zielgruppe verdrängt und da die Konsole im Rest der Welt floppte, kümmerte sich auch hierzulande kaum jemand darum. Deshalb ist LEGO Fun To Build heute nur eine schwer zu beschaffende Rarität für Sammler, und dem Rest der LEGO Welt weitgehend unbekannt.

Meiner Freude über Konsole und Spiel tun die Schwächen allerdings ingsesamt keinen Abbruch. Mit der Tatsache, dass meine liebsten Themenwelten zu einer Zeit erschienen, zu der man z.B. noch kein Aquanox im Aquazone-Stil von LEGO erwarten konnte, habe ich mich längst abgefunden. Stattdessen erfreue ich mich an dem, was ich habe: Einem schönen kleinen Retro-Spiel, das viele Sets aus meiner Kindheit auf eine liebevolle Art und Weise aufgreift und mich so noch einmal neu in die Erinnerungen daran eintauchen lässt.

Was sagt ihr zu LEGO Fun To Build? Weckt das Spiel bei euch nostalgische Gefühle und kanntet ihr das Spiel (oder überhaupt die Konsole) schon? Besitzt ihr es womöglich sogar selbst oder hattet schon einmal die Möglichkeit, es anderswo zu spielen? Welches der Minispiele sagt euch besonders zu, was hättet ihr als Entwickler anders gemacht? Ich freue mich auf eure Rückmeldungen in den Kommentaren!

Über Jens Herwig 224 Artikel
Mag verzerrte Gitarren, LEGO und Enten. Wollte so sein wie MacGyver, ist aber nur Physiker geworden. Erweckung aus den Dark Ages durch den Technic Unimog. Liebt alte Sets und hat ein Aquazone-Diorama im Wohnzimmer stehen.

32 Kommentare

  1. Off topic, aber da ihr im Adventskalender gefragt hattet: könnt ihr ein Plugin einbauen der. Anfang die durchschnittliche lesedauer anzeigt? Bin schon wieder unerwartet unterbrochen worden…

    • Wir nehmen die Anregung mal auf. 🙂 Hier soll die reine Lesedauer ca. 36 Minuten betragen, mit den Videos entsprechend mehr.

  2. Danke für den coole Bericht. Deine Technik-Analysen sind immer besonders gut!
    Eine Sache ist mir aufgefallen: die Mädchen Figur auf dem Katalog stammt nicht von Scala sondern von Belville 😉

    • Oh, ertappt. Ich gebe zu, dass diese Reihen nicht ganz mein Beuteschema sind. 😅 Danke für den Hinweis, ich passe das später an!

  3. Ich bin jetzt erst halb durch den Artikel durch, aber ich muss schonmal ein (öffentliches) Kompliment da lassen: Was für ein tolles Werk! Man merkt die Zeit, die reingeflossen ist, dem Artikel auf jeden Fall an!

  4. Was es nicht alles gibt 😊.
    Vielen Dank für den wie immer sehr aufwendigen Artikel. Bis vor kurzem (heute Morgen 😉) kannte ich weder das Spiel noch die Konsole. Toll das du auch auf die Technik eingehst und dich den einzelnen Spielen und anderen Inhalten ausführlich widmest. Wie bist du denn da dran gekommen? Etwa importiert oder vor Ort einen Verkäufer gefunden?

    • Schön, dass er Dir gefallen hat! 🙂 Die Konsole habe ich in Deutschland bekommen (ist ja auch ein deutsches Modell), das Spiel küsste ich aber importieren. Klappt aus Japan allerdings erfahrungsgemäß sehr gut, da meist alles schnell und reibungslos abläuft.

        • Ich liebe die thematisierte LEGO Epoche und klassische Videospiele. Das Spiel selbst hätte für mich ruhig noch etwas besser sein dürfen, aber ich nehme, was ich bekommen kann und erfreue mich daran. 😉 Jedenfalls war es mal wieder eine spannende Reise, das Ganze zu finden, beschaffen und erkunden.

          Edit: Jetzt erst den Autokorrektur-Fehler gesehen und den Witz verstanden – köstlich! 😂

    • So ein Sega Pica kann man gelegentlich bei Ebay bekommen. Das Angebot ist nicht groß, das gilt allerdings, wegen der geringen Bekanntheit, auch für die Nachfrage, weswegen die Preise für eien derartigen Exoten halbwegs moderat sind.
      Das Lego-Spiel ist, wie so viele, nur in Japan erschienen. Das dürfte einer der Gründe sein, warum es sich hierzulande nur sehr mäßig verkauft hat.

  5. Toll was da mal wieder ausgegraben wurde. Super spannend und interessant auch wenn ich mit der Lego-Epoche persönlich nicht viel zu tun hab.

  6. Grandios, denn auch ich habe Interesse an den alten Konsolen, der Technik und eben Lego. Das eingerichtete Lego/Maennerzimmer ist voll mit Schätzen.
    Sehr ausführlich, danke. Kannte ich bis Dato nicht. Zu dieser Zeit war das Internet rar 🤣😂

  7. Hahaha, was ist das denn bitte für ein geiles Teil? Noch nie von der Konsole gehört (und dem LEGO-Spiel erst recht nicht), aber das komplette Video muss ich mir nochmal anschauen.

    Der Artikel ist absolut super! Habe ich in einem Zug durchgesuchtet, sowohl Technikteil als auch Themenweltvorstellung. So genial eigentlich, mit den paar Lichtsensoren und dem Tastfeld, das lässt sich ja aus Mindstorms nachbauen und bietet dennoch sooo viele Möglichkeiten. Auch die Art wie der Artikel geschrieben ist hat mir super viele Freude bereitet, mit Anspielungen auf den Spyrius Todesstern, den Steinesauger und und und!

    Bezüglich der guten alten Zeit kann ich Jens nur zustimmen. Die 90er hatten leider einen ziemlich faden Abgang und sind einigen nur für Jack Stone und die Juniorisierung der Citysets in Erinnerung, welche mich fast in die Dark Ages getrieben hätten (Star Wars sei Dank). Aber die Mitte der Dekade empfand ich definitiv auch als einen der kreativen Höhepunkte in LEGOs Laufbahn. Insbesondere wieder das Design der Katalogseiten bring mich zum schmachten. 😍

    Ich bin vermutlich zu europäisch und nicht japanisch genug, um 3-Jährige vors Tablet zu setzen, besonders dann, wenn Papa jedesmal erst den Fernseher anschließen muss. Gemessen am Spielverhalten in dieser Altersgruppe muss ich jedoch sagen, da kann das erste Level gar nich oft genug wiederholt werden. Von daher kann ich den Schritt keine weitere Energie in die Entwicklug ausgefeilterer Spiele zu stecken schon nachvollziehen.

  8. Vielen Dank für den interessanten und umfangreichen Artikel, Jens 😀
    Ein bisschen Lego-Geschichts-Bildung sm Sonntag 😎

    Videospiele waren nie meine Leidenschaft, aber an diesem hätte ich bestimmt meine Freude gehabt 😉
    Gefesselt hat mich vor allem der Rückblick in die alten Kataloge – dass ich die schicke Monorail verpasst habe ärgert mich immens, aber diese muss zu Anfang meiner Dark Ages erschienen sein…
    Ich tippe auf 1995/96 ??

    • Die Unitron Monorail kam 1994 auf den Markt, wobei ich nicht weiß, wie breit diese verfügbar war. Die späteren Unitron Sets waren z. T. nur für den amerikanischen Markt.

  9. Danke für die Info 😀

    Wenn die Sets in Deutschland nur schwer erhältlich waren erklärt das mein ‚Versäumnis‘ 😉 Wobei 1994 bereits langsam die ‚Lego-Dämmerung‘ bei mir einsetzte…

    Heute weiß ich, dass ‚Nirvana‘ hören und Lego bauen keinen Widerspruch darstellt 😁

  10. mich begeistert es immer wie schon die Kataloge der 90er waren. Immer eine schöne Szenenkomposition und eine kleine ministory. Man könnte sich als Kind direkt in die Stadt oder die Welt der Thementeihe hineinfühlen und Katalog durchschauen war ein kleines Abenteuer. Heute erscheint so ein Katalog mehrfach im Jahr und alle Sets sind einfach aneinandergeworfen, lieblos, detaillos, kreativlos… schade!

  11. Sehr aufwändiger und toller Beitrag! Das Video alleine, vielen Dank dafür Jens!

    Das ist echt eine tolle Rarität, von der so gut wie niemand wusste/weiss! 🙂

    hah ja, das waren genau meine Jahre, als ich mit Lego aufgewachsen bin. Alleine diese ganzen Katalog Bilder, Nostalgie pur! Lego peak! 😉

    Den Pizza Wagen und die Pizzascheune habe ich immer noch, die Aquanaut Palais Neptun haben meine Großeltern irgendwann leider einfach an Nachbarskinder verschenkt (ich habe diese transblaue Farben geliebt <3 ), Burg Königstolz und Cerlin <3, hach ja.

    Bei den City Sets habe ich immer diese Küstenwache und den Yachthafen super toll gefunden, leider nie besessen 🙁 Da gabs glaube ich auch noch mehr Küstensets, Kran und Polizei Station etc.

    Danke danke nochmal Jens!

  12. Sodale, mal ein wenig mehr als nur eine freie konzentrierte Minute gehabt, um diese Review eines etwas anderen Produktes, das ich bis zu diesem Artikel gar nicht kannte, durchzulesen.

    Wegen solcher Artikel – auch wenn (oder gerade weil?) sie mal etwas länger und ausführlicher ausfallen – besuche ich gerne Stonewars 🙂

    Das Konzept der Konsole ist spannend, findet sich das ein oder andere auch noch in heutigen Ideen, die damals ihren Ursprung hatten. Etwas schade an der LEGO Fun to Build-Storyware finde ich, dass der Stift als Eingabegerät sehr zögerlich eingebunden worden ist und dafür die normalen Tasten als Steuerung sehr stark in den Vordergrund gerückt sind. Gab es denn Konzepte in den Storywares, bei denen ausschließlich der Stift benutzt wurde?

    • Dazu kenne ich zu wenige Spiele, aber in anderen Spielen ist der Stift zumindest sehr viel stärker eingesetzt worden, etwa bei „Ein Jahr in Winnie Puuh’s Leben“, das der Konsole standardmäßig beilag.

      • Verstehe. Danke für Deine Antwort! 🙂 Generell finde ich eine Edutainment-Konsole bzw. ein Edutainment-Endgerät mit entsprechenden Peripheriegeräten für die Zielgruppe Kinder, wie es die SEGA Pico ist, ganz sinnvoll. Heutzutage in Zeiten des Homeschooling wird teilweise wohl auch schon mit entsprechender Edutainment-Software auf den gängigen mobilen Endgeräten (Tablets, Smartphones) gearbeitet – mit dem Finger auf dem sensitiven Bildschirm. Ob es heutzutage noch andere Edutainment-Geräte für die noch Jüngeren gibt, keine Ahnung. Leider kenne ich mich in dem Bereich auch nicht aus… Spannend finde ich spielerische Lernkonzepte allemal.

  13. Hallo Jens,

    Danke für 45 Minuten pures Lesevergnügen. Ich Wette in den Artikel sind locker das zehnfache an Arbeitszeit geflossen.

    P.S.: Idee für den Stonewars Adventskalender: Jeder der will schätzt wie viel Arbeitszeit in einen Artikel, wie z.B. diesen geflossen ist und unter denen die richtig schätzen wird ausgelost. Ansonsten gewinnt der der am nächsten dran ist.

    • Oh, ich weiß nicht, ob ich das öffentlich machen will. Nur so viel: Es ist weit, weit mehr als die zehnfache Zeit. 😉 Schön, dass Dir der Artikel gefallen hat.

  14. Nach der Empfehlung im Podcast habe ich die Review gelesen und muss sagen, das hat sich wirklich gelohnt! Weder das Spiel noch die Konsole kannte ich davor. Für die Zeit in der das Spiel auf den Markt kam, war das wirklich seiner Zeit voraus.
    Vielen Dank für die Review und das Let’s Play Video, das hab ich auch (zugegeben mit Vorspulen) angeschaut.

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