Mark Stafford, Designer des LEGO 76178 Daily Bugle, stellt sich auf Reddit den Fragen der Fans

LEGO Daily Bugle Designer Mark Stafford im Designervideo des Sets 75936 T-Rex Rampage

„I’m Mark Stafford, Senior LEGO Designer. The Daily Bugle is my latest set. AMA“

Unter dieser Überschrift setzte Mark Stafford (alias u/Lego_Nabii) vorgestern Abend einen Beitrag im Subreddit r/LEGO ab. „AMA“ steht dabei für „Ask Me Anything“ und bedeutet übersetzt so viel wie „Frag mich alles, was du wissen möchtest“. Der Designer des kurz zuvor enthüllten LEGO 76178 Daily Bugle wollte damit Fans aus aller Welt die Gelegenheit geben, ihm Fragen rund um sein neustes Modell oder zu seiner Arbeit als LEGO Designer zu stellen.

Der Post enthielt neben der zitierten Überschrift auch einen Dank an das Team, das ihn bei der Umsetzung des Daily Bugle unterstützte und die Frage, was die Benutzer auf Reddit alles wissen wollen:

Thanks to the whole super-heroes and wider LEGO team for helping get this over the line during Covid restrictions. Mark T (graphics), Carter, Adam, Edward (builders) thank you particularly!

So what does Reddit want to know?

Im Verlauf des Threads ergaben sich viele spannende Einblicke in die Entwicklung des neuen Marvel-Sets und es wurden einige Fragen geklärt, die auch bei uns in den Kommentaren aufkamen. Deshalb haben wir die interessantesten Aussagen von Mark Stafford hier noch einmal für euch übersetzt, zusammengefasst und aufbereitet.

Alle Bilder und Infos rund um das neue 18+ Set findet ihr in unserem Vorstellung-Beitrag zum LEGO Marvel 76178 Daily Bugle.

Über Mark Stafford
  • LEGO Designer seit Oktober 2006
  • beteiligt an Serien wie Exo-Force, Mars Mission, Agents, Ninjago, Chima, u.v.m.
  • eine vollständige Liste der von ihm entworfenen Sets findet ihr bei Brickset

Mark Stafford (Senior LEGO Designer) über…

…den Beginn der Entwicklung des LEGO 76178 Daily Bugle:

„Ich hatte eine Woche lang nichts zu Entwerfen, da ich auf Konzeptzeichnungen zu den „Eternals“ wartete, also habe ich meinen Chef gefragt, ob ich die Daily Bugle-Idee einmal ausprobieren könnte, die ich im Kopf hatte. Es war einfach etwas, das ich unbedingt bauen wollte. […] Ehrlich gesagt bin ich erstaunt, dass es 15 Monate später tatsächlich ein LEGO Set ist!“

LEGO Marvel 76178 Daily Bugle Titelbild

…den zeitlichen Ablauf der Entwicklung:

„Ich glaube, mein erstes Skizzenmodell entstand im Herbst 2019. Als es dann endlich für ein Set ausgewählt wurde, hatte ich etwa fünf Monate Zeit, es zu perfektionieren und gut baubar zu machen, und habe es vor etwa zehn Monaten fertiggestellt. Dann begann die harte Arbeit von anderen Leuten. Bauanleitungen, Grafiken, Produktion der 3700+ Teile, alles verpacken, ausliefern. Ich mache nur den spaßigen Teil :)“

…die Zusammenarbeit im Design-Team:

„Sobald ein Set grünes Licht bekommen hat und wir ein Design-Briefing haben, liegt es in der Regel an den einzelnen Designern. Meistens arbeiten wir alleine, aber in diesem Fall bekam ich auch Unterstützung vom Rest des Teams. Carter Baldwin half bei einigen der Innenräume (das Schreibtisch-Meme) und einem Entwurf für den Zeitungsstand. Adam Grabowski ist unser Autoexperte (’66er Batmobile etc.) und ich fragte ihn, ob er ein NY-Taxi in seiner Kiste mit ungenutzten Ideen hätte. Er hatte welche, überarbeitete sie dann aber trotzdem noch einmal komplett für das Set, und Edward L., der ein Design-Student im Praktikum bei LEGO war, baute den Spider Buggy (und übrigens auch das Raumschiff der Guardians, zusammen mit Chris Perron).“

…die Auswahl der Minifiguren:

„Ich hatte zu Beginn eine Liste erstellt, die etwa 60 Minifiguren enthielt!

Ich wollte die originalen Sinister Six, aber wir konnten es einfach nicht verwirklichen, uns gingen die neuen Figuren aus, die wir herstellen konnten. Weil das Set so viele Minifiguren enthielt, wurden viele Figuren aus diesem Set in die Standard-Linie verschoben (sie kamen schließlich zuerst heraus).

Um ein paar Namen zu nennen: Ich wollte Deadpool, The Human Torch, Iceman, Spider Woman – alles Kumpels von Spiderman. Aber Marvel musste ebenso zustimmen und einige der Entscheidungen, Figuren aufzunehmen oder nicht, lagen bei ihnen und wie ich schon sagte, bei anderen Figuren hatten wir einfach nicht mehr die Kapazität, um sie in das Set aufzunehmen.“

LEGO Daily Bugle 76178 Alle Minifiguren
Alle 25 im Daily Bugle enthaltenen Minifiguren

…den Entwurf neuer Minifiguren für dieses Set:

„Wir schauten […], wie viele neue Minifiguren das Superhelden-Team in diesem Jahr produzieren kann und ob wir einige von ihnen mehr als einmal verwenden könnten, um mehr in dieses Set aufzunehmen, als es eigentlich möglich gewesen wäre. Außerdem arbeiten wir mit Marvel zusammen, die ihre eigenen Pläne haben, von denen wir nichts wissen, was dazu führen könnte, dass ein paar Figuren aus der Planung doch nicht erscheinen konnten!“

„Wenn ihr seht, dass irgendeines der diesjährigen Marvel-Sets eine neue Figur enthält, die auch in diesem Set enthalten ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie genauso für den Bugle entworfen wurde, wie für das kleinere Set.“

…die Pläne von Marvel und ihre Einflüsse auf die enthaltenen Figuren:

„Marvel sagt uns nicht, warum sie ein Veto einlegen oder uns einen bestimmten Charakter vorschlagen. Am Ende raten wir genauso viel wie ihr, nur etwa ein Jahr früher!“

…Minifiguren mit „18+ Charakter“:

„Es ist immer eine Herausforderung „erwachsenere“ Charaktere in die Sets zu bringen. Wir arbeiten eng mit Marvel zusammen, um unseren beiden Marken gerecht zu werden.“

LEGO Marvel 76178 Daily Bugle (35)
Daredevil

…die Optik des Gebäudes:

„Die Inspiration kam größtenteils aus den Comics. Es war fast unmöglich, zwei Künstler zu finden, die den Bugle auf die gleiche Weise gezeichnet haben, aber viele von ihnen hatten das graue, rechteckige Bürogebäude aus den 1960er/70er Jahren als Stil. In letzter Zeit haben viele Marvel-Künstler das X,Y,Z-Gebäude in New York als Inspiration verwendet (ich vermute, weil News International (Fox) dort ihren Sitz haben), aber ich wollte etwas generischer sein und wählte deshalb das klassischere Comic-Erscheinungsbild als meine Quelle.“

Marvel Daily Bugle

…das Flatiron Building als bekanntere Vorlage:

„Der Bugle wurde in den Comics immer als moderner, rechteckiger Wolkenkratzer dargestellt, bis zu den Raimi-Filmen war dies […] sein ikonischer Look. Nach den Filmen ist das Flatiron-Gebäude in den Köpfen vieler Leute hängen geblieben (Fun Fact: das Flatiron ist eine eingetragene Marke und erfordert eine Lizenz). Die neueren Videospiele nahmen einen Mittelweg und färbten einen normalen Wolkenkratzer beige – eine Wahl, die ich ebenfalls fast getroffen hätte, aber die Minifiguren entfalten sich vor einem grauen Hintergrund viel besser.“

…die Entwicklung eines Modells während der Pandemie:

„Eine Zeit lang waren die Designer die einzigen Leute im Büro, da die meisten von uns nicht von zu Hause aus arbeiten können. Ich kann das, da ich ein eigenes Zimmer voller LEGO in meinem Haus habe, also wurde etwa die Hälfte [des Daily Bugles] in meinem Keller entworfen.“

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…seine Vorgehensweise beim Entwerfen eines Modells:

„Ich entwerfe alles mit echten Steinen. Ich gehe erst dann an den Computer, wenn ich mit der Preisfindung für mein Modell beginnen muss. Danach geht es wieder vom Computer zum physischen Modell hin und her, um die Dinge an die Bepreisung anzupassen. Wenn ich rein digital arbeite bin ich mir nie sicher, was passiert, wenn ein Modell in die Hand genommen und damit gespielt wird.

Bei diesem Modell hatte ich etwa vier bis fünf Monate Zeit, von der Freigabe des Modellentwurfs bis zur endgültigen Version. Nicht viel für ein Modell dieser Größe. In diesem Fall arbeitete ich in den ersten Monaten an der Struktur und Carter arbeitete an einer Reihe von Ideen für die Inneneinrichtung, den Zeitungsstand usw. Sobald ich mit der Struktur zufrieden war, nahm ich seine Arbeit und integrierte sie (und verschlimmerte seine Entwürfe) in den Gesamtaufbau.

So oft es geht verwenden wir Teile in Farben, die bereits in der Produktion sind. Aber wenn ein Teil benötigt wird, nehmen wir die Änderung auch vor. Solange ich neue Teile umgehen kann, werde ich das tun, aber niemals, wenn dadurch die Spielbarkeit oder das Bauerlebnis beeinträchtigt wird. Es gibt jedoch etliche Iterationen und mit jeder Änderung eine stetige Verbesserung.“

…die Vergabe von Setentwürfen an die jeweiligen Designer:

„Wenn wir etwas sehen, das uns gefällt oder für das wir uns begeistern, können wir darum bitten, diesen Entwurf zu bekommen. Als ich zum Beispiel das dreieckige Raumschiff der Eternals sah, habe ich darum gebeten, es umsetzen zu dürfen, da ich keine Ahnung hatte, wie man ein passendes Dreieck bauen sollte, und ich liebe Herausforderungen (wie den großen T-Rex, um den ich ebenfalls gebeten habe).

In diesem Fall war es von Anfang an meine Idee und es erschien mir nur logisch, damit fortzufahren.“

…die größten Herausforderungen beim Entwurf des Sets:

„Ich wollte alles gut zugänglich machen. Natürlich hätte ich die Stockwerke wie bei einem Modular Building abnehmbar machen können, aber ich wollte etwas wie das Ghostbusters-Feuerwehrhaus, bei dem man den Innenraum besser erreichen kann. Ich kam schließlich auf die Idee mit den abnehmbaren Fensterscheiben. Aber diese waren ursprünglich sehr instabil. Es war Carter Baldwin, der die Eisenbahnschiene aus den 1960er Jahren vorschlug, um dieses Stabilitätsproblem zu beseitigen – was dem ganzen Gebäude schließlich seine einzigartige Textur verlieh. Ich habe auch versucht, auch auf der Rückseite einige herausnehmbare Fenster einzubauen, aber dadurch wurde der Turm instabil.“

LEGO Marvel 76178 Daily Bugle (9)

…weitere Anbaumöglichkeiten für das Gebäude:

„Die Verbindungen sind da, um zu den Modulars zu passen. Ein paar [der Modulars] sehen aus wie New Yorker Brownstones, also dachte ich mir, dass eine einfache Umwandlung in die Anwaltskanzlei von Nelson und Murdock gemacht werden könnte.

Außerdem dachte ich, dass es Jamie Berrard (sic!) (Anm.: Jamie Berard ist Designer vieler Modular Buildings und Creator Expert / 18+ Modelle) ärgern würde, eines seiner schönen Modular-Gebäude neben diesem Betonkasten aus den 1960er Jahren zu sehen, also musste ich es tun :D“

LEGO Marvel 76178 Daily Bugle Modular Buildings 2
Der LEGO Daily Bugle zwischen Buchhandlung, Polizeistation und Stadtleben (Montage: StoneWars)

…seinen Bezug zu Spider-Man:

„Ich glaube, ich habe alle Spider-Man-Comics von 1963 bis etwa in die späten Neunziger gelesen, und dann Spiderverse und einen Haufen anderer neuerer Werke. Und ich liebe die Tobey-Maguire-Raimi-Filme, und Andrew Garfields und Tom Hollands MCU-Spider-Man ist perfekt. Ich habe Platin im Videospiel erreicht, ich liebe Spider-Man einfach. Er ist so sympathisch und jeder scheint mit seiner Interpretation den einen oder anderen Aspekt des Charakters zu treffen.“

…die Entscheidung „Druck oder Sticker“:

„Der begrenzende Faktor sind nicht die Finanzen, sondern derselbe, den ihr zu Hause auch habt. Der Platz. Nach einer Weile geht euch der Platz für euer LEGO aus. Stellt euch vor, dass jede Fabrik eine begrenzte Menge Platz hat […] Jede produzierte Art Stein, in jeder Farbe, kommt in eine eigene Box. Diese Box muss gelagert werden, bis die Steine in die Tüten für die Sets verpackt werden. Es gibt also Tausende von Boxen. Jedes Jahr werden einige Teile nicht mehr hergestellt und das hinterlässt leere Schachteln, die wir mit neuen Elementen füllen können (oder mit den gleichen Elementen in neuen Farben). Jedem Team von Designern wird also eine Anzahl von Kisten zugewiesen, die es füllen kann.

Nehmen wir also an, ihr wollt neue Minifiguren-Beine. Zuerst produziert man die Hüften und füllt sie in eine Box, dann die linken Beine – füllt eine Box, die rechten Beine – füllt eine Box. Dann baut man alle diese Teile zusammen und füllt eine weitere Box in der Fabrik. Wenn wir die Beine dann noch bedrucken, kommt noch eine weitere Box hinzu.

Aber man muss auch bedenken, wenn wir die Beine nicht bedrucken, dann haben pro vier nicht bedruckten Beinen vier Kisten eingespart und das bedeutet, wir könnten einen kompletten zusätzlichen Satz Beine herstellen. Das könnte bedeuten, dass wir eine ganz neue Figur herstellen können. Oder ein Designer kann die Farbe eines Steins ändern, um diese eine gesparte Box in der Fabrik zu füllen, oder ein anderes Element bedrucken. Viele Leute wünschen sich, dass wir jedes Teil bedrucken, statt Aufkleber zu verwenden, aber ihr müsst euch dieses Problem anhand der Boxen vorstellen. Ein Aufkleberbogen benötigt eine Box, aber jedes bedruckte Teil belegt eine eigene Box ohne den Druck und eine weitere Box mit dem Aufdruck. Es würden Dutzende von Boxen nötig sein, um eine einzige Box für einen Aufkleberbogen zu ersetzen.

Natürlich ist das stark vereinfacht, es gibt auch ein Limit, wie viele Maschinen es gibt und wie viel Zeit wir zum Wechseln der Formen in diesen Maschinen verwenden können, und eine Million anderer winziger Probleme, mit denen ich mich zum Glück nicht beschäftigen muss, die die Anzahl der verfügbaren „Boxen“ begrenzen. […]“

…Stan Lee als Minifigur:

„Stan Lee ist, wie George Lucas, eine reale Person und nicht in den Lizenzverträgen für seine Werke enthalten. Ich hätte Stan Lee aber gerne in das Set gepackt.“

…den Einfluss von Marvel auf die Entwicklung der LEGO Sets:

„Marvel muss alles absegnen. Bei Sets wie diesem, die nicht auf einem Film basieren, oder auf Filmen, die bereits erschienen sind, ist es ziemlich einfach, da sie ihre eigene „Bibel“ für jeden Teil des Marvel-Universums haben und ziemlich schnell entscheiden können, ob etwas „richtig“ ist. Die einzige wirkliche Änderung hier war das ‚Daily Bugle‘-Schild, ich wollte gelb, Marvel wollte rot. Marvel hat gewonnen 🙂 Sieht in Rot immer noch cool aus, also gewinne ich auch.

Wenn es um einen Film geht, der gerade noch produziert wird, muss man manchmal auf eine Antwort warten, da sie erst die Leute fragen müssen, die den Film machen, manchmal sogar den Regisseur während der Dreharbeiten! Ich kann mir nicht vorstellen, nach einem langen Drehtag mit Hunderten von Leuten heimzukommen und jemand fragt, ob das Regal in diesem LEGO Modell die richtige Farbe hat. Wenn man wirklich Glück hat, enthält die Antwort auch Fotos vom Filmset, und das ist dann wirklich toll zu sehen.“

…die unterschiedlichen Hautfarben der Nebencharaktere des Sets:

„New York wäre nicht New York ohne seine Bürger. Wir sind uns des Themas  bewusst und werden weiterhin so viele unterschiedliche Menschen wie möglich einbeziehen, LEGO ist für alle da.“

…die Möglichkeit, das zerbrochene Fenster mit den enthaltenen Steinen „zu reparieren“:

„Alle Teile, die benötigt werden, um das Fenster in unbeschädigtem Zustand zu bauen, befinden sich bereits in der Explosion. Ich wollte das unbedingt so haben!“

LEGO Marvel 76178 Daily Bugle (15)

…die neuen „Infinity Saga“ Sets:

„COVID-19 verzögerte alle neuen Filme und damit auch die auf ihnen basierenden Sets, also brauchten wir ein paar neue Sets, um sie zu ersetzen. Wir hatten tonnenweise Ideen rund um die Infinity Saga, denn wenn wir die meisten Sets entwerfen, arbeiten wir nur mit den Konzeptzeichnungen, die Marvel uns zur Verfügung stellt. In den endgültigen Filmen gibt es dann Szenen oder Fahrzeuge, die anders aussehen. Es war großartig, diese Teile des MCU wieder aufzugreifen und wir arbeiteten mit Marvel zusammen, um Ideen und Helden auszuwählen, die wir dann umsetzen wollten.“

„Ich habe den Black Panther Dragon Flyer entworfen – das erste Set, das ich nach dem Bugle gemacht habe. Ich bin insgesamt zufrieden, es war eine Herausforderung, Shuri ins Cockpit zu bekommen. Ich wünschte nur, wir hätten ein Scheiben-Element, das etwas runder ist, es ist oben einfach etwas zu flach.“

LEGO Marvel 76186 Black Panther Dragon Flyer 3
LEGO 76186 Black Panther Dragon Flyer – entworfen von Mark Stafford

…seine Einstellung zum Thema Leaks:

„Ich hasse Leaks. Wir haben einige großartige Vorstellungen geplant und viele werden nur ein oder zwei Tage vorher verdorben. Es ist aber viel schlimmer, wenn es Monate im Voraus ist. Der ganze Schwung ist weg, wenn die Sets enthüllt werden. Leaker wurden in der Vergangenheit schon erwischt. Wir zermahlen sie dann und gießen aus ihnen Galidor-Figuren. Nein, im Ernst, es gefährdet ihren Zugang zu zukünftigen Set-Bildern und die meisten erwischten Leaker tun es nie wieder.“

…die Kontaktaufnahme von Fans zu den Designern:

„Wenn ihr euch aus irgendeinem Grund an LEGO wendet, lasst uns wissen, was ihr in Zukunft wollt. Jeder Kommentar wird gelesen und wir achten dabei auch auf häufig wiederkehrende Wünsche. Wenn alle das „Squirrel Girl“ oder den „Arm-Fall-Off-Boy“ haben wollen, wird das an unser Team weitergeleitet und wir sprechen eventuell mit dem Inhaber der Lizenz darüber. […]

Ebenso lieben es die Designer, Kommentare zu ihren Sets zu lesen (bitte seit freundlich). Wenn wir dann zum Beispiel sehen, dass die gleichen Charakternamen immer wieder als fehlend auftauchen (Daredevil), dann merken wir uns das.“

Weiterführende Links

Wenn euch die Einblicke in den Alltag eines LEGO Designers gefallen haben und ihr euch für die Hintergründe der Entwicklung eines LEGO Sets interessiert, kann ich euch den Livestream zum Aufbau der LEGO 71741 Ninjago City Gardens empfehlen, in dem Lukas und Jonas den Designer des Sets, Markus Rollbühler, zu Gast hatten:

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Abschließend möchte ich an dieser Stelle betonen, wie sehr mich die Offenheit von Mark Stafford, aber auch den anderen Designern in Billund und ihre Nähe zu den Fans immer wieder freut! Die Entwickler sind selbst die größten Fans von LEGO oder, wie im vorliegenden Beispiel, den Geschichten und Figuren hinter den Lizenzen. Einige bauen nach Feierabend grandiose MOCs und sind auch nach ihrem Einstieg bei LEGO weiterhin Teil der Fan-Community. Gerade diese Aspekte, die kindliche Begeisterung der Designer und die Leidenschaft, die in solch einem Modell wie dem Daily Bugle steckt, machen ein LEGO Set für mich zu mehr als einem (schön zusammengesetzten) Haufen ABS-Steinchen. Jedes Set erzählt auch eine Geschichte über seine Hintergründe und seine Entstehung und ich bin froh über jede Annekdote, die die Entwickler mit uns teilen.

Jetzt seid ihr an der Reihe! Interessieren euch die Hintergründe der Sets und die Geschichten rund um die Designer? Folgt ihr den Social Media Kanälen der LEGO Designer oder schaut ihr die Designervideos zu den großen Sets? Gab es Aussagen von Mark Stafford, die euch überrascht, gefreut oder verwundert haben? Tauscht euch gerne in den Kommentaren dazu aus!

Über Tobias 14 Artikel
Als Star Wars Fan kaufte er sich als Kind von seinem ersten Taschengeld Luke's Landspeeder (7110) und kam während des Studiums durch das Modell der Saturn V zurück zu LEGO.

58 Kommentare

  1. Ich kann mich nicht entsinnen, wann das letzte mal so interessante Einblicke in den Designprozess gewährt wurden. Das bringt dutzende Diskussionen voran, gerade der Part mit dem Teiledruck.

    Danke für die Aufbereitung!

    • Das sehe ich genauso. Mir geht nämlich diese ständige Aufkleber Diskussion auf den Keks. Das ist Kinderspielzeug und kein High-End-Modellbau-Premium Modell. Und selbst im Bereich Modellbau gibt es Aufkleber oder Nassschiebebilder.

      • Ich kaufe zar nur sehr selten Lego für mich oder meinen Sohn , finde die Aussage das es Kinderspielzeug ist gemessen an dem dafür veranschlagten Preis aber durchaus verwirrend.

        Ich fände es generell angenehm, wenn Lego eine Serie ausschließlich im premium Preis Segment fahren würde (wie die Sets teilweise bisher) und dazu ein low/medium Budget Linie als „echtes“ Spielzeug, gern auch komplett ohne Aufkleber.

        Meinen Sohn interessieren die Aufkleber jedenfalls herzlich wenig, mich die Preise für die entsprechenden Sets dafür um so mehr…

  2. Dafür das einige Abstriche gemacht werden mussten finde ich das set wirklich super gelungen. Ein bisschen schade das sich Figuren wiederholen wie doc ock, Mysterio oder spider-Ham, aber zu dem Set passen sie trotzdem alle. Ich find es auch verständlich das einige Figuren wie ice man und human torch nicht drin sein können. Erstere gehört zu den X-men und letzterer zu den fantastischen Vier deren Film ja erst kürzlich angekündigt wurde.

  3. Ein toller Einblick bts.
    Sehr informativ und eine nachvollziehbare Antwort auf die Stickerbögen in den Sets gab es auch.
    Ich wünsche mir mehr solcher Artikel zu den Sets.

    • An dieser Stelle bedanke ich mich mal stellvertretend für alle lobenden Kommentare! 🙂 Da wir auch selbst sehr interessiert an den Hintergründen und Geschichten rund um die Sets sind wird es solche Artikel (oder Videos) auch in Zukunft immer mal wieder geben, allerdings sind wir dabei natürlich auch auf die Offenheit der Designer angewiesen.

  4. Super interessant, vielen Dank für die neuen Einblicke in Entwicklungs- und Produktionsprozesse, das erklärt die Sache mit den Drucken sehr gut, ich würde mir trotzdem mehr Drucke und weniger Aufkleber wünschen.
    Galidor fand ich übrigens super, da spielen Kinder bei mir heute noch sehr gerne mit und kombinieren menschlicher Körperteile mit außerirdische Extremitäten und kreieren die aberwitzigsten Kreaturen. Und alle wundern sich, wenn ich erkläre, dass es sich dabei um Lego handelt.

  5. Jetzt wird mir VIDIYO noch unsympathischer – wieviele Boxen da verschwendet wurden mit denen man sinnvolle Drucke machen hätte können

    • 🤔 stimmt. So viele neue Teile und alle bedruckt. Alle Figuren, die Fliesen, und auch sehr viele neue Mods. So ein Boxenverbrauch.😭
      Auf der anderen Seite fehlen Boxen um Ritterschilde zu bedrucken. Das wird dann mit Aufklebern gelöst. 🤷

      • Das Bricklink Designer Program unterliegt sicher nochmal ganz anderen Regeln, damit will man eben „außer der Reihe“ den Fans noch mal die Chance geben abgelehnte Entwürfe zu crowdfunden.

        • Ja, das mag so sein mit dem BDP. Wenn allerdings beispielsweise neue Forestman-Sets als 3:1 creator Set erscheinen, dann werden die Boxen eh gebraucht werden, da voraussichtlich bedruckt werden würde.

          • Dann würden dafür Boxen gebraucht werden, ja. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass das BDP mit seinen vielen Unplanbarkeiten einen Einfluss auf die Planung der LEGO Produkt- und Teilepalette hat. Von daher kann man da das eine überhaupt nicht mit dem anderen vergleichen.

    • Guter Punkt. Bei einigen Set kann man plötzlich alles bedrucken,bei anderen nicht. Ist für mich genauso ein Rätsel wie die Preisgestaltung.

    • Die „Boxen“ dürften eben auch nach gewissen wirtschaftlichen Gesichtspunkten verteilt werden. Und wenn die Fliese dann halt zum USP des Sets / der Reihe gehört, ist es eben logischer sie zu bedrucken. Wobei 2×2 Fließen auch zu den am wirtschaftlichsten zu bedruckenden Teilen gehören dürften, maschinentechnisch wird das recht einfach sein, sie werden für kleine Sets in hohen Stückzahlen produziert, etc.

  6. Sehr schönes Interview und interessante Einblicke. Das Set steht auf meiner Wunschliste auf jeden Fall relativ weit oben. Ich fürchte nur, dass ich damit Tür und Tor für Modular Buildings öffne und die dann auch noch anfange zu sammeln 😀 Das würde meinem Geldbeutel endgültig den Todesstoß versetzen.

    • Die Idee kam mir auch schon. 😉 Schwierig. Andere schaffen es ja auch alles zu bedrucken. Zudem hat Lego ja auch nicht alle Sets ewig im Angebot. So richtig kann mich die Begründung jedenfalls nicht überzeugen. Mag ja sein, dass es so ist. Heißt aber nicht, dass es nicht auch anders oder besser ginge. Komischerweise scheint das für die kleinen Sets von Vidiyo aber kein Problem zu sein. Da werden bedruckte Steine ohne Ende rausgehauen. Nein, die Begründung passt für mich ganz und gar nicht.

      • Sicherlich spielen hier nicht nur die Kapazitäten eine Rolle, sondern auch das Budget. Vidiyo verkauft sich ja (wenn auch sicherlich nicht so gut wie LEGO es gerne hätte) hauptsächlich über die Figuren und bedruckten Beatbits. Hier sind Drucke also essenzieller Bestand der Sets. Dazu kommt der (vorraussichtlich) kurze Lebenszyklus, die „Boxen“ werden also nicht Jahre lang blockiert. Drucke sind sicherlich kostspieliger als Aufkleber und lohnen sich daher vor allem bei günstigen Sets, die in großen Mengen abgesetzt werden können.

        Zum Punkt, dass andere auch alles bedrucken können, muss man denke ich erwähnen, das Alternativhersteller es eben nötig haben, sich entweder über den Preis oder die Qualität (und sei es nur bei den Drucken) abzuheben. Für sie mag das finanziell sinnvoll sein, für LEGO wahrscheinlich weniger. Wir dürfen nicht vergessen, dass Aufkleber viele Fans kaum stören und sich die meisten Sets ja auch so verkaufen.
        Logistisch ist es auch nicht damit getan, einfach mal ein paar Boxen zusätzlich zu kaufen, auch wenn der Kommentar oben sicherlich ein Witz sein sollte.

      • Nun ja, „alles“ ist halt auch eine sehr relative Anzahl. 😉 Man darf mir gerne Statistiken vorlegen, aber rein aus dem Bauch heraus würde ich behaupten, dass LEGO sicher deutlich mehr bedruckte Teile im Sortiment hat als alle anderen Klemmbausteinhersteller. Und auch wenn die Machbarkeit mit der Firmengröße skaliert, dann sicher nicht im Maße „66 bedruckte Teile pro Ninjago City Gardens“. Klar könnte LEGO dann auch einfach alle Sticker weglassen, wenn sie Teile nicht bedrucken wollen (rein für die Statistik), aber das kann ja jeder selbst zu Hause immer noch tun.

        • Ich frage mich auch manchmal, wie vergleichbar das wirklich ist. Der Druck-Champion in der Branche ist wahrscheinlich Cobi. Ich habe da zB gerade die P-51 Mustang fertig gebaut. Teilequalität mindestens auf Lego-Niveau, Klemmkraft sogar deutlich stärker (was nicht immer vom Vorteil ist, zugegeben). 265 Teile, davon 26(!) bedruckt. Exklusive Tom-Cruise-Minifigur. „Maverick“-Lizenz. Kostet? 28,50 Euro UVP. Ich will gar nicht wissen, wie viele polnische Boxen das Set blockiert 😀 Okay, das Set hat auch 4 Aufkleber, aber diese wären mit Drucken nur schwer realisierbar gewesen, weil sie über 5 Plates gehen.
          Aber es ist schon richtig, die Produktionsmenge und Sortimentgröße bei Lego ist sehr viel größer, ein direkter Vergleich hinkt da.
          Dennoch sollte Lego vielleicht mal ein wenig auf die Fans zugehen und zumindest einige besonders hässliche Aufkleber (aktuell die „Friends“-Türe zB) als Drucke rausbringen und dafür vielleicht einen anderen Druck weglassen. Fingerspitzengefühl. Oder vielleicht das Lager mal erweitern. 😉

          • Ist dann mit knapp 11ct/Teil aber auch kein Schnäppchen mehr (auf die UVP bezogen), sondern ordnet sich eher im normalen bis gehobenen LEGO Preissgment ein (vergleichbar mit 30€ Marvel Sets würde ich mal sagen). Aber Ein-Punkt-Statistiken helfen halt wenig bei sowas, man findet ja für fast alles einen Ausreißer in die eine oder andere Richtung. Zudem würde ich vermuten, dass COBI sich generell anders ausrichtet was die interne Kalkulation angeht. Bei den COBI-Sets bekommt ja auch oft gefühlt jede Rundung oder Heckflosse ihr eigenes Formteil. Ich denke mal, da sind eben die Ziele und demnach auch die interne Kalkulation etwas unterschiedlich.
            Beim Friends-Set bin ich gespannt, ob die Sticker dann auch in echt so rüberkommen. Werdenw wir bald sehen. Wenn für meinen Geschmack aber noch ein Druck im Friends-Set fehlt, dann auch auf jeden Fall bei Monicas Tür.

          • Ja, Cobi ist preislich auch locker auf Lego-Niveau angekommen. Und ja, die Zielgruppe ist anders. Das ist schon fast Modellbau. Ein weiterer Grund, warum man die unterschiedlichen Hersteller nicht unbedingt miteinander vergleichen kann.
            Und genau, die Türe meine ich.

          • Was noch dazu kommt, das Lego eine weitaus breitere Themenpalette hat als Cobi die Anzahl der erscheinenden Cobi Sets sind im Vergleich zu dem was Lego jedes Halbe jahr in unzähligen Themenwelten raus bringt doch eher ein Witz – wieviel Sets sind für das kommende Halbjahr angekündigt 5-10 in einem doch recht überschaubaren und wiederkehrenden Bereich der Militaria …was natürlich auch die Sonderteile oder Aufwand der der Herstellung doch sehr stark eingrenzt.. das ist alles nun wirklich nicht mit dem vergleichen was Lego an Produkte raus haut ^^

  7. Das ist auf jeden Fall die beste Erklärung für Sticker vs. Drucke, die ich bisher gelesen habe. Darauf kann man verlinken, wenn zum hundertausendsten Mal über die „Stickerpest“ gemeckert wird — denn einige von denen, die da meckern, haben sicherlich trotzdem schon jede Schublade im Hobbyraum mit Lego voll und sollten daher das nötige Verständnis aufbringen können. 🙂

    • Meinst du, das hilft? Ich zB bin großer Feind von Stickern, zumindest bei teuren Display-Modellen. Und ich werde da auch nicht müde zu meckern, vollkommen egal, wie nachvollziehbar die Erklärungen sind.
      Das ist wie beim Wetter. Sicher finden es einige auch voll supi, dass es heute geregnet hat. Und es gibt eine einleuchtende Erklärung dafür, dass es geregnet hat. Doof finde ich es trotzdem, weil ich nass geworden bin und mir Erklärungen da nicht helfen. Also mach dir da nicht zu viel Hoffnung, dass sich da was ändert 😀

      • Ob Regen oder Sonnenschein, ob Sticker oder Drucke ….

        Geh vor die Tür oder lass es sein, nimm dir einen Schirm mit …oder lass es sein, zieh dir Gummistiefel an….oder lass es sein – verklebe Sticker oder lass sie einfach weg …

        Lego gibt dir die Wahl – tu es , oder tu es nicht. Die Frage ist, wie lange lang kann man Leute erst nehmen, die darüber mosern das sie durch den Regen müssen, aber sich partou weigern einen Schirm mitzunehmen, wenn der Himmel grau ist …

        Irgendwann kann man es einfach nicht mehr hören und da kann man auch als „Stickerfeind“ doch mittlerweile auch einfach mal das kommentieren lassen “ Schon wieder Stickerteppiche !“ – „Stickerseuche, scheiss Lego …raffen es nie“ oder dergleiche, was man ständig liest. Manchmal kommt es mir vor, als wäre es einfach nur so was wie ein „Sport“ sich immer nur wiederholend zu beschweren, obwohl die ganze Welt es mittlerweile weiß – Es gibt Leute die Sticker scheisse finden !

        Und wir haben nun eine Erklärung eines Designer, das sich an Legos Philosophie bei der Anwendung von Stickern nicht viel ändern wird, außer sie bauen neben den Fabriken nochmal größere Lager um mehr unterschiedliche Steine lagern zu können und was DAS angeht ….

        Kauft mehr Lego, damit Lego mehr verdient und sich größere Lager leisten kann, aber solang ihr Stickernörgler Sets mit Sicker nicht kauftm, fehlt Lego der Umsatz um sich Print-steine Lager bauen zu können ;PPP

        • Irgendwann kann man es einfach nicht mehr hören das sich Leute über Kommentare in einer Kommentarspalte beschweren und da kann man auch als „Kritikfeind“ doch mittlerweile auch einfach mal das kommentieren der Kommentare lassen “ Schon wieder Kommentare gegen die Sticker !“ – „Stickerkritik, scheiss Fans …raffen es nie“ oder dergleiche, was man ständig liest. Manchmal kommt es mir vor, als wäre es einfach nur so was wie ein „Sport“ sich immer nur wiederholend zu beschweren, obwohl die ganze Welt es mittlerweile weiß – Es gibt Leute die Leute, die über Sticker meckern scheisse finden !
          — Sorry, konnte ich mir nicht verkneifen. Um deinen eigenen Rat zu befolgen: Wenn es dich stört, lies einafch keine Kommentarspalten. 😉

          • Ich habs nicht losgetreten – nur kommentiert …so wie du – wenn nicht Corona wäre könnten wir uns gegenseitig an die Nase packen und „Ätschibätsch“ sagen ….oder stilvoller „Boob!“

      • „Sicher finden es einige auch voll supi, dass es heute geregnet hat. Und es gibt eine einleuchtende Erklärung dafür, dass es geregnet hat. Doof finde ich es trotzdem, weil ich nass geworden bin und mir Erklärungen da nicht helfen.“

        Wahrscheinlich wurde nie besser dargestellt, wie sinnlos es ist, sich über Aufkleber bei Lego aufzuregen. Bei Regen hilft das nämlich auch nie.

    • Ich muss gestehen, dass ich bis eben war ich der Meinung war, dass wäre einfach nur ein komplett hypotethischer Wunsch mit maximal abstrusem Namen als Beispiel. 😀 So kann man sich täuschen. Wird korrigiert und beim nächsten Mal google ich dann alles was -Girl, -Man, -Woman oder -Boy als Endung hat, es könnte ja tatsächlich eine Comic-Vorlage dazu geben 😀

      • Awww, nicht korrigieren, ich finde es in deutsch viel niedlicher! 😉 Mir ging es beim Arm-Fall-Off-Boy so, dass ich dachte das wäre kompletter Quatsch, aber scheinbar ist der ja sogar bald in einem Film dabei.

      • Aber wenn eines fernen Tages die Aufkleber weitestgehend verschwunden sein sollten, liegt dies dann eher an den Kritikern, die das oft genug bemängelt haben, als an den Leuten die sich nicht daran stören und mantraartig wiederholen, man könne das nicht ändern, also solle man bitte auch nicht meckern.

  8. Sehr interessanter Artikel! Der gute Mann wirkt äußerst sympathisch und authentisch.

    Ich bin ebenfalls kein Fan von Stickern. Dennoch nerven die andauernden Kommentare diesbezüglich.

  9. Hab den ganzen Artikel gelesen, was ich selten genug tue. Was für ein netter Typ‼️‼️‼️
    Und auch deshalb liebe ich LEGO, immer, wenn mal einer vor die Linse kommt oder vors Mikro oder halt in den Social Dingsdas was schreibt: IMMER sympathische nette Leute, die sich für das, was sie tun engagieren und es lieben. Das finde ich, spürt man. Sehr interessant das Leak Thema: ich z.b. gucke nie Leaks, auch wenn’s hier manchmal erwähnt wird in den Kommentaren, weil es mir die Vorfreude zerstört. Ich kann warten.
    Wie gesagt, immer tolle Typen, was ich z. B. von der „Konkurrenz“ gar nicht sagen kann.
    Ich werde beim Bau des Daily Bugle an den supernetten Designer denken und vielleicht versuche ich den Schriftzug in gelb zu bauen😉

    • Ja, ich habe es auch wieder aufgehört, bei Instagram nach den Leaks zu schauen. Man bekommt die Sets ja auch nicht früher, nur weil man ein unscharfes Bild mit Confidential-Wasserzeichen drüber gesehen hat.

  10. Naja, das mit den Boxen ist eine etwas fadenscheinige Begründung. Dann müsste ja bei kleinen Sets alles mit Stickern möglich sein, da aufgrund der geringen Teilezahl genug Boxen frei sind. Aber gerade bei vielen kleinen Sets werden Aufkleber in großen Mengen eingesetzt.

    • Die „Boxen“ beziehen sich auf eine komplette Produktionshalle / die komplette Logistik von LEGO, also über alle Sets hinweg. Wenn irgendwo rote 2×4 Steine gelagert werden, können diese ja später auf diverse Sets verteilt werden und nehmen trotzdem nur eine „Box“ weg.

      • Dann geht das Aufkleberproblem auf folgende 2 Punkte zurück:

        1. LEGO produziert zu viele Sets gleichzeitig. Wenn sie nicht so viele Sets parallel im Portfolio hätten, wären mehr Boxen frei.
        2. LEGO benutzt zu viele verschiedene Teile, zu viele Spezialteile in zu vielen Farben. Wenn man sich hier einschränken würde, wären mehr Boxen frei.

        Es scheint, dass jede Vergrößerung der Produktionskapazität (siehe steigende Anzahl von Sets pro Jahr und neue Teile in neuen Farben) lieber in diese beiden Punkte investiert werden anstatt Slots für zusätzliche Drucke zu verwenden. Macht ja auch Sinn in Hinblick auf Gewinnmaximierung.

        • Wir sollten mal eine größer angelegte Statistik erstellen, ich denke man nimmt da vieles je nach eigener Priorität etwas verzerrt wahr. Die Gesamtzahl der LEGO Sets (lt. Bricklink) die pro Jahr erschienen war von 2014 bis 2020 recht konstant (2019 z.B. eher mit einem Aureißer nach unten). 2020 erschienen aber insgesamt nur acht Sets mehr als 2016. Zieht man davon alles mögliche und unmögliche ab was Bricklink so auflistet (z.B. Einzeleinträge für jedes Adventskalendertürchen, Promopacks, kombinierte Sets als ein „Megaset“, etc.) landet man bei 400 bis 450 „normalen“ Sets pro Jahr. Diese Zahl ist ebenfalls seit 2014 recht konstant, auch hier war 2019 ein Ausreißer nach unten.

          „Viele Sets“ korreliert aber nicht zwangsweise mit „vielen Boxen“. Angenommen LEGO hätte nur 2×4 Steine, Dachschrägen und Fenster, könnte man mit etwa 10 „Boxen“ beliebig viele Häuser-Sets auf den Markt bringen (mal so als Extrembeispiel).

          Die Anzahl der Teile in ihren jeweiligen Farben ist dann schon eher ausschlaggebend. Der Begriff „Spezialteile“ ist aber auch individuell immer unterschiedlich. Zudem zählen ja auch hier nur die Teile, die LEGO gleichzeitig in Produktion hat (da kontne ich auf die Schnelle keine gute Übersicht zusammenstellen).
          Aber stören falsche / nicht verfügbare Farben nicht an manchen Stellen genau so viel wie Sticker? Mich stört es zum Beispiel unheimlich, dass es die 1×2 Plates Modified mit Kugelgelenken nur in LBG und DBG gibt, da diese dann bei Drachen (Ungarischer Hornschwanz) oder Mechs (Iron Man „Igor“) immer ziemlich hervorstechen.

          Am Ende ist es dann natürlich eine wirtschaftliche Abwägung „was bringt uns gerade mehr“. Die Aussage des Designers sollte da glaube ich auch nicht verschleiern, dass Logistik und Lagerhaltung am Ende auch immer mit Geld gleichzusetzen sind, sondern eher, dass es eben hauptsächlich an der Logistsik rund um das bedruckte Teil scheitert, als an den eigentlichen Kosten für den Druck selbst.

  11. ich sehe es schon kommen.
    sosehr mich die aufklebernörgler heute schon stören,
    werden es in zukunft die „lego hat wieder mal keine boxen frei“ tun!

  12. Sehr interessanter Artikel, der tiefe Einblicke in den Entstehungsprozess eines Sets gewährt.
    Danke dafür und gerne mehr davon 🙂

  13. Was ich mich bei Vidiyo und den Schokofroschkarten frage: Nehmen die Fliesen weniger Fächer weg, weil sie schon zufällig vermischt gelagert werden?

  14. Vielen Dank für das übersetzte AMA! Gerne mehr davon! Sehr offener und sympathischer Designer. Er gewährt echt tolle Einblicke seiner Vorgehensweise an ein neues Modell, seiner Arbeit bei LEGO, die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen als auch bestimmte Arbeitsabläufe im Unternehmen 🙂

    Interessant finde ich den Fact, dass er das Modell in „nur“ fünf Monaten von der ersten Skizze bis zum finalen Entwurf entwickelt hat (und abteilungsübergreifend wurde das Set in nur 15 Monaten fertig produziert). Etwas ähnliches, wenn auch etwas untergegangen in den Interviews, hat der Designer vom Porsche auch geäußert, wonach er drei Monate für das Modell gebraucht hat. Sonst ist ja immer wieder in Kommentaren bei Foren und Blogs zu lesen, dass sie zwei Jahre für ein Set brauchen (selbstverständlich mit allem drum und dran wie BAs, Packaging, etc) und sich das deshalb mit IDEAS-Entwürfen überschneidet. Kann ich demnach doch davon ausgehen, dass sich bei Ideen aus IDEAS bedient wird (Beispiele: Fiat 500, Ghostbusters HQ oder auch Polizeistation (wenngleich diese ja doch stark abgewandelt ist)? 😉

    Die Antwort der Frage, was das Problem bei Sticker oder Druck ist, lässt mich leicht unzufrieden zurück und ist wohl nur ein ganz kleiner Teil vom gesamten Prozess im Hintergrund. Der Designer sagt ja, dass das keine Frage der Finanzen sei. Aber eigentlich doch! Denn er selbst hat vorher beim Absatz des Entwerfens gesagt, dass er beim Entwickeln und Bauen auf Kostenoptimierungen schauen muss… Auch stellt sich mir seit geraumer Zeit, wer denn entscheidet und nach welchen Aspekten gewählt wird, was ein Sticker wird und was ein Druck? Immer wieder liest sich, dass manche Teile zu komplex zu bedrucken sind (Beispiel Space Shuttle – die Ausnahme der runden Innenflächen sehe ich ein), aber gleichzeitig wird bei den 4+ Sets jedes noch so komplizierte Teil bedruckt, geschweige denn die neuen Vidiyo Figuren mit den verschiedenen filigranen Bedruckungen und Headmoulds… Auch ist mir schon mal aufgefallen, dass bei manchen Sets ein Sticker verwendet wird, aber in dem anderen Set das entsprechende bedruckte Teil beiligt. Wenn ich das nicht verwechsle ist das bei CITY und sollte bei Feuerwehr oder Polizei gewesen sein. Da lag bei dem einen Set der bedruckte 2×2 Slope mit dem Wappen dabei, bei dem anderen wurde das mit einem Sticker gelöst. Konsistent sieht das in meinen Augen jedenfalls nicht aus.

    Ansonsten finde ich Deinen letzten Absatz echt gut, er spricht und fasst zusammen aus, was ich auch denke 🙂

    Ach, und noch etwas! Welche Kanäle sind zu empfehlen, den Designern zu followen? Die Arbeit eine Designers interessiert mich seit Kindestagen (als kleiner Einschub am Ende: habe selbst Design studiert – kein klassisches, was man darunter auch verstehen mag 😉 – aber arbeite leider noch (aus privaten Gründen als auch wegen der Pandemie) „themenfremd“).

    So long!

    • Hi Storytelling Brick,

      die Entwicklungszeit bei einem „Bottom-up“ Entwurf (Designer pitcht eine eigene Idee) ist vermutlich sehr variabel. Wenn Designer mal einen eigenen Entwurf kreieren (sei es über längere Zeit oder in einer Leerlaufphase), dann muss man eben erstmal ein Zeitfenster finden, in das der Entwurf passt. An anderer Stelle sagte Mark Stafford selbst, dass er von der kurzen Zeit bis zur Markteinführung überrascht war. Am ehesten eine Standardzeit festlegen kann man wohl bei normalen „Top-Down“ Entwürfen. Für bestehende Serien werden Modelle geplant, den Designern zugewiesen, usw. und am Ende hat man einen halbwegs gleichbleibenden Projektplan. Bei komplett neuen Serien wie LEGO Friends oder Super Mario wurden bis zu vier Jahre vor ihrer Markteinführung mit der Entwicklung begonnen. Gerade die großen D2C Sets entstammen aber auch mal den spontanen Einfällen oder langfristigen Projekten der Designer. Das Space Shuttle oder der große T-Rex standen wohl lange Zeit bei den Designern im Regal, bis die Sets in Entwicklung kamen, bzw. bis durch andere Reihen noch neue Arten von benötigten Teilen ins Sortiment kamen. Die zwei Jahre sind also wohl eher ein Durchschnitt und es gibt wie immer Abweichungen in beide Richtungen.

      Zum Druck-Thema: „Kein Thema der Finanzen“ hatte sich für mich eher auf die Kosten des Drucks an sich bezogen. Natürlich kann man Logistik und Lagerhaltung am Ende auch in Kosten umrechnen und landet somit wieder bei Finanzen. Aber dieser Aspekt scheint eben wesentlich teurer zu sein als die reinen Kosten das Teil einzuspannen und zu bedrucken und wächst mit der Anzahl an Teilen vermutlich schneller als linear (doppelt so viele Teile –> Logistikkosten mehr als doppelt so hoch). Wie das dann intern priorisiert wird ist nochmal ein anderes Thema, aber auch da finden sich ja logische Erklärungen für die aktuell gewählten Priorisierungen.

      Wo man den Designerinnen und Designern folgen kann ist individuell unterschiedlich. Wirkliche Insights in die tägliche Arbeit wird man aber selten finden. Markus Rollbühler baut z.B. viele MOCs und ist hier auf Flickr zu finden. Mark Stafford (hier) oder Nick Vas (hier) findet man auf Twitter. Viele findet man unter den gleichen Namen auch auf Instagram. Vielleicht erstellen wir ja mal eine Übersicht mit allem und allen, was man so findet. 🙂

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