Neue Zoll- und Steuerregeln der EU ab 1. Juli: Das ändert sich für euch

Steuer Zoll Änderungen 1 Juli 2021 Titel

Ab dem 1. Juli 2021 treten einige Änderungen in der Besteuerung von Auslandssendungen in Kraft, die auch viele AFOLs betreffen werden, die z.B. ihre Einzelteile via Bricklink aus Ländern beziehen, die nicht Teil der EU sind. Unter anderem entfällt die bisherige Freigrenze und es wird ab dem ersten Euro Einfuhrumsatzsteuer fällig. Manches verbessert sich jedoch auch für die Kunden.

Bricklink, der weltweit größte Online-Marktplatz für LEGO Einzelteile und fester Alltags-Bestandteil vieler erwachsener LEGO Fans, verschickte heute morgen eine E-Mail, in der einige kommende Änderungen für Käufer und Händler beschrieben wurden, die die Plattform nutzen und Bestellungen zwischen Drittstaaten und der EU versenden. Diese Änderungen sind das direkte Resultat aus den neuen Regeln, die ab dem 1. Juli EU-weit für Warensendungen aus einem Drittland gelten und die auf der Homepage des deutschen Zolls recht übersichtlich aus Verbrauchersicht zusammengefasst sind.

Wir möchten die heutige E-Mail zum Anlass nehmen, das Thema einmal am Beispiel Bricklink zu beleuchten. Wir sind natürlich keine Steuerberater und können daher hier keine Beratung geben, versuchen allerdings alles nach bestem Wissen zusammenzufassen.

Hinweis: Sobald die Änderungen aktiv sind, also nach dem 1. Juli, werden wir euch auch die praktischen Auswirkungen bei Bricklink anhand einer konkreten Beispielbestellung zeigen.

Zusammengefasst: Was ändert sich?

Die wichtigsten Änderungen zum 1. Juli sind schnell zusammengefasst, wenn auch deren praktische Umsetzung den einen oder anderen Händler vor größere Herausforderungen stellen dürfte. Wichtig ist hierbei der Unterschied zwischen Einfuhrumsatzsteuer und Zollgebühren: Erstere entspricht der Mehrwertsteuer, die bei inländischen Transaktionen auf die Ware erhoben würde, letzere sind eine zusätzliche Abgabe für Importe aus dem Nicht-EU-Ausland, die allerdings erst ab 150,- Euro Sachwert erhoben wird. In Summe spricht man von Einfuhrabgaben.

Die bisherige Freigrenze von 22,- Euro für Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland entfällt.

Bislang mussten bei einem Sachwert von unter 22,- Euro weder Einfuhrumsatzsteuer noch Zollgebühren bezahlt werden, ab dem 1. Juli gilt dies nicht mehr und die Einfuhrumsatzsteuer greift auch schon bei Kleinstbeträgen. Ausnahme: Einfuhrabgaben in Höhe von unter 1,- Euro werden vom Zoll nicht eingezogen, sodass bei einem Steuersatz von 19% praktisch noch immer eine Freigrenze von 5,26 Euro bestehen bleibt.

Solche Sendungen dürfen vom Transportunternehmen direkt zugestellt werden, für alle anderen Sendungen besteht eine Pflicht zur Zollanmeldung, die i.d.R. vom Transportunternehmen durchgeführt und dem Kunden als Servicepauschale in Rechnung gestellt wird. Bei der Deutschen Post/ DHL beträgt die Höhe dieser Pauschale z.B. 6,- Euro.

Die Freigrenze von 45,- Euro für private Geschenke bleibt übrigens unverändert bestehen.

Quellen: Zoll, Post

Das neue Mehrwertsteuer-System Import One Stop Shop (IOSS) tritt in Kraft.

Verkäufer aus Drittstaaten können sich bei diesem System anmelden und für Verkäufe mit einem Sachwert bis 150,- Euro die Einfuhrumsatzsteuer bereits vorab an die EU überweisen – für den Käufer fallen dann bei der Einfuhr keine Gebühren beim Zoll mehr an, sondern man zahlt die Steuer bereits beim Kauf an den Händler.

Allerdings ist lt. Zoll auch für solche Sendungen eine Zollanmeldung verpflichtend. Ob die Post auch hierfür die o.g. Servicepauschale erheben wird, geht aus deren Infoseite leider nicht eindeutig hervor und der Kundenservice war hier ebenfalls überfragt. Wir versuchen weiter, das zu klären.

Für Sendungen mit einem Sachwert von über 150,- Euro greift das IOSS übrigens nicht mehr, denn ab diesem Betrag werden neben der Einfuhrumsatzsteuer auch Zollgebühren fällig. Hier läuft die Abwicklung dann unverändert wie bisher.

Quellen: Zoll, Post

Für Händler aus der EU gilt eine EU-weite Lieferschwelle von 10.000 Euro, ab der sie in allen belieferten Staaten steuerpflichtig werden.

Dies ist wohl die gravierendste Änderung, von der wir als Kunden allerdings nicht viel mitbekommen werden – es sei denn, dass viele Händler den Versand in andere EU-Staaten massiv einschränken werden, doch dazu gleich mehr.

Bisher galt für Händler aus EU-Staaten für den Verkauf von Waren an Privatkunden im EU-Ausland in jedem Land eine individuelle Schwelle, ab der die Händler dort steuerpflichtig wurden. Diese lag vergleichsweise hoch zwischen 35.000 und 100.000 Euro – wurde sie nicht überschritten, reichte die Versteuerung beim Heimatfinanzamt des Händlers. Ab dem 1. Juli gilt nun allerdings eine EU-weite Schwelle von 10.000 Euro für alle Länder zusammen, was bedeutet, dass auch kleinere Händler plötzlich in jedem Land steuerpflichtig werden können, in das sie auch nur ein Paket verschicken, sobald diese Grenze in Summe überschritten wurde.

Zur Vereinfachung für die Händler wurde das System One Stop Shop (OSS) eingeführt, mit dessen Hilfe man elektronisch eine zentrale Steuererklärung abegeben und die Steuern für alle Länder gemeinsam entrichten kann, in Deutschland z.B. an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).

Quellen: BZSt, Taxdoo

Auswirkungen am Beispiel Bricklink

Werfen wir nun mit diesem Hintergrundwissen einen Blick auf die heutige Mail von Bricklink, die wir euch nachfolgend im englischen Originaltext sowie einer durch uns angefertigten Übersetzung eingebunden haben:

Originaltext in englischer Sprache
Dear BrickLink member,

Following the introduction on the new rules for online marketplaces, BrickLink will enable its VAT collection for goods imported into the European Union (EU) on July 1st to comply with the new EU VAT Marketplace rules. Below is an overview of what this means to you.

Changes at a glance:

  • EU buyers will see VAT exclusive prices from non-EU sellers and EU buyers will see VAT inclusive prices from VAT-registered EU sellers.
  • BrickLink will collect and remit VAT on orders delivered to EU addresses imported into their EU Member State from a non-EU country up to a value of €150 (not including additional costs i.e. shipping insurance, etc.). For orders over €150 imported to their EU Member State, the seller/buyer may need to pay VAT consistent with the import country’s standard VAT rate as part of clearing the goods through customs.
  • EU VAT will be added during the checkout process (where applicable) and at the receipt of the final invoice and will not be included in the item price.
  • Where BrickLink is responsible for collecting VAT on orders sent to an EU delivery address, this amount will be shown separately at checkout.
  • EU sellers that sell more than €10,000 of goods within the EU (but excluding domestic transactions) per year will be required to be VAT registered in each EU Member State it sells to or will need to register for the One Stop Shop (OSS) scheme.

What this means for you:

  • If you are a non-EU seller and you want to sell goods to EU buyers, you will need to opt-in to BrickLink’s on-site payment method.
  • In case of refunds, we encourage sellers to use the BrickLink refund feature to ensure the correct amount of VAT gets refunded. The refund page can be accessed from the Issue Refund link on the order detail page.

More information will be available on the dedicated Help and FAQ pages which will be posted on July 1st.

Thank you,
The BrickLink Team

Übersetzung in deutscher Sprache
Liebes BrickLink-Mitglied,

nach der Einführung der neuen Regeln für Online-Marktplätze wird BrickLink am 1. Juli die Mehrwertsteuererhebung für Waren, die in die Europäische Union (EU) importiert werden, aktivieren, um den neuen EU-Mehrwertsteuer-Marktplatzregeln zu entsprechen. Im Folgenden findest Du einen Überblick, was dies für Dich bedeutet.

Die Änderungen auf einen Blick:

  • EU-Käufer werden Preise ohne Mehrwertsteuer von Nicht-EU-Verkäufern sehen und EU-Käufer werden Preise inklusive Mehrwertsteuer von EU-Verkäufern mit Mehrwertsteuer-Registrierung sehen.
  • BrickLink wird die Mehrwertsteuer auf Bestellungen, die an EU-Adressen geliefert werden und aus einem Nicht-EU-Land in ihren EU-Mitgliedsstaat importiert werden, bis zu einem Sachwert von €150 erheben und abführen (ohne zusätzliche Kosten wie z.B. Versandversicherung, etc.). Für Bestellungen über 150 €, die in ihren EU-Mitgliedsstaat importiert werden, muss der Verkäufer/Käufer möglicherweise die Mehrwertsteuer entsprechend dem Standard-Mehrwertsteuersatz des Importlandes als Teil der Zollabfertigung der Waren zahlen.
  • Die EU-Mehrwertsteuer wird während des Bestellvorgangs (wo zutreffend) und beim Erhalt der endgültigen Rechnung hinzugefügt und ist nicht im Artikelpreis enthalten.
  • Wenn BrickLink für die Erhebung der Mehrwertsteuer auf Bestellungen, die an eine EU-Lieferadresse gesendet werden, verantwortlich ist, wird dieser Betrag an der Kasse separat ausgewiesen.
  • EU-Verkäufer, die mehr als 10.000 € an Waren innerhalb der EU (aber ohne inländische Transaktionen) pro Jahr verkaufen, müssen in jedem EU-Mitgliedsstaat, in den sie verkaufen, für die Mehrwertsteuer registriert sein oder sich für das One Stop Shop (OSS) Schema registrieren.

Was das für Sie bedeutet:

  • Wenn Sie ein Nicht-EU-Verkäufer sind und Waren an EU-Käufer verkaufen möchten, müssen Sie sich für die „On-Site Payment“ Zahlungsmethode von BrickLink anmelden.
  • Im Falle von Rückerstattungen empfehlen wir Verkäufern, die BrickLink-Rückerstattungsfunktion zu nutzen, um sicherzustellen, dass der korrekte Betrag der Mehrwertsteuer zurückerstattet wird. Die Rückerstattungsseite kann über den Link „Issue Refund“ (Rückerstattung veranlassen) auf der Detailseite der Bestellung aufgerufen werden.

Weitere Informationen werden auf den speziellen Hilfe- und FAQ-Seiten verfügbar sein, die am 1. Juli veröffentlicht werden.

Vielen Dank!
Das BrickLink Team

Erläuterungen und Anmerkungen

Wie wir an der E-Mail von Bricklink sehen, wird der Marktplatz das IOSS-Verfahren nutzen und die Einfuhrumsatzsteuer für alle betroffenen Bestellungen einziehen, sodass die Bricklink-Kunden schon beim Kaufabschluss deren genauen Betrag kennen und sie sofort bezahlen können. Das bedeutet für uns als Kunden bestenfalls eine wesentlich schnellere Zustellung der Sendung, da keine aufwendige Zollabfertigung mehr stattfinden muss, sowie evtl. den Wegfall der Servicepauschale von DHL für die Abwicklung, wobei wir dies, wie oben erwähnt, noch nicht abschließend klären konnten.

Damit die neue Art der Abwicklung funktionieren kann, müssen nun alle Händler aus Drittstaaten auf Bricklink, die in die EU-Staaten versenden wollen, die „On-Site Payment“-Funktion anbieten – wer das partout nicht möchte, muss den Versand in die EU einstellen. Dies ist keine „Gängelei“ seitens Bricklink, sondern der einzig sinnvolle Weg für die Plattform, die Einfuhrumsatzsteuer in jedem Fall korrekt auf den Betrag der Bestellung zu addieren, vom Kunden einzuziehen und an die Finanzbehörden abführen zu können. Ich finde es begrüßenswert, dass Bricklink hier für Klarheit sorgt und es nicht jedem Händler selbst überlasst, wie er damit umgeht – Chaos und Ärger wären sonst vorprogrammiert.

Diesen neuen Service bietet Bricklink allerdings nur für Bestellungen mit einem Sachwert bis 150,- Euro an. Hier sind dem Anbieter die Hände gebunden, denn Sendungen mit einem höheren Wert dürfen aufgrund der anfallenden Zollgebühren generell nicht über IOSS abgewickelt werden, sondern müssen ganz klassisch verzollt werden.

Negativ wirkt sich die neue Regelung für alle Bestellungen im Nicht-EU-Ausland mit einem Sachwert zwischen 5,27 Euro und 22,- Euro aus, da hier im Gegensatz zu früher nun auf jeden Fall Einfuhrumsatzsteuer fällig wird. Auch gilt zwar, wie oben bereits beschrieben, dass seitens des Zolls/ DHL Gebühren von unter einem Euro nicht eingezogen werden (woraus sich ein effektiver Freibetrag von 5,26 Euro ergibt), aber es ist fraglich, ob Bricklink und andere Händler bzw. Plattformen dies ebenfalls so handhaben werden. Hier könnte sich das neue System IOSS als Nachteil für die Kunden erweisen, weil Gebühren vorab gezahlt werden müssen, wo der Zoll die Sendung normalerweise einfach „durchgewunken“ hätte.

Ein weiterer Nachteil ergibt sich für kleine und mittlere Händler, die bisher aufgrund der recht hohen individuellen Lieferschwellen der EU-Staaten dort nicht steuerpflichtig waren und deshalb all ihre Umsätze bei ihrem Heimatfinanzamt versteuern konnten. Durch die drastisch gesenkte, pauschale Summenschwelle von 10.000 Euro wird für diese Händler die Steuererklärung nun womöglich wesentlich komplizierter, selbst wenn sie das OSS-System nutzen. Das könnte dazu führen, dass kleine Händler auf Bricklink, die bisher innerhalb der EU in andere Mitgliedsstaaten versendet hatten, diese Versandoption künftig nicht mehr anbieten, weil sie sich den zusätzlichen Aufwand gerne ersparen wollen – womit das Angebot auf Bricklink für uns als EU-Kunden kleiner werden würde.

Fazit

Die neuen Regeln bieten aus Kundensicht sowohl Nach- als auch Vorteile, was sehr von der Höhe der Bestellungen abhängt. In jedem Fall sorgt das neue Steuerrecht aber meines Erachtens für eine lange überfällige Vereinheitlichung und größere Gerechtigkeit innerhalb der EU. In unserem Fall, wo es um LEGO Sets bzw. Einzelteile geht, mögen sich die Vorteile nicht allzu deutlich zeigen. In anderen Bereichen bestand jedoch lange der Nachteil für europäische Verkäufer, dass niedrigpreisige Artikel aus dem Nicht-EU-Ausland, etwa aus China, zu konkurrenzlos günstigen Konditionen angeboten werden konnten, weil sie unter die Freigrenze von 22,- Euro fielen und somit keine Umsatzsteuer entrichtet wurde, während die europäischen Händler diese mit einkalkulieren mussten.

Auch Amazon nutzte seit dem Brexit dieses Schlupfloch und verkaufte z.B. LEGO Sets in Deutschland extrem günstig, die dann aus Großbritannien versandt wurden. Entweder fielen diese unter die Freigrenze, oder der Kunde musste beim Erhalt Einfuhrumsatzsteuer zahlen – in jedem Fall umging Amazon die 19% Steuern, die beim Versand innerhalb der EU hätten abgeführt werden müssen. Doch auch die hohen Lieferschwellen innerhalb der EU sorgten bisher mitunter für Ungerechtigkeiten, wenn Umsätze in hohem Maße im EU-Ausland erzielt, aber nur im Heimatland versteuert wurden.

Ich sehe die Neuerungen daher insgesamt eher positiv, einzig in Sachen Verwaltung wird nun Vieles für die Händler komplizierter, vor allem innerhalb der EU. Wir als Kunden profitieren hingegen, auch wenn wir für kleinere Sendungen nun Einfuhrumsatzsteuer zahlen müssen, voraussichtlich von deutlich schnelleren Durchlaufzeiten unserer Sendungen, die, wenn sich alles einmal eingespielt hat, nun wohl nicht mehr wochenlang beim Zoll hängen bleiben. Mir persönlich ist das allemal die 1,- bis 4,- Euro wert, die ich künftig zusätzlich zahlen muss.

Was ist eure Meinung zu den anstehenden Änderungen auf Bricklink, die in ähnlicher Weise auch alle anderen Shops bzw. Plattformen außerhalb der EU betreffen werden? Seid ihr persönlich betroffen, oder bestellt ihr sowieso hauptsächlich innerhalb der EU? Überwiegen für euch die Vor- oder die Nachteile? Tauscht euch gerne in den Kommentaren aus.

Über Jens Herwig 150 Artikel
Mag verzerrte Gitarren, LEGO und Enten. Wollte so sein wie MacGyver, ist aber nur Physiker geworden. Erweckung aus den Dark Ages durch den Technic Unimog. Liebt alte Sets und hat ein Aquazone-Diorama im Wohnzimmer stehen.

85 Kommentare

  1. Danke für den Artikel!
    Ich hab mich gestern schon so gewundert, nachdem jemand bei BrickLink von mir zwei Sets gekauft hat, der in Schottland lebt. Da waren plötzlich 23€ mehr auf der Rechnung, die ich nicht wegbekommen habe. Die Informationen auf der BrickLink-Seite dazu sind sehr gering, da stand nur, dass sie das eben einziehen müssen. Jetzt macht das aber natürlich absolut Sinn. Danke!

    • In Zukunft soll man auch als Kunde über ATLAS-IMPOST Pakete bis 150€ selbst anmelden und darüber die Steuern zahlen können, womit die 6€-Pauschale der Post entfällt, allerdings geht das erst voraussichtlich ab Anfang 2022.

      • Danke für den Hinweis. Ich hatte auch schon gelesen, dass das IPZ Frankfurt bzw. der Zoll allgemein wohl noch ein halbes Jahr braucht, um die notwendige Technik zum Laufen zu bringen.

    • Hi,

      Du hast also einen Export von der EU in einen Drittstaat getätigt? Demnach kommen die 23 € von Großbritannien und nicht von der EU?! Somit hätte dieser Artikel und die dort beschriebene gesetzliche Umstellung nichts mit Deinem Fall zu tun. Da die Regel auch erst ab dem 01.07. greift.

      Jetzt wäre das Recht Aus britischer Sicht interessant und wie Bricklink damit umgeht und ob Sie für jeden Staat entsprechende Regelungen ins System einbauen.

      • Die britische Sicht ist ganz einfach und ähnlich dem IOSS. Bis £ 135 ist die elektronische Schnittstelle (also der Marktplatz – hier BrickLink) verantwortlich für die Einbehaltung der britischen VAT (Mwst). Ab über £135 Pfund muss sich der Händler in UK registrieren und die britische VAT anmelden und abführen – tut er das nicht, ist das nach britischem Recht eine Umsatzsteuerhinterziehung und ohne britische EORI Nummer kann die Einfuhr verweigert werden. Der Kunde zahlt bei der Einfuhr nichts, das muss der Händler vorab berechnen, anmelden und abführen.

  2. > zu konkurrenzlos günstigen Konditionen angeboten werden konnten, weil sie unter die Freigrenze von 22,- Euro fielen und somit keine Umsatzsteuer entrichtet wurde

    Bei einem Artikel um x€ aus Drittland sind es meist nicht die 20% Umsatzsteuer wegen denen der Artikel nun nicht mehr „konkurenzlos“ günstig sein wird sondern die 6-10€ Gebühr (je nach Land) vom Transportunternehem.
    Gleichzeitig sind – gerade bei Kleinkram – Händler hierzulande oft deutlich, deutlich teurer als die 20%. Ein vielfaches teurer würde das schon eher treffen.

          • Danke Jens, kenne ich leider auch nur von der Post/DHL.
            Dies bewahrt einen aber nicht vor (ZOLL-Bearbeitungspauschalen) anderer Versanddienstleister, wie z.B. die unverschämten von FedEx. So hatte ich beim letzten ADP, keinen Einfluss auf das Versandunternehmen. Die 6 Euro bei DHL sind ja noch human (ist natürlich immer relativ zum Warenwert).😉
            Ich habe noch vor ein paar Jahren öfters in den USA bestellt.
            Und da die Zollstelle nur 10 Minuten zu Fuß entfernt ist war die Selbstabwicklung nie ein Problem.

      • Das wird aber gerne von DHL ignoriert. Ich zähle auf ATLAS-IMPOST, das hat die Zollverwaltung aber leider verpennt. Wird erst nächstes Jahr fertig.

        • Danke Christian, das wäre wohl eine gute Alternative direkt vom Zoll für alle Versanddienstleister. Aber meldet man sich dort einmalig an oder muss man jede Sendung einzeln anmelden?

      • Danke, das klingt prinzipiell interessant. Mir ist leider nur nicht bekannt, dass das in AT auch möglich wäre. Aber ich werde mal schauen ob es sowas hier auch gibt.

  3. Aus steuerlichen Gründen alles nachvollziebar, aber für mich persönlich als Käufer gibt es nichts daran nichts Positives. Vor allem kam es sehr überraschend für alle Beteiligten. Firestartoys hat den Handel mit Bestellungen unter 15 GPB für EUR-Kunden komplett eingestellt, bis sie eine Lösung gefunden und auch ihre IT angepasst haben. Mal sehen was clonearmycustoms macht? Die Versandkosten aus dem Ausland sind eh schon hoch, dann noch 19% MWSt und 6,- EUR Servicegebühr! Kleinere Bestellungen lohnen sich damit gar nicht mehr. Bestellungen bis 150,- sind nur noch bei einer ordentlichen Rabattaktion des Verkäufers attraktiv. Der Handel für kleinere Händlere wird aus meiner Sicht deutlich leiden …

    • Zumindest die 6,- Gebühr lassen sich vermeiden, indem man sich als Selbstverzoller registriert, siehe meine Antwort auf WhiteRabbit. Das lohnt sich aber natürlich nur, wenn man das Zollamt in der Nähe hat und dort „mal eben“ vorbei schauen kann. Die nun in Kraft tretenden Änderungen wurden übrigens bereits vor mehreren Jahren beschlossen, ich frage mich allerdings auch, warum man davon bis kurz vor dem Stichtag nur so wenig mitbekommen hat. 🤔

    • Überraschend war da garnix. Das ganze ist schon lange bekannt und als Händler sollte man es eh schon länger im Blick haben, wenn man Auslandsversand anbietet. Die Händler können ja durch Nutzung von OSS (one stop shop) die Steuern schon im Vorfeld abführen und damit die Zollbehandlung für Waren unter 150€ komplett vermeiden. Das wäre dann ein toller Wettbewerbsvorteil. Ist natürlich Arbeit und die möchten viele vermeiden.

      • Die Sache ist seit ca. einem Jahr in Planung und ist sogar von ursprünglich Januar auf jetzt eben Juli 2021 verschoben worden, damit sich die Beteiligten besser darauf vorbereiten können.

        Wären die Briten halt nicht aus der EU raus, dann wären die dortigen Shops auch nicht davon betroffen.

  4. Danke für die gute Zusammenfassung Jens!
    Ich bestelle zwar nur aus EU-Ländern und wenn, dann meistens für mittlere zweistellige Beträge, aber ich finde es gut, dass ihr auch so ein „langweiliges“ Thema im Blog behandelt.

  5. Welche „Vorteile“ sollen das denn angeblich sein, die die neue Regelung mit sich bringt?
    Ich lese in dem Text nur davon dass Steuern und Gebühren mal wieder erhöht werden und sich der Verwaltungsaufwand selbst für Kleinstbeträge immens erhöht.
    Das lässt sich für mich eher unter Nachteile zusammenfassen.
    Wiedermal ein gutes Beispiel für den Abkassier- und Kontrollwahn der EU.

    • Beispielsweise können Firmen wie Amazon oder eben viele Händler aus China jetzt keine „Steuerschlupflöcher“ mehr nutzen, indem sie Millionen von Sendungen unter der Zollfrei-Grenze von 22,- Euro verschicken. Das ist zwar nur ein kleiner (und indirekter) Schritt, aber immerhin einer, der auf Dauer zu einem etwas internationaleren Steuerrecht führt, so dass jeder vielleicht mal seine Steuern da zahlt, wo seine Produkte auch verkauft werden.

      • Amazon deklariert zumindest korrekt, also zumindest die Pakete, welche ich bestellt habe in die Schweiz 😊
        Unsere Freigrenze liegt bei +/-60.–

        Aber die Chinesen deklarieren praktisch alles falsch.
        Wobei DHL da jetzt auch genauer hinschaut seit diesem Jahr-teilte mir ein chinesischer Händler mit.
        Die Pakete gehen dann schon in China zurück + der Händler bezahlt das Porto.

      • @Lukas

        „Beispielsweise können Firmen wie Amazon oder eben viele Händler aus China jetzt keine „Steuerschlupflöcher“ mehr nutzen, indem sie Millionen von Sendungen unter der Zollfrei-Grenze von 22,- Euro verschicken.“

        Jein, diese „Schlupflöcher“ bestanden nur wenn man die Artikel direkt in China, bzw. Aliexpress bestellt. Aber eigentlich auch nicht, da die 22€ Freigrenze ja kein verbotenes Schlupfloch ist/war. Das die an regionale Kaufkraft angepassten Versandkosten in China für Europäer ein extra Bonus waren, war halt für uns mal ein Geschenk.

        Was Amazon angeht kann ich nichts sagen, aber alle Händler auf Marktplätzen wie Bricklink, Ebay und (Amazon?) die Waren in D (und der EU?) anbieten sind seit 2019 eh MwSt-pflichtig. Das kann also nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen sein.

        Der Marktplatz darf die nur zulassen wenn die vom Finanzamt eine § 22f UStG Umsatzsteuerbescheinigung haben und ist verpflichtet dem Finanzamt sämtliche Umsätze des Händlers und Steuerdaten zu melden.
        Somit müssten die seit 2019 bereits alle deutsche MwSt zahlen.
        Die aktuelle Änderung, bzw. Neuerung dürfte die sein das dass Finanzamt die MwSt direkt beim Kunde abgreift, und die Post als Dienstleister dafür „missbraucht“ anstatt auf die Zahlungseingänge aus dem Ausland dafür zu warten, oder denen hinterher zu rennen. Dafür zahlen die Verbraucher nun die 6€ je Sendung.

        Eine Weiterleitung und Verarbeitung der MwSt durch den Marktplatzbetreiber wie es Bricklink machen will, hätte sicher auch gereicht. Aber so ein Konzept wollte man wohl nicht, weil nicht „steuernd, und prohibitiv genug“.
        Wenn ich da was missverstanden habe, könnt Ihr es ja korrigieren.

    • „Wir als Kunden profitieren hingegen, auch wenn wir für kleinere Sendungen nun Einfuhrumsatzsteuer zahlen müssen, voraussichtlich von deutlich schnelleren Durchlaufzeiten unserer Sendungen, die, wenn sich alles einmal eingespielt hat, nun wohl nicht mehr wochenlang beim Zoll hängen bleiben.“

      Außerdem zahlt man die Steuern, wenn der Händler am IOSS teilnimmt, schon vorab direkt bei der Bestellung und spart sich als Kunde den nachträglichen Verwaltungsaufwand. Ich empfinde das schon als Vorteil.

    • @Djamal

      Die „Vorteile“ sind das die Post jetzt diese 6€ Bearbeitungsgebühr kassiert, die der Inlandsversand einer Bestellung mit dieser wohl auch gekostet hätte.
      Zudem kann man den Papierschiebern in den Verwaltungen endlich wieder neue „überlebenswichtige Aufgaben“ zuweisen damit deren „Daseinsberechtigung“ nicht von jetzt auf gleich als unsinnig wegbricht.

      Du darfst also nun wählen, ob Du ein kleinpreisiges Produkt hier für 6€ plus 5€ Versand kaufst, oder dasselbe aus dem Ausland für 5€ plus Steuer plus 6€ Gebühr, das vorher nur 4-5€ kostete. Gewinner davon ist die Post, niemand sonst.

      Weil das aber schon seit Monaten bekannt war, habe ich noch von April bis Anfang Juni alle kleinpreisigen Teile/Kabel oder Aquarienzubehör/Saugnäpfe für die Zukunft bestellt. Computerkabel, oder Elektronikbauteile für 50 Cent etc. sind nun Geschichte.

      Nach dem ATLAS-IMPORT muss ich mal schauen, aber wegen jeder 3€ Sendung zum Zoll abholen fahren zu müssen ist auch nicht so prickelnd. Andererseits brauche ich nun auf lange Zeit auch keinen Kleinkram mehr, für den sich diese Prozedur lohnen würde.

      • Ich frag mich ja, was für Mengen an 50 cent Gelumpe die Leute so kaufen, das es in Europa überhaupt nicht gibt oder für das es in Europa keine Zwischenhändler gibt. Vielleicht muss man Waren im Wert von 1€ auch nicht einzeln um die halbe Welt karren oder eben doch mal realistischere Preise dafür bezahlen.

        • Das kommt alles umweltschonend im Container. Deshalb dauert der Versand ja mehrere Wochen. Und das Riesenschiff fährt sowieso, egal ob Deine Tüte drin ist oder nicht.

          Weil du sagst Krempel… Es war halt noch möglich Sachen mit Kleinteilen zu erhalten. Ein Beispiel: Die Saugnäpfe einer Aquarienpumpe konnten so für ca. 1 Euro ersetzt werden. Der Lebenszyklus des Produktes wurde um weitere Jahre verlängert.
          Wenn du hier in den Laden gehst, kostet ein Set mit 5 dieser Saugnäpfe während du nur 2, maximal 3 brauchst ca. 15€. Das ist natürlich toll und klimafreundlich, weil die Leute dann gleich die ganze Pumpe wegen den verschlissenen Saugnäpfen wegwerfen. Ersatzteile beim Hersteller, falls noch vorhanden kosten dann auch 4-5€ plus Versand, also auch ca. 8-10€.
          Weil die Menschen aber eh zu faul oder wohlhabend zum reparieren sind, schmeißen die kompletten Artikel eh gleich weg. Mit dem „China-Mist“ haben also wenige Leute ihren Produkten nochmal neues Leben eingehaucht.
          Ähnliches gilt für Computer-Reparatur, du darfst nun wählen ob z.B. ein Großpack Computerkabel das du nicht brauchst, oder ein einziges für 5 bis 10€ gut genug für Dich ist.

          • Ist zwar öde, aber ich wiederhole mich mal: diese niedrigen Preis sind nur möglich, weil sich ausländische Anbieter nicht an gesetzliche Vorgaben halten. Folglich sind das keine „realen“ Preise. Und dass das Riesenschiff sowieso fährt egal ob der einzelne etwas kauft oder nicht, ist ja mal mittelschwer lächerlich…

          • @nerdi
            “ niedrigen Preis sind nur möglich, weil sich ausländische Anbieter nicht an gesetzliche Vorgaben halten.“
            Gegen welche verstoßen die denn? Verkaufen sie In D ist die MwSt schon drin (§22), verkaufen die von ausserhalb der EU galt die 22€ Importfreigrenze die von Deutschland festgesetzt wurde, nicht den Chinesen.
            Man hatte sicher nicht auf den Schirm das sich der Welthandel mal so ändert das es kostendeckend ist soviel zu importieren. Darum ist die Freigrenze ja nun weg.

            „Riesenschiff“, ja das konnte ich mir nicht verkneifen. Die FFF-Jünger und Konsumgesellschaft schmeissen massenhaft Produkte weg, weil sie kein Interesse mehr am reparieren haben, oder dazu zu unfähig sind… aber johlen dann rum. „Hilfe, Hilfe ich sehe CO2“ Dass das Produkt was die sinnlos zerstören in der Herstellung mehr CO2 verbraucht hat, als der Anteil des Briefes auf dem Schiff begreifen die nicht mehr. Hier hilft nur noch extreme Verarmung der Bevölkerung damit denen mal wieder der Mist aus dem Kopf abläuft. Leider ist das eine hässliche Zukunftsaussicht, die man keinen Wünschen kann. Also lasst den Krug zum Brunnen gehen bis er zerbricht.

          • Für mich mischt du diverse Dinge durcheinander, die nicht viel miteinander zu tun haben. Nur weil man vielleicht der Meinung ist, dass reparieren grundsätzlich besser als wegschmeissen ist, heißt das nicht, dass es sinnvoll ist, die Teile für die Reparatur dafür um die Welt zu fliegen / fahren. Es ist auch schlicht falsch, dass aus China nur Kleinstartikel importiert werden, um alle die Fernseher aus den 90ern weiter am Laufen zu halten. Das ist einfach Unsinn. Diese Fälle mag es geben, aber sie stellen sicherlich nicht den Großteil dar.
            Macht irgendwie keinen Sinn wirtschaftliche Zusammenhänge mit der eigenen persönlichen Ansicht / Abneigung zu vermischen.
            Unabhängig davon sorgte diese Freigrenze bisher dafür, dass viele (eher die meisten, wenn nicht sogar fast alle) chinesischen Anbieter ihre Lieferungen GANZ BEWUSST falsch deklarieren, um die Steuer zu umgehen. Das ist jetzt nicht mehr möglich und ich befürworte das sehr!

          • Mein Post ging leider gerade ins Nirvana…
            Belass es dabei. es ging nicht um 90er Fernseher sondern um 3-5 Jahre alte Smartphones, Tablets oder PCs.
            „GANZ BEWUSST falsch deklarieren, um die Steuer zu umgehen.“
            Das traf nur auf das Ex-EU Zeug zu, weil Ebay o.ä. alle Transaktionsdaten dem Finanzamt melden und das die Steuergrundlage ist bei denen die nach D verkaufen.

            Die Määnschen hab die jetzigen Regeln verdient, denen gefällt das sogar. Sollen Sie damit glücklich werden. Bin raus, kümmert mich nicht mehr.

          • Ich versuche jetzt mal wohlwollend anzunehmen, dass sich dieser doch fast etwas grenzwärtige Rant gegen irgendwelche „Jünger“, denen man Mist irgendwo raus was auch immern sollte, nicht auf mich als Initiator dieser Kommentarrichtung bezog, sondern einfach ein allgemeiner Rant war.

  6. Vielen Dank für die Erläuterungen. Ich habe ohnehin eigentlich immer aus der EU bestellt, schlicht weil ich mich mit Zoll-Bürokratie nicht auskenne und jeglichen Nerv dieser Art vermeiden möchte. Ist ja auch nicht so, als hätten die in den USA großartig andere Steine (obwohl ich sagen muss, dass gerade die Teilepreise aus dem UK mitunter recht nett waren). Dementsprechend dürfte sich für mich als Käufer da nicht so viel ändern. Wie es als Verkäufer aussieht, kann ich nicht einschätzen.

    Sicher könnte mehr Verwaltungsaufwand am Ende zu Lasten kleinerer Händler gehen, aber auch ich begrüße teilweise eine stärkere Regelung und Automatisierung was die Divergenz unter den Händlern angeht. Es ist ohnehin immer ziemlicher Nerv, dass Porto und Zusatzkosten nicht immer sofort klar ausgewiesen sind und es gibt eigentlich auch keinen Grund, auf die automatisierte Bezahlung zu gunsten dubioser Rechnungskäufe zu verzichten, bei denen man dann beten muss, dass man sich bei den Bearbeitungskosten nicht verlesen hat.

  7. Vielen Dank für den Artikel, aus beruflichen Gründen mußte ich mich auch schon mit dem OSS-Verfahren beschäftigen, da wir auch viel mit dem Ausland handeln und dort hin verkaufen (allerdings keine Steine!)
    Aber mich würde mal interessieren wie es z.B. bei Ebay aussieht in der Zukunft. Wird sich dort auch was ändern? Also für mich als Käufer, wenn ich was aus dem EU-Gebiet oder aus Drittstaaten kaufe?
    Und wie sieht es aus, wenn ich mal ein gebrauchtes Legoset bei Ebay verkaufe als Privatperson, ändert sich da auch was?
    Denn ich habe gerade seit letztem Jahr vermehrt Anfragen, ob ich nicht auch an Drittstaaten verkaufen würde (obwohl ich es eigentlich immer ausschließe bei meinen Auktionen). Hat da einer Erfahrung oder mehr Wissen in Bezug auf die anstehenden Änderungen?
    Das wäre sicherlich für viele Interessant.
    Vielen Dank schon mal

  8. Wenn ich ein EU-Verkäufer bin und nur ins Inland sowie in die EU verkaufe und unter der 10000 Euro-Grenze bleibe, ändert sich nichts? Oder?

    • Nein. Nicht direkt. Du musst nur die alte Regelung beibehalten, und aktiv Deine Umsätze monitoren damit Du diese 10000€ nicht versehentlich reisst.
      Also kurz vorher erreichen, sämtliche Länder der EU (ausser dem Heimatland) für Bestellungen und Versand SPERREN.

      Wenn Du das verschläfst musst Du nachträglich diesen ganzen Bürokraten Wahnsinn nachholen, was keiner wollen kann. Zudem kostet das sicher viel mehr Nerven, Geld und Aufwand als was Du beim Überschreiten der 10000er Marke verdient hast.
      Also noch wichtiger, falls Dir das passiert, die letzte Bestellung die die Schwelle reisst STORNIEREN. Das ist zwar für den Kunde doof, aber nützt ja nichts.

  9. Ich bestelle soundso (mit einigen ganz wenigen Ausnahmen) nur noch bei deutschen BL-Händlern, da alle ausländischen Händler (auch innerhalb der EU) unfassbar hohe Versandkosten selbst für kleine Bestellungen abrufen – 10 bis 25 Euro Versandkosten selbst für Briefe bekomme ich da regelmäßig angezeigt.

    Unabhängig davon ein sehr informativer Artikel, vielen Dank dafür!

    • Dankeschön. 🙂 Ein Tipp zum Thema Versandkosten bei BL: Ich bestelle sehr gerne (kleinere Mengen an Teilen) in Irland, da sind die Versandkosten nämlich sehr niedrig und auch die Preise oft günstiger als bei den deutschen Händlern. Aber kommt natürlich immer auf den Einzelfall an.

      • Auch ein sehr netter Tipp, Danke! Ich habe mir mittlerweile auch angewöhnt, größtenteils zuerst in Deutschland zu schauen (obwohl auch da manche recht unangemessene Versandkosten verlangen). Ich glaube auch, dass sich die Versandkosten innerhalb Europas durch Corona generell verschlechtert haben, vielleicht kriegt sich das auch wieder etwas ein.

    • Es gibt offenbar eine EU-Bestimmung, dass Waren/Güter generell nicht mehr als Briefsendung verschickt werden dürfen, deshalb fallen meistes saftige Paket-Gebühren an. Einige Länder (darunter Deutschland) haben das schon umgesetzt, andere offenbar noch nicht, da Händler in manchen EU-Staaten nach wie vor Briefversand anbieten. Da ich dort gerne bestelle, waren die durchschnittlichen Versandkosten meiner BL-Bestellungen der letzten 6 Monate aus dem EU-Ausland sogar geringer, als bei Bestellungen in Deutschland! Denn Inlandsversand wird bei deutschen Händlern leider auch nur noch selten als Briefversand angeboten…

      • hat mal nichts mit der EU zu tun, sondern mit dem weltpostverein. Hintergrund ist auch wieder china, wo halt viele waren als briefe sehr billig versendet wurden. Hatte mich letztes Jahr auch mal überrascht, als ich nen konvolut privat nach Dänemark geschickt hatte und tatsächlich nen päckchen nehmen musste.

      • Das hat verschiedene Gründe. Als Händler ist man vor folgende Herausforderungen gestellt.

        1. Man ist per HGB immer für den Versand haftbar, egal ob unversicherter Versand oder nicht. Folge: Nur noch versichert.

        2. Damit der Paypal-Verkäuferschutz erhalten bleibt, muss der Versand mit Tracking, oder versichert erfolgen. Folge: Warensendung oder unversicherte Sendungen werden nicht mehr angeboten.

        3. Briefsendungen dürfen keine Waren mehr enthalten. Folge: Für EU und Ausland gibt es nur noch versicherte Pakete.
        Eine Registrierung des Ersatzproduktes Warenpost ist möglich, erfordert aber eine Mindestmenge von 200 Sendungen im Jahr, und ist (war?) auf 35€ Versicherungswert je Sendung limitiert. Folge: für viel teurere Bestellungen riskant (unterversichert), und kleine Händler die die 200 Orders Ex-EU nicht schaffen, fliegen im Folgejahr raus da sie die Mengen nicht bringen.

        Exkurs: Große Händler schaffen diese Mindestmengen gut, oder nehmen gleich Volumen-Verträge für versicherte Pakete bei denen dann die Kosten für diese massiv sinken und sich die Frage nach „Welches Postprodukt?“ gar nicht mehr stellt.

        4. Briefe mit Einschreiben (in D) sind teurer als Pakete der Konkurrenz. Ein solcher Brief in D kostet fast genauso viel wie ein Hermes-Paket (4,30€ oder 5,95€) in dem die MwSt. (bzw. abziehbare Vorsteuer) schon drin ist.
        Zudem müssen Händler die umsatzsteuerpflichtig sind, die MwSt auf das Porto ans Finanzamt entrichten und somit die 86 Cent zusätzlich auf ein 4,50€ DHL-Päckchen, oder die 1,42€ zusätzlich auf ein 7,49€ DHL-Paket, dem Kunden aufschlagen oder aus der eigenen Tasche bezahlen, da die Preise der deutschen Post alle Netto sind.
        (Hintergrund: Da Briefmarken in der Vergangenheit als „Geldersatz“ gesehen wurden, waren sie stets MwSt-Frei.)

        Fazit: Entweder man beugt sich diesen Bedingungen, oder man nimmt die Risiken auf die eigene Händlerkappe.
        Es gibt noch Shops in D die Warensendungen, Briefe oder anderes unversichert verschicken.
        Diese müssten aber eine gute Profitmarge machen, weil eine einzige verlorene Sendung bzw. dessen Rückzahlung, die Gewinne von 10-20 weiteren Bestellungen auslöschen kann.

        • Ich seh den Großteil anders, vor allem was die Risikoabwägung angeht. Letztendlich kommt es dabei darauf an die Verlustrate einzuschätzen. Wenn man bei Briefen z.B. eine Verlustrate von 0,5% hat (bei der Deutschen Post ist sie eher noch niedriger) man dadurch aber einen um 1,- Euro höheren Preis nehmen kann (nach meiner Einschätzung sind es eher 2,- Euro), weil man weniger Versandkosten verlangt, macht das 200,- Euro mehr (oder eben 400,- Euro). Da muss die eine verlorene Sendung aber schon sehr teuer sein, damit man die sicherere Variante wählt und alles nur noch versichert verschickt. Abwägung macht da in meinen Augen deutlich mehr Sinn. Hohe Werte versichert verschicken, niedrige unversichert aber günstiger. Das minimiert das Verlustrisiko und selbst ein versichertes Paket garantiert einem nicht dass man die Kosten am Ende erstattet bekommen, wenn doch mal was passiert. Da kommen dann noch diverse zusätzlich Faktoren dazu und der Zeitaufwand seinen Verlust einzufordern kostet am Ende auch Zeit und damit Geld!
          Ich finde grundsätzlich, dass Selbstständigkeit und ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit eher weniger zusammenpassen. Mit Risiken muss man leben und entscheidend ist nur wie man damit umgeht 😉

          • Mit der 0,5 % Verlustqoute ist es aber nicht getan.
            Dazu kommt noch der Verlust des Verkäuferschutzes, bei dem dann jeder Kunde sagen kann, „Aber ich hab doch gar nicht bekommen.. Geld zurück“
            Oder auch die HGB Bestimmungen… Bei denen Du im Verlustfall der Ware sogar noch einen Schadensersatz für ausgefallene Einnahmen oder gebrochene Verträge des Kunden, leisten musst falls es darauf ankommt, und einer das geltend macht.
            Dies würde sonst die Post beschäftigen da sie ja den Verlust nachweisen muss.
            Wenn Dir also mal jemand kommt und sagt, wegen Deinen verlorenen/fehlenden Teilen ist das Modell für die Ausstellung nicht fertig geworden, musst Du dem noch zusätzlich den Verdienstausfall ersetzen. Toll.

            Auf Bricklink waren in der Vergangenheit auch einige im Forum die erzählten, das die gerne auf unversicherte Sendungen zurückgreifen, dann das bei Paypal als Rückzahlung/nicht erhalten reklamieren und damit an Gratisware kommen. „Die dusseligen Händler verdienen ja genug, da fällt das nicht ins Gewicht.“
            Gut das man die dadurch gleich auf die StopListe setzen konnte, damit von denen gar keine Order mehr eingehen kann.

            Ja, welchen Stellenwert die Risiko-Aversion hat muss jeder selber entscheiden.

          • Es ist doch Quatsch, dass du dafür haftbar gemacht werden kannst, wenn irgendjemand sein Modell für eine Ausstellung nicht fertig bekommt. Wenn jemand etwas bestellt und die Sendung verloren geht, kannst du den Artikel nochmal senden oder falls das nicht möglich ist musst du den Verlust erstatten. Aber du hast ja keinen Vertrag mit eventuellen Schadensersatzansprüchen bei Lieferverzögerungen usw. abgeschlossen. Das wäre eher ein speziell auf einen Kunden zugeschnittener Vertrag und kein normaler Versandhandel. Natürlich „kann“ jeder Kunde sagen, dass er den Artikel nicht bekommen hat. Man sollte aber nicht so ein negatives Bild von seinen Kunden haben. Erst wenn es sich nachweislich zeigt, dass sich die Verluste durch Betrug häufen, würde ich da anders handeln. Bei den 0,5% Verlust sind mögliche Betrüger schon inbegriffen. Wie die Verlustquote zu Stande kommt, ist letztendlich ja irrelevant. Zahlen sollte man nüchtern betrachten und nicht emotional.

  10. Ich hatte eine Sendung, die letztes Jahr sage und schreibe 8 Wochen durch den deutschen Zoll benötigt hat. Das war Lego aus Korea. Der Preis hatte sich nach Steuern und Gebühren trotzdem gelohnt, da das Set hier bei Ebay regelmäßig gebraucht zum 1,5 fachen Preis gehandelt wurde.

    Wenn es jetzt eine Vorverzollung gibt, sollte es solche Fälle vermeiden. Ich kann das nur begrüßen.

  11. Weiß jemand, wie es sich mit Amazon-Bestellungen beim Verkäufer „Amazon UK“ verhält, die erst ab dem 1. Juli zugestellt werden? Muss man dann etwas nachzahlen oder bleibt es beim ursprünglichen Kaufpreis?

    • Ich denke nicht, dass die anders behandelt werden als andere Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland. Wenn das Paket also erst im Juli in Deutschland eintrifft, wird wohl Einfuhrumsatzsteuer fällig wie oben beschrieben.

  12. Hallo! Mir als Käufer in Österreich lebend, fällt nur auf, dass es teurer wird. Am meisten ärgert es mich, dass (zumindest in Österreich) die Versandkosten auch in ganzen Vergebührungen miteinfliessen :/

    Mein Land ist klein und dementsprechend ist der Markt auch kaum mit guten Angeboten überhäuft.
    Zusätzlich werden auch einige Primeangebote von Amazon, die hier beworben werden, nicht nach Österreich geschickt und ich schau durch die Finger …

    Bezüglich Versandkosten:
    In DE kann man aufgrund der hohen Versandkosten nach Österreich eh fast nichts mehr bestellen (wenn nicht Päkchenversand angeboten wird, muss man für jeden Stein gleich 8-9€ mindestens zahlen …). Kleinigkeiten kommen mich aus Ländern wie Portugal, Frankreich, Spanien, Polen usw. viel günstiger im Versand – verrückt, aber gut für meine Geldbörse – sorry.

    • Kein Plan wo du wohnst, hatte aber schon mit österreichern und schweizern zu tun, die grenznah packstationen genutzt haben, bzw Sendungsdienstleister die als Anschrift dienen und es dann lagern/weiterschicken. Aber ja, Versandkosten sind nen Ding. Ich schaue deswegen auch nur Inland. Und selbst da finde ich so manchen Händler kreativ in Gebührenbasteln. Aber bin auch eher der Typ mit eher kleinen Bestellungen für aktuelle Projekte. Und meistens lohnt es sich auch nocht gegenüber den lokalen Lego Laden, wo so mancher Stein dann doch mal deutlich mehr als der Bricklinkschnitt kostet.

  13. Ach, wo sind die Zeiten, dass ich für 900 Euro Lego aus den VS bekommen habe, und der Zoll nur 30 Euro Umsatzsteuer verlalangt hat…
    Seit kurzem sind die Versandkosten innerhalb der EU auch ziemlich gesteigert, weil es alles nicht mehr als Brief versandt werden darf, und dann mit Brexit, wird bestimmt nicht alles besser.
    Vielleicht wenn man als relativ kleine Händler nun auch BrickOwl benutzten würde, könnte man die 10000 Eurogrenze vermeiden.

    • Was sollen das denn für Zeiten gewesen sein. Wann war die Umsatzsteuer denn jemals unter 4%?
      Die 10000€-Grenze gilt für alle Sendungen, die du von Deutschland ins EU-Ausland sendest (Gesamtsumme). Das hat nichts mit Bricklink, BrickOwl oder anderen Marktplätzen zu tun.

  14. Ich denke es geht bei dem Gesetz ja hauptsächlich um den Handel mit China. Das mit den 22 Euro war ja immer so eine Sache. Da wurde dann eine Fake Rechnung von 21,50 dazu gelegt bei Artikeln die eigentlich um einiges teurer waren. Da geht es jetzt bei mir aber um nicht Lego Artikel. Hört sich für mich also positiv an wenn da das Geschummel aufhört. Der Handel innerhalb der EU wird dadurch mehr werden.

    • „Der Handel innerhalb der EU wird dadurch mehr werden.“
      Das kann man nicht so genau sagen. Es hängt davon ab wie man das macht.
      Bisher haben ja viele Händler kleine Produkte gar nicht mehr angeboten, weil mit all dem Bürokratieaufwand und Kosten weit jenseits von profitabel. Deshalb gab es ja vieles bestenfalls auf Aliexpress oder Ebay. Wo bekamst du schon z.B. Elektronik Bauteile in Kleinmengen für paar Cent oder andere Artikel. Manche werden sicher hier in D oder der EU versuchen solche kleinstpreisigen Produkte anzubieten und dabei gleich die ca. 7€ Grundkosten dafür zu nehmen die nun als Untergrenze für Importartikel realisiert werden. Also kannst du nun für ein kurzes HDMI-Kabel dem Kunden sogar gleich 7€ aus dem Kreuz leiern weil es aus China mit 1€ plus 6€ Gebühr das gleiche kostet.
      Aber das ist für die Kunden auch egal, den im besten Deutschland aller Zeiten verdienen die ja soviel wie nie zuvor, schwimmen über im Geld. Da sind dann auch MediaMarkt/Saturn Preise für Kleinteile wie Kabel ein gerechtfertigter angemessener Preis für jene Klientel.

      • Das ist aber letztendlich auch wieder so eine Einstellung nach dem Motto: „Wir möchten, dass alles fair und gerecht zugeht und vor allem sollen die auch alle gefälligst ihre Steuern bei uns zahlen, aber teurer darf es dadurch natürlich nicht werden!“ Ist doch ganz logisch, dass es für den Endkunden teurer wird, wenn alle ihre Steuern zahlen. Der schwarz arbeitende Handwerker wird ja auch nicht billiger, wenn er seine Steuern abführt!
        Der Punkt ist, dass es am Ende vielleicht keinen Sinn mehr macht Kleinstartikel für 2,- Euro Warenwert um die Welt zu fliegen, weil dieser Preis von Grund auf nur dadurch möglich ist indem diverse Regeln und Gesetze gebrochen werden!
        Wer das gut findet, muss z.B. auch jede Form der Urheberrechtsverletzung super finden, weil das nämlich das Produkt auch deutlich günstiger macht!

        • Das Provlem was du da übersiehst ist dass durch den Wegfall der 1€ Artikel aus China die europäischen Artikel dann nicht mehr 7€ kosten sondern 15€, denn weniger Ware am Markt = steigende Preise.

          • Dann ist das so. Könnte aber wahrscheinlich auch sein, dass es sich dann in Europa eher lohnt solche Artikel anzubieten und die Preise sich irgendwo dazwischen einpendeln. Das ultimative Verbraucherschnäppchen ist halt auch nicht das übergeordnete Ziel…

    • Im Kern geht es um das Schließen von Schlupflöchern. Zur Zeit ist es ja vielfach so, dass Händler aus China so tun als wäre ihre Ware in der EU wenn sie sie verkaufen, um sie dann letztendlich mit niedriger Warenwertangabe doch aus China zu verschicken. Wenn man sich nun als Händler in jedem Land registrieren muss, führt dass dazu, das alles transparenter und leichter nachzuvollziehen wird. So kann man die ganze Steuerhinterziehung von diesen Händlern viel besser sichtbar machen.

      • „Im Kern geht es um das Schließen von Schlupflöchern.“
        Wohl nur zum Teil… Ausländische Anbieter von Waren auf Marktplätzen in D sind bereits seit Januar 2019 hier MwSt-pflichtig.
        Siehe: Eigenzitat von weiter oben.

        „Der Marktplatz darf die nur zulassen wenn die vom Finanzamt eine § 22f UStG Umsatzsteuerbescheinigung haben und ist verpflichtet dem Finanzamt sämtliche Umsätze des Händlers und Steuerdaten zu melden.“

        Also waren nur Direktkäufe im Ausland z.B. bei Aliexpress etc. von der 22€ Regelung betroffen, und alles von Ebay.de usw. enthielt die MwSt.
        Nun nimmt man die Post um die MwSt sofort bei Lieferung zu kassieren anstatt auf die Zahlungen der Händler zu warten.
        Damit das auch für den Verbraucher deftig genug wird, nimmt man 6€ je Sendung Gebühren.

        Eine Weiterleitung und Verarbeitung der MwSt durch den Marktplatzbetreiber wie es Bricklink machen will, hätte sicher auch gereicht.
        Zudem wäre es mal interessant gewesen, wenn man in den Verkäuferkanälen die Zwangshaftung für den Versand und Zahlung entfernt hätte und zeitgleich wie früher Briefsendungen für Waren als Warenpost ohne Mindestmengen und Registrierzwang für alle geöffnet hätte, ohne diese Postabwicklung.

        Dann hätte der Staat seine Steuer, die Versandkosten für D, EU und Welt würden wieder sinken, und der Verbraucher könnte wieder „1.44€ DVD Brief“ auswählen wenn er der Eigenhaftung bei Verlust ausdrücklich zustimmt. Ansonsten muss er halt Paket wählen.
        Damit hätte man einen Mittelweg gehabt, der auch noch den Kunden nützt. Stattdessen zahlen die nun 6€ Bearbeitungsgebühr auf alles und die Leute jubeln.

        • Was nützt die Umsatzsteuerbescheinigung, wenn man nicht klären kann, ob die ausländischen Anbieter auch wirklich ihre Umsätze korrekt melden?! Die Bescheinigung sagt ja nur aus, dass man für die Umsatzsteuer bei einem Finanzamt registriert ist.
          Durch die neue Regelung müssen die Käufe je nach Land registriert werden und Ungereimtheiten werden viel stärker auffallen. Die Verpflichtungen auf Marktplatzbetreiber abzuwälzen wäre keine Lösung gewesen, da nicht alle Händler ihre Käufe über Marktplätze durchführen. Dadurch wäre es zu einer Ungleichbehandlung gekommen oder die Händler hätten sich letztendlich doch registrieren müssen. Außerdem hätte Ebay und Co. dann einfach alles pauschal besteuert, obwohl ja zunächst ein Grenzwert überschritten werden muss und es auch Händler gibt auf die die Neuregelung gar nicht zutrifft.
          Dieses ganze Haftungsthema ist jetzt aber auch eine komplett andere Baustelle und hat seine guten Gründe. Der Händler ist verantwortlich dem Kunden die Ware zukommen zu lassen und nicht der Kunde dafür verantwortlich, dass er seine bezahlte Ware auch wirklich erhält. Das Thema ist uralt und und das wird auch nicht zurückgedreht werden. Wer einen Onlinehandel betreiben möchte, sollte auch ein gewisses Maß an Verantwortung für seine geschäftliche Tätigkeit übernehmen und nicht versuchen alle Verantwortungen auf den Kunden abzuwälzen. Dann sollte man eher einen stationäres Geschäft aufmachen. Da hat man diese „Nachteile“ nicht.
          Jeder Händler, der gewillt ist das Risiko selbst zu tragen, wird gegenüber denjenigen, die die 100%ige Sicherheit wählen und die Kosten auf den Kunden abwälzen, einen deutlichen Preisvorteil haben!

          • „Was nützt die Umsatzsteuerbescheinigung, wenn man nicht klären kann, ob die ausländischen Anbieter auch wirklich ihre Umsätze korrekt melden?!“

            Dafür ist die ja seit 2019 da. Der Marktplatz z.B. Ebay muss dem Finanzamt sämtliche Daten melden, und dort prüft man nur noch ob der Händler auch die korrekten Daten gegenmeldet. Aber die MwSt ist seit der Zeit in den Warenpreisen drin.

            „Die Verpflichtungen auf Marktplatzbetreiber abzuwälzen wäre keine Lösung gewesen, da nicht alle Händler ihre Käufe über Marktplätze durchführen.“

            Die Marktplätze müssen das per Gesetz ja eh schon machen, damit die die Händler zum anbieten freischalten können. Vielleicht sogar schon EU weit?
            Händler die Direktkäufe per Email mit Kunden machen hätte man so nicht gekriegt, da ist korrekt. Aber mit wievielen Chinesen schreibst du denn? Hast Du schon mal einen Angeschrieben, und gesagt ich Dein Zeug nur direkt per email und du machst es 20% billiger? Ich glaube sowas ist sehr sehr selten.

            „Außerdem hätte Ebay und Co. dann einfach alles pauschal besteuert,…“
            Das machen die seit 2019 auch schon, deshalb hat man das ja mit dem §22 UStg eingeführt damit alle ausländischen Händler die Waren in D anbieten MwSt zahlen müssen. Die Preise für deren Artikel sind auch gestiegen.

            „Der Händler ist verantwortlich dem Kunden die Ware zukommen zu lassen und nicht der Kunde dafür verantwortlich, dass er seine bezahlte Ware auch wirklich erhält.“

            Das war ja der Sinn des Gedankenexperiments.
            Wie sähe das aus wenn man gesetzlich Unversicherten Versand wieder „zulässt“, das Porto der EU-Händler sinkt, Bürokratie abbaut und der Staat von den EX-EU Leuten trotzdem MwSt bekommt. Dann wäre man im kleinen Bereich konkurrenzfähiger als heute, weil die heir angebotenen Waren billiger werden und der Preisunterschied zu China nicht mehr so groß ist. Hättest in dem Fall wählen können ob du was aus D nimmst was komplett 4€ kostet, oder das aus China was 2-3€ kostet aber lange unterwegs ist.

            „Dieses ganze Haftungsthema…“
            Da geb ich Dir recht.. das lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Das würde verantwortungsvolle Käufer fordern die es „nicht mehr gibt“. Zum einen wird fast überall nur noch beschissen, und man kann nicht mehr sicher sein ob der Händler das verschickt hat. Auf der anderen Seite sind die Leute geistig so verkümmert das die nicht mehr kümmert was die tun.
            Das sieht man wenn sich die aufregten, „aber nun muss ich zum Zoll, das kommt aus China..“ Weil die nicht mal „Lagerort D / Eu oder Shanghai“ lesen können.
            Das gilt für Ebay wie Amazon.
            Zudem kann ich Dir als Händler sagen, das die Menschen in Massen nicht mal mehr Ihre Lieferadresse lesen und prüfen können, aber dann kommen.. „Dort wo du es hingeschickt hast wohne ich doch schon gar nicht mehr!!, schick es nochmal Neu!“ Die Apps tun ihr übriges… Hab im Bekanntenkreis eine, die wissen Ihr Passwort gar nicht mehr, Einloggen nicht mehr gewünscht. Die drücken auf der Amazon App rum und wissen gar nicht was sie tun. Jeder der an das Handy kommt und freischaltet, kann sofort an alle Emails ran, sich damit Haufenweise Zeug von irgendwoher bestellen, aber dann rufen die „Ich wurde gehackt, jemand fremdes hat in meinem Name bestellt.. usw. usw.
            Eigentlich müsste für alle ein „Handyführerschein“ her.
            Verantwortung ist auch weit und lange her. Ich hatte auch Fälle bei dem die Leute die extra gesagt haben, ich will unversichert und übernehme die Haftung selbst. Die haben dann noch versucht Ihre Zahlung zwangsweise zurückzuholen wegen 13€.!
            Ich gebe dir recht.. Der Zug ist vollkommen abgefahren.. sowas geht heute nicht mehr.. Du musst heute alles Idiotensicher und Idioteneinfach machen, darunter funktioniert nix mehr. Und wenn die dann 6€ Gebühr oder Paket-only zahlen müssen haben sie halt Pech.
            Es war eben nur ein Experiment, zur Überlegung was passiert wenn man frühere Freiheiten mit heutiger Digitalisierung verbindet, und inwieweit man hier wieder konkurrenzfähiger gegenüber den Chinesen wäre.

          • Dein „Gedankenexperiment“ ist kein Gedankenexperiment, sondern die Situation wie sie zum Beginn des Onlinehandels war. Da gab es noch kein Paypal und keine klaren Verbraucherschutzregeln und jeder Händler hat es gemacht wie er wollte und wenn die Ware nicht angekommen ist, kann der Kunde ja klagen, von alleine bekommt er jedenfalls nichts zurück. Aber bei 20 Euro Warenwert macht klagen wohl keinen Sinn…Ha, da hat er wohl Pech gehabt.
            Danach gab es die Regelung, dass bis zu einem gewissen Warenwert der Käufer die Kosten tragen muss, wenn er Ware zurückgeben möchte. Und letztendlich hat man jetzt eine Regelung gefunden, die die Risiken fair zwischen Kunde und Händler aufteilt und nicht einseitig ist. Wie gesagt, Händler, die nicht gewillt sind ihren Teil der Verantwortung zu tragen, sollen in meinen Augen einen stationären Handel aufmachen, wie in den 80ern ihre Ware ins Schaufenster stellen, darauf warten, dass jemand kommt und wenn ein Kunde zu viele kritische Fragen stellt, können sie den dann wie früher rauswerfen. Ein paar Jahre später sind diese Händler dann pleite und vergessen. Hab ich keinen Schmerz mit!
            Grundsätzlich finde ich deine Einstellung und Einschätzung gegenüber Kunden äußerst grenzwertig. Wenn man so von seinen Kunden IN DER MASSE denkt, dann ist man im Einzelhandel nach meinem Verständnis falsch. Diese Einschätzung kann ich so nicht teilen. Ich kenne das nur aus Einzelfällen. In der Masse sind Kunden normale, ehrliche Menschen, die nicht den ganzen Tag darüber nachdenken wie sie den Händler bescheissen können, sondern lediglich ehrlich und fair behandelt werden möchten! Sowas kann übrigens auch ein wirksames Alleinstellungsmerkmal für einen kleineren Händler sein, da ein persönlicher, fairer und zuvorkommender Umgang bei größeren Händlern eher selten der Fall ist.

  15. Zur vorliegenden Thematik kann ich mich gar nicht sinnvoll äußern, da ich bis dato keine Bestellungen außerhalb Deutschlands getätigt habe. Möchte deshalb nur ganz kurz anmerken, dass ich solche (manche würden wohl auch „trockene“ dazu sagen) informativen Artikel ganz spannend finde und gerne durchlese 👍

  16. „Die neuen Regeln bieten aus Kundensicht sowohl Nach- als auch Vorteile,“

    Aus Kundensicht sehe ich keine Vorteile, nur Nachteile.

    – Kleinere Bestellungen werden teurer.
    – Zusatzkosten weil die DHL die 6€ Servicepauschale in Rechnung stellen
    – Weniger Angebot weil viele Händler aus dem EU-Weitern Vrkauf aussteigen. (1000€ Regel)
    – Daraus resultierende Verknappung der Ware und damit steigende Preise.

    Das ist reiner Protektionismus den am Ende die Kunden die etwas kaufen wollen ausbaden müssen.

  17. „Die bisherige Freigrenze von 22,- Euro für Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland entfällt.“

    Ich habe immer Tusche, Pinsel, Stifte in China und Japan über Ebay bestellt, die es bei uns nicht gibt (oder für den fünffachen(!) Preis). Schade, aus Kundensicht eine Katastrophe.

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