LEGO Umfrage zeigt: Kinder wollen lieber Youtuber als Astronaut werden

(Bildquelle: LEGO/Brett Wilson)

Diese News könnte man wohl mit den Worten „Die Jugend von heute…“ beginnen: Wie eine internationale Marktforschung von LEGO zeigt, wollen Kinder heutzutage lieber Youtuber als Astronaut werden. Bekommen wir also bald lizenzierte Youtuber Sets oder eine Youtuber Minifiguren-Serie zum Sammeln? 😉

Die Umfrage, die im Zuge der Mondlandung von LEGO als Pressemitteilung veröffentlicht wurde zeigt: Während in China der Beruf Astronaut noch bei 56% der Kinder das Feld vor den Berufen Lehrer, Musiker, Sportler und Youtuber anführt, führt in den USA und in Großbritannien mit 29% bzw 30% der Youtuber/Vlogger die Liste an – gefolgt von Lehrer, Sportler, Musiker und erst dann (mit jeweils 11%) kommt der Astronaut – der erste und der letzte Platz sind also einfach in China und USA/GB vertauscht:

LEGO Umfrage: Youtuber vs. Astronaus Umfrage
(Bildquelle: Techspot/The Harris Poll)

Grund dafür dürften wohl die unterschiedlichen Stellenwerte haben, die die Raumfahrtprogramme der jeweiligen Länder aktuell haben. Während das Programm von China seit Jahren Fortschritte macht und eine bemannte Mondmission seit einiger Zeit in der Planung ist, stehen (zumindest die staatlichen) Aktivitäten in den USA und England ziemlich still.

Dennoch müssen wir unsere Jugend nicht direkt abschreiben, denn die Form der Fragestellung lies auch wenig andere Berufe zu: Es standen lediglich die fünf gezeigten Antwortmöglichkeiten zur Auswahl, von denen jedes Kind drei auswählen durfte. Außerdem gaben insgesamt 86% der Kinder an, dass sie die Erforschung des Weltraumes interessiert, 90% der Kinder wollen gar mehr darüber erfahren.

LEGO hat aus den Ergebnissen eine Infografik gebastelt, die ich hier gerne an euch weiterreichen möchte:

LEGO Infografik: Youtuber vs. Astronaut

Bei der Befragung handelte es sich um eine Harris Poll Online-Umfrage im Auftrag der LEGO Gruppe, an der International im April 2019 immerhin 3.000 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren teilnahmen. Jeweils 1.000 der Kinder stammten aus den USA, Großbritannien und China. Es standen fünf Antwortmöglichkeiten zur Auswahl, von denen jedes Kind drei auswählen durfte.

Für die LEGO Gruppe sind solche Umfragen natürlich eine ziemlich spannende Marktforschung. Sie dürfte zeigen, dass sich in westlichen Ländern die neuen LEGO City Space Sets weniger gut verkaufen werden als in China. Das wir auf Grundlage der Umfrage demnächst offizielle Sets oder Minifiguren aus dem Bereich der Youtuber und Vlogger bekommen, halte ich allerdings für ziemlich unwahrscheinlich 😉

Was meint ihr? Ist die Jugend von heute wirklich verloren, oder war das Design der Umfrage vielleicht einfach nicht ganz so glücklich gewählt? In den Kommentaren darf wie immer gerne diskutiert werden.

Über Lukas Kurth 639 Artikel
LEGO Liebhaber und Star Wars Fan seit der frühen Kindheit. Begeisterungsfähig und immer Kind geblieben. 28 Jahre alt, studierter Maschinenbauingenieur und der Mensch und Gründer hinter StoneWars.de

42 Kommentare

  1. Und weil Lego zu wenig Eisenbahnen bringt, wollen die Kinder auch nicht mehr Lokführer werden könnte man jetzt ganz ketzerisch behaupten.
    Sehr zum Leidwesen der Eisenbahnverkehrsunternehmen, die dringend Personal benötigen.

    • Verstehe ohnehin nicht, dass nicht per Computer gesteuert wird. Immerhin gibt es schon selbstfahrende Busse. Und ein Zug braucht noch einen Lokführer?

      • Stell dir vor, es gibt auch selbstfahrende Triebfahrzeuge… nennt sich dann LZB. Geht aber nun mal nicht mit jedem Fahrzeug, da der Rest mit PZB fährt. Und JA, in den Vorschriften des Eisenbahn-Bundesamtes steht, dass bei Zügen und Rangierfahrten die die Spitze (Zug, Rf)mit einem Mitarbeiter besetzt sein muss. Es geht auch überhaupt nicht einfach so ohne! Das wäre viel zu komplex im bahnbetrieb! Wir reden hier nicht vom Straßenverkehr, der wirklich mehr als simpel ist! Der hat keine örtlichen Zusätze, keine Befehle, keine Fahrplanmitteilungen, keine Nothaltaufträge und auch keine Massen von Signalen! Nicht böse gemeint, aber die Leute haben keine Ahnung vom Bahnbetrieb, und glauben, das wäre alles nichts.
        „Ein paar Knöpfchen und Hebelchen drücken, braucht keinen Triebfahrzeugführer“ So denkt ihr, wie?…

    • Ich glaube andersherum wird ein Schuh draus: weil Kinder nicht mehr von Eisenbahnen fasziniert sind, bring Lego nicht mehr so viel Eisenbahn-Zeug heraus. Ich kenne kein Kind, dass sich für Eisenbahnen mehr als als einfaches Transportmittel interessiert – und ich arbeite mit Kindern. Ich glaube kaum, dass das Legos Schuld ist. Jeder 10jährige, den ich kenne, kann mir allerdings mindestens 10 Youtuber nennen.

      Ob eine Abkehr vom Analogen allerdings die Lösung ist, wage ich zu bezweifeln. Computerspiele können andere besser – Lego sollte sein Alleinstellungsmerkmal nicht aufgeben, denn es gibt immer noch eine kleine, aber starke Gruppe von Kindern, die eben doch gern noch bauen und mit den Händen experimentieren. Ich denke, Hidden Side wird hart floppen.

      • Wenn ein Kind zwischen 6 und 11 nichts an einer Dampflok findet, sondern YouTuber (das es für diesen Schwachsinn überhaupt ein eigenes Wort) cooler findet….dann haben die Eltern versagt. So einfach ist das. Begeisterung für etwas zu wecken, liegt in der Verantwortung der Eltern. Was das letztlich ist…egal. Aber YouTube Bullshit ist jedenfalls das Falsche. Aber mir soll’s recht sein, wenn die übrige Bagage später Youtuber aka Arbeitslos werden will…bleiben mehr Plätze für Leute mit richtigem Beruf.

  2. Ich glaube, Kinder wollen vor allem eines, nämlich Anerkennung. Das „Youtuber“ im Ranking so weit oben rangiert, sagt also vor allem aus, dass bessere Vorbilder fehlen. Sollten wir uns als Erwachsene evtl. mal Gedanken drüber machen.

    „Das wir auf Grundlage der Umfrage demnächst offizielle Sets oder Minifiguren aus dem Bereich der Youtuber und Vlogger bekommen, halte ich allerdings für ziemlich unwahrscheinlich“ – Eine offizielle Henry-Figur mit Originalfrisur wäre aber mal sowas bon gekauft!

    • Die bekannten Youtuber haben ein tolles Leben mit üppig erscheinenden Einkünften. Anders als (mittlerweile, beschämender Weise) beim Erfolg in anderen Berufen spielt die soziale Herkunft dabei nur eine untergeordnete Rolle. Der Traum „vom Tellerwäscher zum Millionär“ ist in anderen Bereichen inzwischen weitgehend ohne Vorbilder.

      Das die allerwenigsten Youtuber tatsächlich von ihren Videos leben können und dass ihr wirtschaftlicher Erfolg äußerst fragil ist wird dabei nicht gesehen. Geänderte AGB bei Youtube oder einem veränderte Provisionen Affiliate-Partner reichen für ein Ende des Geschäftsmodells.

      • Es gibt schon Vorbilder, die das geschafft haben. Henry Ford, Walt Disney, Howard Schultz (Starbucks), Mark Zuckerberg und natürlich die google-Gründer. Was auffällt: Alles Beispiele aus den USA. Wer in Europa ein Startup gründet, muss erst mal einen bürokratischen Hürdenlauf hinlegen und wird anschließend vom Finanzamt ausgepresst, bis dann die Bude zugedreht wird, weil ein Button mit „Kostenpflichtig bestellen“ fehlt.

        • Kennst Du Karl und Theo Albrecht, die Sawyer-Brüder oder Daniel Krauss bzw. Fabrice Schmidt?
          Ja, es gibt unsinnige Bürokratie. Trotz allem würde es ohne diese Gründer Aldi, Rocket Internet bzw. Zalando, Flixbus oder MyDays nicht geben. Unterschied: Die Personen stehen halt nicht im Rampenlicht.

          • Ich stelle mal ein bisschen provokativ die Frage, warum so viel reguliert werden muss. Läuft irgendwas falsch, wird oft versucht die Verantwortung dafür auf andere abzuwälzen. Die wenigstesten wollen für ihr Handeln verantwortlich sein. Also muss reguliert werden.

            …und in Deutschland ist es nicht cool etwas zu Erreichen. Im Gegenteil. Ich verweise auf den Text „Lasse Redn“ von den Ärtzen.

    • OH Gott, ja bitte! Und eine orange getupfte Wand zum Dahinterstellen! *Träumchen* 🙂

      Oder vielleicht gar eine Sammelserie: Deutsche Legotuber.

  3. Da bin ich ja mal schon gespannt auf die Minifigur vom Held der Steine. Im Set mit seinem kleinen Lädchen, dazu Erdmännchen und die Heldentasse. 🙂

      • Den Gedanken, dass er über seine Amazon-Links höhere Einnahmen als durch sein kleines Lädchen hat finde ich nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dennoch finde ich es immer wichtig die Inhalte der Aussagen zu bewerten und weniger deren Umstände oder gar die Eigenschaften der Person (-> „blaue Haare“).
        Eine Aussage, dass es für Lego oder Duplo Boxen mit Grundbausteinen geben sollte wird durch eine unsympatische und arrogant auftretende Person nicht mehr oder weniger richtig.

        • „Geschäftsmann“ klingt hier so negativ. Es sollte viel mehr Geschäftsmänner geben. Die schaffen nämlich unsere Arbeitsplätze.

        • Hallo,
          aber warum sollte LEGO Steinkisten mit gutem Inhalt verkaufen?
          Kinder bauen aus jedem Set etwas, egal ob Friends / City / Minecraft.
          Und die Arbeit mit den Boxen erledigt Bricklink für LEGO.
          So verkauft Lego mehr Sets und hat weniger Aufwand.
          So schade wie es ist für LEGO ist BL eine echte Goldgrube.

          my two cents

          • Normale Eltern kennen BL nicht. Ergo kaufen die dort keine Steine. Und da Lego keine Boxen anbietet, greift man entweder zu anderen Anbietern, zumal die noch günstig sind, oder man kauft eben nichts.

      • Nur weil er in jedem Video auf seine Öffnungszeiten, seine fantastischen Tassen und mögliche Lieferengpässe hinweist? Dass er eine Marke anmelden wollte und von LEGO nie eine Abmahnung erhalten hat, hat er übrigens nicht erwähnt oder zumindest nicht klargestellt. Das muss doch alles Zufall sein!

  4. …Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefällscht habe…

    Bei 5 Antwortmöglichkeiten ist die Umfrage echt wenig aussagekräftig

  5. Abgesehen davon, dass bei einer begrenzten Auswahlmoeglichkeit das Ganze nicht wirklich aussagekräftig ist…..dass Astronaut nicht an erster Stelle steht und der YouTube Bullshit vorne liegt…..darauf kommt man auch mit einen gesunden Menschenverstand.

    Unabhängig davon: ich wollte weder Pirat oder Astronaut noch Ritter werden und Trotzdem besteht meine Setauswahl im Alter von 6-11 zw. ’86 und ’91 zu 75% aus den Themen. Der Rest sind Legoland Baustellenfahrzeuge und Feuerwehr/Polizei. Der Fairness halber muss man aber auch sagen, dass es ja sonst nichts gegeben hat.

    Letztlich liegt es an den Eltern, ob ein Kind den Zugang zu Lego erhält oder nicht. Und dann muss es eben etwas geben, was anspricht. Was Lego offensichtlich ignoriert: die Generation , welche in den späten Achtzigern und frühen 90ern die goldenen Zeiten erlebt hat, hat jetzt Kinder im Lego Alter.

    Wer als Eltern also kein Marvel/DC oder Star Wars Freak ist….da sieht es dann düster aus.

    Piraten und Ritter wurden gehen wie geschnitten Brot, denn natürlich spielt man gerne mit Sachen, die man selbst hatte und gibt das an den Nachwuchs weiter. Sollten Mal ne Umfrage machen unter Eltern zw. 30 und 40, die früher mit Lego gespielt haben.

    Die Snowboardindustrie hat den Fehler auch gemacht und ist (u.a.) fast daran zugrunde gegangen. Da wurden die Leute vergessen, die in den 90ern als erste große Welle umgestiegen sind von Ski…aber man hat nicht daran gedacht, dass die auch Mal Kinder haben, es aber nicht funktioniert, wenn für die Kids später kein Equipment vorhanden ist, um die Begeisterung weiterzugeben. Damit hat man eine ganze Generation verloren und die nächste noch dazu.

    Und noch etwas zum beliebten Zugthema:
    Ich hatte keine Lego Eisenbahn, a) weil es noch die typische Märklinplatte vom eigenen Vater oder gar Opa gab und 2.) die exzellente Playmobil Eisenbahn.

    Märklin als Konkurrenz ist nicht mehr vorhanden und auch die Playmobil Eisenbahnwelt reisst mich jetzt nicht vom Hocker. Zumal die Alte noch vorhanden ist. Bringt Lego jetzt eine Zugwelt wie in den goldenen Zugzeiten heraus…shut Up and Take my Money.

    Zumal Lego aufgrund des Maßstabes/Platzbedarf und der Einfachheit des Aufbauens einen Vorteil gegenüber Playmobil hat, wenn man das jetzt als Alternative nehmen möchte.

    • Ergänzend: der gerne gebrachte Hinweis auf die schlecht angenommenen Entwürfe bei Lego Ideas bzgl. Zug/Piraten/Ritter kann nicht als Argument ziehen. „Normale“ Eltern kennen das ganze Lego Fan Universum mit Bricklink, Brickset, Ideas etc. gar nicht.

    • Als Erwachsenenthema ist Eisenbahn vielleicht noch eine Nische, jedenfalls bei Männern (und ich denke vor allem bei denen über 40), aber ich denke wirklich, Kinder sind da raus. Es hat sicher einen Grund, warum es Märklin nicht mehr gibt.
      Schon als ich Kind war, war das ein bisschen ein auslaufendes Thema. Mein Vater hat mir auch Eisenbahnen schenken wollen, aber Mann, hat mich das mal nicht interessiert, und dann hat er damit aufgehört. Ich denke, man kann die Kinder nicht zwingen, Eisenbahnen cooler zu finden als Youtube. Eltern sind ja nicht der einzige (und ab Schulalter nicht mal der wesentlichste) Einfluss was Coolness und Entertainment angeht.

    • Sehe ich genauso wie Pabstat. Ich sammele gerne und viel Lego für mich als Hobby, halte aber ständig Aussicht nach Sets für meine Kinder. Mein Mann fragt alle paar Monate ob denn endlich eine Piraten Serie rauskommen wird. Er will eben gerne die komplette Serie für die Kinder kaufen und mit denen bespielen, weil er mit Lego Piraten Sets aufgewachsen ist. Genauso mit den Rittern. Ich glaube solche Sets, die in der Optik an den klassischen erinnern, werden von den Eltern, die 30 bis 40 sind, direkt gekauft.

  6. Ich wollte als Kind Archäologe oder „Verrückter Wissenschaftler“ werden … die Welt dankt, dass einen dann doch irgendwann die Realität einholt.

  7. Zum Thema Space: Gab es eigentlich die Saturn V schon mal rabatiert? Ich verfolge das Modell schon über ein Jahr und es liegt relativ preisstabil zwischen 110 und 120 Euro…

    • …wird es nie geben glaub ich. Warum gibt es wohl keine Serie „Berühmte Sänger“ oder „Berühmte Schauspieler“? Nicht weil es die Leute nicht kaufen würden sondern weil Lego mit jedem einzelnen verhandeln müsste.

  8. YouTube ist halt das Medium der Jugendlichen heutzutage und die YouTuber sind ihre Stars, denen sie nacheifern. Ich wollte damals auch sprechendes Auto haben. Irgendwann wacht man auf und stellt fest, dass man nicht zum Star geboren ist, und dass andere Berufe auch erfüllend sind. Die Frage ist allerdings, was LEGO mit den Ergebnissen dieser Umfrage macht. Vielleicht gibt ja bald noch mehr Movie-Maker-Sets, die keiner kauft. Wir dürfen gespannt sein.

  9. wundert es niemanden, dass 18% der chinesischen Kinder YouTube kennen? soweit mir bekannt ist, ist YouTube in China gesperrt (abgesehen von Hong Kong, bezüglich Sonderverwaltung). Dass dies dementsprechend den letzten Rang in China hat sollte klar sein, nur die 18% sind dann doch deutlich höher als gedacht.

  10. Mal ehrlich. Lego braucht sich zu wundern. Ich habe meinem Sohn grade sein erstes Lego City Heft gekauft.
    Das Heft ist ja eigentlich ein großer Comic.
    Die Geschichte im Comic geht um Tommy Tube, einen tauchenden, rennfahrenden Youtube Star der sich die ganze Zeit Sorgen um Internet Empfang und Follower macht.
    Zum Kotzen.
    Ich meine, da muss sich keiner wundern wenn man sogar kleine Kinder im Lego Heft so konditioniert

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