Ein GWP zum Kauf? LEGO 75329 Death Star Trench Run im Review

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Titel

Alles neu macht der Mai, so auch bei LEGO. In diesem Jahr gibt es schließlich die neue Diorama Collection im Sortiment und wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, die Sets einer Review zu unterziehen. Beginnen wollen wir mit dem kleinsten Set: Dem LEGO 75329 Death Star Trench Run.

Nach der Helmet Collection und natürlich der Ultimate Collectors Series gibt es eine neue Sammelserie im LEGO Star Wars Universum: die Diorama Collection. Wir werfen hier zunächst einen Blick auf den LEGO 75329 Death Star Trench Run.

Eine neue Sammelserie: Die Diorama Collection

LEGO spricht seit einiger Zeit erwachsene Personen direkter an, unter Anderem durch die Alterskennzeichnung 18+. Seit es diese Altersstufe gibt, kommen auch immer mehr Sets oder Reihen auf den Markt, die in irgend einer Form sammelbar sind. Natürlich gab es solches auch schon vorher, jedoch wurde es selten direkt so beworben oder bezeichnet. Früher gab es Fahrgeschäfte vom Jahrmarkt als Teil der Creator Expert Reihe – heute ist es die Fairground Collection. Auch völlig neue Sammelserien sind erschienen, wie zum Beispiel die Helmet Collection.

Im LEGO Star Wars Umfeld ist natürlich in erste Linie die Ultimate Collectors Series zu nennen (die es auch schon vor Einführung der 18+ Sets gab). Gegenüber deren eher hochpreisigen Sets sind die Sets der Helmet und der Diorama Collection auch für den schmaleren Geldbeutel erwerbbar.

Die ersten Sets der neuen Diorama Collection kamen am 26. April 2022 auf den Markt. Zum Start der Serie gibt es drei Sets:

  • LEGO 75329 Death Star Trench Run
  • LEGO 75330 Jedi Training auf Dagobah
  • LEGO 75339 Müllpresse im Todesstern

Alle zeigen eine bestimmte Szene aus den Filmen auf einem kleinen Display. Die in den letzten Jahren zu verschiedenen Anlässen erschienen GWP Dioramen (Gift with Purchase, wie zum Beispiel dem LEGO 40407 Death Star II Battle) lassen sich nicht mit der neuen Diorama Collection vergleichen. Die GWP sind wesentlich kleiner, haben allesamt keine Rückwand und werden ganz anders gebaut.

Der Trench Run

Bei dem Trench Run handelt es sich um eine Szene aus Star Wars Episode IV – Eine neue Hoffnung. Hier greifen die Rebellen gegen Ende des Films den ersten Todesstern an, um die Zerstörung von Yavin IV und damit der Rebellenbasis zu verhindern. Der Todesstern hat am Äquator einen Graben, in dem es einen Lüftungsschacht gibt, der direkt zum zentral gelegenen Hauptreaktor führt. Die Angreifer versuchen also diesen Lüftungsschacht zu treffen und fliegen dazu mit X- und Y-Wings durch den Graben. Dabei haben sie es zunächst mit im Graben vorhandenen XX-9 Turbolasern zu tun. Später kommen zwei TIE-Fighter und ein TIE Advanced x1, welcher von Darth Vader persönlich geflogen wird, hinzu, um die Feinde abzuwehren. Schließlich fliegt auch Luke Skywalker mit seinem T-65 X-Wing in den Graben um den kritischen Treffer zu setzen und wird dabei ebenfalls von den drei TIE-Fightern verfolgt.

Das LEGO Diorama

LEGO hat die oben beschriebene Szene für das Diorama gewählt. Das Set aus 665 Teilen ist seit dem 26. April 2022 direkt bei LEGO und im freien Einzelhandel erhältlich. Die UVP beträgt 59,99 Euro, was einen Teilepreis von 9,02 ct pro Teil ergibt. Rabatte sind hier allerdings zu erwarten, schließlich wird das Set ja nicht exklusiv bei LEGO verkauft.

Es handelt sich dabei übrigens um das einzige der drei Dioramen, das nicht im Minifigurenmaßstab kommt, sondern in einem deutlich kleineren Maßstab. Es passt damit eher zu den GWP der letzten Jahre, auch wenn diese einen noch kleineren Maßstab haben. Ebenfalls ist es das einzige Diorama ohne Minifiguren.

Hier noch einmal die Fakten als Liste zusammengefasst:

  • Setnummer: 75329
  • Name (englisch): Death Star Trench Run Diorama
  • Name (deutsch): Death Star Trench Run Diorama
  • Preis (UVP): 59,99 Euro
  • Anzahl Teile: 665
  • Preis pro Teil: 9,02 Cent
  • Gewicht (nur Teile): 419 g
  • Preis pro kg: 143,17 Euro
  • Anzahl Sticker: 0
  • Anzahl bedruckter Teile: 6 (plus zwei Ersatzteile)
  • Minifiguren: 0

Vor dem Bau: Box und Inhalt

Werfen wir wie gewohnt zunächst einen Blick auf die Box und anschließend in diese hinein.

Ein Blick auf die Box

Die Box ist – wie es sich für ein 18+ Set gehört – in edlem Schwarz gehalten und misst 28 cm x 26 cm x 7,5 cm (Breite x Höhe x Tiefe). Auf der Vorderseite ist das Modell von links vorne zu sehen, dazu der Name in Aufwendiger Gestaltung. Unten finden sich die Logos von LEGO und Star Wars und auf der (schwarzen) Banderole die üblichen Daten (Alterskennzeichnung 18+, Setnummer und Anzahl Teile) sowie das Logo von Disney.

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Box Vorne

Die Rückseite zeigt das Diorama aus einem anderen Winkel (gesehen von rechts vorne) sowie drei kleine Bilder. Beim Bild ganz rechts handelt es sich um eine Strichzeichnung des Modells (bei dem übrigens im Gegensatz zu allen anderen Bildern die Turbolaser anders ausgerichtet sind), das mittlere Bild zeigt eines der Lifestylebilder. Das Bild ganz links kennen wir schon aus der Anleitung zum LEGO 75327 Helm von Luke Skywalker: Es zeigt den Blick aus einem TIE-Fighter im Graben des Todessterns bei der Verfolgung von zwei X-Wings.

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Box Hinten

Die Oberseite des Kartons zeigt neben dem aufwendig gestalteten Namen des Sets wiederum die Logos von LEGO und Star Wars, dazu eine Wedge Plate 2 x 4 in schwarz in Originalgröße. Auf der linken Seite ist (neben den Logos von LEGO uns Star Wars) ein Ausschnitt mit dem X-Wing zu sehen. Außerdem ist dies die einzige Stelle, an der auf die „Diorama Collection“ hingewiesen wird. Auf den anderen Seiten finden sich nur die obligatorischen Warnungen und sonstigen rechtlichen Hinweise.

Auffällig ist, dass die Rückseite des Dioramas nicht zu sehen ist. Wir können also gespannt sein, wie das Diorama von hinten aussieht.

Ein Blick in die Box

Wie so oft handelt es sich um eine Box, die man durch Eindrücken öffnen soll. Hat man dies getan (oder sie anderweitig geöffnet), kommen einem sechs nummerierte Plastiktüten mit Teilen, drei 8×16 Platten in Dark Bluish Gray sowie die nicht extra verpackte Anleitung entgegen. Da die Box recht voll ist, hat die Anleitung zumindest bei mir keinen Schaden davongetragen. Einen Stickerbogen gibt es nicht, das Set kommt ohne Aufkleber aus.

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Box Inhalt

Ein Blick auf und in die Anleitung

Die Anleitung zeigt in etwa das selbe Bild wie die Vorderseite der Box und misst 19,5 cm x 17,5 cm x 0,35 cm (Breite x Höhe x Dicke). Dieses Format kennen wir schon aus der Helmet Collection. Sie zeigt den Bau in 148 Schritten auf 104 Seiten auf hellgrauem Hintergrund, neue Teile werden nicht umrandet.

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Anleitung 1

Auf den ersten Seiten finden sich einige Worte zu der dargestellten Szene nebst diverser Bilder aus dem Film sowie vom Filmset. Laut Aufdruck auf der Anleitung sind diese Seiten auch bei LEGO in anderen Sprachen zum herunterladen erhältlich, das ist aber stand heute noch nicht der Fall. Vermutlich kam die Veröffentlichung des Sets für die Übersetzungsabteilung etwas überraschend, sodass die deutsche Version nachgereicht wird.

Auf der ersten Seite meldet sich auch Jens Kronvold Frederiksen (Creative Director im Bereich LEGO Star Wars) mit ein paar Worten. Unter Anderem weißt er darauf hin, dass man dem fertigen Diorama selbst noch ein paar eigene galaktische Kampfgeräusche hinzufügen könne. Im Anschluss an diese Einleitung findet sich die obligatorischen Anleitung für den Teiletrenner sowie auf zwei Seiten eine Übersicht über die sechs Bauabschnitte. Auf Seite 9 startet dann die eigentliche Anleitung.

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Anleitung 2

Zumindest für mich sind die Symbole zu Beginn der Bauabschnitte neu: So wird dargestellt, dass man die entsprechende Tüte ausleeren soll. Außerdem werden die Teile, die nicht aus der Tüte stammen, mit einem neuen Symbol (2 x 2 Stein mit einem Plus) hervorgehoben. Das selbe Symbol ist auch bei jedem Bauschritt zu finden, bei dem ein solches Teil verwendet wird.

Ein Diorama entsteht: Der Bau

Der Bau gliedert sich in sechs Bauabschnitte.

Im ersten Bauabschnitt wird mit den Teilen der ersten Tüte und den drei 8 x 16 Platten die Grundfläche nebst Umrandung gebaut. Auch die beiden bedruckten Fliesen werden bereits angebracht. Am Ende hat man eine Art „Becken“, dessen Umrandung auf der Rückseite zwei Löcher mit je zwei Noppen breite enthält. Diese sind später noch wichtig.

Bauabschnitt zwei fügt einige Details hinzu, die Grundplatte ist damit etwa zur Hälfte verziert. Ein Detail wird dabei separat gebaut und erinnert an eine gebaute Minifigur – passenderweise mit einem echten Minifigurenkopf in light bluish grey. In Schritt 13 werden auch die einzigen beiden Steine in „falschen“ Farben verbaut: Ein 1 x 2 Technic Brick 1 Hole in orange sowie ein 2 x 2 Stein in Bright Pink – es gab also wieder Kuchen in Billund.

Der dritte Bauabschnitt fügt weitere Details hinzu, sodass nun fast der gesamte Boden bedeckt ist.

Die hintere Wand wird im vierten und fünften Bauabschnitt gebaut. Auch hier besteht die Hauptaufgabe darin, die Details anzubringen. Als letzter Schritt in diesem Bauabschnitt wird die Rückwand mit dem Boden verbunden indem zwei Kreuzachsen mit Stopper von hinten durch die vier Plate Special 3 x 2 with Hole in die auf dem Boden montierten 1 x 2 Steine mit Kreuzloch gesteckt werden. Warum dabei zwei unterschiedliche Achsen (eine 4er in dark bluish grey und eine 5er in reddish brown) verwendet werden, erschließt sich mir nicht.

Im sechsten und letzten Abschnitt verdeckt ein XX-9 Turbolaserturm schließlich den pinken Stein. Außerdem werden die drei TIE-Fighter sowie als krönender Abschluss der X-Wing gebaut und platziert. Dieser wird auf einer durchsichtigen Antenne, einer Plate Round 1 x 1 with Open Stud in trans light blue sowie einem durchsichtigem Actionelement montiert. Der Grund für den transparent blauen Stud ist hier einfach: Das Teil gibt es schlicht nicht in transparent und so war diese Farbe vermutlich der beste Kompromiss.

Nach einer Stunde und 22 Minuten war ich mit dem Bau fertig. Probleme hatte ich keine, die Anleitung war wie gewohnt gut. Übrig bleiben die üblichen Kleinteile.

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Ersatzteile

Review

Das Diorama misst 22,5 cm x 11 cm x 15,5 cm (Breite x Höhe x Tiefe), was etwas mehr als die Grundfläche von 24 x 16 Noppen (Breite x Tiefe) ist, da Teile der Details über die Grundplatte herausstehen. Das lockert das Gesamtbild etwas auf, genauso wie die etwas unebene Oberkante der Rückwand. Auch der Rahmen um die Grundplatte ist durch die Grillfliesen in metallic silver abwechslungsreich gestaltet. An der Vorderseite finden sich auch die beiden großen schwarzen bedruckten Fliesen wieder: eine 2×4 Fliese mit dem LEGO Star Wars Logo sowie eine 2×6 Fliese mit dem Satz „The Force is strong with this one“, den Darth Vader im Laufe der Verfolgung sagt.

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Drucke

Nimmt man die Raumschiffe als Grundlage, so ergibt sich ein ungefährer Maßstab von 1:188. Das Größenverhältnis zwischen X-Wing und den TIE-Fightern stimmt einigermaßen, auch wenn es gewisse Unschärfen gibt. So sind die Flügel der TIE-Fighter „in Wirklichkeit“ deutlich höher als lang, was sich in diesem Maßstab aber nur schlecht nachstellen lässt. Insbesondere beim TIE Advanced x1 sind die Abweichungen größer (er müsste breiter und höher, dafür etwas kürzer sein), aber auch hier ist eine bessere Umsetzung mit LEGO Steinen in diesem kleinen Maßstab vermutlich kaum möglich.

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Bauabschnitt 18

Blickt man von oben auf das Modell, sieht man, dass die unterschiedlich langen grünen Schüsse des TIE Advanced x1 dadurch erreicht werden, dass die Bar 4L nicht am Ende festgeklemmt wird, sondern etwas davor. Dadurch steht sie natürlich hinten etwas über, was man je nach Perspektive auch sieht. Leider hat man versäumt bei dieser Gelegenheit die kürzere Version mit drei Noppen Länge in trans bright green wieder auf den Markt zu bringen – sie war zwischen 2012 und 2014 lediglich in zwei Minifigurenserien erhältlich (Serie 6 beim Alien und in der Simpsons Serie 1 für Mr. Burns). Und noch etwas ist seltsam: Schaut man im Film genau hin, so werden bei allen TIE-Fightern die Schüsse gleichzeitig abgegeben und nicht leicht versetzt. Es würde also mehr der Vorlage entsprechen, wenn beide Bars identisch befestigt wären. Warum man sich hier für diese Lösung entschieden hat, bleibt vermutlich ein Geheimnis.

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Ansicht Von Oben

Kurz noch zur Rückseite des Dioramas, die je auf der Box nicht zu sehen war. Das ist auch kein Wunder, denn diese ist nicht verziert sondern besteht schlicht aus der Rückseite der Platten.

Review LEGO 75329 Death Star Trench Run Diorama Rückseite

Fazit

TLDR: Wow! Die Vignette ist zwar nicht besonders groß, durch ihre vielen Details und der insgesamt stimmigen Zusammenstellung wirkt sie sehr gut in meinen Augen. Die auf den ersten Blick hohe UVP (die, wenn man den Preis pro Stein heranzieht gar nicht so hoch ist) mag zunächst abschrecken, sie ist das Set aber Wert.

Der blaue Stud in der Halterung des X-Wing stört mich weniger als ich anfangs dachte – man sieht ihn normalerweise nicht. Von daher kann ich verstehen, dass LEGO hier das Element nicht in neuer Farbe produzieren wollte. Im Prinzip gilt das auch für die transparent grüne Bar in drei Noppen Länge, da man hier aber die alternative Bauweise unter Umständen sehen kann, hätte ich eine kürzere Bar deutlich besser gefunden. Immerhin kann man das Modell so besser nach der Vorlage bauen indem man die Bar nach vorne schiebt.

Zum Schluss noch ein Wort der Warnung: Wer keine Lust auf kleinteilige Bautechniken hat und sich auch nicht ein wenige Konzentrieren möchte, der sollte bei dem Modell überlegen, ob er es bauen möchte. Durch die vielen Details, die noch dazu alle in grau gehalten sind, ist der Bau hier schon deutlich anspruchsvoller als von anderen Modellen gewohnt. Mir haben genau diese Aspekte großen Spaß beim Bau bereitet, umso mehr erfreue ich mich jetzt am Ergebnis.

Nun fehlen meinem Diorama nur noch die galaktischen Kampfgeräusche…

Jetzt seid ihr wieder an der Reihe: Wie findet ihr das Diorama und was gefällt euch daran besonders (schlecht)? Steht es auf eurer Liste? Hatte LEGO mit den Dioramen ganz grundsätzlich eine gute Idee? Äußert euch gerne im Kommentarbereich.

Über Malte 50 Artikel
Als Kind und früher Jugendlicher grundsätzlich von jeder Menge LEGO umgeben. Nach 20 Jahren Pause nun dank UCS Millenium Falken und Sohn wieder voll im LEGO-Fieber.
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