LEGO 30435 Baue dein eigenes Schloss Hogwarts im Review: Burgenbau im kleinsten Maßstab

LEGO 30435 Harry Potter Polybag Titelbild

Langer Spielspaß mit einfachen Teilen? Was nach Creator 3-in-1 klingt, könnte dieser Themenwelt sogar den Rang ablaufen: Gemeint ist das neue „Harry Potter“-Polybag 30435 Baue dein eigenes Schloss Hogwarts, bei dem wir dem berühmten Schulleiter beim magischen Microscale-Bauen unter die Arme greifen dürfen.

Als ich kürzlich ein Paket mit einer Setbestellung von JB Spielwaren öffnete, fielen mir nicht nur die georderten Modelle in die Hände, sondern auch die Früchte einer Polybag-Aktion, die zu dem Zeitpunkt lief: Je nach Bestellwert wurden verschiedene dieser Kleinstsets mit zur Bestellung gepackt, und für den höchsten Kaufwert winkte – 30435 Baue dein eigenes Schloss Hogwarts! Da es sich hierbei um eines der Polybags handelte, auf die ich mich aktuell am meisten gefreut habe, war meine Spannung vor dem Auspacken natürlich groß, zumal die Verpackung weitere Baumöglichkeiten anteasert, im Inneren werden dann sogar neun verschiedene Modelle in Aussicht gestellt.

Online habe ich das kleine Set, abgesehen von der erwähnten Polybag-Aktion, übrigens noch nicht entdecken können, es ist aber davon auszugehen, dass auch dieses Set im stationären Handel, etwa im Drogeriemarkt Müller, im LEGOLAND und demnächst auch bei Onlinehändlern zu finden ist. Vielleicht habt ihr es sogar schon einmal gesichtet?

Dieses Mini-Schloss ist übrigens das vierte Polybag seit dem Neustart der „Harry Potter“-Reihe im Jahr 2018, zuletzt durften wir seit August 2021 Hermines Schreibtisch zusammenbauen, den euch Jens vor gut einem Jahr hier vorgestellt hat. Diesmal erhalten wir für 3,99 Euro 67 Teile plus einige Ersatzteile – damit ist das Set das steinereichste Polybag des aktuellen Jahres, das eine Minifigur enthält. Natürlich erwarten uns auch viele Klein- und Kleinstteile, aber schauen wir doch mal rein!

Aussehen und Inhalt

Bevor wir rohe Kräfte sinnlos walten lassen, betrachten wir uns den kleinen Beutel noch kurz von außen. Das Polybag ist wieder im Stil der größeren Sets der aktuellen LEGO „Harry Potter“-Welle gehalten: Die Logos von LEGO, Harry Potter und der Wizarding World finden sich vor blauem Hintergrund auf der Vorderseite. Wie auch beim Granger’schen Schreibtisch wird darauf verwiesen, dass sich eine der 16 zufällig verteilten Schokofrosch-Sammelfliesen in der Tüte versteckt. Wer also noch nicht alle Karten gesammelt hat (und diesen Trieb in sich spürt), findet in dem transparenten Beutel wieder eine willkommene Gelegenheit, nicht als blindes Huhn aufs schiere Glück zu vertrauen – auch wenn man sich in diesem Set durch ein paar mehr Teile wühlen muss als beim Vorgänger-Polybag.

Abgebildet sehen wir auch die Minifigur des Sets, mit Albus Dumbledore ist diesmal eine weitere Hauptfigur der Geschichte vertreten. Er steht hier auf einer Art Steinfundament mit dem Verbotenen Wald im Rücken und zaubert sich Schloss Hogwarts herbei – eine zumindest eigenwillige Variante des Gründungsmythos der Schule. Aber vielleicht hat er auch nur einmal sehr kräftig „Reducio!“ gerufen.

 

Die enthaltenen Teile sind wie beschrieben für Minifiguren-Polybags recht zahlreich und kommen in sinnvollen Farbe daher, auch wenn keine wirklich ungewöhnlichen Farbvarianten auf uns warten. Gut die Hälfte des Sets besteht aus Steinen in Tan, daneben gibt es auch eine erkleckliche Zahl im durchaus beliebten Sandgrün. Gebaut wird auf einer 6×6 Wedge Plate in Olivgrün, natürlicher Untergrund kann mit zwei dunkelgrauen, doppelkonkaven Slopes sowie zwei grünen Cones als Bäume hergestellt werden, für schwerkraftüberwindende Architektur steht ein transparenter 2×2 Slope bereit.

Der sehr gute Preis-pro-Stein-Wert von 6 Cent lässt sich leicht mit Blick auf die enthaltenen Kleinststeine erklären, für angehende Burgen-Bauer in Microscale könnte das Set aber in der Tat einen guten Ausgangspunkt bieten.

Alle Details im Überblick:

  • Setnummer: 30435
  • Name (englisch): Build Your Own Hogwarts Castle
  • Name (deutsch): Baue dein eigenes Schloss Hogwarts
  • Preis (UVP): 3,99 Euro
  • Anzahl Teile: 67
  • Preis pro Teil: 6 Cent
  • Gewicht (nur Teile): 39 Gramm
  • Preis pro Gramm: 10,2 Cent
  • Anzahl Sticker: keine
  • Anzahl Minifiguren: 1
  • Altersempfehlung: 6+

Aufbau

Die wenigen Teile sind rasch durchgeknollt und werden von dem Anleitungszettel in 13 Schritten locker und Lage für Lage durchgebaut. Hier gibt es keine Überraschungen, in wenigen Minuten steht ein kleines, süffiges, kompaktes Micro-Schloss vor uns.

Übrig bleiben einige Teile, interessanterweise auch Steine, die für spätere Varianten des Schlosses benötigt werden, darunter ein Torbogen, eine 2×3 Platte, zwei 1×1 Rundsteine und der durchsichtige Slope. Das A-Modell der Anleitung verbaut also, anders als bei Creator 3-in-1, mitnichten alle Steine. Der Übergang von Ersatzteilen zu regulären Bauteilen ist in diesem Polybag insofern eher fließend.

Das fertige Modell

Nach abgeschlossenem Bau lohnt es sich, das mit wenigen Strichen konstruierte Modell im Detail zu untersuchen und die dargestellten Burgteile zu erraten. Wie schon bei dem riesigen 71043 Schloss Hogwarts zeigt sich auch hier, dass die Definition, was alles Hogwarts umschließt, sehr weit auseinandergehen kann. Letztlich zeigt uns das Polybag „nur“ die Große Halle mit dem großen Hauptturm daneben, so wie es auch die „alte“ 75954 Große Halle von Hogwarts tat, plus etwas Untergrund. Am Großen Turm ist auch einer der Miniaturtürme dargestellt, der einigen Quellen zufolge Dumbledores Büro enthalten könnte.

Review LEGO 30435 Hogwarts 31

Allzu tief möchte ich aber in die rabbit hole „Architektur von Hogwarts“ gar nicht einsteigen, weil sich daran schon klügere Menschen als ich (die auch mehr Kenntnis der Filme und Bücher vorweisen können) die Zähne ausgebissen haben, immerhin unterscheiden sich beispielsweise die Schilderungen in den Büchern teils erheblich von der Filmlogik.

Olympus Digital Camera

Am besten gefällt mir weiterhin die Erklärung, dass Hogwarts von Magie zusammengehalten wird und auch immer wieder den eigenen Aufbau verändert. Super Überleitung auf den, ähm, übernächsten Abschnitt? Super Überleitung! Wir sehen uns dort!

Olympus Digital Camera

Minifigur

Werfen wir aber zuerst noch einen Blick auf die enthaltene Minifigur. Technisch gesehen ist die Figur in diesem Set exklusiv – der Hogwarts-Rektor kam in einem sehr ähnlichen Design in der 76389 Kammer des Schreckens vor, allerdings in einer Robe anstelle der hier verwendeten, deutlich einfacheren, unbedruckten Beinen. Als Kopf wird wieder die mit der zweiten „Harry Potter“-Minifigurenserie eingeführte, doppelseitige Bedruckung verwendet, die langen Haare und der Bart sind hinlänglich bekannt.

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Das Wendegesicht zeigt einen etwas fröhlicheren, offeneren Gesichtsausdruck, auch wenn die Feinheiten der Mimik wie bei anderen Rauschebartträgern üblicherweise in den Haartiefen versinken. Mit dem folgenden Slider könnt ihr auch unter das Haarteil und damit auf die Rückseite des Kopfes schauen.

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Die Alternativmodelle

Ich habe großen Spaß daran, zweidimensionale Fotos von LEGO Modellen wieder plastisch zurückzuübersetzen, und so habe ich mich sehr darauf gefreut, die acht verschiedenen Modelle von der Anleitungsrückseite zusammenzubauen. Sind ja nur ein paar Steine, oder? Allerdings ist es gar nicht so leicht, nur anhand eines kleinen Bildes, ohne weitere Perspektiven, alles sinnvoll zusammenzubekommen.

Gut gefallen hat mir beim letzten Modell, dass sogar der überzählige Zauberstab mit ins Modell integriert worden ist.

Ob die LEGO-Designer:innen auch die Rückseiten dieser „Serviervorschläge“ ansprechend gestaltet haben oder ob es ihnen nur um die der Kamera zugewandte „Schokoladenseite“ ging, kann ich nicht beantworten. Ich habe restliche Steine oft zur Stabilisierung verwendet, manchmal aber auch einfach nur ein Stoßgebet zum Himmel geschickt, dass das fertige Modell zumindest während des Fotos nicht komplett zusammenstürzt. Wie gesagt: Das ließe sich mit den vorhandenen Teilen auch noch abstützen, die Alternativmodelle sind alle statisch sauber zu bauen – ich habe mich aus Zeitgründen beim schnellen Hin- und Herbauen einfach dagegen entschieden.

Interessanterweise lassen sich auch das „A-Modell“ und die beiden Modelle von der Verpackungsvorderseite (bei mir in der Galerie das erste und das zweite Foto) mithilfe der mitgelieferten Technic-Steine (und wenn man zwei bis vier Pins im Teilevorrat hat) verbinden, sodass sich aus drei Polybags die komplette Zauberschule nachbauen lässt, wie sie bei den Dreharbeiten zu den Filmen verwendet wurde, also inklusive dem mittleren Viadukt, dem Astronomieturm und den zugehörigen Nebengebäuden. (Danke dafür Franz und Tobias in den Kommentaren, die mich darauf hingewiesen haben!) Ich habe das in Ermangelung zweier weiterer Polybags mal in Stud.io für euch zusammengeklöppelt, ihr könnt euch auch gern die entsprechende Datei herunterladen:

Review LEGO 30435 Hogwarts 38

Auch ein paar eigene Modelle habe ich danach noch probiert, darunter eine Schokokarten-Halterung und das Schloss „Zur steilen Treppe“. Es macht erstaunlich viel Spaß, möglichst abwechslungsreiche Modelle zu bauen, vielleicht auch mit so vielen Teilen wie möglich zu konstruieren oder die Steine interessant zu verwenden.

Mich hat das kleine Set jedenfalls motiviert, mal wieder das Hardcover-„The LEGO Castle Book“ aus dem Bücherschrank zu holen und darin zu blättern, denn hierin sind viele ähnliche Bautechniken zu entdecken und das Durchblättern macht einfach Freude. Vielleicht ließe sich mit mehreren Exemplaren dieses Polybags ja ohne große Teileakquise tatsächlich eine komplexe Microscale-Burg mit einem etwas größeren Fußabdruck bauen?

Als kleinen Versuch habe ich eine der kleineren Burgen des Autors Jeff Friesen, nämlich „River Gate“ (Seite 132) mal in Stud.io nur mit den vorhandenen Teilen aus dem Polybag nachzubauen versucht (allerdings mit beliebig vielen Exemplaren der jeweiligen Steine). Hier kann man aus meiner Sicht ganz gut die Möglichkeiten, aber auch die Begrenzungen des kleinen Sets sehen, denn natürlich würden schon wenige zusätzliche Teile helfen, um die farbliche und strukturelle Monotonie meines digitalen Versuchs aufzubrechen.

Fazit

Ich mag Polybags sehr gern als kleinen Bau-Snack zwischendurch. Bei LEGO 30435 Baue dein eigenes Schloss Hogwarts gefällt mir vor allem, dass es mit einer Handvoll verschiedener Elemente zum Spielen und immer wieder Neubauen einlädt, auch über die „Harry Potter“-Welt hinaus, und einen Einstieg in die Welt des Microscale-Burgenbaus bietet. Für den Preis bekommt man in meinen Augen ein gutes Volumen an Teilen und, wenn man möchte, eine längere Beschäftigung als mit manch anderem Set, das doppelt oder dreimal so viel kostet. Der beigelegte Dumbledore bietet oberhalb der Hüfte schöne Details, auch wenn mir bei näherer Betrachtung doch der fortgesetzte Mantel als bedrucktes Rock-Teil fehlt. Die beigelegte und vor dem Kauf erkennbare Sammelkarte ist für alle Sammler:innen da draußen eine nette Beigabe, sofern man die eigene Sammlung noch nicht komplettiert hat.

Insgesamt ein in meinen Augen gelungenes Set, das dem LEGO Grundgedanken des Zusammensetzens und immer wieder Auseinandernehmens schön Rechnung trägt und zugleich das Bauen im Micro-Maßstab überzeugend in eine Lizenzwelt überführt. Mit einem oder mehreren Käufen macht hier die erwachsene Kundin für sich oder ein Kind im Schulalter nichts verkehrt.

Wie findet ihr 30435 Baue dein eigenes Schloss Hogwarts? Habt ihr das Polybag schon irgendwo im Handel entdeckt? Wie gefällt euch das Set, wie die Minifigur? Sammelt ihr noch Schokokarten oder habt ihr bereits alle? Und was sind eure Erfahrungen mit dem Microscale-Bauen? Wir lesen uns in den Kommentaren!

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Über David 19 Artikel
Mitte 30, arbeitet in einer bayerischen Kulturinstitution und erkundet mit zwei Kindern die Welt. Hat 2016 durch DUPLO zurück zu LEGO gefunden und 2019 StoneWars entdeckt. Nun baut er die Blauröcke-Festungen und Piraten-Schlupfwinkel, von denen er als Kind geträumt hat.
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