Abrechnung mit dem Start des BDP: BrickLink kündigt Änderung an!

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Am Donnerstag startete die erste Runde des BrickLink Designer Program und sorgte neben glücklichen Gesichtern aufgrund einer erfolgreichen Vorbestellung auch für Frust in der Community. Wir haben die Kritik am Start zusammengefasst und schauen uns an, was BrickLink am BDP ändern könnte – denn Änderungen sind nun auch offiziell angekündigt.

So lief der Vorverkaufsstart ab

Pünktlich um 17 Uhr am Donnerstag Nachmittag startete die erste Crowdfunding Runde des BDP. Zuerst herrschte Verwirrung, wie man über BrickLink die BDP Sets bei LEGO in den Warenkorb legen konnte, aber nachdem man das System einmal durchschaut hatte, konnte man die Sets (vergleichen mit so manch anderem Verkaufsstart) erstaunlich frustfrei vorbestellen.

Dennoch ging es nicht gänzlich Fehlerfrei: Die größte Hürde war hier diesmal nicht der LEGO Onlineshop, sondern stattdessen BrickLink. Zwischenzeitlich war die Seite nicht erreichbar und auch der rote Pre-Order Button tauchte nicht verlässlich bei allen Nutzern auf.

Sets Ausverkauft und erste Frustration

Wie wir vorab schon vermutet hatten, herrschte ein großer Ansturm auf die BDP Sets, sodass der Fanliebling Castle in the Forest schon nach 20 Minuten erfolgreich gefundet und kurz danach sogar mit allen 5000 Exemplaren ausverkauft war. Dicht gefolgt vom Great Fishing Boat und danach dem Sheriff’s Safe.

Das erreichen des Maximums von 5000 Vorbestellungen bei den ersten BDP Sets sorgte für Frustration bei denen, die kein Glück hatten sich ihr Wunschset zu sichern. Angefacht wurde die durch die technischen Probleme auf der BrickLink Website.

Auch wenn es ein stressiger Vorverkauf war, reichte es aber beispielsweise nicht an das Dilemma mit der Ulysses Raumsonde im LEGO VIP-Center heran.

Kritikpunkte und Lösungsvorschläge

Anhand unserer eigenen Erfahrungen und euren zahlreichen Kommentaren zu dem Thema sind hier die Hauptkritikpunkte zum BDP Verkaufsstart und Ideen, wie man sie lösen könnte:

Unzureichende Informationen zum Verkaufsprozedere

Der Verkaufsprozess war ziemlich unintuitiv. Wer das Set im LEGO Onlineshop aufrief, wurde zur BrickLink geschickt und konnte dort per Klick das Set in den Warenkorb des LEGO Onlineshops legen – aber das ging nur dann, wenn man sich vorher bei BrickLink eingeloggt hatte. Über unsere StoneWars-Links konnte man zwar auch ohne BrickLink Account vorbestellen, indem wir Bricklinks als Mittelsmann umgangen haben. Aber auch unsere Seite weiter leider zwischenzeitlich überlastet, weshalb wir euch in dieser Zeit über Telegram mit allen Links und Updates versorgt haben.

Auch wenn der Verkaufsprozedere auf den ersten Blick verwirrend war, so wissen wir jetzt wenigstens was uns in den kommenden Runden des BDP erwartet. BrickLink hätte vor dem Start genauer erklären sollen, wie die Vorbestellung abläuft. Den Prozess für die nächsten Runden nochmal zu ändern würde aber zu noch mehr Chaos führen, weswegen er meinetwegen so bleiben kann. Lediglich die technische Probleme auf der BrickLink Website sollten natürlich unbedingt verhindert werden.

Regionale Beschränkung

Ein weiterer Stolperstein waren die regionalen Beschränkungen. Obwohl noch nicht das Limit von 5000 Exemplare eines Sets erreicht waren, konneten die Sets regional teilweise schon vorher nicht mehr vorbestellt werden, was zu frustrierenden Momenten führte.

Bdp Sold Out In Your Region

Die regionale Beschränkung war bei BrickLink vorher nur kurz in den FAQs angekündigt worden, sodass sie teilweise übersehen wurden. Hier wäre ein deutlicherer Hinweis angebracht gewesen, um Frustrationsmomente zu vermeiden. An sich sorgt die Regulierung dafür, dass nicht eine Region alle Sets aufkaufen kann und ist vor allem im Hinblick auf die weltweiten Zeitzonen, in denen das BDP zeitgleich gestartet ist, ein faires und wichtiges Mittel.

5 Exemplare von jedem Set

Der größte Kritikpunkt ist, dass von jedem BDP Set 5 Exemplare pro User gekauft werden konnten. Das widerspricht dem Konzept, dass das BDP möglichst viele LEGO Fans auf direktem Wege erreicht, solange die Limitierung von maximal 5000 Exemplaren besteht.

Dadurch wurden mutmaßlich viele Sets auch an Händler und Reseller verkauft, was auch zahlreiche eBay-Auktionen belegen, die seit dem Start des BDP aufgetaucht sind. Alleine das Wissen um die Limitierung führt dann sicherlich auch dazu, dass einige Fans, die eigentlich nur ein Exemplar für sich selbst bestellen wollen, einfach noch ein zweites oder drittes Exemplar in den Warenkorb legen, weil man damit eben „nichts falsch machen“ kann. All das führt dann auf der Seite der Leute, die kein Set abbekommen haben, zu jeder Menge (berechtigtem) Frust.

Das Problem könnte man einfach lösen indem jeder nur 1 Exemplar von jedem Set vorbestellen kann. Eventuell wären auch maximal 2 Exemplare eine Kompromisslösung oder man lockert zum Beispiel nach einer Woche die Einschränkung, damit erst jeder die Chance hatte seinen Favoriten zu bestellen und danach die übrigen Sets (dann vielleicht auch an Händler) „abverkauft“ werden.

Die falschen Schlüsse aus dem ADP gezogen?

Für mich macht die Verkaufsstrategie den Eindruck, als hätte BrickLink bei der Planung des BDP 2021 ausschließlich auf die Zahlen des vorherigen AFOL Designer Program 2019 geschaut. Damals hatte im gesamten Verkaufszeitraum, bei einer Einschränkung von bis zu 3 Exemplaren pro Set, nur 1 von 16 Projekten die maximalen 2500 Exemplare erreicht. Daraus hat BrickLink anscheinend geschlussfolgert, dass 5 Exemplare pro Set bei einem Limit von 5000 diesmal die richtige Wahl seien.

Passend dazu hatte Melvin Park von BrickLink in einem Interview mit der Klemmbausteinlyrik und Jay’s Brick Blog geantwortet:

Henry: There will potentially be plenty of resellers due to the limited number of sets worldwide. Do you think that crowdfunding might be over in after 5 minutes?

Melvin: We have data from previous programs. This time might be different as we’re taking great designs from LEGO Ideas. We anticipate a little faster corresponding time, but I don’t think all the quantities will be sold out in 5 minutes and it will take much longer than that.

Übersetzt heißt das:

Henry: Aufgrund der begrenzten Anzahl von Sets weltweit wird es potenziell viele Wiederverkäufer geben. Glauben Sie, dass das Crowdfunding schon nach 5 Minuten vorbei sein könnte?

Melvin: Wir haben Daten aus früheren Programmen. Dieses Mal könnte es anders sein, da wir großartige Designs von LEGO Ideas nehmen. Wir erwarten eine etwas schnellere Laufzeit, aber ich glaube nicht, dass alle Mengen in 5 Minuten ausverkauft sein werden und es wird viel länger als das dauern.

Unterschiede ADP & BDP

Dabei liegen zwischen dem ADP von 2019 und dem BDP von 2021 deutlich größere Unterschiede:

  • Das ADP war ein Pilot-Projekt und somit viele Fans skeptisch, wie es ablaufen würde. Trotz berechtigter Kritik war die Resonanz für das ADP gut und es hat aus dem Stand vieles richtig gemacht, worauf das BDP aufbauen konnte.
  • BrickLink wurde mittlerweile von LEGO gekauft, was die Sets noch ein Stück „offizieller“ macht, obwohl die BDP Sets natürlich weiterhin keine offiziellen LEGO Sets sind.
  • ADP Sets sind wegen der kleinen Produktionszahlen seit 2019 teilweise extrem stark im Wert gestiegen und haben das Interesse von Investitionskäufern aufs BDP gezogen.
  • Die LEGO Community ist seit 2019 sehr gewachsen und damit auch die Nachfrage nach Nischensets (wie Ritterburgen 😉)
  • Die Projekte beim ADP hatten vorher keine Fanbase, sondern wurden extra dafür designt. Für jedes der BDP Sets haben bereits 10.000 Fans auf LEGO Ideas abgestimmt und damit gezeigt, dass sie zumindest theoretisch Interesse daran haben.

Änderung beim BDP wird kommen!

Auf ihren Social Media Kanälen hat BrickLink am Freitagabend gepostet, dass sie die Kommentare und die Frustration gehört haben und für nächste Woche ein Update angekündigt:

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Was genau BrickLink ändern wird und ob davon nur die zukünftigen Crowdfundingrunden oder auch die aktuelle betroffen sein wird, ist unklar. Trotzdem spekulieren wir hier natürlich gerne schon mal:

Nur noch 1 Exemplar statt 5 pro Set?

Das wäre die Änderung, die wir begrüßen würden. Mehr Fans hätten sie Chance eines der Sets auf direktem Wege zu bekommen. Davon wären aber nur zukünftige Runden betroffen und würde denjenigen, die ihren Favoriten aus der ersten Runde verpasst haben, nicht helfen.

Limitierung von 5000 erhöhen?

BrickLink könnte auch mehr Exemplare von jedem Set produzieren und damit mehr Fans glücklich machen. Es ist aber fraglich, ob alle Fans das gut finden. Kürzlich hatte LEGO die Limitierung der Sammelmünzen aufgehoben und dafür auch Frust geerntet.

In dem bereits zitierten Interview mit Melvin Park von BrickLink gibt es auch dazu eine interessante Antwort:

Jay: Could 5,000 be a lowball estimate and what are contingency plans if demand surpasses what you have to supply?

Melvin: We wish we could produce more if demand is high enough but that constraint comes from the manufacturing side. As you can tell, LEGO Group is trying to meet overwhelming demand, not only from LEGO Ideas or this channel but even regular LEGO set production which has reached overcapacity. I don’t believe we can increase the quantity of these sets.

It also serves the purpose of owning a limited edition set. If we increase the quantity, the owner of the pre-ordered sets – their satisfaction levels will go down a little.

Auf Deutsch von uns übersetzt:

Jay: Könnten 5.000 eine niedrige Schätzung sein und wie sehen die Notfallpläne aus, wenn die Nachfrage größer ist als das, was Sie zu liefern haben?

Melvin: Wir wünschten, wir könnten mehr produzieren, wenn die Nachfrage groß genug ist, aber diese Einschränkung kommt von der Produktionsseite. Wie Sie sehen können, versucht die LEGO Gruppe, die überwältigende Nachfrage zu befriedigen, nicht nur durch LEGO Ideas oder diesen Verkaufsweg, sondern auch durch die reguläre LEGO Set-Produktion, die Überkapazitäten erreicht hat. Ich glaube nicht, dass wir die Menge dieser Sets erhöhen können.

Es dient auch dem Zweck, ein Set in limitierter Auflage zu besitzen. Wenn wir die Menge erhöhen, wird die Zufriedenheit der Besitzer der vorbestellten Sets ein wenig sinken.

Laut diesem Interview ist das also keine Option, da nicht mehr ale 5000 Sets produziert werden können und auch der Limitierung als Verkaufsgrund ist sich BrickLink durchaus bewusst. Auszuschließen ist es wohl dennoch nicht, dass LEGO hier trotzdem auch die Stückzahlen der ersten Runde anhebt. Denn eine Änderung für die Zukunft würde die aktuell frustrierten Fans, die die Ritterburg oder das Boot verpasst haben, vermutlich nicht unbedingt zufriedenstellen.

Alle Bauanleitungen zum Verkauf?

Kein direkter Ersatz, aber zumindest eine kleine Wiedergutmachung könnte es sein – entgegen der vorherigen Ankündigung – die Bauanleitungen für die erfolgreich gefundeten Sets nicht nur den Vorbestellern zu Verfügung zu stellen, sondern auch an alle anderen Interessierten zu verkaufen. Ursprünglich sollten ja nur die Anleitungen der Sets verkauft werden, die kein erfolgreiches Funding bekommen.

Da die BDP Sets keine exklusiven Steine enthalten, könnte man damit zumindest seinen Favoriten eigenständig nachbauen. Das war ursprünglich nur der Plan für die Projekte, die nicht realisiert werden.

Fazit

Obwohl der Verkaufsstart des BDP längst nicht so chaotisch war, wie er hätte werden können, bleiben am Ende wieder frustrierte Fans zurück, die kein Glück mit dem Set ihrer Wahl hatten. Da man (vermutlich unter falschen Annahmen) bis zu 5 Exemplare pro Set an jeden verkauft hat, muss BrickLink sich da meiner Meinung nach auch an die eigene Nase fassen. Darum haben sie jetzt zumindest angekündigt, dass sich etwas ändern wird.

Wir sind gespannt, was BrickLink am BDP genau verändern wird und ob es nur zukünftige oder auch die aktuelle Runde betreffen wird. Wir halten euch über alle Änderungen in der kommenden Woche (und darüber hinaus) hier natürlich auf dem Laufenden.

Wie lief das BDP für euch ab und welche Kritikpunkte habt ihr? Was glaubt ihr wird BrickLink ändern und mit welcher Option wärt ihr zufrieden? Tauscht euch gerne in den Kommentaren dazu aus!

Über Jonas Kramm 374 Artikel
26 Jahre jung mit 22 Jahren LEGO Erfahrung. MOC-Bauer, Pilz-Pflanzer, Dino-Zähmer, Bautechniken-Tester, Set-Schlachter, Foto-Bearbeiter, Farben-Kenner und Teile-Experte.
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