BrickLink AFOL Designer Program: Castle Löwenstein (BL19001) Review

BL19001 - Ansicht aus der Ferne

Das AFOL Designer Program ist zwar inzwischen schon einige Zeit Geschichte, aber trotzdem will ich hier noch mal ein Modell vorstellen: Das Bricklink BL19001 Löwenstein Castle.

Das AFOL Designer Program – ein kurzer Überblick

BrickLink hat in Zusammenarbeit mit LEGO das sechzigjährige Bestehen des LEGO Steins im Jahre 2018 gewürdigt. Es wurden MOCer aufgerufen, Vorschläge für Sets auf BrickLink einzureichen, aus denen dann 16 Stück ausgewählt wurden. In einer ersten Phase konnte man die Sets vorbestellen. Kamen genügend Vorbestellungen zustande, wurde das Set produziert – maximal jedoch 2500 Stück. Sets, die nach der Vorbestellungsphase noch nicht verkauft waren, konnten anschließend noch regulär bei BrickLink gekauft werden. Leider stellte sich der Import, der aus den USA verschickten Sets, als teilweise problematisch heraus.

Wir haben hier im Blog bereits das Set „The LEGO Story“ (Unboxing und Review) sowie den „Science Tower“ (Unboxing und Review) vorgestellt.

BrickLink AFOL Design Program: Löwenstein Castle, Science Tower und The LEGO Story

Das Set „Löwenstein Castle“

Mit seinen gut 2000 Teilen handelt es sich bei der Burg um das größte Set, das beim AFOL Designer Program zur Wahl stand. Außerdem war dies auch das erfolgreichste Set: Bereits in der Vorbestellungsphase wurden die 2500 Exemplare bestellt – das hat kein anderes Set geschafft. Hier erst mal die „harten Fakten“:

  • Name: Löwenstein Castle
  • Setnummer: BL19001
  • Designer: Martin Geistefeldt aka Raziel_Regulus aus Deutschland
  • Anzahl Teile: 2015
  • Anzahl unterschiedlicher Teile: 501
  • Preis: 199,99 USD
  • Preis pro Teil: 9,93 US-ct/Teil
  • Gewicht: 2187g
  • Preis pro kg: 91,44 USD

Import und Versand

Ich habe das Set zusammen mit den anderen beiden Sets am 21.02.2019 vorbestellt. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass das Set realisiert werden würde. Bis zum Versand hat es allerdings noch eine ganze Weile gedauert: Erst am 14.08.2019 – also fast ein halbes Jahr später – wurde das Set an FedEx übergeben. Sechs Tage später kam das Paket bei mir an, nachdem es zunächst am Pariser Flughafen wieder (wie auch schon der Science Tower) diverse Runden gedreht hat und am Flughafen Köln/Bonn automatisch verzollt wurde.

Kosten

Neben dem Kaufpreis sind noch weitere Kosten aufgelaufen. Insbesondere müssen bei Importen aus den meisten Ländern außerhalb der EU Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls Zoll bezahlt werden. Bei der Burg fallen beide Kosten an. Dank der Bestellung in der Vorbestellungsphase war die Sendung immerhin versandkostenfrei. Das hat FedEx aber nicht davon abgehalten, gegenüber dem Zoll die tatsächlich von BrickLink getragenen Versandkosten mit anzugeben. Folglich sollte ich Einfuhrumsatzsteuer und Zoll auf Warenwert plus Versandkosten bezahlen. Da FedEx die Gebühren für mich vorgelegt hatte, war das Kind hier sozusagen schon in den Brunnen gefallen und ich musste es umständlich wieder bergen.

Immerhin hatte ich das Prozedere schon beim Science Tower durchgespielt. Zunächst muss also eine Geldempfangsvollmacht von FedEx her. Diese wurde mir nebst der Erstattung der FedEx-Gebühren schnell zugestellt. Mit der Vollmacht und einigen weiteren Dokumenten (Rechnung, Anschreiben, …) konnte ich so das Zollamt Köln überzeugen, mir die zu viel bezahlten Gebühren zurück zu erstatten.

Am Ende setzten sich die Kosten wie folgt zusammen:

Kaufpreis (199,99 USD, Kurs 1,114 USD = 1,00 EUR) 179,68 Euro
Auslandseinsatzentgeld der Kreditkarte 1,75% 3,14 Euro
Zoll 4,7% 8,44 Euro
Einfuhrumsatzsteuer 19% 35,71 Euro
Summe 223,97 Euro
Preis pro Stein bei 2015 Steinen 11,1 ct/Stein

Verpackung

Ein leidiges Thema ist auch diesmal die ungünstige Verpackung. Die an sich sehr schöne Box des Sets wurde in einem Versandkarton geliefert, der gerade so groß ist, dass das Set hineinpasst. Das heißt aber auch, dass jeder Stoß oder Druck direkt auf die eigentliche Box wirkt. Schon von außen konnte ich einige eingedrückte Ecken und Falten im Karton erkennen, die auch im Innern Spuren hinterlassen haben. An einer Stelle ist sogar die schwarze Box eingerissen.

Dass die Verpackung beschädigt wird, ist bei dem Gewicht nicht sonderlich erstaunlich. Daher habe ich mich auch dagegen entschieden, mich bei BrickLink zu beschweren. Bei einer Ersatzlieferung würde ja schließlich das gleiche Problem bestehen.

Unboxing und Aufbau

Die Box des Sets ist, wie auch schon bei den anderen Sets, sehr schön gestaltet. Der Druck ist ordentlich und insbesondere die schwarze Box macht mit dem goldenen Siegel einiges her (bei mir würde sie noch viel mehr hermachen, wenn sie heil geblieben wäre…). Im Inneren finden sich insgesamt 20 Tüten mit Steinen, zwei 16×16 Plates in Dark Tan, die Anleitung, das bekannte exklusive Element sowie eine Dankeskarte.

Anleitung

Da es sich bei diesem Set um das größte Set aus dem AFOL Designer Program handelt, ist hier auch die Anleitung besonders groß. Sie misst 34,5x24cm, ist 220 Seiten stark und beinhaltet 405 Schritte. Ob ihrer Größe hat man sich hier für eine Ringbindung entschieden, was sich als gute Wahl herausgestellt hat. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Anleitung das schwerste Einzelstück in der Box: Sie wiegt 871g.

Bauabschnitt 1

Im ersten Bauabschnitt wird der Vorhof samt seiner Verteidigungsanlage bestehend aus Wehrgang, Wachturm und Fallgatter gebaut. Im Innenhof ist neben einem Vorrat an Brennholz auch ein kleiner Hühnerstall untergebracht. Neben dem Fallgatter entsteht eine Treppe, die vorerst noch im Nichts endet. Der Boden wird mit runden Fliesen, die Außenwände mit Grünzeug verziert.

BL19001 - Bauabschnitt 1

Für die 71 Schritte auf 33 Seiten habe ich 56 Minuten benötigt. Dabei wurden 372 Teile verbaut. Hier noch ein paar weitere Ansichten, die sich durch einen Klick vergrößern lassen:

Bauabschnitt 2

Jetzt geht es richtig zur Sache: Es wird der Felsen gebaut, auf dem die eigentliche Burg steht. Dazu werden die beiden 16×16 Platten in Dark Tan und alle großen Felsenteile verwendet. Es entstehen dabei auch die Fundamente für das Gebäude sowie den Turm. Auch hier wird bereits einiges an Verzierung angebracht sowie der Keller und der Brunnen gebaut. Spannend ist hier der Bau des Fundaments für das Gebäude. Dieses besteht am Ende ja aus zwei Teilen, die in einem Winkel zueinander stehen. Da dieser Winkel nicht 90° beträgt, können die Gebäude nicht einfach auf die Grundplatten des Felsens gebaut werden. Der Winkel wird durch die A-Platten erreicht. Auch das Fundament muss diesen Winkel bereits berücksichtigen. Dazu wird eine 6×6 Fliese eingebaut auf der dann das Fundament abgestützt wird. Auf diese Weise kann man aus dem Noppenraster „ausbrechen“, ohne an Stabilität zu verlieren.

BL19001 - Bauabschnitt 2

Trotz des großen Volumens werden hier nur 288 Teile in 60 Schritten auf 45 Seiten verbaut. Dafür habe ich 46 Minuten benötigt. Auch hier wieder ein paar weitere Ansichten:

Bauabschnitt 3

In diesem Bauabschnitt wird der Felsen fertiggestellt. Es fehlte bisher noch die Oberfläche sowie einige Verzierungen. Auch die Oberfläche wird natürlich schön verziert. Außerdem wird der Wehrgang samt Abort gebaut. Einer der letzten Schritte betrifft die Bäume neben dem Felsen: Sie werden aus Einzelteilen zusammengebaut.

BL19001 - Bauabschnitt 3

Der Bauabschnitt besteht aus 79 Schritten auf 51 Seiten. Die 422 Teile habe ich in genau einer Stunde verbaut.

Bauabschnitt 4

Nachdem der Untergrund nun gut vorbereitet ist, geht es in diesem Bauabschnitt um das Gebäude. Es wird vollständig, samt Zugbrücke, separat gebaut und erst ganz am Ende auf den Felsen gesetzt (offiziell erst am Ende von Bauabschnitt 5, aber der ungeduldige Baumeister kann das auch jetzt schon ausprobieren). Spannend ist hierbei, dass nach wenigen Schritten rote 1×2, 1×4 und 1×6 Steine unten an das Haus gesteckt werden. Im letzten Schritt werden diese wieder entfernt, da sie nur zur Stabilisierung während des Baus benötigt wurden.

BL19001 - Bauabschnitt 4

Dies ist der größte Bauabschnitt: 562 Teile werden in 120 Schritten auf nur 48 Seiten verbaut. Dafür habe ich eine Stunde und 27 Minuten benötigt.

Bauabschnitt 5

Als letztes ist der große Turm an der Reihe. Er wird – ebenso wie das Gebäude – separat gebaut und erst am Ende in den Felsen geschoben. Dazu hat er drei lange „Lanzen“, die in das vorbereitete Loch im Felsen gleiten. Anschließend steht der Turm erstaunlich stabil, obwohl er nirgends richtig fest gemacht ist. Beim Bau muss man etwas aufpassen: An einigen Stellen muss man gegenhalten, sonst fliegen schon gebaute Teile durch die Gegend 😉

BL19001 - Bauabschnitt 5

Ganz am Ende wird noch die Treppe zum Turm angebracht und die Figuren nebst Pferd aufgebaut.

Der letzte Bauabschnitt ist wieder etwas kürzer als der vorherige: 370 Teile in 75 Schritten auf 36 Seiten haben mich erneut genau eine Stunde gekostet.

Der gesamte Bau

Insgesamt habe ich für den Bau der Burg 5 Stunden und 11 Minuten benötigt. Die 2015 Teile wurden in 405 Schritten auf 213 Seiten verbaut. Übrig bleiben die 12 Teile, die man zur Stabilisierung während des vierten Bauabschnitts benötigt hat:

BL19001 - Teile zur Stabilisierung

Wirklich überrascht war ich von den übrig bleibenden Teilen:

BL 19001 - Übrig gebliebene Teile

Während des Baus lief auch wieder meine Kamera und so gibt es hier noch ein Speed-Build-Video:

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Einen negativen Punkt möchte ich jedoch nicht unerwähnt lassen: Leider haben die Teile teilweise stark beim Transport gelitten. Viele haben deutliche Kratzer und bei einem der Felsenteile ist eine Ecke so stark belastet worden, dass sie sich verfärbt hat. Glücklicherweise konnte ich dieses Teil so einbauen, dass man die Fehlstelle im fertigen Modell nicht mehr sieht. Die Probleme rühren hier sicher vom hohen Gewicht des Pakets her (laut Adressaufkleber gut 4,2 kg). Glücklicherweise sind keine großen Scheiben verbaut worden – hier hätten Kratzer wesentlich mehr gestört.

Die fertige Burg

Nach dem schönen Bau wird es Zeit, sich die Burg einmal in Gänze zu betrachten. Macht es euch bequem, lehnt euch zurück und folgt der folgenden kleinen Geschichte…

Es versprach ein lauer Sommertag zu werden, als Theodor sich bei Sonnenaufgang auf einen beschwerlichen Weg machte. Die Wanderung durch die für diese Gegend typischen dichten Mischwälder wahr lang und zehrte an seinen Kräften. Um die Mittagszeit kam er an eine Lichtung und konnte von dort aus einen ersten Blick auf sein Ziel werfen: Burg Löwenstein. Gut zu erkennen am großen Wehrturm und dem dicht angrenzenden Steingebäuden.

BL19001 - Ansicht aus der Ferne

Einige Zeit später – die Sonne neigte sich schon dem Horizont entgegen – erreichte Theodor den Fuß der Burg. Vor ihm lag das massive Fallgatter. Noch bevor er sich näher damit und dem Treiben dahinter beschäftigen konnte, rief ihm die Wache aus dem Turm zur Linken zu: „Was ist euer Begehr?“ „Herzog Löwenstein hat mich zur Jagt eingeladen.“ rief Theodor zurück. „So habet einen Moment Geduld, ich werde jemanden senden.“ antwortete die Wache. Kurz darauf konnte Theodor durch die Fenster über dem großen Tor eine Gestalt huschen sehen, während er immer noch misstrauisch von der Wache aus dem Turm beäugt wurde.

BL19001 - Eingang

Während Theodor wartete, sah er sich ein wenig um. Über dem Tor war ein Gang in Fachwerkbauweise erreichtet worden. Auch der oberste Teil des Wachturms ist so entstanden. Zur Rechten rauscht ein kleiner Bach vor dem massiven Felsen dahin, auf dem die Burg ruhte. Links hinter dem Turm erstreckte sich eine hohe Mauer mit großen Zinnen – eine perfekte Verteidigung. Selbst einige Ranken schienen die Mauer nicht bezwingen zu können.

BL19001 - Linker Wehrgang

Nach kurzer Zeit erschien eine gut gekleidete Gestalt auf der anderen Seite des Fallgatters und fragte „Seid ihr Theodor vom Berg?“. Theodor bejahte die Frage während er einige Schritte auf das Gatter zutrat. Der Fremde gestikulierte hinter dem Gatter, und kurz darauf hob es sich in mehreren Etappen. Den Geräuschen nach zu urteilen, mussten einige Männer schwer arbeiten, um das Gatter zu bewegen.

Nachdem er das Tor passiert hatte, fand sich Theodor in einem kleinen Innenhof wieder. Geradezu erkannte er den Pferdestall, unter dem Wehrgang der Mauer zur Linken waren Holzvorräte sowie der Hühnerstall untergebracht. Dessen Bewohner liefen im Hof herum und stoben auseinander, als der gut gekleidete Mann zu Theodor gelaufen kam. „Ich bin Leonhard, Burghalter von Herzog Löwenstein“ begrüßte er Theodor. „Kommt mit, ich zeige euch den Weg und erzähle euch unterwegs etwas über die Burg.“

BL19001 - Blick in den Innenhof

Leonhard lief nach rechts die Treppe hinauf, die zur Zugbrücke führte. „Sollte es ein Unhold hinter das Fallgatter schaffen, so können wir ihm den Zutritt zur Burg durch das heben der Zugbrücke verwehren. Passt nur auf, dass ihr nicht seitlich hinunterfallt – das Wasser fließt schnell und es ist kalt.“ sagte Leonhard, als Theodor sich vorsichtig der Kannte näherte. Bevor er den Anblick des Baches genießen konnte fuhr Leonhard fort: „Richtet euren Blick nach oben.“ Über dem Torbogen, auf den sie über die Zugbrücke zugingen, war ein mächtiger Löwenkopf aus Stein in die Wand eingelassen. „Die drei besten Steinmetze des Landes haben mehrere Monde benötigt, um das Gesicht des Löwen aus dem Granit zu schlagen.“

BL19001 - Blick über die Zugbrücke

Sie traten durch den Torbogen und fanden sich in einem hohen Raum mit gepflastertem Boden wieder. Abermals wies Leonhard nach oben: „Hier ist eine weitere Verteidigung der Burg untergebracht. Seht ihr dort oben den großen Kessel? Angreifern können wir hier mit heißem Pech eine Lektion erteilen.“ Tatsächlich konnte man im Dachgebälk einen erstaunlich großen Kessel erkennen. Theodor mochte sich nicht ausmalen, welche Qualen ein möglicher Angreifer nach einem Bad in heißem Pech wohl durchleben musste.

Leonhard mühte sich derweil mit einem schweren Holztor ab, das in den Innenhof der Burg führte. „Dieses Tor hält viel aus. Es wird vom Hof aus verschlossen und ist dank ihrer dicken Eichenbalken nicht zu durchbrechen.“ Schließlich traten sie hindurch und Theodors Blick fiel sofort auf den großen Turm in der Mitte. Von nahem sah er noch viel größer aus, als er es um die Mittagszeit gesehen hatte. „Was verbirgt sich in dem Turm?“ fragte er seinen Begleiter voller Neugierde. „Der Turm besteht aus drei hohen Räumen: Ganz unten gibt es den Kerker. Der einzige Zugang zu diesem führt über den Raum darüber, den man über die außenliegende Treppe erreichen kann. Weiter oben lagern einige wertvolle Dinge und von dort aus kommt man auch auf den Ausguck.“

BL19001 - Turm

Theodor ging neugierig am Turm vorbei, eine weitere große Mauer mit Wehrgang zur Linken. Zu seiner Überraschung stellte er fest, dass dieser sogar überdacht war. Hinter dem Turm kam ein Brunnen zum Vorschein – im Falle einer Belagerung war also immerhin Wasser kein Problem. Er beugte sich vorsichtig über den Rand und konnte unten das funkelnde Nass erkennen. Auch einige Pflanzen, die der Feuchtigkeit wohl zugetan waren, konnte er erspähen. Außerdem glaubte er, einen Frosch zu erkennen. „Hinter dieser Tür“ – Leonhard wies auf eine Tür in der Wehrmauer – „findet ihr den Abort.“ Durch die Zinnen neben der Aborttür konnte man die Spitzen einiger Nadelbäume erkennen, die hier wohl dicht an der Burg wuchsen.

„Kommt“ rief Leonhard und war schon unterwegs zum Haupthaus. Er trat durch eine Tür und winkte Theodor herbei. Hinter der Tür lag der Speiseraum der Burg mit einem bereits reichlich gedeckten Tisch. Zwei Stühle luden zum Verweilen ein und das prasselnde Kaminfeuer in der Esse auf der anderen Seite des Raumes versprach Gemütlichkeit. Über dem Feuer hing ein dampfender Kessel und unter Decke hingen weitere Lebensmittel.

BL19001 - Speisesaal

Leonhard wies Theodor an, sich zu setzen. Bevor er jedoch einen Stuhl erreichen konnte, gebot Leonhard schon wieder Einhalt: „Vorsicht! Die Klappe dort im Boden führt in den Keller. Ihr solltet euer Glück nicht überstrapazieren – es sind schon gestandene Männer dort versehentlich hinabgestürzt. Besser ist es jedoch, man kommt heil unten an: Dann kann man nämlich von dem edlen Tropfen, der dort lagert, kosten. Man darf nur keine Angst vor Spinnweben oder Fledermäusen haben…“

Theodor setzte sich und schaute sich noch ein wenig um während Leonhard zu einer schmalen Wendeltreppe im hinteren Teil des Raumes schritt. „Wartet hier. Ich sage dem Herzog Bescheid, dass ihr da seit. Er ist sicher noch oben in seinem Schlafgemach.“

BL19001 - Schlafgemach

Nur wenige Augenblicke später betrat eine stattliche Gestalt den Raum über die Wendeltreppe, über die Leonhard gerade erst verschwunden war. „Sie müssen sich beide sehr beeilt haben – ausweichen kann man sich auf der Treppe sicher nicht.“ dachte Theodor. „Ich bin Herzog Löwenstein und heiße euch herzlich willkommen auf meiner Burg!“ sprach der Neuankömmling und fuhr mit einer großzügigen Geste über den gedeckten Tisch fort: „Bedient euch und esst so viel ihr mögt. Ihr müsst gut gestärkt sein, wenn wir morgen noch vor Anbruch des Tages zur Pirsch aufbrechen wollen.“

Gemeinsam aßen sie und plauderten dabei über allerlei Dinge. Schließlich erhob sich der Herzog und sagte: „Lasst uns ruhen. Kommt, ich zeige euch vorher noch den Rest der Burg und auch eure Schlafstätte.“ Damit verließ er den Raum und Theodor folgte ihm.

Die folgenden Ereignisse sind aber Teil einer anderen Geschichte…

Um einen Eindruck von den Funktionen sowie dem modularen Aufbau zu bekommen, hier noch ein kurzes Video:

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Minifiguren

BL19001 - MinifigurenDem Set liegen insgesamt drei Minifiguren bei. Dabei handelt es sich wie bei allen Sets aus dem AFOL Designer Program um passende, aber generische Figuren:

  • Eine Frau mit Rock, langen Haaren und Krone,
  • ein Mann mit langen Haaren und alternativ einem Helm, und
  • eine Kinderfigur mit Pfeil und Bogen sowie einem Apfel.

Wobei das Zubehör natürlich munter getauscht werden kann.

Außerdem ist ein Pferd enthalten, das neben einem Wappen auch mit einer Lanzenhalterung ausgestattet wird. Passend zum Hühnerstall dürfen natürlich auch drei Hühner nicht fehlen.

BL19001 - Minifiguren & Co

Fazit und Ausblick

Ohne übertreiben zu wollen: Ich finde dieses Set ist das schönste, was ich je gebaut habe. Es ist eine tolle Szene, die mit viel Liebe umgesetzt ist und strotzt nur so vor schönen Details. Der Bau ging gut von der Hand, auch wenn er etwas schwerer war, als man das von „normalen“ LEGO Sets gewohnt ist. Gerade das hat mir aber gut gefallen. So habe ich jetzt einen echten Hingucker auf meinem Schreibtisch stehen, den ich bei Gelegenheit sicher noch etwas erweitere: Vom Designer Raziel_Regulus gibt es auf Rebrickable noch eine Erweiterung, die aus der „halben“ Burg eine ganze macht. Das steht auf jeden Fall auf meiner Liste für „später mal“.

Was sagt ihr zu dem Bricklink BL19001 Burg Löwenstein Set? Besitzt ihr es selbst oder ärgert ihr euch jetzt, dass ihr damals nicht zugeschlagen habt? Wie waren eure Erfahrungen bei Import und Aufbau? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.

    Über Malte 22 Artikel
    Als Kind und früher Jugendlicher grundsätzlich von jeder Menge LEGO umgeben. Nach 20 Jahren Pause nun dank UCS Millenium Falken und Sohn wieder voll im LEGO-Fieber.

    26 Kommentare

    1. Tolles Review. Ich ärgere mich, das ich „nur“ den Science Tower und die Fire Brigade gekauft habe. Das Castle sieht schon toll aus…

    2. Danke für das interessante Review. Macht Lust auf mehr! Ich hab immer noch das Feuerwehrauto unaufgebaut hier liegen. Vielleicht mach ich mich jetzt doch mal dran. Versand war damals problemlos (direktverzollt), obwohl ich mit der Bestellung so lange gezögert hatte, dass dann auch Versandkosten anfielen.

    3. Ärgerlich es nicht gekauft zu haben. Aber die Produktionsmenge war ja allgemein nicht riesig.

      Frage: was kann man jetzt noch tun, wenn einen das Set interessiert? Im Gegensatz zu offiziellen OoL Sets scheint man ja noch nichtmal irgendwie an eine Anleitung m. Teileliste zu kommen, um es selbst zu bricklinken oder was auch immer.

      Nur die Erweiterung ist als Anleitung bei rebrickable vom Designer eingestellt worden.

      • Zumindest die Teileliste findest du auf bricklink. Das mit der Anleitung wird wohl etwas schwieriger. Aber vielleicht findest du jemanden, der die Burg hat und dir die Anleitung leiht oder abfotografiert. Ist wohl die beste Möglichkeit

      • Hello, you can find the stud.io 3D model of the original castle on BrickLink and create instructions from within the program. I am currently getting all the parts for the castle and expansion! Good luck

    4. Kann man nicht die Anleitung zur Verfügung stellen, damit noch andere das nachbauen können?
      Ich hab damals nicht zugeschlagen, weil mir das wegen Zoll und denn drum herum zu aufwendig war.

      • Das kann vermutlich nur BrickLink – jeder andere darf das rechlich nicht, da die Rechte bei BrickLink liegen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass dies geschehen wird…

    5. Ich habe auch schon überall gesucht und auf Reddit würde geschrieben, dass bewusst keine Anleitung veröffentlicht wurden ist. Nur von der Erweiterung des Castles, die kostet 14 Euro oder so.

      Im Prinzip könnte man sich die Aufbauvideos anschauen und versuchen daraus eine Teileliste zu basteln. Da müsste man sich aber aufteilen. Oder jemand, der das Set hat, könnte die Anleitung posten und hochladen.

    6. Hab es mir gegönnt und bereue es keinesfalls. Habe mir auch die offizielle Erweiterung gegönnt das war neben dem ganzen Zollprozedere des Hauptsets ein richtiges Abenteuer 3Wochen hat es gedauert alle Teile zu besorgen aber es war ein Fest.
      Jetzt hat es einen Ehrenplatz und ich habe mir meinen Traum von der eigenen Burg erfüllt ;).
      Für alle die keine ergattern konnten hoffe ich das Lego nochmal ein adäquates Burgenset rausbringt.

    7. Wow, sehr coole Review. Danke dafür.

      Vor allem der teil, in dem Steine nur zur Stabilisierung benötigt werden und am Ende übrig bleiben fand ich interessant. Gibt es diese Baumethode noch häufiger bei Lego, oder ist das eine Sache die nur hier aufgetaucht ist?

      • Das Prinzip ist mir schon ein paar Mal unterkommen, also Teile die nach einem bestimmten Bauschritt wieder entfernt werden. Ich komme nur leider nicht darauf bei welchen Sets…
        Eines war ein Technic-Set mit Dreh- oder Knickgelenk, bei dem die beiden Hälften mit langen Liftarmen fixiert wurden bis die Gesamtkonstruktion stabil war.
        Bei mindestens einem Set waren die Teile nicht wirklich übrig. Sie waren in Tütengruppe 1 oder 2 enthalten und wurden am Ende des Bauabschnitts wieder entfernt. Irgendwann später waren die Teile aber wieder gefragt und ich fand sie nicht in der entsprechenden Tüte – bis mir einfiel dass ich sie bereits in meine Teilekiste entsorgt hatte, wie sonst auch die übrigbleibenden Kleinteile.

      • Ich meine, beim Ford Mustang ist es zumindest so ähnlich.
        Da wird der Wagen zunächst auf Teilen aufgebockt, die vor der Montage der Räder dann wieder entfernt werden.
        Diese Teile sind am Ende zwar nicht über, aus ihnen wird dann ein Lachgastank gebaut, aber immerhin.

    8. Hallo!

      Ich habe auch mit Begeisterung den Review gelesen, und ich habe noch 2x das Schloss hier stehen, originalverpackt!
      Wer mag und interessiert ist kann sich sehr gern bei mir melden.

      Gruß Hendrik von JBS

      • Hallo Hendrik,
        nachdem ich dir nun vor über 12 Tagen das Geld für die Löwenstein Burg überwiesen
        habe, fände ich das es langsam an der Zeit ist, dass du sie mir auch zusenden könntest oder wenigstens auf meine Emails antworten würdest ?
        Grüße

    9. Ich mag Ritter und Burgen in der Legowelt grundsätzlich sehr. Aber mit diesem Set kann ich nach wie vor nichts anfangen. Abgesehen von den unpassenden Proportionen bzw. dem völlig falschen Maßstab, fehlt einfach etwas. Außerdem wirkt es unrund.

    10. Cooles Set, cooles Review!! Leider zu spät dran gewesen und jetzt quasi nicht mehr zu bekommen (mehr oder weniger). Burgen und Ritter sind einfach spitze 🙂

    11. Den Begriff ‚Abort‘ habe ich wirklich sehr, sehr lange nicht mehr gehört/gelesen. Passt hier aber natürlich… Großen Dank für all die gemachten, unterhaltsamen Mühen!
      Und nebenbei angemerkt: ich finde es stets witzig, wenn sich Speedbuild-Bauer inmitten des Videos umziehen, als kämen sie bei dem gezeigten Tempo doch mächtig ins Schwitzen 😉

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