Bericht vom virtuellen LEGO House „Fan Day“ – LEGO gesteht Qualitätsprobleme ein

Afol Day Welcome

Vor einigen Tagen berichteten wir über den bevorstehenden digitalen „Fan Day“ des LEGO House in Billund. Über 1.800 Interessierte registrierten sich und nutzten die Gelegenheit, Fragen an den Marketingvorstand zu stellen oder sich über die Produktentwicklung und Qualitätssicherung zu informieren. Da das Event mitten am Tag stattfand, fassen wir die wichtigsten Punkte nochmals zusammen.

Die Teilnahme an dem Event war an (fast) keine Bedingungen geknüpft: Jeder der sich vorab registrierte, konnte an den sechs Sessions teilnehmen. Bevor wir in die Details einsteigen, möchten wir euch nochmals die Programmübersicht des Events vor Augen führen.

Begrüßung durch den Geschäftsführer des LEGO Houses

Um 13:30 begrüßte der Geschäftsführer des LEGO House, Jesper Vilstrup, die virtuelle Fangemeinde und berichtete über die Herausforderungen der letzten Monate. Das LEGO House musste bedingt durch die Pandemie 100 Tage schließen und konnte erst am 22. Juni 2020 wiedereröffnen. Seitdem ist die Besucherkapazität auf etwa 50% reduziert und neuen Hygienemaßnahmen erlassen  worden, die mittlerweile ein Stück weit zum Alltag geworden sind.

Nach der Begrüßung startete das virtuelle Programm pünktlich mit dem Interview des Marketingvorstands, Julia Goldin.

Interview mit Julia Goldin, Marketingvorstand LEGO A/S

LEGO erwähnte erstmals auf der letzten Pressekonferenz auf der Nürnberger Spielwarenmesse die Zielgruppe der erwachsenen LEGO Fans. Vor über 400 aktiven Fans im Chat betonte Julia Goldin, dass die Adult Fan of LEGO (AFOL) intern schon immer eine wichtige Rolle gespielten haben, aber in den letzten Jahren mehr in Fokus rückten und nun mehr Erwachsene erreicht werden sollen. Gleichzeitig unterstrich sie nochmals, dass die Hauptzielgruppe weiterhin ganz klar die Kinder bleiben.

In diesem Zusammenhang mit der neuen AFOL-Strategie sei auch der Zukauf von Bricklink in letzten November ein wichtiger Zuwachs für LEGO. Die Website biete einen bedeutenden Service für erwachsene Fans und diese Zusammenarbeit wolle man intensivieren sowie das Serviceangebot ausbauen. Was genau Julia Goldin damit meinte, ließ sie leider offen, betonte aber , dass LEGO den Geist von BrickLink erhalten wolle.

Wie ihr auch sicher mitbekommen habt, scheinen sich die „neuen“ AFOL-Sets (18+-Serie) momentan durch eine hohe Komplexität, viele Teile und einer hohen UVP auszuzeichnen. Julia Goldin sicherte zu, dass auch in diesem Segment kleinere Sets mit einem niedrigen Preis in Planung seinen. Das AFOL-Produktportfolio soll in Zukunft breiter aufgestellt werden.

Afol Day Interview Goldin
Im Interview: LEGO House Chef Jesper Vilstrup und Marketingvorstand der LEGO Gruppe Julia Goldin

Vor zwei Wochen kündigt LEGO an, dass bis 2025 die Plastikverpackungen abschafft werden sollen und man dafür rund 400 Millionen Euro investieren wolle. Das sei ein großer Schritt, um die selbstgesteckten Ziele der Nachhaltigkeit zu erreichen. Auch bei der Produktion arbeite man weiterhin fieberhaft daran, alternative Rohstoffe zu finden. Man habe die Verantwortung für die Kinder die Nachhaltigkeit voranzutreiben.

Mit der Initiative „Learning through play“ möchte man auch benachteiligten Kindern eine Perspektive geben, Fertigkeiten und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Die Kreativität und das Spielverständnis sollen unter anderem die Problemlösungskompetenz stärken, aber auch für ein tieferes Verständnis von Zusammenhängen beitragen. In Kooperation mit UNICEF ist ein Projekt gestartet worden, um die digitalen Kompetenzen von Kindern zu verbessern und einen sicheren Zugang zu Onlinemedien zu schaffen.

Viele von euch mögen sich in den letzten Wochen gefragt haben, welche Motivation hinter der Kooperation mit IKEA bzw. Levi´s steht. Man wolle LEGO von einer anderen Seite zeigen und neue, innovative Produkte präsentieren, erklärte Julia Goldin dazu. Am Beispiel von IKEA erklärte sie, dass die neuen Boxen einen neuen Weg der Aufbewahrung in Kombination mit Spielerlebnis bieten würden. Damit solle für LEGO auch einer neuer News-Flow entstehen, der die Marke noch bekannter mache. Weitere Partnerschaften seien in naher Zukunft nicht geplant.

Ein wichtiges Thema für die vielen Fans ist die Frage, ob klassische Themen nochmal neu aufgelegt werden. Auf die konkrete Frage wie die Chancen für Bionicle stehen, antwortete sie: „It´s a very good question“ Kurzfristig stehen andere Produktreihen und Spielerlebnisse im Vordergrund, aber auf lange Sicht sei das natürlich nicht ausgeschlossen: „I would never say no“.  Auf erneute Nachfrage, wie es mit einer Neuauflage von „Space“ oder „Castle“ stehe, antwortete sie nur: „We are definitely look into that“ und lächelt dabei.

Fragen zur Produktentwicklung mit Poul Schou

Afol Day Produktentwicklung

Einführung

Poul Schou, Senior Vice President Develpoment Department, berichtet zum Einstieg vom Aufbau des China-Geschäfts. In den Anfängen gab es noch keine frei handelbare Währung und man war quasi auf Tauschgeschäfte angewiesen. Mit der weiteren Öffnung des Landes verbesserte sich die Situation spürbar. Die asiatische Region ist immer noch ein langfristiger Wachstumsmarkt, wobei China in dieser Region die klare Nummer eins ist. Die neue Produktlinie „Monkie Kid“ ist erstmals in China für den chinesischen Markt entwickelt worden und spiegelt die Bedeutung der Region wider.

Mit den zunehmende Größe von LEGO soll auch die Produktangebot leicht ausgeweitet werden. Aktuell sind 1.800 Personen damit beschäftigt, Jahr für Jahr rund 400 Neuheiten zu entwerfen und  zu vermarkten. Die Pandemie verdeutlichte, dass LEGO auch für ein gemeinsames Bauerlebnis steht. Bei Technic-Sets oder anderen komplizierten Modellen lässt die Bauanleitung aber keinen Raum für ein gemeinsames Bauen. Deshalb denkt man darüber nach die Sets bzw. die Anteilungen so zu verändern, dass in Zukunft mehr Family Build möglich sein soll.

Produktzyklen

Normalerweise sind bei LEGO in den Standardlinien Produktlebenszyklen von ca. 2 Jahren geplant. Natürlich kann es immer wieder mal zu Abweichungen kommen. Das beste Beispiele ist Ninjago. Ursprünglich war die Reihe mit zwei Jahren eingeplant und sollte von Nexo Knights oder Chima abgelöst werden, aber es kam bekanntlich anders, denn die Erfolgsserie feiert mittlerweile den 10. Geburtstag. Ein Beispiel für eine verkürzte Lebensdauer ist dagegen Hidden Side. Die Sets der zweiten Welle 2020 sind nicht mal ein Jahr präsent gewesen.

2507 Ninjago Erstes Topset
NINJAGO 2507 – Der Feuertempel – Größtes Ninjago-Set aus 2011

Generell versucht LEGO die Lebenszyklen leicht auszuweiten. Das ist insbesondere bei exklusiveren Sets zu beobachten. Manchmal wird sogar das Management von der Nachfrage überrascht, denn man konnte im Fall der beiden Ideas-Sets (Saturn V und Schiff in der Flasche) schlicht nicht schnell genug die Produktion wieder hochfahren. Deshalb soll es zu der fast einjährigen Pause gekommen sein.

Trotz allem überrascht die Aussage ein bisschen, denn die Entwicklungszeit für ein durchschnittliches Set gibt Poul Schou mit ca. 12-15 Monaten an. Kleinere Set können aber im Einzelfall noch schneller entstehen, so entstand beispielsweise das LEGO Star Wars 75318 The Child in nur 9 Monaten.

Bei den relativ kurzen Verkaufsperioden stellt sich bei euch zu Recht immer wieder die Frage, wie lange LEGO einen technischen Support anbietet. Insbesondere bei den Sets mit einer App-Steuerung wird das Thema heiß diskutiert. Poul Schou führte dazu aus, dass man versuche den Support auch eine möglichst lange Zeit nach Verkaufsende anzubieten. Da das App-Angebot aber relativ teuer sei, ist jedoch damit zu rechnen, dass der Support ca. 5-6 Jahre nach Marktaustritt eingestellt wird.

Stickersheet Hiddenside 70425 Schule
Sticker sind oft ein Streitthema – Stickersheet LEGO HiddenSide 70425 Newbury´s spukende Schule

Sticker

Schon seit vielen Jahren kommen bei LEGO regelmäßig Sticker zum Einsatz und fast ebenso lange tauschen wir uns über den Sinn oder Unsinn aus. Generell werden wir auch in Zukunft an vielen Stellen Aufkleber bekommen, weil Dekorationen damit besser dargestellt werden können. Die jungen Baumeister haben aber oft große Schwierigkeiten die Sticker anzubringen. Deshalb sind die Sets mit einer niedrigen Altersempfehlung mit weniger Aufkleber ausgestattet. Ob ein Stickerbogen zum Einsatz komme, hänge jedoch immer vom konkreten Set und der Komplexität ab. Ein bisschen Hoffnung können sich die Besitzer von älteren Sets machen, denn auf Nachfrage will LEGO überlegen, ob der Bezug von alten Aufkleberbögen möglich werden soll.

Wenig Chancen dürfte dem Comeback von Brettspielen eingeräumt werden, denn der Erfolg sei in der Vergangenheit mäßig gewesen. Daher ist eine Neuauflage recht unwahrscheinlich. Das sind natürlich keine gute Nachrichten für die Supporter des Hero Quest-Entwurfs auf Ideas.

Zum Schluss noch ein Punkt, der für die Fans der digitalen Bauten interessant ist: Nach dem der Support für den LEGO Digital Designer (LDD) eingestellt wurde, gibt es in der LEGO Gruppe nur noch die Option über stud.io von BrickLink digital zu bauen. Poul Schou deutete an, dass man in Billund an einer Folgelösung arbeiten würde, so dass bald wieder eine „offizielle“ Lösung angeboten werden kann.

Neue Ausstellungsstücke im LEGO House

Seit 2017 werden die besten Entwürfe der erwachsenen Fans auch im LEGO House gezeigt. Dafür wird jedes Jahr im Frühling ein Wettbewerb auf Ideas veranstaltet. Die diesjährigen Gewinner zum Thema „An alternative nature build“ präsentierte der LEGO House Master Builder Stuart Harris, der für die Auswahl der Ausstellungsstücke verantwortlich ist.

Afol Day Neue Mocs
Master Builder Stuart Harris stellte die neuen Ausstellungstücke vor.

Unter anderem würdigte er den Hauptpreisträger „The Lizard“ für den kreativen Prozess, den der Entwurf sehr anschaulich darstellt. Ebenfalls wurde der zweite Hauptpreisträger in der Kategorie „nature Build“ hervorgehoben: „Leopard Cat“ zeichne sich durch die sehr gelungene Farbwahl aus, die das Modell sehr natürlich wirken lassen. Beeindruckt zeigt sich Stuart Harris auch von den Folgeplätzen. Er hob den „Lava Dolphin“ und „Serpent Elementalis“ für die außergewöhnliche Farbwahl und die Bautechniken hervor. Alle Gewinner der Wettbewerbs könnt ihr bei euren nächsten Besuch in Billund selbst in Augenschein nehmen.

LEGO Bauanleitungen mit Kim Yde Larsen

Evolution der Anleitungen

Die Bauanleitungen sind für jeden Fan ein zentrales und notwendiges Element, um ein Set erfolgreich aufzubauen. Wie Kim Yde Larsen, Senior Director Building Instruction Experience, berichtet, spiegeln sich im Laufe der Jahre die geänderten Anforderungen auch in den Anleitungen wider: 1960 waren die Sets noch recht einfach und bestanden nur aus wenigen Teilen. Zu diesen Zeiten reichte meist ein einfaches Blatt mit einer Hand voll Bauschritten aus. 

Afol Day Anleitung 1960
Die ersten Anleitungen waren recht einfach – Quelle: Screenshot Präsentation LEGO House Fan Day 2020

20 Jahre später sah das schon anders aus, denn die Sets wurden komplexer, die Anzahl der Teile wuchs und auch die vorsortierten Plastiktüten für die Unterteilung der Bauabschnitte zogen in die Kartons ein. Heute sind wir noch einen Entwicklungsschritt weiter: Neben einer normalen Bauanleitung gibt es für nahezu alle Sets auch schon eine digitale Variante und in machen Sets finden wir gleich mehrere Anleitungen, die den separaten Bau von Submodellen erlauben.

Der Wandel der Anleitungen wird auch auf den Kartons vollzogen. In der einfachen Standardreihe wie z.B. CITY wirkt das Design noch relativ aufgeräumt, aber wenn wir unseren Blick mal auf die Hidden-Side-Sets werfen, fällt auf, dass eine viel höhere Informationsdichte abgebildet wird. Als Beispiel sind die enthaltene APP, das AR-Konzept und die neuen Spielfunktionen zu nennen.

Designsprache

Die besondere Schwierigkeit für LEGO besteht darin, für jedes Set die richtige Designsprache für den Karton, aber auch für die Anleitung zu treffen, denn sie ist der Schlüssel für das empfundene Bauerlebnis. Dazu tragen entscheidend die Wahl der jeweiligen Bauteile, die Farbwahl der Steine und die Positionierung des bisherigen Modells auf der Anleitung bei. LEGO lässt aus gutem Grund auch innerhalb eines Set den Schwierigkeitsgrad variieren, denn so werde das Bauen als abwechslungsreich empfunden. Deshalb folgen auf anspruchsvolle Bauschritte wieder leichtere.

Bauanleitung Monkiekid2
Unterhaltsame Anleitung im LEGO Monie Kid-Set 80013 „Geheime Teambasis“

Ein schönes Beispiel für eine unterhaltsame Bauanleitung könnt ihr in der neuen „Monkie Kid“-Reihe entdecken. Am unteren Ende zeigt euch eine Minifigur den Baufortschritt an und immer wenn etwas besonders zu beachten ist, wie zum Beispiel das Öffnen einer neuen Tüte oder eine Drehung des Modells, weist euch eine weitere Minifigur spielerisch darauf hin.

Sollten euch Fehler in der Anleitung auffallen, können wir nur empfehlen diese an den Kundenservice zu melden. Dort kann euch entweder direkt weitergeholfen werden oder das Problem wird aufgenommen und an die entsprechende Abteilung zur Verbesserung weitergeleitet. Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass manche Anleitungen auch noch während der Produktlaufzeit überarbeitet werden.  

LEGO 76139 Anleitung
LEGO 76139 1989 Batmobile – Ist die rote Umrandung gut sichtbar?

Aktuelle Themen

Aktuell versucht LEGO eine Lösung für die Hintergrundfarbe der 18+-Sets zu finden. Dort kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten, wenn dunkle Steine verbaut werden sollen und der Hintergrund ebenfalls schwarz ist. Der dunkle Hintergrund erschwert die Farberkennung und an manchen Stellen ist die Positionierung der im Bauschritt zu verbauenden Steine unklar. LEGO kennt das Problem und versucht eine geeignete Lösung zu erarbeiten. Ein wenig kurios mutet an, dass selbst eine gelbe oder rote Umrandung keine große Hilfe sei.

Ebenso die bessere Unterscheidung von schwarzen und dunkelbraunen Steinen hat LEGO auf dem Radar. Besonders, wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind, fällt eine farbliche Unterscheidung meist schwer. Eine bessere Ausleuchtung des Bautisches könnte eine simple Idee sein, doch manche von euch haben bestimmt auch schon mal mit dem Hochglanzpapier gehadert, das das Licht stark reflektiert. Hier kann LEGO leider keine schnelle Verbesserung in Aussicht stellen, da in der Papierindustrie und im Großhandel die Hochglanzvariante ein wesentlich höheres Angebot bietet und die Beschaffung einfacher und etablierter ist.

21030 Anleitung
LEGO Architecture 21030 Capitol – Anleitung auf Hochglanzpapier mit schwarzem Hintergrund und ähnlichen Teilen erfordert Konzentration

Während die Abgrenzung von schwarzen und dunkelfarbigen Steinen bei schwachem Licht einige Anstrengung erfordert, können Menschen mit Farbenblindheit diese Unterschied gar nicht mehr erkennen. Auf Nachfrage erklärte LEGO, dass über einen Nummerncode nachgedacht wird, der es Betroffenen ermöglicht, die unterschiedlich Farben zu erkennen. Bei LEGO Education soll das Konzept schon im Einsatz sein, aber auch für die Massenprodukte wird an Umsetzung gearbeitet.

Jede Anleitung habe ihre Herausforderung betonte LEGO. Während für die ganz jüngste  Zielgruppe mit realistischen Bildern gearbeitet wird, um die Bauschritte nachvollziehbar zu gestalten, wird den älteren Kunden mehr Abstraktion abgefordert. Besonders bei größeren Technic-Sets, die auch Neukunden ansprechen sollen, steht LEGO vor dem Spagat, dass die Anleitung sowohl für Unerfahrene als auch für Stammkunden verständlich sein soll.

Die etwa 60 Mitarbeiter der Anleitung-Abteilung sind ständig mit den Kollegen aus der Design-Abteilung im Austausch, um Änderungen abzustimmen und eine effiziente Produktentwicklung zu gewährleisten. Dafür wird intern jede Anleitung von LEGO selbst, aber auch von einer externen Testgruppe auf ein schlüssiges Ergebnis geprüft. Wie wir schon erwähnt haben, endet der Prozess aber nicht mit der Markteinführung, sondern wird bei Verständnisproblemen der Kunden erneut in Gang gesetzt.

Absage Skaerbaek Festival

Seit 2015 organisieren die Fans das „Skaerbaek Fan Weekend“ selbstständig. Neben zwei großen Ausstellungshallen, in denen auch Besucher die neusten Bauwerke bewundern können, steht für die Teilnehmer das Networking im Vordergrund. 

In diesem Jahr musste das Orga-Team eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle durchleben. Nach den ersten Berichten über COVID-19 und den Lock-Down im März war noch Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation vorhanden. Doch je näher der Termin rückte, desto mehr zeichnete sich ab, dass das Event stark gefährdet war. Reisebeschränkungen, Restriktionen hinsichtlich der Teilnehmerzahl und der Ausstellung zwangen die Veranstalter dann zur Absage.

Ob das Event im nächsten Jahr stattfinden kann, steht leider völlig in den Sternen, da niemand voraussehen könne, wie sich die Lage entwickeln wird. Wir hoffen an dieser Stelle das Beste und drücken die Daumen, dass wir uns in 2021 wieder auf das „Skaerbaek Fan Weekend“ freuen können.

LEGO Qualitätsmanagement mit Bjarke Schonwandt, Quality Director

Wie arbeitet das Qualitätsmanagement?

Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person erläuterte Bjarke Schonwandt kurz die Arbeit des Qualititätsmanagements. Die zentralen Daten für seine Arbeit stammen vom Kundenservice, erläuterte er. Die dort erfassten Probleme und Beschwerden der Verbraucher werden von seiner Abteilung gemessen und je nach Dringlichkeit an die verantwortlichen Kollegen weitergeleitet.

LEGO House Relative Kundenbeschwerden
Entwicklung der Beschwerdequote – Quelle: Screenshot LEGO Präsentation LEGO House Fan Day 2020

Intern konnte man bisher einen Zusammenhang zwischen den am Markt befindlichen Modellgrößen und der Quote der Kundenbeschwerden erkennen. Auffallend ist, dass gerade in den letzten beiden Jahren die Beschwerdequote wieder stark zunahm und aktuell auf den höchsten Stand der letzten 12 Jahre liegt. Die Zahl an sich sagt allerdings nicht viel aus, denn wir wissen ja nicht was die Kunden reklamieren.

Zum Glück konnte Bjarke Schonwandt eine grobe Übersicht zur Verfügung stellen. Daraus ging hervor, dass 86% der Beanstandungen auf fehlende Teile entfallen. Hiervon beklagen etwa 50%, dass Einzelteile verloren gegangen sind, weitere 25% reklamieren falsche Teile und 15% fordern neue Minifiguren an.

Der vermeintlich hohe Anteil der Minifiguren lässt sich jedoch einleuchtend erklären, denn oftmals gehen die Figuren beim Spielen verloren und werden dann über den Kundenservice ersetzt. Funfact: Die meisten Minifiguren werden übrigens für die Ninjago- und Star Wars-Serie ersetzt 😉

Nur in etwa 10% der Fälle liegen systematische Fehler vor, die die Produktionsabläufe betreffen und nähere hausinterne Untersuchungen folgen lassen. Ein sehr bekanntes Beispiel aus der Vergangenheit ist der LEGO Ideas 21303 Wall-E, dessen Kopf ständig kippte. Der Konstruktionsfehler wurde durch ein „Reparatur-Kit“ behoben.

LEGO 42115 Farbprobleme2
Größtes Qualitätsproblem bei LEGO: Farbabweichungen beim LEGO Technic 42115 Lamborghini Sian

Farbabweichungen

Das aktuell größte Sorgenkind im Sortiment ist das Flagschiff-Set aus der LEGO Technic-Reihe: Der 42115 Lamborghini Sian. Schon kurz nach dem Verkaufsstart machten Berichte über Farbabweichungen die Runde, die besonders am Heck auffällig sind. Durch die Vielzahl der Meldungen beim Kundenservice rückte der Fall sehr schnell ins Visier der Qualitätsmanager.

Zwei Gründe konnten im Produktionsablauf identifiziert werden: Zum einen fand LEGO heraus, dass ein Teil zu lange in der Mould-Maschine verblieb und deshalb die Farbpigmente regelrecht verbrannt wurden. Durch eine Umstellung im Produktionsablauf sei der Fehler behoben, versicherte Bjarke Schonwandt.

Der zweite Grund ist aber viel tiefgreifender und wurde in der Lieferkette identifiziert: Den Produzenten des Granulats werden bestimmte Farbtoleranzen eingeräumt. In der Vergangenheit lagen die unterschiedlichen Zulieferer innerhalb dieser Toleranzen sehr dicht beieinander. Doch seit etwa zwei Jahren stellt LEGO fest, dass sich die Farbabweichungen innerhalb der Toleranzen aus unbekannten Gründen ausgeweitet haben. Obwohl die Vorprodukte immer noch innerhalb der Vorgaben angeliefert werden, ist am Endprodukt eine Farbabweichung erkennbar. Zum aktuellen Zeitpunkt ist der Sachverhalt immer noch ungelöst.

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Schematische Darstellung des Toleranzproblems – Quelle: Gedächnisprotokoll

Wahrscheinlich dürfte die Erklärung auch für anderen Sets gelten, die in der jüngsten Vergangenheit durch Farbabweichungen aufgefallen sind. Einige von euch berichteten in unseren Kommentaren davon, dass beispielsweise beim Creator 10271 Fiat 500 F, beim Star Wars 75275 UCS A-Wing oder bei der Creator 10270 Buchhandlung größere Toleranzen aufweisen. Ebenfalls seit etwa zwei Jahren laufen Vorbereitungen zur Produktionsumstellung für den Einsatz von mehr nachhaltigeren Materialien. Ob es hier einen Zusammenhang gibt, blieb unklar.

LEGO 10271 Farbprobleme
LEGO Creator 10271 Fiat 500 F – Ein Fall von Farbabweichungen

Unabhängig davon bestätigte der Qualitätsmanager auf Nachfrage, dass generell die dunklen Farbtöne (Dark Red, Dark Blue, Dark Green usw..) neben einigen hellen Pastelltönen, die bei Friends benötigt werden, am anspruchsvollsten in der Produktion sein sollen.

Einfluss der nachhaltigen Werkstoffe

Fakt ist, dass wir uns leider auf einige Änderungen einstellen müssen, die nachhaltige Materialien anscheinend nach sich ziehen. Besonders auffällig wird der Effekt bei Trans-Clear-Elementen sein. Bedingt durch die neuen Materialien trüben sich die ehemals durchsichtigen Elemente leicht ein und erhalten einen leicht milchigen Eindruck. In kleineren Bauten dürfte das zwar kaum bemerkbar sein, aber in großen Sets mit vielen Trans-Clear-Elementen oder großen MOCs, in denen die Elemente oft nebeneinander verbaut sind, wird das zum Problem.

Bjarke Schonwandt berichtet von einer weitere Umstellung im Produktionsablauf, die ich der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt lassen möchte: LEGO stellte klar, dass kein vorgefärbtes ABS mehr verwendet wird, sondern mittlerweile die transparente Variante im Einsatz ist. Hintergrund der Entscheidung ist eine einfachere und flexiblere Lagerhaltung.

Afol Day Demomaschine
Originalmaschine LEGO House, Billund

Ungeklärt sei auch noch die Fragestellung, warum manche Aufkleber nach Jahren aufplatzen können. LEGO konnte diesen Effekt in Zusammenarbeit mit den Zulieferern weder reproduzieren noch eine eindeutige Ursache erkennen.

LEGO Einzelteile im Laufe der Zeit

Viele von euch werden die Erfahrung gemacht haben, dass die LEGO Steine im Laufe der Jahre auf intensives Sonnenlicht mit einer Ausbleichung reagieren. Bjarke Schonwandt weiß, dass die weißen Teile davon am stärksten betroffen sind. Da bei manchen Elementen die Farbpigmente ermüden und bei anderen aber das Plastik Alterserscheinungen nach Jahren aufweist, ist die Ursachenforschung schwer. Interne Testreihen hätten innerhalb der festgelegten Zeiträume keine Klärung ergeben. Mit einem Schmunzeln auf der Lippe, empfiehlt er nicht ernst gemeint, die Teile mit Sonnencreme zu behandeln. 🙂

Die Chrom-Fans müssen weiterhin mit einer sehr geringen Aussicht auf eine Wiederkehr auskommen. Bjarke sprach davon, dass vermutlich die sehr komplexe und anfällige Produktion zum Delistung geführt hat. Auf die Frage, ob die Teile jemals wieder kommen, antwortete er mit einem ehrlichen: „I don´t know“.

Gefühlte Fehler

Neben offensichtlichen Fehlern in der Produktion kümmert sich das Qualitätsmanagement auch um empfundene Fehler, die einer Vielzahl der Kunden auffallen. Als Beispiel nannte er zwei Bauanleitungen, wo es oftmals zu einer Verwechselung von Teilen kommt und in der Folge dazu führt, dass in einem viel späteren Bauschritt das benötigte Teil fehlt. Die Passagen seien zwar objektiv korrekt dargestellt, da sie aber nicht so wahrgenommen werden, sind entsprechende Änderungen zum besseren Verständnis veranlaßt.

In diesem Zusammenhang bestätigte er auch, dass die Farben in der Bauanleitung manchmal nicht exakt den Teilefarben entsprechen. LEGO möchte für die Farbdarstellung einen 3D-Effekt erreichen. Um diesen Effekt zu erzielen, werden den ursprünglichen Farben zusätzliche Farbpigmente zugefügt, die bei einem direkten Farbvergleich zwischen LEGO Stein und Anleitung zu einer minimalen Differenz führen können.

Kurz vor Ende der Fragerunde wurde Bjarke Schonwandt nach dem am meisten nachgelieferten Teil gefragt. Mit einem Lächeln meinte er, dass das ganz klar der Schlüsselanhänger sei, denn dieser werde oft bei Beanstandungen als kleine Wiedergutmachung an die Kunden versandt. Die tatsächlich angeforderten Teile variieren, so dass aus seiner Sicht kein eindeutiges Problem zu erkennen ist.

LEGO House Fan Day Nachhaltigkeit
Die größte Herausforderung von LEGO: Umstellung auf nachhaltige Produktion

Die größte Probleme der Zukunft

Bleibt die Frage nach den größten Problemfelder der Qualitätssicherung in der nächsten Zukunft. Auf kurzfristige Sicht ist das ganz eindeutig die Klärung der ausgeweiteten Farbtoleranzen: „The most present one is over here“, sagte Bjarke Schonwandt und zeigt dabei auf den Technic-Lamborghini neben ihm.

Auf lange Sicht wird die vermehrte Umsetzung auf eine nachhaltige Produktion LEGO vor große Herausforderungen stellen. Man werde die bekannten Wege verlassen müssen und unbekanntes Terrain betreten, aber trotzdem wolle man den Premium-Qualitätsstandard halten. Die bisherigen Erfahrungswerte im Umgang mit den Werkstoffen werden auf diesen Weg aber nur sehr bedingt weiterhelfen.

Afol Day Ende 2

Fazit

Das war meine erste Teilnahme an einem „LEGO House Fan Day“ und ich muss sagen, dass es sich für mich gelohnt hat. Die Interaktion in dem digitalen Format klappte sehr gut und nach meiner Beobachtung wurden vielen Fragen aus dem Chat übernommen.

Mein Hauptinteresse galt natürlich dem Qualitätsmanagement, aber auch in den anderen Einheiten gab es interessante Infos. Nachdem die Marketing-Chefin sagte, dass man die Rückkehr von klassischen Themen prüfe, gönne ich mir ab sofort einen kleinen Hoffnungsschimmer auf eine baldige Wiederkehr. Es würde auf jeden Fall gut zur AFOL-Strategie und den nostalgischen Gefühlen viele Fans passen.

Ein wenig überraschte mich auch die Aussage, dass LEGO für die gesamte Produktentwicklung von „The Child“ nur 9 Monate brauchte. Das liegt deutlich unter meiner Erwartung und zeigt, dass LEGO erstaunlich schnell auf Marktbegebenheiten reagieren kann.

Erfrischend offen erlebte ich den Qualitätsmanager, Bjarke Schonwaldt. Ohne zu zögern und den Versuch einer Ausrede, berichtete er von den ausgeweiteten Toleranzen und gab Einblicke in seinen Arbeitsbereich. Ich persönlich kann zwar nicht verstehen, wie Änderungen in der Lieferkette quasi über Nacht aus dem Nichts kommen können, aber es ist zumindest eine Erklärung. Mit Sorge betrachte ich, dass während der letzten zwei Jahren keine Lösung gefunden wurde. Immerhin verdoppelte sich die relative Beschwerdequote innerhalb dieser Zeit auf den höchsten Stand der letzten 12 Jahre. Das sollte ein Warnsignal sein!

LEGO wird auf seinem Weg zu mehr Nachhaltigkeit gewaltige Anstrengungen zu meistern haben und ich bin mir sicher, dass wir einige Auswirkungen in manchen Sets erleben werden. Die Aussicht auf eine längere Zeit mit „milky“-Trans-Clear-Teilen wird eventuell nur ein Vorgeschmack sein. Ich wünsche LEGO, dass eine gute und geräuschlose Lösung gefunden werden kann.

Wie wichtig der Kundenservice ist, zog sich meiner Meinung nach wie ein roter Faden durch den ganzen Tag. Die Mitarbeiter sind die erste Anlaufstelle für Probleme jeder Art und auch wenn manches Anliegen aussichtslos erscheint, könnte es doch dazu beitragen, Probleme besser und schneller zu erkennen. Der Fall des Lamborghini führt uns vor Augen, wie schnell die Alarmglocken bei LEGO klingeln können.

Was denkt ihr zum digitalen „Fan Day“? Ist das Event zumindest eine Notlösung oder überflüssig?  Haben euch die Entwicklungszeiten überrascht oder habt ihr LEGO diese Tempo zugetraut? Wie findet ihr das digitale Bauen? Was haltet ihr von den Farbabweichungen?  Welche Erfahrungen habt ihr mit den Kundenservice gemacht? Konnte euch dort immer geholfen werden? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.

Über Oliver 67 Artikel
Fan des Classic Space, Technik-Begeisterter und Freund von Creator 3-in-1. Ständig auf der Suche nach den kleinen Besonderheiten im LEGO Sortiment und interessiert an den Hintergründen im Spielwarenmarkt.

102 Kommentare

  1. Also wenn es in meiner Firma (Automobilindustrie) seit 2 Jahren Qualitätsproblem geben würde und das Problem immer noch nicht identifiziert wäre, dann würde aber der Pantoffel kreisen 😄

        • Es gibt nicht viele Lieferanten dieser Steuerkettenmodule.
          Ist im Prinzip das Takata Problem.

          Weiterhin ist es so das viele OEM Koopertionen miterinander haben und so verwendet zum Beispiel Mercedes Renault Motoren in der A-Klasse und ähnliche Komponentenübernahmen.

    • Nope…. Audi multitronik über Jahre! Und im vielen vielen Modellen… , VW Softlack im allen Modellen den end neunziger, Opel Rost Anfang 90er Jahrelang, Mercedes Rost ok das wurde etwas schneller gelöst. In der Autoindustrie dauert es mitunter Jahrzehnte bis ein Problem final gelöst wird (multitronik Audi). Ich arbeite seit zehn Jahren in eine Weltkonzern mit 10.000 Mitarbeiter. Und so lange ich da bin haben wir an immer den gleichen Stellen Probleme….

    • Das ist vielleicht so, wenn es um die Sicherheit geht bzw. bei Tests mehrfach bemängelt wird. Ansonsten werden Fehler in der Automobilindustrie oftmals jahrelang reproduziert und einfach geleugnet.

  2. Es gibt ja momentan auch immer mal wieder Probleme mit gerissenen Teilen. Ich hatte das jetzt erst wieder bei einem Harry Potter set, in dem zwei Teile einen Haarriss hatten. Wurde dazu was gesagt?

  3. Ich war selber nicht dabei, kann das also nur so einschätzen wie gelesen. Für mich hören sich einige Antworten (z.B. Qualitätsprobleme, Aufkleber und ausbleichen) ziemlich schwammig/ausweichend an.
    Das würde ich als QS-Team niemals so lange akzeptieren. Dann die Aussage bezüglich der Farbtoleranzen, also entweder bekomme ich die Farbe oder der Lieferant fliegt raus. Wenn ich das allerdings akzeptiere, brauch ich mich nicht wundern, dass das immer mehr zum Problem wird. Das versteh ich persönlich überhaupt nicht. Gerade beim Lambo, ein Haufen Geld und dann sowas. Das grenzt für mich schon leicht an Überheblichkeit.

    • also wenn du die einlassungen bezüglich der farbabweichungen schwammig oder ausweichend findest, dann hast du offenkundig noch keine erfahrung damit gemacht wie andere konzerne mit länger andauernden und teils deutlich schwerwiegenderen problemen umgehen bzw. diese kommunizieren.

      ich bin ehrlich gesagt überrascht -und zwar positiv-, wie verhältnismäßig offen hier darüber gesprochen wird.
      das problem wird hier nicht relativiert, sondern konkret eingestanden. und das eingeständnis, dass man bei der suche nach der ursache noch etwas im trüben fischt, ist zwar sehr unbefriedigend, aber zumindest ehrlich. man hat auf jeden fall nicht den eindruck gewonnen, das lego dieses problem egal ist.

      und das mit dem „ausbleichen“ bzw. verfärbungen, die mit der zeit auftreten, sehe ich nicht als wahnsinnig drängendes problem. dass (gefärbter) kunststoff und dauerhafte sonneneinstrahlung nicht die besten freunde sind und wohl auch nicht mehr werden, und dass manche farben davon stärker betroffen sind, das ist kein neues phänomen und auch kein lego exklusives. das ist nunmal so. was soll er groß dazu sagen.

      • Das ist sicherlich korrekt, man kann ja schon fast froh sein, dass sich eine Firma überhaupt dazu äußert.
        Bei 350 Euro erwarte ich Perfektion, die Farbabweichung gibt es ja nicht nur dort.
        Aber je nachdem wo eine Firma die Maßstäbe anlegt ist es dann halt weniger wichtig. Ich finde es schlimm und dreist.
        Für mich sieht es halt so aus, als würde das hingenommen, ansonsten würde man sowas nicht ausliefern.
        Und nur weil „andere“ Firmen noch eine schlechtere Kommunikation bei sowas haben, muss das nicht der Maßstab sein.

  4. Vielen Dank für den interessanten und umfangreichen Bericht, Oliver!
    Eine Nachfrage zu den Farbabweichungen, wobei es wahrscheinlich ein „Henne und Ei“ -Problem ist: Beim Brick Architect klingt es nicht so, als würden die Zulieferer die Toleranzen nicht halten können, sondern als hätte LEGO die Toleranzen temporär geweitet: „The primary issue is caused by supply chain disruptions which forced them to slightly relax their color matching tolerances from different manufacturers. Bjarke described the situation visually, with a graph showing the acceptable color values for a particular pigment as one quadrant of a RGBY grid. They allowed pigment to land outside the normal quadrant as they re-established a redundant supply chain.“
    Was denkstdu dazu?

    • Ich hab das so verstanden, dass die Toleranzen nicht geweitet wurden, sondern dass früher die Lieferanten schon von sich aus in einem noch engeren Toleranzbereich geliefert haben, als von Lego gefordert war. Und aktuell (wegen neuer oder zusätzlicher Lieferanten?) ist das halt nicht mehr der Fall, aber eben immer noch im von Lego definierten Bereich. Das fällt aber erst beim fertigen Legostein auf, da im Produktionsprozess bei Lego selbst, die zunächst geringen Farbunterschiede des Basismaterials sich nochmal verstärken. Mir stellt sich da die Frage, warum Lego ihre vordefinierten Toleranzschwellen an die Lieferanten dann nicht anpasst? Aber vermutlich kann man – bei den Produktionsmengen – nicht von heute auf morgen die Forderungen an die Lieferanten einfach so erhöhen oder mal eben den Lieferanten wechseln.

    • Der Grund für den Versorgungsengpass wurde nicht genannt.
      Aber:
      „Beim Brick Architect klingt es nicht so, als würden die Zulieferer die Toleranzen nicht halten können[…]“
      Es geht immer um Menge und Qualität. Wenn die Zulieferer die Qualität halten können, wenn sie die Menge um X reduzieren, oder die Menge halten könnten, aber dafür die Qualität senken, hast Du die Wahl.

      Es können auch beide Aussagen von beiden Webseiten (teilweise) stimmen und die Toleranz wurde erweitert und die Varianz stieg an.

      Da es schon seit vielen Jahren Farbabweichungen gibt, bin ich zumindest froh, dass das gröbste Problem bei den Pins mit Pinhole wohl vom Tisch ist.

    • @David
      Nach meinem Verständnis gewährt LEGO dem Lieferanten eine gewissen Toleranz zu. In der gezeigten Präsentation wird eine Abweichung in jede Richtung auf der Farbskala (Blau&Gelb bzw Rot-Grün) um den Idealwert zugelassen, sodass quasi ein „Kreis“ entsteht.
      In der Vergangenheit lagen die angelieferten Materialien meist sehr dicht beisammen (Beipsiel: alle im oberen rechten Kreisviertel)

      Aktuell sollen die Lieferanten zwar immer noch innerhalb des Toleranzkreises befinden, aber der Abstand der Lieferanten zueinander ist wesentlich größer geworden, so dass nun Farbunterschiede wahrnehmbar sind.

      Das Ziel von LEGO ist, die Differenz der angelieferten Materialien wieder dichter zusammenzuführen.

      Ich hoffe, ich konnte das halbwegs verständlich ausdrücken.

      • Leider hatte ich keine Chance den Stream zu sehen und bin auch nur indirekt mit Kunststoff beschäftigt.
        Ich würde aber sagen das die gewährte Toleranz diejenige ist die technisch möglich ist ohne das man einen aktiven Überwachungs- oder Sortierungsprozess einsetzen muss.
        Das Problem ist, wenn deine Vermutung richtig ist, bisher mit festen Mischungsverhältnissen gearbeitet werden konnte und das wahrscheinlich sogar weltweit. Nun driften ihre Lieferanten auseinander und eigentlich müsste LEGO bei Masterbatchumstellungen Teile als Pre-Run erstellen und durch eine Q-Prüfung freigeben. Ich denke das Lego aber keine Traceability sondern das die Druckgußmaschienen aus zentralen Silos beschickt werden.
        Bedeutet das die ankommendes Material direkt in die Solos blasen und damit verlieren die ihre Nachverfolgbarkeit. ACHTUNG. REINE MUTMASSUNG VON MIR

  5. Mich hat am meisten überrascht dass der Abschied vom vorgefärbten ABS in der Zukunft liegen soll. Leichte Farbabweichungen gibt es schon seit vielen, vielen Jahren und fast ebenso lange wird als Grund dafür eine Umstellung Anfang der 2000er auf farbloses Granulat und zugesetzte Pigmente ins Feld geführt (mit dem Fazit dass LEGO wohl das Mischungsverhältnis nicht konsistent hinbekommt).
    Also alles Blödsinn und es liegt seit jeher an den zugestandenen Toleranzen der Zulieferer..?

    • Die Umstellung muss bereits vor Jahren stattgefunden haben und wird so auch bei New Elementary in den Kommentaren diskutiert. Bist du sicher, @Oliver, dass das eine zukünftige Entwicklung sein wird?

    • Die Frage warum sie vom vorgefärbten ABS Kunststoffgranulat, welches sie bis Ende der 2000er verwendet haben (https://blog.hobbydb.com/2017/02/17/a-brief-history-of-lego-colors/), zu dem selber gefärbten Granulat gewechselt haben hatte ich während dem Stream gestellt, sonst wäre das gar nicht in die Diskussion zu den Farbproblemen eingeflossen. Ich wollte sehen ob sie die Qualitätsprobleme auf die Lieferanten oder auf die eigene Farbmischung/Toleranzaufweitung schieben. Natürlich versucht jede Firma die Mängel erst auf die Lieferanten zu schieben um beim Endkunden in besserem Licht zu stehen, aber wenn das nachweislich nicht am Lieferanten liegt sondern an der eigenen Fertigung, dann ist es ein größeres Problem was die Firma selber abstellen und aus der Tasche finanzieren muss. Hier hat LEGO wahrscheinlich, um auf das Importieren von höherwertigem Granulat aus Europa zu verzichten, auf einen lokalen Lieferanten in China/Mexico gewechselt bei dem die Farben stärker schwanken, so dass am Fertigteil nach dem Kunststoffspritzgießen nochmal die Farbabweichung stärker zum Anschein kommt. Das thermische Problem bei den Pins mit Löchern am Sian haben sie scheinbar abstellen können weil es auch intern bedingt war (z.B. bei meinem Set waren sie auch nicht mehr gelblich wie in den ersten online-Reviews), aber die Farbabweichungen an den Paneelen und Technic-Beams sind wohl nicht so leicht zu lösen. Bin aber kein Spritzgussexperte.
      Auf jeden Fall wäre es sinnvoll bevor die Serienproduktion anläuft losweise zu prüfen wie gut die Steine- und Farbqualität ist (vor allem bei neuen Teilen in neuen Farben wie es beim Sian der Fall war) und nicht erst beim Endkunden schauen ob es einem auffällt.

  6. Ich hab zu meiner Reklamation zu den Farbabweichungen des Lamborghini bis heute keine Antwort von Lego bekommen. Auf andere Anfragen zu anderen Themen kam recht schnell eine Antwort. Ich finde es schade das man nicht mal eine Rückmeldung bekommt. Man könnte denken die sitzen das Thema einfach aus.

  7. Ganz ehrlich, wenn Lego für mehr Nachhaltigkeit ganz offensichtlich mangelhafte Qualität bewusst in Kauf nehmen möchte, dann kann ich da nur mit dem Kopf schütteln. Den Preis werden sie deswegen ja wohl nicht senken. Ist für mich echt unverständlich wie man für ein bisschen Greenwashing eine eindeutig schlechtere Qualität akzeptieren kann!
    Und was die Farbabweichungen angeht: was soll er auch anderes machen als die Probleme offen ansprechen?! Die teilweise starken Farbabweichungen hat nun wirklich jeder in der letzten Zeit gesehen (außer vielleicht der eine oder andere Hardcore-Fan / Blog-Schreiberling, der eine innere Sperre hat negativ über Lego zu sprechen 😉 ). Schon übel, dass Lego auch das anscheinend nicht kurzfristig in den Griff bekommen kann. Da muss man sich schon überlegen, ob man in nächster Zeit nicht besser den einen oder anderen Kauf besser nach hinten verschiebt, wenn man statt Premiumprodukt zum Premiumpreis nur noch Chinaqualität bekommt…

  8. Qualitätsprobleme …ich gehe mal davon aus, das Lego, die Preise drücken wollte und der Lieferant ,nein, gesagt hat.Daraufhin, hat man sich störrisch einen anderen günstigen Anbieter gesucht und festgestellt, das der aufgrund Preissenkung auch dementsprechend unregelmäßig, Qualität liefern kann/wird.Die Zwickmühle zu verlassen, dürfte für LEGO schwierig werden.

    • Ich kenne die Situation bei Lego nicht aber das Polymere Business ist recht bescheiden da es nicht unendlich viele Hersteller der Grundprodukte gibt.
      Weiterhin gab es da in den letzten Jahren immer wieder gewaltige Force Majeure (Beispiel Google: force majeure pa66 2018) in denen dann ganze Wirtschaftszweige kurz vorm abschmieren sind.

  9. Am meisten nervt die Wartezeit beim Kundenservice. 12 Tage sind derzeit bei einer Anfrage per Mail zu erwarten. Die Chatfunktion, die ich früher eigentlich immer zur Klärung kleiner und schneller Anliegen verwendet hattte, scheint seit einem halben Jahr (auch schon vor Corona) nicht mehr verfügbar zu sein.

    • Der Chat scheint dauerhaft abgeschaltet zu sein. Und mit 12 Tagen bis zu einer E-Mail Rückmeldung liegst du noch gut. Mein letzter Kontakt hat 3 1/2 Wochen gedauert bis ich eine Antwort bekam. Die war allerdings auch zufriedenstellend (hatte neue Sticker angefordert).
      Zu meiner Reklamations E-Mail bzgl. der Farben beim Sian hab ich allerdings bis heute keine Antwort, ist jetzt über 3 Monate her.
      Wenn man mehr Reklamationen hat, dann sollte man auch den Kundenservice aufstocken.

    • Mit Wartezeit von 12 Tagen liegst Du sehr gut. Ich habe in den letzten Monate mehrfach eine Mail an den Service geschrieben, weil ich nicht stundenlang am Telefon warten wollte. Nicht eine meiner Mails ist beantwortet worden. Nach vielen Wochen hat sich ein Teil der Probleme aufgelöst, die anderen schmoren noch.
      Der Artikel ist ansonsten sehr gut, danke für die Infos, waren viele interessante Aspekte dabei. Aber gerade die Probleme mit dem Lamborghini kann ich nicht verstehen. Ein Set für 370€ und man bekommt die Qualität nicht hin?

        • Im Prinzip ja, aber wenn das kleinere Set weniger unterschiedliche Teile oder weniger Teile einer Farbe enthält, dann müßte die Gefahr von großen Abweichungen sogar etwas kleiner sein.

  10. Um die Problematik der Farbtoleranz anschaulicher zu machen, habe ich noch eine Skizze eingefügt. Ich hoffe das hilft euch, den Vorgang besser zu verstehen.

    • Fehlen nur noch die Variablen des Koordinatensystems (hier die 4 Grundfarben Grün, Blau, Rot und Gelb) so wie bei Brickarchitect gezeigt. 😉
      Was ich aber aus dem Vortrag nicht verstanden habe, wieso soll für eine geforderte Farbe ein anderer Quadrant zugelassen sein (relaxed target)? Das ergibt doch eine komplett andere Farbe. Die Punkte müssen alle immer im selben Quadranten liegen (normal target) sonst hat man erst recht Farbprobleme. Und je dichter die Punkte aneinander liegen desto weniger Varianz gibt es bei der Farbe. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei new dark red die gleichen Probleme vorliegen (siehe auch reviews von Jangbricks von 60271 und 75275).

      • Im Vortrag erwähnte der Qualitätsmanager, dass LEGO es im Laufe der Zeit geschafft hat, die Lieferanten – wie auf der linken Seiten zu sehen ist – im rechten oberen Abschnitt zu positionieren.
        Im aktuellen Umfeld sind die Chargen über den gesamten Kreis verstreut. Nach den Vorgaben von LEGO sind aber Ergebniss innerhalb des gesamten Kreises der Toleranzbereich. LEGO arbeitet jetzt wieder daran die Abstände unter den einzelen Lieferanten zu verringern.

        Die Skzizze war ein Spontanentwurf. Habe für Dich gerne noch die Achsen beschriftet 🙂

        Vielen Dank für deine aktive Teinnahme im Chat. Schade, dass die Technic-Frage nicht drankam.

        • Meinst du die Frage warum so viele lizenzierte Technic Sets ohne B-Modell heraus gebracht werden?
          Ich sehe dafür 2 Hauptgründe:
          1. Natürlich um Kosten für B-Modell Entwicklung und Anleitung zu sparen (vor allem wenn so ein Liebherr Bagger ein 740 Seiten Anleitungsbuch benötigt)
          Erst hat man die physischen B-Modell Anleitungen nach und nach herausgenommen, dann wurden die B-Modelle immer hässlicher, so dass die Nachfrage verschwand bis zum jetzigen Punkt wo es komplett weg gespart werden kann und nur noch echte Technic Fans sowas vermissen.
          2. Um alle Sets innerhalb von einem Jahr heraus hauen zu können. Hat auch der bekannte Technic Designer MK in einem Interview gesagt, als die Frage kam wie lange es dauert bis er ein Set fertig hat.
          https://youtu.be/Wj9QeTMq1Iw?t=418
          Denke bei Technic ist der Trend jetzt klar auch mit der bekannten Set-Liste für 1H2021 (B-Modelle nur noch bei Sets unter 40€ ohne Lizenz).

          • Ich frage mich schon seit einiger Zeit warum die B-Modelle ausgedünnt werden.
            Hätte mich über ein generelles Statement gefreut, da die Frage ja mehrfach im Chat aufkam und ordentlich „Likes“ hatte.

        • Generelles Lob für die grafische Aufarbeitung!
          ABER, und hier blutete einfach mein Qualitäterherz, so wie es dargestellt ist sieht es so aus als ob der Cpk-Wert der Lieferanten dauerhaft schlecht war 🙂
          Die müssen in die Mitte ansonsten haben die wirklich ein Problem mit der QS 🙂
          Außer das ist ein Akzeptanzbereich und kein Toleranzbereich

          • Kein Witz.
            Die beiden Grafiken habe ich so fast 1:1 aus dem Vortag übernommen inkl. der Ballung im oberen rechten Kreisviertel.

          • @Stefan Müller

            Ein paar Fragen dazu, wenn es ok ist:
            – Was ist ein Akzeptanzbereich und wie unterscheidet er sich vom Toleranzbereich?
            – Warum müssen die in die Mitte?
            – Welches Problem haben wir gefunden?

            Ein paar erhellende Worte für nicht-QS-ler wären nett.

          • –Was ist ein Akzeptanzbereich und wie unterscheidet er sich vom Toleranzbereich?

            Du möchtest einen Zaun bauen der genau 150cm hoch sein soll.

            Im ersten Fall steht der auf einer Betonplatte und deshalb brauchst du Pfosten die genau 150cm groß sind. Da aber der örtliche Baumarkt die Pfosten einzeln zusägen muss und die Säge immer neu einstellen muss sind die nicht immer gleich hoch. Deshalb sagst du halt OK wenn die 1cm höher oder niedriger sind fällt das nicht auf. Das bedeutet das der Baumarkt dir alles schicken darf was zwischen 149cm und 151cm ist. Das Ding ist aber das ein Pfosten der 149,7cm hoch ist eigentlich NOK ist, du aber dies tolerierst. Deshalb kannst du deinen Lieferanten, hier den Baumarkt dazu auffordern dass er durch geeignete Maßnahmen a) seine Streuung (Cp) über die Toleranz hinweg eingeengt und des Weiteren auch den Mittelpunkt zu deinem Sollmaß zu verschieben (Cpk).

            Im zweiten Fall ist es so dass du die Pfosten eingräbst und deshalb Pfosten brauchst die mindestens 180cm sind (30cm eingegraben) aber da du nicht so tief buddeln willst höchstens 190cm sind. Da du selbst sehr gut nachjustieren kannst durch deine Lochtiefe oder mit einem Hammer kann der Baumarkt dir alle Pfosten die zwischen 180cm und 190cm anliefern. Das bedeutet es gibt keinen Sollwert und auch keinen Anspruch die Streuung (hier gibt es andere Auslegungen) oder den Mittelpunkt zu optimieren und dein Lieferant auch nicht verpflichtend Optimierungen fahren muss.

            – Warum müssen die in die Mitte?

            Die Mitte ist die Sollwertangabe, zumindest lese ich das aus der Grafik. Das ist das Ergebnis das du willst alles was abweicht davon ist nicht gewollt auch wenn es innerhalb des Toleranzbereichs liegt.

            – Welches Problem haben wir gefunden?

            Wenn ich seit Jahren Lieferanten habe die anscheinend immer mit hohem Cpk anliefern und mich das auch noch freut habe ich meine Lieferanten nicht im Griff und die Lieferanten haben ihre Prozesse nicht im Griff. Wenn dann die Prozesse weglaufen oder springen, wie es hier passiert ist, stehe ich halt dumm da, denn jetzt diese Prozesse beim Lieferanten oder inhouse zu kompensieren ist dann nur noch mit sehr viel Aufwand möglich.

            REM: An meine Fellow-QSler:
            Die Auslegung das es eine Verpflichtung zu Optimierung bei Toleranzbereichen gibt leite ich aus der ISO9001 ab. FIGHT ME 🙂

          • Hi @Stefan Müller, danke für die Antwort.
            -Der Akzeptanzbereich ist damit ja auch nur eine Toleranz. Ist der Begriff brachenüblich in der QS?

            „und die Lieferanten haben ihre Prozesse nicht im Griff.“ Wenn man das so formuliert und sich die Welt ansieht muss man aber auch sagen: Niemand hat seine Prozesse im Griff.
            Ich hatte neulich Kontakt mit diversen Automobilzulieferern und einigen Prüflaboren, nirgendwo gibt es sowas wie eine symmetrische Normalverteilung um den Sollwert. Es gibt immer Probleme und alles ist so gestrickt, dass auch dann noch innerhalb der Toleranz produziert wird – wenn auch evtl. am anderen Ende.

            Darf ich fragen aus welcher Branche Du kommst?

          • @Gimmick

            Der Akzeptanzbereich ist damit ja auch nur eine Toleranz.
            -> Unterschiedliche Begriffe mit unterschiedlichen Konsequenzen und und Betrachtungsweißen. Lies bitte nachmals das Beispiel durch

            Ist der Begriff brachenüblich in der QS?
            -> Üblich sind eher Akzeptanzkriterien. Heißt also es gibt ein bestimmtes Kriterium das mindestens erfüllt werden muss (z.B. Dicke/Stromstärke/Geruch) das es der Kunde akzeptiert. Obere Grenze wird dann meist vom Lieferanten gesetzt (hoffentlich) durch eine Kostenanalyse.

            Bezüglich der Blanket-Aussage über die Fähigkeiten von Lieferanten.
            Eine Normalverteilung ist bei vielen Merkmalen physikalisch nicht möglich wie zum Beispiel Rundheit / Parallelität sondern rechtschief verteilt was sich aber mittels Arithmetik umrechnen lässt. Selbst solche die physikalisch mögliche Normalverteilungen hätten sind durch technische oder prozesstechnisch Gegebenheiten nicht möglich.
            Es ist auch so das durch den Kostendruck Prozesse auf Kosten optimiert werden. Dann wird eben an der unteren Kante produziert \(^.^)/

            Darf ich fragen aus welcher Branche Du kommst?
            -> Automobilbranche

          • @Stefan Müller
            Ich habe das Beispiel schon verstanden. Es ist ja dennoch nur eine Toleranz, die zur Unterscheidung anders genannt wird, daher die Frage, ob das so üblich ist.
            In Beispiel zwei sind das einfach nur Grenzmaße und keine Abmaße, im Fall von Ausreißern hast Du halt eine Tolerenz auf statistische Werte.

            „Selbst solche die physikalisch mögliche Normalverteilungen hätten sind durch technische oder prozesstechnisch Gegebenheiten nicht möglich.“
            Ja, genau das Problem besteht doch hier bei Lego. Abh. der erwartbaren Probleme ist doch klar, dass sich die Zulieferer der Pigmente (oder was auch immer) in einem Bereich ansiedeln.

  11. ui hab ich alles garnicht mitbekommen, daher danke für den bericht! finde solche artikel abseits der üblichen „angebote“ und news sehr lesenswert, gerne mehr von der firma lego!

  12. Sehr interessanter Artikel, vielen Dank dafür 😊.
    Qualitätsprobleme sind mir persönlich nicht aufgefallen aber ich besitze auch keines der genannten Sets. Und natürlich wäre ich auch sauer wenn ich z.B. den Lambo für viel Geld kaufe und dann die Farben nicht ganz stimmen. Beurteilen möchte ich es eigentlich nicht, da ich keinen Einblick in die internen Strukturen von Lego und den Zulieferern habe. Nur so viel, aus meiner Berufserfahrung kann ich sagen das Probleme nicht immer so schnell und einfach zu lösen sind wie man als Außenstehender meint.

  13. Sehr interessanter Bericht, vielen Dank, Oliver! Die Anleitungen in der Reihe Architecture leiden in meinen Augen schon lange unter dem Hintergrund in Schwarz. Ich frage mich auch, ob es nachhaltig ist, eine Anleitung oder einen Karton quasi in toto schwarz einzufärben … zumindest bei meinem Drucker daheim und bei der Druckstation im Büro ist das nicht so. Weiß eine/einer von Euch da berufsbedingt oder aus anderen Quellen mehr?

  14. Vielen herzlichen Dank für den ausführlichen Bericht (und die tolle Website!)

    Schön wurde relativ offen kommuniziert.
    Hoffe fest für ein SPACE Sets, egal ob gross oder klein.

    Habe viel interessantes erfahren dürfen und werde definitiv in Zukunft nach Möglichkeit auch gleich live zuschauen, sofern das möglich ist.

  15. Das man sich grundsätzlich mancher Qualitätsprobleme bewusst ist, ist die eine Sache. Die interessante Frage ist allerdings inwieweit diese durch Kostensenkungsmassnahmen, also Verlagerung der Produktion und größere Toleranzen selbst verschuldet ist. Beim Creator-Piratenschiff hatte ich Teile mit eindeutigen Hitzeverformungen beim Guss dabei wie ich sie sonst nur von „China“-Herstellern kannte dabei. Bisher dachte das so offensichtliche Mängel es bei Lego nicht durch die QS schaffen. Wenn man allerdings überall spart, dann passiert sowas. Bei der Cantina habe ich sogar ein Serienproblem, bei Steinen einen bestimmten Typs. Diese sind am Angusspunkt alle nicht richtig abgeschliffen, so das hier noch leichte Plastikfäden dran sind. Zum Glück kein häufiges und präsentes Teil, aber die Probleme kannte ich bisher auch nicht von Lego. Ich hoffe Lego bekommt hier irgendwann die Kurve…

    • Hi nur eine Anmerkung. Lego arbeitet mit Heißkanalsystemen, zumindest die die amn in den Werbevideos sieht und werden nicht abgeschliefen 🙂
      Beide Schadbilder die du beschreibst können auf einen beschleunigten Arbeitszyklus schließen lassen. So kann die Nachdruckzeit und damit die Abkühlung verringert worden sein was bei Heißkanalsystemen zu Fadenziehen und/oder Nachverformungen führen kann.
      Vielleicht ist das Problem das die in ihren Best-Cost-Country Fertigungen durch hohen manuellen Einsatz ihre Maschinenzykluszeiten verringern müssen damit ihren Output gewährleisten können.
      Hat jemand anderes noch diese Problem bei der Cantina? Wenn ja us welcher Produktion. Ich bau meine auch noch auf und werde darauf achten.

      • Danke für die Info! Erhöhung des Output würde es auf jeden Fall erklären (auch warum die Anguspunkte teilweise sichtbarer werden). Betroffen sind bei mir die Plate Modified 1×1 o-Clip in light bluish gray. Die selben Teile in Tan sind dagegen einwandfrei, da anscheinend eine andere Form ( Land? ) benutzt wurde, bei der diese über die Noppe gefüllt wurden.

  16. „Eine bessere Ausleuchtung des Bautisches könnte eine simple Idee sein, doch manche von euch haben bestimmt auch schon mal mit dem Hochglanzpapier gehadert, das das Licht stark reflektiert.“

    ja, ich habe erst letztens gehadert. 😉 wenn man nicht bei tageslicht baut und die lichtquelle genau über dem bauplatz hängt, dann muss schon des öfteren mal die anleitung hin- und herschieben. ich würde mich jedenfalls über matte anleitungen in der zukunft freuen.
    kein problem per se, aber anders wär es einfach ein wenig komfortabler.

  17. Hmm, dass doch an einem LDD Nachfolger gearbeitet wird finde ich jetzt nicht so toll. Man hat ja BrickLink eh gekauft und Stud.IO ist in allen Belangen überlegen. Wenn da Funktionalität fehlt, soll man sie doch einbauen. Aber warum Resourcen für eine komplette Alternative verschwenden um dann zwei parallele Lösungen zu haben?

    • Vielleicht weil LEGO nur sein eigenes Farb-, Nummer- und Teilenamensystem versteht. Ich finde die von Bricklink logischer und Studio ist auch deutlich besser und einfacher zu bedienen als LDD. Und es hat auch ein sehr schnelles und relativ gutes Rendering Tool, Anleitungen gehen schnell, man kann Modelle aus verschiedenen Tools importieren und der Teileexport für Bricklink ist auch praktisch.

  18. Der virtuelle Fan Day war echt gut. Ich konnte fast alles davon verfolgen. Vorallem viele Fragen aus den Chats wurden beantwortet. Auch die Moderation war profesionell! Die Powerpoints waren informativ. Nicht nur bla bla.

  19. Naja, Nachhaltigkeit ist ja schön, solange sie auch wirklich was bringt und nicht nur PR ist. Aber bevor man Abstriche bei dem was wirklich zählt macht (also den Steinen), kann man ja erstmal bei allem drumrum ansetzen. Da finde ich die Papiertüten Initiative z.B. toll (ja, auch wenn sich die Geister scheiden ob Papiertüten tatsächlich besser sind), denn die Qualität der Tüten ist ja eher nebensächlich.

    Aber auch mit dem Problem der Anleitungen kann man das verbinden. Ich finde die schwarzen Architecture Anleitungen auch hübsch, aber ich denke schwarzer Hochglanz ist sicher nicht das Ideal des Resourcensparens, zusätzlich zur Kritik der Erkennbarkeit. Und lieber eine Anleitung die aussieht wie vor 30 Jahren als ein SET das aussieht wie 30 Jahre alt.

  20. Echt super dass du das Ganze so schön zusammengefasst hast.
    Ich habe mich für den Q-Stream angemeldet konnte aber leider nicht teilnehmen 🙁

    Bei der Kurve verstehe ich das hier Feldzahlen (Reklamationen/Verkaufte Menge) und Setgrößen und damit Komplexität in Relation gestellt werden.
    Wenn ich richtig liege wäre ich an seiner Stelle vorsichtig da die Zahlen nur scheinbar korrelieren.
    Kundenreklamationen können erstaunlich spät erst kommen zum Beispiel weil die Sets lange im Laden oder beim Endkunden (Pile of Shame 🙂 ) herumstanden und sich deshalb durchaus Sets die aus Jahren mit geringer Teilezahlstammen in einem Jahr reklamiert werden mit höherer Teilezahl.
    Auch wird der Durchschnitt bei der Teilezahl genommen ich würde hier den Median nehmen damit Ausreißer hier besser geglättet werden.
    Ich will nicht behaupten der gute Mensch hat keine MOP/MIS Analyse gemacht hat aber er versucht suggerieren das durch mehr Teile auch eine höhere Komplexität und damit eine höhere Fehlermöglichkeit existiert.
    So betreffen Farbabweichungen ganze Batches und sind damit unabhängig von der Teilezahl. Auch fehlende Teile müssen nicht direkt proportional zu der Anzahl an Teile sein. Hier muss eine DPMO-Rate her damit man die wirklichen Produktionsfehler erkennt.
    Auch das er kein Pareto Diagram dabei hatte spricht Bände.

    Also beim nächsten Mal bitte ein MOP/MIS Analyse, DPMO anstatt ppm und eine Pareto-Diagramm einfordern.

    Falls sich jemand fragt warum ich um 00:46 mich über so etwas aufrege ist das nur weil ich gerade eine ANOVA für nachher machen sollte und ich aberlieber auf StoneWars rumtreibe und dort sinnlose oberlehrerhafte Einträge mache 😉 🙂

    • Ach, deine oberlehrhaften Einträge sind doch vor allem eines, nämlich lehrreich 😉 Natürlich sagt ein Diagramm mit unbeschriffteten Achsen nicht viel aus, ich denke aber, dass es hier einfach der Anschaulichkeit halber ähnlich simpel gehalten ist wie die Darstellung der Farbtoleranzen. Soll ja schließlich jeder verstehen. Die generell sehr hohe Qualität bei LEGO spricht jedenfalls dafür, dass die Mitarbeiter schon in der Lage sein sollten, die Reklamationen über die jeweiligen Sets den Erscheinungsjahren richtig zuzuordnen. Hoffe ich zumindest 😀 Ich kann mir gut vorstellen, dass die immer höhere Zahl an Teilen einfach mit größeren Auslastungen und Kompromissen in der Produktion einhergeht.

    • Das Diagramm da oben fand ich mangels Achsenbeschriftung und willkürlicher Zusammenlegung zweier Kenngrößen auch eher verwirrend als hilfreich. Man kennt die Methode der Statistik-Nebelkerzen aber bereits aus LEGOs Jahresberichten, wo immer alles so dargestellt wird, als sei ein schönes Wachstum gegeben, aber würde man einfach mal die Netto-Gewinne für Europa und USA einzeln ausweisen, statt immer alles mit Asien in einen Topf zu werfen, sähe alles deutlisch anders aus.

      • @Stefan Müller
        „Kundenreklamationen können erstaunlich spät erst kommen zum Beispiel weil die Sets lange im Laden oder beim Endkunden (Pile of Shame 🙂 ) herumstanden[…]“
        Reklamationen erfordern immer die Angabe des Sets und wenn möglich die Produktionsnummer, ich würde davon ausgehen, dass sich die Reklamationen im Diagramm auf das Erscheinungsjahr des Sets beziehen.
        Die Teilezahlen in Sets sind alles andere als homogen verteilt, es gibt immer eine Gruppe sehr kleiner Sets, eine größere Gruppe mittlerer Sets, die näher beieinander liegen und eine kleine Gruppe sehr großer Sets. Wenn Du pro Jahr eine identische Anzahl an Sets rausbringst, die großen Sets immer größer werden, die kleinen Sets in der Größe schwanken und der Rest sich nicht großartig ändert, hast Du im Median immer in etwa den selben Wert. Da gewinnst Du keine Erkenntnis draus.

        Ich würde davon ausgehen, dass es eine Statistiken pro Set, pro Teil usw. gibt und die Grafik oben das vereinfachte Ergebnis der Analyse ist und nicht die Analyse selbst.

        Ebenso machen Farbabweichungen nur einen Teil (wie groß auch immer) der systematischen Fehler aus, welche wiederum nur 10% der Reklamationen ausmachen.

        „So betreffen Farbabweichungen ganze Batches und sind damit unabhängig von der Teilezahl. Auch fehlende Teile müssen nicht direkt proportional zu der Anzahl an Teile sein.“

        Die Aussage zu der Grafik der Reklamationsunterteilung und der durchschnittlichen Setgröße ist „es gibt eine schwache Korrelation“.

        Du kennst weder die Daten, noch die Analyse, noch den Wortlaut des Vortragenden noch den Vortrag, aber regst Dich auf… könnte ich mich glatt drüber aufregen.

        @Thomas
        „aber würde man einfach mal die Netto-Gewinne für Europa und USA einzeln ausweisen, statt immer alles mit Asien in einen Topf zu werfen, sähe alles deutlisch anders aus.“

        Was ja auch von so von Lego kommuniziert wird: EU und US Markt wächst sehr langsam bzw. stagniert -> man pusht den Asien-Markt.
        Aber ja:
        Würde man eine andere Statistik über andere Sachen machen, sähe es anders aus, da kann man nicht widersprechen.

        • Vorab ich rege mich nicht auf.
          Ich bin ein begeisterter LEGO-Fan und ich wollte wirklich teilnehmen aber leider habe ich was arbeiten müssen.

          Mein Beirtag sollte auch eine Prise Humor beinhalten leider kam das nicht gut raus und ich möchte mich für eventuelle Irritationen auf deiner Seite entschuldigen.

          • Wenn es Dich weiterhin interessiert, solltest Du mal auf anderen Blogs stöbern oder per google nach den Vorträgen suchen. Es gibt durchaus ein paar veröffentlichte Folien, dann spart man sich das Raten.

            Vom Humor kam leider nichts rüber. Vielleicht so eine Art ganz spezieller QS-Humor für Eingeweihte 😉

          • Qualitäter haben keinen Humor sondern psychische Probleme 🙂

            Ich habe die Daten aus der obigen Tabelle ausgewertet indem ich „1“ für jeden Teilstrich angenommen habe sowohl für die Reklamationen als auch die Teilezahl:

            Datenbasis Jahr/Claims/Teilezahl

            2008/7,0/6,2 – 2009/6,5/6,1 – 2010/5,5/5,8 – 2011/3,8/4,1 – 2012/5,1/5,0 – 2013/5,9/5,9 – 2014/6,2/6,2 – 2015/5,0/6,1 – 2016/4,0/6,0 – 2017/4,4/6,2 – 2018/4,5/7,5 – 2019/6,0/7,2 – 2020/8,0/8,1

            Danach habe ich drei lineare Regressionen gemacht

            1. Regression (Alpha-Niveau=0,05)

            Y-Werte: Claims (2008 –2020) X-Werte: Teilezahl (2008-2020)
            Ergebnis: Beziehung X und Y: p=0,056 nicht statistisch signifikant

            Streuung: R-Qd: 29,28% können durch Regresionsmodell erklärt werden

            Korrelation X und Y: p=0,54 statistisch nicht signifikant

            2. Regression (Alpha-Niveau=0,05)

            Y-Werte: Claims (2008 –2014) X-Werte: Teilezahl (2008-2014)
            Ergebnis: Beziehung X und Y: p=0,001 statistisch signifikant

            Streuung: R-Qd: 90,19% können durch Regresionsmodell erklärt werden

            Korrelation X und Y: p=0,95 direkt proportional

            1. Regression (Alpha-Niveau=0,05)

            Y-Werte: Claims (2015 –2020) X-Werte: Teilezahl (2015-2020)
            Ergebnis: Beziehung X und Y: p=0,071 nicht statistisch signifikant

            Streung: R-Qd: 59,89% können durch Regresionsmodell erklärt werden

            Korrelation X und Y: p=0,77 statistisch nicht signifikant

            Bedeutet das es insgesamt keine signifikante Beziehung zwischen der Teilezahl und den Reklamationen gibt. Es liegt aber eine direkte und nachweißbare Korrelation zwischen 2008 bis 2014 von und ab dort wird diese immer insignifikanter. Bedeutet das ab 2015 eine weitere Größe hinzukommt die stetig größeren Einfluss auf die Reklamationen hat neben der Teileanzahl. Man sieht zwar keinen Sprung von 2104 auf 2015 aber einen stetigen größer werdenden Einfluß.

            Damit wiederhole ich meinen Punkt es gibt keinen signifikante Korrelation zwischen den beiden Größen in der Grafik. Es fehlt entweder eine oder mehrere Größen (ab2014) und vielleicht deren Wechselwirkungen

          • By the way:
            Ich habe eine Interview gelesen das im Rahmen der Fandays gegeben wurde und da hat der junge Mensch 1000ppm als Zahl in den Raum gestellt.
            *automotive Schnappatmung*

          • @Stefan Müller
            Finde ich super, dass Du Dir die Mühe oder Freude machst 😀

            „Bedeutet das es insgesamt keine signifikante Beziehung zwischen der Teilezahl und den Reklamationen gibt. “
            Bedeutet das nicht eher, dass es eine signifikante Beziehung gibt, die aber durch einen anderen Faktor seit 2015, oder von 2015 bis 2018, überlagert wird?

          • Über der Gesamtzeitraum lässt sich statistisch und stochastisch keine Abhängigkeit der Reklamationen von der Teilezahl nachweisen.

            Der Nachweis gelingt aber im Zeitraum von 2008 bis 2014.

            Bedeutet also das ab 2014 ein oder mehrere weitere Faktoren hinzukommen.

            Überlagert würde ich hier nicht verwenden da das eine Wechselbeziehung mit den Teilezahlen impliziert der zwar da sein kann aber nicht ohne weitere Daten nachweisen lässt.

            Nachfolgend Spekulation von mir:

            Nach kurzer Recherche habe ich auf der offiziellen Homepage gefunden das ab 2015 die Fabrik in Mexico, Ungarn und Billund erweitert wurden mit einem bisher geplanten Ende 2020. 2016 wurde die Fabrik in Jiaxing (da bin ich schon mal vorbeigefahren!!) eröffnet. Eventuell gibt es einfach Probleme eine konzernweite Standardisierung in der Produktionsplanung umzusetzen.

            Allerdings sind gewisse Q-Probleme in Zeiten von starkem Wachstume durchaus normal. Helfen könnte hier entweder eine Konsolidierungsphase oder ein Excellence/Kaizen-Programm gesteuert von der Konzernzentrale helfen.

            Das wichtigste ist und das ist mein Eindruck das LEGO verstanden hat das ein Problem vorliegt und die nun stringent daran arbeiten müssen.

  21. zu: „Hiervon beklagen etwa 50%, dass Einzelteile verloren gegangen sind, weitere 25% reklamieren falsche Teile und 15% fordern neue Minifiguren an. Funfact: Die meisten Minifiguren werden übrigens für die Ninjago- und Star Wars-Serie ersetzt“ – Liegt halt m. E. auch stark an der Produktpolitik. Wenn man Sets wie 75294 Bespin Duel nur in Nordamerika veröffentlicht, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Rest der Welt es „rebrickt“ und dadurch der Steine- und Teileservice komplett überlastet wird!? Was hätte TLG für Geld mit einem weltweiten Release verdienen können!?

  22. Das die erwachsenen Fans immer wichtiger wird, sieht man auch am neuen Punkt im Startmenü „Adults welcome“ bei dem explizit auch Tips gegeben werden und wie gut Lego sich zum abschalten eignet. Die meisten Erwachsenen, die mal (mit)gebaut haben und die beruhigende Wirkung gespürt haben werden sich wohl hier wiederfinden. Und es muß nicht immer das teure 18+ Set sein, um zu entspannen. Insofern sollte hier Lego zeitnah „günstigere“ Sets oder gar Serien auf den Markt bringen, da nicht jeder ein üppiges Budget vorweisen kann und vielleicht eher eine kleine Summe im Monat aufbringen möchte/kann.

  23. .uch würde Mal interessieren wie viele der Reklamationen mit fehlenden Teilen berechtigt sind. Ich würde fast behaupten bei 90% der Fälle sind die unberechtigt weil der Kunde das Teil verloren oder an falscher Stelle montiert hat.

    Ansonsten wie gesagt finde ich, dass sich Lego wirklich proffesionel und symphatisch gezeigt hat. 🙂

    • Wenn du solche Sachen ohne irgendwelche Infos in den Raum stellst, kannst du auch gleich sagen, dass 100% unberechtigt sind. Ist eh nur wildes Rumgerate ohne irgendwelchen Mehrwert!

      • Ich finde die Frage auch sehr interessant. Mal ganz induktiv: Schon häufig suchte ich ein Teil, das ich falsch verbaut hatte oder das noch in der Tüte klemmte. Ganz selten aber fehlte es tatsächlich. Es sind also nicht 100 Prozent, aber auch deutlich mehr als nichts. Und es ist legitim, sich sowas zu fragen, auch wenn man darauf keine Antwort erhalten wird, Nerdi.

    • Mein Dark Age ging vor sieben Jahren zuende und ich habe in dieser Zeit genau einmal den Kundenservice in Anspruch genommen: bei einem Modular hatte ein 1 x 4 Stein gefehlt – so dachte ich zumindest. Als ich das Haus später umgebaut habe und den nachgelieferten Stein verbauen wollte (ich hatte ihn durch einen andersfarbigen ersetzt), tauchte der vermeintlich fehlende Stein an anderer Stelle wieder auf: es war mein Fehler gewesen. Ich baue meine Modular nicht auf Baseplates, sondern verwende die MILS-Module als Unterkonstruktion und bei den Anpassungen dafür hatte ich versehentlich den „Fehlstein“ verbaut.

      Von daher kann ich mir schon vorstellen, daß viele Reklamationen einfach Kundenfehler sind. Das ist aber meines Erachtens immer noch etwas ganz anderes als das bewußte Nachbestellen von Minifiguren, die gar nicht fehlen, sondern die man schlicht extra haben möchte. Das ist einfach Betrug.

  24. „[…]scheinen sich die „neuen“ AFOL-Sets (18+-Serie) momentan durch eine hohe Komplexität[…]“

    Seriously, dude ?! Komplex ist bei Lego schon lange nichts mehr. Bei Technik muss man ja schon froh sein wenn man etwas findet, dass über sich öffnende Türen hinausgeht.

    Die 18+ Sets sind nichts anderes als ein Marketinggag mit überteuerten Preisen in der Hoffnung damit erwachsenen Menschen die einfach Blind Sets kaufen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
    Lego war noch nie preisgünstig, aber in Verbindung mit der immer mehr abbauenden Qualität und fehlerhaften Produktpalette ist es einfach nur noch eine Frechheit solche Preise wie bei den „18+“ Sets zu verlangen.

    Der Kunde, der sich zuvor informiert wird so etwas nicht kaufen (sofern im Geld generell nicht egal ist), der der den Lambo cool findet und ja vor 20 Jahren mal Lego als Kind hatte wird da als Kunde gesucht. Der beschäftigt sich nämlich nicht sonderlich mit dem Thema davor.

    • Ich liebe ja diese Art von Kommentar: alle, die Lego kaufen sind blöd… mal im Ernst, ich informiere mich vor dem Kauf und kaufe trotzdem und war mit den überteuerten Sets zufrieden… bin ich also zu doof…

      • Ich habe nicht geschrieben „alle die Lego kaufen sind blöd/doof“. Ich habe mich nur über manche Passagen im Artikel etwas aufgeregt, da sie auf mich wirken als würde der „treudoofe Kunde“ einfach blind das Kaufen (Zitat: „we are definitly look into that und grinst dabei“ als Beispiel) was im vorgesetzt wurde ohne zu merken, dass das halt PR / eine reine Werbeveranstaltung ist / war.
        Mir ist bewusst dass das eine Fansite ist, welche rund um Lego berichtet. Aber ich habe auch hier schon öfters Artikel gelesen die sich mit der jeweiligen Thematik kritisch befasst haben.

        Es ärgert mich halt, wenn dann auch gefühlt blind entsprechende Marketingfloskeln übernommen werden. Die 18+ Sets haben nun mal nichts besonderes an sich. Die Autos der Technik Reihe sind nichts besonderes, außer besonders teuer, die Sets sind nicht komplex oder weißen ansprechende Bauvarianten auf.
        Es ist halt der Versuch über die Schiene hochpreisige Sets an den Kunden zu bringen, an den Neukunden. 400€ um alle Beatles an die Wand zu hängen, nett aber da kann man sich dann auch ein richtiges Bild kaufen.

        Du schreibst ja selbst, dass es überteuerte Sets seien. Und ich sehe halt nicht wieso man die Firma dahingehend unterstützen sollte wenn sie immer schlechtere Qualität liefert (natürlich kann sie dafür nichts, es sind immer die anderen Schuld -da ist sich jede Firma gleich) aber die Preise immer weiter anzieht.

        Klar kann man auch mit dem Lambo oder dem Bugatti als Beispiel Spaß haben. Aber dafür, dass sie unter Technik laufen und keine sind und dann noch entsprechende Probleme / Fehler aufweisen sind 360 bzw. 370 € definitiv viel zu viel Geld verlangt.

        Ein Blick über den Tellerrand schadet beispielsweise manchmal nicht. CaDA hat beispielsweise ein scheinbar gutes Modell des Lambo Centenario (unlizensiert) auf den Markt gebracht. Der kostet nur 180€….

        • Sorry, „überteuert“ hätte ich in “ schreiben sollen, da ich als Endkunde bei den Sets die ich zur UVP kaufe nicht das Gefühl habe, über den Tisch gezogen worden zu sein. Im Gegenteil, ich habe mir einige ältere Modulars für deutlich mehr Geld gebraucht gekauft.
          Jede oder jeder kann doch kaufen, was gefällt. Ich gehe doch auch nicht in ein cobi Forum o.ä. und schreibe dauernd, wie doof ich Militär Spielzeug finde…

          • Klar kann jeder am Ende des Tages mit seinem Geld machen was er möchte. In ein Cobi Forum zu gehen und über Militär zu meckern wäre tatsächlich, komisch.
            Seinen Unmut darüber zu äußern, dass die Panzer immer teurer werden, die Qualität der Teile aber nachlässt wäre aber durchaus ein legitimer Grund sich zu beschweren.

            Lego hat immer ihre hohen Preise, es ist nun mal kein billiges Kinderspielzeug, mit der hervorragenden Qualität ihrer Produkte im Vergleich zur Konkurrenz gerechtfertigt. Diese hat in den letzten beiden Jahren aber teilweise erheblich gelitten, glücklicherweise nicht im kompletten Produktkatalog, dafür aber häufig gerade in den hochpreisigen Produkten. Und da kann man halt dann nicht mehr die Preise mit der Qualität rechtfertigen.
            Hinzu kommen dann immer wieder Sets / Produkte in unterschiedlichen Themenwelten die gefühlt nur dazu da sind um sehen wie weit der Kunde bereit ist zu gehen bzw. ab wann die tatsächliche Schmerzgrenze erreicht ist.

            Der Gebrauchtmarkt richtet sich in allen Bereichen nach Angebot und Nachfrage und da sind auch einige Preise für alte, sogar gebrauchte, Legoartikel abseits von gut und böse. Man denke nur mal an den alten UCS Falken.

        • „Es ärgert mich halt, wenn dann auch gefühlt blind entsprechende Marketingfloskeln übernommen werden“
          Ich möchte daraufh hinweisen, dass der Artikel eine Zusammenfassung des Fan Days beinhaltet. Die von dir bemängelte Stelle ist das Interview mit dem Marketingvorstand und stellt den Inhalt des Gesprächs dar, damit sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden kann.

          Im Übrigen beinhaltet das Wort „scheinen“ schon einen Vorbehalt. Ob sich die 18+ Sets tatsächlich durch die genannten Attribute auszeichnen, soll bitte auch jeder für sich entscheiden.

        • @Erklärbär
          Der Blick über den Tellerrand interessiert mich. Ist das das gute Modell von CaDA Master? Die neue Serie die sich an Erwachsene richtet? Hab mir dazu den Aufbau bei Johnny’s World angesehen. Da wurde ja mehr geflucht als gebaut und danach wurde das unfertige Modell verlost, weil das Aufbauen absolut keinen Spaß machte, sich ständig was gelöst hat und die Anleitung dazu ein Schmarrn ist?

  25. Soso, Lego sucht also nach einer Lösung für die teils schlechte Erkennbarkeit bei schwarz durchgefärbten Seiten in Anleitungen?
    Ich wüsste da was … gleich kommt’s … Einfach die Seite nicht komplett schwarz bedrucken 😉

  26. Leider war ich nicht beim „Fan Day“. Als Quälitätsproblem würde ich auch noch aufmerken daß es viele Falschschreibungen auf den Aufklebern gibt. Z.B. „Milwauke“ beim Harley.

  27. sehr schöne/r bericht/zusammenfassung. gute einblicke für einen nicht-nerd. 😉 danke! und in der tat interessant, daß qualitätsprobleme mal echt zugegeben werden und nicht rumlaviert wird.

  28. Heute wahr ich baff. Ich hatte neulich was für über 85 bestellt, um an das Hot Rod (40409) GWP ranzukommen, da es im Shop als Beigabe angezeigt wurde. Leider tauchte es dann nicht im Warenkorb auf. 3 Stunden später war es dann auch von der LEGO-Seite verschwunden. Vermutlich hatte ich das Ding kanpp verpasst. Trotzdem beim Kundenservice nachgefragt. Die meinten auch, dass ich leider zu spät kam, haben mir aber trotzdem 6500 VIP-Punkte (= 43 Euro !!) als „Entschädigung“ gutgeschrieben. Und ich war wieder versöhnt. Klasse!

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